Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

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JesusOfCool
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von JesusOfCool »

Abe81 hat geschrieben:- Wer sich an dem Begriff Penis stört, dem sei zumindest von mir zugestanden: Er darf sich gerne an alle Vaginas wenden, damit diese nicht nur Monologe führen. Ich verstehe auch nicht, warum ausgerechnet darum jetzt so ein Tamtam gemacht wird (warum z.B. von deiner Seite, JesusOfCool? Nicht bös, sondern interessiert gemeint). Ich finde das Wort noch relativ neutral. Auf der Seite der Video-Gegner ist die Verteilung der Geschlechter nunmal relativ eindeutig, das scheint mir aber ein wenig kaschiert zu werden. Der Appell an alle Penisbesitzer sollte das nur offenlegen. Meinetwegen ersetzt es in Gedanken (oder auch durch autoritären adminstrativen Eingriff via Mod) durch "an alle Männer".
das wort penis dürfte hier wohl keinen stören. viel mehr geht es darum was damit ausgesagt wird. du tritts gegen geschlechterdiskriminierung und vorurteile diesbezüglich ein, verwendest sie allerdings selbst. es ist vollkommen egal ob hier nur männer dagegenargumentieren. wenn du niemanden anhand seines geschlechts diskriminieren willst dann darfst du auch niemanden wegen seinem geschlecht ansprechen und schon gar nicht darüber. und nur ums zu verdeutlichen, dass das wichtig ist, schreibe ich es nochmal: es ist vollkommen egal wer das gegenüber ist.
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Wigggenz
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von Wigggenz »

mr archer hat geschrieben:
Wigggenz hat geschrieben:
Wer auch immer öffentlich Stellung bezieht, sollte auch Kommentare dazu ermöglichen.
Und sie dann geflissentlich ignorieren. Das würde ich im übrigen machen. Letztlich stellt sich mir die Frage, ob Sarkeesian oder von mir aus Dein US-Konservativer nicht letztlich dem Internet als Diskursplattform einen Gefallen tun. Denn sie zeigen mit ihrem Schritt, dass sie nicht länger bereit dazu sind, unmoderierbare "Diskussionen" zu unterstützen und machen damit deutlich, dass sie wertlos sind. Finde ich richtig. Youtube mag ein Forum sein. Aber es ist kein Forum, auf dem sich der Meinungsaustausch lohnt. Und es entwertet die eigentliche Bedeutung von Meinungsvielfalt. Nicht, weil dort widersprochen wird. Sondern weil keine Diskussion gemäß den Regeln des Disputs möglich ist, die wir seit der Antike nicht ohne Grund pflegen.
Du hast recht, aber Kommentare direkt zu deaktivieren, zeigt dass nicht, dass man nicht dazu in der Lage wäre, dämliche Kommentare einfach zu ignorieren?

@muecke:
Wer dem Video widerspricht, egal aus welchen Gründen, ist also rückständig, oder wie darf ich dich verstehen?
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muecke-the-lietz
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von muecke-the-lietz »

@B-oNe-s

Frauen als Gegenbeispielt zu bringen, ist auch so ne uralte Gurke.Man, was ist denn hier los. Hat irgendeiner die letzten 10 Jahre mal aufgepasst.

Frauen können natürlich genaus sexistisch sein wie Männer. So what?

Macht das die Diskussion überflüssig? Nein, nur komplexer.
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muecke-the-lietz
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von muecke-the-lietz »

Wigggenz hat geschrieben:
mr archer hat geschrieben:
Wigggenz hat geschrieben:
Wer auch immer öffentlich Stellung bezieht, sollte auch Kommentare dazu ermöglichen.
Und sie dann geflissentlich ignorieren. Das würde ich im übrigen machen. Letztlich stellt sich mir die Frage, ob Sarkeesian oder von mir aus Dein US-Konservativer nicht letztlich dem Internet als Diskursplattform einen Gefallen tun. Denn sie zeigen mit ihrem Schritt, dass sie nicht länger bereit dazu sind, unmoderierbare "Diskussionen" zu unterstützen und machen damit deutlich, dass sie wertlos sind. Finde ich richtig. Youtube mag ein Forum sein. Aber es ist kein Forum, auf dem sich der Meinungsaustausch lohnt. Und es entwertet die eigentliche Bedeutung von Meinungsvielfalt. Nicht, weil dort widersprochen wird. Sondern weil keine Diskussion gemäß den Regeln des Disputs möglich ist, die wir seit der Antike nicht ohne Grund pflegen.
Du hast recht, aber Kommentare direkt zu deaktivieren, zeigt dass nicht, dass man nicht dazu in der Lage wäre, dämliche Kommentare einfach zu ignorieren?

@muecke:
Wer dem Video widerspricht, egal aus welchen Gründen, ist also rückständig, oder wie darf ich dich verstehen?
Nein, dem empfehle ich aber mal ne Kurze Auffrischung zu dem Thema, bevor man sich die nächsten Videos von ihr anschaut. Ich denke dabei nur an eure Gesundheit.
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ThePanicBroadcast
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von ThePanicBroadcast »

Was heißt verharmlosen, den typische Assi im Internet der Sachen schreibt wie "Kill it before it lays eggs" oder "Would be fun if she'd get raped right now" stufe ich als 15 Jährigen männlichen pubertierenden Jugendlichen ein, der die Anonyminität des Internet benutzt, um sich als besonders cool oder hart darzustellen. Zum einen würde so einer das im RL nicht durchziehen, zum andren unterstelle ich mehr oder weniger die Unfähigkeit der Eltern ihm klarzumachen, dass sowas auch im Internet nicht in Ordnung ist, und zum letzten, dass dieses Verhalten mit zunehmendem Erwachsenwerden absteifen wird.
Das sich Jugendliche auflehnen und versuchen besonders cool zu sein, ohne über die (emotionalen) Folgen die sie verursachen könnten, nachzudenken sollte offensichtlich sein. Ich halte pubertierende Jugendliche zum Großteil unzurechnungsfähig. Wenn dem nicht so wäre, wäre auch nichts dagegen einzuwenden wenn man ab 12 wählen könnte oder?
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mr archer
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von mr archer »

B-oNe-s hat geschrieben:
Jetzt meine Frage ... und bitte zerhackt mich deswegen nicht im Forum. Ich stelle die Frage wirklich ohne böse Absichten und habe einfach nur keine eigene Antwort dafür parat bzw. bin interessiert was eure Ansichten dazu sind aber: Kann es sein dass manche Menschen bei diesem Thema besonders Sensibel sind (sprich Darstellung von Männern / Frauen egal ob Mode / TV / Spiele) weil es ihnen an Selbstvertrauen mangelt ? Ich mein, jeder weiss dass diese Darstellungen fern der Realität sind ... wenn man also wirklich ernsthafte Probleme damit hat ... ist das vielleicht aus Angst doch an dieser überzeichneten Darstellung gemessen zu werden ?

Mit Selbstvertrauen hat das denke ich weniger zu tun. Du sprichst mit Blick auf die feministische Szene da eines ihrer größten Streitthemen an, bei dem sich die Lager ziemlich unversönlich gegenüber stehen. Für die eine Fraktion ist die sexuelle Welt über Jahrtausende hinweg männlich dominiert, bzw. in der radikalsten Version Sex zwischen Mann und Frau prinzipiell ein Ungleichverhältnis zu Lasten der Frau. Die andere Fraktion argumentiert hingegen, dass man einerseits als Frau emanzipiert sein kann und trotzdem aus Rollenklischees einen Lustgewinn ziehen kann, solange man sich ihnen freiwillig und bewusst unterwirft. Ist vor allem in der BDSM - Szene eine sehr hitzige Debatte unter Frauen (Sasha Grey usw.) Geht aber auch ohne Ketten usw. Siehe Charlotte Roche.

Ich würde mal sagen, Deine Mädels waren eher der zweiten Gruppe zuzuordnen.
Zuletzt geändert von mr archer am 11.03.2013 14:56, insgesamt 1-mal geändert.
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JesusOfCool
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von JesusOfCool »

@panic: als hätten die eltern so besonders viel einfluss auf das ^^'
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muecke-the-lietz
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von muecke-the-lietz »

ThePanicBroadcast hat geschrieben:Was heißt verharmlosen, den typische Assi im Internet der Sachen schreibt wie "Kill it before it lays eggs" oder "Would be fun if she'd get raped right now" stufe ich als 15 Jährigen männlichen pubertierenden Jugendlichen ein, der die Anonyminität des Internet benutzt, um sich als besonders cool oder hart darzustellen. Zum einen würde so einer das im RL nicht durchziehen, zum andren unterstelle ich mehr oder weniger die Unfähigkeit der Eltern ihm klarzumachen, dass sowas auch im Internet nicht in Ordnung ist, und zum letzten, dass dieses Verhalten mit zunehmendem Erwachsenwerden absteifen wird.
Das sich Jugendliche auflehnen und versuchen besonders cool zu sein, ohne über die (emotionalen) Folgen die sie verursachen könnten, nachzudenken sollte offensichtlich sein. Ich halte pubertierende Jugendliche zum Großteil unzurechnungsfähig. Wenn dem nicht so wäre, wäre auch nichts dagegen einzuwenden wenn man ab 12 wählen könnte oder?
Dass dieses stark männlichkeitsdominierte Verhalten aber irgendwo seine Wurzeln hat, wird einfach vom Tisch gefegt.
Da wird sich doch noch genauen Mustern verhalten, die zum Teil schon im Grundschulalter eingebleut werden. Solche Kommentare sind doch nur eine extrem Form des grundsätzlichen Problems. Fehlender Respekt. Und fehlenden Respekt vor Frauen oder anderen Geschlechtern nennt man denn halt Sexismus.
Und der wird durch unterschiedliche und zum Teil unnötige Rollenverteilung einfach nur verstärkt.

Genau das ist das hier besprochene Problem.
Zuletzt geändert von muecke-the-lietz am 11.03.2013 14:58, insgesamt 1-mal geändert.
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ThePanicBroadcast
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von ThePanicBroadcast »

JesusOfCool hat geschrieben:@panic: als hätten die eltern so besonders viel einfluss auf das ^^'
Mir wäre aufgrund meiner Erziehung niemals auch nur die Idee gekommen, etwas in der Art unter egal welches Video zu schreiben.

@ Muecke
Also sind Peach und Zelda Schuld daran, dass es so außartet, ohne diese Damseln wäre es niemals so weit gekommen oder wie?
Zuletzt geändert von ThePanicBroadcast am 11.03.2013 15:04, insgesamt 1-mal geändert.
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mr archer
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von mr archer »

muecke-the-lietz hat geschrieben:
Weitere Videos und Kommentare werden folgen und da wird dann auch auf andere und zum teil wesentlich subtilere Probleme eingegangen. Und da kann ich euch dann schonmal auf harten Stuff vorbereiten.

Soweit ich die Videos dieser Dame kenne, ist das ein netter Auftakt, zu einer zerfleischenden Serie. Und da werden sich hier einige umschauen, wie weit der moderne Feminismus bereits ist.
Hi hi. Allerdings, Mann. Wenn wir bei Teil 12 angelangt sind, kann die CSU hier im Forum wahrscheinlich Mitgliedsanträge zum Ausfüllen reinstellen.
Und ich stimme Dir zu - was sie in diesem Video angesprochen hat, sind Allgemeinplätze, über die im Mainstream der Gesellschafts- und Sozialwissenschaften längst einvernehmlichster Konsens herrscht.
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Wigggenz
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von Wigggenz »

muecke-the-lietz hat geschrieben:Dass dieses stark männlichkeitsdominierte Verhalten aber irgendwo seine Wurzeln hat, wird einfach vom Tisch gefegt.
Da wird sich doch noch genauen Mustern verhalten, die zum Teil schon im Grundschulalter eingebleut werden. Solche Kommentare sind doch nur eine extrem Form des grundsätzlichen Problems. Fehlender Respekt. Und fehlenden Respekt vor Frauen oder anderen Geschlechtern nennt man denn halt Sexismus.
Und der wird durch unterschiedliche und zum Teil unnötige Rollenverteilung einfach nur verstärkt.

Genau das ist das hier besprochene Problem.
Der Respekt fehlt aber vor jedem, nicht nur vor Frauen. Jugendliche beleidigen auch Männer im Internet sehr gerne auf alle möglichen Arten und Weisen. Für dieses Problem ist nicht Sexismus die Alleinursache, als die er aber oft dargestellt wird.

Im Übrigen, was mich interessiert:

Wie könnte sich eurer Vorstellung nach eine Gesellschaft ohne jegliche Rollenverteilung bilden lassen? Sowohl im Bereich Games als auch in anderen Bereichen.
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Higashi
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von Higashi »

Abe81 hat geschrieben:.

Nochmal für alle Schreihälse mit Penis, die sich einer feministischen Hetzjagd ausgesetzt sehen:
Eigentlich disqualifiziert dich diese Formulierung schon. Ich kann und möchte das in diesem Fall nicht als Humor werten, eben weil er - wie ein paar Beiträge weiter unten schon gesagt - geschlechterbezogen ist. Seinen Diskussionspartner als "Schreihals mit Penis" zu sehen ist somit sexistisch.
Ein paar längere Basisbanalitäten zur Debatte:

A) Ich würde dich, wie auch die meisten der anderen DiD-Video-Gegner, nicht als rechtskonservativen Antifeministen hinstellen, sondern als eher durchschnittlichen Hanswurst, der es nicht sonderlich mit der Gleichberechtigung der Frau hält.
Cut! Ich kann ehrlich gesagt nicht nachvollziehen, wie du das jemandem, der mehrmals betont, dass er die Gleichberechtigung der Frau im Alltag fördert, vorwerfen kannst. Ich könnte das jetzt in einzelnen Zitaten heraussuchen, aber da ich hier nicht oft poste ist mir das ehrlich gesagt zu mühsam, ich traue dir zu die Quotes auch selbst zu finden :wink:
Das scheint mir auch nur deswegen der Erwähnung wert, weil es hier im Thread, in den Videokommentaren usw. vielen Alltagsmackern so geht, daß sie denken, sie werden als eine Art "Extrem" abgeurteilt, nur weil sie etwas gegen Feminismus sagen. Nein, das ist ganz und gar nicht so, der Ansatz ist ein anderer: Das Geschlechterverhältnis in der Gesellschaft ist so schief, daß es verwundern würde, wenn eine solche Einstellung "extrem" wäre; das Verhältnis ist ferner so verdinglicht/verinnerlicht, daß es schon gar nicht mehr auffällt, wie selbstverständlich diese schiefe Lage ist (sie wird z.B. naturalisiert mit "Männer und Frauen sind von Natur so und so").

Sie - deine/eure Einstellung zum Geschlechterverhältnis - ist durchschnittlich, aber reaktionär (gemessen an dem, was möglich wäre, wegen Stand der Aufklärung, Empirie über das Thema etc.). Sie ist zutiefst anti-humanistisch, aber gesamtgesellschaftlich akzeptiert. Das schiefe Verhältnis im kulturindustriellen Zweig (Filme, Spiele, Bücher etc.) aufzubrechen, hat sich die Video-Bloggerin auf die Fahnen geschrieben. Das halte ich für naiv, gemessen an der Art der Theorie, wie ein Effekt erreicht werden soll (Aufklärung über Videos mit dem Appell zum Umdenken), aber ich halte es auch für inhaltlich richtig.
Da du schon in vorherigen Beiträgen so mit Fachterminologie um dich wirfst, möchte ich fragen, ob dir der universale Allsatz etwas sagt. Du beraubst eigentlich mit dieser kategorischen Aussage jedem männlichen Wesen seiner Argumentationsfähigkeit, da seine gesellschaftliche Indoktrination sowieso keine andere Meinung zuließe. Du hingegen in deiner - wie ich aufgrund deiner Beiträge annehme - weiblichen Rolle siehst dich dazu in der Lage. Das halte ich, wenn ich es extrem formulieren möchte, für sexistisch.
B) Meine Urteile über die Kommentatoren mögen harsch und furchtbar ungerecht sein, weil sie nicht euch, als ganze Person, berücksichtigen. Das ist mir relativ egal, ich urteile auf der Grundlage dessen, was hier im Thread geäußert und auch nicht geäußert wird, mit wem man sich dadurch gemein macht, wen man warum ablehnt. Und das ist zwar erschreckend, aber m.E. ebenso repräsentativ. Wer z.B. herumtönt, man würde ihn nicht richtig einschätzen, weil er ja für gleiche Löhne zwischen den Geschlechtern sei, aber gleichzeitig für all' die widerlichen Kommentare hier im Thread keinen Blick hat (Anspielungen darauf, daß die Videobloggerin unterfickt sei, daß sie eine Golddiggerin sei, Spekulationen darüber, ob sie noch Jungfrau sei etc.), den kann man in seiner Empörung nicht Ernst nehmen.
Ich würde dir raten, den Kommentar mit der Jungfrau und der Bettkante nochmal zu lesen, unter dieser schon fast offensichtlich lächerlichen Aussage versteckt sich etwas Kleingedrucktes...
Lies es selbst, ich möchte dich da nicht zuviel spoilern, aber der du spielst dem Autor des Posts mit der Aussage 100-prozentig in die Hände, herzlichen Glückwunsch. @#Aufschrei

Zu derartigen, allerdings ernstgemeinten Kommentaren: Wir sind hier im Internet. Das Internet ist Brutstätte jeder Art von Extremismus. Wenn man sich aus Meinungen und Kommentaren von Leuten im Internet eine Grundgesamtheit bildet, auf der man sein Gesellschaftsbild fußen lässt, lebt man in einem Staat, der definitiv unter dissoziativer Identitätsstörung leidet. Es gibt Foren voller Neonazis, die sich als national sozialistisch statt nationalsozialistisch bezeichnen, es gibt die paranoidsten Formen der Antifa und des Linksradikalismus, die hinter jedem wirtschaftlichen Vorgang eine Weltverschwörung der Bourgeoisie sehen, es gibt vegane Extremisten, die am lieben Pelzträger öffentlich aufhängen wollen etc. etc. etc.

Die stellen aber nur eine unglaublich kleine Minderheit in der tatsächlichen Gesellschaft dar. Womit ich zu Youtube-Kommentaren etc. komme: Wenn sich jemand im Internet angegriffen fühlt, tätigt er aus Affekt aussagen, die er im realen Leben so nicht loslassen würde. Du magst nun sagen, dass auch diese ihren Ursprung in der anerzogenen chauvinistischen Denkweise der Männer haben, aber da stimme ich dir nicht zu.
C) Und ich finde es auch befremdlich, das man hier so die Mimose mimt, anstatt sich auf den Inhalt zu konzentrieren. Nichts anderes wird doch auch die ganze Zeit von der Video-Bloggerin gefordert:"Kommentarfunktion auf Youtube wieder öffnen, die ganzen Vergewaltigungs- und Morddrohungen nicht Ernst nehmen, das ist business as usual" etc. Ich dachte, daß müsse man so im Internet ertragen (so deine Argumentation, Wigggenz, und die vieler anderer hier). Na dann ertragt sie doch, sonst müßte man euch den Vorwurf machen, mit zweierlei Maß zu messen; einen Doppelstandard nennt man das.
Hier wird doch alles ertragen und geduldet, oder wurdest du schon von den vorwiegend männlichen Moderatoren verwarnt oder geblockt? Hat man deine Kommentare gelöscht und dir die Möglichkeit zur Diskussion verweigert? Nein!

Ich stimme dem zu, dass die Kommentarfunktion auf Youtube mittlerweile bei solchen Themen immer mehr 4chans /b gleicht, allerdings sollte die Bewertungsfunktion aktiv bleiben. Wenn die Bewertungen größtenteils negativ ausfallen sollten, so muss sie eben damit leben, dass ihr wohl der Großteil der Zuschauer nicht zustimmt.
Wigggenz hat geschrieben: Eine Beispielthese aus ihrem Video:
Dinosaur Planet wurde aus sexistischen Motiven zu Star Fox Adventures.
Ihr Argument: Protagonistin Crystal wurde zu Protagonist Fox, Crystal zur DiD.
Mein Gegenargument: Fox ist ein bekannter Name. Ein Spiel, das "Star Fox" im Namen trägt, ist um einiges umsatzträchtiger, allein auf Grund des Namens, zumal es anscheinend für ein eigenes Star Fox noch gar keine Pläne gab. Das waren rein wirtschaftliche Erwägungen, und Geld ist weder männlich noch weiblich.
Meine Schlussfolgerung: Star Fox Adventures entstand nicht aus sexistischen Motiven.
Bevor ich das Beispiel zerlege, noch kurz die Anmerkung: Du führst als Nachweise für ein angebliches Totschlagsargument meinerseits an, daß du obiges geäußert hättest und deswegen dann gleich abgestempelt würdest. Die Verbindung hast du hergestellt, denn der von mir geforderte Nachweis beinhaltet ja, mir erst dein sachliche Argumentation zu zeigen (das hast du oben gemacht) und dann meine unsachliche Reaktion, die von mir monokausal ("gleich/sofort abgestempelt, aufgrund einer Aussage") auf deine Aussage zurückgeführt wurde. Letzteres hast du nicht gemacht, sondern einfach behauptet. Sorry für so trockene Logik-Nachhilfestunde, mir kommt das ja auch wie im Kindergarten vor, aber du scheinst das ja nicht ganz nachzuvollziehen.
Abe81 hat geschrieben:
Wigggenz hat geschrieben: Durch (zu viel) Alkohol wird das normale Denken verdrängt, es übernehmen die Hormone, das es. Sexismus ist eine Sache des Denkens, nicht des Handelns-ohne-Denken. Wenn der Verstand erst mal ausgeschaltet ist, haben wir wirklich nur noch pure Biologie.

Selbst die radikalsten Feministen können sich, wenn sie es mit dem Alkohol übertreiben, zu so etwas hinreißen lassen.
Ich denke, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, daß du vermutlich weniger Ahnung von Endokrinologie hast, als du hier über ein paar Allgemeinplätze weiß machen willst. Auch lehne ich mich wohl nicht allzu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, daß du keine Feministen kennst.

Was du ignorierst: Warum diese Form jenen Inhalt annimmt. Warum die sexistischen Handlungen, die, so deine abstruse These, hormonell determiniert seien, eben genau so ablaufen. Warum haben die Beleidigungen einen bestimmten Inhalt, der auf wahlweise Frigidität oder Promiskuität hinausläuft? Ach, es ist wirklich mühselig, mit einer Phrasenmaschine zu diskutieren, die nichts anderes wiederzugeben vermag, als einem der an Gesundheit erkrankte Menschenverstand diktiert, d.h. einfach nur das rezipiert, was man so für richtig hält, ohne die Anstrengung, auch mal zu argumentieren, eine Behauptung mit irgendwas zu vermitteln, z.B. Empirie. Vom Argumentationsduktus ist das wirklich Bildzeitungs-Niveau.
Bitteschön, hier hast du ein Beispiel für Totschlagargumente deinerseits auf logische Argumentation seitens Wigggenz. Alkohol setzt in der Tat Dopamin, Endorphine und Serotonin frei. Die GABA-Rezeptoren werden stimuliert und die NMDA-Rezeptoren gehemmt, was je nach Menge zur Beeinträchtigung des Urteilsvermögens gepaart mit enthemmtem Verhalten führt. Das kann sexuelle Belästigung zur Folge haben, unterscheidet sich aber wie er schon erwähnt hat von Sexismus als Gedankenkonstrukt. Allerdings wäre es glaube ich ziemlich OT, hier biologische Diskussionen zu führen.
Worauf ich hinausmöchte:
Du wirfst ihm im Folgenden mangelnde Empirie vor, wohingegen du aber ein paar Seiten vorher direkte empirische Erkenntnisse aufgrund mangelndem Aussagegehalt kritisiert hast.

Das ganze stellst du über mehrere Beiträge hinweg unter den Deckmantel, dass wir gesellschaftlich sowieso so determiniert sind, garnicht anders argumentieren zu können. Ich möchte es vorsichtig ausdrücken: Es ist schwer da keine Totschlagargumente zu erkennen!

Inhaltlich zu deinem Beispiel, (auf das ich ja auch bereits weiter oben diverse Male eingegangen bin):
A) Ist es kein Zufall, daß der männliche Charakter der schon vormals bekanntere war. Das hat lange Tradition.
B) Ignorierst du meine Aussagen dazu, daß eine bestimmte Form einen bestimmten Inhalt annehmen muss: Die wirtschaftlichen Erwägungen beruhen auf der binnenrationalen Planung, daß die Planer die Geschlechterverteilung in der Spielergemeinschaft kennen (was in dieser Eindeutigkeit mittlerweile kippt, aber die Spieleindustrie kommt da noch nicht hinterher) und auch ihre Bedürfnisse. Warum sind aber die Bedürfnisse und die Geschlechterverteilung beim Spielen so? Die scheinbar (nicht anscheinend!) rein wirtschaftlichen Überlegungen sind 'konfundiert'/durchzogen mit der Sicht auf das Geschlechterverhältnis und der so eingerichteten Welt.
C) Viele Frauen sind damit nicht einverstanden, das wird ignoriert, indem man Cherry-Picking und ad-hoc-Empirie betreibt, es wird also allerlei Zinnober betrieben, um diese Stimmen nicht hören zu müssen, ignorieren zu können, zu relativieren ("aber meine Schwester finde das auch OK", "ich kenne zehn Frauen die die Welt so in Ordnung finden")
D)... ach, ich könnte eine Myriade Seiten dazu schreiben, aber irgendwie vermute ich, daß das bei den meisten sowieso nichts bringt. Ein wenig resigniere ich davor... das eine Prozent, das man überzeugen kann, ist es mir dann auch nicht mehr wert, angesichts solcher begriffsstutzigen Dauerdiskutierer; und damit meine ich nicht, daß ich es per se schlimm finde, wenn jemand anderer Meinung ist, sondern wie die Diskussion geführt wird (denn mit einigen hier konnte ich ja schon einen halbwegs fruchtbaren bzw. angenehmen Streit führen).
Ungemütlich, dass du nur potentiell überzeugbare Menschen als Gesprächspartner ansiehst, das Schema kenne ich bisher nur von einigen bekannten Veganern, aber das kann man wahrscheinlich von jeder ideologisch gefärbten Meinung behaupten.
Außerdem beschreibst du die undefinierte Menge "viele" Frauen im Bezug auf deren Ablehnung gegenüber dem Rollenschema in Videospielen. Ich sehe da keine Menge, ich sehe da keine Statistik, ich sehe da garnichts. Mir sagen Aussagen wie "Ich habe 10 Kommilitoninnen gefragt" oder "Frauen in meinem Umfeld" mehr als "viele" Frauen, weil das wenigstens halbwegs abgrenzbare qualitative Umfragewerte sind, ums mal etwas zu überspitzen.
Eine unbenannte Allgemeinheit an Menschen ist überhaupt garnichts außer einer Aussage. Weiterhin würde ich gerne sehen, inwiefern das Geschlechterverhältnis unter Videospielkonsumenten kippt, vor allem stark auf die kritisierten Genres bezogen. Mir persönlich sind sehr wenige Frauen bekannt, die "zocken", mehr Werte liegen mir leider nicht vor.

Ich hoffe es macht sich jemand die Mühe diesen doch recht lang geratenen Text zu lesen, ich habe lange überlegt mich einzumischen, nun habe ichs getan. Ich habe das Video gesehen und jeden einzelnen Beitrag bis hierhin gelesen, sehe mich also qualifiziert etwas zu sagen:

Ich fand das Video in großen Teilen nicht schlecht, möchte aber die Kritik teilen, dass ihre Rhetorik vor allem gegen Ende hin zunehmend unsachlich wird, was ich schade finde. Meiner Meinung nach schaufelt sie sich für ihre Sache (Aufklärung im größeren Maßstab) das eigene Grab, wenn gerade sie - die ja schon aufgrund von Vorbelastung stark ideologisch gefärbter Beiträge - in die Unsachlichkeit abdriftet.

Ich hoffe ich habe mit meiner Argumentation niemanden zu sehr vor den Kopf getreten, ich habe mich bemüht sachlich zu bleiben.
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von muecke-the-lietz »

mr archer hat geschrieben:
B-oNe-s hat geschrieben:
Jetzt meine Frage ... und bitte zerhackt mich deswegen nicht im Forum. Ich stelle die Frage wirklich ohne böse Absichten und habe einfach nur keine eigene Antwort dafür parat bzw. bin interessiert was eure Ansichten dazu sind aber: Kann es sein dass manche Menschen bei diesem Thema besonders Sensibel sind (sprich Darstellung von Männern / Frauen egal ob Mode / TV / Spiele) weil es ihnen an Selbstvertrauen mangelt ? Ich mein, jeder weiss dass diese Darstellungen fern der Realität sind ... wenn man also wirklich ernsthafte Probleme damit hat ... ist das vielleicht aus Angst doch an dieser überzeichneten Darstellung gemessen zu werden ?

Mit Selbstvertrauen hat das denke ich weniger zu tun. Du sprichst mit Blick auf die feministische Szene da eines ihrer größten Streitthemen an, bei dem sich die Lager ziemlich unversönlich gegenüber stehen. Für die eine Fraktion ist die sexuelle Welt über Jahrtausende hinweg männlich dominiert, bzw. in der radikalsten Version Sex zwischen Mann und Frau prinzipiell ein Ungleichverhältnis zu Lasten der Frau. Die andere Fraktion argumentiert hingegen, dass man einerseits als Frau emanzipiert sein kann und trotzdem aus Rollenklischees einen Lustgewinn ziehen kann, solange man sich ihnen freiwillig und bewusst unterwirft. Ist vor allem in der BDSM - Szene eine sehr hitzige Debatte unter Frauen (Sasha Grey usw.) Geht aber auch ohne Ketten usw. Siehe Charlotte Roche.

Ich würde mal sagen, Deine Mädels waren eher der zweiten Gruppe zuzuordnen.
Das ist tatsächlich eine besondere Form der Emanzipierung und gleichzeitig eine der umstrittensten. Da man sich freiwillig entscheidet, in extremer Form in alte Rollenbilder zurück zu fallen. Sowie auch die studierten Frauen, die sich freiwillig entscheiden, Hausfrau zu werden und sich um die Kinder zu kümmern. Dass die negativen Konsequenzen oft die selben sind, vergisst man dabei ganz schnell. Also Altersarmut, Abhängigkeit, etc.

Bei den Gamer Mädel würde ich das Ganze aber wohl noch wesentlich harmloser betrachten. Ist ja auch wieder Schlüpfen in eine alternative Rolle, die auch durchaus mal sexuellen Klischees entsprechen darf.

Die BDSM Szene fällt da aber raus, da die Meister und Sklave Rollen nicht geschlechterabhängig verteilt sind.

Charlotte Roche ist Provokateurin und somit bewundernswert und abstoßend zugleich.
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von muecke-the-lietz »

@Your Downfall

Alter, das ist too much.

Dein letzter Absatz bringt deine Aussage doch auf den Punkt, warum der Rest an Textwand?

Und auch dir seit gesagt. Abe ist entsetzt, weil es erschreckend ist, was hier stellenweise für eine verquere Denke vorherrscht. Seine Meinung ist noch nicht mal extrem.

Zum Video: Nochmal - es ist EIN Punkt aus dem Gesamtthema, auf den speziell und mit fundierten Argumenten eingegangen wird. Sie braucht sich die Gegenargumente im ersten Beitrag noch nicht selber an den Kopf zu knallen.

Und zu allen hier besprochenen Gegenargumenten in Form von weiblichen Videospielheldinnen. Macht euch einfach auf was gefasst...
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mr archer
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von mr archer »

muecke-the-lietz hat geschrieben:
Charlotte Roche ist Provokateurin und somit bewundernswert und abstoßend zugleich.
Ich würde sagen, Charlotte Roche ist einfach eine Wiedergängerin von Tank Girl

http://www.youtube.com/watch?v=9mTl4KPRXJ8

Obwohl der Comic noch viel, viel besser ist. Punk feminism, mothafuckas!