Den Kindern einfach erklären, was der Begriff bedeutet und er heutzutage als Beleidigung verstanden wird? So viel Verständnis und Intelligenz sollte man erwarten können. Und ist bei Kindern auch vorhanden. Und im Zusammenhang mit dem Alter der Texte: Tradition. Auch wenn mich das empfänglich für Kritik macht, sehe ich nichts Verwerfliches daran. Die Hexe will schließlich auch Gretel fressen. Will man dann nach den Begriffen nicht auch Geschichten "umarbeiten"? Das halte ich nämlich für das genaue Gegenteil von "politischer" Erziehung. Das ist dann wieder "politische Überkorrektheit".muecke-the-lietz hat geschrieben:@De_Montferrat
Dass heutzutage rassistische Wörter aus Kindertexten entfernt werden, hat was mit politischer Erziehung zu tun.
Wie willst du denn deinem Kind bebringen, dass Neger ein schlechtes Wort ist, wenn es das in Kinderbüchern liest? Kinder verstehen solche komplexen Zusammenhänge oft nicht, von daher ist es absolut richtig, solche diskriminierenden Wörter auch aus Kindertexten zu entfernen. Bei Erwachsenenliteratur und Filmen ist man da ja weit weniger pingelig, einfach, weil man ab einem gewissen Alter die Fähigkeiten besitzt, eines vom anderen zu trennen.
Aber wieso sollte man Kindern schon von kleinauf solche Worte beibringen, um ihnen dann zu erklären, dass diese falsch sind? Dann lieber gar nicht beibringen, wenn sie größer sind, lernen sie solche Begriffe sowieso noch kennen. Da wird ja niemandem was weltbewegendes vorenthalten.
Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Ich weiß jetzt nicht genau, wie viel du mit Kindern zu tun hast, aber das mit dem erklären ist nicht immer so einfach.De_Montferrat hat geschrieben:Den Kindern einfach erklären, was der Begriff bedeutet und er heutzutage als Beleidigung verstanden wird? So viel Verständnis und Intelligenz sollte man erwarten können. Und ist bei Kindern auch vorhanden. Und im Zusammenhang mit dem Alter der Texte: Tradition. Auch wenn mich das empfänglich für Kritik macht, sehe ich nichts Verwerfliches daran. Die Hexe will schließlich auch Gretel fressen. Will man dann nach den Begriffen nicht auch Geschichten "umarbeiten"? Das halte ich nämlich für das genaue Gegenteil von "politischer" Erziehung.muecke-the-lietz hat geschrieben:@De_Montferrat
Dass heutzutage rassistische Wörter aus Kindertexten entfernt werden, hat was mit politischer Erziehung zu tun.
Wie willst du denn deinem Kind bebringen, dass Neger ein schlechtes Wort ist, wenn es das in Kinderbüchern liest? Kinder verstehen solche komplexen Zusammenhänge oft nicht, von daher ist es absolut richtig, solche diskriminierenden Wörter auch aus Kindertexten zu entfernen. Bei Erwachsenenliteratur und Filmen ist man da ja weit weniger pingelig, einfach, weil man ab einem gewissen Alter die Fähigkeiten besitzt, eines vom anderen zu trennen.
Aber wieso sollte man Kindern schon von kleinauf solche Worte beibringen, um ihnen dann zu erklären, dass diese falsch sind? Dann lieber gar nicht beibringen, wenn sie größer sind, lernen sie solche Begriffe sowieso noch kennen. Da wird ja niemandem was weltbewegendes vorenthalten.
Ich weiß jetzt auch aus meiner Kindheit, dass ich das immer mega mäßig verwirrend fand, warum bei Willhelm Busch jetzt Neger und Mohr stehen darf, und Schokoküsse Negerküssen hießen, ich aber unter keinen Umständen zu unserem dunkelhäutigen Mitschüler Neger sagen durfte. Wir waren alle recht gut miteinander befreundet und niemand meinte das Wort böse, einfach, weil es ja so in den Geschichten stand.
Da finde ich es gar nicht schlimm, dass Kinder heute nicht unter so einer Doppelmoral groß werden. Außerdem und daran merke ich auch, dass du lange nichts mehr mit Kindern zu tun hattest, sind solche Texte heute generell nicht mehr aktuell. Wir behandeln heute andere Geschichten und die Kinder lesen auch kein Willhelm Busch, etc. mehr.
Die Geschichten sind vielen Eltern und Lehrern nämlich auch per se zu hart und haben auch oft nichts mehr mit der Alltagsrealität zu tun, ergo, ist die Moral und Lehre vieler Texte nicht mehr zeitgerecht.
Von daher ist das eine Diskussion ins Blaue, weil es niemanden mehr wirklich interessiert. Und prinzipiell haben solche Worte und vor allem mal die damit verknüpften Weltvorstellungen nichts mehr in Grundschule und im Kindergarten zu suchen.
Wenn man denn später stärker differenzieren kann, kann man sich ja solche Texte mit etwas erwachseneren Augen zur Gemüte führen.
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Da irrst du dich. Ich habe kleine Geschwister und keine Probleme, denen soetwas zu erklären. Auch meine Eltern hatten nie Schwierigkeiten mir etwas zu erklären und ich nicht mit dem Verstehen. Es stimmt, dass diese Geschichten heute nicht mehr häufig gelesen werden. Gibt ja genug neues Zeug. Auch weiß ich, was die so in der Schule lesen. Und das ich das Thema angesprochen habe, ist nicht mein Verdienst: 1. Gab es diese Diskussion bei einem anderen Thema. Da hatte ich mich dazu eben nicht geäußert und das im Zuge meines anderen Beitrags nachgeholt. Und 2. war das vor kurzer Zeit Thema in der Zeitung. Es kann also gar nicht so veraltet sein, darüber zu reden, wenn sich die Befürworter des politischen "Glattbügelns" dazu äußern .muecke-the-lietz hat geschrieben: Ich weiß jetzt nicht genau, wie viel du mit Kindern zu tun hast, aber das mit dem erklären ist nicht immer so einfach.
Ich weiß jetzt auch aus meiner Kindheit, dass ich das immer mega mäßig verwirrend fand, warum bei Willhelm Busch jetzt Neger und Mohr stehen darf, und Schokoküsse Negerküssen hießen, ich aber unter keinen Umständen zu unserem dunkelhäutigen Mitschüler Neger sagen durfte. Wir waren alle recht gut miteinander befreundet und niemand meinte das Wort böse, einfach, weil es ja so in den Geschichten stand.
Da finde ich es gar nicht schlimm, dass Kinder heute nicht unter so einer Doppelmoral groß werden. Außerdem und daran merke ich auch, dass du lange nichts mehr mit Kindern zu tun hattest, sind solche Texte heute generell nicht mehr aktuell. Wir behandeln heute andere Geschichten und die Kinder lesen auch kein Willhelm Busch, etc. mehr.
Die Geschichten sind vielen Eltern und Lehrern nämlich auch per se zu hart und haben auch oft nichts mehr mit der Alltagsrealität zu tun, ergo, ist die Moral und Lehre vieler Texte nicht mehr zeitgerecht.
Von daher ist das eine Diskussion ins Blaue, weil es niemanden mehr wirklich interessiert. Und prinzipiell haben solche Worte und vor allem mal die damit verknüpften Weltvorstellungen nichts mehr in Grundschule und im Kindergarten zu suchen.
Wenn man denn später stärker differenzieren kann, kann man sich ja solche Texte mit etwas erwachseneren Augen zur Gemüte führen.
Ich erkenne auch keine "Doppelmoral", wenn ich ALTE Geschichten lese oder diese anderen vorlese, die ihren Zeitgeist in Form der Wörter transportieren und diese dann (bei Nachfragen) erläutere. Ach, ich esse übrigens auch Negerküsse.
Zuletzt geändert von De_Montferrat am 15.03.2013 13:13, insgesamt 3-mal geändert.
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kamm28
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Wie von Randall Flagg schon erwähnt: Was hindert den Chef daran, die Attribute männlich oder weiblich hinzuzufügen, falls er ein bestimmtes Geschlecht meint? Das ist sprachlich gesehen einfacher und auch praktischer, als eine strikte Trennung in Mitarbeiter und Mitarbeiterin. Denn damit treten neue Probleme auf, wie in den Youtube-Kommentaren schon zu sehen: "Sie ist meine beste Mitarbeiterin!" vs. "Sie ist mein bester Mitarbeiter!" Beim ersten Satz wäre nicht klar, ob lediglich die weiblichen Mitarbeiter gemeint sind, oder alle. Beim zweiten bestünde hier kein Zweifel.Oldholo hat geschrieben: Okay, Gedankenspiel: Stell Dir vor, Du seist eine Frau (ich unterstelle an dieser Stelle einfach mal, dass Du ein Mann bist - entschuldige, wenn ich falsch liege). Und sagen wir, Du bist..in einem Büro. Plötzlich die Durchsage vom Chef: "Alle Mitarbeiter kommen bitte mal unverzüglich zur Herrentoilette!". ...
Mir kommt es oft so vor, als würden die Verfechter einer Gender-Political-Correctness-Sprache mit voller Absicht gemeinte Sprachinhalte, die jedes 10-jährge Kind verstehen würde, vorgeben nicht zu verstehen, um so an jeder Ecke sexistische Absichten zu unterstellen und Probleme zu konstruieren, wo keine sind. Die gleiche gespielt-naive Art, die offensichtlich manipulativen Zwecken dient, hat auch dafür gesorgt, dass ich mir den Vortrag von Anatol Stefanowitsch nicht lange ansehen konnte. Schon in den ersten 5 Minuten werden da Wahrheiten mit Halbwahrheiten vermischt, Vergleiche zwischen vollkommen unterschiedlichen Themenkomplexen gezogen und munter die Ideologiekeule geschwungen - da kann ich gleich Manfred Spitzer fragen, ob Ego-Shooter schädliche Auswirkungen auf mich haben könnten.
- muecke-the-lietz
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Doch, ist es. Punkt.De_Montferrat hat geschrieben:Da irrst du dich. Ich habe kleine Geschwister und keine Probleme, denen soetwas zu erklären. Auch meine Eltern hatten nie Schwierigkeiten mir etwas zu erklären und ich nicht mit dem Verstehen. Es stimmt, dass diese Geschichten heute nicht mehr häufig gelesen werden. Gibt ja genug neues Zeug. Auch weiß ich, was die so in der Schule lesen. Und warum ich das überhaupt angesprochen habe: 1. Gab es diese Diskussion bei einem anderen Thema. Da hatte ich mich dazu eben nicht geäußert und das im Zuge meines anderen Beitrags nachgeholt. Und 2. war das vor kurzer Zeit Thema in der Zeitung. Es kann also gar nicht so veraltet sein, darüber zu reden.muecke-the-lietz hat geschrieben: Ich weiß jetzt nicht genau, wie viel du mit Kindern zu tun hast, aber das mit dem erklären ist nicht immer so einfach.
Ich weiß jetzt auch aus meiner Kindheit, dass ich das immer mega mäßig verwirrend fand, warum bei Willhelm Busch jetzt Neger und Mohr stehen darf, und Schokoküsse Negerküssen hießen, ich aber unter keinen Umständen zu unserem dunkelhäutigen Mitschüler Neger sagen durfte. Wir waren alle recht gut miteinander befreundet und niemand meinte das Wort böse, einfach, weil es ja so in den Geschichten stand.
Da finde ich es gar nicht schlimm, dass Kinder heute nicht unter so einer Doppelmoral groß werden. Außerdem und daran merke ich auch, dass du lange nichts mehr mit Kindern zu tun hattest, sind solche Texte heute generell nicht mehr aktuell. Wir behandeln heute andere Geschichten und die Kinder lesen auch kein Willhelm Busch, etc. mehr.
Die Geschichten sind vielen Eltern und Lehrern nämlich auch per se zu hart und haben auch oft nichts mehr mit der Alltagsrealität zu tun, ergo, ist die Moral und Lehre vieler Texte nicht mehr zeitgerecht.
Von daher ist das eine Diskussion ins Blaue, weil es niemanden mehr wirklich interessiert. Und prinzipiell haben solche Worte und vor allem mal die damit verknüpften Weltvorstellungen nichts mehr in Grundschule und im Kindergarten zu suchen.
Wenn man denn später stärker differenzieren kann, kann man sich ja solche Texte mit etwas erwachseneren Augen zur Gemüte führen.
Diese Texte sind weder Bestandteil des Unterrichts noch werden sie in Kindergärten vorgelesen. Hinzukommend kauft heute komm noch jemand seinem Kind die Willhelm Busch Texte, weil es gar keinen Grund gibt. Weder sind sie sonderlich unterhaltsam, noch haben sie eine wünschenswerte pädagogische Wirkung.
Dass dieses Thema jetzt von einigen erwachsenen Schlipsträgern wieder ans Tageslicht gekehrt wird, zeigt mir eigentlich nur, wie weit weg diese Leute von den den Kindern sind.
Desweiteren will ich dir eine Frage stellen: Wie lange wollen wir Kinder noch mit veralteten, diskriminierenden, rassistischen und gewalthaltigen Texten groß ziehen?
Wir wollen keinen Rassismus, die Kinder sollen solche Worte nicht sagen und die "Mohren" sind keine Dienerrasse, als die sie stellenweise dargestellt werden. Negerküsse heißen Schokoküsse und Punkt ist.
Wenn wir unseren Kindern diese Worte erst beibringen um sie ihnen dann wieder abzuerziehen, tun wir uns doch damit selbst keinen Gefallen. Herrgott, wir leben im 21. Jh., da kann man doch wohl mal erwarten, dass wir unsere Kinder gleich polititsch korrekt erziehen. Von daher finde ich diese ganze Diskussion ja auch so affig. Wir alle mussten lernen, wie schlimm diese Worte sind und uns die wieder abgewöhnen, wir alle mussten lernen, dass Hexen nicht die Bösen waren und wir alle mussten lernen, dass es zwischen Männern und Frauen im Alltag keine Unterschiede geben solle.
Warum sollen wir unsere Kinder also nicht gleich ohne diesen ganzen Ballast erziehen? - das stresst uns und die Kinder weniger.
Zuletzt geändert von muecke-the-lietz am 15.03.2013 13:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Randall Flagg
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Um jetzt nochmal auf das Thema Videospiele zurückzukommen:
Kermit der Frosch hat es ganz passend gefragt:

Kermit der Frosch hat es ganz passend gefragt:

- muecke-the-lietz
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Ja, das hatte ich ja auch schon früher mal reingeworfen.Randall Flagg hat geschrieben:Um jetzt nochmal auf das Thema Videospiele zurückzukommen:
Kermit der Frosch hat es ganz passend gefragt:
Spiele und ihre Kultur werden seit Jahren mit Schmutz beschmissen und das ganze Hobby und seine Anhänger verlacht, wir sind alle Amokläufer, süchtig, faul, assozial und haben keinen Sex, oder gar Kontakt zum anderen Geschlecht.
Und jetzt sind wir und unsere Spiele auch plötzlich sexistisch? Da kann man die aufgebrachte Haltung einiger schon verstehen.
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Du gibst dir die Antwort doch selber: Kinder werden heutzutage doch bereits politisch korrekt erzogen. Oder kommt in heutigen Geschichten ein Mohr, Neger, hastenichtgesehen vor? Ich bleibe trotzdem dabei: Lass alte Texte, wie sie sind. Fertig. Dem Pfad der "Schlipsträger" folge ich nur, um diesen Widerstand zu leisten. Es ging übrigens um ein Buch von Ottfried Preußler.muecke-the-lietz hat geschrieben: Wenn wir unseren Kindern diese Worte erst beibringen um sie ihnen dann wieder abzuerziehen, tun wir uns doch damit selbst keinen Gefallen. Herrgott, wir leben im 21. Jh., da kann man doch wohl mal erwarten, dass wir unsere Kinder gleich polititsch korrekt erziehen. Von daher finde ich diese ganze Diskussion ja auch so affig. Wir alle mussten lernen, wie schlimm diese Worte sind und uns die wieder abgewöhnen, wir alle mussten lernen, dass Hexen nicht die Bösen waren und wir alle mussten lernen, dass es zwischen Männern und Frauen im Alltag keine Unterschiede geben solle.
Warum sollen wir unsere Kinder also nicht gleich ohne diesen ganzen Ballast erziehen? - das stresst uns und die Kinder weniger.
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Randall Flagg
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Vielleicht denken die Menschen, dass wir dadurch, dass wir keine Frauen abkriegen, Frauenhasser werden, und deswegen wollen sie uns nun "an den Kragen". Nach dem Motto: Wir dürfen euch ausgrenzen, aber wehe ihr fangt an uns blöde Sprüche zu drücken.muecke-the-lietz hat geschrieben: Ja, das hatte ich ja auch schon früher mal reingeworfen.
Spiele und ihre Kultur werden seit Jahren mit Schmutz beschmissen und das ganze Hobby und seine Anhänger verlacht, wir sind alle Amokläufer, süchtig, faul, assozial und haben keinen Sex, oder gar Kontakt zum anderen Geschlecht.
Und jetzt sind wir und unsere Spiele auch plötzlich sexistisch? Da kann man die aufgebrachte Haltung einiger schon verstehen.
Hier ist übrigens die Antwort eines Typens namens "Thunderf00t" auf Anitas Video, es heißt: Feminism vs. FACTS: http://www.youtube.com/watch?v=QJeX6F-Q63I
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Kya
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Hat er sich auch kickstartern lassen müssen, oder es tatsächlich ohne finanzielle Hilfsmittel geschafft?Randall Flagg hat geschrieben: Hier ist übrigens die Antwort eines Typens namens "Thunderf00t" auf Anitas Video, es heißt: Feminism vs. FACTS: http://www.youtube.com/watch?v=QJeX6F-Q63I
Das ist einer der Punkte, die ich Sarkeesian ankreide.
Für etwas Geld haben wollen, was andere einfach mal eben so schaffen.
Hauptsache ihr Gesicht und entgleisende Mimik ist in Ihren Videos ganz groß in Szene gesetzt.
+1 für Thunderf00t
Kya
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kamm28
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Ich stimme De_Montferrat zu: Zensur bringt niemanden was, weder beim Computerspiel, noch in der Literatur. Bei meiner Oma habe ich sowohl Struwwelpeter als auch Max und Moritz gelesen und mir später mit ungefähr 13 Jahren die komplette Karl May-Werkausgabe reingezogen. Noch dazu sind meine Eltern wohl das, was einige hier als fundamentalistische Christen bezeichnen würden und haben mir Geschichten aus der Bibel vorgelesen. Rockmusik, Gewaltfilme und Computerspiele waren natürlich böse. Ich kann mich trotzdem nicht erinnern, dass ich mal irgendwann gedacht habe, dass irgendein Mensch mehr oder weniger wert wäre, als ein anderer. Nur damit keine Missverständnisse aufkommen: Mir wurde von meinen Eltern auch nie etwas anderes beigebracht. Sie hatten eben anscheinend doch genug Medienkompetenz, um mir beizubringen, wie man das mit dem Neger und dem Mohr zu verstehen hat. Man sollte Kinder nicht unterschätzen. Wenn sie verstehen können, dass Wörter wie "cool" mal etwas anderes bedeutet haben, als in der heutigen Umgangssprache, dann verstehen sie das auch mit anderen Wörtern.
@muecke-the-lietz
Was du forderst sind Verbote, Sprachdiktate und Einschränkungen. Ich verstehe nach wie vor nicht, wieso diese Form von politischer Korrektheit gerne als modern angesehen wird; für mich hat sie einen sehr konservativen Beigeschmack. Meiner Meinung nach sollte man immer und überall alles (wirklich alles) zur Diskussion stellen. Natürlich bei Kindern in angemessener Art und Weise. Nur so kann kritisches Denken und Hinterfragen gefördert werden, gerade auch bei solchen Themen wie Diskriminierung von Minderheiten oder Menschen, die irgendwie anders sind als man selber. Ich halte es da mit Serdar Sumuncu: Der liest aus "Mein Kampf" vor. Weg mit der alten Angst und der damit einhergehenden Ehrfurcht vor solchen Machwerken. Soll doch jeder hören, was für ein Müll das ist!
Du fragst, wie lange wir Kinder noch mit veralteten, diskriminierenden, rassistischen und gewalthaltigen Texten groß ziehen wollen. Ich muss da antworten: In meinem Freundeskreis und in meiner Altersgruppe gibt es viele Leute, die noch mit diesen besagten alten Texten groß geworden sind. Wenn ich mir ihre Ansichten und Einstellungen ansehe, muss ich sagen, dass es ihnen nicht geschadet hat. Vielleicht sogar eher bereichert, im Sinne einer Gegenüberstellung verschiedener Ansichten, was in einem aufgeklärten Umfeld kein Problem darstellen sollte.
Wenn ich mir dagegen neuere Medien für Kinder ansehe, wird es direkt viel schwieriger. 6-jährige spielen Pokemon, "schnapp sie dir alle!" Das ist schön verpackter Kapitalismus, von den Inhalten bis zum Marketing, und sehr viel subtiler als der Suppenkasper. Ich kenne so gut wie keine Rassisten, aber sehr viele Egomanen mit voll ausgeprägter Ellbogenmentalität. Wo liegen heutzutage eigentlich die wahren Probleme? Und was sind die Inhalte, mit denen Kinder sich beschäftigen sollten?
Edit: Habe mir das Video von Thunderfoot auch mal angesehen. Ich stimme nicht in allen Punkten zu (z. B. wird die Marktfunktion etwas überbetont), finde seine Aussagen aber trotzdem weitaus einleuchtender und nachvollziehbarer als die von Frau Sarkeesian,
@muecke-the-lietz
Was du forderst sind Verbote, Sprachdiktate und Einschränkungen. Ich verstehe nach wie vor nicht, wieso diese Form von politischer Korrektheit gerne als modern angesehen wird; für mich hat sie einen sehr konservativen Beigeschmack. Meiner Meinung nach sollte man immer und überall alles (wirklich alles) zur Diskussion stellen. Natürlich bei Kindern in angemessener Art und Weise. Nur so kann kritisches Denken und Hinterfragen gefördert werden, gerade auch bei solchen Themen wie Diskriminierung von Minderheiten oder Menschen, die irgendwie anders sind als man selber. Ich halte es da mit Serdar Sumuncu: Der liest aus "Mein Kampf" vor. Weg mit der alten Angst und der damit einhergehenden Ehrfurcht vor solchen Machwerken. Soll doch jeder hören, was für ein Müll das ist!
Du fragst, wie lange wir Kinder noch mit veralteten, diskriminierenden, rassistischen und gewalthaltigen Texten groß ziehen wollen. Ich muss da antworten: In meinem Freundeskreis und in meiner Altersgruppe gibt es viele Leute, die noch mit diesen besagten alten Texten groß geworden sind. Wenn ich mir ihre Ansichten und Einstellungen ansehe, muss ich sagen, dass es ihnen nicht geschadet hat. Vielleicht sogar eher bereichert, im Sinne einer Gegenüberstellung verschiedener Ansichten, was in einem aufgeklärten Umfeld kein Problem darstellen sollte.
Wenn ich mir dagegen neuere Medien für Kinder ansehe, wird es direkt viel schwieriger. 6-jährige spielen Pokemon, "schnapp sie dir alle!" Das ist schön verpackter Kapitalismus, von den Inhalten bis zum Marketing, und sehr viel subtiler als der Suppenkasper. Ich kenne so gut wie keine Rassisten, aber sehr viele Egomanen mit voll ausgeprägter Ellbogenmentalität. Wo liegen heutzutage eigentlich die wahren Probleme? Und was sind die Inhalte, mit denen Kinder sich beschäftigen sollten?
Edit: Habe mir das Video von Thunderfoot auch mal angesehen. Ich stimme nicht in allen Punkten zu (z. B. wird die Marktfunktion etwas überbetont), finde seine Aussagen aber trotzdem weitaus einleuchtender und nachvollziehbarer als die von Frau Sarkeesian,
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Stimmt, der Chef hätte die Problematik damit umgehen können, aber das ändert ja erstmal nichts daran, dass unsere Sprache ihm erlaubt, männliche Angestellte anzusprechen und trotzdem auch weibliche zu meinen. Ich schätze, wenn alle Mitarbeiter des Unternehmens weiblich wären, würde der Chef auch entsprechend von "Mitarbeiterinnen" reden. Ich will jedenfalls gar nicht ausdrücken, dass die Benutzung generischer Maskulina sexistisch ist - sondern die Sprache selbst ist es, da sie diese Unterscheidung überhaupt macht.De_Montferrat hat geschrieben: Mh... Aber unsere Sprache besteht nicht nur aus dem generischen Maskulinum, sodass sich auch alternative Formulierungen wie "Herren" oder "männliche Mitarbeiter" finden ließen.
(Side note: Gemerkt, wie "Chef" und das Possessivpronomen "ihm" einen männlichen Chef impliziert, obwohl ich es eigentlich unspezifiziert ausdrücken wollte? Das war noch nicht einmal absichtlich..ich befind' mich eben selbst noch mitten im Lernprozess..)
Die Beidnennung gefällt mir auch nicht, wobei Stefanowitsch in seinem Vortrag erwähnt, dass dies entgegen unserer Erwartungen den Lesefluss nicht stört (er nennt aber keine Quellen, von daher sei das dahingestellt), aber die verbundenen Formen mit Binnen-I, Unterstrich oder Sternchen sind nun wirklich kaum eine Zumutung. Würde sich ein Brief nur an Frauen richten, unterschiede er sich z.B. im Falle des Binnen-I nur durch ein paar mehr Zeichen in Caps.De_Montferrat hat geschrieben:Aber wenn ich mir öffentliche Reden, Mitteilungen oder gar Stellenauschreibungen (m/w) ansehe, wird es immer und immer wieder wiederholt. Dadurch wird der Text langegezogen, stockt, wirkt nicht mehr aus einem Guss und ist auch eine Zumutung für die Zuhörer. Wenn man eine öffentliche Mitteilung, z. B. einen Studentenbrief liest, springt einem immer dieses unnötige zusammengequetschte Kürzel entgegen, sodass ich bei solchen Querelen ohnehin nur Studenten lese, weil es sonst den Textfluss zerstört. Selbst Professoren finden das umständlich, nervtötend und überflüssig. Sogar weibliche Professoren.
Was Kinderbücher angeht: Du hast Recht, da hatte ich mich beteiligt und mich für die Neu-/Umschreibung ausgesprochen. Mit muecke-the-lietzs Begründung.
Übrigens: Studierst Du zufällig Informatik?
- muecke-the-lietz
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Ihr beide vertretet eine Stammtischmeinung, gänzlich ohne jedes wissenschaftliches und pädagogisches Wissen.kamm28 hat geschrieben:
[...]
Es geht hier darum, was KINDER zu lesen bekommen. Da geht es in aller erster Linie mal darum, was KINDGERECHT ist. Und entweder, man nimmt die Texte ganz aus dem Leben der Kinder raus, was ich sehr schade fände, oder, man ändert sie eben so ab, dass man sie problemlos behandeln kann.
Serdar Sumuncu ist ein Satiriker. Das ist eine völlig andere Geschichte. Das ist für erwachsene, politisch gefestigte Personen gedacht, die erstens, verstehen, was daran witzig ist und zweitens so sicher in ihrer Haltung sind, dass sie nicht plötzlich anfangen zu glauben, was da im Buch steht.
"Mein Kampf" ist Deutschland übrigens auch nicht verboten, weil es nicht politisch korrekt ist, sondern, weil der Verlag, der die Rechte daran inne hat, das Buch nicht veröffentlichen möchte und auch nicht die Rechte daran weitergeben will. Das ist ist also eher ein juristisches Gezerre, weniger eine politische Haltung.
Mal ganz davon abgesehen, dass ich während meines Geschichtsstudiums (Geschichte der Neuzeit) in der Uni-Bibo durchaus das Buch lesen konnte und auch musste, da es sich um Primärliteratur einer der wichtigsten Ereignisse unserer jüngsten Geschichte handelt. Ich durfte es nur nicht mit nach Hause nehmen.
Da habe ich mir aber ein Hörbuch besorgt, in dem, leider kommentiert, aus "Mein Kampf" vorgelesen wird.
Somit sollte meine Meinung zu derartiger "Zensur" klar sein.
Aber ich bin eben auch Pädagoge und weiß, dass Kinder unglaublich wissbegierig sind und wahnsinnig viel Wissen abspeichern und nutzten und es wäre einfach Verschwendung, dieses Potenzial für Dinge zu nutzten, die sie eh wieder löschen müssten.
Hey, ich bin ein ostdeutsches Kind und noch mit ganz anderem politischen Wahnsinn groß geworden, den ich erst wieder löschen musste. Auch diese Energie hätte ich lieber in andere, wichtigere Dinge informiert.
Man kann es auch es der Sicht aller anderen Medien sehen: Willhelm Busch ist für mich "FSK 16", einfach, weil es einiges voraussetzt, um es in den richtigen Kontext zu setzten. Möchte man es doch mit Kindern behandeln, also "FSK 6", so müssen einige Inhalte entfernt werden und sich eben nur bestimmte, pädagogisch sinnvolle Passagen rausgesucht werden.
Zum Thema Originalität historischer Literatur: So gut wie kein literarischer Text, den man heute zu lesen bekommt, ist in Sachen Sprachform tatsächlich original. Da wurden über Jahrhunderte immer mal Worte geändert, erneuert, politisch und religiös angepasst, veraltete, nicht mehr gebräuchliche Formen ersetzt, etc.
Und "Neger", "Mohr", etc. sind heute keine gebräuchlichen Worte mehr, also kann man sie durch moderne Worte ersetzten, ohne dabei den originalen Kontext zu verändern. Der ändert sich ja eher durch die Beibehaltung dieser Worte. War es zu Lebzeiten der Autoren noch ganz normal, solche Worte zu verwenden, gibt es den Texten heute etwas skandalöses und ruchloses, was da aber überhaupt nicht so beabsichtigt war. Somit ändert sich durch das "Nicht-Ändern" der Kontext, weil die Passagen plötzlich eine weitere Ebene bekommen.
- Wigggenz
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Abgesehen davon, dass sie die männliche Form nur im Singular darstellen, sind sowohl mitten ins Wort geworfene Großbuchstaben als auch Unterstriche als auch Sternchen aus rein sprachlichen Gesichtspunkten sehr fehl am Platze, sämtlichen grammatischen und orthografischen Prinzipien werden über den Haufen geworfen.Oldholo hat geschrieben:verbundenen Formen mit Binnen-I, Unterstrich oder Sternchen sind nun wirklich kaum eine Zumutung. Würde sich ein Brief nur an Frauen richten, unterschiede er sich z.B. im Falle des Binnen-I nur durch ein paar mehr Zeichen in Caps.
Ich behaupte, dass das für alle, die dieses Gendern von Wörtern nicht aufs Übelste verinnerlicht haben, schon eine Zumutung darstelllt.
Ich würde lieber für jede allgemeine Form eine Doppelnennung stehen haben, als dieses Gegendere.
Edit:
Zum Thema Zensur: Zensur (darunter fällt für mich auch das nachträgliche Ändern von auch sehr alter Literatur) darf in keiner Form stattfinden, das ist nämlich das reaktionäre Instrument Nr. 1. Es ist ja nicht so, dass man das, was dort geschrieben steht, nicht gleichzeitig in einem aufklärenden Kontext präsentieren könnte.
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Randall Flagg
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Wie stehst du denn zum Struwwelpeter? Ich bin als 5 oder 6 Jähriger durch Zufall an das Buch gelangt und von allen Geschichten ist mir nur die Sache mit dem Mädchen in Erinnerung geblieben, was sich selbst angezündet hat. Hab damals nie wieder ein Feuerzeug angefasst, bis ich etwas älter war. Es hat zwar schon einen pädagogischen Zweck erfüllt (Kinder vor Zündeleien zu warnen), aber selbst heute würde ich es eher als ziemlich abgefahrenes Horror-Buch bezeichnen (habs seitdem auch nie wieder angefasst, ein Kumpel und ich hatten das Buch damals einsam und verlassen auf einem Spielplatz gefunden. Er fands, wenn ich mich recht erinnere, ziemlich lustig, ich dagegen eher beängstigend). Wie steht denn der Pädagoge zu dem Thema?muecke-the-lietz hat geschrieben:
Man kann es auch es der Sicht aller anderen Medien sehen: Willhelm Busch ist für mich "FSK 16", einfach, weil es einiges voraussetzt, um es in den richtigen Kontext zu setzten. Möchte man es doch mit Kindern behandeln, also "FSK 6", so müssen einige Inhalte entfernt werden und sich eben nur bestimmte, pädagogisch sinnvolle Passagen rausgesucht werden.
Und eine Frage zu deinem Geschichtsstudium, da ich es nächstes Jahr auch gerne durchziehen würde, aber noch nicht weiß, wofür ich mich entscheide (Mittelalter oder Neuzeit): Ich habe, ehrlich gesagt, keine Lust auf diesen ganze "Das dritte Reich"-Gedöns, der hängt mir so schon zum Hals raus. Die Neuzeit allerdings fängt ja schon im 15. Jahrhundert an, was mich wiederum interessieren würde, wegen der Renaissance usw. Wie groß ist der Anteil der deutschen Geschichte bei dem Studiengang?
(Sorry fürs OT)
