Du ziehst einige falsche Schlüsse. Egozentrismus und Diktaturen kollidieren nicht zwangsläufig mit meiner Idee von einer Welt ohne Eigentum.Nanimonai hat geschrieben:Ich würde gerne daran glauben können, kann es aber nicht.SingendeElch hat geschrieben: Ich glaube an die Möglichkeit einer Welt, in der jeder alles frei nutzen kann. So wie er es braucht.
Der Mensch ist einerseits ein soziales Wesen, darauf angelegt, in einer Gemeinschaft oder Gesellschaft zu leben.
Gleichzeitig ist aber auch jeder Mensch durch und durch egozentrisch. Ja, auch Gandhi war das, denn er hat sich bewußt für ein Leben gemäß seines Weltbildes entschieden. Das ist der Fluch der Vernunft und des Bewußtseins.
Die Kombination aus "soziales Wesen" und "Egozentrik" wird niemals reibungslos funktionieren können. Gemeinschaft heißt immer auch Macht, Güterverteilung, Besitz und Vermögen. Zwangsläufig.
Und bei diesen Begriffen wird es immer Menschen geben, die mehr von etwas besitzen möchten als andere und das auch durchsetzen werden.
Auch wenn alle Menschen gleich sind, wird es immer Menschen geben, die gleicher sein wollen.
Deswegen war in der Menschheitsgeschichte jedes gesellschaftliche System, dass auf Gleichheit und Gemeinwohl ausgelegt war zum Scheitern verurteilt.
Jedes angeblich kommunistische Regime ist im Wesentlichen eine Diktatur unter anderem Namen. Jede Form des Sozialismus ebenso. Jede anarchische Lebensweise stellt die eigenen Bedürfnisse grundsätzlich über die der anderen.
Im Endeffekt kann sich bei Deinem Wunsch nach einer Welt, in der jeder alles frei nutzen kann, so wie er es braucht, nur eine Form durchsetzen: Sozialdarwinismus. Und davon haben wir uns zum Glück verabschiedet.
Ich glaube ja nicht aus romantischen Gründen daran, dass es funktionieren könnte, sondern weil ich glaube, dass die Menschen insgesamt glücklicher wären.
Wenn es etwas gibt nachdem jeder Mensch egoistischer weise strebt, dann ist das doch Glück (in all seinen Formen). Vielleicht führt unser Egozentrismus genau in die Welt, die kein Eigentum kennt.
Ich bin kein Spinner. Ich glaube nicht, dass ich das noch wirklich miterlebe und ich finde auch, dass die Marktwirtschaft und das Konstrukt des Eigentums viel Gutes mit sich gebracht haben. Ich glaube aber auch, dass sich dieses Konzept langsam überholt hat.
An der Stelle bietet sich nochmal der Verweis auf die Religion und dabei insbesondere die katholische Kirche an. Obwohl ihr Ruf gerade für die Zeit des Mittelalters eher schlecht ist glaube ich, dass sie schon eine gewisse Funktion erfüllt hat und damals gab es sicher viele Menschen, die eine Welt ohne Kirche für undenkbar gehalten haben.
Irgendwann hatte sich das Konzept der Kirche in seiner traditionellen Form aber überholt. Die Wissenschaft wurde gebremst und der Missbrauch von kirchlichen Machtinstrumenten trat immer stärker zu Tage.
Die Marktwirtschaft (die ja zwangsläufig Eigentumsbegriffe benötigt) hat die Entwicklung stark voran getrieben. Ich glaube aber, dass in ein paar hundert Jahren auch dort ein Punkt erreicht wird an dem sich zeigt, dass diese Konzepte durch bessere ersetzt werden sollten.
So wie die Kirche durch Wissenschaft, nicht theologische Ethiken usw. als treibende Kraft abgelöst wurde.
Aber wie gesagt, wir diskutieren auf anderen Ebenen. Ihr werdet mich nicht davon überzeugen können, dass Diebstahl schlecht ist und ich euch nicht, dass niemand ein Recht auf Eigentum haben kann.
