Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Moderatoren: Moderatoren, Redakteure
- Almalexian
- Beiträge: 1368
- Registriert: 23.04.2011 14:47
- Persönliche Nachricht:
Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Tja, ich will ja nicht behaupten, ich hätts euch doch gleich gesagt, aber...
- Byron89
- Beiträge: 24
- Registriert: 30.06.2012 11:04
- Persönliche Nachricht:
Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
@mr archer
Etwas was im Bezug auf Alien öfters untergraben wird ist, dass das ursprüngliche Drehbuch Genderfrei war! Die Charaktere waren weder weiblich noch männlich. Ridley Scott entschied sich für den Fokus auf "starke Frau gegen Phallus-Alien".
Ich fand das äußerst faszinierend und spiegelt meine Aussage im ersten Post wieder. Es wäre wichtiger und besser objektive Charaktereigenschaften zu fördern. Ich hab nie verstanden, warum in Slasherfilmen den Damen plötzlich der Überlebensinstinkt abhanden kommt. Sehr gut gefiel mir da The Descend, die Damen machen das was jeder Menschen in der Situation machen würde: um das eigene Überleben kämpfen!!!
Etwas was im Bezug auf Alien öfters untergraben wird ist, dass das ursprüngliche Drehbuch Genderfrei war! Die Charaktere waren weder weiblich noch männlich. Ridley Scott entschied sich für den Fokus auf "starke Frau gegen Phallus-Alien".
Ich fand das äußerst faszinierend und spiegelt meine Aussage im ersten Post wieder. Es wäre wichtiger und besser objektive Charaktereigenschaften zu fördern. Ich hab nie verstanden, warum in Slasherfilmen den Damen plötzlich der Überlebensinstinkt abhanden kommt. Sehr gut gefiel mir da The Descend, die Damen machen das was jeder Menschen in der Situation machen würde: um das eigene Überleben kämpfen!!!
Zuletzt geändert von Byron89 am 08.03.2013 15:55, insgesamt 1-mal geändert.
- Creepwalker
- Beiträge: 971
- Registriert: 27.09.2011 17:59
- Persönliche Nachricht:
Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Soll ich jetzt die hunderte(tausende) Gegenbeispiele aufzählen..
Kein Bock auf noch mehr Erbenzählerrei.
Scheinbar eh sinnlos mit dir darüber zu reden.
Ich geb dir recht, die TV und Filmbranche ist wirklich schon reifer geworden, besonders die Pornofilmbranche... huehuehue
Kein Bock auf noch mehr Erbenzählerrei.
Scheinbar eh sinnlos mit dir darüber zu reden.
Ich geb dir recht, die TV und Filmbranche ist wirklich schon reifer geworden, besonders die Pornofilmbranche... huehuehue
-
hoelzi123
- Beiträge: 142
- Registriert: 23.12.2009 11:47
- Persönliche Nachricht:
Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Ja, Du hast ein paar Beispiele genannt. Bei Computerspielen gibts auch ein paar Gegenbeispiele, siehe anderer Thread. Und was heißt das jetzt? Mein Punkt war, Retten oder Rache von Schwächeren ist einfach eine starke Motivation für den Helden in Film, Buch und Computerspiel, auf die sich viele Autoren zurückziehen.mr archer hat geschrieben:Und das von dem Foristen, der vor wenigen Momenten noch in meine Richtung nach Beispielen gefragt hat. Und genau, "Alien" war voll Indie und so.Creepwalker hat geschrieben:
Ja kannste dir in die Haare schmieren deine Links.
Deine arroganten Beiträge auch...
Ich rede nicht von meinem Konsumverhalten, sondern von der Masse der Leute und die schauen numal nicht deine tollen 6 Beispiele sondern Mainstream.
Du bist wie ein Blinder der das Licht sucht...
Bloß weil du so cool bist und Indie Filmchen schaust, bleibt das Problem vorhanden...
Die Frage ist nicht, sind Computerspiele schlimmer als Filme, oder wo gibts mehr Beispiele, die Frage ist, was wird warum als "schwach" definiert. Und das hat nichts mit Computerspielen zu tun, sondern ist ein viel umfassenderes Thema. Computerspiele deswegen anzugreifen ist aber eben publikumswirksam...
- Obstdieb
- Beiträge: 1768
- Registriert: 05.06.2011 20:59
- Persönliche Nachricht:
Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Das ist ja wohl die langweiligste und einfachste Methode von Storytelling bzw. Charakterstrutkur. Wenn du den Stein umdrehst, müsste dir klar werden, dass das fehlende Kreativität zeigt.hoelzi123 hat geschrieben: Mein Punkt war, Retten oder Rache von Schwächeren ist einfach eine starke Motivation für den Helden in Film, Buch und Computerspiel, auf die sich viele Autoren zurückziehen.
-
Gex83
- Beiträge: 20
- Registriert: 21.04.2011 16:00
- User ist gesperrt.
- Persönliche Nachricht:
Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Wenn ich etwas gelernt habe, dass Menschen kompliziert und zutiefst widersprüchlich sind.Hey, Du springst da gerade von Frauenbild zu Frauenbild und baust Dir eine total widersprüchliche Frau zusammen, die es so einfach nicht gibt.
Es hat sehr wohl aber mit der Zielgruppe zu tun die es fast nur bis in die späteren 90er da gab: Jung, männlich, heterosexuell und pubertierend bzw. spätpubertiend.Die Frage ist nicht, sind Computerspiele schlimmer als Filme, oder wo gibts mehr Beispiele, die Frage ist, was wird warum als "schwach" definiert. Und das hat nichts mit Computerspielen zu tun, sondern ist ein viel umfassenderes Thema. Computerspiele deswegen anzugreifen ist aber eben publikumswirksam...
Zuletzt geändert von Gex83 am 08.03.2013 16:07, insgesamt 3-mal geändert.
-
5ancho
- Beiträge: 1307
- Registriert: 02.10.2012 09:43
- User ist gesperrt.
- Persönliche Nachricht:
Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Verurteile das Spiel und nicht den Spieler... oder machs besserObstdieb hat geschrieben:Das ist ja wohl die langweiligste und einfachste Methode von Storytelling bzw. Charakterstrutkur. Wenn du den Stein umdrehst, müsste dir klar werden, dass das fehlende Kreativität zeigt.hoelzi123 hat geschrieben: Mein Punkt war, Retten oder Rache von Schwächeren ist einfach eine starke Motivation für den Helden in Film, Buch und Computerspiel, auf die sich viele Autoren zurückziehen.
- Obstdieb
- Beiträge: 1768
- Registriert: 05.06.2011 20:59
- Persönliche Nachricht:
Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Das Argument habe ich natürlich kommen gesehen. Aber klar, erstmal besser machen, dann kritisieren..5ancho hat geschrieben:Verurteile das Spiel und nicht den Spieler... oder machs besserObstdieb hat geschrieben:Das ist ja wohl die langweiligste und einfachste Methode von Storytelling bzw. Charakterstrutkur. Wenn du den Stein umdrehst, müsste dir klar werden, dass das fehlende Kreativität zeigt.hoelzi123 hat geschrieben: Mein Punkt war, Retten oder Rache von Schwächeren ist einfach eine starke Motivation für den Helden in Film, Buch und Computerspiel, auf die sich viele Autoren zurückziehen.
- mr archer
- Beiträge: 10329
- Registriert: 07.08.2007 10:17
- Persönliche Nachricht:
Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Das heisst, dass es möglich ist, vielschichtige Charaktere in beiden Genren zu erschaffen. Ohne, dass diese auf ihre Sexualität verzichten müssen. Mehr wollte ich damit gar nicht sagen. Und das wünsche ich mir für die Zukunft eben immer mehr.hoelzi123 hat geschrieben:
Ja, Du hast ein paar Beispiele genannt. Bei Computerspielen gibts auch ein paar Gegenbeispiele, siehe anderer Thread. Und was heißt das jetzt?
-
hoelzi123
- Beiträge: 142
- Registriert: 23.12.2009 11:47
- Persönliche Nachricht:
Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Kreativität ist subjektiv. Einige der erfolgreichsten Filme der letzten Jahre (Batman, Django, Taken 2, Twilight, Avatar, etc.) benutzen schwache Frauen in der einen oder anderen Art als Motivation für den Helden.Obstdieb hat geschrieben:Das ist ja wohl die langweiligste und einfachste Methode von Storytelling bzw. Charakterstrutkur. Wenn du den Stein umdrehst, müsste dir klar werden, dass das fehlende Kreativität zeigt.hoelzi123 hat geschrieben: Mein Punkt war, Retten oder Rache von Schwächeren ist einfach eine starke Motivation für den Helden in Film, Buch und Computerspiel, auf die sich viele Autoren zurückziehen.
- Oldholo
- Beiträge: 1657
- Registriert: 18.12.2007 11:51
- Persönliche Nachricht:
Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Unterschiedlichkeiten welcher Art? Von den offensichtlichen, aber noch nicht einmal zwangsläufigen biologischen Unterschieden abgesehen sind wir alle ziemlich identisch. Der Thread hier ist zu hektisch, um ins Detail zu gehen, aber im Großen und Ganzen macht es nun einmal - vor Allem in Spielen - keinen Unterschied, ob unser Held nun männlich, weiblich, Roboter oder sonst was ist, finde ich. Wofür bräuchte eine Story zwangsläufig eine Frau oder zwangsläufig einen Mann? In 99% aller Fälle würde ich behaupten, sie Geschlechter sind beliebig austauschbar.mr archer hat geschrieben:Also da möchte ich persönlich widersprechen. Ich wünsche mir keinesfalls ein Verschwinden von Gender zugunsten androgyner, geschlechtsloser Wesen. Ich wünsche mir nur ein gleichberechtigtes Auftreten der verschiedenen Geschlechter und einen souveränen Umgang mit ihren Unterschiedlichkeiten, der meine Intelligenz nicht beleidigt.Oldholo hat geschrieben: Hach, was lob' ich mir Spiele wie jene von Bethesda, in welchen man anfangs ein Geschlecht wählt und es von dort aus keinen Unterschied mehr macht, ob es nun ein XX oder XY ist; weder beim eigenen Charakter noch bei NPCs. Das möchte ich an dieser Stelle einfach mal als Optimalzustand hervorheben; zwischen "starken Männern" und "starken Frauen" ist es schön, schlicht "starke Menschen" zu haben.![]()
Computerspiele "anzugreifen" ist doch allein schon deswegen logisch, weil es ein enorm machtvolles Medium ist und mehr junges (gerade männliches) Publikum anzieht als sonst irgendwas. Es wäre grob fahrlässig gewesen, Computerspiele in einer Blase einfach vor sich hin existieren zu lassen und sie nicht ebenso zu kritisieren wie alle anderen Massenmedien.hoelzi123 hat geschrieben: Die Frage ist nicht, sind Computerspiele schlimmer als Filme, oder wo gibts mehr Beispiele, die Frage ist, was wird warum als "schwach" definiert. Und das hat nichts mit Computerspielen zu tun, sondern ist ein viel umfassenderes Thema. Computerspiele deswegen anzugreifen ist aber eben publikumswirksam...
Zuletzt geändert von Oldholo am 08.03.2013 16:07, insgesamt 1-mal geändert.
- Kajetan
- Beiträge: 27139
- Registriert: 13.04.2004 10:26
- Persönliche Nachricht:
Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Du bekommst das alles komplett in den falschen Hals. Das soll doch gar kein Angriff auf "Videospiele" sein. Hier geht es um eine Aufarbeitung typischer Frauen-Klischees in Videospielen und nicht darum irgend jemandem die Schuld zu geben oder zu sagen, dass Spiele "böse" sind.hoelzi123 hat geschrieben:Die Frage ist nicht, sind Computerspiele schlimmer als Filme, oder wo gibts mehr Beispiele, die Frage ist, was wird warum als "schwach" definiert. Und das hat nichts mit Computerspielen zu tun, sondern ist ein viel umfassenderes Thema. Computerspiele deswegen anzugreifen ist aber eben publikumswirksam...
Und genau dieses Mißverständnis ist auch verantwortlich für das zT. stundenlange Aneinandervorbeireden in diesen Diskussionen.
-
hoelzi123
- Beiträge: 142
- Registriert: 23.12.2009 11:47
- Persönliche Nachricht:
Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Keine Sorge, ich sehe mich nicht als Verteidiger der Computerspiele.Kajetan hat geschrieben:Du bekommst das alles komplett in den falschen Hals. Das soll doch gar kein Angriff auf "Videospiele" sein. Hier geht es um eine Aufarbeitung typischer Frauen-Klischees in Videospielen und nicht darum irgend jemandem die Schuld zu geben oder zu sagen, dass Spiele "böse" sind.hoelzi123 hat geschrieben:Die Frage ist nicht, sind Computerspiele schlimmer als Filme, oder wo gibts mehr Beispiele, die Frage ist, was wird warum als "schwach" definiert. Und das hat nichts mit Computerspielen zu tun, sondern ist ein viel umfassenderes Thema. Computerspiele deswegen anzugreifen ist aber eben publikumswirksam...
Und genau dieses Mißverständnis ist auch verantwortlich für das zT. stundenlange Aneinandervorbeireden in diesen Diskussionen.
-
Plor
- Beiträge: 372
- Registriert: 31.03.2010 16:26
- Persönliche Nachricht:
Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Sorry Folks, aber dieser Thread wirft echt kein gutes Licht auf die Videospielszene und dieses Forum im besonderen.
Anita Sarkeesian referiert sachlich und ohne Aufregung über sexistische Stereotype in Videospielen, in dieser Folge über einen Tropus, dessen Klischeehaftigkeit und permanente Nutzung in der Kultur wohl kaum jemand leugnen kann, der sich ein wenig in Kulturgeschichte und Kulturwissenschaft auskennt.
Und wie von der Tarantel gestochen springen hysterische Antifeministen aus ihrer Deckung hervor und kreischen sich was zurecht von wegen Feminazi, Rumgeheule und Gehirnwäsche. Sagt mal, hackts? Es geht hier um einen spannenden, kulturwissenschaftlichen Beitrag zu Klischees in Videospielen und einige Videospieler regen sich auf, als ob jemand ihnen ihr Hobby kaputt machen wollte (v.a. so lächerlich, weil Sarkeesian selbst begeisterte Spielerin ist) . Da sind die Film- und Literaturszene ganz offensichtlich viel weiter als die Videospielszene, gehören doch genau solche kritischen Auseinandersetzungen mit bestimmten Sujets zum klassischen Repertoire eines jeden Cineasten und Bibliophilen (inklusive kritischer Auseinandersetzung mit den großen Ikonen des jeweiligen Mediums). Gerade eine solche hysterische Reaktion (tausendmal hysterischer als jede Feministin nach Aussagen der selbsternannten männlichen Verteidigern der Videospielkultur jemals sein könnte) steht symptomatisch für das Problem der Videospielszene, sich mit ihrem Medium auch als Kulturgut auseinanderzusetzen. Aus vielen Beiträgen hier spricht offensichtlich fehlende Reife, Sexismus, Null Verständnis für kritische Kulturwissenschaften, null Verständnis für den Aufwand so etwas zu recherchieren und zu produzieren, null Verständnis für Genderforschung, Kulturgeschichte und kritische Medienrezeption im allgemeinen. Eigentlich müsste jeder Videospieler, der sich zu dem Medium hingezogen fühlt und sich - abseits vom bloßen Zocken - gerne damit auseinandersetzt (also die wahren Core-Gamer), bei zahllosen Beiträgen hier an den Kopf schlagen oder mit Schamesröte im Gesicht abwenden. Echt jetzt, das ist der im Grunde genommen großartigen Videospielkultur nicht im geringsten würdig... einfach ein peinliches Trauerspiel.
Achso, vielleicht noch als kleines PS. Als dieser grauenhafte TV-Bericht, Videospieler als zurückgebliebene, asexuelle Außenseiter dargestellt hat, war die Empörung im Videospiel-Feuilleton und den entsprechenden Foren (berechtigterweise) groß. Wurden doch auch an dieser Stelle sattsam bekannte, uralte und dämliche Klischees wiedergekaut. Stellt euch mal vor, damals wären hier TV-Macher oder einfach nur TV-Zuschauer vorbei gekommen und hätten euch gesagt, ihr solltet euch nicht so haben, das wäre doch kein Problem, ihr wärt nur Gamer-Nazis und wolltet Gehirnwäsche betreiben? Die Antwort wäre wohl auch - und vollkommen zurecht - "Hackt's?" gewesen. Gerade als Videospieler müsstet ihr wissen, wie ätzend es ist, in ein bestimmtes Klischee gedrängt zu werden und wie wichtig es ist auf dieses Klischee hinzuweisen und gegen dieses mitunter auch zu kämpfen.
Anita Sarkeesian referiert sachlich und ohne Aufregung über sexistische Stereotype in Videospielen, in dieser Folge über einen Tropus, dessen Klischeehaftigkeit und permanente Nutzung in der Kultur wohl kaum jemand leugnen kann, der sich ein wenig in Kulturgeschichte und Kulturwissenschaft auskennt.
Und wie von der Tarantel gestochen springen hysterische Antifeministen aus ihrer Deckung hervor und kreischen sich was zurecht von wegen Feminazi, Rumgeheule und Gehirnwäsche. Sagt mal, hackts? Es geht hier um einen spannenden, kulturwissenschaftlichen Beitrag zu Klischees in Videospielen und einige Videospieler regen sich auf, als ob jemand ihnen ihr Hobby kaputt machen wollte (v.a. so lächerlich, weil Sarkeesian selbst begeisterte Spielerin ist) . Da sind die Film- und Literaturszene ganz offensichtlich viel weiter als die Videospielszene, gehören doch genau solche kritischen Auseinandersetzungen mit bestimmten Sujets zum klassischen Repertoire eines jeden Cineasten und Bibliophilen (inklusive kritischer Auseinandersetzung mit den großen Ikonen des jeweiligen Mediums). Gerade eine solche hysterische Reaktion (tausendmal hysterischer als jede Feministin nach Aussagen der selbsternannten männlichen Verteidigern der Videospielkultur jemals sein könnte) steht symptomatisch für das Problem der Videospielszene, sich mit ihrem Medium auch als Kulturgut auseinanderzusetzen. Aus vielen Beiträgen hier spricht offensichtlich fehlende Reife, Sexismus, Null Verständnis für kritische Kulturwissenschaften, null Verständnis für den Aufwand so etwas zu recherchieren und zu produzieren, null Verständnis für Genderforschung, Kulturgeschichte und kritische Medienrezeption im allgemeinen. Eigentlich müsste jeder Videospieler, der sich zu dem Medium hingezogen fühlt und sich - abseits vom bloßen Zocken - gerne damit auseinandersetzt (also die wahren Core-Gamer), bei zahllosen Beiträgen hier an den Kopf schlagen oder mit Schamesröte im Gesicht abwenden. Echt jetzt, das ist der im Grunde genommen großartigen Videospielkultur nicht im geringsten würdig... einfach ein peinliches Trauerspiel.
Achso, vielleicht noch als kleines PS. Als dieser grauenhafte TV-Bericht, Videospieler als zurückgebliebene, asexuelle Außenseiter dargestellt hat, war die Empörung im Videospiel-Feuilleton und den entsprechenden Foren (berechtigterweise) groß. Wurden doch auch an dieser Stelle sattsam bekannte, uralte und dämliche Klischees wiedergekaut. Stellt euch mal vor, damals wären hier TV-Macher oder einfach nur TV-Zuschauer vorbei gekommen und hätten euch gesagt, ihr solltet euch nicht so haben, das wäre doch kein Problem, ihr wärt nur Gamer-Nazis und wolltet Gehirnwäsche betreiben? Die Antwort wäre wohl auch - und vollkommen zurecht - "Hackt's?" gewesen. Gerade als Videospieler müsstet ihr wissen, wie ätzend es ist, in ein bestimmtes Klischee gedrängt zu werden und wie wichtig es ist auf dieses Klischee hinzuweisen und gegen dieses mitunter auch zu kämpfen.
- Obstdieb
- Beiträge: 1768
- Registriert: 05.06.2011 20:59
- Persönliche Nachricht:
Re: Spielkultur: Die Jungfrau in Nöten
Und dein Argument ist jetzt..? Du kannst nicht alle Damsel Figuren in einen Topf werfen.hoelzi123 hat geschrieben:Kreativität ist subjektiv. Einige der erfolgreichsten Filme der letzten Jahre (Batman, Django, Taken 2, Twilight, Avatar, etc.) benutzen schwache Frauen in der einen oder anderen Art als Motivation für den Helden.Obstdieb hat geschrieben:Das ist ja wohl die langweiligste und einfachste Methode von Storytelling bzw. Charakterstrutkur. Wenn du den Stein umdrehst, müsste dir klar werden, dass das fehlende Kreativität zeigt.hoelzi123 hat geschrieben: Mein Punkt war, Retten oder Rache von Schwächeren ist einfach eine starke Motivation für den Helden in Film, Buch und Computerspiel, auf die sich viele Autoren zurückziehen.
Irene aus Drive war, wenn du es ganz simpel siehst, auch rettungsbedürftig. Trotzdem war der Charakter interessant und vorallem durchdacht, sprich hatte tatsächlich eine Persönlichkeit. Selbes gilt für Triss Merigold. Man kann defintiv nicht alles in einen Topf hauen und genau deshalb sind Argumente wie, "Kreativität ist subjektiv und nicht so leicht kritisierbar" oder "machs besser.." fehl am Platz, ja sogar kontraproduktiv.
