Nunja, die erste Episode hat sich ja vollends auf die 'Jungfrau in Nöten' beschränkt, dementsprechend gehe ich davon aus, dass in anderen Episoden der Reihe auch andere "Typen" angesprochen werden. Vielleicht wird Episode 2 ja auch der Konterpart zu Episode 1, was ich aber bezweifle. Deshalb finde ich die "Kritik" das alles wäre einseitig beleuchtet, nicht verkehrt.ElTrollo hat geschrieben:Ich kann deinen Standpunkt schon verstehen, aber der größte Teil der Kritik in diesem Thread geht doch am Thema vorbei. Der Punkt mit der einseitige Sicht z. B - es ist das erste von 12 Videos zu dem Thema "Women vs. Tropes". Wenn nach dem 12. Video noch immer der Eindruck der Einseitigkeit besteht, dann muss das selbsverständlich kritisiert werden. Momentan halte ich das einfach für verfrüht.GeQo hat geschrieben: Versteh mich nicht falsch - ich will nicht behaupten, diese Problematik wäre vollends an den Haaren herbeigezogen. Doch reitet mir die gute Frau viel zu sehr auf der 'Opferrolle' der Frau herum. Wie ich schon in einem vorigen Kommentar von mir sagte: das kann man so und so drehen.
Ich könnte genauso sagen, der Mann wird in die Heldenrolle gezwungen. Er ist es, der alles begradigen muss. Er ist der, der sein Leben riskiert um die 'Jungfrau in Nöten zu retten'. Das setzt dann eigentlich auch voraus, dass das Leben der 'Jungfrau in Nöten' mehr wert ist, als sein eigenes. Denn er wirft es immerhin allen Umständen zum Trotz in die Waagschale.
Zusammengefasst: Klar, es gibt diese (unfaire?) Rollenaufteilung - im Spiel wie auch im Leben. Und ja, die Jungfrau in Nöten ist ein stilistisches Mittel um einen Plot aufzuziehen. Aber das hat zwei Seiten und nur weil die nette Dame im Video die eine Seite aufzählt und die andere "vergisst", hat sie keineswegs 'Recht'.
Die Rollen von Männern in Videospielen dürften auch mehrheitlich Stereotypen entsprechen, aber das ist doch schlicht nicht ihr Thema, von daher kann ich diesen Punkt in der ganzen Diskussion echt nicht nachvollziehen. Das verweisen auf die "Gegenseite" ist finde ich immer eine ziemlich unsauber Sache. Bezieht sich jetzt speziell auch nicht auf dich. Aber als die Sexismusdebatte hochkochte, kamen auf einmal auch aus allen Ecken die Einwände, es gäbe ja auch Sexismus gegen Männer - ja und? Unrecht + Unrecht = Recht?! Ja, auch das "Männerbild" ist in Videospielen klischeebehaftet. Wenn hierzu jemand ein vergleichbares Projekt auf die Beine stellen würde, bitte, ich würde mir das auch anschauen. Nur binn ich mir sicher, dass in diesem Fall keine Hasstriaden zu befürchten wären, wie es jetzt zum Teil der Fall ist. Mag auch sein, dass ich da etwas zu sensibel bin, aber diese immer wieder auftauchenden Nazi- und Faschismusvergleiche stoßen mir zumindestauf keinerlei Vertsändnis.
Was das Argument 'es ist nicht ihr Thema' angeht: aber natürlich ist es auch Bestandteil ihres Themas. Wenn ich A sage, muss ich auch B sagen. Man muss darüber keinen Vortrag halten, aber zumindest die Erwähnung ist notwendig. Zumindest meines Erachtens.
Bei dem Ganzen geht es ja auch nicht um die Frage, was Rechtens ist. Und, versteh mich nicht falsch, ich möchte auch keineswegs zum Ausdruck bringen, Diskriminierung von Frauen sei okay, weil Männer ja auch diskriminiert würden. Ich finde einfach, das geht Hand in Hand und ist auf beiden Seiten unschön. Frauen werden womöglich mehr belächelt, weniger ernst genommen, okay. Männer dagegen stehen im ständigen Zwang, der Problemlöser zu sein, den Weg zu kennen.
Wie es schon jemand vor mir beschrieben hat: Zahlst du die Rechnung bist du ein Macho, weil du der Frau die Möglichkeit nimmst. Zahlst du sie nicht, bist du nicht der strahlende Ritter den sich die Frau wünscht. Ja, das trifft nicht auf alle zu. Aber ganz unwahr ist es nicht.
Dementsprechend: völlig egal, wo das "Recht" steht, diese ganze Nummer ist auf beiden Seiten unschön. Ich fände solche Beiträge wesentlich glaubhafter, wenn es doch einfach mal um Diskriminierung beider Geschlechter und die Wechselwirkung dazwischen ginge. Denn indem man sich nur wieder hinstellt und nur über eine Seite jammert, baut man doch von vorne herein eine Kluft zwischen Mann und Frau. Diese wäre aber nicht da (oder zumindest weniger groß) wenn auch der Bezug da wäre der verlauten lassen würde: Männer betrifft das auch, aber auf andere Art.
In einem Punkt sind wir uns aber einig: dieser ganze Hass der wegen solcher Dinge überschwappt, ist unschön. Ich bin jetzt jemand, der eine andere Meinung vertritt als die Dame in dem Video, deswegen kann ich das aber dennoch akzeptieren und respektieren. Ich lerne sogar daraus, wie einfallslos diese ganzen Branchen eigentlich sind, indem sie (auch ohne dass ich es teils bewusst gemerkt habe) das immer gleiche Klischee missbrauchen. Auch mir stößt dieser Hass sauer auf, denn eigentlich ist es doch eine gute Sache, dass sowas angesprochen und darüber diskutiert wird.
