Scorcher24 hat geschrieben:Die Balance in Skyrim ist gut wie sie ist.
Da muß ich dir aber energisch widersprechen. Die Balance in Skyrim ist annähernd so übel wie die in Oblivion, allein schon die Craftingskills als Verzauberungseffekt von Ausrüstung halte ich für eine indiskutabel dämliche Spielmechanik, von Balance kann man da eigentlich schon gar nicht mehr sprechen. Dazu das Drachenschrei-Konzept, welches das ganze Magiesystem mal eben vollständig aushebelt.
Ich bin ja auch TES-Fan der ersten Stunde, und Skyrim hat mich immerhin schon erstaunliche 700 Stunden fesseln können und dabei habe ich das Dragonborne-Addon noch gar nicht mal angefangen. Trotzdem: die Liste schlechter Designentscheidungen und unverzeihlicher Bugs die ich zu bemängeln habe ist verdammt lang. Die Menü/Maus-Bugs, die stiefmütterlich behandelte First-Person-Perspektive, der einfach nur super-überflüssige Radiant-Quatsch und die lachhaft inflationäre Art und Weise, mit der man sich Gespenstern und Gottheiten für die Quest- und Storyentwicklungen bedient.
Ich empfinde es als zutiefst unbefriedigend, permanent wegen einer Handvoll erschlagener Banditen als Auserwählter oder Messias gefeiert zu werden, die Glaubwürdigkeit bleibt dabei völlig auf der Strecke. Morrowind und Oblivion waren diesbezüglich auch schon keine Glanzlichter, aber Skyrim setzt hier wirklich neue Maßstäbe in einem unschönen Sinn.
Dann ist auf der einen Seite die Ausgangsituation des Bürgerkrieges in Himmelsrand zwar durchaus spannend und vielversprechend, auf der anderen Seite erschreckt mich teilweise die Sorglosigkeit mit der man diese Story-Zweige immer wieder in Situationen gipfeln läßt, die zwangsläufig nur mit dem weiteren Ausdünnen der Population der ohnehin schon nicht sehr dicht besiedelten Städte enden können.
Ich denke in letzter Zeit oft an TES Eins und Zwei, Arena und Daggerfall, und ich weiß, daß mir kaum einer dabei Recht geben wird, aber ich würde es wirklich toll finden, wenn die TES-Reihe wieder zu ihren Ursprüngen und dem Pirates!-like oder Mount&Blade-artigen Gameplay zurückkehren würde. Halbwegs brauchbare Landschafts- und Dungeon-Zufallsgeneratoren sollte Bethesda mit dem finanziellen Rückhalt doch mittlerweile hinzimmern können. Es gibt einfach viel zu wenige solcher Spiele. Eintönige Umgebung und sich dauerhaft wiederholende Dialoge und Quests stören mich nicht im geringsten, wenn sich dadurch eine tiefere strategische Ebene öffnet. Grafik ist doch eh nur ein Hilfsmittel für das echte Rollenspiel im Kopf und diesen Unendlichkeitsfaktor bei Arena und Daggerfall empfand ich eigentlich immer als hochmotivierend. Und Skyrim wirkt trotz handgemachter Welt in vielen Punkten schon so beliebig und austauschbar und macht den Eindruck von mehr Masse als Klasse, daß ich denke, daß man da auch gleich den ganzen Schritt hätte gehen und wieder eine wirklich grenzenlose Spielumgebung mit mehr Zufallselementen hätte schaffen können. Wie gesagt mußte ich beim Spielen von TES5-Skyrim doch hin und wieder wehmütig an die eigentümliche Spannung meiner stundenlangen Streifzüge durch die zufallsgenerierte Wildnis von TES2-Daggerfall denken.
Naja, ich weiß wie gesagt, daß sich da nicht viele finden werden, die diese Meinung mit mir teilen. Im Moment harre ich auch erstmal in banger Erwartung der spielerischen ....Neuerungen die da mit Fallout4 kommen werden. Mit NewVegas (nicht von Bethesda aber mit identischen technischen Limitierungen wie Fallout3) liegt die Meßlatte hier ja doch erheblich höher als für Skyrim mit Oblivion. Meine Enttäuschung scheint da irgendwie fast vorprogrammiert....