Kommentar: Das Problem der Allmacht

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saxxon.de
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Re: Kommentar: Das Problem der Allmacht

Beitrag von saxxon.de »

Wie wär's mal mit Back to Topic? Im Übrigen hat Batman einen ganz anderen Anspruch an seine Glaubwürdigkeit. Da kämpft ein Milliardär in seiner Freizeit mit Cape und Martial Arts in einem fiktiven Superheldenuniversum gegen Vogelscheuchen, Clowns, "Werkrokodile" und Typen die komplett aus Matsch bestehen. Nicht ein Assassine, Angehöriger eines tatsächlich einmal existenten Geheimbundes in historisch großen Teils korrekt abgebildeten Städten gegen Feinde, die ebenso historisch großen Teils korrekt gekleidet sind und einer real existierenden Kirche angehören. Dem der da ernsthaft mit einem Vergleich in Sachen Realismus ankommt, empfehle ich mal tief in sich zu gehen.

Ihr zieht da Vergleiche, die einfach nicht passen. Abgesehn davon geht es auch nicht um die Glaubwürdigkeit. Ein Spiel muss nicht realistisch sein und wenn es nach mir geht, braucht es das auch gar nicht. Hier geht es darum, dass ein Spiel brachligende Spielmechaniken hat, die durch ihre schlechte bzw teilweise gar nicht vorhandende Nutzung und Notwendigkeit das gesamte Spielerlebnis behindern. Das Argument "aber wer soll glauben, dass Ezio in 2 Wochen alles lernt?" steht da überhaupt nicht zur Debatte. Das Problem ist, dass Ezio ausnahmslos alles schon kann bevor er seinen Lehrer trifft und die Kampfstunden an der Villa nimmt. Ich als Spieler wollte das nur schnell hinter mich bringen, weil es langweilig war. Ich wusste ja schon alles, weil es viel zu spät kam. Dazu kommt, wie vor mir schon jemand schrieb, dass sich auch nichts weiterentwickelt im Laufe des Spiels. Nimm irgendein beliebiges anderes Open World Action Adventure; Darksiders, Batman, Zelda, Okami, Metroid, völlig egal. In jedem einzelnen beginnt man mit einer Grundausstattung an Fähigkeiten, die nach und nach immer erweitert werden. Dadurch bekommst du als Spieler das Gefühl, dass du am Anfang noch nicht sehr stark bist und du spürst mit jeder gefundenen / erhaltenen Verbesserung wie du stärker wirst. Teufel, selbst Rennspiele machen das, indem sie dir nach und nach bessere Autos geben. Bei AC gibt's das einfach gar nicht, weil du ab dem Moment ab dem du Desmond verlässt und Ezio übernimmst bereits alles kannst, was das Spiel zu bieten hat. Du bist von Anfang an voll entwickelt und schlicht viel zu stark. Der Konter verschärft das Problem nochmal und wenn du in die Villa investierst, wird es schließlich völlig absurd, weil deine HP-Leiste und dein Heilmittelvorrat (den man ja jederzeit im Kampf instant nutzen kann) sich noch vervielfachen.

Wenn das Spiel einfach nur zu leicht wäre, wäre das ja eine Sache. Das sind andere Spiele auch und überhaupt ist das sehr subjektiv, weil jeder unterschiedlich gut ist. Aber die AC-Reihe macht etwas, was ich noch nirgendwo anders gesehn habe: Es nimmt ein von Anfang an leichtes und spielerisch anspruchsloses Spiel und macht es immer leichter, je weiter man kommt. Da muss man sich doch ernsthaft an den Kopf fassen.

p.s.: In Arkham City gibt es nur sehr wenige Wasserspeier und spätestens auf Schwer bzw. New Game+ muss man aufpassen dass man auf den Dingern nicht per Wärmebildscan entdeckt wird oder die Wachen vorsorglich beim ersten Anzeichen von Ärger die Wasserspeier zerschießen. Tot ist man in der Regel nach 3-4 eingesteckten Treffern; wenn man das Ende sehen will, muss man jederzeit perfekt spielen. Das nur, damit du weißt wovon wir sprechen wenn wir Arkham City sagen, MoeJoe.

edit: Und wo ich schon dabei bin, dich direkt anzusprechen: Du hast weiter oben geschrieben, dass du solche Vorwürfe noch in keinem anderen Test oder Kommentar gelesen hast, bzw zu anderen Spielen. Ich empfehle dir mal, zu schauen ob du Kommentare von mir zu Red Dead Redemption findest. Da kritisiere ich in der Regel auch, dass das gesamte System rund ums Geld verdienen und -ausgeben völliger Bullshit ist, weil es schlicht Unnütz ist.

tl;dr: Mit mehr Senf wär' das nicht passiert.
Zuletzt geändert von saxxon.de am 03.11.2012 03:38, insgesamt 2-mal geändert.
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greenelve
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Re: Kommentar: Das Problem der Allmacht

Beitrag von greenelve »

Naja, da kommt der Vergleich zu Batman ins Spiel, mit den Vergleich des Kampfsystems was beim schwarzen Ritter deutlich besser funktioniert und AC "schwerer" machen würde. Wobei dann wiederum die Unterschiede offensichtlich werden: Batman ist als Superheld auf Kämpfe gegen mehrere Schurken ausgelegt, während in AC ein leiser Auftragsmörder gespielt wird.

Ansonsten sind das Sachen denen ich nur Zustimmen und so auch schon geschrieben hatte. Logikfehler am Anfang, Kämpfe zu anspruchslos und generell zu früh zu viel.
Armin
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Re: Kommentar: Das Problem der Allmacht

Beitrag von Armin »

MoJoe83 hat geschrieben: Das ist auch ein gutes Beispiel fuer das war der 4players Kommentar beschreibt, genau wie Ass Creed nur ein Beispiel ist.
[/quote]

Wieso immer, diesen Kommentar gibt es doch nicht woechentlich. Und ob nun Ass Creed,Fallout 3 oder sonstwas als schlechtes Beispiel herangezogen wird, is doch egal.
johndoe1197293
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Re: Kommentar: Das Problem der Allmacht

Beitrag von johndoe1197293 »

Ich bin gestern zu der in der Kolumne dargestellten Situation gelangt und finde die Kritik von Herrn Luibl daran absolut unangemessen. Hier von einem "gamebreaker" zu sprechen ist lächerlich.
Er spricht zwar eine zutreffende Problematik in modernen Spielen an, wählt meines Erachtens nach aber ein unpassendes Beispiel.

Solche Gameplaymomente gabe es im zweiten Teil auch, z.B. wenn man mit Ezio mir nichts dir nichts schon zu Beginn locker auf jeden Turm klettern kann. Das fand ich ungemein nerviger.
Damit sage ich nicht, dass die beschriebene Situtaion komplett in Ordnung ist. Nein, natürlich stellt sie einen Logikfehler dar. Aber er ist absolut verkraftbar.
Ein Gefühl der Allmacht bekomme ich da nicht. Schließlich bekommt man zuvor schon erzählt, wie tough der Protagonist ist, in dem er Klettern und Jagen kann wie ein Pro, der es bereits anderen beibringen kann. Dass er nun auf Häuser klettern kann, ist z.B. weitaus weniger unglaubhaft als noch bei Ezio. Dass er einige Soldaten vermöbelt stört mich da nicht. Hätte man aber natürlich anders lösen können.
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NotSo_Sunny
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Re: Kommentar: Das Problem der Allmacht

Beitrag von NotSo_Sunny »

CryTharsis hat geschrieben: Solche Gameplaymomente gabe es im zweiten Teil auch, z.B. wenn man mit Ezio mir nichts dir nichts schon zu Beginn locker auf jeden Turm klettern kann. Das fand ich ungemein nerviger.
Wurde das nicht erklärt? Ich meine das Klettern hätte der Vater seinen Söhnen beigebracht. (kann mich aber auch irren).
Richtig lächerlich wurde es doch erst, als sich Ezio quasi mit dem Anlegen der Robe zum MeisterMeuchler wandelte, was saxxon hier indirekt beschrieben hat und was von Michael damals auch im Test bemängelt wurde.
marschmeyer
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Re: Kommentar: Das Problem der Allmacht

Beitrag von marschmeyer »

greenelve hat geschrieben:während in AC ein leiser Auftragsmörder gespielt wird.
Der zwischen 5 Templern steht und alle mit Konter tötet. Subtile Geschichte.
Fiddlejam
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Re: Kommentar: Das Problem der Allmacht

Beitrag von Fiddlejam »

Ja, das Klettern wurde erklärt, Ezio wie auch seine Brüder wurden von ihrem Vater ausgebildet, ohne zu wissen, dass er ein Assassine ist.
Da fand ich in der Story von Assassins Creed 2 aber etwas weitaus schwerwiegender: Die große Enthüllung, dass ein Großteil seines Umfelds den Assassinen angehört war idiotisch umgesetzt.
Ich meine, das Spiel heißt schon Assassins Creed, man trägt die Waffe eines Assassinen, findet die Codex-Seiten anderer Assassinen, man hat die ikonische Robe an und am Ende heißt es dann "Überraschung, du bist ein Assassine und wir auch".
Das hat für mich die Immersion wirklich gestört, mehr als das Klettern.
greenelve hat geschrieben:Naja, da kommt der Vergleich zu Batman ins Spiel, mit den Vergleich des Kampfsystems was beim schwarzen Ritter deutlich besser funktioniert und AC "schwerer" machen würde. Wobei dann wiederum die Unterschiede offensichtlich werden: Batman ist als Superheld auf Kämpfe gegen mehrere Schurken ausgelegt, während in AC ein leiser Auftragsmörder gespielt wird.
Naja, aber im Endeffekt ist es nicht sonderlich spektakulär. Die Idee vonwegen "mehr mit Gadgets" ist ja schön und gut, aber das läuft im Endeffekt auch nur auf "drücke drei statt zwei Tasten" hinaus.
Mir gefällt das bisherige Kampfsystem von AC ehrlich gesagt. Klar, es ist nicht übermäßig anspruchsvoll, aber es hatte dieses angenehme "auf welche Art töte ich diese Gruppe Gegner"-Gefühl anstatt "dort ist Gegner x und Gegner y, also werde ich zunächst dies tun, dann diese Taste drücken usw."

Revelations hatte ja schon einen leichten Ansatz in die Richtung, bestimmte Gegner waren immun gegen bestimmte Attacken. Wenn ich mich recht entsinne, schnelle Wachen gegen Konterdiebstahl, Lanzenträger gegen Konter allgemein, schwere Wachen gegen Entwaffnen und Jannitschare bekamen durch Konter nur Schaden ab statt sofort getötet zu werden. Gerade letzteres war unglaublich nervig.
Kajetan hat geschrieben:Das ist kein Designfehler. Das ist eine bewusste Gamedesign-Entscheidung. Assassins Creed ist darauf ausgelegt möglichst viele potentielle Käufer anzusprechen. Anspruch ist bei diesem angestrebten Massenappeal nicht förderlich. Man möchte, dass selbst der unfähigste Grobmotoriker schnell und anstregungslos zu Erfolgserlebnissen kommt.
Nur so rein theoretisch, aber sollte man ihnen dann nicht auch eine massentaugliche Story anbieten?
artmanphil hat geschrieben:Ezio war schon recht schnell sehr fit - wieso könnte AC3 nicht ausnahmsweise mal wirklich den jungen nicht ganz so derben Connor zeigen. Zum Beispiel ohne Klettern? Oder nur mit Dolch für die ersten zwei Stunden? Furioser Anfang, Connors Heimat wird niedergebrannt, tutorial Mission für Bewegung beim entkommen aus einem brennenden Wald. Fertig und verletzt wird er gefunden von der Tochter des Meisters.. er wird gepflegt, langsam kommt er dahinter, dass da was nicht ganz stimmt, dass der Meister was im Schilde führt.
Die Entwickler haben in einem DevDiary mal gesagt, dass sie Connor bewusst im Gegensatz zu Ezio und Altair zu einer eher kräftig gebauten Figur gemacht haben und das entsprechend auf Bewegungs- und Kampfstil übertragen haben.
Es ist also nicht wirklich "sie haben das selbe nochmal gemacht", sie haben es nur einfach in eine andere Richtung geleitet als du es hier vorschlägst.
Und Himmel, er ist ein Indianer, wie plausibel wäre es bitteschön, dass der keine Ahnung hat, wie man auf einen Baum klettert oder jagt? Er ist ha nun keine drei Jahre alt, als sein Dorf zerstört wird.
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Mojo8367
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Re: Kommentar: Das Problem der Allmacht

Beitrag von Mojo8367 »

saxxon.de hat geschrieben:Nicht ein Assassine, Angehöriger eines tatsächlich einmal existenten Geheimbundes in historisch großen Teils korrekt abgebildeten Städten gegen Feinde, die ebenso historisch großen Teils korrekt gekleidet sind und einer real existierenden Kirche angehören. Dem der da ernsthaft mit einem Vergleich in Sachen Realismus ankommt, empfehle ich mal tief in sich zu gehen.
ach so is das un die templer versuchen auch heut noch die weltherrschaft an sich zu reißen und sind auf der suche nach überirdischen artefakten, sprechen mit ausserirdischen in der gestalt römischer götter, ganz zu schweigen das man mittels maschine in die vergangenheit seiner vorfahren reisen kann.
saxxon.de hat geschrieben:beliebiges anderes Open World Action Adventure; Darksiders... In jedem einzelnen beginnt man mit einer Grundausstattung an Fähigkeiten, die nach und nach immer erweitert werden.
wo bitte entwickelt sich krieg denn in darksiders, der kann am amfang auch schon alles, er "lernt" bzw. kauft sich paar neue moves das wars aber auch schon.
saxxon.de hat geschrieben:Ein Spiel muss nicht realistisch sein und wenn es nach mir geht, braucht es das auch gar nicht.
ja genau eben muss es nicht, von daher passt die sache in das spielkonzept ac.
du hast selber gesagt du hast die bisherigen teile alle gespielt, kann ich nicht verstehen.
auf der einen seite härteste kritik üben und auf der anderen seite das produkt durch deinen kauf unterstützen, tut mir leid aber das ist irgendwie scheinheilig.
saxxon.de hat geschrieben:Ich empfehle dir mal, zu schauen ob du Kommentare von mir zu Red Dead Redemption findest. Da kritisiere ich in der Regel auch, dass das gesamte System rund ums Geld verdienen und -ausgeben völliger Bullshit ist, weil es schlicht Unnütz ist.
ich wette das spiel hast du auch gekauft und somit unterstützt
abgesehen davon hast nicht du den kommentar über ac geschrieben sondern der hr. luibl.
der ändert seine meinung eh gern von spiel zu spiel, hab da noch in erinnerung das ihm bei dem einen die fehlende deutsche sprachausgabe stört beim nächsten nich, auch wenn ich mich nich mehr genau an die spiele erinnern kann weiß ich doch das ich solche aussagen von ihm schon sehr seltsam fand.

un so geht es doch vielen, sie regen sich drüber auf, stehen dann aber im laden un kaufen es mit dem gedanken "ach jetzt nehm ich's halt doch mit".
wieso sollte ubisoft dann etwas ändern an ihrer philosophie, wenn sie die kritik nicht spüren in den verkaufszahlen, glaubt hier ernsthaft irgendwer die würden das aus reiner nächstenliebe zu ihren kunden machen?

ich hab manchmal das gefühl man kritisiert des kritisierens wegen und nich weil sich was ändern soll, das is sicher der wunsch der im hintergrund steht, solange der der kritisiert auf der anderen seite doch sein geld dafür hergibt ist die ganze meckerei einfach sinnlos.
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Oldholo
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Re: Kommentar: Das Problem der Allmacht

Beitrag von Oldholo »

Ich weiß nicht, wie es nun speziell bei AC3 aussieht, aber ganz grundsätzlich finde ich es hin und wieder mal ganz schön, nicht als nichtskönnerischer Rookie anzufangen; nicht als junger naiver Schafhirte, der zum Schwert greift (Hallo Arcania! :winkhi: ), sondern als gestandener Teil der Spielwelt.
Ich kann gut damit leben, in Sachen Wissen dem Held, den ich spiele, gegenüber im Nachteil zu sein und mich eventuell durch einen Glossar, die Tastaturbelegung oder eine Spielanleitung einlesen zu müssen, wenn die Welt in sich dadurch logischer bleibt. Was mir vor Allem in JRPGs oftmals negativ auffällt (und mich völlig aus der Immersion reißt) sind die durch Dorf XYZ streifenden NPCs, die dem Helden Dinge erzählen, die jeder Charakter dieser Welt wissen dürfte und mir niemals jemand aus heiterem Himmel erzählen würde. Das sind dann die spielweltspezifischen Äquivalente von "Hallo, Held! Das Land Deutschland grenzt an die Schweiz an und ist durch die Alpen von ihr getrennt.", "Vor 70 Jahren gab es einen gewaltigen Krieg, der viele Millionen Menschen das Leben gekostet hat." und so weiter.

Sofern die Story es hergibt und der Spielspaß durch andere Gameplayelemente aufgebaut werden kann, kann es eine Bereicherung für ein Spiel sein, nicht nach dem uralten Schema zu erzählen und den Charakter nicht an den Anfang, sondern bspw. in die Mitte einer Geschichte zu werfen und dort zu beginnen.
Dass das geht, beweisen andere Genres (in welchem Strategiespiel startet man als Wehrdienstleistender? In welchem Rennspiel als Fahranfänger? In wie vielen Shootern als jemand, der nie zuvor eine Waffe gehalten hat?), vor Allem aber Filme und (Fernseh-)Serien, in denen die Charaktere meistens bereits genau dort anfangen, wo sie für den Rest aller (Sende-)Tage bleiben. Niemand schaut das, um zu erfahren, welch tolle neue Fähigkeiten die Charaktere im Laufe der Zeit erlangen. Die meisten Filme und Serien würden solche Dinge noch nicht einmal bereichern.
AC3 scheint nun den Fehler zu machen, eine Schüler-Meister-Einführung zu haben, ohne sie wirklich glaubhaft 'rüberzubringen, was natürlich ein Problem ist. Aber grundsätzlich ist ein Assassin's Creed hervorragend dazu geeignet, seinen Assassinnen des Jahres von Anfang an mit allen Fähigkeiten auszustatten, die er im Laufe des Spieles benötigen wird.
Der erste Teil der Serie hat das in meinen Augen wunderbar gelöst und sich dabei dennoch die Möglichkeit gelassen, das Gameplay im Spielverlauf durch das Wiederverdienen von Gadgets und Waffen zu bereichern.

Summa summarum: Das "Problem der Allmacht" ist für mich kein Problem, sondern - wenn richtig gemacht - eine Möglichkeit, Spielspaß durch einen Fokus auf andere Aspekte zu erzeugen.

(Und wer bastelt mir jetzt ein RPG, in welchem man als König beginnt? :D )
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Mojo8367
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Re: Kommentar: Das Problem der Allmacht

Beitrag von Mojo8367 »

Oldholo hat geschrieben:Ich weiß nicht, wie es nun speziell bei AC3 aussieht, aber ganz grundsätzlich finde ich es hin und wieder mal ganz schön, nicht als nichtskönnerischer Rookie anzufangen; nicht als junger naiver Schafhirte, der zum Schwert greift (Hallo Arcania! :winkhi: ), sondern als gestandener Teil der Spielwelt.
Ich kann gut damit leben, in Sachen Wissen dem Held, den ich spiele, gegenüber im Nachteil zu sein und mich eventuell durch einen Glossar, die Tastaturbelegung oder eine Spielanleitung einlesen zu müssen, wenn die Welt in sich dadurch logischer bleibt. Was mir vor Allem in JRPGs oftmals negativ auffällt (und mich völlig aus der Immersion reißt) sind die durch Dorf XYZ streifenden NPCs, die dem Helden Dinge erzählen, die jeder Charakter dieser Welt wissen dürfte und mir niemals jemand aus heiterem Himmel erzählen würde. Das sind dann die spielweltspezifischen Äquivalente von "Hallo, Held! Das Land Deutschland grenzt an die Schweiz an und ist durch die Alpen von ihr getrennt.", "Vor 70 Jahren gab es einen gewaltigen Krieg, der viele Millionen Menschen das Leben gekostet hat." und so weiter.

Sofern die Story es hergibt und der Spielspaß durch andere Gameplayelemente aufgebaut werden kann, kann es eine Bereicherung für ein Spiel sein, nicht nach dem uralten Schema zu erzählen und den Charakter nicht an den Anfang, sondern bspw. in die Mitte einer Geschichte zu werfen und dort zu beginnen.
Dass das geht, beweisen andere Genres (in welchem Strategiespiel startet man als Wehrdienstleistender? In welchem Rennspiel als Fahranfänger? In wie vielen Shootern als jemand, der nie zuvor eine Waffe gehalten hat?), vor Allem aber Filme und (Fernseh-)Serien, in denen die Charaktere meistens bereits genau dort anfangen, wo sie für den Rest aller (Sende-)Tage bleiben. Niemand schaut das, um zu erfahren, welch tolle neue Fähigkeiten die Charaktere im Laufe der Zeit erlangen. Die meisten Filme und Serien würden solche Dinge noch nicht einmal bereichern.
AC3 scheint nun den Fehler zu machen, eine Schüler-Meister-Einführung zu haben, ohne sie wirklich glaubhaft 'rüberzubringen, was natürlich ein Problem ist. Aber grundsätzlich ist ein Assassin's Creed hervorragend dazu geeignet, seinen Assassinnen des Jahres von Anfang an mit allen Fähigkeiten auszustatten, die er im Laufe des Spieles benötigen wird.
Der erste Teil der Serie hat das in meinen Augen wunderbar gelöst und sich dabei dennoch die Möglichkeit gelassen, das Gameplay im Spielverlauf durch das Wiederverdienen von Gadgets und Waffen zu bereichern.

Summa summarum: Das "Problem der Allmacht" ist für mich kein Problem, sondern - wenn richtig gemacht - eine Möglichkeit, Spielspaß durch einen Fokus auf andere Aspekte zu erzeugen.

(Und wer bastelt mir jetzt ein RPG, in welchem man als König beginnt? :D )
kann ich nichts weiter machen als absolut zuzustimmen
Skuz
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Re: Kommentar: Das Problem der Allmacht

Beitrag von Skuz »

Es gehört mehr zu einem Assassinen als nur die Fähigkeiten im Kampf.
Warum soll Connor nicht kämpfen können bevor er seine Ausbildung anfängt?
Ich sehe hier keinen Fehler. In seiner Ausbildung zum Assassinen geht es weniger um den Kampf, es geht um Weisheit und Geduld, die er anfangs nicht hat, sich aber durch die Lektionen des alten Mannes aneignet. Die Ausbildung macht Storytechnisch also keine Fehler.

Ich hätte ehrlich gesagt auch kein Lust darauf in jedem Haupteil der Assassins Creed Reihe ein Drittel der Spielzeit damit zu verbringen zu lernen wie man eine Wand hochklettert und die versteckten Klingen benutzt. Ubisoft hat es bei ACIII genau richtig gemacht und eine überflüssige Ausbildung in Sachen Kampf übersprungen. Sich stattdessen auf die eigentliche Story zu konzentrieren war genau richtig.


Aber man kann sich natürlich an vielem stören, z.B. daran, dass Feuer keine Auswirkung auf Holz hat...
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iSeparatist
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Re: Kommentar: Das Problem der Allmacht

Beitrag von iSeparatist »

Skuz hat geschrieben:Es gehört mehr zu einem Assassinen als nur die Fähigkeiten im Kampf.
Aber darum geht es doch. In der AC-Reihe ist der Spieler schon seit dem ersten Teil nicht nur ein Assassine, der wunderbar einen einzelnen Gegner mehr oder weniger heimlich über die Klinge springen lassen kann, sondern auch eine Kampfmaschiene, die es mit locker mit Gruppen von Gegnern aufnehmen kann.Und das nicht mit einem eleganten, flüssigen Kampfstyl wie z.B. in den Batman-Spielen, sondern indem man permanent in der Abwehrhaltung verharrt und per Konter den Gegner tötet (zumindest in den ersten beiden Teilen). Meiner Meinung nach ist das nicht nur anspruchslos und langweilig, sondern auch völlig unpassend für einen Assassinen. Denn wie du es ja sagtest: zu einem Assassinen gehört mehr als nur die Fähigkeiten im Kampf. Und dieses "mehr", dass es in AC gibt, reicht mir persönlich nicht wirklich, wenn ich mit dem übermächtigen Kampfsystem nicht wirklich meine Freude habe.
Dementsprechend werde ich den dritten Teil, genau wie den zweiten, für 10, maximal 20€ gebraucht kaufen. Wenn überhaupt.
Skuz
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Re: Kommentar: Das Problem der Allmacht

Beitrag von Skuz »

iSeparatist hat geschrieben:
Skuz hat geschrieben:Es gehört mehr zu einem Assassinen als nur die Fähigkeiten im Kampf.
Aber darum geht es doch. In der AC-Reihe ist der Spieler schon seit dem ersten Teil nicht nur ein Assassine, der wunderbar einen einzelnen Gegner mehr oder weniger heimlich über die Klinge springen lassen kann, sondern auch eine Kampfmaschiene, die es mit locker mit Gruppen von Gegnern aufnehmen kann.Und das nicht mit einem eleganten, flüssigen Kampfstyl wie z.B. in den Batman-Spielen, sondern indem man permanent in der Abwehrhaltung verharrt und per Konter den Gegner tötet (zumindest in den ersten beiden Teilen). Meiner Meinung nach ist das nicht nur anspruchslos und langweilig, sondern auch völlig unpassend für einen Assassinen. Denn wie du es ja sagtest: zu einem Assassinen gehört mehr als nur die Fähigkeiten im Kampf. Und dieses "mehr", dass es in AC gibt, reicht mir persönlich nicht wirklich, wenn ich mit dem übermächtigen Kampfsystem nicht wirklich meine Freude habe.
Dementsprechend werde ich den dritten Teil, genau wie den zweiten, für 10, maximal 20€ gebraucht kaufen. Wenn überhaupt.
Dann ist es vielleicht einfach nicht das richtige Spiel für dich.
Die Assassinen sind nunmal Kampfmaschinen, die spielend leicht mit mehreren Gegenern fertig werden. Ob jetzt durch Konter oder nicht ist dabei egal. Auch ohne Konter ist man übermächtig.
Mir macht es jedenfalls Spass. Es geht mir nicht darum ob ich bei einem AC die Gegner besiege, sondern darum wie ich das tue. Das soll jetzt nicht heißen, dass ich auf anspruchslose Kämpfe stehe. Ich will damit sgen, dass wenn ich anspruchswolle Kämpfe will, ich etwas anderes spielen sollte. Wie zum Beispiel Dark Souls. So ein Kampfsystem würde aber nicht zu AC passen, denn es würde den Spielfluss und die Tatsache stören, dass die Assassinen mehr als nur einfache Kämpfer sind.

Schonmal darüber nachgedacht, warum AC so beliebt ist? Bestimmt nicht nur wegen der Story, sondern auch wegen dem Gefühl übermächtig zu sein. Ezio und Altair sind welche der belibtesten Spiele Charaktere. Gerade weil sie übermächtig sind. Und diesen Weg geht auch Connor. Das finde ich gut!

Ich verstehe auch nicht warum für jeden ein Assassine immer der lautlose Killer sein muss, der einzelne Gegner ausschaltet. Ich finde so eine Ansicht langweilig. Sie ist doch im Endeffekt nichts anderes als die Einstellung, dass in einem Fantasy Rollenspiel Elfen, Zwerge und Orks vorkommen müssen.
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greenelve
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Re: Kommentar: Das Problem der Allmacht

Beitrag von greenelve »

marschmeyer hat geschrieben:
greenelve hat geschrieben:während in AC ein leiser Auftragsmörder gespielt wird.
Der zwischen 5 Templern steht und alle mit Konter tötet. Subtile Geschichte.
Die Differenz zwischen dem was das Spiel erzählerisch und actionhaft bietet.
johndoe1197293
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Re: Kommentar: Das Problem der Allmacht

Beitrag von johndoe1197293 »

Wenn Leute hier ihr selbst zusammengebrautes Wissen über Assassinen zum besten geben, dann ist der Höhepunkt an Nerdigkeit nicht mehr weit entfernt. :lol:

iSeparatist hat geschrieben:
Skuz hat geschrieben:Und das nicht mit einem eleganten, flüssigen Kampfstyl wie z.B. in den Batman-Spielen, sondern indem man permanent in der Abwehrhaltung verharrt und per Konter den Gegner tötet (zumindest in den ersten beiden Teilen). Meiner Meinung nach ist das nicht nur anspruchslos und langweilig, sondern auch völlig unpassend für einen Assassinen.
Das Kampfsystem der Batman Spiele basiert auf einer konstanten Abfolge von QTEs.
So sehr das auch Spaß macht, ich würde das hier nicht so hoch loben, denn unbedingt besser als das Ass Creed Kampfsystem ist es nicht.
Ausserdem sollte man anführen, dass die Batman Klopperei dreist bei AC abgekupfert ist, nur mit noch mehr Automatismen.