Electronic Arts: Sinniert über Konto-Bindung und Gebrauchtspiele

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Kumbao
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Re: Electronic Arts: Sinniert über Konto-Bindung und Gebrauc

Beitrag von Kumbao »

Batistuta hat geschrieben:Ich finde es immer witzig in solchen Diskussionen, dass diese Geldmacherei der Publisher als so ein so großes moralisches Übel angesehen wird und man sich selber als den Internet-Robin-Hood darstellt, der das alles ja erkannt hat und jetzt aufrecht gegen diese finsteren Konzerne für Kreativität und Innovation kämpft.

Dabei richten sich diese Publisher einfach nur nach dem Konsumenten verhalten.
Warum gibts überhaupt free to play games? - wegen Raubkopien oder anders gesagt: aus Geiz der Konsumenten!
Warum mikro-transaktionen: weil es kleine Beträge in ftp-spielen sind und kleine Beträge befriedigen den: Geiz!
Warum ist Steam so erfolgreich: weils BILLIG ist!

Wir haben hier keine andere Moral als die. Der einzige Unterschied ist, dass denen es bewusst ist und wir uns gegenseitig in Foren zulabern was für geile Moral-Ranger wir doch sind!
Nope, einmal komplett am Thema vorbei. Das Problem ist, dass die Publisher seit Jahren kaum noch vernünftige Produkte auf den Markt bringen, danach aber rumheulen und die Schuld bei Gebrauchtkäufern und Raubkopierern suchen, anstatt sich selbst mal ein wenig zu hinterfragen. Wenn jemand mit Leidenschaft bei der Sache ist und sich dann eine goldene Nase verdient, dann ist das doch toll. Wenn jemand allerdings bloß Fließbandware abliefert und von einem Jahresrythmus spricht, in dem Titel XYZ auf den Markt kommen muss, dann nervt das halt einige an. Darum gehts hier.
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Wigggenz
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Re: Electronic Arts: Sinniert über Konto-Bindung und Gebrauc

Beitrag von Wigggenz »

Nanimonai hat geschrieben:
Wigggenz hat geschrieben:Wer heute noch Prinzipien hat, wird als pathetischer Idealist ausgelacht.
Ich halte viel von Idealen, aber absolut nichts von Prinzipien.
Prinzipien sind wie das "Carpe Diem" der Lebensmottos. Unüberlegte Pauschalaussagen und -handlungen, Vorverurteilungen aufgrund negativer Erfahrungen.

Wenn man etwas aus Prinzip macht, heißt es nur, dass man zu faul ist, nochmal alles in Ruhe zu betrachten und sich zu hinterfragen, ob die Entscheidung sinnvoll ist oder nicht.
Du verlangst, ideelle gegen wirtschaftliche Vorteile abzuwägen. Da ist für mich absolut keine Diskussion möglich.
Das Recht auf den Gebrauchthandel ist kein wirtschaftlich zu bemessener Wert - zumindest nicht für mich. Um mal beim PC zu bleiben, wo Gebrauchthandel ja schon ausgerottet ist:
Natürlich wird durch Steamdeals für sehr viele Spiele der Nachteil des nicht vorhandenen Gebrauchtmarkts wirtschaftlich wieder ausgeglichen. Trotzdem bedeutet das, dass ich z.B. nicht an meine Freunde mein mittlerweile seit Ewigkeiten nichtmehr gestartetes Exemplar von Mafia2 für nen 5er verkaufen, verleihen oder gar verschenken kann. Das können mir auch Steamdeals nicht mehr geben.

Aber auch sonst:
Nenne mir bitte auch nur einen weiteren Vorteil, den die Ausrottung des Gebrauchtmarktes auf dem PC mit sich gebracht hat.

Ganz abgesehen davon sind Prinzipien nur die alltägliche Anwendung von Idealen. Die Ablehnung von gebrauchtmarktsvernichtenden Maßnahmen als Prinzip fußt ja auch nur in dem Ideal der freien Verfügung über das, was man rechtmäßig erworben hat.
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De_Montferrat
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Re: Electronic Arts: Sinniert über Konto-Bindung und Gebrauc

Beitrag von De_Montferrat »

Batistuta hat geschrieben:Warum ist Steam so erfolgreich: weils BILLIG ist!
Ich behaupte, dass manche/viele bei den Angeboten zuschlagen, weil einem eine accountgebundene, gemietete (wird ja immer wieder gerne betont) "Spielelizenz" nunmal nur 'nen Appel und 'n Ei wert ist und nicht nur aus Geiz.
Zuletzt geändert von De_Montferrat am 13.02.2013 14:24, insgesamt 1-mal geändert.
Nanimonai
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Re: Electronic Arts: Sinniert über Konto-Bindung und Gebrauc

Beitrag von Nanimonai »

Kumbao hat geschrieben:
Nanimonai hat geschrieben:
Wigggenz hat geschrieben:Wer heute noch Prinzipien hat, wird als pathetischer Idealist ausgelacht.
Ich halte viel von Idealen, aber absolut nichts von Prinzipien.
Prinzipien sind wie das "Carpe Diem" der Lebensmottos. Unüberlegte Pauschalaussagen und -handlungen, Vorverurteilungen aufgrund negativer Erfahrungen.

Wenn man etwas aus Prinzip macht, heißt es nur, dass man zu faul ist, nochmal alles in Ruhe zu betrachten und sich zu hinterfragen, ob die Entscheidung sinnvoll ist oder nicht.
Du meinst, so wie ein Dozent aus Prinzip jedes Wort auf die Goldwaage legt, um danach andere zurechtweisen zu können? :P :wink:
Verdammt, Touché. ;-)
Nanimonai
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Re: Electronic Arts: Sinniert über Konto-Bindung und Gebrauc

Beitrag von Nanimonai »

Kumbao hat geschrieben:Das Problem ist, dass die Publisher seit Jahren kaum noch vernünftige Produkte auf den Markt bringen, danach aber rumheulen und die Schuld bei Gebrauchtkäufern und Raubkopierern suchen, anstatt sich selbst mal ein wenig zu hinterfragen.
Hmm, Deine Meinung in Ehren, aber die Verkaufszahlen besagen eigentlich nicht, dass zu wenige gute Spiele auf dem Markt sind.
Auch ich bin eigentlich nicht der Meinung, dass in den letzten Jahren keine vernünftigen Produkte mehr auf den Markt gekommen sind. Ich will nicht sagen, dass das Gegenteil der Fall ist (früher gab es auch tolle Spiele), aber ich kann zumindest für mich behaupten, in den letzten Jahren sehr viele ausgezeichnete Spiele gespielt zu haben.
Momentan erfreue ich mich noch stark an einer Beta von Path of Exile und freue mich auch sehr auf noch kommende Spiele in dieser Konsolengeneration (GoW Ascension, GTA V, The Last of Us) oder der nächsten (Dark Souls 2, Watchdogs, Witcher 3 und Konsorten).
Nö, ich sehe das nicht so schwarz und freue mich auf das, was da noch kommt. :-)
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Kumbao
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Re: Electronic Arts: Sinniert über Konto-Bindung und Gebrauc

Beitrag von Kumbao »

Nanimonai hat geschrieben:
Kumbao hat geschrieben:Das Problem ist, dass die Publisher seit Jahren kaum noch vernünftige Produkte auf den Markt bringen, danach aber rumheulen und die Schuld bei Gebrauchtkäufern und Raubkopierern suchen, anstatt sich selbst mal ein wenig zu hinterfragen.
Hmm, Deine Meinung in Ehren, aber die Verkaufszahlen besagen eigentlich nicht, dass zu wenige gute Spiele auf dem Markt sind.
Auch ich bin eigentlich nicht der Meinung, dass in den letzten Jahren keine vernünftigen Produkte mehr auf den Markt gekommen sind. Ich will nicht sagen, dass das Gegenteil der Fall ist (früher gab es auch tolle Spiele), aber ich kann zumindest für mich behaupten, in den letzten Jahren sehr viele ausgezeichnete Spiele gespielt zu haben.
Momentan erfreue ich mich noch stark an einer Beta von Path of Exile und freue mich auch sehr auf noch kommende Spiele in dieser Konsolengeneration (GoW Ascension, GTA V, The Last of Us) oder der nächsten (Dark Souls 2, Watchdogs, Witcher 3 und Konsorten).
Nö, ich sehe das nicht so schwarz und freue mich auf das, was da noch kommt. :-)
Jo, hab ich wohl etwas verkürzt ausgedrückt. Hinzu kommen nämlich noch vollkommen haarsträubende Prognosen, was verkaufte Einheiten angeht. Da werden dann Ziele gesetzt, die nur mit einem Topprodukt zu erreichen sind. Hinzu kommt, dass Spiele heutzutage Budgetmäßig völlig aus den Nähten platzen, ohne das es das Endprodukt rechtfertigen würde.

Bestes Beispiel: Kingdoms of Amalur. Definitiv kein schlechter Titel (ich hab sogar die Platintrophäe auf der PS3), aber er wird seinem Budget in keinster Weise gerecht. Dazu hat man dann noch Todd McFarlane und R.A. Salvatore angeheurt. Keine Ahnung was die beiden gekostet haben, aber billig dürfte es nicht gewesen sein. Von den beiden sieht man aber irgendwie so gar nix in dem Spiel. Weder schimmert McFarlanes markante Optik durch, noch schafft es Salvatore dem Spiel irgendeine nennenswerte Tiefe zu verpassen. Die beiden sind bloß (sündhaft teures) Namedropping.

Ein Kumpel von mir ist Musiker, und macht auch ab und zu was für EA. Der hat mir mal erzählt, dass die völlig absurde Summen zahlen. Der ackert dann ein paar Stündchen und verdient dafür mehr, als andere in mehreren Monaten.

Wenn man also mit solchen Summen um sich schießt, dann darf man sich auch nicht wundern, wenn der erhoffte Erfolg ausbleibt. Dabei braucht es keine übertriebenen Budgets und große Namen. Einfach ne gute Idee, ein paar gut ausgebildete und motivierte Jungs und natürlich eine knackige Werbekampagne, dann läuft es schon.

Mit Gebrauchthandel und Raubkopien haben die "enttäuschenden" Bilanzen wenig zu tun.
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Nightmare King Grimm
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Re: Electronic Arts: Sinniert über Konto-Bindung und Gebrauc

Beitrag von Nightmare King Grimm »

Nanimonai hat geschrieben:
Kumbao hat geschrieben:Das Problem ist, dass die Publisher seit Jahren kaum noch vernünftige Produkte auf den Markt bringen, danach aber rumheulen und die Schuld bei Gebrauchtkäufern und Raubkopierern suchen, anstatt sich selbst mal ein wenig zu hinterfragen.
Hmm, Deine Meinung in Ehren, aber die Verkaufszahlen besagen eigentlich nicht, dass zu wenige gute Spiele auf dem Markt sind.
Auch ich bin eigentlich nicht der Meinung, dass in den letzten Jahren keine vernünftigen Produkte mehr auf den Markt gekommen sind. Ich will nicht sagen, dass das Gegenteil der Fall ist (früher gab es auch tolle Spiele), aber ich kann zumindest für mich behaupten, in den letzten Jahren sehr viele ausgezeichnete Spiele gespielt zu haben.
Momentan erfreue ich mich noch stark an einer Beta von Path of Exile und freue mich auch sehr auf noch kommende Spiele in dieser Konsolengeneration (GoW Ascension, GTA V, The Last of Us) oder der nächsten (Dark Souls 2, Watchdogs, Witcher 3 und Konsorten).
Nö, ich sehe das nicht so schwarz und freue mich auf das, was da noch kommt. :-)
Also willst du sagen: solange es viele Verkaufszahlen gibt, ist etwas auch gleich gut? Das stimmt leider nicht.

Einfaches Szenario: ich bin Gamer seit über 20 Jahren. Ich kenne noch viele alte Games, habe viel von der Videospiel-Entwicklung mitbekommen und mir fällt daher womöglich auch etwas leichter auf, wenn Videogames einen gewissen Abwärtstrend haben. Damit meine ich: mir fällt das eher auf, als einem meinetwegen 12 Jährigen der mit SNES und Co nicht viel anfangen kann. Somit ist doch die Situation folgende: ältere Gamer bekommen vielleicht mit, dass die Games nachlassen, aber man hat ja weniger Zeit, einige hören sicher auch auf. Auf der anderen Seite kommen aber Jahr für Jahr neue Gamer dazu, die nichts anderes als das Pew Pew mäßige Gamen kennen. Die werden sich nie denken: früher war alles besser. Weil sie früher nicht kennen. Also kaufen sie. Wenn die nun also "nur" Explosionen kennen und es jedes Jahr mehr werden, was bedeutet das aus ihrer Sicht? Richtig: Spiel wird besser. Also sind die Verkaufszahlen vielleicht toll, aber was sagen sie schon über die Qualität der Spiele aus?

Ich mag gar nicht einen auf "Früher war alles besser" machen, aber dass gerade von EA vieles inzwischen wahrlich an Fließbandarbeit erinnert, so wie die Games teilweise nur mit einem Soft-Update als 'Neu' in die Regale kommen...ist denke ich kein Geheimnis.
Nanimonai
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Re: Electronic Arts: Sinniert über Konto-Bindung und Gebrauc

Beitrag von Nanimonai »

Kumbao hat geschrieben: Bestes Beispiel: Kingdoms of Amalur. Definitiv kein schlechter Titel (ich hab sogar die Platintrophäe auf der PS3), aber er wird seinem Budget in keinster Weise gerecht. Dazu hat man dann noch Todd McFarlane und R.A. Salvatore angeheurt. Keine Ahnung was die beiden gekostet haben, aber billig dürfte es nicht gewesen sein. Von den beiden sieht man aber irgendwie so gar nix in dem Spiel. Weder schimmert McFarlanes markante Optik durch, noch schafft es Salvatore dem Spiel irgendeine nennenswerte Tiefe zu verpassen. Die beiden sind bloß (sündhaft teures) Namedropping.
Da hast Du leider Recht. Reckoning hätte ein so großes und gutes Spiel werden können, aber ich war leider auch ziemlich enttäuscht.
Allerdings in erster Linie deswegen, weil das Spiel viel viel zu leicht war. Selbst auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad war es fast unmöglich zu sterben, daher hat mich irgendwann die Lust verlassen.
Aber egal, ich weiche ab...
Nanimonai
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Re: Electronic Arts: Sinniert über Konto-Bindung und Gebrauc

Beitrag von Nanimonai »

GeQo hat geschrieben: Also willst du sagen: solange es viele Verkaufszahlen gibt, ist etwas auch gleich gut? Das stimmt leider nicht.

Einfaches Szenario: ich bin Gamer seit über 20 Jahren. Ich kenne noch viele alte Games, habe viel von der Videospiel-Entwicklung mitbekommen und mir fällt daher womöglich auch etwas leichter auf, wenn Videogames einen gewissen Abwärtstrend haben. Damit meine ich: mir fällt das eher auf, als einem meinetwegen 12 Jährigen der mit SNES und Co nicht viel anfangen kann. Somit ist doch die Situation folgende: ältere Gamer bekommen vielleicht mit, dass die Games nachlassen, aber man hat ja weniger Zeit, einige hören sicher auch auf. Auf der anderen Seite kommen aber Jahr für Jahr neue Gamer dazu, die nichts anderes als das Pew Pew mäßige Gamen kennen. Die werden sich nie denken: früher war alles besser. Weil sie früher nicht kennen. Also kaufen sie. Wenn die nun also "nur" Explosionen kennen und es jedes Jahr mehr werden, was bedeutet das aus ihrer Sicht? Richtig: Spiel wird besser. Also sind die Verkaufszahlen vielleicht toll, aber was sagen sie schon über die Qualität der Spiele aus?

Ich mag gar nicht einen auf "Früher war alles besser" machen, aber dass gerade von EA vieles inzwischen wahrlich an Fließbandarbeit erinnert, so wie die Games teilweise nur mit einem Soft-Update als 'Neu' in die Regale kommen...ist denke ich kein Geheimnis.
Im Wesentlichen ist die Rechnung tatsächlich so einfach: Wenn etwas viel gekauft wird, muss es gut sein.
Das muss für einen persönlich nicht stimmen (ich finde beispielsweise sehr oft die Alben in den Top 10 nicht gut), ändert aber nichts an der Tatsache, dass es für sehr viele gut sein muss.

Stellen wir mal die Gegenfrage: Warum spielen die jungen Spieler denn nicht die Spiele von damals? Die gibt es doch überall kostenlos oder extrem kostengünstig zu erwerben. Es liegt nicht daran, dass die jungen Spieler früher nicht kennen, sie könnten "früher" ja ohne Probleme kennen lernen, wenn ihnen das "heute" nicht gefällt.
Aber das wollen sie nicht. Weil scheinbar das "heute" gut genug ist.

Betrachte Dein Szenario mal aus einer anderen Perspektive: Wir waren bei den Anfängen der Computerspiele dabei, das war damals die absolute Sensation, großartig, begeistert haben wir alles aufgesaugt, was es da gab. Alles war neu, unverbraucht... die Jahre gehen ins Land und irgendwann erkennt man, dass sich die meisten Spielprinzipien im Grunde doch zwangsläufig wiederholen (wie sollte es auch anders sein, wir haben schließlich immer noch dieselben Eingabegeräte wie damals) und dann wird die Messlatte eben auch höher.
Wir wollen wieder genauso begeistert umgehauen werden wie früher, aber das geht leider nicht mehr, weil wir schlicht nicht mehr so begeisterungsfähig sind. Entweder, weil wir zu "alt" geworden sind und andere Dinge im Leben einen deutlich höheren Stellenwert haben oder weil wir im Grunde schon alles gesehen haben, was dieses Medium so mit sich bringen kann.

Würden wir jetzt, heute, zum allerersten Mal Command & Conquer, Wing Commander, Elite und wie sie alle hießen spielen... wären wir tatsächlich genauso begeistert wie damals?
Mach mal den Test: Such Dir irgendeine alte Spieleperle, die Du selbst noch nicht kennst und schau, wie begeistert Du davon bist.
Sehr wahrscheinlich gibt es tatsächlich noch ein paar alte Schätzchen, die einen heute noch begeistern würden, aber ich bin mir recht sicher, dass ein Großteil der Spiele von damals bei mir heute kein "Wow!" mehr auslösen würde.
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Kajetan
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Re: Electronic Arts: Sinniert über Konto-Bindung und Gebrauc

Beitrag von Kajetan »

Nanimonai hat geschrieben: Mach mal den Test: Such Dir irgendeine alte Spieleperle, die Du selbst noch nicht kennst und schau, wie begeistert Du davon bist.
Mein allerallererster spielerischer Kontakt mit Final Fantasy war vor ca. sechs, sieben Jahren Final Fantasy 4 via SNES-Emu. Nachdem ich jahrelang nur davon gelesen hatte wie toll und wichtig diese Serie doch ist.

Ich war begeistert! Kümmerliche Optik und der Sound war auch beschränkt, die Übersetzung grauenvoll, das Interface, nunja, zweckmäßig. Aber das Gameplay hat Spass gemacht und die winzigen Klotzpixel-Figuren sind zum Leben erwacht. ich konnte teilweise sehr gut nachvollziehen, was die Leute daran so begeistert hat. Es geht schon. Man muss nur mit offenem Blick rangehen und nicht Dinge erwarten, die heute selbstverständlich sind.
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Nightmare King Grimm
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Re: Electronic Arts: Sinniert über Konto-Bindung und Gebrauc

Beitrag von Nightmare King Grimm »

Nanimonai hat geschrieben:
GeQo hat geschrieben: Also willst du sagen: solange es viele Verkaufszahlen gibt, ist etwas auch gleich gut? Das stimmt leider nicht.

Einfaches Szenario: ich bin Gamer seit über 20 Jahren. Ich kenne noch viele alte Games, habe viel von der Videospiel-Entwicklung mitbekommen und mir fällt daher womöglich auch etwas leichter auf, wenn Videogames einen gewissen Abwärtstrend haben. Damit meine ich: mir fällt das eher auf, als einem meinetwegen 12 Jährigen der mit SNES und Co nicht viel anfangen kann. Somit ist doch die Situation folgende: ältere Gamer bekommen vielleicht mit, dass die Games nachlassen, aber man hat ja weniger Zeit, einige hören sicher auch auf. Auf der anderen Seite kommen aber Jahr für Jahr neue Gamer dazu, die nichts anderes als das Pew Pew mäßige Gamen kennen. Die werden sich nie denken: früher war alles besser. Weil sie früher nicht kennen. Also kaufen sie. Wenn die nun also "nur" Explosionen kennen und es jedes Jahr mehr werden, was bedeutet das aus ihrer Sicht? Richtig: Spiel wird besser. Also sind die Verkaufszahlen vielleicht toll, aber was sagen sie schon über die Qualität der Spiele aus?

Ich mag gar nicht einen auf "Früher war alles besser" machen, aber dass gerade von EA vieles inzwischen wahrlich an Fließbandarbeit erinnert, so wie die Games teilweise nur mit einem Soft-Update als 'Neu' in die Regale kommen...ist denke ich kein Geheimnis.
Im Wesentlichen ist die Rechnung tatsächlich so einfach: Wenn etwas viel gekauft wird, muss es gut sein.
Das muss für einen persönlich nicht stimmen (ich finde beispielsweise sehr oft die Alben in den Top 10 nicht gut), ändert aber nichts an der Tatsache, dass es für sehr viele gut sein muss.

Stellen wir mal die Gegenfrage: Warum spielen die jungen Spieler denn nicht die Spiele von damals? Die gibt es doch überall kostenlos oder extrem kostengünstig zu erwerben. Es liegt nicht daran, dass die jungen Spieler früher nicht kennen, sie könnten "früher" ja ohne Probleme kennen lernen, wenn ihnen das "heute" nicht gefällt.
Aber das wollen sie nicht. Weil scheinbar das "heute" gut genug ist.

Betrachte Dein Szenario mal aus einer anderen Perspektive: Wir waren bei den Anfängen der Computerspiele dabei, das war damals die absolute Sensation, großartig, begeistert haben wir alles aufgesaugt, was es da gab. Alles war neu, unverbraucht... die Jahre gehen ins Land und irgendwann erkennt man, dass sich die meisten Spielprinzipien im Grunde doch zwangsläufig wiederholen (wie sollte es auch anders sein, wir haben schließlich immer noch dieselben Eingabegeräte wie damals) und dann wird die Messlatte eben auch höher.
Wir wollen wieder genauso begeistert umgehauen werden wie früher, aber das geht leider nicht mehr, weil wir schlicht nicht mehr so begeisterungsfähig sind. Entweder, weil wir zu "alt" geworden sind und andere Dinge im Leben einen deutlich höheren Stellenwert haben oder weil wir im Grunde schon alles gesehen haben, was dieses Medium so mit sich bringen kann.

Würden wir jetzt, heute, zum allerersten Mal Command & Conquer, Wing Commander, Elite und wie sie alle hießen spielen... wären wir tatsächlich genauso begeistert wie damals?
Mach mal den Test: Such Dir irgendeine alte Spieleperle, die Du selbst noch nicht kennst und schau, wie begeistert Du davon bist.
Sehr wahrscheinlich gibt es tatsächlich noch ein paar alte Schätzchen, die einen heute noch begeistern würden, aber ich bin mir recht sicher, dass ein Großteil der Spiele von damals bei mir heute kein "Wow!" mehr auslösen würde.
Die andere Frage ist aber: warum sollten sie HD Grafik gegen 16 Bit Pixel tauschen wollen? Ich denke, wir haben beide nicht ganz Unrecht mit unseren Standpunkten, die Wahrheit liegt gewiss irgendwo dazwischen. Doch wie gesagt: warum sollte jemand, der nur HD (meinetwegen fast-HD) kennt, sich groß die Mühe machen zu sagen: ich spiele jetzt SNES Klassiker. Mir fiele kein Grund ein^^ In diesem Kontext muss man dann auch diese ganzen Game-Magazine etc einbeziehen. Dieses ganze Gerede um Grafik und Co wird von vielen seit Jahren immerhin auch 'geschürt'.

Dass alles irgendwo auch mit dem Verschleiß der Mechaniken zusammenhängt - keine Frage, gebe ich dir Recht. Aber diese "wir bringen in dem und dem Zeitraum immer ein Spiel heraus"-Mentalität ist nun wahrlich eine Neuere. Und eben das ist es, was ich eigentlich "beklagen" mag. Nicht, dass früher alles besser war, nicht, dass sich alles auslutscht, nicht, dass ich grundsätzlich unzufrieden sein mag.

Ich bleibe allerdings dabei: Verkaufszahlen stehen nicht für Qualität, so wie Mehrheit nicht für Weisheit steht.
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Re: Electronic Arts: Sinniert über Konto-Bindung und Gebrauc

Beitrag von Octavio89 »

Hass ...
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Re: Electronic Arts: Sinniert über Konto-Bindung und Gebrauc

Beitrag von Kumbao »

Octavio89 hat geschrieben:Hass ...
Sehr cooler Film von Mathieu Kassovitz!
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Exedus
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Re: Electronic Arts: Sinniert über Konto-Bindung und Gebrauc

Beitrag von Exedus »

Im Wesentlichen ist die Rechnung tatsächlich so einfach: Wenn etwas viel gekauft wird, muss es gut sein.
Ich verstehe den Gedanken Gang dahinter aber ich weigere mich justin bieber als guten Musiker, berlin tag und Nacht als gute Serie Spiele wie Dead Space als gut zu Bezeichnen.
Wir wollen wieder genauso begeistert umgehauen werden wie früher, aber das geht leider nicht mehr, weil wir schlicht nicht mehr so begeisterungsfähig sind.
eigentlich wäre das ziemlich einfach, man müsste nur mal aufhören jedes Spiel in ein Action Korsett zu zwängen bei denen man nur durch einen Schlauch läuft und QTE absolviert und bei denen jedwede Komplexität fehlt.
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danke15jahre4p
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Re: Electronic Arts: Sinniert über Konto-Bindung und Gebrauc

Beitrag von danke15jahre4p »

Anla'Shok hat geschrieben:
Im Wesentlichen ist die Rechnung tatsächlich so einfach: Wenn etwas viel gekauft wird, muss es gut sein.
Ich verstehe den Gedanken Gang dahinter aber ich weigere mich justin bieber als guten Musiker, berlin tag und Nacht als gute Serie Spiele wie Dead Space als gut zu Bezeichnen.
man darf nicht vergessen, dass die industrie sich ihre kunden über einen langen zeitraum erzieht, durch mediale omnipräsenz, durch knallhartes eintrichtern, märkte werden erst künstlich geschaffen um sie dann zu bedienen! es geht schon lang nicht mehr um "kauf es wenn es dir gefällt" sondern um "dir gefällt es, also kauf es"!

auch wenn es selbstverständlich subjektiv ist, aber mit qualität müssen die großen abverkäufe in der tat nicht unbedingt was zu tuen haben!

greetingz