Uff.
gracjanski hat geschrieben:Wo gibt es denn Männerquoten (die werden ja heute gefordert von irgendwelchen Linksextremen) ?
Wo sind die denn notwendig? Wo beschweren sich denn Männer, in einem bestimmten, weiblich dominierten Beruf keinen Arbeitsplatz bekommen zu haben?
Wenn in einem bestimmten Unternehmen eine Frauenquote von sagen wir 30% besteht, dann rate mal, wieviele Prozent Männer es dann dort gibt. Ich tippe grob auf 70%.
Im Übrigen sei darauf hingewiesen, dass Frauenquoten nur als Übergangslösung fungieren und überhaupt mal dafür sorgen sollen, dass Frauen in Männer-dominierten Positionen und Berufen in einer dem Bevölkerungsanteil angemessenen Zahl vorhanden sind, sich beweisen können und als "Normalzustand" akzeptiert werden. Das ist nämlich alles nicht der Fall. Wenn Frauen in Chefetagen zu ~50% vertreten wären, wäre die Quote so oder so erfüllt. Die steht ja nirgends bei 90% oder so.
gracjanski hat geschrieben:Wo gibt es Berufskurse nur für Männer (die gibt es für Frauen)?
Überlege bitte mal, welchem Zweck die dienen und in welchen Branchen sie eröffnet werden.
Frauen sollen hier Schutzräume geschaffen werden, sie sollen animiert werden, in traditionell männlich besetzen Berufen Fuß zu fassen. Und zur Erinnerung: Das sind so ziemlich alle Berufe, insbesondere in höheren Positionen. Wegen meiner könnte mensch auch Berufskurse für Männer in weiblich besetzten Berufen eröffnen (die gibt es z.T. übrigens auch bereits), das wäre dann im Bereich Pädagogik, Gebäudereinigung, Pflege, Einzelhandel und Kosmetik/Mode. Übrigens alle ziemlich grottig bezahlt.
gracjanski hat geschrieben:Wann gab es jemals freien Eintritt für Männer, während Frauen zahlen müssen?
Beziehst Du Dich damit auf Clubs/Discos? Selbst dort lässt das jedoch immer mehr nach, gerade bei gebildeteren Zielgruppen (und Veranstaltern). Aber Du hast hier Recht; obwohl ich eine möglicherweise gut gemeinte Intention dahinter verstehe und prinzipiell unterstütze, ist das aus männlicher Sicht nicht ganz fair. Das an sich ist aber kein strukturelles Problem, sondern eine Marketingmasche einzelner Betreiber, um damit "Anbaggermaterial" für die männliche Kundschaft zu schaffen. Das eigentliche Problem dahinter liegt tiefer.
gracjanski hat geschrieben:Hast du jemals erlebt, dass ein Junge für die gleiche Leistung eine bessere Note bekommen hat als ein Mädchen?
Weiß ich nicht, ich kann nicht in die Köpfe der Lehrer schauen. Aber so oder so; das ist doch kein anerkanntes oder gar gefördertes Verfahren, sondern bestenfalls ein "OMG, die hat ja Möpse! Die kriegt 'ne 4!"-Gedankengang des Lehrers/der Lehrerin. Positive Diskriminierung (oder zumindest mit positivem Resultat für die Betroffene), aber eben auch reduzierend.
Wigggenz hat geschrieben:1. Lies mal die Strafnorm zum Exhibitionismus

I know. Aber das ist ja kein neuerliches Gesetz und stand das letzte Mal anno '99 zur Debatte. Kann mensch neu aufrollen, sollte es auch, ich vermute, dass es dann auch geändert werden würde.
Edit: Es spricht doch übrigens auch irgendwie für sich, dass so ein Sonderfall in der deutschen Gesetzgebung herangezogen werden muss, um Diskriminierung von Männern zu belegen, während der alltägliche Wahnsinn sich so völlig anders präsentiert.
Wigggenz hat geschrieben:
Die normative Erwartungen, sich "wie ein Gentleman" gegenüber Frauen zu verhalten - das Kavaliertum?

(Ist das die korrekte deutsche Übersetzung von chivalry?

)
Das kommt natürlich auf die Einzelfälle an, aber es gibt durchaus Strömungen im Feminismus, welche genau dies
nicht mehr wollen. Solche, wo "Türen aufhalten" als positive Diskriminierung angesehen wird. Das wäre das gegenüberliegende Extrem. Kann ich persönlich jedoch beides nicht nachvollziehen, da ich schlichtweg allen Menschen (Mann, Frau, Inter*, Trans* oder Eichhörnchen) die Tür auf halte, wenn jemand knapp hinter mir ist.
Ansonsten siehst Du ja selbst, dass das je nach Sichtweise für alle Beteiligten suboptimal ist und sich im Endeffekt dazu nur sagen ließe, dass es grundsätzlich keine Gleichbehandlung gibt, wie genau auch immer mensch das nun empfindet.