Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

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Sieben79
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von Sieben79 »

AlastorD hat geschrieben:
Wigggenz hat geschrieben:War es nicht in ME3 so, dass schon kleinere Sympathiebekundungen zu Liebesbeziehungen führten? :D
Pff verglichen mit The Witcher wo man von manchen Frauen für nen Strauß Blumen schon rangelassen wurde ist ME geradezu prüde :D
Ja, beim ersten Teil ist das echt flach. Jedoch eins muss man Andrej Sapkowski mit seinem Witcher-Universum lassen: Die Frauen ziehen da die Fäden und sind meist nicht so schwach, wie sie zu sein scheinen ;)
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mr archer
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von mr archer »

Sieben79 hat geschrieben:
Ja, beim ersten Teil ist das echt flach. Jedoch eins muss man Andrej Sapkowski mit seinem Witcher-Universum lassen: Die Frauen ziehen da die Fäden und sind meist nicht so schwach, wie sie zu sein scheinen ;)
Was im zweiten Teil dann ja auch vollumfänglich Berücksichtigung erfahren hat. Im Übrigen ist Sapkowski ein sehr schönes Beispiel, wie durch höheres Niveau beim Erzählen und bei der Entwicklung von Welt, Charakteren und Plot ein ehemals ebenfalls ziemlich "klassische" Rollenmuster bedienendes Genre wie die literarische Fantasy mal locker ein paar sehr alt gewordene Geschlechter-Zöpfe über Bord wirft.
nawarI
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von nawarI »

muecke-the-lietz hat geschrieben:[...]Also ich fasse mal hier die Gegenargumente zusammen: Auf der einen Seite ist das DiD Prinzip in Zelda und Mario lächerlich und absolut harmlos weil superkindlich, naiv und witzig gemeint, auf der anderen Seite wird aber plötzlich von Bindung und Verlust gesprochen - also doch nicht so harmlos, naiv und witzig.
Wenn die Motivationen doch so stark sind, dann kann man nämlich durchaus wieder von einem besorgniserregendem DiD Prinzip sprechen. Denn dann können angeblich nur die Jungs die Mädels verlieren und sie retten, nicht andersrum. Denn das ist doch so gut wie nie der Fall. Was denn nun?
[...]
Es gibt durchaus Situationen, wo die Frau als unfähige DiD dargestellt wird.
Spielerisch und inhaltlich ergibt es Sinn, dass die naive Ashley in ResidentEvil4 ständig von dem ausgebildeten Elitekämper Leon gerettet werden muss. Und natürlich ist Monkey in Enslaved für das Draufhauen zuständig, weil Tripp nicht über seine rohe körperliche Stärke verfügt. Jedoch sehe ich als Kerl auch, dass man in RE4 und Enslaved ständig damit beschäftig ist einer DiD hinterherzurennen. Die Dame im Video will hier auch niemanden mit dieser Feststellung angreifen sondern die Allgemeinheit auf diesen Missstand aufmerksam machen (Meine Schwester ist genau so drauf und eigentlich meint sies nur gut, auch wenn es nicht so rüberkommt). Das schlimmste was passieren kann, ist dass sich Storyautoren mal etwas mehr ins Zeug legen.
Wir wissen alle, dass es bei Mario-Spielen um das Sammeln von Münzen geht. Dem Spiel würde es aber auch nicht schaden Peach als weniger unfähig darzustellen. Verbesserungsvorschläge (wie Elaine aus Monkey Island und Farah aus Prince of Persia: The Sands of Time) wird es wohl in den nächsten Videos geben.

Die Dame im Video vergisst aber, dass Mario, Zelda und vor allem Enslaved Extrembeispiele sind, die nicht repräsentativ zu der ganzen Industrie gesehen werden dürfen. In Werken, wo die Autoren mehr Wert auf Story legen, ist das DiD-Phänomen weniger ausgeprägt. (wenn man danach sucht, findet man überall in Film, Fernsehen und SPielen Beispiele für eine DiD, aber wie ich in meinem Post auf Seite 74 ausgeführt habe, gibt es je nach Sichtweise ganz andere Auslegungsmöglichkeiten).

Auch wird im Video ignoriert, dass ein gutes Team aus Mitgliedern beider Geschlechter zu bestehen hat: Monkey und Trip ergänzen sich wunderbar; beim Prinzen und Farah knistert es seit der ersten Sekunde -
vor allem in Werken, wo eine nette kleine Liebesgeschichte dabei sein soll, ist dies wichtig. (und kommt mir jetzt nicht mit Der Hobbit - meine große Schwester hat sich schon darüber aufgeregt, dass außer Galadriel keine Frau in Der Hobbit eine größere Rolle hat, was wohl ein noch größeres Verbrechen als das DiD-Phänomen ist). Wenn die Geschichte spannend sein soll, geraten alle Teammitglieder geschlechtsunabhängig mal in Gefahr und müssen von den anderen gerettet werden.
Dies sollte sich allerdings in der Waage halten. Bei Prince of Persia:Sands of Time ist dies wirklich gut gelöst. Aber man(n) kann schon zugeben, dass Monkey bei Enslaved besser davonkommt als Trip (meiner großen Schwester werde ich Enslaved jedenfalls nicht zeigen!!)

Was das Video angeht: Weil nur negativbeispiele angesprochen werden, komme ich mir beim Angucken des Videos selber etwas angegriffen vor und weil die Dame im Video nur die eine Seite beleuchtet wirkt sie extrem voreingenommen, weshalb ich auch erstmal auf Kontra gehen möchte.
In Summe sehe ich das Video aber als einen Aufruf, dass öfter mal coole, starke Frauen gezeigt werden sollen - zumindest hoffe ich, dass die kommenden Videos dies mal sagen werden.
Ihr werdet mir doch zustimmen, dass Farah viel cooler drauf ist als die ewige Nervensäge Tripp.
Armin
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von Armin »

neo6238 hat geschrieben:Könnt ihr nicht aufhören gegen diese Person (Frau zu sagen wäre ja sexistisch) zu haten?!

So kriegt sie doch nur noch mehr Bühne.
Das ist das eizig schoene an dieser merkwuerdigen Reaktion. Quasi die Inverse zur Sim City Angelegenheit, dort sind die Reaktionen lustig, aber die gratis publicity fuer EA der Nachteil.
johndoe824834
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von johndoe824834 »

Die Liebesbeziehungen in Mass Effect (jeder Teil) waren inhaltlich lächerlich.

Baldurs Gate 2 hatte nachvollziehbare Liebesgeschichten die genial ausgearbeitet waren.
Aber was Erzähl ich. Baldurs Gate 2 kommt von einem völlig anderen Planeten ,Rollenspiel gegen Pseudo Rollenspiel.
Freie Liebe im Weltall heißt jetzt die Devise, die Normandy ist somit letztendlich nur ein überlichtschneller Swingerclub auf intergalaktischer Erlebnisreise.
:lol:
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Kajetan
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von Kajetan »

White Wolf_1986 hat geschrieben:Baldurs Gate 2 hatte nachvollziehbare Liebesgeschichten die genial ausgearbeitet waren. Aber was Erzähl ich. Baldurs Gate 2 kommt von einem völlig anderen Planeten ,Rollenspiel gegen Pseudo Rollenspiel.
Immerhin hatte Mass Effect mit Luke Kristjanson noch jemanden, der bei BG2 bereits für u.a. Dialoge verantwortlich war. Entweder hat der Mann schwer abgebaut oder "Romantic Entanglements" waren nicht sein Verantwortungsbereich. Oder er musste anstatt Romantic halt Alien-Sex schreiben, weil man mit Alien-Sex besser marketing-technisch schockieren kann (vor allem in den prüden USA), als mit feinen Zeilen über die innige Liebe zwischen zwei Charakteren, die unterschiedlichen Spezies angehören.

Wie auch immer ... die Geschwindigkeit, mit der in den Mass Effect-Spielen die Party-Mitglieder ins Bett gehüpft sind, die hat sich eher an den Erwartungshaltungen eines SpringBreak-Publikums orientiert, wo man halt nicht lange rumfackelt, sondern gleich rumfickt.
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greenelve
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von greenelve »

muecke-the-lietz hat geschrieben:@greenelve

Aber gerade in Halo (4) ist das doch wieder so eine Sache. Cortana ist eine Ki, dargestellt als nackte, heiße Sexbombe, die, durch ihre Programmierung, zur Jungfrau in Nöten wird. Ich muss dir da jetzt nicht erklären, wo das Problem liegt, oder?
Ich hab Halo 4 nicht gespielt oder lets plays geschaut. :? Klar ist das ein Problem. Die Bindung zu Cortana, in den Vorgängern, kommt aus der Tatsache heraus, dass man mit ihr gemeinsam die Abenteuer bestanden hat. "Freundin" wurde sie allein durch den Umstand, als einzige "Frau" an der Seite des Masterchiefs in die Kämpfe zu ziehen und die Schlachten gemeinsam zu überstehen.

Oder in Resident Evil 2 die Beziehung zu Aida. Beliebt, weiblich und kommt allein klar. Gegen Zombies. Während du als Spieler dir vor Angst in die Hose machst. Die Interaktion mit ihr ist es, wodurch Emotionen aufgebaut werden.

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Mal ein anderes Spiel, weiss nicht ob es schon genannt wurde, in welchem die Jungfrau in Nöten positiv vorkommt, Story- und Spielmechaniktechnisch wunderbar eingebaut wurde: ICO. 8O
Das Spiel setzt die Thematik zwar um, allerdings auf eine sehr romantische und wenig glorifizierende, klischeehafte Weise, in der Männer alles können und Frauen hilfos und schutzlos sind. :Daumenlinks: (afaik..ich lehn mich mal aus dem Fenster...muss es bei Gelegenheit noch nachholen. :oops: )

ps: Dies klappt natürlich nicht bei der Menge an Titeln, die die Story um die Jungfrau in Nöten nutzen. Diese Kreativlosigkeit, einfachste Instinkte und Rollenbilder zu verbreiten, ist kritisierbar.
Zuletzt geändert von greenelve am 13.03.2013 18:01, insgesamt 1-mal geändert.
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oppenheimer
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von oppenheimer »

Kajetan hat geschrieben:Wie auch immer ... die Geschwindigkeit, mit der in den Mass Effect-Spielen die Party-Mitglieder ins Bett gehüpft sind, die hat sich eher an den Erwartungshaltungen eines SpringBreak-Publikums orientiert, wo man halt nicht lange rumfackelt, sondern gleich rumfickt.
Ganz so ist es ja nun nicht. Zumindest in Teil 2 wird da erst sehr kurz vorm Finale rumgeschnackselt.
Darüber hinaus ist auch das writing in ME2 deutlich besser und nachvollziehbarer, was nichts daran ändert, dass die Romanzen immer noch recht plump daherkommen. Da fand ich die Geschichte mit Tali noch am stilvollsten.

Warum aber ausgerechnet Baldur's Gate 2 da so viel besser gewesen sein soll, kann ich jetzt überhaupt nicht nachvollziehen.
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IEP
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von IEP »

oppenheimer hat geschrieben:
Kajetan hat geschrieben:Wie auch immer ... die Geschwindigkeit, mit der in den Mass Effect-Spielen die Party-Mitglieder ins Bett gehüpft sind, die hat sich eher an den Erwartungshaltungen eines SpringBreak-Publikums orientiert, wo man halt nicht lange rumfackelt, sondern gleich rumfickt.
Ganz so ist es ja nun nicht. Zumindest in Teil 2 wird da erst sehr kurz vorm Finale rumgeschnackselt.
Darüber hinaus ist auch das writing in ME2 deutlich besser und nachvollziehbarer, was nichts daran ändert, dass die Romanzen immer noch recht plump daherkommen. Da fand ich die Geschichte mit Tali noch am stilvollsten.

Warum aber ausgerechnet Baldur's Gate 2 da so viel besser gewesen sein soll, kann ich jetzt überhaupt nicht nachvollziehen.
Weil man bei Mass Effect sehen kann, dass es Bioware nicht so mit Mimik draufhat und sich bei den Sexszenen zwei Plastikfigürchen gegenüberstehen. Das kommt ungefähr so erotisch und romantisch rüber wie in Spaceballs, wenn Dark Helmet mit seinen Puppen spielt.
Früher hat sich das ganze schön im Kopf des Spielers abgespielt, da das Ganze nur in Textform vorhanden war. Vielleicht liegt es ja daran.
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Wigggenz
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von Wigggenz »

mr archer hat geschrieben:
Sieben79 hat geschrieben:
Ja, beim ersten Teil ist das echt flach. Jedoch eins muss man Andrej Sapkowski mit seinem Witcher-Universum lassen: Die Frauen ziehen da die Fäden und sind meist nicht so schwach, wie sie zu sein scheinen ;)
Was im zweiten Teil dann ja auch vollumfänglich Berücksichtigung erfahren hat. Im Übrigen ist Sapkowski ein sehr schönes Beispiel, wie durch höheres Niveau beim Erzählen und bei der Entwicklung von Welt, Charakteren und Plot ein ehemals ebenfalls ziemlich "klassische" Rollenmuster bedienendes Genre wie die literarische Fantasy mal locker ein paar sehr alt gewordene Geschlechter-Zöpfe über Bord wirft.
Man mag es nicht glauben, aber GRRM auch ;).
Auch wenn es dort einen etwas anderen Weg geht, nämlich den der Frauen, die sich gegen die männerdominierte Welt eigenständig durchsetzen.
-> Daenerys (direkt durch eigene Stärke)
-> Cersei (durch Ausnutzen der Männer, versagt dabei aber aufgrund ihrer eigenen Paranoia)
-> Brienne (lässt sich von keinerlei Normen ihren Platz diktieren)
Es gibt noch andere, z.B. Quaithe oder Melisandre, aber die sind, wie ich finde, nicht offensichtlich genug.
Vernon
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von Vernon »

muecke-the-lietz hat geschrieben:
Vernon hat geschrieben:
muecke-the-lietz hat geschrieben:
Hier wird aber oft so getan, als wäre die ganze Problematik völlig harmlos, Feminismus überflüssig und Sexismus nicht existent.
Puh, da prallen Welten aufeinander, denn genau so einer bin ich.
Wer hat eigentlich das Wort "Sexismus" erfunden? Eine Frau zwängt sich in ihre Abendgarderobe. Sagt man "Du siehst klasse aus", ist es ein Kompliment. Wird man konkreter und sagt "Nettes Dekolletee und toller Hintern", ist es Sexismus. Als ob man den ungesunden Chemiemist aus Fernost im Gesicht namens Make-up auch noch beurteilen müsste. Gut, ja, Mann muss. Grr.

Ferner werfe ich Feministinnen vor, dass sie meist als praxisferne Wesen eher theoretisches Wissen, welches in ihren Kram passt, verarbeiten, und in Allgemeinplätzchen verarbeiten. Ähnlich wie Astrologen... wobei die beiden Genres eh in einer engen Wechselbeziehung wirken... Horoskope.

Drittens wirft die Videodame eine Problematik auf, die keine ist. Nehmen wir mal das Problem des Mannes in Videospielen auf: er wird erschossen. Ich möchte mal das Feministengequieke hören, wenn da öfters Frauen erschossen würden.
Puh, das ist jetzt schon ganz schön harter Scheiß.

Einerseits die klassischen Mann/Frau Klischees, versteckt hinter der Aussage, man kann es eh nicht richtig machen (was zu 90 % einfach Unfug ist), das dann als Sexismus vs. Feminismus zu bezeichnen und dann nochmal schnell Feministinnen zu Alltagsfernen, Horoskop lesenden Muttis machen.

Wenn man seiner Freundin ein Kompliment macht und dann vielleicht noch ihre schönen Kurven erwähnt, wird sie sicher nicht laut "Sexist" rufen und die Polizei holen, anderseits geht es natürlich auch immer um angebrachtes, der Situation würdiges Verhalten. Außerdem ist eine Beziehung ja zum Teil auch sexuell, egal ob Mann-Frau, Frau-Frau, Mann-Mann, etc. da wird es doch auch logischerweise zu sexuellen Handlungen und Äußerungen kommen. Nur herrscht ja in der Beziehung auch ein Konsens wie weit das ok ist, es herrscht Freiwilligkeit und hoffentlich auch Gleichheit.

Und bei einer fremden oder semi bekannten Frau sollte man den Spruch zu ihrem Knackarsch einfach mal stecken lassen. Ich weiß jetzt nicht, was daran so schwer zu verstehen ist.

Also immer dieses Argument, wie mans macht, man machts falsch, ist ehrlich gesagt, übertrieben. Man hört ja auch oft genug nicht zu, wodurch dann Kommunikationsprobleme entstehen und ihrer Hilflosigkeit suchen viele Männer dann immer den Ausweg über die nicht zu enträtselnden Frauen.

Das ist irgendwie traurig.

Feministinnen sind nicht alle theoretische, kleine Unihäschen, sondern zum Teil an vorderster Front mit dabei, wenn es um Opferhilfe, Frauenrechte und die Gewinnung von Mädels für naturwissenschaftliche Fächer geht.
Der theoretische Teil des Feminismus beschäftigt sich ja zum Großteil mit Phänomenen und Hypothesen, die in der reinen, theoretischen Form oft gar nicht umsetzbar sind. Aber das ist, wie gesagt, nur ein Teil des Feminismus.
Der andere Teil kämpft Tag für Tag in dritte Welt Ländern um ein Grundmaß an Frauenrechten, gegen Genitalverstümmelungen, gegen Zwangsheirat und Mädchenhandel, unterstützt allein gelassene Mütter, klärt auch in dritte Welt Ländern über Verhütung auf, etc.
Da geben sich Hilfsorganisationen und Feminismus die Hand. Das hat dann nichts mehr mit Theorie zu tun.
Die Rolle der Frau in Indien bspw. ist bittere Praxis und da wird dann Feminismus plötzlich mehr, als Hypothesen im Vakuum, was einige Kritiker dem Feminismus oft versuchen vor zuwerfen.

Und zu aller Letzt: Könntest du versuchen zu begreifen, dass Sexismus mehr ist, als seiner Freundin Tipps bei der Abendgadrobe zu geben? Ganz so harmlos ist das Problem des alltäglichen Sexismus dann nämlich doch nicht, auch wenn uns die Massenmedien diesen Eindruck glaubhaft machen wollen.

Und deine Ausdrucksweise ist unheimlich vulgär. Warum muss es denn gleich Feminismus Gequicke sein, warum müssen Feministinnen auf Horoskope stehen, warum ist Feminismus wie Astrologie? Im Feminismus geht es in allererste Linie um Frauenrechte und die Gleichstellung der Frau in der Gesellschaft, außerdem um die Emanzipation also Unabhängikeit der Frauen von den Männern. Das sind knallharte, praxisnahe Themen. Wo da jetzt ein Bezug zu einer esoterischen Lehre hergenommen wird, versteh ich nicht.
Verzeih, dass ich verspätet antworte, aber ich lasse dieses Thema meist links liegen und wundere mich trotzdem, warum es täglich um 10 Seiten wächst. Der Grund, warum ich reinschaue ist, weil ich nach 2-3 Bieren doch neugierig bin, wohin die Diskussion führt, sprich Stand der Dinge.
Das soll keine Geringschätzung deines Textes sein, eher das Gegenteil: ich danke Dir sehr für Deine Sicht der Dinge. Dein Text ist es wert, von anderen gelesen zu werden.

Meinen Sicht der Dinge basiert unter anderem auf folgendem:
Ich habe eine Bekanntschaft, die sich als Feministin bezeichnet. Ich würde ihr gerne widersprechen, mit ihr diskutoeren mit meinen archaischen Ansichten, doch sie sagt, sie habe keinen Nerv dafür. Somit verzapfe ich meine Ansichten hier, leider unreflektiert und genervt, da ich sonst nur als Zuhörer dienen muss.
Nebenbei, was Du nicht kritisiertest: auf meinen abfälligen Einwand hin, warum sie Schminke benutzt, sagte sie: "Warum interessiert Dich das? Es ist ein Teil meiner Persönlichkeit."
Ab genau hier ist bei mir Schluss mit lustig. Ich bin selber Raucher und tue mir Leiden an. Nur ist es leider Sucht. Aber im Schminkfall der Frau scheint es in Wahrung eines Scheins zu münden. Wie sagt es so schön die Werbeinustrie? "Sündige augen mit X, Versuchung pur mit Chemiescheiss Y".
Nun schmierst Du Dich also mit ungesunder Sünde X und Versuchung-Y ein. Du ziehst Dir noch ein knappes Feministenröckchen der Marke Gürtel an, und dann komm ich daher als Mann, der von Trieben gesteuert wird. Teilweise kontrolliert.
In der Theorie werden hier im Forum von überall Soziologen daher kommen und uns erklären, warum der Mann schuld ist.
Nur sind Triebe ein Überbleibsel dessen, warum wir existieren, aber die Diskussion ist mir grad eh zu müßig.

Für meine vulgäre Ausdrucksweise muss ich mich entschuldigen. Eine drastische Wortwahl verdeutlich oft das Problem, nur schreckt es oftmals auch ab,

Ich hatte es es an anderer Stelle geschrieben: euren so genannten "Sexismus" gibt es seit langem bei praktischer Arbeit. "Sei mal ein Kavalier und hiev Du das Paket da rein". Das höre ich ständig bei mir im Dienst.
Daher vorverurteile ich, dass der Willen der Feministen nach Gleichheit entweder von Einäugigkeit geprägt ist, oder auf Scheinheiligkeit beruht, wo der Kavalier immernoch die Drecksarbeit erledigt.

Zum Thema "Feministinnen sind aktiv":
Verzeih, aber das tut so ziemlich jede aufstrebende Randgruppe auch.
ololo Neonazivergleich. Nein, ich spreche von Waldaufforstungen, Moscheen, Tafeln. Man unterstützt das, wofür man für sich das Gute sieht.

So ganz allmählich suche ich auch a bisserl die männlichen Gegenstücke dazu gegen Beschneidung.
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Culgan
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von Culgan »

Diskutiert ihr ernsthaft noch über den Scheiß?

Hier und da werden jetzt die "Frauen" der Spielegeschichte von verschiedenen Redaktionen aufgeführt, um was zu erreichen? Um den Weibern zu zeigen das sie einen großen Platz in der Geschichte haben?

Pha, auf die 10 oder so kommen soviele Männliche Entwickler und Visionäre. Belasst es doch einfach dabei. Männer machen Spiele für Männer, Ende. Wenns den weibern nicht passt, sollen sie halt selber welche entwickeln. Da Problem gelöst, Situation unter Kontrolle.

Besser als diese ewig langen Diskusionen, wo jeder meint er wäre Kulturprofessor.
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darkmojo
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von darkmojo »

Jetzt hab ich das ganze Spektakel hier tagelang mitverfolgt und würd auch ganz gern meine 2 Cent dazu in Hut werfen.
In gewisser Weise hab ich Verständnis für die ganze Ablehnung. Mit dem Video selbst hab ich eher weniger Probleme. Weder inhaltlich noch monetär...war ja bislang auch nicht sonderlich viel Aufregendes dabei. Hauptsächlich stating the obvious.
Mario mag sich zwar als plakatives Beispiel anbieten, is aber in seiner Konsequenz geradezu absurd. Fand ich ganz enorm überflüssig, dem in dem Video so viel Platz einzuräumen. Als wenn das nich damals einfach blos ne Alibistory gewesen wäre, die dann zu nem Gimmick tradiert wurde. Zelda im Kern das Gleiche. Lässt sich nicht losgelöst davon betrachten.
Wird zwar bestimmt noch ausgefeilter in späteren Videos, aber wohl kaum so "harter Tobak" wie hier jemand zuvor angekündigt hat (sry, aber bei sonem ThreadMonster fang ich nicht mit Smartphone an Zitate zu suchen^^). Als wenn es irgendjemand überraschen dürfte, dass z.B. Tombraider nich gut wegkommen wird ?! Und da es sich der Kern des Problems ohnehin schon so tief innerhalb jeglicher gesellschaftli her Selbstkonstruktion, gemütlich gemacht hat, lässt sich sowieso ungefähr alles argumentativ instrumentalisieren.

Das einzige was mich wirklich nervt is die Frau selbst. Und damit is für mich der Stein des Anstoßes gegeben. Der Kontext des Videos is doch warum sich so viele anpissen. Ausgerechnet aus nem meinetwegen noch "gemäßigt militant Feministischen Background", kommt son Beitrag. Natürlich is sowas dann Zweckgebunden. Ich brauch keine Sarkeesian damit mir auffällt mit wieviel Plumpness viele Games gesegnet sind. Das is sogar bisweilen Teil des Amüsement.
Es geht den meisten Flamern doch darum das Videospiele nicht instrumentalisiert werden sollen. Zurecht hat jeder "rumgeheult" als Moslems sich bei CoD eingemischt haben, Schwule bei ME und Schwarze bei RE. Da is Sie blos der (^^) nächste Störenfried.
Brauch man sich über Gegenwind gar nicht zu wundern. Feminismus als solcher könnte sich mal in neue Vokabeln kleiden. Durch dauerbeleidigte Berufsempörte genießt der leider keine guten Ruf.

Will da jetzt auch gar nicht zu sehr draufrumreiten, wie es auch von ihr auch noch inszeniert wird.
Ätzt mich auf jedenfall an.
Und wenn man (ja 1! n) sich auch ihre anderen Beiträge mal reinzieht... Ständig versucht die da irgendwelche generell wünschenswerten Verhaltensweisen als Feminismusexklusiv zu etablieren. Und immer schön fein säuberlich jeden unerwünschten Kontext ausblendend.
lächerlich


In meinen Augen ist die Feminismusdebatte blos n Nebenschauplatz.
Wenn es mal irgendwie gelingen würde bissel mehr Menschlichkeit zu etablieren, würde sich das Problem von selbst lösen.

Damn, bin doch jetzt zu matschig um den Beitrag auf Struktur gegenzulesen, nehmt's mir nit allzu übel
Felix_Krull
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von Felix_Krull »

darkmojo hat geschrieben:
Das einzige was mich wirklich nervt is die Frau selbst. Und damit is für mich der Stein des Anstoßes gegeben. Der Kontext des Videos is doch warum sich so viele anpissen. Ausgerechnet aus nem meinetwegen noch "gemäßigt militant Feministischen Background", kommt son Beitrag. Natürlich is sowas dann Zweckgebunden. Ich brauch keine Sarkeesian damit mir auffällt mit wieviel Plumpness viele Games gesegnet sind. Das is sogar bisweilen Teil des Amüsement.
Es geht den meisten Flamern doch darum das Videospiele nicht instrumentalisiert werden sollen. Zurecht hat jeder "rumgeheult" als Moslems sich bei CoD eingemischt haben, Schwule bei ME und Schwarze bei RE. Da is Sie blos der (^^) nächste Störenfried.
How dare they! Wenn sich einer über irgendetwas kritisch äußern darf, dann doch bitte bloß der Straight White (Christian?) Male, die restlichen haben gefälligst zu schweigen! Wo kämen wir da hin, wenn jede marginalisierte Randgruppe eine Meinung hätte, und noch dazu auf Missstände aufmerksam machen würde?
Randall Flagg
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von Randall Flagg »

Felix_Krull hat geschrieben:
How dare they! Wenn sich einer über irgendetwas kritisch äußern darf, dann doch bitte bloß der Straight White (Christian?) Male, die restlichen haben gefälligst zu schweigen! Wo kämen wir da hin, wenn jede marginalisierte Randgruppe eine Meinung hätte, und noch dazu auf Missstände aufmerksam machen würde?
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