Allgemein: Obsidian: Beinahe Baldur's Gate 3 gemacht

Hier findet ihr die entsprechenden Kommentare - inkl. Link zur News!

Moderatoren: Moderatoren, Redakteure

Benutzeravatar
Dairon
Beiträge: 608
Registriert: 20.02.2009 14:35
Persönliche Nachricht:

Re: Allgemein: Obsidian: Beinahe Baldur's Gate 3 gemacht

Beitrag von Dairon »

adventureFAN hat geschrieben:@Dairon
Du weißt schon, dass bei Obsidian ein Großteil der Belegschaft der von dir genannten Spiele angestellt ist?
Zudem machen sie gerade das Kickstarter-Projekt: Project Eternity, welches quasi seinen Vorbild in Baldurs Gate hat.]
Das hat leider nichts zu sagen. Bei Petroglyph waren auch Leute von Westwood angestellt und die haben trotzdem nicht mehr an die alten Erfolge anknüpfen können. Jetzt geht es erst richtig bergab...

Ich sag auch nicht, dass die Obsidian Spiele schlecht währen, aber irgendwo mangelt es immer an Qualität. Ich sag nur Alpha Protocol. Tolle Story und Dialoge, aber völlig verhunzte Technik und schlechtes Gameplay. Dungeon Siege III, war auch nur ein mittelmäßiges Hack and Slay, wenn überhaupt.

Bleiben an guten Spielen nur Fallout NV, Kotor 2 und Neverwinter Nights 2. Alle ziemlich verbuggt anfangs, vorallem Fallout und NWN. Außerdem war Kotor 1 meiner Meinung nach ein ganzes Stück besser und das erste NWN auch. Letzteres nicht unbedingt vom Spiel her, aber der Editor hat es rausgerissen und die Addons später waren sehr gut.

Aus meiner Sicht, ist Obsidian ein durchschnittlicher Entwickler, der sich jetzt mal mit Project Eternity beweisen kann. Ich bin gespannt, was dabei zustande kommt.
Benutzeravatar
Invader_Zim
Beiträge: 145
Registriert: 15.12.2012 16:27
Persönliche Nachricht:

Re: Allgemein: Obsidian: Beinahe Baldur's Gate 3 gemacht

Beitrag von Invader_Zim »

Dass du jemand bist, für den ein geschmeidiges, bugfreies Spielerlebnis ausschlaggebend für die Qualität eines Spieles ist und der Obsidians Königsdisziplinen "Inhalt und Komplexität" offenbar eher als zweitrangig einstuft, finde ich sehr schade. In diesem Fall waren Obsidian bisher tatsächlich nur durchschnittliche Entwickler. Zumindest scheinbar. Denn für viele ihrer verbuggten Spiele konnten sie nur indirekt etwas.

Bei KotoR 2 beispielsweise hat LucasArts ihnen einfach so 2-3 Monate Entwicklungszeit gestrichen, weil es unbedingt noch zum Weihnachtsgeschäft erscheinen musste. Eine Entscheidung, die ich LucasArses BIS HEUTE übel nehme angesichts der Tatsache, dass KotoR 2 über weite Strecken das Zeug dazu hatte, selbst Planescape: Torment zu entthronen. :(

Bei New Vegas mussten sie sich in Rekordzeit in Bethesdas hauseigene, notorisch instabile Flickenteppich-Engine einarbeiten, die nicht mal Bethesdas EIGENE PROGRAMMIERER vernünftig beherrschen, und haben es TROTZDEM - wie so oft - geschafft, ein Spiel abzuliefern, das seinen Vorgänger in Sachen Inhalt, Komplexität und schierem UMFANG meilenweit hinter sich lässt. Darüber hinaus ist die Qualitätssicherung Aufgabe des Publishers. Mit anderen Worten; dass New Vegas in diesem Zustand auf den Markt kam, haben wir in erster Linie Bethesdas mieser Engine und mangelhafter Qualitätssicherung zu verdanken, denn Obsidians Patch-Support nach Release war äußerst vorbildlich. Und um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen, sind Obsidian aufgrund der zahlreichen Bugs um einen (!) Punkt an dem 85er Metascore vorbeigeschrammt, der für ihre Bonuszahlungen nötig gewesen wären.

Wie dem auch sei; inzwischen besitzen sie mit Onyx endlich eine hauseigene, leistungsfähige Engine. Und sie scheinen diese wunderbar zu beherrschen, wie man an Dungeon Siege 3 gut erkennen kann. Deswegen blicke ich South park - The Stick of Truth - das ebenfalls diese Engine nutzt - auch äußerst zuversichtlich entgegen.
Benutzeravatar
Dairon
Beiträge: 608
Registriert: 20.02.2009 14:35
Persönliche Nachricht:

Re: Allgemein: Obsidian: Beinahe Baldur's Gate 3 gemacht

Beitrag von Dairon »

Invader_Zim hat geschrieben:Dass du jemand bist, für den ein geschmeidiges, bugfreies Spielerlebnis ausschlaggebend für die Qualität eines Spieles ist und der Obsidians Königsdisziplinen "Inhalt und Komplexität" offenbar eher als zweitrangig einstuft, finde ich sehr schade. In diesem Fall waren Obsidian bisher tatsächlich nur durchschnittliche Entwickler. Zumindest scheinbar. Denn für viele ihrer verbuggten Spiele konnten sie nur indirekt etwas.
Nein, bin ich nicht und ich kann beim besten Willen auch nicht erkennen, wie du das aus meinem Text geschlossen hast? Nur weil ich angemerkt habe, dass Obsidian Spiele gerne mal verbuggt sind?

Es ist nunmal Tatsache, dass Obsidian Spiele nichts besonderes sind. Lassen wir Fallout NV mal weg, dann ist da kein wirklicher Knaller bei. Kotor 2 noch am ehesten, aber da fand ich Teil 1 einfach besser.

Es ist nunmal auch Geschmackssache, gibt ja auch genug Leute, die meinen BG2 ist überbewertet und kein wirklich gutes Spiel. Fang ich jetzt an zu heulen und behaupte das sie keine Ahnung von guten RPGs haben?

Wie ich schon geschrieben habe, einfach mal abwarten, was aus Project Eternity wird.
Benutzeravatar
Invader_Zim
Beiträge: 145
Registriert: 15.12.2012 16:27
Persönliche Nachricht:

Re: Allgemein: Obsidian: Beinahe Baldur's Gate 3 gemacht

Beitrag von Invader_Zim »

Dairon hat geschrieben:Es ist nunmal auch Geschmackssache, gibt ja auch genug Leute, die meinen BG2 ist überbewertet und kein wirklich gutes Spiel.
Nicht ganz. Sie behaupten keineswegs, dass Baldur's Gate 2 kein gutes Spiel ist, denn das ist es zweifelsohne. Sie behaupten lediglich, dass Baldur's Gate 2 kein sonderlich gutes ROLLENspiel ist, und zu dieser Gruppe zähle ich mich ebenfalls.

Nicht falsch verstehen: ich habe Baldur's Gate 2 beim ersten Mal regelrecht verschlungen und seitdem bestimmt mehrere dutzend Male durchgespielt. Es war eines meiner ersten Rollenspiele und hat mich quasi erst an dieses Genre herangeführt. Und dafür werden Bioware und dieses Spiel auch immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben.

Aber ich kann mich noch wie gestern daran erinnern, wie ich während meines ersten Planescape: Torment-Durchgangs empfunden habe. Wie gebannt ich oftmals vor dem Bildschirm saß, und das tagelang. Und während des Spielens dämmerte mir mit wachsender Ehrfurcht, welches Potential in diesem Genre eigentlich wirklich steckt. Was in einem Rollenspiel alles möglich ist, was in anderen Genres (und selbst anderen Medien!) unmöglich machbar wäre. Von der Geschichte. Von dessen Erzählweise. Von den Dialogen. Von der Atmosphäre. Von den Charakteren und meinem Einfluss auf sie. Von der Spielwelt und meinem Einfluss auf sie.

Und Baldur's Gate 2 - so toll es auch ist - hat es in seiner Großartigkeit lediglich geschafft, an der Oberfläche dessen zu kratzen, was möglich wäre.

Als ich nach Planescape: Torment meinen 136 Bazillionsten Durchgang von Baldur's Gate anging, mussten ich mit wachsendem Entsetzen feststellen, wie... simpel die Handlung eigentlich ist. Und vor allem auf welch simple Art und Weise sie erzählt wird. Wie oberflächlich die Party-Interaktionen eigentlich sind. Wie gering das Roleplaying in den Dialogen im Grunde ausgefallen ist. Wie wenig - bzw. gar nicht - das drumherum abseits der Dialoge beschrieben wird. Usw. usf..

Dieses Potenzial haben bisher nur Mask of the Betrayer und insbesondere KotoR 2 nocheinmal - zumindest annähernd - erreichen können. Aus diesem Grund reagiere ich da vermutlich ein wenig überempfindlich, wenn jemand dessen Vorgänger vorzieht. Weil Teil 1 schlichtweg alles, was Rollenspiele so außergewöhnlich macht, einfach nicht so wunderbar hinbekommt, wie Obsidian das mit dem zweiten Teil und vielen ihrer sonstigen Titel geschafft haben.

Deswegen: entschuldige, wenn du dich durch meinen Kommentar angegriffen fühltest. :wink:
Armin
Beiträge: 2667
Registriert: 30.01.2003 13:05
Persönliche Nachricht:

Re: Allgemein: Obsidian: Beinahe Baldur's Gate 3 gemacht

Beitrag von Armin »

Spiel doch einfach Adventures, da gehts nur um ROLLENspiel, kein nerviges gameplay, keine stats, nur story, dialoge und Charakterinteraktion.
Benutzeravatar
Invader_Zim
Beiträge: 145
Registriert: 15.12.2012 16:27
Persönliche Nachricht:

Re: Allgemein: Obsidian: Beinahe Baldur's Gate 3 gemacht

Beitrag von Invader_Zim »

Du wirst lachen, aber ich würde sogar RENNSPIELE spielen, wenn sie mir all das, was du eben aufgezählt hast und darüber hinaus, in vernünftigem Umfang und Qualität bieten würden.

Und ich HASSE Rennspiele. :mrgreen:

Aber im ernst: Es ist wirklich schwer, jemandem die eigentliche Faszination an Rollenspielen mit bloßen Worten erklären zu wollen. Als würde man einem Blind-Geborenen einen Sonnenaufgang erklären wollen. Deswegen halte ich die Chancen, es dir mit einer weiteren meiner Textwüsten verständlicher machen zu können, auch für relativ gering.

Aber ich versuch's trotzdem nochmal. :wink:

Ich vermute, das Grundproblem ist einfach, dass wir beide 2 völlig unterschiedliche Vorstellungen davon haben, was ein Rollenspiel ausmachen sollte. Welche Aspekte bei einem Rollenspiel die wichtigsten sind.

Anhand dessen, was ich deinen bisherigen Beiträgen entnehmen konnte, scheinst du jemand zu sein, der Spiele eher anhand der mechanischen Aspekte wie Kampfsystem und dergleichen beurteilt und entsprechend kategorisiert. Daran ist absolut nichts verwerflich. Jeder spielt Spiele aus anderen Gründen.

Nur bin ich eben jemand, der ein Rollenspiel eher danach beurteilt, was abseits des Kampfsystems stattfindet. Eben solche Dinge, wie:

Welche non-combat Skills stellt mir das Spiel zur Verfügung, und bietet es genügend Einsatzmöglichkeiten dafür, sodass sich deren Anschaffung auch lohnt?
Bietet es Social Skills und kommen diese umfangreich genug zum Einsatz, sodass ich - wenn ich das möchte - mich fast ausschließlich hierin spezialisieren könnte und trotzdem weiterkäme?
Gibt es Attribute oder etwas vergleichbares (Intelligenz, Charisma, etc.), und wirken sie sich auf die Menge und Qualität der mir zur Verfügung stehenden Dialogoptionen aus? Reagiert die Spielwelt anders auf mich, wenn ich besonders hohe oder besonders niedrige Werte besitze?
Gibt es ein Rufsystem? Merken sich die NCPs, wie ich sie in der Vergangenheit behandelt habe? Hat es Auswirkungen auf ihr Verhalten, wie ich Aufgaben löse? Und für WEN ich Aufgaben löse?
Wie oft bietet das Spiel mir die Möglichkeit, meine Ziele gewaltlos zu erreichen?

Oder einfach ausgedrückt: Welche Möglichkeiten liefert mir das Spiel, die Persönlichkeit meines Charakters zu definieren, und reagiert die Spielwelt adequat genug auf mich und meine Taten?

Sowas bieten Adventures nämlich gar nicht. Und DAS ist auch der entscheidende Punkt, der Rollenspiele von Adventures und jedem x-beliebigen anderen Genre unterscheidet. Rollenspiele heißen eben nicht Rollenspiele, weil man einfach nur ein Rolle spielt. Das tut man bei Shootern ja schließlich auch. Oder bei Rennspielen, wo man die ROLLE eines Rennfahrers spielt. Trotzdem sind es keine Rollenspiele. Also, wie wird ein Spiel zum Rollenspiel?

Indem es mir die Wahl lässt, WAS für eine Rolle ich spielen will und vor allem WIE ich diese Rolle spielen will.

Will ich gut oder böse sein? Will ich nett oder unfreundlich sein? Will ich verspielt oder ernst sein? Will ich gierig oder großzügig sein? Will ich diplomatisch oder einschüchternd sein?
Will ich ein weiser, gütmütiger Elfenmagier sein, der hauptberuflich alten Omas über die Straße hilft? Will ich ein silberzüngiger Menschenschurke sein, der sich mühelos durch's Leben schummeln kann, weil er sogar in der Lage wäre, einer Katze einen Fisch auszureden?
Oder will ich ein grobschlächtiger Halbork-Barbar sein, der das reden lieber seinen Fäusten überlässt?

Aus diesem Grund halte ich Alpha Protocol und Fallout New Vegas auch für bessere ROLLENspiele, als beispielsweise die beiden Dragon Age-Teile. Einfach weil sie mir all das in weitaus höherem Maße bieten.

Zusammenfassend kann man festhalten: aufgrund deiner Kriterien (Gameplay und Kampfsystem) hältst du AP und FNV für Shooter und Dragon Age bzw. Baldur's Gate für Rollenspiele.
Und aufgrund meiner Kriterien halte ich Dragon Age und Baldur's Gate für Rollenspiele Light und AP und FNV dafür für die richtigen Rollenspiele.

Ich habe fertig. :mrgreen:
Benutzeravatar
Thyrael
Beiträge: 340
Registriert: 22.05.2012 14:17
Persönliche Nachricht:

Re: Allgemein: Obsidian: Beinahe Baldur's Gate 3 gemacht

Beitrag von Thyrael »

Invader_Zim hat geschrieben: Welche non-combat Skills stellt mir das Spiel zur Verfügung, und bietet es genügend Einsatzmöglichkeiten dafür, sodass sich deren Anschaffung auch lohnt?
Bietet es Social Skills und kommen diese umfangreich genug zum Einsatz, sodass ich - wenn ich das möchte - mich fast ausschließlich hierin spezialisieren könnte und trotzdem weiterkäme?
Gibt es Attribute oder etwas vergleichbares (Intelligenz, Charisma, etc.), und wirken sie sich auf die Menge und Qualität der mir zur Verfügung stehenden Dialogoptionen aus? Reagiert die Spielwelt anders auf mich, wenn ich besonders hohe oder besonders niedrige Werte besitze?
Gibt es ein Rufsystem? Merken sich die NCPs, wie ich sie in der Vergangenheit behandelt habe? Hat es Auswirkungen auf ihr Verhalten, wie ich Aufgaben löse? Und für WEN ich Aufgaben löse?
Wie oft bietet das Spiel mir die Möglichkeit, meine Ziele gewaltlos zu erreichen?
Damit bist du wahrscheinlich auch nicht einverstanden, aber das klingt ziemlich nach Fallout 1 und 2.
Let me enlighten you, grasshopper. Fallout 2 is cool because it's a nonlinear, nonclassbased kickass postnuclear computer roleplaying game with a high replayabillity value. Fallout 2 allows you to play your character the way you want. If you want to play a goodie-two-shoes, you can. If you want to play an evil bastard, you can (Yes, you really can hit children in the groin with a sledgehammer). If you want to play a moron who can hardly talk because of his low intelligence, you can.
--Shadowman
Armin
Beiträge: 2667
Registriert: 30.01.2003 13:05
Persönliche Nachricht:

Re: Allgemein: Obsidian: Beinahe Baldur's Gate 3 gemacht

Beitrag von Armin »

Also Zim, mir hat noch nie jemand so gut klar gemacht, wieso er diese Spiele so mag. Finde Deinen Beitrag klasse. Dann muss ich wohl auch mal genau antworten. Ich spiele solche RPGs wohl eher als Strategiespiele, aber nicht nur wegen der Taktik im Kampf, das ist eher Nebensache, ich will auch eher nicht so viel kaempfen. Ich mag das vorbereiten, die Charakterrolle entwickeln mit den Faehigkeiten, items und so weiter. Vor allem mag ich das in einer plausiblen Welt tun, in der sich nicht allen nach dem Spieler richtet. Es muss moeglich sein, Geld zusammenzusparen um was dickes in den Laeden zu kaufen.
Beim angesprochenen Fallout 2 gefaellt mir das Thyrael sagt auch gut, aber spielen tue ich es, weil man sich dort gute Ausruestung und stats erarbeiten kann, und zwar auch mal viel zu frueh, wenn man geschickt ist. Levelscaling und balance ruinieren sowas komplett. Es macht einfach Spass bei den Caravans mitzufahren und zu hoffen,dass im grossen Chaos ein paar schoene viel zu starke Waffen liegenbleiben.
Bei Baldurs Gate 2 gefaellt mir am besten das komplexe Zaubersystem, mit den Schutz und Breach Zaubern, da gibt es soviel zum experimentieren und Charakterentwickeln. Deswegen gefaellt mit auch Baldurs Gate 1 nicht besonders, da gibts kaum was.
Die Hauptstory krieg ich meist erstens beim 2. oder 3. mal durchspielen mit, sonst klick ich das weg.^^