ProbeEtPylon hat geschrieben:Mehr Konkurrenz im F2P Bereich ist ein Vorteil für uns Spieler.
Ich verstehe Deine Argumentation, aber sie ist eben doch sehr einseitig.
Ich für meinen Teil bin kein Fan von Onlinespielen, sondern spiele meine Spiele am liebsten alleine im Singleplayer.
Für mich hat diese Welle keinerlei Vorteile, sondern führt für mich zu höheren, nervigen und unkalkulierbaren Mehrausgaben für Mini-DLCs, zusammengestrichenen SP-Modi (wenn es ihn denn überhaupt noch gibt) und einfach zu einer reduzierten Palette an mich ansprechenden AA(A)-Titeln.
Für Freunde von Onlinespielen, v.A. im Bereich FPS, Casual, MMORPG und RTS mag F2P mitunter eine gute Sache sein, aber dadurch, dass eben dieses Modell auch andere Bereiche betrifft, in denen ich keine Vorteile irgendwelcher Art entdecken kann, kann ich das wegen all der Nachteile nicht gutheißen.
ProbeEtPylon hat geschrieben:@Oldschool Gamer: Natürlich bedeutet diese Entwicklung leider, dass weniger klassische Titel veröffentlicht werden von den Großen. Aber auch darin kann man Vorteile sehen.
Indie-Spiele werden aber niemals in der Lage sein, klassische AAA-Produktionen zu ersetzen.
Nicht ohne Grund sind die meisten Indiegames Casualspiele wie Plattformer, experimentelle Adventures und andere wenig komplexe Spiele.
Das ist völlig in Ordnung, aber es fehlt eben an Ressourcen aller Art, wenn es um ausführlichere Konzepte geht. Stories wollen geschrieben werden, Grafiken designt, Engines angepasst, das Spiel programmiert, Dialoge vertont, das Marketing bezahlt, der Soundtrack komponiert und Cutscenes gerendert werden. Ein kleines Indie-Dev-Team aus einer handvoll Freunde, die ihre Mieten bezahlen wollen, hat es damit selbstverständlich erheblich schwerer, das in einem realistischen Zeitrahmen zu schaffen, ganz im Gegensatz zu einem X-hundert-Mann-Team mit einem Publisher im Rücken, der das Kapital dafür zur Verfügung stellt. Die Folge ist demnach eben die, dass irgendwo Abstriche gemacht werden müssen und am Ende Spiele herauskommen, denen es an zu vielen Punkten fehlt, um wirklich einen Ersatz zu großen Titeln zu bilden.
Die RPGs z.B., die momentan dank Kickstarter in der Mache sind, werden fast allesamt von Branchenveteranen mit allerlei guten Beziehungen produziert, deren Erfolg sich schwer auf größere Teile der Indieszene übertragen lässt.
Der ambitionierte Max Mustermann von nebenan mag vielleicht ein hervorragender Programmierer sein und eine tolle Idee für geniales Spiel haben, aber es fehlt ihm sicher an Fähigkeiten, Zeit und Geld, um all die erfolderliche Arbeit zu leisten, die für ein AC4, ein ME4 oder ein CoD:MW4 von Nöten sind, selbst wenn er es völlig in 8-Bit-Grafik umsetzt, und er wird wohl auch sicher nicht X Mio. Dollar auf Kickstarter zusammenkratzen können, solange er nicht zufällig auch ein Marketing-Genie ist, denn er heißt ja Max Mustermann und nicht Tim Schafer, inXile oder Obsidian.
Und auch wenn ich mit Monkey Island und Baldur's Gate groß geworden bin und die Grafik auch heute noch durchaus charmant finde; auch grafischer Fortschritt ist etwas, was ich in "meinen" Spielen nicht kontinuierlich missen möchte.