Den Roche-Weg bin ich nicht gegangen, habe mich, soweit ich mich erinnere, den Elfen angeschlossen, von daher kann ich dazu nichts sagen. Wobei ich mir da auch sehr gerne einen neutralen Weg gewünscht hätte, wie im ersten Teil. Ich fand nämlich beide Fraktionen bescheiden.mr archer hat geschrieben:
Tja. Ich kann mich sehr wohl an Rätsel jenseits von Schwertgeschwinge erinnern. Der Exorzismus auf der Verbrennungsstätte in Akt 2 (Vernon Roche - Pfad). Die Quest mit der ermordeten Familie am Strandhaus (ebenfalls Vernon Roche - Pfad). Die Suche nach dem Giftmischer in Vergen. Das Geheimnis um den verschwundenen Zwergenschmied in Vergen. Die sich durch das ganze Spiel aufbauende Okkulte Geheim-Quest, die erst in Akt 3 in der Kanalisation mit dem Wächter aufgelöst wird. Und noch ein paar Beispiele mehr ließen sich finden. Außerdem ist Witcher 2 ein Action-RPG. Man spielt einen magiebegabten Schwertkämpfer. Oh Wunder, es wird gekämpft!
Im übrigen muss ich als Fan von Teil 1 sagen, dass ich die Detektiv-Quest zwar als Idee sehr gut und ambitioniert fand. Die Umsetzung allerdings weniger. Permanent funkten einem da andere Questlinien dazwischen, die einen Teil des Rätsels quasi automatisch lösten und wenn man so will spoilerten. Eigentlich war sie nur ein erzählerischer Aufhänger für den ersten Stadtakt.
Zum Action-RPG: Das war Witcher 1 auch. Und dennoch hat es eine gute Balance gehabt zwischen Action und Nicht-Action. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich auch selbst dran schuld bin an der Enttäuschung, Stichwort Hype. Der erste Teil gefiel mir wirklich richtig, richtig gut. Dann kam der zweite und überall hieß es: Hey, der ist besser als Teil 1, ein würdiger Nachfolger, Geralt in Höchstform, das musst du unbedingt spielen (ja, das kam auch verstärkt aus meinem Freundeskreis). Dann hole ich es mir (glücklicherweise bei einem Keystore für etwa 20 oder 25 €), spiele es und bin erstmal von der guten Inszenierung erschlagen. Aber irgendwann fühlte es sich an, als würde ich mich nur durch die Gegend schnetzeln. Ganz extrem war das bei dem Part mit den Harpyien.
Witcher 2 zählt ebenfalls zu den Spielen, warum ich grundsätzlich jedes angekündigte Großprojekt mit Skepsis betrachte und eher sage: "Das wird Käse", als dass ich von vornherein noch einmal so gehyped und anschließend enttäuscht werde :> Durch so eine Einstellung wurde ich öfters positiv überrascht. Zum Beispiel Medal of Honor (2010). Da dachte ich mir auch, das wird Käse. Für nen 5er habe ich es mir dann geholt, den Singleplayer gespielt und für spaßig befunden. Wäre ich da gehyped drangegangen ... heilige scheiße... nicht auszudenken. Aber entschuldige, ich komme vom Thema ab.
So schlimm fand ich es nicht. Es gab zwar einige Trial&Error-Passagen, aber wenn man aufgepasst hat, dann ging das eigentlich recht gutDas ist schön für Dich. Allerdings dürftest Du da wohl einer Minderheit angehören. Der Stealth-Part war für eine sehr überwiegende Anzahl von Fans (mich eingeschlossen) der unausgegorenste Aspekt des Spiels überhaupt. Da dürfen sie in Teil 3 gern wieder drauf verzichten. Überzeugende Stealth-Spiele macht man nicht einfach so nebenher.
Mir ist durchaus klar, dass aus den beiden nie etwas geworden wäre und es wurmt mich ja auch nicht, dass sie nicht vorkommt. Mir ging es eher darum, wie an sie erinnert wird. Oder an Alvin (war das sein Name?) Im ersten Teil hat man oft genug Einblick in seine Gedanken bekommen und er hatte sich ja öfters vorgestellt, wie es wäre, wenn er und Shani zusammenblieben. Davon merkt man in Teil 2 nicht wirklich war. Und er spielt ja nur wenige Tage nach dem ersten Teil.
Ich habe damals bei Witcher 1 auch im ersten Durchlauf Shani gewählt. Ich muss Dir aber leider in Erinnerung rufen, dass auch in diesem Fall aus den beiden nichts wird. Geralt hilft ihr aus dem brennenden Alt-Wyzima heraus. Und das wars. Am Ende zieht er allein mit seinem Pferd davon. Und dabei hatte ich mich so auf unser gemeinsames Leben in der Hütte gefreut, die ich vom Einsiedler für die Vertreibung der Dämonen an den Feldschreinen in Akt 4 bekommen hatte. Seufz.
Das in Teil 2 von vornherein Triss seine Geliebte ist, mag man kritisieren. Allerdings ist es aus den politischen Aspekten des Endes von Teil 1 heraus nachvollziehbar. Denn die Zauberinnen-Loge hatte auch in Teil 1 schon einen kurzen Auftritt (Du erinnerst Dich: wenn man das erste Mal in Akt 3 des ersten Teils das Gemach von Triss betritt, hat sie am Spiegel ein Gespräch ...) Außerdem hat er ja nun nachweislich eine Schwäche für Magierinnen (oh, in Teil 3 wirds dahingehend krachen ...) Das Spiel ist schließlich eine Weitererzählung der Romanhandlung nach deren Ende. Alles läuft hier langfristig auf eine Begegnung mit Yennefer hinaus.
So nett Shani auch ist - sie hatte nie wirklich eine Chance.
Geschmackssache, tatsächlich. Der Boxkampf in 1 war auch nicht das gelbe vom Ei, sicherlich. Aber ich fand den Wechsel zu den QTE-Sequenzen sehr störend und schädlich für die Immersion.
Wieder Geschmackssache. Wenn man ehrlich ist, war der Boxkampf in Teil 1 reines Mausgeklicke ohne tieferen Anspruch. Ich bin nun wirklich kein Freund von QTE´s. Aber zumindest ihre Umsetzung im Boxkampf des zweiten Witchers kann ich akzeptieren. Boxen ist nun mal eine reaktive Sportart. Für meinen Geschmack kam dem die Umsetzung in Teil 2 um einiges näher als in Teil 1. Da war sie nun echt sehr nahe am Hack und Slay dran.
