Ich muss vielleicht nochmal deutlich sagen: Ich rede nicht von AC3 - das hab ich nicht gespielt und wie gesagt hab ich auch schon woanders gehört, dass die Kämpfe fordernder sein sollen, weil die Gegner sich inzwischen wehren.
Cas27 hat geschrieben:Man muss Kontern, hat nur begrenzte HP, es gibt sowohl Konter- als auch Entwaffnungsimmune Gegner, man wird aus zweiter Reihe beschossen etc. Das Kampfsystem finde ich deutlich anspruchsvoller als bei den Vorgängern.
Im dritten Teil. Im zweiten kannst du anfangs schon jede beliebige Gegnergruppe im Halbschlaf wegdrücken, auf Knopfdruck instant volle HP haben und durch das wie erwähnt kaputte System rund um die Villa soviel Geld scheffeln dass du die ohnehin beinah irrelevante HP-Anzeige noch enorm verlängern kannst - und so die Gefahr mal einen Kampf zu verlieren komplett ausschalten.
Cas27 hat geschrieben:Charakterentwicklung oder regelmäßige Belohnungen scheinen ja deine einzige Spielspaßquelle zu sein.
Was macht Spielspaß denn sonst aus (im Singleplayer wohlgemerkt)? Bei einem Mario willst du den Level schaffen, die Belohnung ist das Gefühl wenn man es geschafft hat. Bei einem Rennspiel willst du siegen, die Belohnung ist der Sieg. Bei AC willst du die Story sehen, die Belohnung ist die nächste Storysequenz. Bei Minecraft willst du meinetwegen deine Burg bauen und wenn du es geschafft hast, ist die fertige Burg und das Gefühl es geschafft zu haben die Belohnung.
AlastorD hat geschrieben:Ich mag AC ja auch nicht aber nicht weil der Charakter schon alles kann sondern weil die Situationen sich nicht so entwickeln das man diese Fähigkeiten immer besser einsetzen muss.
Das ist doch das Selbe in Grün. Du bemängelst, dass du im Laufe des Spiels nicht gefordert wirst, die Fähigkeiten die dir zu Verfügung stehen besser einzusetzen. Ich bemängele, dass man das Spiel zu stark startet und im Laufe des Spiels noch stärker wird, ohne dass die Herausforderungen (sprich: Gegner, Missionen und so weiter) schwerer werden. Anders gesagt: das Spiel wird immer leichter, je weiter man kommt und für mich dadurch immer uninteressanter und langweiliger, weil man schon am Anfang alles was Gegner heißt einfach so wegdrücken kann und man mit der Zeit immer stärker wird (durch Mass HP) ohne dass die Gegner mitziehen. Wo bleibt denn da die Spannung, der Nervenkitzel, wenn ich in eine streng bewachte Burg einfach durch den Haupteingang latschen kann und es drauf ankommen lassen gegen 20 Wachen zu kämpfen, weil ich sowieso unbesiegbar bin? Es geht mir doch nicht darum, dass man beispielsweise erstmal nicht klettern kann. Das ist Unsinn, das weiß ich selber.
Aber stell dir doch einfach mal vor, so ein Auftrag sähe folgendermaßen aus:
Du holst dir zuerst von Informanten und über Beobachtungen Hinweise, wo du dein Opfer finden kannst. Ach, so ein Mist, der sitzt in einer streng bewachten Burg. Du kundschaftest die Burganlage und Bewachung unauffällig aus, indem du dich in eine Menschenmenge mischst und so die Burg betreten kannst. Du kriegst dann meinetwegen die entdeckten Wachen auf der Minimap eingezeichnet. Später verlässt du die Burg wieder und kehrst nachts zurück. Du kletterst an den Burgmauern hoch und schaltest unauffällig und leise einer der Wachen aus. Du kletterst über die Zinnen und pirscht dich im Mondschein an die nächste Wache heran, schaffst es gerade sie auszuschalten, bevor sie sich umdreht. Du drehst die Kamera um zu schauen ob andere Wachen alarmiert worden sind. Glück gehabt, keiner hat's gemerkt. Stück für Stück arbeitest du dich von Schatten zu Schatten zum Fenster des Turms vor, in dem dein Opfer sitzt. Du schaltest noch unauffällig 1, 2 Wachen aus, bevor du dich durchs geöffnete Fenster ins dunkle Gemach der Zielperson ziehst. Sie scheint zu schlafen und du schleichst langsam ans Bett heran, als die Person plötzlich aufwacht und zu schreien beginnt. Jetzt muss alles schnell gehen, denn die ersten Wachen werden jeden Moment hier sein. Du treibst deinem Ziel die Klinge zwischen die Rippen und einen Herzschlag später fliegt die Tür auf und 3 Wachen betreten den Raum. Mit gezückten Schwertern bedrängen sie dich. Einer wirfst du einen Wurfdolch in die Kehle und greifst eine der beiden übrigen an. Aber diese Wächter sind nicht dumm: Der freie Mann schlägt nach dir, du verlierst ein Drittel deiner Lebensenergie - jetzt wird es knapp, die Finger kleben am Pad. Du weichst schnell ein Stück zur Seite aus, jetzt steht der Mann den du eben angegriffen hast zwischen dir und seinem Freund. Blitzschnell schlägst du zu, er geht zu Boden - als sein Freund aus der zweiten Reihe nachsetzt, konterst du seinen Schlag und tötest auch ihn. Du nimmst die Beine in die Hand, schwingst dich aus dem Fenster und beginnst um den Turm herum zu klettern, an die Aussenseite der Burg. Die Wachen aus dem Hof und den Zinnen stürmen derweil in den Turm und du hörst ihre Schritte im Treppenhaus, als du dich eilig an der Mauer herunterbewegst um in der Dunkelheit zu verschwinden.
Wie sieht so ein Auftrag im Spiel wirklich aus? Du holst auch erstmal Infos ein, kletterst dann an der Mauer hoch, tötest nacheinander alle Wachen auf den Zinnen, kletterst runter in den Hof, wo die Zielperson von Wachen umringt in der Ecke steht. Du tötest im offenen Kampf sämtliche Wachen, indem du immer dieselben 2 Knöpfe in immer derselben Abfolge drückst. Du tötest die Zielperson, mehr Wachen strömen herbei und du tötest entweder die restlichen Wachen auch noch im offenen Kampf oder rennst weg - nicht weil sie dir gefährlich werden könnten sondern weil du keine Lust hast noch 10 Minuten weiter zu kämpfen.
Klar, die Mechanismen sind da: Man könnte sich reinpirschen, unauffällig vorgehen und nicht versuchen aufzufallen. Wenn's aber schiefgeht macht das auch nichts - dadurch wird die ganze Schleicherei nicht nur überflüssig sondern auch unspannend, weil man im Notfall ja das Auffangnetz "Übermenschliche Kräfte" hat. Wenn der Charakter sich nicht entwickelt, bzw dessen Fähigkeiten, muss das Spiel anspruchsvoller werden. Wird es aber nicht. Und die Fähigkeiten des Charakters entwickeln sich auch nicht. Der Anspruch bleibt ja nichtmal das Ganze Spiel hindurch der Selbe, er sinkt noch.
Mit anderen Worten: Die Action langweilt, weil es keine Gefahr gibt, dass man verlieren könnte - das Schleichen ist aber auch langweilig, weil auch hier nichts schiefgehen kann. Denn wenn man entdeckt wird, kommen zwar die Wachen, aber was macht das schon? Die können einem eh nichts tun.
edit: Fast vergessen: Ich mag AC. Ich spiele nur keins durch, weil es mich irgendwann einfach aus o.g. Gründen langweilt - und da bin ich bei weitem nicht der Einzige. Story und Charaktere sind gut und mögen vielleicht auch für einige der Grund sein aus dem sie Videospiele zocken - aber mal Hand auf's Herz: da kann man doch auch einen Film gucken. Warum dann noch die Anstrengung die Daumen zu bewegen wenn man sowieso nur eine Geschichte erzählt kriegen möchte?