De_Montferrat hat geschrieben:Nanimonai hat geschrieben:
Ich hatte Dir inhaltlich geantwortet, aber Du bist nicht darauf eingegangen.
Ich schrieb Dir das mit der Polemik, aber auch, dass Du einen guten Punkt am Wickel hast. Den mit der Kontrolle. Und das genau diese Kontrolle seitens Publisher auch da wäre, wenn man das umsetzt, was ich eingangs geschrieben habe.
Darauf hast Du nicht reagiert, sondern lediglich auf den Punkt mit der Polemik.
Ich hatte dir vorhin das hier auf deine Anmerkung geantwortet.
Es geht den Publishern darum, mehr Vollpreisspiele abzusetzen. Zumindest suggerieren sie, dass sie das könnten. Das vielleicht ein paar Leute weniger kaufen, nimmt man billigend in Kauf, weil man sich trotzdem Mehreinnahmen verspricht (oder eher erhofft). Man will keine günstigeren Gebrauchtspiele. Zumal es im digitalen Bereich, der ja stetig weiter wächst, ja angeblich keinen "Gebraucht"-Zustand oder Wertverlust gibt. Sony und Microsoft kann das egal sein. Die sehen auch weiterhin ihre Lizenzkosten für jede verkaufte "Spielelizenz".
Die Publisher wollen das also vielleicht gar nicht aus Gründen der Infrastruktur und deren Kosten, sondern, weil sie sich Mehreinnahmen ( und seien es nur Investorengelder) erhoffen. Deswegen setzen es Sony und Microsoft nicht so um, wie du es vorgeschlagen hast. Natürlich davon ausgehend, dass die Konsolenhersteller nicht von alleine auf die Idee gekommen sind.
Deine erste Antwort war das hier:
"Aber dann könnte man doch den ganzen Aktionären nicht mehr erzählen, dass jedes Gebrauchtspiel ein verlorenes Vollpreisspiel ist und sich alle Gebrauchtkäufer dann eben ein Vollpreisspiel zum Erscheinungstag (oder lieber gleich bei Erstankündigung vorbestellen) kaufen. Es haben gefälligst alle den Vollpreis -am Besten noch als Download, man will ja Nebenkosten wie Logistik, Pressung, etc. vermeiden- zu bezahlen, den der Publisher nach seinem Gutdünken festlegt."
Und genau da habe ich Polemik unterstellt. Zu Recht, wie Du Dir auch eingestehen musst.
Es ist falsch, dass ein Publisher die Preise für Downloadtitel nach "Gutdünken" festlegt.
Es gibt langfristige Verträge mit dem Groß- und Einzelhandel und diese haben eine Preisbindung. Downloadtitel dürfen nicht günstiger sein als die Titel im Laden, obwohl ja eigentlich sämtliche Logistik- und Verpackungskosten wegfallen. Das hört sich vielleicht unfair an, ist aber komplett logisch, da man eben vertraglich dazu verpflichtet ist, den Einzelhandel zu bedienen und einem das Kartellamt wegen Wettbewerbsverzerrung aus dem Verkehr zieht, wenn man seine hauseigenen Onlineplattformpreise pauschal deutlich unter den Einzelhandelspreisen ansetzt.
Würde man ein internes Shopsystem Marke Gamestop umsetzen, würde genau das doch aber auch etliche Vollpreistitelverkäufe generieren, dieser Punkt wurde ja von Jorgensen auch direkt genannt ("gleichzeitig ermögliche der Second-Hand-Markt eine Liquidität bei den Spielern, von der man auch in gewisser Hinsicht profitiere") und man hätte gleichzeitig aber auch die Kontrolle über diesen Gebrauchtmarkt, würde also durch Gebühren zusätzlich daran verdienen. Die Kundenbindung wäre wesentlich direkter und konkreter.
Deine bislang genannten Argumente sprechen für mich nicht gegen dieses Modell.