Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

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mr archer
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von mr archer »

Kajetan hat geschrieben:
Jugendliche sind vom Leben nämlich noch nicht so gefrustet, dass sie ums Verrecken jemanden finden müssen, dem sie die Schuld an ihrem persönlichen Jammertal geben können.
Das widerspricht zwar meinem Statement zuvor. Aber ich finde den Satz so gut, dass ich glatt auf seine Position einschwenke.
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JesusOfCool
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von JesusOfCool »

)FireEmblem(Awakening hat geschrieben:
JesusOfCool hat geschrieben:
)FireEmblem(Awakening hat geschrieben:Aha...wie immer ganz tolle interne Infos made by Jesus.
ich finds ehrlich gesagt wesentlich interessanter warum du hier nicht mitdebattierst. du hast doch garantiert auch eine recht polarisierte meinung zu dem thema.
Beim zuhören mach ich mich immer noch am besten.
mal was neues ^^
is hier aber vielleicht eh besser so :ugly:
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Wigggenz
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von Wigggenz »

mr archer hat geschrieben:Bin ich Moses, oder was? Man kann damit anfangen, den Satz "Sowas machen Mädchen/Jungen nicht", für alle Ewigkeit aus der frühkindlichen Erziehung zu verbannen. Das wäre ein guter Anfangspunkt, von dem aus sich eine ganze Menge finden würde.
Den Satz habe ich nie gehört und bin trotzdem laut Abe ein schlimmer Sexist geworden :P

Ich meine ja nur, wie willst du denn zukünftigen Eltern zumuten, ihre Kinder zu erziehen (auch ohne diesen Satz), ohne das sie schon irgendwelche abgeschlossenen Rollenbilder vermitteln?

Das fängt doch schon mit blauem oder rosa Strampelanzug an, geht weiter über Spielzeug und über Kleidung.
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Kajetan
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von Kajetan »

Your Downfall hat geschrieben:Oh, es gibt viele Jugendliche, die von ihrem Leben gefrustet sind. Nur leben die das vielleicht eher im realen Leben aus, ich werde jedenfalls seltener von 25-30 Jährigen angepöbelt als von 16-18 Jährigen.
Das kann gut sein. Ältere sind sehr viel stärker in gesellschaftliche Strukturen eingebunden. Familie, Job, Nachbarschaft. Da reisst man sich nach aussen hin so gerade noch zusammen, weil man eben mehr zu verlieren hat als ein Jugendlicher, lässt dann aber im Netz die Sau raus.
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JesusOfCool
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von JesusOfCool »

Wigggenz hat geschrieben: Das fängt doch schon mit blauem oder rosa Strampelanzug an, geht weiter über Spielzeug und über Kleidung.
so ist es. wobei sich das bei der kleidung ja schon geändert hat. immerhin tragen die meisten frauen heutzutage auch hosen.
das blau rosa prinzip find ich auch absolut furchtbar. meine geschwister meinten diesbezüglich, dass andere leute ja nicht wissen welches geschlecht das baby sonst hat, als sie kinder bekommen haben. ich hab ihnen dann gesagt, dass sie doch gelb und grün verwenden sollen. fragen die leute halt nach. is ja egal.
es gibt für alles einen weg, man muss ihn nur suchen wollen. einige dinge würden sich von selbst erledigen wenn die medien diese stereotypen nicht so extrem verwenden würden.
Zuletzt geändert von JesusOfCool am 11.03.2013 16:01, insgesamt 1-mal geändert.
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mr archer
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von mr archer »

Wigggenz hat geschrieben:
Das fängt doch schon mit blauem oder rosa Strampelanzug an, geht weiter über Spielzeug und über Kleidung.
Ja. Eben. Damit haben wir den Punkt doch nun gemeinsam herausgearbeitet. Du erkennst ja offensichtlich selbst, dass es ziemlicher Nonsens ist, dass Strampelanzüge für Jungs scheinbar grundsätzlich blau zu sein haben und die für Mädchen rosa. Das ist denen ja nicht genetisch eingeschrieben oder so. Im Grunde ist das ein Äquivalent zu dem Satz, den Du nie gehört haben willst.

"Jungs tragen als Kleinkind blau, Mädchen rosa."

"Warum?"

"Darum."
Kya
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von Kya »

mr archer hat geschrieben:
Wigggenz hat geschrieben:
Das fängt doch schon mit blauem oder rosa Strampelanzug an, geht weiter über Spielzeug und über Kleidung.
Ja. Eben. Damit haben wir den Punkt doch nun gemeinsam herausgearbeitet. Du erkennst ja offensichtlich selbst, dass es ziemlicher Nonsens ist, dass Strampelanzüge für Jungs scheinbar grundsätzlich blau zu sein haben und die für Mädchen rosa. Das ist denen ja nicht genetisch eingeschrieben oder so. Im Grunde ist das ein Äquivalent zu dem Satz, den Du nie gehört haben willst.

"Jungs tragen als Kleinkind blau, Mädchen rosa."

"Warum?"

"Darum."
http://www.sueddeutsche.de/leben/sz-kin ... .1104307-2
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mr archer
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von mr archer »

Danke. Quod erat demonstrandum.
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Wigggenz
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von Wigggenz »

mr archer hat geschrieben:
Wigggenz hat geschrieben:
Das fängt doch schon mit blauem oder rosa Strampelanzug an, geht weiter über Spielzeug und über Kleidung.
Ja. Eben. Damit haben wir den Punkt doch nun gemeinsam herausgearbeitet. Du erkennst ja offensichtlich selbst, dass es ziemlicher Nonsens ist, dass Strampelanzüge für Jungs scheinbar grundsätzlich blau zu sein haben und die für Mädchen rosa.
Ja, die Frage ist aber nun: wie sinnvoll damit umgehen?

Eltern können immer noch selbst entscheiden, welche Farben die Strampelanzüge ihrer Kinder haben, und es denkt nicht einmal jemand daran, dass es eigentlich sinnfrei ist, Jungs blau und Mädchen rosa zu geben. Selbst Eltern, die zugeben, dass das eigentlich sinnfrei ist, finden es aber trotzdem unproblematisch, es trotzdem so zu handhaben (Onkel von mir wurde vor ein paar Monaten Vater, da haben wir auch darüber irgendwann mal gesprochen).

Soll man nun per Gesetz verbieten, Jungs blau und Mädchen rosa anzuziehen, keine Strampler in den Farben mehr verkaufen, sondern nur noch graue oder blau/rosa gestreifte? Oder Werbekampagnen starten mit dem Slogan "Kein blau für Jungs - kein rosa für Mädchen"?

Mir fällt nichts ein, wie man dieser eigentlich sinnlosen Gebräuchlichkeit unserer Gesellschaft entgegenwirken sollte.
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IEP
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von IEP »

Cool, Rosa steht für das kleine Rot und das steht für Blut und Kampf! Barbies Traumhaus war also schon immer eine getarnte Metzgerei!
Plor
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von Plor »

@wiggenz

She wanted to be the wolf.
Bild

Es reicht schon, im Kleinen anzufangen, um cool zu sein. Nach Gesetzen dürfte keine der anwesenden Feministinnen schreien.

Anderes Beispiel: Daddy programmiert seiner Kleinen ein Donkey Kong mit Pauline als Protagonistin und Mario als Jungmann in Nöten.
http://seite360.de/2013/03/10/donkey-ko ... e-edition/

Auch cool. Vielleicht kaufst du deinem Mädchen auch einfach mal nen blauen Strampler oder deinem Jungen einen in rosa. Kein großer Aufwand, tut keinem weh und es ist schon einiges getan...
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mr archer
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von mr archer »

Wigggenz hat geschrieben:

Mir fällt nichts ein, wie man dieser eigentlich sinnlosen Gebräuchlichkeit unserer Gesellschaft entgegenwirken sollte.
In dem man sich eben ihre Sinnlosigkeit vor Augen führt. Das haben wir hier getan. Und daraus seine Schlussfolgerungen zieht. Das steht jedem nach persönlichem Empfinden, Leidensdruck und was weiß ich, frei. Menschen sind zu rationellem Handeln fähig. Ob sie es tun, ist ihre Sache.

Zurück zu Sarkessian: sie stellt eine mit Argumenten unterfütterte Meinung in den Raum. Man kann sie sich anhören. Über sie nachdenken. Und seine Schlüsse daraus ziehen. Das eine Entwicklerstudio, der eine oder andere Autor usw. wird das eventuell tun. Das andere nicht. Und wieder ist die Welt ein bisschen bunter und multipolarer geworden. Und komplizierter. Gut so.
johndoe1527797
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von johndoe1527797 »

mr archer hat geschrieben:Das Video ist durchaus sehenswert. Allerdings ist der von Dir angesprochene logische Schluss, den sie macht, ein bisschen gewagt. Sie geht vom Durchschnittsalter des Videospielers in den USA aus (30 Jahre) - und schließt damit auf die Alterstruktur der Hassposter zurück. Das ist, sagen wir mal, statistisches Schließen für Rigoristen. Halte ich für sehr wackelig.
Oh man... wenn Soziologen und Psychologen eines richtig gut können, ist es doch Statistik... :( weil... so "weich" sind diese Fächer nämlich absolut nicht.

Auf Xbox Live scheinen alle Zufalls-Mitspieler 13-jährige Amerikaner zu sein. Mein - sicher alles andere als repräsentativer - Eindruck. => Headset nur beim Spielen mit echten Freunden.

Und Rosa wird wieder zur Jungenfarbe?! Hellblaue Hemden sind einfach hässlich und rosa Hemden - nach weißen natürlich - doch am Beliebtesten. Oder ist das jetzt noch von diesem metrosexuellen / David Beckham - Hype.
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muecke-the-lietz
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von muecke-the-lietz »

Kajetan hat geschrieben:
Your Downfall hat geschrieben:Oh, es gibt viele Jugendliche, die von ihrem Leben gefrustet sind. Nur leben die das vielleicht eher im realen Leben aus, ich werde jedenfalls seltener von 25-30 Jährigen angepöbelt als von 16-18 Jährigen.
Das kann gut sein. Ältere sind sehr viel stärker in gesellschaftliche Strukturen eingebunden. Familie, Job, Nachbarschaft. Da reisst man sich nach aussen hin so gerade noch zusammen, weil man eben mehr zu verlieren hat als ein Jugendlicher, lässt dann aber im Netz die Sau raus.
Was man an vielen Beispielen auf einträglichen Internetseiten ziemlich schnell feststellen kann. Gerade auf Speigel-Online und faz.net geht stellenweise so richtig die Post ab, wenn man Papi mal schreiben darf.

Auch zum Thema Sexismus fallen da so einige, höchst interessante Kommentare.

@Wiggenz

Du machst es dir ein bisschen zu einfach und versuchst über das Extrem die Sache zu zuspitzen. Das sei dir gestattet, löst aber unser Dilemma nicht.

Frei von irgendwelchen Rollenbildern kann man erstmal niemanden erziehen. Das wäre utopisch. Und die Unterschiede zwischen Mann und Frau kriegen Kinder ja auch irgendwie mit.
Nur sind einfach bestimmte Rollenvorstellungen eher beschränkend als hilfreich und führen schon frühzeitig zu einer sehr einseiten Geschlechterbetrachtung.
Die andere Problematik ist der mediale Schönheitswahn, der schon Mädchen in der Gundschule unter solchen Schönheitsdruck stellt, dass sich in meiner (4.) Klasse bereits alle Mächen schminken und schön machen und über ihre Figur reden. Dabei hat dieses Verhalten erstmal noch nichts in dem Alter verloren und ist andererseits nur ein Spiel, ein Nachahmen der angeblichen Welt der Erwachsenen. Nur leider bilden solche kindlich naiven Weltbilder für die meisten Menschen bereits die Grundlage ihrer Werte- und Weltvorstellungen. Und dann wird dieses ganze Rollenbild plötzlich kritisch.
Denn auch Jungs stecken in ähnlichen Rollen fest und gewöhnen sich daher zum Teil schon sehr früh prolliges und männlichkeitsdominiertes Verhalten an, was vielmehr ein Spiegel ihrer Umwelt ist, als natürliche Entwicklung. Das sind Extreme, die zu zum Teil sehr verkorksten jungen Menschen führen.

Ein etwas entspanntere Sicht in diesem Alter, käme einem gesunden Erwachsenwerden daher manchmal entgegen. Wenn wir uns als Eltern dann noch irgendwann von diesen ewigen sowas machen Jungs und Mädchen Sprüchen verabschieden könnten, wäre schonmal ein großer Schritt getan.

Zum Thema Knete: Es geht nicht darum, dass alle Kinder graue Knete benutzten sollen, sondern, dass Mädchen nicht nur pinke und Jungen nicht nur blaue Knete bekommen sollen, da Kinder sich nicht von Natur aus irgendwelchen Farben hingezogen fühlen. Diesen Glauben muss man einfach irgendwann mal abstreifen.

Ich bin im Osten groß geworden und musste mir mit meiner kleinen Schwester sämtliches Spielzeug teilen und da hat es keinen von uns gestört, mal mit Puppen und mal mit Autos zu spielen. Und ich kenne viele, bei denen das auch normal war. Aber wenn die Mädchen heute nicht Lillifee und sowas kriegen und die Jungs nicht Call of Duty oder die neue Power Wheels Strecke, dann ist aber die Hölle los.

Wie gesagt, man kann und soll ja gar nicht in die Entwicklung eingreifen und die Unterschiede sind da zum Teil nun mal da, aber man muss dieser Entwicklung und Selbstentfaltung mal einfach ein wenig mehr Platz geben. Dann klappt das auch mit moderner Erziehung.

P.s.: Das Forum ist zu schnell für mich, wurde ja schon sehr detailiert drauf eingegangen - sorry.
Zuletzt geändert von muecke-the-lietz am 11.03.2013 16:19, insgesamt 1-mal geändert.
Abe81
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von Abe81 »

JesusOfCool hat geschrieben: das wort penis dürfte hier wohl keinen stören. viel mehr geht es darum was damit ausgesagt wird. du tritts gegen geschlechterdiskriminierung und vorurteile diesbezüglich ein, verwendest sie allerdings selbst. es ist vollkommen egal ob hier nur männer dagegenargumentieren. wenn du niemanden anhand seines geschlechts diskriminieren willst dann darfst du auch niemanden wegen seinem geschlecht ansprechen und schon gar nicht darüber. und nur ums zu verdeutlichen, dass das wichtig ist, schreibe ich es nochmal: es ist vollkommen egal wer das gegenüber ist.
Da haben wir wohl einen Dissens. Das gleicht mir zu sehr der Strategie der GOP in den USA: Es wird jedes Reden über Sex/Gender und Race als diskriminierend bezeichnet, um eine Gleichheit nur auf der Redeebene herzustellen bei gleichzeitiger Verkennung/Verklärung der realen Lebensprozesse. Das führt dazu, daß Kritik am gesellschaftlichen Geschlechter-/Klassen-/Ethnienverhältnis als solche schon 'diskriminierend' genannt wird, also Kritik verstummen muss. Ich halte es für keinen Zufall, daß die Gegner des Videos in ihrer Mehrheit Männer sind. An diese nun in ihrer Rolle als Männer in einer Diskussion über Geschlecht zu appellieren, also die eigene Sozialisation zu relektieren, halte ich für völlig legitim.
Aber ich erkenne zumindest den Gedanken hinter deiner Argumentation an, würde ihn auch in vielen Diskussionen so praktizieren, aber hier, nach 50 Seiten Mund-fusselig-Reden, schien es mir mehr als angemessen, daß mal auf's Tableau zu bringen, weil eine große Anzahl an Kommentatoren ja selbst keinen Hehl aus ihrer 'männlichen Pespektive' auf das Thema gemacht haben.
Your Downfall hat geschrieben: Eigentlich disqualifiziert dich diese Formulierung ["An alle Schreihälse mit Penis"] schon. Ich kann und möchte das in diesem Fall nicht als Humor werten, eben weil er - wie ein paar Beiträge weiter unten schon gesagt - geschlechterbezogen ist. Seinen Diskussionspartner als "Schreihals mit Penis" zu sehen ist somit sexistisch.
Ich gebe zu, das bewusst provokant formuliert zu haben, um genau diesen Einwand zu erzeugen (siehe meine Ausführung weiter oben zu JesusOfCool), denn dieses Argument, der reine Bezug auf das Geschlecht sei bereits sexistisch, ist mir zu formalistisch ("geschlechterbezogen" ist akademische Phraseologie). Ich habe deswegen recht instrumentell diese Empörung darüber auslösen wollen, weil "Sexismus" nunmal nicht nur ganz neutral "geschlechterbezogenes Verhalten" meint, sondern eine gesellschaftliche Ordnung, mit hierarchischer Ordnungsfunktion. Bei dir fehlt mir, fast im gesamten Beitrag, der gesellschaftliche Bezug. Du bereibst m.E. schlechte Abstraktion.

Ich kann ehrlich gesagt nicht nachvollziehen, wie du das jemandem, der mehrmals betont, dass er die Gleichberechtigung der Frau im Alltag fördert, vorwerfen kannst.
Zum einen finde ich "fördern" schon arg übertrieben. Wenn ich mich recht entsinne, sprach er von "anerkennen". Dazu habe ich weiter oben auch schon einige geschrieben, das du in deiner Erwiderung übergangen hast: Sogar die CDU fordert sowas, dazu gehört nicht viel, zum anderen halte ich das für ein Lippenbekenntnis und habe auch angemerkt, daß ich sein Lippenbekenntnis wahrgenommen habe, aber nicht Ernst nehme und habe auch geschrieben, warum ich meine, trotz gegenteiliger Beteuerung, ihm das nicht abzukaufen.
Da du schon in vorherigen Beiträgen so mit Fachterminologie um dich wirfst, möchte ich fragen, ob dir der universale Allsatz etwas sagt. Du beraubst eigentlich mit dieser kategorischen Aussage jedem männlichen Wesen seiner Argumentationsfähigkeit, da seine gesellschaftliche Indoktrination sowieso keine andere Meinung zuließe. Du hingegen in deiner - wie ich aufgrund deiner Beiträge annehme - weiblichen Rolle siehst dich dazu in der Lage. Das halte ich, wenn ich es extrem formulieren möchte, für sexistisch.
Also: Wie du bereits weiter oben hättest lesen können, und ja auch meinst, gelesen zu haben, habe ich bereits geschrieben, daß für mich ein Totschlagsargumente sei (aus der Erinnerung zitiert) "Männer können hier nicht mitreden; sowas tötet den Diskussionsgegner..." Wie du also siehst, weiß ich, was ein Allsatz ist. Das wäre tatsächlich sexistisch. Worum man dennoch nicht herumkommt, du dich aber in der tendenziell formalistischen Begründung des Sexismus drückst: Erfahrung.
Woran ich immer wieder appelliere (auch das sollte sich nicht allzu schwer recherchieren lassen), ist die Reflexion der eigenen Geschlechterrolle. Das ist das genau Gegenteil von "gesell. Indoktrination lässt keine andere Meinung zu". Der Appell an Reflexion beinhaltet bereits die Annahme, man könne gedanklich von seiner Geschlechterrolle abstrahieren.
Ich würde dir raten, den Kommentar mit der Jungfrau und der Bettkante nochmal zu lesen, unter dieser schon fast offensichtlich lächerlichen Aussage versteckt sich etwas Kleingedrucktes...
Lies es selbst, ich möchte dich da nicht zuviel spoilern, aber der du spielst dem Autor des Posts mit der Aussage 100-prozentig in die Hände, herzlichen Glückwunsch. @#Aufschrei
Du hast diverse Male behauptet, sexistisch sei es bereits, wenn man "geschlechterbezogen" rede. Jetzt meinst du mich erwischt zu haben, weil ich einen Kommentar paraphrasiere, der zufällig ironisch gemeint war, unter der Masse an "geschlechtsbezogenen" Kommentaren, die du dafür ignoriert haben musst, unter der Masse an "Femnazi"-Vorwüfen. Du hast echt Chuzpe.
Zu derartigen, allerdings ernstgemeinten Kommentaren: Wir sind hier im Internet.
Dazu habe ich nun wirklich schon genug geschrieben und muss nun nicht nochmal ausführlich antworten. Entschuldige den Stakkato-Stil: Es kommt auf den Inhalt an, nicht das gepöbelt wird ("geschlechtsbezogen"); ich halte das weder für einen Minderheit, noch denke ich, daß das mit dem Alter erklärbar ist (man sehe sich mal die Kommentare unter diversen Artikeln in der Welt/FAZ usw. an). Das hat natürlich etwas mit allgemeiner Enthemmung zu tun, nur ist damit noch nichts darüber gesagt, ob diese Kommentare deswegen 'unwahr' sind, also nicht so gemeint und so. Natürlich beherrscht man sich in nicht anonymer Umgebung mehr, aber - abermals - schaue dir den Inhalt an. Der kommt nicht zufällig in die Köpfe und ich finde es auch relativierend, dieses Ausmaß an Widerlichkeiten hier wie auf Youtube einfach so wegzuwischen, indem man das meint, aufs Medium schieben zu können.


Hier wird doch alles ertragen und geduldet, oder wurdest du schon von den vorwiegend männlichen Moderatoren verwarnt oder geblockt? Hat man deine Kommentare gelöscht und dir die Möglichkeit zur Diskussion verweigert? Nein!

Es ging mir nicht um meine Position, das war nämlich keine Beschwerde über den Umgang mit mir (da habe ich nichts zu beklagen, außer der wirren Argumentationsmuster und -sprünge). Ich habe da gar nicht so ein großes Problem mit, wenn z.B. der Betreiber eines Forums/Blogs etc. seine Autorität geltend macht und Kommentare zensiert/löscht etc. Es ging um den Widerspruch in der Argumentation der anderen: Auf der einen Seite ganz sachlich kühl darüber argumentieren zu können, wenn jemand anders als "Cunt" usw. beleidigt wird (oft sogar direkt im Kommentar darüber), aber dann die Mimose mimen, wenn man (m.E. recht harmlos) Dödel oder Hanswurst genannt wird. Man muss sich schon aussuchen, wofür man nun steht. Dass man das nicht macht, sondern das ganz flexibel nach der eigenen Meinung entscheidet, spricht eher für die nicht sachlichen Gründe der eigenen Position (ich meine damit: Den Vorwurf der irrationalen Angst vor feministischer Kritik)

Abe81 hat geschrieben: Ich denke, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, daß du vermutlich weniger Ahnung von Endokrinologie hast, als du hier über ein paar Allgemeinplätze weiß machen willst.
Alkohol setzt in der Tat Dopamin, Endorphine und Serotonin frei. Die GABA-Rezeptoren werden stimuliert und die NMDA-Rezeptoren gehemmt, was je nach Menge zur Beeinträchtigung des Urteilsvermögens gepaart mit enthemmtem Verhalten führt. Das kann sexuelle Belästigung zur Folge haben, unterscheidet sich aber wie er schon erwähnt hat von Sexismus als Gedankenkonstrukt. Allerdings wäre es glaube ich ziemlich OT, hier biologische Diskussionen zu führen.
Worauf ich hinausmöchte:
Du wirfst ihm im Folgenden mangelnde Empirie vor, wohingegen du aber ein paar Seiten vorher direkte empirische Erkenntnisse aufgrund mangelndem Aussagegehalt kritisiert hast.
Du begehst da einen Kategorienfehler, nämlich der Vermengung von hormoneller, psychischer und Verhaltensebene (das hätte ich schon Wiggg.. vorgeworfen, aber, ehrlich gesagt, vermute ich, daß er das nicht hätte nachvollziehen können). Diese drei unterschiedlichen Qualitäten werden einfach unvermittelt ineinander überführt. Das wird einfach identisch gesetzt, so als müsste das eine automatisch zum anderen führen und wäre nicht mindestens kontingent. Once again: Das erklärt z.B. nicht, warum die Form(=Enthemmung durch Alkohol) zu jenem Inhalt (=bestimmte Beleidigungen/Angrapschen etc.) führt. Vielleicht kennst du auch die Empirie zu unterschiedlichem Verhalten von Männern und Frauen unter Alkoholeinfluss. Vielleicht kennst du die sozialpsychologischen Untersuchungen auf dem Gebiet, z.B. auf dem Oktoberfest wurde alkoholfreies Bier ausgegeben, trotzdem benahmen sich alle ebenso enthemmt, was dafür spricht, daß hier Alkohol instrumentell als Ventil zur Enthemmung genutzt wird.... also mal gar nicht als die ach so große Determinante für das oben gerügte Verhalten ist. Ich habe das weiter oben extra kurz gehalten, aber dein Nachhaken hat mich leider zu diesen Ausführungen gezwungen.
Natürlich werfe ich ihm mangelnde Empirie und Erkenntnis auf diesem Gebiet vor. Zu wenig jedenfalls,um sich dazu äußern zu können, wie er es getan hat. Die Binse "Die waren Besoffen und Hormone kochen dann hoch usw." willst du doch nicht ernsthaft als "empirische Erkenntnisse" verkaufen? Deine Darstellung ist auch ziemlich verkürzt, das ist in der Realität weitaus komplexer und auch differentieller (d.h. die verschiedensten physischen und psychischen Konstitutionen etc. sorgen dafür, daß das bei ganz verschiedenen Menschen ganz verschieden wirkt, es gibt Suppressoren, es gibt Interaktionseffekte usw. usf.), da lass ich dir deine semi-wiss. Erklärung von "da werden Hormone x, y, z freigesetzt und die wirken genau so", nicht durchgehen. Deswegen auch mein Einwurf: Lasst den biologistischen Kram, das ist zum einen eine Kategorienvermengung, zum anderen kennt ihr euch, wenn ihr ehrlich seid, nicht gut genug damit aus, um damit zu argumentieren. Das wird nur gerne genommen, weil das mittlerweile zum Gemeinplatz geworden ist. Das ist viel eher deterministisch, zu behaupten, Hormone würden beinahe erschöpfend den Inhalt bestimmter sexueller Übergriffe erklären.
Ungemütlich, dass du nur potentiell überzeugbare Menschen als Gesprächspartner ansiehst, das Schema kenne ich bisher nur von einigen bekannten Veganern, aber das kann man wahrscheinlich von jeder ideologisch gefärbten Meinung behaupten.
Außerdem beschreibst du die undefinierte Menge "viele" Frauen im Bezug auf deren Ablehnung gegenüber dem Rollenschema in Videospielen. Ich sehe da keine Menge, ich sehe da keine Statistik, ich sehe da garnichts. Mir sagen Aussagen wie "Ich habe 10 Kommilitoninnen gefragt" oder "Frauen in meinem Umfeld" mehr als "viele" Frauen, weil das wenigstens halbwegs abgrenzbare qualitative Umfragewerte sind, ums mal etwas zu überspitzen.
Eine unbenannte Allgemeinheit an Menschen ist überhaupt garnichts außer einer Aussage. Weiterhin würde ich gerne sehen, inwiefern das Geschlechterverhältnis unter Videospielkonsumenten kippt, vor allem stark auf die kritisierten Genres bezogen. Mir persönlich sind sehr wenige Frauen bekannt, die "zocken", mehr Werte liegen mir leider nicht vor.
- Das ist eben der Unterschied: Ich vertrete eine Position, mache aus dieser keinen Hehl (ebenso wie die Videobloggerin) und argumentiere diese. Andere haben andere Positionen (oder ärgerlicherweise: meist nur Meinungen, wollen auch gar nicht mehr). Das nicht anzuerkennen, sondern das als "ideologisch gefärbt" anzusehen, verkennt eben, daß jeder implizite Theorien über alles mögliche hat. Ich versuche meine zu explizieren. Ich gebe mich erst gar nicht dem positivistisch-ideologischem Schein hin, man würde hier neutral und unvoreingenommen, mit abstrakter Objektivität über irgendwas nett plaudern. Stichwort: Erkenntnis und Interesse und den Zusammenhang dieser beiden. Ich vertrete die Position: 'Objektiv' ist es, wenn man auf sein Erkenntnisinteresse reflektiert und dadurch eine explizite Position macht, nur Schein-Objektiv ist es, wenn man behauptet, ganz sachlich, jenseits seiner Leidenschaften/Interessen/Rollen etc. zu argumentieren. Diese analytische Trennung von Erkenntnissubjekt und Erkenntnisvorgang mag in manchen Laborsituationen funktionieren, hier gewiss nicht.

- "Ich kenne zehn Frauen" mag für die Person eine Erklärung sein, warum sie zu dem Schluss kommt, das wäre nun so, wie die zehn Frauen sagen, weil es einhellig ist, aber das ist, wie oben bereits ausgeführt, nunmal ganz schlechte Empirie. Ich habe mit unbestimmbaren Mengen operiert, um keine Zitateschlacht von Studien etc. zu starten. Außerdem dachte ich, daß das zumindest anerkannt würde, daß es eine nicht gerade klein zu nennende Menge an Fraue gibt, die das sehr wohl als Problem erachten. D.h. die Existenz von zehn Frauen, die die Welt in Ordnung findet, ist kein Beleg dafür, daß das auch so ist. Die Existenz von zehn unzufriedenen Frauen ist aber schonmal ein Hinweis auf eine Schieflage, der man, wenn man ein klein wenig Sensibilität zeigt (wirklich, nur ganz wenig), zumindest den Vorschuss geben könnte, die Argumente dafür zu hören - und nicht abzuwehren mit "meine Schwester findet XY aber nicht doof". Wenn das dennoch abgestritten wird, daß es eine Menge an Frauen gibt, die sich systematisch diskriminiert fühlen, kann ich gerne Empirie nachreichen, daran soll es nun wirklich nicht mangeln und es verstört mich auch ein wenig, das selbst sowas zur Diskussion gestellt wird. Wir können das gerne diskutieren, aber ich bin schon überrascht, so weit hinten anfangen zu müssen..
Ich hoffe ich habe mit meiner Argumentation niemanden zu sehr vor den Kopf getreten, ich habe mich bemüht sachlich zu bleiben.
dito.
Zuletzt geändert von Abe81 am 11.03.2013 16:23, insgesamt 1-mal geändert.