|Chris| hat geschrieben:Da will irgendeine Aktivistengruppe in irgendeiner kleinen Stadt irgendwo auf der Welt ein paar Spiele verbrennen und der ganze Medienzirkus inklusive 4Players springt natürlich drauf an. Hauptsache irgendwas berichten. Völlig egal was. Journalismus, der Klassenkasper der Moderne.
Als journalistisches Magazin ist es die Aufgabe von 4p darüber zu berichten. Peinlich ist in diesem Falle eher die Verspätung, da diese News schon seit einer Woche keine mehr ist.
Und das ist nicht irgendeine Aktivisten Gruppe. Du solltest dich vielleicht mal eingehender mit den Leuten beschäftigen, die das mitorganisieren. Da geben sich Bildungsinstitut, freiwillige Feuerwehr und Gemeindekirche die Hand, ebenso wie Eltern - und Lehrerverbände.
Hier von irgendeiner Aktivistengruppe zu sprechen, verleugnet also die Tatsachen, da es mehr oder weniger auf gesellschaftliche Akzeptanz trifft.
Überbewerten sollte man es aber dennoch nicht, solche Aktionen sind nicht neu und haben meistens gar nichts bewirkt.
Ich wäre, wie gesagt, immer noch für ein Umdenken in der Videospielbranche. Denn: Spielerische Leere mit Gewalt auszugleichen ist billig und schlimm. Und das kann auch für Kinder nicht gut sein, ob sie nun Amokläufer werden, oder nicht. Aber anspruchslose Unterhaltung, vermengt mit unglaublicher Brutalität tut niemandem gut, schon gar nicht, wenn seine Entwicklung noch nicht ganz abgeschlossen ist.
Deswegen sollten Kinder auch kein Alkohol trinken, oder sonstigen Drogen zu sich nehmen, schlicht, weil sich in dieser Zeit über Glückshormone verschiedene Verhaltens- Belohnungsmuster einprägen, die oft für den Rest des Lebens nicht mehr weggehen. Und gerade die heutige Spielegeneration bietet wie Drogen und Alkohol durch schnelle Erfolge Glücksgefühle. Und mit diesen schnellen Erfolgen sind in vielen Games ja auch oft ziemlich brutale Szenen verbunden. Das ist für Kinder und Jugendliche ein durchaus nicht zu unterschätzender Cocktail. Gerade weil sie oft noch nicht klar abgrenzen können.
Wir haben alle derbe Sachen gezockt, aber immer auch anderes. Spiele sahen damals affig aus und das hat man damals größtenteils auch so gesehen. Das hat nicht nur was mit der Zeit zu tun, denn Doom, Hexen, Blood, Duke Nukem, Quake sahen durch ihre Grafik so entfremdet von der Realität aus, dass ein Bezug kaum hergestellt werden konnte. Da ist der durchaus gewollte Realitätsbezug in heutigen Spielen schon wesentlich größer. Außerdem waren viele brutale Games damals auch um einiges schwerer, wodurch es definitiv aufwändiger war, Erfolge zu erzielen. Merke ich gerade, weil ich aktuell Doom 2 zocke. Das ist anfänglich noch entspannt, wird aber ganz schnell zu einer Herausforderung. Außerdem sind die Level auch wesentlich komplexer, wodurch auch immer räumliches Vorstellungsvermögen und Entdeckergeist gefragt ist. Da spielt das eigentliche Besiegen der Gegner gar nicht so ein eine große Rolle.
In einem modernen Kriegesshooter heutiger Tage bekommt man allerdings Szenen zu Gesicht, die zum Teil nicht feierlich sind und das oft ohne Aufwand. Erwähnt sei hier nur mal die Anfangsszene von CoD MW, in der man auf einem Schiff Soldaten im Schlaf erschießt - was soll sowas? Weil es realistisch ist? Sorry, aber das ist immer noch ein Game, das vor allem mal Spaß machen sollte. Auch jede Nahkampf/Erwürgungsszene ist so krass dargestellt, dass einem eigentlich schlecht werden müsste und das, obwohl ich durchaus Shooter Fan der ersten Stunde bin. Zumal auch diese Szenen immer ohne jeglichen Aufwand zu erreichen sind.
Naja und am Ende wurden die Spiele bis heute immer "realistischer" (pseudo realistisch) in ihrerer Gewaltdarstellung und parallel dazu immer anspruchsloser. Das ist Müll, egal ob es gefährlich ist, oder nicht.
Also nur mal so: Ich weise hier nur mal im Vergleich auf Dead Space und CoD hin. Obwohl Dead Space ungleich brutaler ist, verlangt es vom Spieler wesentlich mehr ab. Klar, es ist kein Dark Souls, aber immerhin. Man spielt es aber einfach nicht einarmig und blind durch, muss sich die Erfolge also durchaus erarbeiten, gerade weil es alleine im Dunklen durchaus gruselig ist.
Oder Bulletstorm, welches einfach nur affig und spaßig ist. Will man aber eine möglichst hohe Punktzahl erreichen, muss man seine Skills schon trainiert haben.
Damit wollte ich nur noch mal anhängen, dass ich eigentlich gar nichts gegen Gewalt in Games habe, sondern eher gegen die heutige Dosis.
Die Aktion in den USA bleibt trotzdem schwachsinnig.