Ich übernehme ...Usul hat geschrieben:Ich überlasse Kajetan, die Vorzüge des Crowdfunding darzulegen. Muß noch arbeiten!
Da hat jemand nun mal gar nicht verstanden, was Crowdfunding ist. Bei Crowdfunding kaufst Du kein fertiges Produkt. Du kaufst auch kein unfertiges Produkt. Bei Crowdfunding kaufst Du GAR NICHTS!
Crowdfunding bedeutet, dass jemand eine Idee für ein bestimmtes Projekt hat und dafür Untrstützer und Geldgeber sucht. Das kann eine Dachbegrünung auf einem Wohnblock in der Stadt sein, das können die Druckkosten für die Printausgabe eines Webcomics sein, dass kann ein Film sein oder es kann die Vorstellung eines Entwicklers für ein ganz bestimmtes Spiel sein. Man stellt die Idee auf den einschlägigen Plattformen vor, man sammelt Unterstützer. Unterstützer, die nicht KAUFEN, sondern die SPENDEN, weil sie die Idee gut finden und umgesetzt sehen wollen. Crowdfunding ist eine Spendensammelaktion. Jeder Spender ist (oder sollte) sich des Risikos bewusst sein, dass das Projekt vielleicht nicht umgesetzt werden kann. Oder er einem Betrüger aufsetzt. Ersteres ist das persönliche Risiko des Spenders und für letzteres gibt es entsprechende Einträge in den Strafgesetzbüchern überall auf der Welt.
Crowdfunding gibt es übrigens schon seit vielen Jahren, vornehmlich im Kunst- und Umweltbereich hatte es seine Anfänge. Und daher kommt auch die grundsätzliche Idee des Crowdfundings. Sich nicht mehr länger darauf zu verlassen, dass reiche Investoren und Firmen eines Tages etwas machen, das einem gefallen könnte, sondern SELBER den Arsch hochkriegen, sich zusammenschließen und gemeinsam jeder einen kleinen Teil beitragen, damit etwas umgesetzt werden kann, was so in der Form durch die üblichen Finanzierungsmodelle nicht möglich wäre. Crowdfunding ist nicht länger nur gesellschaftliche Utopie. Crowdfunding zeigt jeden Tag, was alles möglich ist, wenn sich nur genug Leute zusammenschließen und ein bestimmtes Ziel verfolgen.
Ja, es gibt wie immer auch hier schwarze Schafe. Das lässt sich nicht auschliessen. Das muss man einfach als nicht abwendbares Risiko akzeptieren. Wer das nicht will, der muss ja nicht mitmachen. Der kann dann gerne, wenn es um ein kommerzielles Produkt geht, selbiges Produkt kaufen oder er kann, wenn es z.B. um ein Umweltprojekt geht, sich später an einer von Schmutz und Dreck gesäuberten Parkanlage erfreuen, durch ein renaturierter Bach fliesst und sich viele Tier- und Pflanzenarten wieder angesiedelt haben. Crowdfunding (und jetzt wirds kitschig, sry), das ist mehr als nur Kohle für Spieleprojekte raushauen, die es so in der Form von den übrig geblieben Major Publishern nie geben wird. Crowdfunding ist gelebte Gemeinschaft für eine bessere Welt.
