Ich denke auch, dass die Entwicklung in eine bestimmte Richtung recht wahrscheinlich ist. Cloudgaming wird ausgebaut und irgendwann sitzen wir dann vor dem Fernseher, schmeissen unsere Set-Top-Box an und kaufen uns für Kleingeld (das sich schnell summiert) einen Level eines bestimmten Spiels oder schliessen ein Abo mit unbegrenzter Nutzungsdauer ab.Oldholo hat geschrieben: Es braucht keine Glaskugel, um den ziemlich gut sichtbaren, vordefinierten Pfad zu erkennen, den solche Systeme in Zukunft gehen werden. Unternehmen sind insgesamt weitaus mehr reaktionär als aktionär; sie probieren etwas aus, warten das Feedback ab und bauen aus, wenn erfolgreich. Wenn Mikrotransaktionen in AC3 erfolgreich sind, wird es in AC4 konsequenterweise mehr davon geben, denn der Markt nimmt es an und es wirft mehr Profit ab. Irgendwann wird Ubisoft dann austesten, ob optionale Spielerweiterungen nicht auch zu obligatorischen Erweiterungen werden können, denn es wirft mehr Profit ab. Mit jedem kleinen Ausbau des Systems sinkt auch die Hemmschwelle für Konsumenten, mehr davon zu akzeptieren (s. Frosch im heißen Wasser), und im Endeffekt ist das (von Entwickler, Publisher, Investoren, etc. mal abgesehen) für niemanden eine positive Entwicklung.
Heute gibt es sicherlich noch genügend Spieler, die mit ein paar Micropayments im AC3-Multiplayer keine Probleme haben, aber es entwickelt sich in eine Richtung, an deren Ende es letztlich niemandem mehr "egal" sein kann. Wieso also nicht direkt jetzt stoppen, wo sich Hemmschwelle und Verlust noch in Grenzen halten?
Das mag man verfluchen und ganz fürchterlich finden, weil es ein ganz anderes Modell ist als das, was wir kennen. Ich sehe darin aber auch eine Chance, eine Möglichkeit, dass es für uns als Konsumenten dadurch zu besseren Spielen kommt.
Wenn Spiele nur noch in kleinen Häppchen angeboten werden, die über microtransactions gekauft werden müssen, werden sich am Markt nur noch qualitativ hochwertige Spiele halten können, denn schliesslich müssen wir nicht mehr die Katze im Sack kaufen, sondern nur noch das, was uns wirklich gefällt.
