Nein. Das was ich dir fett gedruckt habe, ist genau das was heutige Bildzeitungspolitik darstellt. Es reicht eben nicht sich irgendein Rosinenstück aus der Gesetzgebung eines Landes herauszubrechen und es in die eigene Gesetzgebung hineinzupressen die einen völlig anderen Ursprung hat. Ich kenne diese Argumente und häufig fällt dann der Name PEGI und warum? Weil es angeblich milder ist. Dabei stimmt das gar nicht, die Maßstäbe sind nur anders. Warum sind die Maßstäbe anders? Weil sie in einem anderem Umfeld/Gesellschaft herausgebildet worden. Deutschland ist nicht Frankreich ist nicht Amerika ist nicht Japan.SethSteiner hat geschrieben:Tja Wulgaru, das umstellen funktioniert aber nicht. Will man etwas einschränken oder verbieten, braucht es einen Grund und wenn der Grund den man anführt falsch ist, dann gibt es keinen Grund mehr etwas einzuschränken oder zu verbieten. Du musst ein Risiko beweisen, nicht es herbeifantasieren. Dein Beispiel ist völlig irrelevant. Viele Altersfreigaben sind sehr niedrig, obwohl es nichts für die entsprechende Altersgruppe ist. Das wäre ja wie zusagen "Ulysses interessiert kein Kind also machen wir es ab 18!". Zudem ist es ziemlich diskriminierend so zutun als wären Kinder die einzigen, die verstört werden könnten und nicht eben auch Erwachsene. Entscheidend ist einzig und allein eine relevante Gefahr. Andere Länder haben eine mildere Gesetzgebung und das ohne Auswirkungen, entsprechend ist das allein bereits Grund unsere Gesetzgebung dahingehend abzumildern oder sogar komplett abzuschaffen und erst eine einzuführen, wenn es einen Beleg für ein Gefahrenpotential gibt.
Dein Beispiel ist ebenfalls ein sehr schlechtes, weil es ja genau um Interesse an einem Thema nicht geht sondern um Inhalte die jugendgefährdend aufgefasst werden. Ein Film kann also sehr anspruchsvoll sein, es geht nicht darum das ihn ein Kind versteht. Aber ein Buchbeispiel ist eh nicht wirklich geeignet weil Literatur auch am laschesten reguliert ist. Die natürliche Barriere ist hier einfach höher. Ein Kind kann Bilder erfassen, aber bei Ulysses kommt es keine fünf Sätze weit.
Edit:
Aber ich will mich hier gar nicht als den Dogmatiker geben. Für mich gibt es nur einen Mittelweg zwischen der radikalen Zensur die mit Begriffen wie Killerspielen arbeitet und dem Gegenteil "alles Quatsch, alles abschaffen. Beide Standpunkt sind für mich nicht tragbar und sowieso niemals mehrheitsfähig.
