Spielkultur: Jonathan Blow: Fordert mehr Tiefe & Vielfalt
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- Sir Richfield
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Re: Spielkultur: Jonathan Blow: Fordert mehr Tiefe & Vielfal
Für jeden, der dem Mann recht gibt, gibt es 20, die "Dear Esther" niederschreien und 30, die keine Geduld für ein Torment hätten.
Reines mit Buch vergleichen klappt aber nicht, ich kann die Nicht Tormenter gut verstehen.
Meiner Meinung nach braucht es mehr Leute, die echtes Design können. Die so Welten wie in der Metroid Reihe erschaffen können.
Die gibt es übrigens noch. Wenn man von dem Geballer mal absieht, gefallen mir die Level in Borderlands 2 sehr gut. Ich kann ohne Witz eine halbe Stunde vor so einem "hier ist das Level zu Ende" Turm stehen und mich fragen, wer die gebaut hat. Und warum. Und so die kaputten Straßen hingeführt haben mögen. Wie hat Pandora vorher ausgesehen?
Reines mit Buch vergleichen klappt aber nicht, ich kann die Nicht Tormenter gut verstehen.
Meiner Meinung nach braucht es mehr Leute, die echtes Design können. Die so Welten wie in der Metroid Reihe erschaffen können.
Die gibt es übrigens noch. Wenn man von dem Geballer mal absieht, gefallen mir die Level in Borderlands 2 sehr gut. Ich kann ohne Witz eine halbe Stunde vor so einem "hier ist das Level zu Ende" Turm stehen und mich fragen, wer die gebaut hat. Und warum. Und so die kaputten Straßen hingeführt haben mögen. Wie hat Pandora vorher ausgesehen?
- SanjiXXL
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Re: Spielkultur: Jonathan Blow: Fordert mehr Tiefe & Vielfal
Wenn es darum geht, dass MEHR anspruchsvolle Spiele erscheinen sollten, hat Herr Blow vollkommen recht. Und das Hervorbringen anspruchsvoller Spiele heißt ja auch immer öfters, dass es auch für die Entwickler gute Verkaufszahlen bedeuten. Neben den vielen guten dazu passenden Spielen, die hier genannt wurden, kann man auch z. B. Silent Hill 2 anführen. Ist für mich persönlich eines der besten Spiele der Videospielgeschichte. Ein Spiel, dass auch nach dem Lesen vieler verschiedener Theorien ein Rätsel bleibt.
Gibt sogar schon psychologische Fachbücher zu Themen, wie Spiele es schaffen, Menschen zu erreichen, zu bewegen und zum Nachdenken zu bringen: 'See? I'm real...'. Multidisziplinäre Zugänge zum Computerspiel am Beispiel von 'Silent Hill'
Gibt sogar schon psychologische Fachbücher zu Themen, wie Spiele es schaffen, Menschen zu erreichen, zu bewegen und zum Nachdenken zu bringen: 'See? I'm real...'. Multidisziplinäre Zugänge zum Computerspiel am Beispiel von 'Silent Hill'
- muecke-the-lietz
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Re: Spielkultur: Jonathan Blow: Fordert mehr Tiefe & Vielfal
Da muss ich wirklich auch noch mal zustimmen. Dieser Effekt von Skyrim als "Wandersimulator" hatte auch eine unglaubliche Wirkung auf mich. Ich liebe es auch einfach, in GTA IV entspannt durch die Gegend zu cruisen, weil dafür in echt der Sprit viel zu teuer ist. Und in beiden Spielen ist die Immersion geradezu fantastisch, in solchen Augenblicken.Tyrone Slothrop hat geschrieben:Ulysses oder Zettel's Traum haben das geschriebene Wort durch das bzw. in dem sich der Künstler abbilden kann. Filme, z. Bsp. 2001 Odyssee, das gesprochene Wort, das bewegte Bild und Musik. Das Video-Spiel als narrative InteraktionssimulationFuchsmädchen hat geschrieben:Ich hoffe seit langer Zeit auf etwas, das es in Punkto Intelligenz, Vielschichtigkeit und Ideenreichtum tatsächlich mit anspruchsvoller Literatur aufnehmen könnte.
Ein Ulysses oder Infinite Jest unter den Spielen, gern auch etwas mit der trägen, dunklen Posie eines Independent People.
Sicherlich gibt es einige Spiele, gerade aus dem Indiebereich, die durchaus clever sind und zum Nachdenken anzuregen wissen, aber verglichen mit dem, zu dem mein Buchgeschmack tendiert, wirken auch diese Titel noch ziemlich tollpatschig.hat das gesprochene und das geschriebene Wort, das bewegte Bild und nicht zuletzt die Musik als mögliche Ausdrucksformen. Darüber hinaus aber hat es noch die - virtuelle - Aktion! Damit werden Zufall und Entscheidung zu möglichen Gegenständen künstlerischer Ausdrucksform. Wenn es bisher nicht gelungen ist hier überzeugendes zu präsentieren dann vielleicht deshalb, weil hier ein ganz neuer Typ Künstler gefordert ist. Einer allein genügt ohnehin nicht mehr.
Skyrim hat mich dazu veranlasst nach langer, langer Zeit wieder mal eine Nacht im Gras liegend die Sterne anzuschauen um verdammt noch mal nach ihnen zu greifen. Die Raum-Zeit Simulation in Skyrim, in der man sich frei und ziellos bewegen kann, hat schon was.
Warten wir also auf GTA V.
Und von daher freue ich mich auch schon wieder wie ein Bekloppter auf GTA V, einfach, weil es da noch geiler wird, durch die Gegend zu cruisen. Und natürlich auch, weil es irre geiles Game wird.
- an_druid
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Re: Spielkultur: Jonathan Blow: Fordert mehr Tiefe & Vielfal
Versteht das einer?..
"Würden wir in einer Welt leben, in der Spiele sich auch ganz routinemäßig mit ernsten Problemen in einer Art und Weise beschäftigen, die Leute anspricht, dann könnte Apple diesen Standpunkt nicht vertreten, weil er keinen Sinn ergeben würde."
- Ich wiederhole: Aple würde nicht genug einfahren bei geselschaftskritischen Games u. deswegen wirds nicht im Store vertikkt.. u.was ist mit "routinemäsig" im Zusammenhang zu verstehen?
Schon klar Aple versucht hier keine Stellung zu beziehen in dem sie sich schön feige raushallten. Ja, Aple ist ein Multinationaler Konzern und ja, sie geben natürlich nichts auf Spiele die negativ aufmukken. Recht hat der Typ schon, nur habe ich das Gefühl, dass er wert darauf legt sich zu allgemein auszudrücken.
"Würden wir in einer Welt leben, in der Spiele sich auch ganz routinemäßig mit ernsten Problemen in einer Art und Weise beschäftigen, die Leute anspricht, dann könnte Apple diesen Standpunkt nicht vertreten, weil er keinen Sinn ergeben würde."
- Ich wiederhole: Aple würde nicht genug einfahren bei geselschaftskritischen Games u. deswegen wirds nicht im Store vertikkt.. u.was ist mit "routinemäsig" im Zusammenhang zu verstehen?
Schon klar Aple versucht hier keine Stellung zu beziehen in dem sie sich schön feige raushallten. Ja, Aple ist ein Multinationaler Konzern und ja, sie geben natürlich nichts auf Spiele die negativ aufmukken. Recht hat der Typ schon, nur habe ich das Gefühl, dass er wert darauf legt sich zu allgemein auszudrücken.
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Zooler
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Re: Spielkultur: Jonathan Blow: Fordert mehr Tiefe & Vielfal
Oh man, wir sprechen hier über Immersion etc, nicht über das was Herr Blow ausdrückt....
Ja, irgendwann wird es ein Holodeck geben wie auf der Enterprise. Dort kann man Geschichten nacherleben etc. Möglicherweise werden wir dann das Buch ersetzt haben.....
Bis dahin finde ich Leute, die in Skyrim den Sternenhimmel betrachten oder etc etc.., gelinde gesagt etwas merkwürdig. Ich setze dagegen den Sternenhimmel in Australien, die Wellen am Mittelmeer etc. Solange wir nicht bei Photorealismus angekommen sind und bei der Simulation der Realität, ist für mich Software halt Software.
Ein Spiel ist nur eine Gattung von Software, von der es auch eine reale Version gibt. Nämlich das Brettspiel, Gesellschaftsspiel etc. Es gibt auch Spiele als Bücher.
Nur weil es bestimmte Ausnahmen gibt, die Grenzen überschreiten, heißt es doch nicht, dass die gesamte Gattung diese Grenze überschreiten muss. Wir können eine Menge Filme aufzählen, die die Grenze als Film überschreiten, dem steht aber eine Masse von Filmen gegenüber, die das nicht tun.
Btw, eine vollständige Simulation wie zum Beispiel der MS Flight Simulator erfüllt eh nicht mehr die Definition als Spiel. Einige Leute versuchen was in die Definition Spiel hineinzuinterpretieren...das erscheint mir als Ausdruck eines Wunsches, ein Hobby zu rechtfertigen als ernsthafte oder anerkannte Beschäftigung. Braucht es aber nicht. Die gesellschaftliche Anerkennung wird durch den medialen Umbruch kommen in 20 Jahren. Schon jetzt sind Computer Spiele viel eher in unserem Leben verwurzelt als vor 20 Jahren. Dennoch bleibt es ein Spiel. Ausnahmen mögen diesen Begriff neu definieren, werden aber Ausnahmen bleiben. Falls dem nicht so sein sollte, bitte ich um Beispiele aus Film, Funk und Buch.
Ja, irgendwann wird es ein Holodeck geben wie auf der Enterprise. Dort kann man Geschichten nacherleben etc. Möglicherweise werden wir dann das Buch ersetzt haben.....
Bis dahin finde ich Leute, die in Skyrim den Sternenhimmel betrachten oder etc etc.., gelinde gesagt etwas merkwürdig. Ich setze dagegen den Sternenhimmel in Australien, die Wellen am Mittelmeer etc. Solange wir nicht bei Photorealismus angekommen sind und bei der Simulation der Realität, ist für mich Software halt Software.
Ein Spiel ist nur eine Gattung von Software, von der es auch eine reale Version gibt. Nämlich das Brettspiel, Gesellschaftsspiel etc. Es gibt auch Spiele als Bücher.
Nur weil es bestimmte Ausnahmen gibt, die Grenzen überschreiten, heißt es doch nicht, dass die gesamte Gattung diese Grenze überschreiten muss. Wir können eine Menge Filme aufzählen, die die Grenze als Film überschreiten, dem steht aber eine Masse von Filmen gegenüber, die das nicht tun.
Btw, eine vollständige Simulation wie zum Beispiel der MS Flight Simulator erfüllt eh nicht mehr die Definition als Spiel. Einige Leute versuchen was in die Definition Spiel hineinzuinterpretieren...das erscheint mir als Ausdruck eines Wunsches, ein Hobby zu rechtfertigen als ernsthafte oder anerkannte Beschäftigung. Braucht es aber nicht. Die gesellschaftliche Anerkennung wird durch den medialen Umbruch kommen in 20 Jahren. Schon jetzt sind Computer Spiele viel eher in unserem Leben verwurzelt als vor 20 Jahren. Dennoch bleibt es ein Spiel. Ausnahmen mögen diesen Begriff neu definieren, werden aber Ausnahmen bleiben. Falls dem nicht so sein sollte, bitte ich um Beispiele aus Film, Funk und Buch.
- an_druid
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Re: Spielkultur: Jonathan Blow: Fordert mehr Tiefe & Vielfal
Auch wenns Photorealistisch ist, wird es immer Software bleiben. Die Wirkung auf dich Persönlich wird nur anderst sein als forher und dass wäre dann eine Entwicklung aber es sind auch gerade die Ausnahmen die anderst sind oder aus dem Rahmen hinaus schießen die für Entwicklung/Veränderung sorgen.
Zuletzt geändert von an_druid am 19.01.2013 23:53, insgesamt 1-mal geändert.
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maho76
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Re: Spielkultur: Jonathan Blow: Fordert mehr Tiefe & Vielfal
1) in einem thread, der sich um "anspruch" in irgendeiner form dreht, GTA zu erwähnen ist ein hohn.^^
2) die apple-politik spiegelt nur die allgemeine verhaltensweise amerikanischer medien und konzerne wieder, wir europäer sind da schon ein ganzes stück weiter, auch wenn bei uns noch genug zensiert/unter den tisch fallen gelassen/verheimlicht wird. beispiel: in den usa gibt es 2 große sender: CNN und fox. der eine ist republikanisch geführt, der andere demokratisch. dementsprechend teilen sich auch die informationen, auf dem einen wird nur gezeigt was den jeweils anderen diffamiert bzw. nur das gute der eigenen partei gezeigt bzw. dass, was diese partei ihren wählern an zeitgeschehen zeigen will. das fatale ist nun dass auch das publikum sich entsprechend aufsplittet. es gibt fox-gucker, und es gibt cnn-gucker. nur ein verhältnismässig kleiner teil der amerikanischen bevölkerung verhält sich "europäisch" und informiert sich breitgefächert.
apple macht die gleiche politik, es wird nur das zugelassen was apple´s ansichten nach für seine kundschaft zugemutet werden kann, ebenso wie man in amerika immer nur positives über apple berichtet wird und europäische/asiatische hersteller als die bösen/schlechten hingestellt werden. schaut man sich mal ein paar apple-dokus an hat steve jobs den mp3-player, das smartphone, das tablet und demnächst wohl auch das digitale fernsehen erfunden, was natürlich von vorn bis hinten bockmist ist, aber 90% der apple-fanatiker und etwa 90% der amerikaner GLAUBEN. was ich nicht weiss kann ich nicht hinterfragen. und JA, es gibt diverse bücher/audiodaten NICHT BEI I-tunes, weil die ansichten in diesen medien apple nicht in den kram passen. genauso sperrt die us-medienaufsicht täglich tausende von webseiten, die us-kritischen inhalt bieten. wäre bei uns ein skandal, für amerikaner aber ganz normal. problem ist wie schon beschrieben die monopolisierung und die marktstrategie/kundenbindung, die momentan an medialen märkten vorherrscht. wir europäer sind da gar nicht so sehr betroffen, da wir ein sehr tief sitzendes (echtes) meinungsfreiheitsbedürfnis haben. sieht man auch an der terror-sicherheitsdiskussion, bei uns kontrovers, in amerika regt sich seit 9/11 niemand auf dass das land seitdem mit einhelliger beifallsbekundung der bevölkerung unter kriegsrecht! steht, hauptsache es ist sicher.
von daher kann man nur immer wieder predigen bei amerikanischen produkten/medien sehr vorsichtig zu sein und, sollte man sich seine freie meinungsbildung erhalten wollen, auf apple-produkte zu verzichten, nach dem motto "was der kunde nicht weiss macht ihn nicht heiss". china beispielsweise ist ja verschrien als quasi-faschistisches system, zensiert aber weit weniger medien als das ach so freiheitsliebende amerika oder andere amerikatreue staaten. vielen ist das heute allerdings schnurz, hauptsache stylisch und am wochenende fett party... und genau das will apple haben, denn denkende, kritische konsumenten sind defintiv schlechter als hirnlose.
allerdings ist das alles kein problem der softwareindustrie, sondern ein gesellschaftliches. solange der publisher sein okay gibt sollten mich teilweise eingeschränkte vertriebswege und damit wegbrechende märkte nicht interessieren, wenn ich zu meinem produkt stehe, es gibt noch genug andere, die es vertreiben, das nennt sich freie marktwirtschaft. daher darf man auch von einer großen company, die nur auf die zahlen schaut (ja, hier EA oder ähnliche einsetzen), niemals erwarten etwas teilweise anstößiges in irgendeiner form zu finden, da diese firmen sich keine konsumentengruppe entgehen lassen wollen.
so kann man anhand von deus ex bspw. davon ausgehen dass square/eidos/valve keine radikalen transhumanisten im vorstand sitzen hat und diese gesellschaftliche thesen kritisch hinterfragt werden dürfen.
2) die apple-politik spiegelt nur die allgemeine verhaltensweise amerikanischer medien und konzerne wieder, wir europäer sind da schon ein ganzes stück weiter, auch wenn bei uns noch genug zensiert/unter den tisch fallen gelassen/verheimlicht wird. beispiel: in den usa gibt es 2 große sender: CNN und fox. der eine ist republikanisch geführt, der andere demokratisch. dementsprechend teilen sich auch die informationen, auf dem einen wird nur gezeigt was den jeweils anderen diffamiert bzw. nur das gute der eigenen partei gezeigt bzw. dass, was diese partei ihren wählern an zeitgeschehen zeigen will. das fatale ist nun dass auch das publikum sich entsprechend aufsplittet. es gibt fox-gucker, und es gibt cnn-gucker. nur ein verhältnismässig kleiner teil der amerikanischen bevölkerung verhält sich "europäisch" und informiert sich breitgefächert.
apple macht die gleiche politik, es wird nur das zugelassen was apple´s ansichten nach für seine kundschaft zugemutet werden kann, ebenso wie man in amerika immer nur positives über apple berichtet wird und europäische/asiatische hersteller als die bösen/schlechten hingestellt werden. schaut man sich mal ein paar apple-dokus an hat steve jobs den mp3-player, das smartphone, das tablet und demnächst wohl auch das digitale fernsehen erfunden, was natürlich von vorn bis hinten bockmist ist, aber 90% der apple-fanatiker und etwa 90% der amerikaner GLAUBEN. was ich nicht weiss kann ich nicht hinterfragen. und JA, es gibt diverse bücher/audiodaten NICHT BEI I-tunes, weil die ansichten in diesen medien apple nicht in den kram passen. genauso sperrt die us-medienaufsicht täglich tausende von webseiten, die us-kritischen inhalt bieten. wäre bei uns ein skandal, für amerikaner aber ganz normal. problem ist wie schon beschrieben die monopolisierung und die marktstrategie/kundenbindung, die momentan an medialen märkten vorherrscht. wir europäer sind da gar nicht so sehr betroffen, da wir ein sehr tief sitzendes (echtes) meinungsfreiheitsbedürfnis haben. sieht man auch an der terror-sicherheitsdiskussion, bei uns kontrovers, in amerika regt sich seit 9/11 niemand auf dass das land seitdem mit einhelliger beifallsbekundung der bevölkerung unter kriegsrecht! steht, hauptsache es ist sicher.
von daher kann man nur immer wieder predigen bei amerikanischen produkten/medien sehr vorsichtig zu sein und, sollte man sich seine freie meinungsbildung erhalten wollen, auf apple-produkte zu verzichten, nach dem motto "was der kunde nicht weiss macht ihn nicht heiss". china beispielsweise ist ja verschrien als quasi-faschistisches system, zensiert aber weit weniger medien als das ach so freiheitsliebende amerika oder andere amerikatreue staaten. vielen ist das heute allerdings schnurz, hauptsache stylisch und am wochenende fett party... und genau das will apple haben, denn denkende, kritische konsumenten sind defintiv schlechter als hirnlose.
allerdings ist das alles kein problem der softwareindustrie, sondern ein gesellschaftliches. solange der publisher sein okay gibt sollten mich teilweise eingeschränkte vertriebswege und damit wegbrechende märkte nicht interessieren, wenn ich zu meinem produkt stehe, es gibt noch genug andere, die es vertreiben, das nennt sich freie marktwirtschaft. daher darf man auch von einer großen company, die nur auf die zahlen schaut (ja, hier EA oder ähnliche einsetzen), niemals erwarten etwas teilweise anstößiges in irgendeiner form zu finden, da diese firmen sich keine konsumentengruppe entgehen lassen wollen.
so kann man anhand von deus ex bspw. davon ausgehen dass square/eidos/valve keine radikalen transhumanisten im vorstand sitzen hat und diese gesellschaftliche thesen kritisch hinterfragt werden dürfen.
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Freakstyles
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Re: Spielkultur: Jonathan Blow: Fordert mehr Tiefe & Vielfal
Ich sehe meine 30teilige Warhammer 40k Bücher-Reihe "Der große Bruderkrieg" im Regal stehen und frage mich wann mal jemand etwas mehr aus der Reihe macht als Space Marines gegen Orks und Chaos.Arco hat geschrieben:Wenn ich so in mein Spieleregal sehe, stechen mir da schon einige Titel ins Auge, die weitaus mehr Tiefgang, Anspruch haben und vielfältiger sind als so mancher Film.
Ich sehe Catherine, welches das Wüst der Beziehung zwische Mann und Frau auf interessante weise in Szene setzt und kommentiert, dazu noch moralische Entscheidungen fordert, über die man vllt. noch nie nachgedacht hat. Ich sehe Enslaved, welches ein postapokalyptisches Dystopia zeichnet und am Ende die Frage stellt, ob die Menschheit in dem Zustand nicht besser dran ist. (Will nicht spoilern, daher nicht näger ausgeführt)
Ich sehe ein Heavy Rain, welches mit Sicherheit seine Plotlöcher hat, aber dennoch fesselnd und gut erzählt ist und viele in der Rezeption auftauchende Konflikte mit sich selbst bietet.
Ich sehe Metal Gear Solid 4, was vertretend für eine der fantastischsten und weitgehensten Spieleserien aller Zeiten steht, die auch massiv viel Tiefgang hat.
Ich sehe Red Dead Redemption, das mit klasse Charakteren und einer stimmungsvollen Welt, den Western neu in Szene gesetzt hat.
Ich sehe Resonance of Fate, was ich nie durchgespielt habe.
Ich sehe Shadow of the Colossus, welches Emotionen weckt und nachdenklich macht.
Ich sehe einfach einen Haufen Spiele, die nahezu jedem Film überlegen sind und bei dem Dreck an Büchern, der in den Bestsellerlisten auftaucht, auch diesen.
Und dafür gibt es endlos viele Beispiele, gibt so viele Fantasie oder Sci-Fi Reihen, die allerhöchstens mal leicht angekratzt wurden, da würde auf jedenfall einiges mehr gehen vom Tiefgang her.
Dennoch vermittelt jedes Computerspiel mehr Story und Atmosphäre als ein BrettspielZooler hat geschrieben:.... ist für mich Software halt Software.
Ein Spiel ist nur eine Gattung von Software, von der es auch eine reale Version gibt. Nämlich das Brettspiel, Gesellschaftsspiel etc.
- Kajetan
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Re: Spielkultur: Jonathan Blow: Fordert mehr Tiefe & Vielfal
Was für ne Story wird denn bei Bubble Bobble oder Tetris erzählt? Oder anders ausgedrückt: Spiel mal "Junta" mit guten Freunden. Jahre später kannst Du STUNDENLANG Geschichten davon erzählen, wie eure Freundschaft beinahe an diesem Spiel zerbrochen ist und wie lange es gedauert hat, bis ihr wieder miteinander geredet habtFreakstyles hat geschrieben:Dennoch vermittelt jedes Computerspiel mehr Story und Atmosphäre als ein Brettspiel
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Freakstyles
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Re: Spielkultur: Jonathan Blow: Fordert mehr Tiefe & Vielfal
Wir deutschen informieren uns breitgefächert ^^ ?! Hast die Umfrageergebnisse von der CDU die letzten Tage gesehen ^^ ?! Ich behaupte mal hier informieren sich auch mind 50% der Menschen nur über die Springer Presse wie Bild, Spiegel, SPON usw.maho76 hat geschrieben: beispiel: in den usa gibt es 2 große sender: CNN und fox. der eine ist republikanisch geführt, der andere demokratisch. dementsprechend teilen sich auch die informationen, auf dem einen wird nur gezeigt was den jeweils anderen diffamiert bzw. nur das gute der eigenen partei gezeigt bzw. dass, was diese partei ihren wählern an zeitgeschehen zeigen will. das fatale ist nun dass auch das publikum sich entsprechend aufsplittet. es gibt fox-gucker, und es gibt cnn-gucker. nur ein verhältnismässig kleiner teil der amerikanischen bevölkerung verhält sich "europäisch" und informiert sich breitgefächert.
Das große Sender wie cnn und fox einen großen Einfluss ausüben steht ausser Frage, jedoch hat man in den USA ein viel breitgefächertes Programm als bei uns zulande. Dort gibt es über 400 Sender auf denen man sich tummeln kann, da ist es schwer die alle unter einer Fahne gleichzuschalten. Im Gegensatz zu Deutschland, wo wir ganze 12 Mainstreamsender haben, die aber alle ausnahmslos unter Springer Mediengleichschaltung stehen.
Man siehe oben, hätten wir ein tief sitzendes echtes Meinungsfreiheitsbedürfnis, wären unsere Mainstreammedien nicht alle gleichgeschaltetmaho76 hat geschrieben: Wir europäer sind da gar nicht so sehr betroffen, da wir ein sehr tief sitzendes (echtes) meinungsfreiheitsbedürfnis haben. sieht man auch an der terror-sicherheitsdiskussion, bei uns kontrovers, in amerika regt sich seit 9/11 niemand auf dass das land seitdem mit einhelliger beifallsbekundung der bevölkerung unter kriegsrecht! steht, hauptsache es ist sicher.
Und kontrovers ließt man auch höchstens abseits der Medien und dort meistens recht ungehört von der Mehrheit.
Das ist nicht ganz richtig. Gibt da irgendwo ein Rating welches letztes Jahr durchgeführt wurde, China liegt bei Zensur immernoch auf Platz 1, dicht gefolgt von Deutschland auf Platz 2 !!! und ich glaub die Amis standen irgendwo auf Platz 4 oder so.maho76 hat geschrieben: china beispielsweise ist ja verschrien als quasi-faschistisches system, zensiert aber weit weniger medien als das ach so freiheitsliebende amerika oder andere amerikatreue staaten.
Ansonsten sehr guter Kommentar, hoffe Du nimmst mir meine kleinen Einwände nicht übel
p.s.: Noch ein kleines Beispiel von heute, wie toll unserer Rechtsstaat und unsere Justiz ist: http://www.jungewelt.de/2013/01-18/052.php
Und mit was für einem Realitätsverlust unsere Politiker agieren: http://www.nachdenkseiten.de/?p=15898
Zuletzt geändert von Freakstyles am 18.01.2013 16:30, insgesamt 2-mal geändert.
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Freakstyles
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Re: Spielkultur: Jonathan Blow: Fordert mehr Tiefe & Vielfal
Dann spiel mal Tetris oder Bubble Bubble als Brettspiel und sag mir dann wo es mehr Atmosphäre hatte ^^Kajetan hat geschrieben:Was für ne Story wird denn bei Bubble Bobble oder Tetris erzählt? Oder anders ausgedrückt: Spiel mal "Junta" mit guten Freunden. Jahre später kannst Du STUNDENLANG Geschichten davon erzählen, wie eure Freundschaft beinahe an diesem Spiel zerbrochen ist und wie lange es gedauert hat, bis ihr wieder miteinander geredet habtFreakstyles hat geschrieben:Dennoch vermittelt jedes Computerspiel mehr Story und Atmosphäre als ein Brettspiel
- Tyrone Slothrop
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Re: Spielkultur: Jonathan Blow: Fordert mehr Tiefe & Vielfal
Du hast meine Aussage ein wenig verkürzt: ich ziehe den wirklichen Sternenhimmel, vorzugsweise auf den Malediven, auch dem virtuellen vor. Es ist aber möglich den wirklichen Sternenhimmel wieder neu für sich zu entdecken, wenn man ihn in solcher Schönheit a la Skyrim vorgeführt bekommt.Zooler hat geschrieben: Bis dahin finde ich Leute, die in Skyrim den Sternenhimmel betrachten oder etc etc.., gelinde gesagt etwas merkwürdig. Ich setze dagegen den Sternenhimmel in Australien, die Wellen am Mittelmeer etc. Solange wir nicht bei Photorealismus angekommen sind und bei der Simulation der Realität, ist für mich Software halt Software.
Wer wollte dir da widersprechen? Ich begrüße die Vielfalt an Büchern, Filmen und Video-Spielen. Wenn man streng das Video-Spiel auf seinen Unterhaltungswert reduziert wäre es lächerlich ernsthafte Inhalte damit behandeln zu wollen. Die mögliche Klimakatastrophe als Thema eines Video-Spiels? Lachhaft.Zooler hat geschrieben: Ein Spiel ist nur eine Gattung von Software, von der es auch eine reale Version gibt. Nämlich das Brettspiel, Gesellschaftsspiel etc. Es gibt auch Spiele als Bücher.
Wer bitte schön möchte denn, dass die ganze Gattung irgendeine Grenze überschreiten muss? Wo steht in diesem Thread etwas dahingehendes? Ich begrüße die Vielfalt und so mancher hier wünscht sich eben auch mal ein Video-Game, dass vielleicht etwas ernsthaft künstlerischer daherkommt. Etwas subtiler als das gängige Einerlei. Das heisst nicht, um es noch mal zu wiederholen, dass das ganze Genre neu definiert werden muss.Zooler hat geschrieben: Nur weil es bestimmte Ausnahmen gibt, die Grenzen überschreiten, heißt es doch nicht, dass die gesamte Gattung diese Grenze überschreiten muss. Wir können eine Menge Filme aufzählen, die die Grenze als Film überschreiten, dem steht aber eine Masse von Filmen gegenüber, die das nicht tun.
Gähn.
- brent
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Re: Spielkultur: Jonathan Blow: Fordert mehr Tiefe & Vielfal
Quark. Die verticken auch den größten Schund, solange es nicht gegen ihre Richtlinien verstößt, die nun mal solche Problemfälle ausschließen.an_druid hat geschrieben: - Ich wiederhole: Aple würde nicht genug einfahren bei geselschaftskritischen Games u. deswegen wirds nicht im Store vertikkt.. u.was ist mit "routinemäsig" im Zusammenhang zu verstehen?
- 3nfant 7errible
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Re: Spielkultur: Jonathan Blow: Fordert mehr Tiefe & Vielfal
Ironie? Mehr Subtext, vor allem so breit gefächert, gibts doch kaum ein 2. Mal. GTA ist eine 20-40 stündige Anklage an Klischees und die westl. vor allem aber amerikanische Kultur. Und oberflächlich gibts sogar noch ganz nette Actionmaho76 hat geschrieben:1) in einem thread, der sich um "anspruch" in irgendeiner form dreht, GTA zu erwähnen ist ein hohn.^^
- Kajetan
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Re: Spielkultur: Jonathan Blow: Fordert mehr Tiefe & Vielfal
Es geht hier um die Aussage, dass Computerspiele grundsätzlich mehr Story und Atmo als Brettspiele hätten. Das ist latürnich Käse. Wer ein ganzes Wochenende Warhammer-Tabletop überstanden hat, OHNE dabei einzuschlafenFreakstyles hat geschrieben:Dann spiel mal Tetris oder Bubble Bubble als Brettspiel und sag mir dann wo es mehr Atmosphäre hatte ^^
