Xbox 720: Always-on-DRM optional für Publisher?

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RENEGADE.78
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Beitrag von RENEGADE.78 »

@SingendeElch:

Warum ist Diebstahl "schlecht": Ganz einfach - es bezeichnet das Aneignen einer Sache, die dem Dieb nicht gehört - wiederum dem Bestohlenen aber wertig ist. Du siehst hier kein unrechtes Verhalten?
Außerdem lässt du eine Sache außer acht, die man sich hinsichtlich des Zusammenlebens mehrerer Menschen aber dringend und immer stellen muss: Was wäre, wenn das alle täten? Erstens würden wir dann in anarchischen Verhältnissen leben und das (hier kann ich natürlich nur für mich sprechen) möchte ich auf keinen Fall. Zweitens würde sich dann ganz schnell ein neues, ein ungeschriebenes Gesetz aus grauer Vorzeit wieder etablieren: Das Recht des Stärkeren. Möchtest du dahin zurück? Das hat nichts mit "übergeordneter Moral" zu tun, sondern mit gesundem Menschenverstand. Wer kein Unrecht beim Nutzen von Raubkopien empfindet, empfindet vielleicht bei anderen Verhaltensweisen, die im Zusammenleben der Gesellschaft Schaden anrichten, auch kein Unrechtsgefühl? Was ich damit sagen will: Es gibt nun mal gewisse Grenzen, an die sich jeder Mensch im Hinblick auf seine Mitmenschen halten muss. Für die Leute, die dazu nicht in der Lage sind, gibt es dann geeignete Unterstüztung.
SingendeElch
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Re: Kommentar

Beitrag von SingendeElch »

RENEGADE.78 hat geschrieben:@SingendeElch:

Warum ist Diebstahl "schlecht": Ganz einfach - es bezeichnet das Aneignen einer Sache, die dem Dieb nicht gehört - wiederum dem Bestohlenen aber wertig ist..
Zumindest mal der Versuch einer fundierten Antwort. Ich würde deinen Eigentumsbegriff aber schon gar nicht zulassen.
Was bedeutet, dass jemandem etwas gehört? Vor allem auch bei solch immateriellen Gütern.
Niemand kann meiner Meinung nach Eigentum haben. Mit welchem Recht sollte er es besitzen dürfen und ich nicht? Nur weil das Gesetz es sagt? Alles ist ein Gemeingut.
AtzenMiro
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Re: Kommentar

Beitrag von AtzenMiro »

SingendeElch hat geschrieben:
RENEGADE.78 hat geschrieben:@SingendeElch:

Warum ist Diebstahl "schlecht": Ganz einfach - es bezeichnet das Aneignen einer Sache, die dem Dieb nicht gehört - wiederum dem Bestohlenen aber wertig ist..
Zumindest mal der Versuch einer fundierten Antwort. Ich würde deinen Eigentumsbegriff aber schon gar nicht zulassen.
Was bedeutet, dass jemandem etwas gehört? Vor allem auch bei solch immateriellen Gütern.
Niemand kann meiner Meinung nach Eigentum haben. Mit welchem Recht sollte er es besitzen dürfen und ich nicht? Nur weil das Gesetz es sagt? Alles ist ein Gemeingut.
Ist das Gemeingut-Argument jetzt ernst gemeint, oder einach nur ein Troll-Versuch? Ich frage das, weil es wirklich welche gibt, die das ernst meinen. Wenn es denn so ist, möchte ich dich mal in einer dienstleistenden Position sehen und wie du überleben willst, wenn du alles umsonst anbieten muss, weil es als Gemeingut von ein paar Leuten eingestuft wird.

Mit dem Gemeingut-Argument rennst du geschlossene Türen ein - zu recht. Ein Konzept, das sich in einer freien Marktwirtschaft nicht durchsetzen kann und nie wird.
SingendeElch
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Re: Kommentar

Beitrag von SingendeElch »

AtzenMiro hat geschrieben: Mit dem Gemeingut-Argument rennst du geschlossene Türen ein - zu recht. Ein Konzept, das sich in einer freien Marktwirtschaft nicht durchsetzen kann und nie wird.
Ist das ein Gütekriterium? Die freie Marktwirtschaft?
Ich meine das Argument durchaus ernst. Man muss sich doch zumindest mal Fragen wie das Konstrukt "Eigentum" entstanden ist und ob es nicht bessere Ideen gibt.

Als ich geborenen wurde war soviel Eigentum schon vergeben. Ist das fair? Ist das fair, dass Leute Millionen erben und ich nicht? Sie haben dann mehr Eigentum, aber folgt daraus, dass sie es auch haben sollten?
Ich wollte nur darauf hinweisen, dass Eigentum nichts mit Gerechtigkeit zu tun haben muss.
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James Dean
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Re: Xbox 720: Always-on-DRM optional für Publisher?

Beitrag von James Dean »

SingendeElch hat geschrieben: Diebstahl und entgangener Gewinn scheinen für einige hier verschiedene Dinge zu sein.
Es sind auch zwei verschiedene Sachen. Oder bin ich etwa jetzt ein Dieb, weil ich mir kein Smartphone kaufe und stattdessen mein altes Handy weiterbenutze?

Gleiches gilt auch für die Spieleindustrie. Jeder, der sich Sim City aufgrund der Bugs nicht gekauft hat, so dass EA Gewinn entgangen ist, ist also ein Dieb?

Ich glaube, du solltest dir ein Wörterbuch schnappen und noch einmal die Definitionen der jeweiligen Begriffe nachschlagen, falls du wirklich der Meinung bist, dass Diebstahl und entgangener Gewinn gleichzusetzen sind.
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eLZorro
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Re: Xbox 720: Always-on-DRM optional für Publisher?

Beitrag von eLZorro »

Boah...die hypothetischste Diskussion, die ich je erlebt habe!

Für mich gibt nur 2 Fälle:
1. Spiel interessiert mich und hat erträgliches (non-always-on) DRM = Kauf
2. Spiel ist eher nicht meins oder das DRM des Spieles oder der Konsole ist zu krass = kein Kauf

Raubkopie ist keine Option.

Und nur wenn das die größte Mehrheit auch so tut, ist ein Flop auch tatsächlich ein Flop und niemand kann irgendwelche hypothetischen Ausreden fabulieren.
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crewmate
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Re: Xbox 720: Always-on-DRM optional für Publisher?

Beitrag von crewmate »

4players hat gerade erst den einzig lustigen Comic dazu veröffentlicht, elZero.
Das ist wie damals mit Half Life 2 und Steam. Am Ende knicken doch viele ein.
Da braucht eben wirklich nur das nächste Halo oder Gears zu kommen.
Und Knie werden weich. Gekreuzte Finger und "Nur dieses eine Mal. Ehrlich."

Der Unterschied bei Steam ist, das es immer noch ohne geht. Es gibt viele andere Bezugsquellen für Spiele, die kein Steam vorraussetzen oder einen Steam artigen Kopierschutz vorraus setzen.

Ich halte mich im Augenblick tapfer. Kein Spiel mit Online Pass gekauft.
Nanimonai
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Re: Kommentar

Beitrag von Nanimonai »

SingendeElch hat geschrieben: Was bedeutet, dass jemandem etwas gehört? Vor allem auch bei solch immateriellen Gütern.
Niemand kann meiner Meinung nach Eigentum haben. Mit welchem Recht sollte er es besitzen dürfen und ich nicht? Nur weil das Gesetz es sagt? Alles ist ein Gemeingut.
Was Du beschreibst ist das durchaus romantische und erstrebenswerte Konstrukt des marxistischen Urkommunismus.
Leider aber nur in der Theorie.
Es gibt keinen Kommunismus auf der Welt. Gab es nie und wird es nie geben.
Also... schöne Idee, aber belanglos.
SickMotion
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Re: Kommentar

Beitrag von SickMotion »

SingendeElch hat geschrieben:
AtzenMiro hat geschrieben: Mit dem Gemeingut-Argument rennst du geschlossene Türen ein - zu recht. Ein Konzept, das sich in einer freien Marktwirtschaft nicht durchsetzen kann und nie wird.
Ist das ein Gütekriterium? Die freie Marktwirtschaft?
Ich meine das Argument durchaus ernst. Man muss sich doch zumindest mal Fragen wie das Konstrukt "Eigentum" entstanden ist und ob es nicht bessere Ideen gibt.

Als ich geborenen wurde war soviel Eigentum schon vergeben. Ist das fair? Ist das fair, dass Leute Millionen erben und ich nicht? Sie haben dann mehr Eigentum, aber folgt daraus, dass sie es auch haben sollten?
Ich wollte nur darauf hinweisen, dass Eigentum nichts mit Gerechtigkeit zu tun haben muss.
Da wir in einer Welt mit freier Marktwirtschaft und nicht im Kommunismus leben ist es schon ein Kriterium, also ja.
Und das der Kommunismus nicht funktioniert muss hier ja nicht erst erklärt werden.
Und zu der Frage ob es fair ist wenn andere Leute Millionen erben und du nicht: Ist es fair, dass andere sterben, weil sie krank sind und ich leben darf? Nein, aber so ist das Leben nunmal, du weißt ja auch nicht warum der eine Mensch soviel Geld geerbt hat. Ist es fair, dass ein hart arbeitender Mensch mehr bekommt als jemand der nichts tut? Ja.
Aber jetzt wird es langsam zu philosophisch ;)
SingendeElch
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Beitrag von SingendeElch »

SickMotion hat geschrieben: Da wir in einer Welt mit freier Marktwirtschaft und nicht im Kommunismus leben ist es schon ein Kriterium, also ja.
Das ist aber ein naturalistischer Fehlschluss. Nur weil wir eine freie Marktwirtschaft haben heißt es nicht auch, dass dies die beste Möglichkeit oder auch nur eine gute ist.
Ich plädiere hier auch nicht für den Kommunismus. Bin selber Betriebswirt.

Ich wollte nur auf die Problematik hinter dem Eigentumsbegriff hinweisen. Ich glaube niemand kann jemandem das Recht geben Eigentum zu besitzen. Das ist nur ein Konstrukt. Nur eine Entität wie Gott hätte die absolute Macht dazu.
Wer daran nicht glaubt kann auch nicht an Eigentum glauben.
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Wigggenz
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Re: Kommentar

Beitrag von Wigggenz »

SingendeElch hat geschrieben:Das ist nur ein Konstrukt.
Gesetze sind auch ein Konstrukt, Staaten sind ein Konstrukt, Autoritäten sind ein Konstrukt, Menschenrechte sind ein Konstrukt, trotzdem völlig real und notwendig. :roll:

Eigentum ist ein notwendiges Konstrukt, weil sonst das Verhältnis von Menschen zu jeder anderen Materie auf der Erde entweder in Anarchie oder Kommunismus geklärt werden müsste.
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James Dean
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Re: Xbox 720: Always-on-DRM optional für Publisher?

Beitrag von James Dean »

eLZorro hat geschrieben:Boah...die hypothetischste Diskussion, die ich je erlebt habe!

Für mich gibt nur 2 Fälle:
1. Spiel interessiert mich und hat erträgliches (non-always-on) DRM = Kauf
2. Spiel ist eher nicht meins oder das DRM des Spieles oder der Konsole ist zu krass = kein Kauf

Raubkopie ist keine Option.

Und nur wenn das die größte Mehrheit auch so tut, ist ein Flop auch tatsächlich ein Flop und niemand kann irgendwelche hypothetischen Ausreden fabulieren.
Raubkopien sind spätestens dann eine Option, wenn man ein Spiel spielen möchte, das vor 20 Jahren herausgekommen und nun nirgends mehr käuflich erwerblich ist. Bis vor wenigen Jahren war das noch bei einigen Spielen der Fall, heute nimmt GoG aber Gott sei Dank immer mehr Spiele in sein Angebot auf, die man so gar nicht mehr kaufen könnte.
Nanimonai
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Re: Kommentar

Beitrag von Nanimonai »

Wigggenz hat geschrieben: Eigentum ist ein notwendiges Konstrukt, weil sonst das Verhältnis von Menschen zu jeder anderen Materie auf der Erde entweder in Anarchie oder Kommunismus geklärt werden müsste.
Und wie gesagt, weder Anarchie noch Kommunismus gab es zu irgendeinem Zeitpunkt auf der Welt.
Keine dieser Gesellschaftsformen kann jemals existieren.
Weil wir Menschen sind.
SingendeElch
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Re: Kommentar

Beitrag von SingendeElch »

Wigggenz hat geschrieben:
SingendeElch hat geschrieben:Das ist nur ein Konstrukt.
Gesetze sind auch ein Konstrukt, Staaten sind ein Konstrukt, Autoritäten sind ein Konstrukt, Menschenrechte sind ein Konstrukt, trotzdem völlig real und notwendig. :roll:

Eigentum ist ein notwendiges Konstrukt, weil sonst das Verhältnis von Menschen zu jeder anderen Materie auf der Erde entweder in Anarchie oder Kommunismus geklärt werden müsste.
Kommunismus kennt auch Eigentum. Anarchie ist da schon passender. Ich glaube aber nicht, dass dies die einzigen Folgen sein könnten.
Ich habe es aber schon oben geschrieben. Solche Werte werde ich euch nicht in einem Forum ausreden können. Eure ganze Erziehung, euer ganzes Leben (und auch meines) ist am Wert des Eigentums ausgerichtet.

Vor hunderten von Jahren war es für Menschen auch undenkbar, dass die Erde um die Sonne kreisen könnte und selbst heute gibt es noch Menschen die sich mit aller Kraft gegen die Evolutionslehre wehren, weil wir dann nur gottlose Affen wären.

Vielleicht seht ihr die Parallele. Ich glaube an die Möglichkeit einer Welt, in der jeder alles frei nutzen kann. So wie er es braucht. Das muss aber keine anarchistische Welt sein. Im Gegenteil. Wenn jedem alles gehört, dann kann auch jeder gegen einen Schädiger vorgehen.

Aber wie gesagt. Danke für die interessanten Antworten. Das hier ist aber sicher nicht das richtige Forum dafür.
Ich bin übrigens weder ein Verfechter des Kommunismus oder des Anarchismus. :)
Nanimonai
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Re: Kommentar

Beitrag von Nanimonai »

SingendeElch hat geschrieben: Ich glaube an die Möglichkeit einer Welt, in der jeder alles frei nutzen kann. So wie er es braucht.
Ich würde gerne daran glauben können, kann es aber nicht.

Der Mensch ist einerseits ein soziales Wesen, darauf angelegt, in einer Gemeinschaft oder Gesellschaft zu leben.
Gleichzeitig ist aber auch jeder Mensch durch und durch egozentrisch. Ja, auch Gandhi war das, denn er hat sich bewußt für ein Leben gemäß seines Weltbildes entschieden. Das ist der Fluch der Vernunft und des Bewußtseins.

Die Kombination aus "soziales Wesen" und "Egozentrik" wird niemals reibungslos funktionieren können. Gemeinschaft heißt immer auch Macht, Güterverteilung, Besitz und Vermögen. Zwangsläufig.
Und bei diesen Begriffen wird es immer Menschen geben, die mehr von etwas besitzen möchten als andere und das auch durchsetzen werden.
Auch wenn alle Menschen gleich sind, wird es immer Menschen geben, die gleicher sein wollen.

Deswegen war in der Menschheitsgeschichte jedes gesellschaftliche System, dass auf Gleichheit und Gemeinwohl ausgelegt war zum Scheitern verurteilt.

Jedes angeblich kommunistische Regime ist im Wesentlichen eine Diktatur unter anderem Namen. Jede Form des Sozialismus ebenso. Jede anarchische Lebensweise stellt die eigenen Bedürfnisse grundsätzlich über die der anderen.

Im Endeffekt kann sich bei Deinem Wunsch nach einer Welt, in der jeder alles frei nutzen kann, so wie er es braucht, nur eine Form durchsetzen: Sozialdarwinismus. Und davon haben wir uns zum Glück verabschiedet.