brent hat geschrieben:muecke-the-lietz hat geschrieben:
Ich finde diesen Beitrag ein wenig unnötig, weil er, bis auf zwei Sachen, nichts beiträgt, außer genau der selben Argumente, die man überall von der Gegenseite hört. Somit hat er eigentlich nichts zur Debatte beigetragen, außer, einen schönen Überblick über alle Gegenargumente zu geben, samt unnötigem Verweis auf die Kommentarsperre.
Er bewegt schließlich auf sicherem Terrain, wenn er Games vor so einer Feministin schützt, aber Sarkeesian hatte nun schon durchaus mit extremen Kommentaren zu kämpfen, von Vergewaltigungs- über Morddrohungen, mit sowas ist nicht zu spaßen, von daher verstehe ich dieses Unverständnis nicht, zumal ja nicht jeder so sachlich kommentierte Gegenargumente bringt wie Thunderf00t. Ich persönlich halte sie zwar für falsch, dennoch sind sie sauber und fundiert geäußert. Wenn es nur solche Kommentare gegeben hätte, wäre wohl auch niemals die Kommentarfunktion gesperrt worden.
Tu mal nicht so als wär sie Jeanne d'Arc.
Sie hämmert einseitig und fernab jeder Realität auf ner Handvoll Beispielen rum, die auch noch grade so unvollständig und aus dem Kontext sind, dass sie ihr reinpassen, dafür 6k$, er hat ohne Kosten zu veranschlagen mit Sicherheit mehr Recherche geleistet, ihre Konstruktion zu entlarven und ein Video produziert, das 1:1 in die selbe Kerbe schlägt, nur von der exakten Gegenseite.
Ich nehme sie nicht in Schutz, aber Thunderf00t wird letztlich auch wieder persönlich und kann das ganze nicht auf einer rein sachlichen Ebene behalten. Schon alleine deshalb ist das Video eigentlich unnötig. Er könnte sich nur auf ihre Argumente konzentrieren, zieht aber wieder unglaublich viele andere Sachen mit rein und geht sie persönlich an, das gehört nicht in eine sachliche Argumentation.
Und seine Argumente sind 1:1 das, was hier im Forum Dutzend weise abgesondert wurde. "People care for each other", Zielgruppen Orientierung, Mann wird durch seine eindimensionale Rolle quasi zum Objekt der Frau, etc.
Das sind alles keine Gegenargumente. Die Zielgruppenorientierung ist sicherlich der Grund für dieses ausgelutschte Prinzip, macht doch aber die Sache an sich nicht besser, sondern demonstriert letztlich die Haltung der Gesellschaft.
Mensche kümmern sich umeinander - bitte... Als würden alle Eltern ihr Schrotflinten schnappen und sich schießend und kämpfend zu ihrem Kind vor zu arbeiten, welches von einem Vergewaltiger entführt wurde... Nein, man verständigt die Polizei und bittet um Mithilfe.
Das DiD Prinzip ist letztlich nichts anderes als Alltagsflucht in eine einfach Welt voller Heldenmut, Ritterlichkeit und der Tatsache, dass, wenn man entführt wird, immer ein tapferer Held kommt und einen rettet. Hier vom ursprünglichen Prinzip des "um-einander-kümmerns" zu reden, halte ich für überzogen. Es ist eher eine Verarbeitung der Ohnmacht, die wir in der echten Welt verspüren, wenn wir merken, dass wir viele Probleme eben nicht so einfach lösen können.
Und das ist doch letztlich der entscheidene Punkt. In der Realität ist man oft ohnmächtig, angesichts der Dinge, die Menschen passieren, in einem Spiel schnappt man sich an diesem Punkt das Schwert und rennt los. Deswegen funktioniert dieses Prinzip schon seit Uhrzeiten. Es verneint die Tatsache, dass schlimme Dinge schlimme Folgen haben, weil sich immer ein Held findet, der diese Probleme löst.
Das ist ein Aspekt, den Sarkeesian auslässt und den jeder andere hier auch vergisst. Es ist eine Alltagsflucht, die leider aber oft darin besteht, dass die Frau weiterhin ohnmächtig bleibt und nur der Mann die Möglichkeit bekommt, aus dieser Realität auszubrechen.
Und das ist
MEIN Problem. Die Frau hat gerade in früheren Titeln diese Möglichkeit nicht bekommen, sondern war wieder auf andere angewiesen und ist es in vielen Geschichten noch heute. Wenn Jungs aber die Möglichkeit bekommen, mit ihrem Alter Ego die Welt zu retten, obwohl sie in echt nicht mal 5 Klimmzüge hinbekommen, warum dürfen das Mädels nicht auch in der Form überstarkter Frauen? Denn es ist am Ende genauso unrealistischer Blödsinn.
Aber letztlich lieben die Menschen Geschichten von Ritterlichkeit, Mut, Stärke und Selbstbestimmung. Weil es diese Eigenschaften in der Ausführung in der Realität nicht gibt.
Und da bleibt Sarkeesian letztlich oberflächlich. Weil sie alles in ihre Anti-Sexismus Debatte steckt, sich aber keine 2 Meter weiter Gedanken macht, ob so eine Scheinrealität nicht auch andere Gründe haben könnte. Wie z.B. Verarbeitung von Ohnmacht und Schwäche im realen Leben der Menschen, die sich gerne ab und zu in solche Fiktionen stürzen.