Wenn man die Worte des Herrn Yager vorab gelesen hätte, käme man zum Schluss, dass die Leute ein gutes und erwachsenes Spiel machen wollten, was lobenswert ist.
Heraus kam aber ein Schlauch-Shooter, der kaum besonders kreativ oder erwachsen war. Solange ich dann doch gezwungen bin, ein Kriegsverbrecher zu sein und das auch im nächsten Durchgang, gibts kaum einen Grund dafür, da zocke ich doch lieber gleich einen lustigen und bunten Shooter wie Borderlands oder Mass Effect, wo ich den strahlenden Helden spielen kann.
Schon klar, in der Realität ist ein Krieg ein Schauplatz mit Graustufen, wo man oft keine Wahl hat, auf welcher Seite man sein möchte. Was bleibt, ist dann eben doch ein interaktiver Film, der nicht die Qualität eines Kriegsfilms hat und wo man keine Wahl hat, gut oder rücksichtlos zu sein. Man muss da auf jeden Fall durch und ich persönlich fühle mich dadurch gegängelt. Wieso hatte ich nicht die Wahl, auf das Bombardement zu verzichten und mich durchzuschleichen oder zu schiessen? Das wäre ein wirklicher Pluspunkt gewesen. Statt dessen musste ich es tun und es ging mir am Arsch vorbei, da ich sowieso keine Wahl hatte.
Game Developers Conference Europe 2012: Yager über den Wert negativer Gefühle
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PixelMurder
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johndoe702031
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Re: Game Developers Conference Europe 2012: Yager über den W
@ gh0, PixelMurder
Ich sehe das im Prinzip ganz ähnlich wie ihr und würde jedem an die Gurgel springen, der vorschnell von "Meilenstein" oder "echtem Antikriegsspiel" spricht. Als schlecht würde ich es dennoch nicht abtun. Das Spiel ist im Kern ein traditioneller, strikt linearer und durchaus auf's Massenpublikum abzielender Militärshooter, bei dem das Umnieten von Gegnerhorden sozusagen zum täglichen Brot gehört - es ist eine inhärente Eigenschaft dieses Genres. Und das ist die Krux. Deswegen ist der "Anti-Kriegs-Gedanke" gerade bei solchen Spielen unglaublich schwer authentisch umzusetzen, eigentlich sogar unmöglich. Dann hätte man ein ganz anderes Konzept mit einer anderen Kernmechanik für eine andere ("erwachsenere") Zielgruppe wählen müssen. Berücksichtigt man dies, fand ich die Ansätze in Spec Ops dennoch lobenswert, wenngleich das leider durch das "railshooterige" Gameplay konterkariert wurde und auf halber Strecke wieder versandet ist. Aber Spiele - auch das Shootergenre - können durch solche Akzente doch nur bereichert werden, und vielleicht ist Spec Ops ein Vorbild für weitere Versuche, die den Antikriegsgedanken (z.B. mit echten Verweigerung, drastischen Konsequenzen für Story und möglichst auch Gameplay etc...) in Zukunft noch konsequenter umsetzen können. Die auch den dringend benötigten frischen Wind in den patriotischen Shooter-Einheitsbrei reinbringen. Ein kommerzielles Vorbild ist es aber leider schonmal nicht geworden, den Rest wird man abwarten müssen.
Ich sehe das im Prinzip ganz ähnlich wie ihr und würde jedem an die Gurgel springen, der vorschnell von "Meilenstein" oder "echtem Antikriegsspiel" spricht. Als schlecht würde ich es dennoch nicht abtun. Das Spiel ist im Kern ein traditioneller, strikt linearer und durchaus auf's Massenpublikum abzielender Militärshooter, bei dem das Umnieten von Gegnerhorden sozusagen zum täglichen Brot gehört - es ist eine inhärente Eigenschaft dieses Genres. Und das ist die Krux. Deswegen ist der "Anti-Kriegs-Gedanke" gerade bei solchen Spielen unglaublich schwer authentisch umzusetzen, eigentlich sogar unmöglich. Dann hätte man ein ganz anderes Konzept mit einer anderen Kernmechanik für eine andere ("erwachsenere") Zielgruppe wählen müssen. Berücksichtigt man dies, fand ich die Ansätze in Spec Ops dennoch lobenswert, wenngleich das leider durch das "railshooterige" Gameplay konterkariert wurde und auf halber Strecke wieder versandet ist. Aber Spiele - auch das Shootergenre - können durch solche Akzente doch nur bereichert werden, und vielleicht ist Spec Ops ein Vorbild für weitere Versuche, die den Antikriegsgedanken (z.B. mit echten Verweigerung, drastischen Konsequenzen für Story und möglichst auch Gameplay etc...) in Zukunft noch konsequenter umsetzen können. Die auch den dringend benötigten frischen Wind in den patriotischen Shooter-Einheitsbrei reinbringen. Ein kommerzielles Vorbild ist es aber leider schonmal nicht geworden, den Rest wird man abwarten müssen.
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PixelMurder
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Re: Game Developers Conference Europe 2012: Yager über den W
Das Problem ist doch, ob es unter der Zielgruppe überhaupt Leute gibt, die einen richtigen Antikriegsshooter zu schätzen wissen. Ich meine, wenn ich ein echter Pazifist ohne Agressionen wäre, statt ein Erwachsener mit dem Geschmack und dem Geist eines kleinen Jungen beim Indianer-Spiel, würde ich Spec Ops nicht zocken.Gilt zwar auch für Antikriegsfilme, in denn man aber denn doch nicht selbst zur (virtuellen) Waffe greifen muss.
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gh0
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Re: Game Developers Conference Europe 2012: Yager über den W
Kennt jemand die Brothers in Arms Reihe?
Das ist mir persönlich näher gegangen als all das was ich in Spec Ops "verbrechen" musste. Es war zwar ebenso ein Railshooter mit klarer Gut/Böse Tendenz, aber immerhin hatte das einen persönlichen Charakter, bei dem man wirklich in manchen Szenen erfühlen konnte, dass man da gerade jemanden erschossen hat, der auch Familie und Ängste hat(te). Auf dieser Ebene muss man einfach hinkommen, dass es eben nicht egal ist was man tut, und lieber habe ich ein hartes Scharmützel 4 gegen 4, und nicht 3 gegen 100 Rambostyle. Operation Flashpoint war auch so ein Spiel.
Das ist mir persönlich näher gegangen als all das was ich in Spec Ops "verbrechen" musste. Es war zwar ebenso ein Railshooter mit klarer Gut/Böse Tendenz, aber immerhin hatte das einen persönlichen Charakter, bei dem man wirklich in manchen Szenen erfühlen konnte, dass man da gerade jemanden erschossen hat, der auch Familie und Ängste hat(te). Auf dieser Ebene muss man einfach hinkommen, dass es eben nicht egal ist was man tut, und lieber habe ich ein hartes Scharmützel 4 gegen 4, und nicht 3 gegen 100 Rambostyle. Operation Flashpoint war auch so ein Spiel.
- Kajetan
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Re: Game Developers Conference Europe 2012: Yager über den W
Weißt Du, was da und genau da frischen Wind reinbringt?SardoNumspa hat geschrieben:Die auch den dringend benötigten frischen Wind in den patriotischen Shooter-Einheitsbrei reinbringen.
Ein neuer Krieg. Damit man sich wieder ganz arg dolle patriotisch fühlen kann ...
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Mysterion Rises
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Re: Game Developers Conference Europe 2012: Yager über den W
"Sollten Spiele nicht nur spaßig und unterhaltsam sein?"
Merkt keiner, wie geisteskrank es ist, Menschen (sei es auch nur virtuell) brutalst abzuknallen, zu verstümmeln und dafür belohnt zu werden? Ist das "spassig und unterhaltsam"? Menschen im Fadenkreuz zu haben, abzudrücken und sich zu freuen, wie geil das Hirn spritzt??? "WIE ECHT, ALTER!!!!! GEIL!!!!!"
Dazu noch schönes Pro-Ami-Geschwafel, uns unterschwellig zeigen, dass wir alle Angst haben müssen vor den Moslems. Vor den Menschen im Nahen Osten. Die ja eigentlich keine Menschen sind. Weil sie uns alle töten wollen. Weil sie unzivilisiert sind.
@PanzerGrenadiere
Jeder, der sich mit Gewehren und Armeeklamotten als Zeichen seiner Geistesgrösse und Interessenausrichtung feilbietet, ohne dass ihn andere danach fragen, hat einen an der Waffel. Ist das deine Masturbationshilfe? Steckst du ihn vorne rein oder wie? Klein genug wärs ja. Findest du Waffen geil? Falls du es nicht tschekkkkkkst: Das ist krank und DEFINITIV nicht normal. Das wird dir jeder Psychologe bestätigen. Es zeigt, dass du Macht ausüben möchtest und Leben missachtest. Und dass du Penisprobleme hast.
P.S.:Ich weiss, dass du´s nicht verstehst. Also laber mich nich zu.
Merkt keiner, wie geisteskrank es ist, Menschen (sei es auch nur virtuell) brutalst abzuknallen, zu verstümmeln und dafür belohnt zu werden? Ist das "spassig und unterhaltsam"? Menschen im Fadenkreuz zu haben, abzudrücken und sich zu freuen, wie geil das Hirn spritzt??? "WIE ECHT, ALTER!!!!! GEIL!!!!!"
Dazu noch schönes Pro-Ami-Geschwafel, uns unterschwellig zeigen, dass wir alle Angst haben müssen vor den Moslems. Vor den Menschen im Nahen Osten. Die ja eigentlich keine Menschen sind. Weil sie uns alle töten wollen. Weil sie unzivilisiert sind.
@PanzerGrenadiere
Jeder, der sich mit Gewehren und Armeeklamotten als Zeichen seiner Geistesgrösse und Interessenausrichtung feilbietet, ohne dass ihn andere danach fragen, hat einen an der Waffel. Ist das deine Masturbationshilfe? Steckst du ihn vorne rein oder wie? Klein genug wärs ja. Findest du Waffen geil? Falls du es nicht tschekkkkkkst: Das ist krank und DEFINITIV nicht normal. Das wird dir jeder Psychologe bestätigen. Es zeigt, dass du Macht ausüben möchtest und Leben missachtest. Und dass du Penisprobleme hast.
P.S.:Ich weiss, dass du´s nicht verstehst. Also laber mich nich zu.
- PanzerGrenadiere
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Re: Game Developers Conference Europe 2012: Yager über den W
@Mysterion Rises
ich hoffe, dass du nicht zu schnell gebannt wirst.
edit: ich hab dir mal 'ne freundschaftsanfrage geschickt.
- Jarnus
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Re: Game Developers Conference Europe 2012: Yager über den W
passt hier sehr gut rein finde ich! SH: SM gehört zu meinen absoluten lieblingsspielen! entscheidungen und verhalten des spielers beeinflussen den spielverlauf und das ende mehr als in jedem anderen spiel! beantwortet man fragen wahrheitsgemäß und schaut den weiblichen npcs wie immer zuerst auf brust und po, dann bekommt man ein fast realistisches "endergebniss"!Mir fällt da grad das Spiel 'Silent Hill Shatterd Memories' dazu ein. Dort hat man zwar nur als Spieler der zwischen jedem Level einen Fragebogen ausfüllt diverse Entscheidungen getroffen, nicht als Figur aktiv während des Spielens. Dennoch hatte alles wirklich gute Auswirkungen auf das gesamte Spiel. Das ganze passt jetzt vielleicht nicht zum Thema, aber ging mir so durch den Kopf
wie gesagt zählen in dem spiel auch nicht nur die fragebögen, sondern vorallem das verhalten in den interaktiven zwischen-sequenzen! zb. schneidet das spiel mit wo man hinsieht...starrt man in der bar auf die alkohol flaschen, oder der bedienung in den ausschnitt?
danach verändern sich sogar poster und bilder im weiteren spielverlauf...zb. zu akt-malereien, oder alkohol werbung!
leider bisher einzigartig...
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Easy Lee
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Re: Game Developers Conference Europe 2012: Yager über den W
Negative Gefühle finde ich im Kino sehr wichtig. Sie machen einen Teil eines großen Films aus. Im Bezug auf Games kann es ein Stilmittel sein, wenn das Genre passt, aber beim spielen gehts mir an sich schon eher um Entspannung und Spaß.
