The Witcher 3: Wild Hunt: "DRM-Systeme sind das Schlimmste in der Gaming-Industrie"

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Kajetan
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Re: The Witcher 3: Wild Hunt: "DRM-Systeme sind das Schlimms

Beitrag von Kajetan »

Nanimonai hat geschrieben: Wegen mir spricht überhaupt gar nichts dagegen und ich behaupte mal, es in der Vergangenheit auch mehrfach so versucht zu haben... aber irgendwie will man in diesem Forum glaube ich insgeheim gar nicht zu einem Konsens kommen.
Ah, da haben wir das Problem. Sehe nicht das Ziel darin einen Konsens zu finden, sondern erst mal darin das Thema von allen Seiten zu durchleuchten und viele Sachargumente (und auch Moralverstellungen) Pro und Contra zu sammeln. Dann man kann bei bestimmten Punkten einfach übereinkommen zwar unterschiedliche Standpunkte zu haben (was in Ordnung ist), aber man redet dann wenigstens nicht mehr willenlos aneinander vorbei.

Konsensfindung, das ist dann das Sahnehäubchen.
Nanimonai
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Re: The Witcher 3: Wild Hunt: "DRM-Systeme sind das Schlimms

Beitrag von Nanimonai »

Kajetan hat geschrieben:
Nanimonai hat geschrieben: Wegen mir spricht überhaupt gar nichts dagegen und ich behaupte mal, es in der Vergangenheit auch mehrfach so versucht zu haben... aber irgendwie will man in diesem Forum glaube ich insgeheim gar nicht zu einem Konsens kommen.
Ah, da haben wir das Problem. Sehe nicht das Ziel darin einen Konsens zu finden, sondern erst mal darin das Thema von allen Seiten zu durchleuchten und viele Sachargumente (und auch Moralverstellungen) Pro und Contra zu sammeln. Dann man kann bei bestimmten Punkten einfach übereinkommen zwar unterschiedliche Standpunkte zu haben (was in Ordnung ist), aber man redet dann wenigstens nicht mehr willenlos aneinander vorbei.

Konsensfindung, das ist dann das Sahnehäubchen.
Ja, ok, wenn man sich nicht einigen kann, kann man sich immer noch zweinigen, aber dennoch eine konstruktive Diskussion geführt haben.

Versuchen wir es mal.

Die erste Frage sollte ja zu einem Konsens kommen: Sind wir zufrieden mit der momentanen Situation? Vermutlich nicht, sonst würden wir hier nicht lesen und schreiben.

Warum ist die Situation momentan so wenig zufriedenstellend?
Was stört Dich? Vielleicht sind das ja ganz andere Dinge als die Dinge, die mich stören.
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Kajetan
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Re: The Witcher 3: Wild Hunt: "DRM-Systeme sind das Schlimms

Beitrag von Kajetan »

v3to hat geschrieben:und es gab schon sehr interessante bewegungen zu sehen, wie sich kopien manchmal vor veröffentlichung in der szene verbreiteten und wie das läuft, wenn die produktionskette schneller war. damals wurden ja spiele für mehrere systeme idr gleichzeitig veröffentlicht und sowas lässt schon rückschlüsse zu.
Das bestreitet doch auch niemand. Aber wo ist der vielbeschworene finanzielle Verlust?
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Wigggenz
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Re: The Witcher 3: Wild Hunt: "DRM-Systeme sind das Schlimms

Beitrag von Wigggenz »

Nanimonai hat geschrieben:Es würde wohl niemand wirklich richtig gegen Kopierschutzmechanismen wettern können, wenn die Industrie eindeutig belegen könnte, dass Schwarzkopien den gesamten Markt gefährden würden. Jeder hätte dann Verständnis dafür.
Ich kann nur für mich sprechen, aber ich finde, es reicht bereits aus dass bei Schwarzkopien unbestritten Urheberrechte verletzt werden. Man vervielfältigt unberechtigt geistiges Eigentum von jemand Anderem, wo u.U. viel Arbeit hineingeflossen ist. Das allein ist schon ein Grund für Gegenmaßnahmen.

WENN diese denn geeignet wären. Und allein schon das massenhafte Vorkommen von irgendwelchen gecrackten Versionen im Netz belegt doch, dass es das gerade nicht ist (du merkst, ich nehme die Perspektive der Verbraucher an, da ich kein betriebswirtschaftliches Wissen habe, um mich da in Publisher heinversetzen zu können).

Was nur so geringe Erfolge im Kampf gegen Schwarzkopien erzielt wie die gängigen DRM-Maßnahmen darf unter dem Gesichtspunkt der Verhältnismäßigkeit auch nur im geringen Maße diejenigen beeinträchtigen, gegen die sich DRM überhaupt nicht richtet bzw. richten soll: Käufer.

Nachteile für den Verbraucher:
-Zwang zur Installation Zusatzsoftware
-Zwang zum ständigen Ausführen dieser Software
-Zwang zur Accounterstellung
-Zwang zur Bindung der Spiele an diesen Account und damit auch Vernichtung der Möglichkeit, gebraucht zu kaufen/verkaufen, zu leihen oder zu schenken
-evtl. auftretende, das Hauptspiel beeinträchtigende Probleme dieser Zusatzsoftware

Sehe ich nicht als gering an. In Relation zu den nicht vorhandenen Erfolgen im Kampf gegen Schwarzkopierer kann man aus Verbraucherperspektive eigentlich nur sagen: ungerechtfertigt.

Was man tun kann? Boykottieren. Anti-Marketing betreiben, dass DRM zum Gegenstand hat.
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Xris
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Re: The Witcher 3: Wild Hunt: "DRM-Systeme sind das Schlimms

Beitrag von Xris »

Viel schlimmer finde ich an der Geschichte,dass man Spiele, die auf eine solche Weise "geschützt" sind möglicherweise in einigen Jahren überhaupt nicht mehr spielen kann. Gerade in den letzten Jahren hab ich öfters mal meinen alten SuperNintendo aus dem Schrank geholt und mal zum Spaß meine Lieblingsspiele von früher reingeworfen. Kann ich das denn mit aktuellen Titeln auch noch machen, wenn der Hersteller möglicherweise in einigen Jahren die für die Kopierschutzabfrage zuständigen Server abgeschaltet hat (was zwangsläufig irgendwann jedes Spiel treffen würde, allein um Ressourcen freizumachen und Platz für neues zu schaffen) ?
Mit nem Community Crack. Und zumindest Steam haben meine ich mal gesagt das sie dann die Spiele selbst DRM frei patchen. Aber mal eine Gegenfrage: Wie spielst du deine SNES Spiele wenn dein SNES das Zeitliche segnet (ein ganz ähnlicher Sachverhalt imho)?Neu gibts den nicht mehr, SNES Spiele laufen offiziell nur auf dem SNES. Eigl. ist die Problematik das man iwan bestimmte Spiele nicht mehr Spielen kann auf Konsolen schon die ganze Zeit über ungleich größer. :wink:
Zuletzt geändert von Xris am 29.04.2013 17:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Kajetan
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Re: The Witcher 3: Wild Hunt: "DRM-Systeme sind das Schlimms

Beitrag von Kajetan »

Nanimonai hat geschrieben:Sind wir zufrieden mit der momentanen Situation? Vermutlich nicht, sonst würden wir hier nicht lesen und schreiben.
Ganz ehrlich?

Ich bin mit der momentanen Situation zufrieden. Es ist nicht optimal, aber es ist ok. Ich bekomme immer mehr Spiele auch offiziell DRM-frei und was verdongelt ist, dafür hole ich mir einen Crack, so dass ich mein erworbenes Spiel auch ohne das Wohlwollen irgendwelcher Aktivierungsserver am anderen Ende der Welt spielen kann. Und wenn ein Spiel offiziell DRM hat, warte ich so lange mit dem Kauf, bis ein Sale das alles in den Bereich des dann gerechtfertigten Mietpreises rückt.

Was nicht so "gschwind" crackbar ist, das will ich auch nicht, weil das ganze Spiel so sehr am Online-Draht hängt, dass ich gleich Abogebühren für ein MMO zahlen könnte. Siehe z.B. Diablo 3, das ich auch dann nicht kaufen würde, wenn es spielerisch besser wäre.

Ich kann die Motivation der Majors auf DRM zu setzen nachvollziehen. Ich heisse es nicht gut, aber ich weiß, was deren eigentliche Motivation dabei ist. Ich kann mich mit dieser Situation arrangieren, weil ich auch weiß, dass immer mehr Entwickler und Firmen (vor allem die nicht-börsennotierten) erkennen, wie sinnlos DRM für sie ist.
Warum ist die Situation momentan so wenig zufriedenstellend?
Was stört Dich? Vielleicht sind das ja ganz andere Dinge als die Dinge, die mich stören.
Was stört mich? Nicht so sehr DRM als solches (das und die Firmen, die es einsetzen, kann ich umgehen, ignorieren), sondern die immer noch weit verbreitete Urban Legend, dass Kopierschutz und DRM notwendig seien, um die Umsätze zu schützen, weil Kopien doch so schädlich sind.
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Scorcher24_
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Re: The Witcher 3: Wild Hunt: "DRM-Systeme sind das Schlimms

Beitrag von Scorcher24_ »

Kajetan hat geschrieben:
Nanimonai hat geschrieben:Sind wir zufrieden mit der momentanen Situation? Vermutlich nicht, sonst würden wir hier nicht lesen und schreiben.
Ganz ehrlich?

Ich bin mit der momentanen Situation zufrieden. Es ist nicht optimal, aber es ist ok. Ich bekomme immer mehr Spiele auch offiziell DRM-frei und was verdongelt ist, dafür hole ich mir einen Crack, so dass ich mein erworbenes Spiel auch ohne das Wohlwollen irgendwelcher Aktivierungsserver am anderen Ende der Welt spielen kann. Und wenn ein Spiel offiziell DRM hat, warte ich so lange mit dem Kauf, bis ein Sale das alles in den Bereich des dann gerechtfertigten Mietpreises rückt.

Was nicht so "gschwind" crackbar ist, das will ich auch nicht, weil das ganze Spiel so sehr am Online-Draht hängt, dass ich gleich Abogebühren für ein MMO zahlen könnte. Siehe z.B. Diablo 3, das ich auch dann nicht kaufen würde, wenn es spielerisch besser wäre.

Ich kann die Motivation der Majors auf DRM zu setzen nachvollziehen. Ich heisse es nicht gut, aber ich weiß, was deren eigentliche Motivation dabei ist. Ich kann mich mit dieser Situation arrangieren, weil ich auch weiß, dass immer mehr Entwickler und Firmen (vor allem die nicht-börsennotierten) erkennen, wie sinnlos DRM für sie ist.
Warum ist die Situation momentan so wenig zufriedenstellend?
Was stört Dich? Vielleicht sind das ja ganz andere Dinge als die Dinge, die mich stören.
Was stört mich? Nicht so sehr DRM als solches (das und die Firmen, die es einsetzen, kann ich umgehen, ignorieren), sondern die immer noch weit verbreitete Urban Legend, dass Kopierschutz und DRM notwendig seien, um die Umsätze zu schützen, weil Kopien doch so schädlich sind.
Das lustige an dir ist Kajetan, dass du trotz deiner DRM Ablehnung viele DRM Spiele in deinem Blog testest und besprichst. Entweder bist du nen großer Heuchler, saugst es dir aus den Fingern oder kopierst das ganze Zeug. Wenn man schon etwas boykottiert, dann sollte man auch gänzlich die Finger von lassen.
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v3to
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Re: The Witcher 3: Wild Hunt: "DRM-Systeme sind das Schlimms

Beitrag von v3to »

Kajetan hat geschrieben:
v3to hat geschrieben:und es gab schon sehr interessante bewegungen zu sehen, wie sich kopien manchmal vor veröffentlichung in der szene verbreiteten und wie das läuft, wenn die produktionskette schneller war. damals wurden ja spiele für mehrere systeme idr gleichzeitig veröffentlicht und sowas lässt schon rückschlüsse zu.
Das bestreitet doch auch niemand. Aber wo ist der vielbeschworene finanzielle Verlust?
virtueller geldverlust? mit was wäre wenn statistiken gedankenspiele machen oder relativieren? ist das dein ernst, um ohnehin schon planspiele zu diskutieren?

wenn anfang der 90er wirtschaftspiele auf dem markt geworfen wurden, haben die sich in der regel stabil vergleichbar auf allen plattformen verkauft. wurde ein verfrühter crack auffällig, konnte man den release für die plattform (insbesondere amiga & c64) an sich schon fast abschreiben, die zahlen brachen für die betroffene plattform regelrecht ein. es gab auch ein paar beispiele, wo sich publisher (mir fällt gerade plotting auf dem c64 ein) aufgrund dessen gegen veröffentlichungen im handel entschieden haben. man mag das interpretieren wie man will. damals waren die verkaufszahlen nur ein bruchteil von dem, was heute üblich ist. da drohte eigentlich eher totalverlust...

was sich allerdings ganz schwer auf die heutige situation übertragen lässt. zum einen ist's durch plattformen wie steam heute bequemer sich games zu ziehen als groß zu kopieren. das hat noch nichtmal was mit drm zu tun. abgesehen davon ist die basis an potentieller kundschaft mitlerweile gewaltig größer. dazu kommt diese unselige kombination, dass industrieseitig immer nach dem schema "soundsoviel einsatz muss umsatz x bringen / mehr bringt mehr" der tatsache gegenübersteht, dass die echten superseller eigentlich immer mit einem riesen hype einhergehen. die faktoren sind an sich so wenig berechenbar, dass man raubkopien da überhaupt große relevanz beimessen könnte.
Zuletzt geändert von v3to am 29.04.2013 18:09, insgesamt 1-mal geändert.
Nanimonai
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Re: The Witcher 3: Wild Hunt: "DRM-Systeme sind das Schlimms

Beitrag von Nanimonai »

Wigggenz hat geschrieben:Das allein ist schon ein Grund für Gegenmaßnahmen.

WENN diese denn geeignet wären. Und allein schon das massenhafte Vorkommen von irgendwelchen gecrackten Versionen im Netz belegt doch, dass es das gerade nicht ist.
Die Tatsache, dass manchmal Cracks von Spielen schon zum download bereit stehen, bevor das Spiel überhaupt auf den Markt gekommen ist, belegt dieses Argument.
Es belegt beides: Es gibt Schwarzkopien und gleichzeitig belegt es, dass Originale nicht ausreichend geschützt sind.
Was wäre eine geeignete Gegenmaßnahme?
Wigggenz hat geschrieben: Was nur so geringe Erfolge im Kampf gegen Schwarzkopien erzielt wie die gängigen DRM-Maßnahmen darf unter dem Gesichtspunkt der Verhältnismäßigkeit auch nur im geringen Maße diejenigen beeinträchtigen, gegen die sich DRM überhaupt nicht richtet bzw. richten soll: Käufer.
Können wir wirklich beurteilen, wie erfolgreich der Kampf gegen Schwarzkopien tatsächlich ist? Ich denke nicht, da wir den umgekehrten Fall nicht kennen. Wir sehen nur, dass es weiterhin Schwarzkopien gibt. Ob es mit weniger Schutz aber nicht auf gleichzeitig noch mehr Schwarzkopien geben würde, können wir nicht eindeutig sagen.
Also können wir den Erfolg an sich nicht beurteilen.
Wigggenz hat geschrieben: Nachteile für den Verbraucher:
-Zwang zur Installation Zusatzsoftware
-Zwang zum ständigen Ausführen dieser Software
-Zwang zur Accounterstellung
-Zwang zur Bindung der Spiele an diesen Account und damit auch Vernichtung der Möglichkeit, gebraucht zu kaufen/verkaufen, zu leihen oder zu schenken
-evtl. auftretende, das Hauptspiel beeinträchtigende Probleme dieser Zusatzsoftware

Sehe ich nicht als gering an. In Relation zu den nicht vorhandenen Erfolgen im Kampf gegen Schwarzkopierer kann man aus Verbraucherperspektive eigentlich nur sagen: ungerechtfertigt.
Um ein Spiel spielen zu können bin ich gezwungen, dieses zu installieren. Sieht man die Installation eines Schutzprogrammes als ebenso notwendige Installation an wie beispielsweise die Installation anderer Drittsoftware (DirectX, GraKa-Treiber etc.), sehe ich diesen Zwang als nicht ganz so nachteilig. Er kann auch vielmehr als ein notwendiges Übel betrachtet werden, dass vielleicht alles etwas verkompliziert, aber nicht unbedingt verschlimmert.
Ebenso könnte man bei den anderen Punkten argumentieren, da Systemschäden auch durch eine fehlerhafte Treiberinstallation o.ä. auftreten können.

Der Gebrauchtmarkt ist wirklich schwierig. Ein digital bezogenes Spiel kann nicht weiterverkauft werden. Harte Versionen schon eher, auch wenn man sich bei Gebrauchtkauf noch einen Online-Pass o.ä. anschaffen muss. Das macht es nicht gerade attraktiv.

Ein Lösungsansatz wäre es da, wenn die Industrie die Einzelhändlerverträge etwas lockern könnte und digitale Inhalte auf der eigenen Plattform bereits zum Release deutlich günstiger anbieten könnte als im Laden um die Ecke. Da würden wohl allerdings die Ladenbesitzer im Dreieck springen.

Allgemein müsste die Lösung aber sein, den Erwerb eines Originalspiels erstrebenswerter zu machen als den Erwerb eines gebrauchten Exemplares.
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Wigggenz
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Re: The Witcher 3: Wild Hunt: "DRM-Systeme sind das Schlimms

Beitrag von Wigggenz »

Nanimonai hat geschrieben:Um ein Spiel spielen zu können bin ich gezwungen, dieses zu installieren. Sieht man die Installation eines Schutzprogrammes als ebenso notwendige Installation an wie beispielsweise die Installation anderer Drittsoftware (DirectX, GraKa-Treiber etc.), sehe ich diesen Zwang als nicht ganz so nachteilig. Er kann auch vielmehr als ein notwendiges Übel betrachtet werden, dass vielleicht alles etwas verkompliziert, aber nicht unbedingt verschlimmert.
Ebenso könnte man bei den anderen Punkten argumentieren, da Systemschäden auch durch eine fehlerhafte Treiberinstallation o.ä. auftreten können.
Man kann es aber nicht als ebenso notwendig ansehen. Du kannst es deshalb nicht mit Treibern etc. vergleichen, weil diese erforderlich sind, damit das Spiel an sich funktioniert. Dazu dient DRM-Software nicht, das Spiel an sich funktioniert auch ohne DRM-Software (was auch Schwarzkopien belegen).
Systemschäden aus Treibern etc. sind aus genau dem Grund ein notwendiges Risiko, DRM-Software ist nur eine unnötige Risikoerhöhung.

Was dein Argument mit dem "nicht-nachweisbaren Nicht-Erfolg" angeht. Es geht darum, dass so erheblich einschneidende Maßnahmen wie DRM zumindest nach meiner Auffassung von Verhältnismäßigkeit so erfolgreich sein müssen, dass man nicht einmal die Möglichkeit hat, an gecrackte Versionen zu kommen oder der Aufwand zumindest um ein Vielfaches größer ist im Vergleich zum einfachen Kauf.

Was den Gebrauchtmarkt angeht:
Allgemein müsste die Lösung aber sein, den Erwerb eines Originalspiels erstrebenswerter zu machen als den Erwerb eines gebrauchten Exemplares.
Damit plädierst du für Onlinepässe. Auch ein völlig falscher Weg. Ziel muss sein, die Produkte im Allgemeinen so hochwertig zu entwickeln, dass Leute sie aus emotionalen Gründen schon als eigene wollen (den Entwickler direkt unterstützen wollen).
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Lord Hesketh-Fortescue
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Re: The Witcher 3: Wild Hunt: "DRM-Systeme sind das Schlimms

Beitrag von Lord Hesketh-Fortescue »

Kajetan hat geschrieben:
Lord Hesketh-Fortescue hat geschrieben:Und nochmal den Bock zu schießen, sich mit den feinen Abmahn-Herrschaften abzugeben, das werden sie nicht machen. Das wäre dann wirklich der dreifache eingesprungene "Hoeneß" mit Ansage und der Todesschuss jeder Glaubwürdigkeit. Werden sie nicht tun, ich kann's mir beim besten Willen nicht vorstellen.
Thaddle Nother. Thoddle Nather. Noddle...

Abgesehen davon ... unterschätze nie die Macht menschlicher Dummheit. Wenn TW3 und Cyberpunk erscheinen und wir erfahren nichts dergleichen, dann hat man es wohl verstanden. Bis dann verbleibe ich in gespannter Erwartung zusammen mit Priscilla und Gwyneth Molesworth aus Middle Fritham und Nether Addlethorpe.
Kicher.
Aber mal ehrlich: Ich und die menschliche Dummheit unterschätzen? Lachhaft! Sollte mir das jemals passieren, soll aus heiterem Himmel ein 16 Tonnen Gewicht auf mich herabf...
Nanimonai
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Re: The Witcher 3: Wild Hunt: "DRM-Systeme sind das Schlimms

Beitrag von Nanimonai »

Wigggenz hat geschrieben: Damit plädierst du für Onlinepässe. Auch ein völlig falscher Weg. Ziel muss sein, die Produkte im Allgemeinen so hochwertig zu entwickeln, dass Leute sie aus emotionalen Gründen schon als eigene wollen (den Entwickler direkt unterstützen wollen).
Es müssen Kaufanreize geschaffen werden, die man bei einer gecrackten Version nicht hat.

Die Erfahrung zeigt, dass Spieler nicht aus emotionalen Gründen heraus entscheiden, sondern eher pragmatisch an die Sache rangehen.
Ich halte es für etwas blauäugig zu glauben, dass jemand sich ein Spiel kauft, weil er den Entwickler so gut findet und ihn unterstützen möchte.
Belegbar ist das sogar auch mit Statistiken auf Tauschbörsen: Dort stehen immer Spiele oben, die gerade angesagt sind und dabei spielt es keine Rolle, ob der Publisher oder Entwickler einen eher guten oder schlechten Stand bei der Spielerschaft hat.

Qualität ist als Kopierschutz ebenso ineffektiv wie DRM. Wäre es anders, würden einhellig als hochwertig anerkannte Spiele nicht in Torrentstatistiken auftauchen. CDProject wird von Spielern ebenso gemocht und als fair befunden wie Valve, dennoch waren The Witcher 2 und Portal 2 in den Schwarzkopiestatistiken sehr weit oben.
Wigggenz hat geschrieben: Was dein Argument mit dem "nicht-nachweisbaren Nicht-Erfolg" angeht. Es geht darum, dass so erheblich einschneidende Maßnahmen wie DRM zumindest nach meiner Auffassung von Verhältnismäßigkeit so erfolgreich sein müssen, dass man nicht einmal die Möglichkeit hat, an gecrackte Versionen zu kommen oder der Aufwand zumindest um ein Vielfaches größer ist im Vergleich zum einfachen Kauf.
Wo es Türen gibt, gibt es immer einen Weg sie zu öffnen.

Da sind wir aber bei dem Punkt, den ich eben genannt habe: Pragmatismus.
Dein Satz, den Aufwand einer Schwarzkopie viel höher zu gestalten im Vergleich zum Kauf wird ja gerade verstärkt beachtet: Online-Zwang. Denn der Aufwand, ein Onlinespiel auf einem separaten Server lauffähig zu bekommen ist so hoch, dass es sich nicht lohnt.
Die Gefahr ist nur, dass man damit einen Teil der Kundschaft verprellt.

Also sind wir wieder beim Punkt Kaufanreiz: Dieser sollte im Idealfall nicht darin bestehen aus Angst vor Restriktionen kaufen zu "müssen" und dabei die notwendigen Übel hinzunehmen, sondern einen klaren Vorteil gegenüber der schwarzkopierten Version zu bieten.

Qualität schliesse ich aus. Denn die Qualität eines Spiels an sich bleibt gleich, egal ob man eine gekaufte oder gecrackte Version spielt.

Was könnte mich als Spieler also dazu bringen, mir das Original zu kaufen?
Ein Appell ans Unrechtsbewußtsein wird nicht funktionieren, digitaler Datenklau wird zu sehr als Bagatelle angesehen.
Angst vor Strafe wird ebenfalls nicht funktionieren, denn die Wahrscheinlichkeit ist einfach zu hoch, ungestraft aus der Nummer raus zu gehen.

Was sind Deine Vorschläge? Wie müsste die Spieleindustrie handeln, um den Kauf von Originalen schmackhafter zu machen als den Klick auf einen Link in der SpieleBoerse?
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danke15jahre4p
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Re: The Witcher 3: Wild Hunt: "DRM-Systeme sind das Schlimms

Beitrag von danke15jahre4p »

Nanimonai hat geschrieben:Ich halte es für etwas blauäugig zu glauben, dass jemand sich ein Spiel kauft, weil er den Entwickler so gut findet und ihn unterstützen möchte.
naja, die erfolgreichen kickstarter kampagnen sagen da was anderes!
Was sind Deine Vorschläge? Wie müsste die Spieleindustrie handeln, um den Kauf von Originalen schmackhafter zu machen als den Klick auf einen Link in der SpieleBoerse?
preise runter, qualität steigern, rudimentäre drm verwenden (dvd abfrage, serial)

die preise sind nicht einfach nicht mehr zeitgemäß, in den letzten jahren ist der markt überschwemmt worden von smartphones games, browser games, handheld games, tablet games, selbst mein dvbt receiver hat 4 spiele an board!

je größer das angebot, desto günstiger der preis, ganz einfach!

wenn sich das die großen player nicht erlauben können mit dem preis runterzugehen, pech!

die qualität sollte stellenweise gesteigert werden, was einem da teilweise vorgesetzt wird (sim city5) ist eine frechheit!

weg mit daueronline, realname accounts, origin (als drm), steam (als drm), weg mit der verbundenen datensammelwut!

hin zu einfachen dvd abfragen, serials!

greetingz
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Kajetan
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Re: The Witcher 3: Wild Hunt: "DRM-Systeme sind das Schlimms

Beitrag von Kajetan »

Scorcher24 hat geschrieben:Das lustige an dir ist Kajetan, dass du trotz deiner DRM Ablehnung viele DRM Spiele in deinem Blog testest und besprichst. Entweder bist du nen großer Heuchler, saugst es dir aus den Fingern oder kopierst das ganze Zeug. Wenn man schon etwas boykottiert, dann sollte man auch gänzlich die Finger von lassen.
Ich weise oft genug darauf hin, dass ich kein Problem mit DRM habe, wenn der Preis niedrig genug ist und ich mit Hilfe eines Cracks das Spiel von seinen Ketten befreien kann. Auch kaufe ich solche Spiele z.T. erst Jahre später, so dass meine drei, vier Euro gerade für die börsennotierten Publisher keine Rolle mehr spielt, weil diese auf die Erstkäufer in den ersten sechs bis acht Releasewochen angewiesen sind. Ich habe auch oft genug gesagt, dass ich grundsätzlich mit Steam kein Problem habe, ich meine Ausgaben aber entsprechend anpasse.

Wenn es ein Spiel z.B. auf Steam UND DRM-frei woanders gibt (z.B. Humble Bundle oder GOG) dann hole ich es mir selbstverständlich DRM-frei, wenn ich schon die Wahl habe. Manchmal, wenn ich es schon früher auf Steam erworben habe, kaufe ich es mir nochmals DRM-frei, einfach um ein Zeichen zu setzen.

Ich sage auch ganz offen, dass ich kein Problem damit habe ein MMO zu zocken. Weil hier das grundsätzliche Gameplay darauf ausgelegt ist online mit anderen zusammen zu spielen. Weil das kein SP-Spiel ist, das man zwangsweise mit Online-Features bundelt.

Auch sage ich immer offen, wenn ich eine gesaugte Kopie anspiele.

Du musst nicht einer Meinung mit mir sein, das ist in Ordnung. Aber ich muss mich nicht dumm von der Seite anmachen lassen, wenn es jemandem an entsprechendem Leseverständnis mangelt.
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Re: The Witcher 3: Wild Hunt: "DRM-Systeme sind das Schlimms

Beitrag von Nanimonai »

leifman hat geschrieben:
Nanimonai hat geschrieben:Ich halte es für etwas blauäugig zu glauben, dass jemand sich ein Spiel kauft, weil er den Entwickler so gut findet und ihn unterstützen möchte.
naja, die erfolgreichen kickstarter kampagnen sagen da was anderes!
Das kann man nicht direkt vergleichen, denn ohne das Geld der Unterstützer wird das Spiel erst gar nicht erscheinen. Man gibt das Geld nicht, weil man einen Entwickler so toll findet (er hat ja noch keine Arbeit abgeliefert, die man bewerten kann), sondern aus einer Hoffnung heraus, dass es ein gutes Spiel werden wird.
preise runter, qualität steigern, rudimentäre drm verwenden (dvd abfrage, serial)

die preise sind nicht einfach nicht mehr zeitgemäß, in den letzten jahren ist der markt überschwemmt worden von smartphones games, browser games, handheld games, tablet games, selbst mein dvbt receiver hat 4 spiele an board!

je größer das angebot, desto günstiger der preis, ganz einfach!

wenn sich das die großen player nicht erlauben können mit dem preis runterzugehen, pech!

die qualität sollte stellenweise gesteigert werden, was einem da teilweise vorgesetzt wird (sim city5) ist eine frechheit!

weg mit daueronline, realname accounts, origin (als drm), steam (als drm), weg mit der verbundenen datensammelwut!

hin zu einfachen dvd abfragen, serials!
Du schilderst hier eine Idealvorstellung für Spieler, die aber in der Realität nicht umsetzbar ist.

Serials als Kopierschutz? Dann kann man es auch gleich sein lassen, da geht es ja wahrscheinlich noch schneller sich eine Seriennummer erzeugen zu lassen und zu kopieren als sie händisch aus einem Booklet einzutippen.

"wenn sich das die großen player nicht erlauben können mit dem preis runterzugehen, pech!" ist kein zielführender Lösungsvorschlag. Davon habe ich vorhin eigentlich ziemlich explizit gesprochen... man erreicht sehr schnell in dieser Diskussion eine emotionale Ebene, die in keinster Weise förderlich für die Debatte ist. Ich möchte mich ungerne wieder bestätigt sehen in meiner Annahme, dass irgendwann nur noch auf Stammtischparolen umgeschaltet wird.

Preise senken bei gleichzeitig steigender Qualität.
Wie kann das in der Praxis aussehen?
Qualität habe ich vorhin ja schon als Argument gegen Schwarzkopien ausgeschlossen, da gute Qualität nachweisbar kein Kopierschutz ist.

Steigende Qualität bedeutet aber im gleichen Atemzug auch steigende Kosten.
Wir sind jetzt teilweise bei Produktionskosten im dreistelligen Millionenbereich angekommen (Bioshock Infinite angeblich 200 Mio). Wenn dann gleichzeitig noch die Preise sinken sollen, müssen die Absatzzahlen astronomisch und unrealistisch hoch sein.
Wie soll es in der Praxis funktionieren, wenn man 10 Mio+ Einheiten absetzen muss, um überhaupt an den Break Even Point zu kommen?

Die Kosten für die Spieleentwicklung darf man nicht mit den Kosten für Filmproduktionen oder Musikproduktionen vergleichen, dort gibt es ganz andere, mehrstufige Absatzmärkte.

Ich konnte leider bei Deinem Beitrag nur Forderungen eines enttäuschten Spielers erkennen, aber keine wirklich zielführenden Lösungsvorschläge, vielleicht kannst Du ja da mal drauf eingehen.