Take-Two: "Fotorealismus ermöglicht neue Genres"

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Easy Lee
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Re: Take-Two: "Fotorealismus ermöglicht neue Genres"

Beitrag von Easy Lee »

Die Frage ist doch von welchem Punkt man ausgeht. Die Industrie wie sie jetzt existiert fühlt sich erst von technologischen Innovationen angestossen neues zu probieren. Das ist traditionell verankert, da es in den letzten Jahrzehnten nichts gab, das so schnell und beeindruckend gereift ist wie Videogames. Technischer und inhaltlicher Fortschritt gingen dabei immer Hand in Hand. Nun hat die Branche jedoch die Aufgabe eine gealterte und übersättigte Zielgruppe ohne technische Innovation zu begeistern. Man muss kein Prophet sein um zu erkennen, dass das langfristig automatisch zu einer Auflösung in die Nischen-Ecken führt.Warum wohl denkt ein Mega-Konzern wie EA darüber nach sich zu verkaufen, so lange sie noch was wert sind?

Es ist nicht so, dass weiteres technologisches und innovatives Wachstum ausgeschlossen wäre, wenn man weiter in die Zukunft blickt. Im Moment scheint die Reduktion der Mittel sowohl finanziell als kreativ der einzige Weg zu sein weiterzuexisitieren. Der Parallell-Markt Smartphone / Browser erlaubt es der Branche ihre eigene Vergangenheit quasi nochmal zu erleben. Man fängt bei einem geringer entwickelten Punkt nochmal neu an und nutzt den Hipp-Faktor und die Eigenheiten dieser im Prinzip rückständigen Plattformen um neue Zielgruppen anzusprechen, Retro-Geister zu befriedigen, IT-Rebellen ins Boot zu holen und zurück zu dem Punkt zu gehen, der eine rasche Entwicklung realistisch aussehen lässt. Das Problem ist - ältere Generationen haben das alles schon mal erlebt. Was passiert, wenn man die Mobile-Geschichte auch aufs Maximum gepusht hat? Irgendwann muss es weitergehen und mehr Kreativität kann eine Reaktion, aber keine Ausrede auf technologischen Stillstand sein. Eine Masse kann man nicht mit Kunst generieren. Der Mensch will staunen - dabei kann die Grafik durchaus als trojanisches Pferd für inhaltlichen Anspruch dienen. Niemand würde Technik verfluchen, wenn sie bezahlbar und kein Kontrastprogramm zum Anspruch wäre. Die momentane technologische Durststrecke soll gerne zur Erprobung innovativer Spielkonzepte genutzt werden, wenn es später wieder zu einem harmonischen Miteinander der Elemente kommt, die ein Videospiel ausmachen.
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Skabus
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Re: Kommentar

Beitrag von Skabus »

AlastorD hat geschrieben:Wirklich, sowas erweckt beim Spieler Liebe?
Sowas vllt. nicht, aber, nenn mich absolut nerdig, aber MassEffect hat echte Emotionen hervorgerufen, was sich vor allem extremst im 3. Teil niedergeschlagen hat.

Ich war noch nie so am Boden zerstört, dass mein HC gestorben ist. Allein schon wegen denen die er zurücklässt.


MfG Ulukai
Armin
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Re: Take-Two: "Fotorealismus ermöglicht neue Genres"

Beitrag von Armin »

Dafür würde man Dich nicht nerdig nennen, Skabus, wenn Du Emotionen bei ass Effect empfindest, bist Du eher ein Emo!
rockR
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Re: Take-Two: "Fotorealismus ermöglicht neue Genres"

Beitrag von rockR »

Also bei mir haben alle 4 Hauptteile der Metal Gear Solid Serie Emotionen hervorgerufen, besonders der vierte Teil am Ende.

Es ist schon interessant, wenn man bedenkt, wie das Gameplay immerwieder ins lächerliche/witzige gezogen wird, und kurz darauf eine bierernste Zwischensequenz kommt in der dein Held leidet. Obwohl selbst im vierten Teil die Gesichter quasi aus Holz sind, schaffen es die kleinen Filmchen immer wieder mich und viele andere mitfiebern zu lassen.

Das mag einerseits dadurch enstehen, dass man einfach die Story (wie ich) sehr interessant findet.
Andererseits kann man sich bei Metal Gear Solid mittlerweile als Fan mit dem Charakter identifizieren. Man hat so viel grausames, herzzerbrechendes und lustiges erlebt, dass alles, was dem Charakter widerfährt direkt auf den Spieler selbst übergeht.
PixelMurder
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Re: Take-Two: "Fotorealismus ermöglicht neue Genres"

Beitrag von PixelMurder »

darkrockerXX hat geschrieben:Nun hat die Branche jedoch die Aufgabe eine gealterte und übersättigte Zielgruppe ohne technische Innovation zu begeistern.
Ich mag technische Innovationen, keine Frage. Aber in gewisser Weise ist ein Game wie ein Buch oder Film: Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Als Kind war ich ein Bücherwurm, aber ich lese auch heute noch, ohne darüber zu weinen, dass Bücher immer innovationsloser und anspruchsloser werden. Okay, bei Filmen ist eine gewisse Gewöhnung eingetreten, ich mache mir nicht mehr fast in die Hosen, wie vor 30 Jahren, als ich Tanz der Teufel sah, aber mich können auch heute noch Filme positiv überraschen.
Die Games sind dagegen abseits der Grafik in einer unnötigen Weise stagniert. Es gibt soviele Games mit Konzepten von vorgestern, die nur hübscher aussehen. Die Storys entsprechen Schundromanen, obwohl man heute gewiss nicht durch die Technik behindert wird. Man könnte heute NPCs habe, die ausreichend realistisch agieren, aber Feinde sind trotzdem bessere Moorhühner und deren Dialoge nicht hochstehender als in manchem Comic-Heft.
Ich habe in den letzten 25 Jahren in manchem Spiel neue gute Konzepte entdeckt, nur kein Spiel, dass diese vereint, sowohl im Gameplay wie im Design der Welt. Selbst ein Spiel wie The Darkness 2 ist an sich urkonservativ, gar ein Rückschritt gegen Teil 1. Damals gab es noch leichte Ansätze von offener Welt und Nebenquests, die man ersatzlos gestrichen und durch die üblichen Schläuche ersetzt hat, statt sie zu verstärken.
Ehrlich gesagt: heute stellt für mich heute der durchschnittliche Ego-Schlauchshooter einen Produktmangel dar, da er alle Konzepte in sich vereint, die früher wegen der mangelnden Hardware und Software-Algorythmen Pflicht waren. Ich kann es heute einfach nicht mehr einsehen, wieso man immer noch durch schmale und starre Level ohne Alternativ-Wege gedrückt wird und das mit einer Kamera, die in keinster Weise ein relaistisches Ego-Gefühl abbildet, selbst wenn sie beim Rennen ein wenig schwankt. Da ich gestern Darkness 2 gezockt habe, fällt mir dazu eine passende Analogie ein: ich kam mir vor, wie wenn ich in einer mobilen eisernen Jungfrau stecken würde, ich hatte fast Platzangst.
Dabei ist das kein unterdurchschnittliches Game, aber der Wiederspielwert ist bei nahezu Null, wenn ich schon im zweiten Durchgang Deja Vues habe, die Gegner am exakt selben Ort stehen und die Story die selbe ist. Wieso erfindet nicht mal endlich einer einen Algorythmus für zufällig generierte (grosse)Level mit zufällig platzierten Gegnern in einer qualitativ hochwertigen 3D-Welt? Das wäre ein sinnvolles Konzept der Vergangenheit, das aus unerfindlichen Gründen in keinem modernen Rollenspiel oder Shooter zu finden ist. Dabei würde ich Spiele mit dynamischer Umgebung lange zocken und viele DLCs dafür kaufen. Ich bereue es z.B. inzwischen, den Leviathan-DLC gekauft zu haben und werde auf den nächsten verzichten, da er das Spiel in keinster Weise verbesserte oder den Wiederspielwert erhöhte.
Ich bin überzeugt, dass man mich wie mit Büchern oder Filmen immer noch überraschen und befriedigen könnte und zwar mit der aktuellen Grafik. Ein fotorealistischer Schlauchshshooter ist aber immer noch ein schnöder Schlauchshooter. Hingegen fühle ich, dass das, was der Mann mit neuen Genres meint, nicht das ist, was ich von einem guten Game in der Zukunft erwarte. F2P-Schnulzenroman? Interaktiver Krimi mit Deutung von Gesichtausdrücken? Ich glaube nicht, dass mir jedes Vorstellungsvermögen fehlt, aber ich kann mir in dem Fall einfach nicht vorstellen, was Fotorealismus ermöglichen soll, was man nicht heute bereits könnte. Ich hätte eher Verständnis für den Titel dieses Threads, wenn er heissen würde: "Die Holodeck-Technologie ermöglicht neue Genres", obwohl ich den Verdacht habe, dass wir auch auf dem Holodeck noch Schlauchshooter zocken werden, während wir Rätsel lösen, die auch ein Schimpanse für eine Banane lösen könnte..