Spielkultur: Wie würde ein Markt ohne Gebrauchtspiele aussehen?

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greenelve
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Re: Spielkultur: Wie würde ein Markt ohne Gebrauchtspiele au

Beitrag von greenelve »

Die Spieleindustrie hat kein Problem mit Gebrauchtspielverkäufer, nur mit Gebrauchtspielkäufer. Die Verkäufer haben das Spiel zum Vollpreis erworben, durchgespielt und geben es wieder ab, verursachen dadurch keine weiteren Kosten auf den Serven, damit Geld für ein neues Vollpreisspiel vorhanden ist. :mrgreen: :Blauesauge:
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De_Montferrat
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Re: Spielkultur: Wie würde ein Markt ohne Gebrauchtspiele au

Beitrag von De_Montferrat »

Wigggenz hat geschrieben: Auch der kommerzielle Gebrauchtmarkt ist eigentlich nicht anzugehen, auch wenn die Publisher hier natürlich drunter leiden, wenn Gamestop ihr (auch für den Spieler nicht angenehmes) Programm abziehen. Andere Unterhaltungsmedien (Bücher/Comics, CDs/Platten, DVDs/BluRays) machen es aber vor, dass es auch mit kommerziellem Gebrauchtmarkt geht.
Die Hersteller könnten auch einfach einen eigenen, alternativen Gebrauchtmarkt auf die Beine stellen, der attraktiver als der kommerzielle ist. So würde niemand eingeschränkt werden, der Hersteller aber ordentlich mitverdienen. Aber das ist den Publishern nicht genug und vielleicht auch zuviel Arbeit?
RRomm
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Beitrag von RRomm »

Gleich viel für ein Game zahlen und in den Rechten als Kunde erheblich beschnitten werden.. wie kann man das als Kunde in irgendeiner Weise verstehen?? Ich möchte ein Game kaufen und nicht irgendeinen abstrakten "Inhalt", über den ich dann nicht einmal frei verfügen darf, sondern Microsoft bestimmen kann, was damit passiert.
Ich sehe das als Grund die Xbox1 nicht zu kaufen - ich möchte weiterhin die Möglichkeit haben ohne Gebühr in Höhe des Neupreises mir ein Game unverbindlich antesten zu können und dieses auch verkaufen/tauschen/verschenken zu können.. ohne nochmals eine minimal verminderten Neupreis zahlen zu müssen.
Was soll das??? Wenn ich schon entscheidende Rechte als Kunde abtrete, möchte ich Mehrleistungen dafür geboten bekommen. Und nicht in meinen Rechten an der KOPIE kastriert werden.
Wie kann nur im Ansatz versuchen, zu verstehen, weshalb eine Regulierung des angeblichen "Gebrauchtspielemarkt", wozu auch privates Ausborgen, Tauschen oder Verschenken dazu gehört, Sinn macht. Es macht nur für den Publisher Sinn. Für den Kunden ist das Unsinn. Bevor ihr den M$-Wahnsinn verteidigt, denkt darüber nach was IHR möchtet. Das zählt. Und nicht die Shareholder und CEOs von M$.
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greenelve
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Re: Spielkultur: Wie würde ein Markt ohne Gebrauchtspiele au

Beitrag von greenelve »

De_Montferrat hat geschrieben:
Wigggenz hat geschrieben: Auch der kommerzielle Gebrauchtmarkt ist eigentlich nicht anzugehen, auch wenn die Publisher hier natürlich drunter leiden, wenn Gamestop ihr (auch für den Spieler nicht angenehmes) Programm abziehen. Andere Unterhaltungsmedien (Bücher/Comics, CDs/Platten, DVDs/BluRays) machen es aber vor, dass es auch mit kommerziellem Gebrauchtmarkt geht.
Die Hersteller könnten auch einfach einen eigenen, alternativen Gebrauchtmarkt auf die Beine stellen, der attraktiver als der kommerzielle ist. So würde niemand eingeschränkt werden, der Hersteller aber ordentlich mitverdienen. Aber das ist den Publishern nicht genug und vielleicht auch zuviel Arbeit?
Das Problem der Publisher ist der verminderte Preis... In Onlineshops sind Spiele auch relativ stabil am Startpreis...abgesehen von Sonderaktionen..
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HellToKitty
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Re: Spielkultur: Wie würde ein Markt ohne Gebrauchtspiele au

Beitrag von HellToKitty »

Wenn ich solche Worte wie "Lizenzübertragungsgebüren" nur höre könnte ich mich schwer wundern. Warum sollten die Hersteller nochmal an einer bereits von Ihnen verkauften Sache Geld verdienen? Das macht für mich keinen Sinn.
Ein anderer Faktor der nie angesprochen wird, ist die Tatsache, dass jedes weiterverkaufte Spiel vielleicht keine direkten Einnahmen generiert, trotzdem jedoch Werbung für das Spiel und die Branche macht, was letztendlich den Markt weiter ankurbelt. Wenn nur Erstkunden Spiele kaufen könnten, wären weit weniger Menschen im Markt involviert, was Ihn im Ganzen auch viel kleiner machen würde. Das kann nicht im Interesse einer kapitalistisch agierenden Firma sein.
Ich habe für die PS3 ungefähr 30 gebrauchte Spiele und etwa 10 neue gekauft. Würde es keine Möglichkeit geben Spiele gebraucht zu kaufen, hätte ich auch nicht mehr Geld investiert. Wahrscheinlicher wäre sogar, dass ich mir niemals eine PS3 gekauft hätte, oder zumindest sehr viel schneller mein Interesse daran verloren hätte.
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greenelve
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Re: Spielkultur: Wie würde ein Markt ohne Gebrauchtspiele au

Beitrag von greenelve »

HellToKitty hat geschrieben:Wahrscheinlicher wäre sogar, dass ich mir niemals eine PS3 gekauft hätte, oder zumindest sehr viel schneller mein Interesse daran verloren hätte.
Und da die PS3 mit Verlust verkauft wurde, hättest du damit Sony Geld einspart. :Häschen:
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sphinx2k
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Re: Spielkultur: Wie würde ein Markt ohne Gebrauchtspiele au

Beitrag von sphinx2k »

Wigggenz hat geschrieben:Der private Gebrauchtmarkt sollte schon von vorneherein unantastbar bleiben. Da bereichert sich auch in der Regel niemand.
Im Prinzip stimme ich da zu das es Privat möglich sein sollte. Allerdings bin ich gerade etwas zwiespältig nach dem TotalBiscuit Video das ich verlinkt habe. Ich übernehme mal die Gegen Argumente aus dem Video:
Auch der kommerzielle Gebrauchtmarkt ist eigentlich nicht anzugehen, auch wenn die Publisher hier natürlich drunter leiden, wenn Gamestop ihr (auch für den Spieler nicht angenehmes) Programm abziehen. Andere Unterhaltungsmedien (Bücher/Comics, CDs/Platten, DVDs/BluRays) machen es aber vor, dass es auch mit kommerziellem Gebrauchtmarkt geht.
Bücher und Comics, sind einmal geschrieben und brauchen keine weitere Unterstützung mehr wenn sie Fertig sind (Server und co). Der Author kann Lesungen Veranstalten und der gleichen.
CDs / Platten, Einnahmen durch Radio/TV Ausstrahlung, Bühnenauftritte,...
DVDs/BlueRays, Kino->DVD->TV
Spiel->1x verkauft = Fertig

Es müssen mehr emotionale Anreize geschaffen werden, das vollständige Spiel in erster Hand zu besitzen. Bei Büchern, CDs und DVDs ist da einfach dieses "Habenwollen", was Spiele selten erreichen. Wieso? Weiß ich auch nicht, ich vermute es liegt an der schon völlig etablierten Kultur der Fließbandproduktion, die bei Filmen und Musik und Literatur nicht so penetrant durchschlägt.
Tja ich hab an sich lieber ne Box aber die Mehrheit meiner Spiele kaufe ich mittlerweile Digital. Da ist halt nichts tolle herausragendes dabei es ist nur ein Eintrag in irgend nem System das ich spiel XY besitzt.
Und Day1-DLCs für Erstkäufer sind keine legitime Maßnahme. Dort bekommen Erstkäufer nämlich ein anderes Produkt als Gebrauchtkäufer. Das Ziel muss sein, mehr emotionale Anreize zum Kauf des selben Produkts, nur aus 1. Hand, zu schaffen.


Eine der Sachen die im Video auch nicht zu verstehen war. Wenn man auf DLC Verkäufe aus ist die nicht gebraucht mit Verkauft werden können...sollte man doch froh sein wenn ein Spiel mehrmals rum geht. Weil dann kann man für ein Spiel z.B. 3x DLCs verkaufen.
Lässt sich meiner Meinung nach bewerkstelligen, indem man vor allem weniger Spiele produziert, dafür aber mehr Herz reinsteckt (NICHT Geld, Spiele haben eh ein viel zu hohes Budget).
Da kann ich mich sofort drauf einlassen und es unterschreiben. An den Qualitativ guten Spielen die es schaffen aus der Masse heraus zu stechen sieht man das die sich extrem gut verkaufen. Hat man nicht für die Entwicklung noch extremer Geld ausgegeben hat man einen guten Gewinn.
illostos
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Re: Spielkultur: Wie würde ein Markt ohne Gebrauchtspiele au

Beitrag von illostos »

Stormrider One hat geschrieben:Wen keine gebrauch markt mehr geben sollte, werden die Dinger halt illegal runder geladen ...Die Puplischer machen sich selber damit schaden!!
MFG
Dazu muss aber die Konsole erstmal gehackt werden, um Fremdsoftware drauf laufen zu lassen. Aber danach werden die Leitungen brennen :) Vllt führt deswegen Telekom die Zwangsdrosselung ein ^^
johndoe1527797
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Re: Spielkultur: Wie würde ein Markt ohne Gebrauchtspiele au

Beitrag von johndoe1527797 »

Ach...

man muss ja nur mal die Humble Deals oder Steam Sales angucken, wie viel dort verkauft wird! Da macht die Masse den "Mist"...
johndoe1527797
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Re: Spielkultur: Wie würde ein Markt ohne Gebrauchtspiele au

Beitrag von johndoe1527797 »

sphinx2k hat geschrieben: Spiel->1x verkauft = Fertig
Quatsch! Lets Plays?!
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Wulgaru
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Re: Spielkultur: Wie würde ein Markt ohne Gebrauchtspiele au

Beitrag von Wulgaru »

Ich kenne mich damit nicht so gut aus, aber sowas ähnliches wird ja auch gerade mit ebooks versucht, was ich wesentlich bizarrer finde als bei Videospielen. Die Idee nur die Nutzungsrechte zu kaufen und nicht das ganze Produkt erscheint mir als eine der Perversionen von der Publisher mal runterkommen sollten. Juristisch mag das begründbar sein, logisch nicht.

Mir selbst ist es egal, da ich mir so gut wie nie Gebrauchtspiele kaufe und die die ich habe an meinen Händen abzählen kann. Spiele haben einen so krassen Preisverfall, dass sowas wie Gamestop dadurch schon zum Wucherer wird.
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MasterDeadPool
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Re: Spielkultur: Wie würde ein Markt ohne Gebrauchtspiele au

Beitrag von MasterDeadPool »

Der gebrauchtmarkt ist schon gut so, wie er jetzt ist. Schon allein deswegen,
weil viel von dem software müll, was von einigen publishern jährlich
rausgeschleudert wird nichtmal annähernd einen neupreis von 40 oder 50 euro rechtfertigen. Ausserdem, wenn ich ein spiel erwerbe, ist die nutzerlizenz rechtmäßig meine und es ist an mir zu entscheiden, diese zu behalten, verkaufen oder zu verschenken. Die gebrauchtspiel sperre zu zeiten wo alles teurer wird und der gebrauchtmarkt generell gefragt ist, ist eigentlich eine frechheit gegenüber dem endverbraucher. Und wehe es kommt mir wieder wer mit: zocken ist ein luxus hobby blablabla...quatsch, zocken war als hobby für jedermann gedacht und das sollte es auch bleiben. Mit der politik die M$ betreibt, wird die geldgeile firma bald ohne freunde und mit noch weniger kunden da stehn.
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ApinoX
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Re: Spielkultur: Wie würde ein Markt ohne Gebrauchtspiele au

Beitrag von ApinoX »

Ich kaufe vielleicht drei Spiele im Jahr, daher ist es mir relativ egal und im Vergleich zu Kinect erscheint mir das Thema Gebrauchtspiele fast trivial. Ich kann aber die Leute sehr gut verstehen, die sich deshalb aufregen. Sowas gibts schließlich in keiner anderen Branche.
sarnokh
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Beitrag von sarnokh »

Öh, gabs nicht mal ein Gerichtsurteil des Obersten EU Gerichtes, dass Spiele bzw Software grundsätzlich weiterverkaufbar sein MÜSSEN? Was ist denn daraus geworden?
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ColdFever
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Re: Kommentar

Beitrag von ColdFever »

sarnokh hat geschrieben:Öh, gabs nicht mal ein Gerichtsurteil des Obersten EU Gerichtes, dass Spiele bzw Software grundsätzlich weiterverkaufbar sein MÜSSEN? Was ist denn daraus geworden?
Du meinst dieses Gerichtsurteil von 2012. Basierend darauf hat der Verbraucherzentrale Bundesverband nun im Januar 2013 Klage gegen Steam erhoben. Sollte der vzbv hierbei Erfolg haben, dürften danach auch andere DRM-Plattformen (Origin, iTunes etc.) und demnächst Microsoft mit der XBone in Schwierigkeiten kommen. Die Lage ist in Deutschland kompliziert, weil es zuvor in dieser Frage ein anderslautendes BGH-Urteil gab. Das schreibt der vzbv dazu:
Verbraucherzentrale Bundesverband hat geschrieben:Zwar entschied der Bundesgerichtshof (BGH) anlässlich einer Klage des vzbv bereits im Jahr 2010, dass es zulässig sei, dass ein für die Nutzung einer Software erforderlicher Spieleraccount nicht übertragbar ist. Durch das Urteil des EuGH, das den Weiterverkauf gebrauchter Software bejaht hat, sieht der vzbv nun einen Ansatz, durch die Gerichte und gegebenenfalls auch den BGH, den Sachverhalt neu beurteilen zu lassen.