Take-Two: "Fotorealismus ermöglicht neue Genres"
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KOK
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Re: Take-Two: "Fotorealismus ermöglicht neue Genres"
Tridun, nochmal für Sie. Es gibt doch etliche Spiele, gerade auf dem PC, die Gewalt gar nicht als Spielelement haben, also gar keine Kämpfe, gar kein Blut und umherfliegende Köpfe etc. Auch auf Konsole gibt es etliche Spiele komplett ohne Gewalt. Warum es dazu noch soviele Spiele gibt, liegt doch weder an der Technik oder das Medium, sondern viel mehr an der Zielgruppe, die man mit seinen Spielen ansprechen möchte, bzw. an der Zielgruppe, mit der man das große Geld verdienen kann. Die CoD-verseuchte Jugend spielt nun mal in erster Linie Shooter, eben weil es "cool" ist, solche Spiele zu spielen, so wie zu meiner Zeit es cool war Duke Nukem 3D und Doom 1+2 zu zocken. Das heißt aber nicht, daß es überhaupt keine Simulationen, Sportspiele und Autorennspiele gibt. Sogar Strategiespiele wie die Anno-Reihe kommen komplett ohne Gewalt aus, wenn man denn möchte.
2K ist nun mal ein Publicher, der am Ende Kohle sehen will und dementsprechend konzentrieren die sich mehr auf Gewalt-Spiele, aber sicherlich nicht wegen der Limitierung durch Technik und/oder Medium.
Und es ist auch nicht so, daß Adventures und Sims weniger gespielt werden als früher. Nur ist die Gruppe, die ausschließlich Shooter und andere gewaltvolle Spiele zockt, erheblich größer geworden. Und das liegt unter anderem auch am Fortschritt der Technik, daß gerade Shooter soviel begehrter sind, als früher. Warum sollte sich das also mit besserer Technik ändern? Wie profitieren Adventures davon? Oder Sims?
2K ist nun mal ein Publicher, der am Ende Kohle sehen will und dementsprechend konzentrieren die sich mehr auf Gewalt-Spiele, aber sicherlich nicht wegen der Limitierung durch Technik und/oder Medium.
Und es ist auch nicht so, daß Adventures und Sims weniger gespielt werden als früher. Nur ist die Gruppe, die ausschließlich Shooter und andere gewaltvolle Spiele zockt, erheblich größer geworden. Und das liegt unter anderem auch am Fortschritt der Technik, daß gerade Shooter soviel begehrter sind, als früher. Warum sollte sich das also mit besserer Technik ändern? Wie profitieren Adventures davon? Oder Sims?
- Max Headroom
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Re: Sind Pixel wichtiger als Design?
Du glaubst nicht, was ich unter der Gürtellinie alles an Gefühl ... ähm ... KEIN KOMMENTARAlastorD hat geschrieben:Wirklich, sowas erweckt beim Spieler Liebe?
Ich spiele Sims gerne aber wenn ich da heirate ist das eher ein erhöhen des Schwierigkeitsgrades weil ich zwei statt einen Sim steuere aber Liebe kommt da bei mir nicht auf.
Nicht alle trauern einer verstorbenen Spielfigur eine Träne hinterher. Doch wenn emotionale Momente dargestellt werden, ob im Film oder im Spiel, kann es (rein hypothetisch) passieren, dass der passive Zuschauer oder der aktive Spieler tatsächlich Gefühle entwickelt und 'ne Träne kullern lässt oder sich mit dem Darsteller identifiziert und mitleidet bzw. sich mitfreut (oder mitliebt). Dies freut dem Regisseur bzw. Entwickler, da er sein Ziel, das Vermitteln von Gefühlen, erreicht hat. Gut, bei Dir oder bei mir wohl nicht, aber wir sind ja auch nur zwei von zig Spielern und haben wohl zuviel Highscore im Blut :wink:
Ist dies nicht logisch?Tridun hat geschrieben:Sein Argument war, so wie ich es verstehe, daß die Interaktivität des Mediums limitiert was du tun kannst.
Das nun Gewalt (oder Geschicklichkeit) letztenendes mehr Gewicht als das Rätseln oder die Simulation eines Soziallebens bekommen hat, vermute ich, genauso wie Du, in unserer Kultur. Wir Jäger und Sammler möchten uns eben lieber mit sportlichen Wettbewerben oder mit dem Beschützerinstinkt unterhalten lassen. Deshalb haben wir in Summer Games beim Joystick-Rütteln wohl andere Gefühle gehabt als Zuschauer einer realen Olympiade
Ob man viele oder wenige Indie-Games gut findet, hängt ja ganz vom Spieler ab. Ob ein Spiel erfolgreich (also für viele Spieler gut war), zeigt die Download-Statistik, die Verkaufszahl oder die Anzahl an aktiven Mitgliedern im Forum. Hier gibt es IMO keine wirklich verlässliche Möglichkeit
Ich wundere mich ehrlich gesagt nicht, dass ein FF7 oder ein Deus Ex nicht ohne Gewalt machbar gewesen wäre. Weil wir unter Final Fantasy oder Deus Ex bestimmte Erwartungen verbinden, die sich uns eingebrannt haben. Eine Sozialstudie in einer postnuklearen Umgebung oder eine Alltagssimulation mit Diskobesuch, Kleiderkauf und Zimmerausstattung in einer Cyberpunk-Umgebung, kann ich mir sehr gut vorstellen ... nur eben mit einem anderen Namen. "Final Ex: Social Revolution" oder "Fallout Fantasy" wären aufgrund der Verwechslungsgefahr ziemlich ungeeignet
- Triblitz
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Re: Take-Two: "Fotorealismus ermöglicht neue Genres"
Wie Sie so schön sagen, 'etliche'. Der überwiegende Standard eben nicht.KOK hat geschrieben:Tridun, nochmal für Sie. Es gibt doch etliche Spiele, gerade auf dem PC, die Gewalt gar nicht als Spielelement haben,
Ist das so? Diese Jugend ist auch das Zielpublikum von Filmen, Fernsehserien und Büchern. Und COD ist erst ab 18 freigegeben (ok, in USA ab 17 und in Australien ab 15), wer kauft die dann alle? Ok Spiele sind seit etwa 15 Jahren Mainstream, vielleicht fehlt einfach noch das Publikum über 35.KOK hat geschrieben:Warum es dazu noch soviele Spiele gibt, liegt doch weder an der Technik oder das Medium, sondern viel mehr an der Zielgruppe, die man mit seinen Spielen ansprechen möchte, bzw. an der Zielgruppe, mit der man das große Geld verdienen kann. Die CoD-verseuchte Jugend spielt nun mal in erster Linie Shooter, eben weil es "cool" ist, solche Spiele zu spielen
Das sind wieder Einzelfälle. Außer Anno und den Siedlern simulieren unzählige Strategiespiele eben Krieg. Die Aufbauspiele, wie Sim City, Railroad Tycoon oder Rollercoaster Tycoon sind verschwunden, Total War, Civilization und Command & Conquer sind noch da.KOK hat geschrieben:Sogar Strategiespiele wie die Anno-Reihe kommen komplett ohne Gewalt aus, wenn man denn möchte.
Nochmal, das ist kein Vorwurf, nur eine Beobachtung.
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KOK
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Re: Take-Two: "Fotorealismus ermöglicht neue Genres"
Was aber nicht an der Technik liegt, sondern an der Zielgruppe und der Kommerzialisierung der Videospielindustrie.Tridun hat geschrieben:Wie Sie so schön sagen, 'etliche'. Der überwiegende Standard eben nicht.KOK hat geschrieben:Tridun, nochmal für Sie. Es gibt doch etliche Spiele, gerade auf dem PC, die Gewalt gar nicht als Spielelement haben,
Die Altersfreigabe ist unerheblich, die Spiele werden trotzdem in erster Linie von Jugendlichen konsumiert. Bis auf Deutschland und wahrscheinlich Australien ist die Altersfreigabe auch nicht wirklich bindend. Ich war vor zwei Jahren in den USA und es hat sich sehr wohl ein ganz klares Bild bei Wall Mart, Gamestop und Co. abgezeichnet, wer welche Spiele dort kauft. Nochmal: hat nichts mit der Technik zu tun.Ist das so? Diese Jugend ist auch das Zielpublikum von Filmen, Fernsehserien und Büchern. Und COD ist erst ab 18 freigegeben (ok, in USA ab 17 und in Australien ab 15), wer kauft die dann alle? Ok Spiele sind seit etwa 15 Jahren Mainstream, vielleicht fehlt einfach noch das Publikum über 35.KOK hat geschrieben:Warum es dazu noch soviele Spiele gibt, liegt doch weder an der Technik oder das Medium, sondern viel mehr an der Zielgruppe, die man mit seinen Spielen ansprechen möchte, bzw. an der Zielgruppe, mit der man das große Geld verdienen kann. Die CoD-verseuchte Jugend spielt nun mal in erster Linie Shooter, eben weil es "cool" ist, solche Spiele zu spielen
Ist ja schön und gut, das liegt aber nicht an der Technik. Spiele wie Command and Conquer sind seit jeher sehr zugänglich gewesen, außerdem sprechen solche Spiele halt einfach ein größeres Publikum an, so daß einfach auch eine größere Käuferkraft zur Verfügung steht als bei Spielen wie Railraod Tycoon. Das in Verbindung mit den Produktionskosten, die immer höher werden und es zeichnet sich ab, daß es nur aus finanzieller Sicht der Platz für Nischenprodukte (denn das waren diese Spiele auch schon früher, nur Nischenprodukte) immer kleiner wird. Dafür hat die Indi-Szene ein Aufschwung erlebt, die widerum sehr viele Alternativen hervorgebracht haben.Das sind wieder Einzelfälle. Außer Anno und den Siedlern simulieren unzählige Strategiespiele eben Krieg. Die Aufbauspiele, wie Sim City, Railroad Tycoon oder Rollercoaster Tycoon sind verschwunden, Total War, Civilization und Command & Conquer sind noch da.KOK hat geschrieben:Sogar Strategiespiele wie die Anno-Reihe kommen komplett ohne Gewalt aus, wenn man denn möchte.
Nochmal, das ist kein Vorwurf, nur eine Beobachtung.
Unterm Strich kann man nur sagen, daß gewaltvolle Spiele sich aufgrund der größeren Zielgruppe besser verkaufen, aber nicht, weil die Technik es nicht anders erlaubt. Eher widerspricht sich der Herr hier selbst. Warum sollten bei besserer Technik wieder mehr gewaltfreie Spiele erscheinen, wenn die meisten gewaltfreien Spiele noch nicht mal den Sprung auf die aktuelle Technik geschafft haben. Das widerspricht sich doch selbst. Auch braucht man für Emotionen keine bessere Grafik. Und was die Eingabe betrifft sehe ich im Moment die größte Auswahl an Möglichkeiten überhaupt. Wir erleben momentan wohl den Höhepunkt der Videospielindustrie.
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Re: Sind Pixel wichtiger als Design?
Also gibst du ihm bis dahin recht (bevor er, photorealistisch, argumentativen Seppuku begeht). Gameplay eignet sich also nicht gut zum vermitteln von Emotionen? Das fand ich am Beispiel von Stalker so besonders, da kam die Emotion direkt aus dem Gameplay. Anders als all die anderen Beispiele wo Emotion durch Zwischensequenzen, also filmisch, vermittelt wurden. Ermöglicht wurde das durch die realistische Simulation von Menschen. Realismus ist insofern wichtig um 'reale' Situationen erzeugen zu können die zu Mitgefühl führen. Und um eine größere Anzahl von frei agierenden Figuren zu simulieren, die realistisch auf die Umgebung reagieren, wären da nicht bessere Prozessoren und mehr Speicher hilfreich (und photorealistische GesichterMax Headroom hat geschrieben:Ist dies nicht logisch?Ein Brettspiel ist kein geeignetes Medium für das Erzählen einer emotionalen Geschichte, auch wenn sie - im begrenztem Rahmen - als "Hintergrundgeschichte" fungieren könnte.
Wer weiß, vielleicht ist der Kerl ein unverstandenes Genie.
Das ist sein Job, möglichst unverfänglich zu bleiben.Max Headroom hat geschrieben:Herr Hartmann windet sich meiner Meinung aus der ursprünglichen Frage heraus
Er kann ja nicht sagen daß es an den Spielern liegt.Max Headroom hat geschrieben:Es ist nur fraglich, ob die gewünschte Kundschaft anbeisst ...
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Re: Take-Two: "Fotorealismus ermöglicht neue Genres"
Sag ich ja gar nichtKOK hat geschrieben:Was aber nicht an der Technik liegt, sondern an der Zielgruppe und der Kommerzialisierung der Videospielindustrie.
Konsumiert ist klar. Wer sonst hat so viel Zeit. Das Jugendliche das so einfach kaufen können, überrascht mich jetzt etwas. Ansonsten sind sie da ja recht streng.KOK hat geschrieben:Die Altersfreigabe ist unerheblich, die Spiele werden trotzdem in erster Linie von Jugendlichen konsumiert. Bis auf Deutschland und wahrscheinlich Australien ist die Altersfreigabe auch nicht wirklich bindend. Ich war vor zwei Jahren in den USA und es hat sich sehr wohl ein ganz klares Bild bei Wall Mart, Gamestop und Co. abgezeichnet, wer welche Spiele dort kauft. Nochmal: hat nichts mit der Technik zu tun.
Also spielen wir lieber mit Panzern als mit Eisenbahnen, traurig falls warKOK hat geschrieben:Spiele wie Command and Conquer sind seit jeher sehr zugänglich gewesen, außerdem sprechen solche Spiele halt einfach ein größeres Publikum an, so daß einfach auch eine größere Käuferkraft zur Verfügung steht als bei Spielen wie Railraod Tycoon.
Na, ich hoffe ein bisserl besser geht schon nochKOK hat geschrieben:Wir erleben momentan wohl den Höhepunkt der Videospielindustrie.
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Re: Take-Two: "Fotorealismus ermöglicht neue Genres"
Gewalt und Geballer? Möglichst auf Seiten der US-Army? Give em hell!!!Tridun hat geschrieben:Konsumiert ist klar. Wer sonst hat so viel Zeit. Das Jugendliche das so einfach kaufen können, überrascht mich jetzt etwas. Ansonsten sind sie da ja recht streng.KOK hat geschrieben:Die Altersfreigabe ist unerheblich, die Spiele werden trotzdem in erster Linie von Jugendlichen konsumiert. Bis auf Deutschland und wahrscheinlich Australien ist die Altersfreigabe auch nicht wirklich bindend. Ich war vor zwei Jahren in den USA und es hat sich sehr wohl ein ganz klares Bild bei Wall Mart, Gamestop und Co. abgezeichnet, wer welche Spiele dort kauft. Nochmal: hat nichts mit der Technik zu tun.
Niple slips und anstößige Nacktheit? Das Ende der Welt ist gekommen!!!
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Re: Sind Pixel wichtiger als Design?
Nicht pauschal das Gameplay, sondern gewisse Genres und damit Mechaniken. Es ist und bleibt fraglich, ob ein Tetris, ein Donkey Kong oder ein Space Invaders Gefühle vermitteln sollteTridun hat geschrieben:Also gibst du ihm bis dahin recht (bevor er, photorealistisch, argumentativen Seppuku begeht). Gameplay eignet sich also nicht gut zum vermitteln von Emotionen?
Gut, wenn man so rangeht, muss ich Dir und ihm recht geben. Dann war er wahrlich ein querdenkendes Genie mit nahezu prophetischer GabeRealismus ist insofern wichtig um 'reale' Situationen erzeugen zu können die zu Mitgefühl führen. Und um eine größere Anzahl von frei agierenden Figuren zu simulieren, die realistisch auf die Umgebung reagieren, wären da nicht bessere Prozessoren und mehr Speicher hilfreich (und photorealistische Gesichter![]()
)
Wer weiß, vielleicht ist der Kerl ein unverstandenes Genie.
Da aber "Realismus" (bezogen auf das immerse Gefühl einer Geschichte) - etwa in einem Buch - auch sehr gut ohne einen einzigen bunten Pixel funktioniert, bleibt immer noch die Frage im Raum, weshalb der gute Mann erst dann "realistischen Content" in Angriff nehmen möchte, wenn die Fahnenstange der Technologie erreicht ist. Traut er sich nicht, wie alle gute Designer, mit den begrenzten Mitteln die ihm zur Verfügung stehen, Kunst zu erschaffen? Will er wirklich jede Gefühlssubroutine in den Ar... äh ... auf die Platte geschoben bekommen?
Stimmt. Schlecht für's Geschäft. Also müssen die Hardwarehersteller und die Coder dafür blutenEr kann ja nicht sagen daß es an den Spielern liegt.
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rockR
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Re: Take-Two: "Fotorealismus ermöglicht neue Genres"
Ich für mich persönlich habe sogar festgestellt, dass ich mir grafisch weniger ansprechende Figuren eher ans Herz wachsen als realistische. Wenn ich 20 Stunden mit einer 2D-Pixeltextur verbringe, geht auch noch die eigene Vorstellungskraft ins Spiel über.
Kann aber auch eine Eigenart meinerseits sein.
Kann aber auch eine Eigenart meinerseits sein.
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KOK
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Re: Take-Two: "Fotorealismus ermöglicht neue Genres"
Nein, ich glaube sogar, daß es vollkommen normal ist. In Büchern findet man dieses Phänomen ja stärker vertreten und so schockierter sind dann die Leser von einer Verfilmung zum Beisiel, wie weit die eigene Vorstellung anders lag. So lange Spielraum für eigene Interpretationen vorhanden sind, und das ist gerade bei schlechter Grafik vermehrt der Fall, so wird der Spieler auch automatisch diesen Interpretationsraum ausnutzen und mit eigenen Vorstellungen füllen. Manche merken das nicht einmal, sondern machen das vollkommen unbewusst.rockR hat geschrieben:Ich für mich persönlich habe sogar festgestellt, dass ich mir grafisch weniger ansprechende Figuren eher ans Herz wachsen als realistische. Wenn ich 20 Stunden mit einer 2D-Pixeltextur verbringe, geht auch noch die eigene Vorstellungskraft ins Spiel über.
Kann aber auch eine Eigenart meinerseits sein.
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Re: Sind Pixel wichtiger als Design?
Aber gerade ums Gameplay gehts ja, ob man sich statt dem derzeit dominanten Ballern auf Polygone auf andere Aktivitäten konzentrieren könnte.Max Headroom hat geschrieben:Nicht pauschal das Gameplay, sondern gewisse Genres und damit Mechaniken.
Also zusammengefasst:
- Ballern macht eben den meisten Spielern mehr Spass als andere Mechaniken. Ist halt so, vielleicht liegts an der Kultur, vielleicht am durchschnittlichen Spieleralter, vielleicht ist es ja auch reine Gewohnheit.
- Emotionen lassen sich am besten mit Filmen (Zwischensequenzen) oder Erzählung (Text oder Erzählung) vermitteln. Das kennen unsere Papenheimer, Spieler wie Entwickler

- Spiele ohne Gameplay sind langweilig/gar keine Spiele und bleiben daher ein Minderheitenthema (jedes mögliche Brokeback Mountain-Spiel, Adventures ohne Rätsel, Interaktive Movies, To the Moon, Dear Esther)
Da tust du gerade 2K ein bisserl unrecht. LA Noire hatte Gesichterlesen als Gameplay, Deus Ex HR hat versucht mit Mimik und Gestik glaubhaftere Charaktäre zu erschaffen.Max Headroom hat geschrieben:Da aber "Realismus" (bezogen auf das immerse Gefühl einer Geschichte) - etwa in einem Buch - auch sehr gut ohne einen einzigen bunten Pixel funktioniert, bleibt immer noch die Frage im Raum, weshalb der gute Mann erst dann "realistischen Content" in Angriff nehmen möchte, wenn die Fahnenstange der Technologie erreicht ist.
Das Ganze war ja nur ein Beispiel, wie bessere Hardware zu mehr Gameplay ohne Ballerei führen kann.
Letzten Gerüchten zufolge kommt die neue XBox vielleicht schon dieses Jahr. Also verbleiben wir freudig bebender Erwartung und harren der schönen neuen KonsolenweltMax Headroom hat geschrieben:Ich bin wirklich gespannt, welche zukünftige Kracher mit Emotionsgarantie 2K uns liefern möchte.
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ThEsyNtaX
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Kommentar
Ich sag nur: Mafia 1! Eine so tolle Story und die Inszenierung der Missionen war auch extrem gut. Ich persönlich hatte immer das Gefühl mitten drin zu sein und hab auch mit den Charackteren mitgefiebert. Wenn man weiß wie, kann man auch ohne Fotorealismus Schönheit und Emotion erzeugen und auch ohne Gewalt. (Flowers, und viele Independentspiele die Themen behandeln woran sie Publisher nicht ran trauen).
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AlastorD
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Re: Kommentar
Naja, die Story war ganz gut aber im Grunde nur von den üblichen Mafiafilmen zusammengeklaut, ausserdem war die Grafik damals wirklich gut und trug zur Atmo bei.ThEsyNtaX hat geschrieben:Ich sag nur: Mafia 1! Eine so tolle Story und die Inszenierung der Missionen war auch extrem gut. Ich persönlich hatte immer das Gefühl mitten drin zu sein und hab auch mit den Charackteren mitgefiebert. Wenn man weiß wie, kann man auch ohne Fotorealismus Schönheit und Emotion erzeugen und auch ohne Gewalt.
Ausserdem war hier "Gewalt" ich würde sagen Action passt besser, ein wichtiges Element.
- Max Headroom
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Re: Sind Pixel wichtiger als Design?
Das Gameplay führt zu Emotionen. Der Punkt ist, dass sich (pauschal) das Gameplay nicht gut zum Vermittlen von Gefühlen eignet. Und dem stimme ich nicht zu. Man kann in einem Spiel auch tief eintauchen und sich mit einem Charakter und dem Schicksal identifizieren. Man kann auch Schicksale anderer Charaktere erleben. Und dies, im Gameplay eines RPGs oder "Lebenssimulation" - also in bestimmten Genres mit bestimmten Spielemechaniken. Ob dazu aber notwendigerweise ein "Ende der Fahnenstange" erreicht werden muss, dies zweifle ich an. Bessere Technik führt zu mehr Möglichkeiten, aber dies schließt nicht aus, dass heutige Möglichkeiten nicht ebenfalls zu emotionshaltigem Content führen kann. Der Grund - laut Hartmann - weshalb heute das Erzeugen von emotionalem Content so schwierig sein soll, schiebt der Mann auf die Technik - und nicht auf das Können der Designer. Und da haben wir alle schon genug Beispiele gehabt, die dieser These widersprechen.Tridun hat geschrieben:Aber gerade ums Gameplay gehts ja, ob man sich statt dem derzeit dominanten Ballern auf Polygone auf andere Aktivitäten konzentrieren könnte.
Da ist das Zauberwort!Da tust du gerade 2K ein bisserl unrecht. (..) Das Ganze war ja nur ein Beispiel, wie bessere Hardware zu mehr Gameplay ohne Ballerei führen kann.
Es kann dazu führen. Dies bezweifelt niemand. Was ich mich frage ist aber:
Und da stimme ich ihm nicht zu. Er koppelt die Erzeugung von Emotionen an die Technik. Und ich bin seit meinem erstem Posting davon überzeugt, dass die heutige Technik sehr wohl zur Erzeugung von Emotionen geeignet ist und ich das Problem nicht in der Technik seheUntil games are photorealistic, it'll be very hard to open up to new genres. We can really only focus on action and shooter titles
Selbst mit photorealistischen Texturen bleibt die Konsole eine Konsole (mit Joypad), die "interaktive Unterhaltung" jeglicher Art ermöglicht. Doch wir selbst möchten diese Art von Spiele haben, die uns "kräftemessen" oder uns "zum Helden" stilisieren lassen. Das wollten wir schon zu 8-Bit Zeiten und dies werden wir auch mit mehr Rechenpower wollen
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Hersteller "über Nacht" die Regale voller Next-Gen Konsolen stopfen und die Spieler überraschen werden - ganz ohne 12 Monate DauerberieselungswerbungLetzten Gerüchten zufolge kommt die neue XBox vielleicht schon dieses Jahr. Also verbleiben wir freudig bebender Erwartung und harren der schönen neuen Konsolenwelt
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johndoe1462655
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Re: Take-Two: "Fotorealismus ermöglicht neue Genres"
ich denke hier kommt das Motiv Grafik ist nicht alles zu tragen den was bringt einem fotorealistische Grafik wenn der spielspaß auf der Strecke bleibt
