Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

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tamberlane
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von tamberlane »

Abe81 hat geschrieben: Ich bestreite ja auch nicht das Mengenverhältnis, sondern den falschen Schluss, daß daraus folgt, daß die Argumente, die im Video angeführt werden, nicht zutreffen; bzw. den falschen Schluss, daß die Minorität 'verwirrt' sein muß, weil sie sich nicht der Masse beugt. Aus Sein folgt kein Sollen (Hume).
Ok, dann hab ich das falsch gelesen. Folgt aus Sein aber Wollen?
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Wigggenz
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von Wigggenz »

Abe81 hat geschrieben:Ich denke, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, daß du vermutlich weniger Ahnung von Endokrinologie hast, als du hier über ein paar Allgemeinplätze weiß machen willst. Auch lehne ich mich wohl nicht allzu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, daß du keine Feministen kennst.

Was du ignorierst: Warum diese Form jenen Inhalt annimmt. Warum die sexistischen Handlungen, die, so deine abstruse These, hormonell determiniert seien, eben genau so ablaufen. Warum haben die Beleidigungen einen bestimmten Inhalt, der auf wahlweise Frigidität oder Promiskuität hinausläuft? Ach, es ist wirklich mühselig, mit einer Phrasenmaschine zu diskutieren, die nichts anderes wiederzugeben vermag, als einem der an Gesundheit erkrankte Menschenverstand diktiert, d.h. einfach nur das rezipiert, was man so für richtig hält, ohne die Anstrengung, auch mal zu argumentieren, eine Behauptung mit irgendwas zu vermitteln, z.B. Empirie. Vom Argumentationsduktus ist das wirklich Bildzeitungs-Niveau.
Einen (für meine Begriffe) fast schon radikalen Feministen kenne ich persönlich aus Schulzeiten, der ist in der grünen Jugend aktiv und beschäftigt sich auch sehr viel mit dem Thema. So jedes Wort gendern und so weiter, ich lese manchmal was er so schreibt, weil ich seine Positionen abseits von Feminismus (der über dem Streben nach Gleichberechtigung hinaus geht) und veganer Lebensweise zum großen Teil teile.

Ansonsten habe ich häufiger was mit Kommilitonen meines Mitbewohners (Soziologie) zu tun, und treffe, wenn man mal zusammen in der Wohnung rumhängt oder feiert, auch schon mal feministische Positionen an.

Also lehne ich mich wohl nicht allzu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass du Leute gerne sehr schnell auf der Basis von ein paar Beiträgen vorverurteilst.

Weiterhin lehne ich mich auch nicht allzu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass du gerne mit Totschlagargumenten um dich wirfst, weil du mich konstant (nur aufgrund einer anderen Meinung) als rechtskonservativen Antifeministen darstellst, der dass Patriarchat verteidigen will.

Ich kann dir meine Positionen zur Gleichberechtigung nicht oft genug darlegen, das ignorierst du einfach und freust dich, wenn du mich wieder mit der Macho-Keule treffen kannst.
Abe81
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von Abe81 »

ThePanicBroadcast hat geschrieben:Gut, die meisten Spiele transportieren also dieses Geschlechterverhältnis, um die Zielgruppe (männlich, jugendlich) mehr anzusprechen und somit mehr Einheiten zu verkaufen.
Das selbe gilt auch für Actionfilme, da sind sind Protagonisten auch meist Männer, und da wird auch häufig eine entführte, getötete Frau als Beweggrund herangezogen.
Ich würde da auch keinen so großen Unterschied machen, zwischen dem von dir genannten Actionfilm und dem Spiel, weil mir dafür das Wissen fehlt. Ich würde nur deinen voreiligen Schluss bestreigen, es lege mehr an Fernsehen als an Spielen. Das hängt vermutlich mit dem jeweiligen Konsumenten zusammen. Das Schema ist aber das gleiche. Etwas spekulativ würde ich aber vermuten, daß es einen Unterschied macht, ob man als Spieler die Geschicke selber lenkt, oder einfach nur den Actionhelden bei der Verrichtung seines Schicksals beobachtet. Letzteres läßt in der Identifizierung mit dem Protagonisten zumindest eine Distanz zu.
ThePanicBroadcast hat geschrieben:Und jetzt? Was ist die Konsequenz daraus? Durch den Versuch die Zielgruppe zu befriedigen wird das Bild der Frau als schwaches, nicht eigenständiges Wesen, in der Gesellschaft aufgebaut, bzw bestätigt oder vestärkt?
Aufgebaut, bestätigt und verstärkt. Was genau willst du wissen? Der Versuch, die Zielgruppe zu befriedigen, entspringt ja der kapitalistischen Rationalität, die Bedürfnisse ihrer Zielgruppe zu kennen. Daraus folgt die Frage: Woher kommen eigentlich diese Bedürfnisse. Was ich aber hier eher betonen würde, und das teile ich wiederum mit der Kritik im Video (es handelt sich hier ja um Ideologiekritik im klassischen Sinne): Hier wird aufgezeigt, daß trotz der Möglichkeit, es anders gestalten zu können, es dennoch 'traditionell' gestaltet wird. Die Gesellschaft bietet schon die Möglichkeit, es anders zu machen, trotzdem bedient man sich dem als überkommen behaupteten Schema. Das ist erstmal eine Erkenntnis für sich, deren Kritiker dann diese Erkenntnis damit zunichte machen wollen, indem sie Darstellung mit der Forderung nach Erklärung verbinden.
johndoe1527797
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von johndoe1527797 »

Männer sind einfach geiler!!

Ich frag mich ja ob Anita noch Jungfrau ist, die Startseite von 4players suggeriert es mir irgendwie. Also von der Bettkante würde ich sie nicht stoßen...

(Eigentlich mein ich das gar nicht so, aber ich finde es toll, dass wieder hundert Trolle darauf antworten werden. Damit bleibt das Video im Gespräch.)
Zuletzt geändert von johndoe1527797 am 11.03.2013 00:18, insgesamt 1-mal geändert.
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ThePanicBroadcast
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von ThePanicBroadcast »

Man könnte es anders machen, ja. Allerdings würde damit auch ein erwartungsgemäß niedrigerer Absatz einhergehen, den keine Company in Kauf nehmen würde, "einfach weil mans ja auch anders machen könnte".
Und Ich verlange keine Erklärung sondern eine Konsequenz, ansonsten handelt es sich in der Tat einfach um die Darstellung der eigenen Meinung der Erstellerin.
Abe81
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von Abe81 »

Wigggenz hat geschrieben:Einen (für meine Begriffe) fast schon radikalen Feministen kenne ich persönlich aus Schulzeiten, der ist in der grünen Jugend aktiv und beschäftigt sich auch sehr viel mit dem Thema. So jedes Wort gendern und so weiter, ich lese manchmal was er so schreibt, weil ich seine Positionen abseits von Feminismus (der über dem Streben nach Gleichberechtigung hinaus geht) und veganer Lebensweise zum großen Teil teile.
Das ist nicht radikal (also an der Wurzel fassen, bla bla usw.), sondern bleibt einer Kritik der Sprache verhaftet. Man meint, durch Gendern der Sprache schon die Realität geändert zu haben.
Was ich für sehr komisch halte: Ganz konziliant anzuerkennen, daß die industrielle Tierhaltung Leiden bereitet, aber dann halt machen beim Leiden von Menschen, die - im Gegensatz zum Tier - dazu in der Lage ist, das auch noch bewußt mitzuteilen. Diese Kritik zerschellt an einer Wand der Ignoranz.

Wigggenz hat geschrieben:Also lehne ich mich wohl nicht allzu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass du Leute gerne sehr schnell auf der Basis von ein paar Beiträgen vorverurteilst.
Als ob du Dödel das nicht ebenso machen würdest. Natürlich Urteile ich aufgrund der Datenlage, die mir zur Verfügung steht. So funktioniert die anonymisierte Kommunikation im Internet - und das ist auch oft ausreichend, denn du gibst da schon eine Menge preis. Sprache ist eben verräterrisch.
Wigggenz hat geschrieben:Weiterhin lehne ich mich auch nicht allzu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass du gerne mit Totschlagargumenten um dich wirfst, weil du mich konstant (nur aufgrund einer anderen Meinung) als rechtskonservativen Antifeministen darstellst, der dass Patriarchat verteidigen will.
Warum sind das Totschlagsargumente? Meiner Meinung nach steckt objektiv in deinen Behauptungen, was ich dir unterstelle. Z.B: Wer widerliches Verhalten auf reine Biologie zurückführt (vermutlich ohne Kenntnisse der für sich in Anspruch genommenen Biologie, nur aufgrund der Binsen von 'Hormone wirken', 'alle denken immer an Sex', 'Evolution und so'), der veneint damit auch die Möglichkeit zur Veränderung des Verhaltens. Ist das so schwer, die eigene Logik der Argumente zuende zu denken?
Ich kann dir meine Positionen zur Gleichberechtigung nicht oft genug darlegen, das ignorierst du einfach und freust dich, wenn du mich wieder mit der Macho-Keule treffen kannst.
Ich erlaube mir, deinem Bekenntnis dazu nicht allzu viel Glauben zu schenken, weil eine Masse deiner obigen Aussagen dagegen spricht.
Abe81
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von Abe81 »

ThePanicBroadcast hat geschrieben:Man könnte es anders machen, ja. Allerdings würde damit auch ein erwartungsgemäß niedrigerer Absatz einhergehen, den keine Company in Kauf nehmen würde, "einfach weil mans ja auch anders machen könnte".
Und Ich verlange keine Erklärung sondern eine Konsequenz, ansonsten handelt es sich in der Tat einfach um die Darstellung der eigenen Meinung der Erstellerin.
Das habe ich wohl schlecht erklärt: Ich meine nicht, daß die Spiele-Firma es anders machen könnte, sondern die gesamtgesellschaftliche Entwicklung es zuließe, wenn das Geschlechterverhältnis ein ganz anderes wäre; eines, daß die im Video angeführte Kritik überflüssig machen würde.

Und ich finde es auch falsch, ja sogar diffamierend, daß als "eigenen Meinung" darzustellen. Eine Meinung kann jeder in den Äther blasen, in dem Video wird argumentiert, es werden also Behauptungen begründet und bewiesen. Darin steckt eine Normativität, die in der bloßen Meinung nicht steckt. Das kann man eben nicht mit "ist auch eine Meinung" beiseite wischen, sondern man muß die Behauptungen widerlegen.
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Wigggenz
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von Wigggenz »

Abe81 hat geschrieben:Ich erlaube mir, deinem Bekenntnis dazu nicht allzu viel Glauben zu schenken, weil eine Masse deiner obigen Aussagen dagegen spricht.
Aha, weil ich denke, dass sexuell belästigendes Verhalten von Sturzbesoffenen (das übrigens auch in der Männerwelt verachtet wird) kein Ausdruck der Ansicht, Frauen wären inferiore Wesen ist, sind alle meine anderen Positionen sofort automatisch unglaubwürdig?

Weil ich denke, dass es nicht sexistisch oder misogyn ist, Videospiele mit DiD-Konzept zu entwickeln, ist es sofort unglaubwürdig, wenn ich z.B. gleichzeitig fordere, dass Frauen für dieselbe Arbeit denselben Lohn bekommen sollten? Oder dass bei ansonsten gleicher Eignung das Los entscheiden sollte, wer einen Job überhaupt bekommt, weil sonst eher Männer bevorzugt würden?

Gut, dass du meine Positionen besser zu kennen scheinst als ich selbst. Dann sollte ich besser dieses Jahr CSU wählen, die scheinen mir dann ja am ehesten zu entsprechen, danke für den Tipp.

Immerhin habe ich es nicht nötig, dich zu beleidigen.
Zuletzt geändert von Wigggenz am 11.03.2013 00:30, insgesamt 1-mal geändert.
Abe81
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von Abe81 »

tamberlane hat geschrieben:
Abe81 hat geschrieben: Ich bestreite ja auch nicht das Mengenverhältnis, sondern den falschen Schluss, daß daraus folgt, daß die Argumente, die im Video angeführt werden, nicht zutreffen; bzw. den falschen Schluss, daß die Minorität 'verwirrt' sein muß, weil sie sich nicht der Masse beugt. Aus Sein folgt kein Sollen (Hume).
Ok, dann hab ich das falsch gelesen. Folgt aus Sein aber Wollen?
Wenn man sich nicht reflexiv zu seinem Wollen ins Verhältnis setzt, sicherlich. Das bestätigt sich ja zuhauf in diesem Thread. Warum fragst du?
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ThePanicBroadcast
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von ThePanicBroadcast »

Das ändert nichts daran, dass die Zielgruppe hauptsächlich männlich ist und man sich am ehesten mit einen spielbaren Charakter der das selbe Geschlecht hat identifizieren kann und somit geneigter ist ein Spiel zu kaufen.
Das Prinzip der DiD ist einfach eine Schablone um eine Insensitive zu stellen, sich durch die Geschichte und das Spiel zu kämpfen. Das hat nichts mit den Rollenverhältnissen zu tun, sonder ist einfach eine Schablone. (wie zB die Regierung ist korrupt und als Anhänger einer Rebellentruppe muss man sie stürzen)
Das gerade die DiD Schablone so häufig verwendet wird, liegt daran, dass sie schnell erklärt ist, keine Plot Twists braucht, und somit im kleinsten Rahmen eine Story bietet, um dem Gamelay den Weg zu ebnen. Alles was man den Spieleentwicklnern also vorwerfen kann ist die fehlende Kreativität sich neue Schablonen auszudenken, aber nicht die systematische Herabstellung der Frau zu einem Spielball zwischen mächtigen Männern.

Was deinen zweiten Absatz mit der eigene Meinung angeht, (bis auf die Geschichte mit Peach als Spielball) hast du Recht. Das sind Fakten die vorgetragen werden. Aber diese Fakten sind ohne eine Schlussfolgerung oder Forderung nichts weiter als eine Wiedergabe von bereits bekanntem Wissen und haben sommit einen Erkenntniswert von 0.
Abe81
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von Abe81 »

Wigggenz hat geschrieben:
Abe81 hat geschrieben:Ich erlaube mir, deinem Bekenntnis dazu nicht allzu viel Glauben zu schenken, weil eine Masse deiner obigen Aussagen dagegen spricht.
Aha, weil ich denke, dass sexuell belästigendes Verhalten von Sturzbesoffenen (das übrigens auch in der Männerwelt verachtet wird) kein Ausdruck der Ansicht, Frauen wären inferiore Wesen ist, sind alle meine anderen Positionen sofort automatisch unglaubwürdig?
Darin stecken erstmal viele Prämissen, die man auseinandernehmen muss. A) Ich würde bestreiten, daß das Verhalten ist, daß hauptsächlich von 'Besoffenen' ausgeübt würde. Das hast du behauptet bzw. mindestens sekundiert.
B) Bestreite ich auch, daß das in der Männerwelt verachtet wird. Du denkst hier an stereotype Szenen, verkennst aber das reale Ausmaß im Alltag. Wie z.B. ein paar Kommentare über dir: Im Thread geht es um ein Video und seinen Inhalt, in dem Kommentar, den ich meine, wird nur herausposaunt, daß man die Autorin des Videos ja auch nicht von der Bettkannte stoßen würde und über ihre Jungfräulichkeit spekuliert. Jetzt mal abgesehen von der schiefen Analogie, weil du vermutlich keine Frau bist: Würdest du das nicht degradierend finden, wenn du dir den Mund fusslig redest, und das einzige, was einem vermutlich post-pubertären Langeweiler einfällt, ist, dich auf deine Physis zurückzuwerfen und komplett alles zu ignorieren, was du sagst?

C) Ja, wenn du aberkennen willst, daß das ein spezifisch männliches Verhalten ist, daß sich eben aus einem Geschlechterbild speist, bist du ganz automatisch unglaubwürdig. Oder um es subjektiver zu formulieren: Dann erfüllst du für mich nicht die Kritierien, es mit der Forderung nach Gleichberechtigung ernst zu meinen. Im Gegenteil, du verteidigst ganz verbissen die widerlichsten 'Ausrutscher' mit dem Verweis auf das Medium (sinngemäß paraphrasiert: "das ist auf Youtube nunmal so") oder die situativen Umstände (Besoffensein).
Wigggenz hat geschrieben: Weil ich denke, dass es nicht sexistisch oder misogyn ist, Videospiele mit DiD-Konzept zu entwickeln, ist es sofort unglaubwürdig, wenn ich z.B. gleichzeitig fordere, dass Frauen für dieselbe Arbeit denselben Lohn bekommen sollten? Oder dass bei ansonsten gleicher Eignung das Los entscheiden sollte, wer einen Job überhaupt bekommt, weil sonst eher Männer bevorzugt würden?
Diese Verbindung (wenn A dann B) hast du hergestellt. Ich behaupte, die Forderung nach demselben Lohn usw. ist eine ziemlicher Minimalkonsens, auf den sich irgendwie alle einigen können - wer ist schon gegen gleiche Löhne? Vermutlich nicht mal die CDU. Dass diese Ungleichheit (der Löhne usw.) aber ja auch irgendwo seinen Ursprung hat, so weit will man nicht denken. Dass man der Argumentation im Video ein wenig Vorschuss einräumt, indem man zumindest auf sie eingeht, wäre ein solcher Ansatz, der von einem Willen zeugt, für die Ungleichheit eine Erklärung zu finden . Alles andere ist Lippenbekenntnis.

Und dieses Kokettieren mit der ungerechtfertigten Ablehnung/Vorverurteilung lass bitte sein. Du hast diverse Kommentare geschrieben, die ein Bild zeichnen. Das ist nicht 'sofort' geschehen, sondern auf Grundlage deiner vielen Aussagen. Das ist auch kein 'Totschlag', sondern Gegenargument. Ein Totschlagargument wäre z.B.: Du kannst das nicht verstehen, weil du ein Mann bist. Damit spreche ich dir kategorisch das Verständnis ab, töte dich also als Diskussionsgegner. So viel Logik muss ich dir schon zumuten, also belege wenigstens auch den törichten Vorwurf, ich würde Totschlagsargumente bedienen.
tamberlane
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von tamberlane »

Abe81 hat geschrieben:
tamberlane hat geschrieben:
Abe81 hat geschrieben: Ich bestreite ja auch nicht das Mengenverhältnis, sondern den falschen Schluss, daß daraus folgt, daß die Argumente, die im Video angeführt werden, nicht zutreffen; bzw. den falschen Schluss, daß die Minorität 'verwirrt' sein muß, weil sie sich nicht der Masse beugt. Aus Sein folgt kein Sollen (Hume).
Ok, dann hab ich das falsch gelesen. Folgt aus Sein aber Wollen?
Wenn man sich nicht reflexiv zu seinem Wollen ins Verhältnis setzt, sicherlich. Das bestätigt sich ja zuhauf in diesem Thread. Warum fragst du?
Weil dieses reflexive Auseinandersetzung ja schon monetär stattgefunden zu haben scheint*. Viel mehr Leute investieren Geld in COD und Super Mario als in Kickstarterprojekte, die gegen die Frauenbenachteiligung in Videospielen vorgehen wollen.

*Es gibt noch mehr Möglichkeiten, ich weiß. Bei Vielen hat diese Reflexion nie stattgefunden, wird sie aber auch nicht, selbst nicht wenn man ihnen die Fakten ans Gesicht tackert (Trotz), vielen (Männern wie Frauen) gehts schlichtweg am Arsch vorbei, weil sie sich nicht für Videospiele interessieren, weil ... (Ignoranz und Desinteresse), und viele (wie ich) finden solche Rollenklischees nicht weiter dramatisch, eben weils nur Videospiele sind (Opportunismus, Lethargie). Vielleicht nicht schön, aber so isses halt.
Abe81
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von Abe81 »

ThePanicBroadcast hat geschrieben:Das ändert nichts daran, dass die Zielgruppe hauptsächlich männlich ist und man sich am ehesten mit einen spielbaren Charakter der das selbe Geschlecht hat identifizieren kann und somit geneigter ist ein Spiel zu kaufen.
Es geht hier nicht primär um das Geschlecht des Spielcharakters, sondern um das Geschlechterverhältnis aller Spielfiguren entlang der Achse aktiv-passiv. Du springst von Ebene zu Ebene (wir waren z.B. mal bei der Wirkung von Fernsehen vs Spielen, wir waren beim Objekt-Subjekt-Verhältnis usw. usf.) und kommst nun wieder an anfänglichen Behauptungen an, die schon längst diskutiert wurden. Das ist für mich sehr anstrengend und ich halte das auch für intellektuell unredlich, immer so zu springen, auf der verzweifelten Suche nach dem richtigen Gegenargument. Sorry, ich steige bei diesem Spiel der frei flottierenden Assoziation aus. Das ist mir zu sehr davon getrieben, unbedingt das zu beweisen,was eh schon feststeht. Ich diskutiere lieber einen Punkt aus, anstatt Ping Pong zu spielen.
ThePanicBroadcast hat geschrieben:Das Prinzip der DiD ist einfach eine Schablone um eine Insensitive zu stellen, sich durch die Geschichte und das Spiel zu kämpfen. Das hat nichts mit den Rollenverhältnissen zu tun, sonder ist einfach eine Schablone. (wie zB die Regierung ist korrupt und als Anhänger einer Rebellentruppe muss man sie stürzen)
Das gerade die DiD Schablone so häufig verwendet wird, liegt daran, dass sie schnell erklärt ist, keine Plot Twists braucht, und somit im kleinsten Rahmen eine Story bietet, um dem Gamelay den Weg zu ebnen. Alles was man den Spieleentwicklnern also vorwerfen kann ist die fehlende Kreativität sich neue Schablonen auszudenken, aber nicht die systematische Herabstellung der Frau zu einem Spielball zwischen mächtigen Männern.
Das ist mir eine viel zu formalistische Erklärung, die komplett die Tatsache umgeht, warum diese Form jenen Inhalt annimmt. Du umgehst so die Frage, warum gerade dieser Inhalt als incentive (das meinst du vermutlich mit "Insensitive"?) benutzt wird.
ThePanicBroadcast hat geschrieben:Was deinen zweiten Absatz mit der eigene Meinung angeht, (bis auf die Geschichte mit Peach als Spielball) hast du Recht. Das sind Fakten die vorgetragen werden. Aber diese Fakten sind ohne eine Schlussfolgerung oder Forderung nichts weiter als eine Wiedergabe von bereits bekanntem Wissen und haben sommit einen Erkenntniswert von 0.
Das ist, mit Verlaub, Blödsinn. Damit könntest du jede wiss. Publikation, die nur über deskriptive Statistik arbeitet (z.B. Meinungsumfragen) ihren Erkenntnisgewinn absprechen. Außerdem werden die Fakten nicht in ihrem angeblichen So-Sein präsentiert, sondern nach bestimmten Prinzipien geordnen (hier dem Jungfrauen-Entführungs-Narrativ), der aus sich heraus beansprucht, etwas zu erklären (nicht nur zu zeigen).

Das ist mir nun wirklich zu anstrengend, weil mir das reine Philisterei deinerseits zu sein scheint. Du springst beliebig im Thema. Ich verabschiede mich da lieber... du kannst ja versuchen, mich mit einem konsistent vorgetragenen Gedanken hinter dem Ofen hervorzulocken, aber bitte nicht mit diesem Themengehüpfe.
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ThePanicBroadcast
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von ThePanicBroadcast »

Warum gerade dieser Inhalt als incentive(danke für die verbessrung) genutzt wird hatte ich zwar geschrieben, aber das scheint ja egal zu sein. Dann verschone ich dich mit weiterem Rumgehüpfe und verzieh mich dann auch mal. Diese ganze Fachterminibomadierung ist nämlich mir zu anstregend. :wink:
Abe81
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Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten

Beitrag von Abe81 »

tamberlane hat geschrieben:
Abe81 hat geschrieben:Wenn man sich nicht reflexiv zu seinem Wollen ins Verhältnis setzt, sicherlich. Das bestätigt sich ja zuhauf in diesem Thread. Warum fragst du?
Weil dieses reflexive Auseinandersetzung ja schon monetär stattgefunden zu haben scheint*. Viel mehr Leute investieren Geld in COD und Super Mario als in Kickstarterprojekte, die gegen die Frauenbenachteiligung in Videospielen vorgehen wollen.

*Es gibt noch mehr Möglichkeiten, ich weiß. Bei Vielen hat diese Reflexion nie stattgefunden, wird sie aber auch nicht, selbst nicht wenn man ihnen die Fakten ans Gesicht tackert (Trotz), vielen (Männern wie Frauen) gehts schlichtweg am Arsch vorbei, weil sie sich nicht für Videospiele interessieren, weil ... (Ignoranz und Desinteresse), und viele (wie ich) finden solche Rollenklischees nicht weiter dramatisch, eben weils nur Videospiele sind (Opportunismus, Lethargie). Vielleicht nicht schön, aber so isses halt.
Ich würde es den Leuten nicht vorwerfen, in schnöde Unterhaltung um der Unterhaltung willen Geld zu investieren. Der 'moralisch richtige' Konsum scheint mir kein geeigneter Ansatz zu sein (ich könnte dann auch gleich abklopfen: Trinkst du auch brav fair trade? Bist du vegan? Ist du auch keine Erdbeeren im Winter? Benutzt du Ökostrom? usw. usf.).
Ich finde es auch zu 'rational choice'-mäßig, dem Konsumenten per se ein reflexives Verhältnis zu seinem Kaufverhalten zu unterstellen.
Was man aber ja jederzeit machen kann: Sich zumindest die Argumente anhören, die in der Kritik im Video formuliert werden. Insofern folgt aus (gesell.) Sein Wollen, weil, so meine dreiste Vermutung, die Kritiker des Videos eben keine Ratio sondern Rationalisierung walten lassen. D.h. auf Teufel komm raus werden entweder die Tatsachen oder ihre Radikalität geleugnet (d.h der Maßstab wird absichtlich hochgehangen, um den gesellschaftlichen Zusammenhang zu verklären: 'Sexismus ist nur noch, wenn man besoffen eine Frau angrapscht'); oder der Kritikerin werden sinistre Motive unterstellt ('die ist doch nur geldgeil') und es werden Forderung laut, die die Forderer gar nicht stellen können ('die soll mit dem Kickstarter-Geld richtig umgehen', 'Kommentare auf youtube ermöglichen etc.'), weil sie selbst nicht gespendet haben (und selbst das würde sie noch nicht zu dieser Forderung berechtigen).
Zuletzt geändert von Abe81 am 11.03.2013 01:24, insgesamt 2-mal geändert.