Ubisoft: Wechsel der Konsolen-Generation dauert zu lang

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Nanimonai
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Re: Ubisoft: Wechsel der Konsolen-Generation dauert zu lang

Beitrag von Nanimonai »

Chris Dee hat geschrieben:Substanz und erwachsene Inhalte! Ob Film, Fernsehen oder Literatur: All das sind Medien, in denen man sowohl als Kind als auch als Erwachsener oder Greis Inhalte findet, die für einen interessant und/oder relevant sind. Und die Computerspiele? Feiern - mit ganz wenigen Ausnahmen - fröhlich seit Jahrzehnten denselben albernen, kindisch-pubertären, klischeebeladen-niveaulosen, unintelligenten und im schlimmsten Falle sexistischen und gewaltverherrlichenden Scheiß! DARAN etwas zu ändern, und dafür zu sorgen, dass man Computerspiele irgendwann als Teil von Kunst und Kultur wahr nimmt (und nicht länger als primitive Subkultur), DAS wäre mal wirklich innovativ - aber dafür braucht's ganz sicher anderes als neue Konsolengenerationen ...
Eine schöne Vorstellung, von einem Computerspiel endlich mal nicht behandelt zu werden wie ein sechzehnjähriger Teenager.
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Hardtarget
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Re: Ubisoft: Wechsel der Konsolen-Generation dauert zu lang

Beitrag von Hardtarget »

Kajetan hat geschrieben:
Sevulon hat geschrieben:Wir nähern uns der fotorealistischen Grafik.
Die können wir auch heute schon haben. Das Problem ist dabei nur, dass Fotorealismus kein ausreichend starkes Verkaufsargument ist, um hier entsprechend Gelder bei den Firmen und Kunden locker zu machen. Graphik ist zwar noch wichtig, ihr Stellenwert im Marketing nimmt aber Jahr um Jahr ab. Der aktuelle Stand der Spiele-Optik ist für immer mehr Kunden vollkommen ausreichend.

Mit Fotorealismus gibt es aber haufenweise Gameplay-Probleme, auf die man JETZT schon überall stößt. Was für ein Feature haben viele aktuelle Spiele mit 3D-Engine und realistisch erscheinender Graphik gemein? Item- und Objekt-Highlighting, damit in all der optischen Detailinformation der Spieler nicht minutenlang nach dem Gegenstand suchen muss, den er zum Spielfortschritt benötigt. Da bastele ich eine unglaublich aufwendige Optik, die kaum von der Realität unterscheidbar ist und dann muss ich genau diesen Realismus gezielt wieder mit Künstlichkeit abschwächen, damit das Spiel für die meisten Zocker spielbar bleibt? Mir kommt das nicht so wirklich sinnvoll vor ... abgesehen vom immensen Aufwand zur Erstellung eines so detailreichen Graphik, so dass Spiele entweder fast nicht bezahlbar in der Produktion werden oder die Publisher Features weglassen müssen und Extrem-DLC-Politik betreiben müssen, um die nötigen Umsätze zu erzeugen, was sich wiederum direkt auf die spielerische Vielfalt und spielerische Innovation auswirkt, weil man sich angesichts dieser Kosten keinen Flop leisten darf.

"Bessere Graphik in Spielen" lässt sich nicht einfach linear steigern, bis man Fotorealismus hat und alles andere bleibt so. Irgendwann übersteigen die negativen Seiten jeden Nutzen.

kennst du zufällig penumbra ? dort wird sehr intelligent gezeigt wie man ohne künstliche markierungen, aufhellungen, leuchten ect rätsel lösen kann !!!
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greenelve
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Re: Ubisoft: Wechsel der Konsolen-Generation dauert zu lang

Beitrag von greenelve »

Hardtarget hat geschrieben:
Kajetan hat geschrieben:
Sevulon hat geschrieben:Wir nähern uns der fotorealistischen Grafik.
Die können wir auch heute schon haben. Das Problem ist dabei nur, dass Fotorealismus kein ausreichend starkes Verkaufsargument ist, um hier entsprechend Gelder bei den Firmen und Kunden locker zu machen. Graphik ist zwar noch wichtig, ihr Stellenwert im Marketing nimmt aber Jahr um Jahr ab. Der aktuelle Stand der Spiele-Optik ist für immer mehr Kunden vollkommen ausreichend.

Mit Fotorealismus gibt es aber haufenweise Gameplay-Probleme, auf die man JETZT schon überall stößt. Was für ein Feature haben viele aktuelle Spiele mit 3D-Engine und realistisch erscheinender Graphik gemein? Item- und Objekt-Highlighting, damit in all der optischen Detailinformation der Spieler nicht minutenlang nach dem Gegenstand suchen muss, den er zum Spielfortschritt benötigt. Da bastele ich eine unglaublich aufwendige Optik, die kaum von der Realität unterscheidbar ist und dann muss ich genau diesen Realismus gezielt wieder mit Künstlichkeit abschwächen, damit das Spiel für die meisten Zocker spielbar bleibt? Mir kommt das nicht so wirklich sinnvoll vor ... abgesehen vom immensen Aufwand zur Erstellung eines so detailreichen Graphik, so dass Spiele entweder fast nicht bezahlbar in der Produktion werden oder die Publisher Features weglassen müssen und Extrem-DLC-Politik betreiben müssen, um die nötigen Umsätze zu erzeugen, was sich wiederum direkt auf die spielerische Vielfalt und spielerische Innovation auswirkt, weil man sich angesichts dieser Kosten keinen Flop leisten darf.

"Bessere Graphik in Spielen" lässt sich nicht einfach linear steigern, bis man Fotorealismus hat und alles andere bleibt so. Irgendwann übersteigen die negativen Seiten jeden Nutzen.

kennst du zufällig penumbra ? dort wird sehr intelligent gezeigt wie man ohne künstliche markierungen, aufhellungen, leuchten ect rätsel lösen kann !!!
Monkey Island war ein Graus, den kompletten Bildschirm mit der Maus nach Objekten absuchen, mit denen man interagieren kann. Nicht die Grafik ist entscheident, es ist das Design, dem Spieler ohne Hilfen deutlich zu machen, wie er in die virtuelle Welt eingreifen kann um an sein Ziel zu gelangen.
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Kajetan
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Re: Ubisoft: Wechsel der Konsolen-Generation dauert zu lang

Beitrag von Kajetan »

Hardtarget hat geschrieben:kennst du zufällig penumbra ? dort wird sehr intelligent gezeigt wie man ohne künstliche markierungen, aufhellungen, leuchten ect rätsel lösen kann !!!
Penumbra ist weder fotorealistisch, noch wird dort jeder Bildschirmpunkt mit mindestens drei Pixelshadern und Vollbildeffekten zugeknallt. Hier ordnet sich die Optik dem Gameplay unter und verkommt nicht zum maßlos übertriebenen Selbstzweck.

Wobei, wenn ich ehrlich bin ... Fotorealismus wäre eine feine Sache, weil man dann endlich damit aufhören würde mit künstlich erzwungenen Tiefenunschärfen, Motion Blur und anderem Effekt-Scheissdreck den Bildschirm vollzukleistern, den ich bei nicht wenigen Spielen wieder abschalte, um kein Kopfweh zu bekommen :)
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Mojo8367
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Re: Ubisoft: Wechsel der Konsolen-Generation dauert zu lang

Beitrag von Mojo8367 »

technischer fortschritt und innovation gehen hand in hand, das zeigen alle möglichen beispiele unabhängig von der spielindustrie, hätte der pc keine technischen neuerungen hervorgebracht gäbe es kein internet, oder glaubt irgendwer mit nem apple 1 das heutige internet nutzen zu können?
technischer fortschritt führte zu der erforschung des weltraums, zu telefonen, zu hybridautos usw. usf.
sich dagegen zu sperren is wahnsinn.

in der spieleindustrie is das nich anders und das nicht nur auf die grafik bezogen, das fängt schon bei open world an, oder glaubt einer das das in zeiten eines atari in der heutigen form möglich gewesen wäre?

das eine neue konsolen gen jetzt die riesen fortschritte bringt glaub ich auch nich, sie is aber einfach nötig um in vllt. 50-60 jahren mal eine holodeck schaffen zu können.

was mich immer bißchen stört is das anspruchsdenken der spieler, die wollen immer wieder was neues kreatives, was super innovativ is.
was für gameplay innovationen werden denn da immer erwartet, ich möchte da mal ein beispiel hören was es in noch keinem spiel gab.

im nachhinein am spiel zu meckern is die eine sache, das is relativ einfach.
nehmen wir mal einen shooter, was soll da jetzt neues kommen aus gameplaysicht?
selber haben die meisten keine idee geben sich aber mit dem vorhandenen einfach nich zufrieden...

ich will ja nich gutheißen was alles so passiert oder herausgebracht wird von der spielindustrie, aber was immer verlangt wird is teilweise einfach utopisch.

btw: bei überfliegen der letzen seiten hab ich gelesen das james cameron kein geld verdienen wollte als er bei avatar die 3d technik einsetzte.
da lach ich mich tot, natürlich wollte er geld verdienen, aus reiner menschenliebe arbeitet er sicher nich

un kajetan, warum spielst du dann überhaupt aktuelle spiele un vertraust nich voll un ganz auf oldschool-sachen vom atari.
genau so haben damals die leute wohl geredet als das auto erfunden wurde, wozu brauch ich diesen schnick schnack, mit meinem pferdekarren komm ich auch überall hin.
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crewmate
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Re: Ubisoft: Wechsel der Konsolen-Generation dauert zu lang

Beitrag von crewmate »

Damals wie heute kannst du mit einem, Pferdekarren durch die Stadt ziehen. Da hält dich niemand von ab. (jaja wer mehr Ahnung vom Straßenverkehrsrecht hat als ich darf gerne korrigieren) Nur das Kajetan dich nichtim Straßenverkehr verlangsamt. Sein Kaufverhalten hat keinerlei Einfluss auf dich. Er nimmt dir kein Call of Duty weg.
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Mojo8367
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Re: Ubisoft: Wechsel der Konsolen-Generation dauert zu lang

Beitrag von Mojo8367 »

crewmate hat geschrieben:Damals wie heute kannst du mit einem, Pferdekarren durch die Stadt ziehen. Da hält dich niemand von ab. (jaja wer mehr Ahnung vom Straßenverkehrsrecht hat als ich darf gerne korrigieren) Nur das Kajetan dich nichtim Straßenverkehr verlangsamt. Sein Kaufverhalten hat keinerlei Einfluss auf dich. Er nimmt dir kein Call of Duty weg.
1. glaub ich nich wegen diverser vorschriften die es da sicher gibt, hast du ja auch gesagt
2. ich spiel gar kein call of duty

das wird nur heutzutage mit so ziemlich allem verglichen was es gibt.
teilweise verstehe ich nur nich warum immer die bösen publisher bzw. spielentwickler schuld sin an dem was wir da jetzt haben.
das sin alles dienstleister, die machen das was die menge will, nich umsonst wird marktforschung un dergleichen betrieben.
um also wirklich was an spielen zu ändern müsste man mMn bei den konsumenten anfangen die sich scheinbar sowas wünschen.

obwohl keiner spiele ala cod mag wie's scheint, gibt es ja noch genug die dat zeug kaufen, der markt is also da.
warum sollte eine firma, egal welche, die nunmal geld verdienen muss dann von diesem prinzip abweichen aus rein ökonomischen gründen?
wer glaubt denn allen ernstes das eine firma, sei es nu ubisoft, ea, activision oder sonstwer sagt: "wir verdienen nen haufen geld mit spielen nach prinzip xy, aber wir verzichten darauf und machen was vollkommen anderes, wenn es ein flop wird werden einfach paar stellen gekürzt."
games sind kein nischenprodukt mehr, was sich viele gewünscht haben, leider is das eben der rattenschwanz davon.
TheExorzist
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Re: Ubisoft: Wechsel der Konsolen-Generation dauert zu lang

Beitrag von TheExorzist »

Er hat recht. Wer was andere behauptet hat die VKZ von kürzlich veröffentlichten neuen Serien nicht gesehen - Sleeping Dogs, Dishonored, XCOM.

Neue Serien verkaufen sich zum Start einer neuen Gen deutlich besser als am Ende, da die Spieler einfach offener für was Neues sind.
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Kajetan
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Re: Ubisoft: Wechsel der Konsolen-Generation dauert zu lang

Beitrag von Kajetan »

MoJoe83 hat geschrieben:un kajetan, warum spielst du dann überhaupt aktuelle spiele un vertraust nich voll un ganz auf oldschool-sachen vom atari. genau so haben damals die leute wohl geredet als das auto erfunden wurde, wozu brauch ich diesen schnick schnack, mit meinem pferdekarren komm ich auch überall hin.
Du hast kein Wort von dem verstanden, was ich gesagt habe.
Nanimonai
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Re: Ubisoft: Wechsel der Konsolen-Generation dauert zu lang

Beitrag von Nanimonai »

crewmate hat geschrieben:Damals wie heute kannst du mit einem, Pferdekarren durch die Stadt ziehen. Da hält dich niemand von ab. (jaja wer mehr Ahnung vom Straßenverkehrsrecht hat als ich darf gerne korrigieren) Nur das Kajetan dich nichtim Straßenverkehr verlangsamt. Sein Kaufverhalten hat keinerlei Einfluss auf dich. Er nimmt dir kein Call of Duty weg.
Naja wenn wir schon bei diesem Vergleich bleiben, dann hast Du da leider nicht Recht. Ein Pferdekarren verlangsamt mich sogar extrem, wenn ich durch die Stadt fahre. Bist Du schonmal durch Wiens Innenstadt mit dem Auto gefahren? Diese Fiaker da halten den ganzen Verkehr auf. ;-)

Analog dazu: Je mehr Menschen es bei veralteter Technik belassen, desto mehr bremsen sie neue Technologien aus. Selbst, wenn sie sie bereits kaufen können.
Zuletzt geändert von Nanimonai am 26.11.2012 23:37, insgesamt 1-mal geändert.
Chris Dee
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Re: Ubisoft: Wechsel der Konsolen-Generation dauert zu lang

Beitrag von Chris Dee »

MoJoe83 hat geschrieben:technischer fortschritt und innovation gehen hand in hand, das zeigen alle möglichen beispiele unabhängig von der spielindustrie, hätte der pc keine technischen neuerungen hervorgebracht gäbe es kein internet, oder glaubt irgendwer mit nem apple 1 das heutige internet nutzen zu können?
technischer fortschritt führte zu der erforschung des weltraums, zu telefonen, zu hybridautos usw. usf.
sich dagegen zu sperren is wahnsinn.
Hier ist sicher niemand wahnsinnig und ich denke auch nicht, dass sich hier irgendjemand gegen Innovationen sperrt, aber es wird halt einfach - und nach den letzten drei Jahrzehnten Erfahrung vermutlich zu Recht - daran gezweifelt, rein technische Neuerungen brächten das Medium Computerspiel inhaltlich auch nur einen Schritt weiter. So lange das Medium der idealtypischen Vorstellung eines Computerspielers als eines Sechzehnjährigen verhaftet bleibt, der mit aufgemotzten Prollkarren virtuelle Frauenfiguren beeindruckt oder zum 892. Mal den zweiten Weltkrieg gewinnt, und so lange es dieses Medium nicht schafft, ein Selbstverständnis zu entwickeln, bei dessen Inhalten man sich als erwachsener Mensch nicht peinlich berührt fühlen muss, so lange braucht auch niemand technisch immer perfektere Plattformen, die diese Inhaltsleere auch noch auf gespentische Art und Weise zelebrieren.

"Innovationen" sind halt leider auch immer nur die Innovationen, mit denen man von der Computerspieleindustrie zwangsbeglückt wird, und leider niemals die Innovationen, die man sich als Spieler von der Branche tatsächlich erhofft. Gebracht hat uns das unter anderem den Aktivierungs-, Registrierungs- und DRM-Wahn, die Zwangseinbindung in soziale Netwerke sowie DLC- und Free To Play-Ruinen statt vollwertige Produkte. Ein halbes Dutzend verschiedener Preorder-Boni sorgen dafür, dass man schon vor dem Kauf das Gefühl vermittelt bekommt, die Hälfte des Spiels zu verpassen und ein fehlerfreies Produkt erwartet heutzutage - Dank der First, Second und Third Day Patches, die das Internet erst möglich gemacht hat - auch niemand mehr. Noch mehr Innovation gefällig?

Wenn sich die Branche kollektiv dazu entscheiden könnte, ein paar Dinge abzustellen, mit denen sie die Spielergemeinde mittlerweile seit Jahrzehnten mit konstanter Boshaftigkeit und Ignoranz nervt, wären wir alle - jenseits aller inhaltlichen Vorbehalte - schon mal einen Riesenschritt weiter: Nicht-abbrechbare Cutscenes, beschissen gesetzte Speicherpunkte, unendliche Gegnerspawns, Gummiband-KI, ... ihr kennt sie alle, diese unendlich lange Liste, der sicher jeder noch mindestens einen weiteren Punkt hinzufügen kann.

Wer, derart lernbehindert, noch nicht einmal dazu in der Lage ist, auf rein handwerklicher Ebene zu überzeugen, der verschone mich doch bitte erst Recht mit der leeren Worthülse der "Innovation" ...
Nanimonai
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Re: Ubisoft: Wechsel der Konsolen-Generation dauert zu lang

Beitrag von Nanimonai »

Chris Dee hat geschrieben:
MoJoe83 hat geschrieben:technischer fortschritt und innovation gehen hand in hand, das zeigen alle möglichen beispiele unabhängig von der spielindustrie, hätte der pc keine technischen neuerungen hervorgebracht gäbe es kein internet, oder glaubt irgendwer mit nem apple 1 das heutige internet nutzen zu können?
technischer fortschritt führte zu der erforschung des weltraums, zu telefonen, zu hybridautos usw. usf.
sich dagegen zu sperren is wahnsinn.
Hier ist sicher niemand wahnsinnig und ich denke auch nicht, dass sich hier irgendjemand gegen Innovationen sperrt, aber es wird halt einfach - und nach den letzten drei Jahrzehnten Erfahrung vermutlich zu Recht - daran gezweifelt, rein technische Neuerungen brächten das Medium Computerspiel inhaltlich auch nur einen Schritt weiter. So lange das Medium der idealtypischen Vorstellung eines Computerspielers als eines Sechzehnjährigen verhaftet bleibt, der mit aufgemotzten Prollkarren virtuelle Frauenfiguren beeindruckt oder zum 892. Mal den zweiten Weltkrieg gewinnt, und so lange es dieses Medium nicht schafft, ein Selbstverständnis zu entwickeln, bei dessen Inhalten man sich als erwachsener Mensch nicht peinlich berührt fühlen muss, so lange braucht auch niemand technisch immer perfektere Plattformen, die diese Inhaltsleere auch noch auf gespentische Art und Weise zelebrieren.

"Innovationen" sind halt leider auch immer nur die Innovationen, mit denen man von der Computerspieleindustrie zwangsbeglückt wird, und leider niemals die Innovationen, die man sich als Spieler von der Branche tatsächlich erhofft. Gebracht hat uns das unter anderem den Aktivierungs-, Registrierungs- und DRM-Wahn, die Zwangseinbindung in soziale Netwerke sowie DLC- und Free To Play-Ruinen statt vollwertige Produkte. Ein halbes Dutzend verschiedener Preorder-Boni sorgen dafür, dass man schon vor dem Kauf das Gefühl vermittelt bekommt, die Hälfte des Spiels zu verpassen und ein fehlerfreies Produkt erwartet heutzutage - Dank der First, Second und Third Day Patches, die das Internet erst möglich gemacht hat - auch niemand mehr. Noch mehr Innovation gefällig?

Wenn sich die Branche kollektiv dazu entscheiden könnte, ein paar Dinge abzustellen, mit denen sie die Spielergemeinde mittlerweile seit Jahrzehnten mit konstanter Boshaftigkeit und Ignoranz nervt, wären wir alle - jenseits aller inhaltlichen Vorbehalte - schon mal einen Riesenschritt weiter: Nicht-abbrechbare Cutscenes, beschissen gesetzte Speicherpunkte, unendliche Gegnerspawns, Gummiband-KI, ... ihr kennt sie alle, diese unendlich lange Liste, der sicher jeder noch mindestens einen weiteren Punkt hinzufügen kann.

Wer, derart lernbehindert, noch nicht einmal dazu in der Lage ist, auf rein handwerklicher Ebene zu überzeugen, der verschone mich doch bitte erst Recht mit der leeren Worthülse der "Innovation" ...
Ich stimme Dir zu. In jedem Punkt.

Trotzdem lässt Du eine Sache außen vor: Den Spieler.
Wer, wenn nicht der Spieler kann bestimmen, wohin die Reise geht? Wir alle haben deutlich mehr Macht, als viele hier in dem Forum und anderswo wahrhaben wollen.
Ich kann dieses ganze Gemeckere wirklich nicht mehr hören... die Schuld wird doch gerade in solchen Foren wie diesem hier wirklich immer nur ausnahmslos auf Publisher, Entwickler, die gesamte Industrie geschoben. Einseitige Betrachtungen haben aber noch nie die ganze Wahrheit offeriert.
Niemand will sich bereit erklären, den eigenen scheiß Kelch auszutrinken, den er selbst gefüllt hat.

Lassen alle Spieler morgen die illegalen Downloads sein, gibt es übermorgen keine nervigen Kopierschutzmaßnahmen mehr (und ich möchte nicht schon wieder erklären müssen, warum das so ist, das habe ich hier schon viel zu oft). Wenn ab morgen keiner mehr Call of Duty kauft, wird es übermorgen nicht mehr produziert.
So einfach läuft das Geschäft.

Natürlich ist es so einfach aber nicht, weil dieser Fall nie eintreten wird. Dennoch ist es ein Teil der Wahrheit und keiner hier in diesem Forum, der sich auch nur ein einziges Mal eine nicht legal erworbene Version irgendeines Spiels besorgt hat oder sich irgendeine x-te Neuauflage irgendeiner Spieleserie 1.5 gekauft hat, kann sich dieser Verantwortung entziehen. Ich auch nicht.
Aber wenigstens stelle ich mich nicht hin und gebe in guter, alter Schwarz/Weiß Manier den guten, moralisch korrekten, total innovationsbewußten Spieler zum Besten, der sich gegen die böse Spieleindustrie stellt, die mich aussaugen will.

Der Beitrag war jetzt nicht gegen Dich gerichtet, in keinster Weise. Ich wollte nur die andere Seite der Medaille auch beleuchtet sehen.
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Mojo8367
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Re: Ubisoft: Wechsel der Konsolen-Generation dauert zu lang

Beitrag von Mojo8367 »

Nanimonai hat geschrieben:Ich stimme Dir zu. In jedem Punkt.

Trotzdem lässt Du eine Sache außen vor: Den Spieler.
Wer, wenn nicht der Spieler kann bestimmen, wohin die Reise geht? Wir alle haben deutlich mehr Macht, als viele hier in dem Forum und anderswo wahrhaben wollen.
Ich kann dieses ganze Gemeckere wirklich nicht mehr hören... die Schuld wird doch gerade in solchen Foren wie diesem hier wirklich immer nur ausnahmslos auf Publisher, Entwickler, die gesamte Industrie geschoben. Einseitige Betrachtungen haben aber noch nie die ganze Wahrheit offeriert.
Niemand will sich bereit erklären, den eigenen scheiß Kelch auszutrinken, den er selbst gefüllt hat.

Lassen alle Spieler morgen die illegalen Downloads sein, gibt es übermorgen keine nervigen Kopierschutzmaßnahmen mehr (und ich möchte nicht schon wieder erklären müssen, warum das so ist, das habe ich hier schon viel zu oft). Wenn ab morgen keiner mehr Call of Duty kauft, wird es übermorgen nicht mehr produziert.
So einfach läuft das Geschäft.

Natürlich ist es so einfach aber nicht, weil dieser Fall nie eintreten wird. Dennoch ist es ein Teil der Wahrheit und keiner hier in diesem Forum, der sich auch nur ein einziges Mal eine nicht legal erworbene Version irgendeines Spiels besorgt hat oder sich irgendeine x-te Neuauflage irgendeiner Spieleserie 1.5 gekauft hat, kann sich dieser Verantwortung entziehen. Ich auch nicht.
Aber wenigstens stelle ich mich nicht hin und gebe in guter, alter Schwarz/Weiß Manier den guten, moralisch korrekten, total innovationsbewußten Spieler zum Besten, der sich gegen die böse Spieleindustrie stellt, die mich aussaugen will.

Der Beitrag war jetzt nicht gegen Dich gerichtet, in keinster Weise. Ich wollte nur die andere Seite der Medaille auch beleuchtet sehen.
genau das wollte ich doch auch blos gesagt haben!
es hat sich auch einfach das denken der spieler geändert, ein mario hat in über 20 verschiedenen versionen die prinzessin von bowser gerettet, damals hat niemand darüber gemeckert das es im x-ten spiel schon wieder das selbe ziel gibt, oder auch nur das es super mario 20 gibt.
heutzutage wird schon gemeckert wenn es einen dritten teil einer spielserie gibt, der das selbe gameplay hat wie seine vorgänger.
übrigens hat die technische entwicklung der 3d plattform super mario64 geholfen, mal so viel dazu das spiele nich von technischer weiterentwicklung profitieren...
genau wie mario in seinen anfängen abhängig war von der technik:
Das Design als dicklicher Schnurrbartträger mit Knollennase in blauem Overall und roten Latzhosen mit roter Kappe war stark beeinflusst von den technischen Begrenzungen der Hardware, die nur 16×16 Pixel für die Spielfigur erlaubte. Der Schnurrbart war besser darstellbar als ein Mund und bildete die Begrenzung der dicken Nase. Die bunte Kleidung bildete einen guten Kontrast mit dem schwarzen Hintergrund, und der Overall diente der Unterscheidung von Körper und Armen, damit man deren Bewegung erkannte. Durch die Kappe war es nicht nötig, die Bewegung von Marios Haar darzustellen, wenn er sprang...
Chris Dee hat geschrieben:...beschissen gesetzte Speicherpunkte, unendliche Gegnerspawns...
einige leute stören genau diese sachen in spielen wie z.b. dark souls, das für viele als eine perle der innovation, weil nich mainstream, gilt...

und kajetan, ich glaube ich habe schon verstanden was du gesagt hast, du bist der meinung das die spielindustrie keinerlei neuerungen will, was ich als absolut falsch ansehe.
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Kajetan
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Re: Ubisoft: Wechsel der Konsolen-Generation dauert zu lang

Beitrag von Kajetan »

MoJoe83 hat geschrieben:und kajetan, ich glaube ich habe schon verstanden was du gesagt hast, du bist der meinung das die spielindustrie keinerlei neuerungen will, was ich als absolut falsch ansehe.
Die Majors wollen nur solche Neuerungen, die sich unmittelbar in kommerziellen Erfolg umsetzen lassen. Was bedeutet, dass sie lieber abwarten, was andere tun und bei Bedarf nachzuziehen. Bestes Beispiel für diese sehr weit verbeitete Denke ist Kinect und Move als direkte Reaktion auf die ursprünglich verlachte Wii, die stückzahlenmäßig PS360 um Lichtjahre hinter sich gelassen hat. Ob es nun Hardware oder Software ist, die ganz großen Firmen scheuen die Innovation wie der Teufel das Weihwasser, vor allem im Spielebereich.

Der Spruch" Innovation ist Kassengift!" kommt nicht von ungefähr. Jeder Publisher ist damit mal auf die Schnauze gefallen und hat seine Lektion gelernt, letztens EA, die dachten mit Mirrors Edge oder Dead Space die Umsätze erzielen zu können, die man mit etablierten Serien wie FIFA oder NfS einfährt. Von DIESER Seite kommt keine Innovation bez. Gameplay. Das kommt von Indies und kleinen Nischenfirmen, die einen sehr viel größeren Spielraum haben, die hier mehr riskieren können. Die größte Kreativität was Gameplay betrifft, die findet man eh im Flash-Bereich, wo wirre Einzelkämpfer und halbwahnsinnige Genies frei Schnauze die Grenzen des Denkbaren ausloten.

Wirklich, man sollte trennen zwischen dem großen und trägen Kommerz der Majors, die allenfalls nur Innovationsresteverwertung betreiben und kleinen Klitschen, die auf nichts Rücksicht nehmen müssen und tatsächlich innovativ sein dürfen. Und manchmal gibt es Fälle, wo man innovativ sein MUSS, weil man mit dem Rücken zur Wand steht. Final Fantasy und Puzzle Quest sind die Ergebnisse solcher Situationen, wo aus der Not heraus Dinge erfunden wurden, die Maßstäbe gesetzt haben.
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Barbatos
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Beitrag von Barbatos »

Naja, dass gerade Ubisoft-Chef Yves Guillemot sich über Innovationsbremsen beschwert, wird vermutlich die meisten zum Schmunzeln anregen. Gut, es gibt natürlich Spiele von Ubisoft die nicht schlecht sind und Rang und Namen haben. Leider sind diese aber seit Jahren von Innovationen befreit und geplagt mit Tages-Server und Uplay. Neue Hardware beschert lediglich neue Grafikengine, Steuerung und Sicherheitsmaßnahmen die wenig mit Innovationen im Spiel an sich zu tun haben. Da braucht sich Herr Guillemot nicht an fehlender Hardware beschweren, sondern sollte sich eher die Frage stellen ob es kapitalistisch orientierten Firmen wie Ubisoft überhaut erlaubt ist ein innovatives Spiel zu programmieren!?

Herr Guillemot, sie fangen am völlig falschen Punkt an...