Far Cry 3: Gewalt und Töten in der Erzählung

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Battlemonk
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Beitrag von Battlemonk »

Usul hat geschrieben:
Battlemonk hat geschrieben:Ist ja richtig, was du sagst,
Aber es würde dem ganzen mal wieder einen neuen impuls geben, wenn man die motive mal nachvollziehen könnte.
Meine meinung.
Deine Meinung in allen Ehren, aber auch das Nachvollziehen hat doch seine Grenzen. Der Vergleich zu Filmen ist nicht gut, denn man kann auch gute Filme drehen, in denen "nur" eine Handvoll Menschen getötet werden. Ich denke jedoch nicht, daß man in Far Cry 3 mit so wenig Leichen auskommt. Auch nicht im neuen Tomb Raider.

Die Szene, die man aus Far Cry 3 gesehen hat mit der angedeuteten Folterszene... in Filmen ist es dann so, daß man dann tatsächlich gefoltert oder vergewaltigt wird. Das ist schon mal ein großer Unterschied. Und dann befreit man sich und tötet vielleicht auf der Flucht (und teilweise mit leichten Rachemotiven) paar Leute.
Damit kann man 2 Stunden füllen. Gut.

Aber wenn ein Spiel nur 2 Stunden geht, ist der Aufschrei groß. Also muß es in die Länge gezogen werden. Wir wollen auch mehr Freiheiten, also müssen mehr Areale geschaffen werden, als man für die naheliegendste Flucht brauchen würde. Diese Areale und die zusätzlichen 8-13 Stunden müssen auch mit Gegnern gefüllt werden, weil wir uns dann darüber beschweren, daß ja nix los ist. Und schon haben wir eine Situation, in der man im Spiel mehrere Dutzend Leichen hat.... wie soll man da noch differenzieren und die Tötungsgründe nachvollziehen, und zwar ernsthaft?

Man sollte sich endlich klar werden, daß Spiele keine Filme sind. Insb. Action-Spiele nicht. Wenn ich einen Film anschauen möchte, schaue ich einen Film an. Da ist z.B. eine vergewaltigte Hauptfigur ein emotional fesselnder Weg, um den Zuschauer mitzunehmen. In einem Spiel denke ich aber nicht, daß viele Menschen eine vergewaltigte Frau spielen wollen... sie spielen ja nicht mal eine nicht vergewaltigte Frau. (Von vergewaltigten Männern mal ganz zu schweigen).

Das mit der Vergewaltigung habe ich jetzt nur als Beispiel für den Anfangsansatz genommen. Es gibt nun einmal einen grundlegenden Unterschied zwischen Filmen und (richtigen) Spielen: In Spielen ist man aktiv und damit besteht fast schon zwangsläufig eine emotionale Bindung zum Geschehen und zur Hauptfigur. Im Film ist das nicht der Fall, da muß die Bindung erst hergestellt werden - eben z.B. durch Rückgriff auf Urängste und Emotionen der Menschen (man denke z.B. nur an "Inside"... da reicht es, ein Messer an den Bauch einer hochschwangeren Frau zu halten, um sofort eine starke emotionale Bindung zwischen Zuschauer und Opfer herzustellen).

Insofern sollten die Hersteller bitte aufhören, hochtrabende Erklärungen für die Gewalt in ihren Spielen zu liefern, wenn es ganz einfach nur darum geht, Gewalt ausüben zu lassen. Das ist nicht Schlechtes an sich. Wenn ich keine Gewalt in Spielen ausüben will, kann ich zig andere Spiele zocken.
Das sind alles gute argumente.
Wenn du sagst, das filme und spiele grundverschieden sind, stimme ich dir auch vollkommen zu.
Aber es nervt halt irgendwann, stupide zu ballern. Vor allem, weil alle anderen genres sich in letzter zeit stark weiterentwickelt haben. Shooter sind aber in letzter zeit stehengeblieben.
Es gibt in letzter zeit eigentlich nur noch zwei arten von shootern:
Die call of duty shooter und die gears of war schooter.
Versteh mich nicht falsch, diese spiele sind keineswegs schlechte vorbilder und ich spiele beide auch sehr gerne. Aber da das genre mittlerweile keine revulotion mehr durchleben wird, weil es meiner meinung nach fast perfektioniert ist, muss mann den fortschritt im einzigen punkt vorantreiben, den die meisten shooter immer noch nicht auf die reihe kriegen: der story.
Und zur story gehören nun mal protagonisten, antagonisten und statisten.
Und wenn ich einen film sehe, dann will ich einen grund für ihre handlungen haben, ich will merken, das sie menschen sind, die schmerzen, scham, freude usw. Empfinden.

Und das ist bei nem spiel nun mal nicht anders. Auch da will ich plausible gründe haben, warum der protagonist hunderte von leben auslöschen muss, nur um am ende das eine peben auszulöschen, auf das es im ankommt.
Und ich will villeicht irgendwann auch mal ne menschliche seite in den " schergen " sehen, die sich dem helden in den weg stellen.
Aber das hat selbst der film bis jetzt nur in ausnahmefällen geschafft, da wird es in spieln wohl noch ne weile dauern.

Puh... Fertig.
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Usul
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Re: Kommentar

Beitrag von Usul »

Battlemonk hat geschrieben:Und das ist bei nem spiel nun mal nicht anders. Auch da will ich plausible gründe haben, warum der protagonist hunderte von leben auslöschen muss, nur um am ende das eine peben auszulöschen, auf das es im ankommt.
Ganz plausibler Grund: Die Gegner wollen mich töten, also wehre ich mich. ;) Es ist ja nicht so, daß man unschuldige Zivilisten abknallt... zumindest im Normalfall nicht so. Insofern ist die Motivation eigentlich gut gegeben: Überleben.

Natürlich würde ich auch gerne tolle Storys usw. haben... aber ich finde halt tatsächlich, daß man nicht Film und Spiel allzu arg vermischen sollte, weil das nicht immer gut geht. Parallelen gibt es sicherlich... aber wenn die Entwickler bzw. Publisher hergehen und herumphilosophieren, kommt meistens Grütze dabei raus. Wie in diesem Fall auch. Von daher sollten sie sich auf die Kernelemente ihrer Sparten konzentrieren und nicht versuchen, alles neu zu erfinden. Bzw. alles, was es bisher auch schon gab, mit hochtrabenden Worten neu zu schmücken.
Noise
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Re: Far Cry 3: Gewalt und Töten in der Erzählung

Beitrag von Noise »

In Far Cry 3 wird eine Folterszene angedeutet? Wo??
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Aleman_Latino
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Re: Far Cry 3: Gewalt und Töten in der Erzählung

Beitrag von Aleman_Latino »

Ich verstehe nicht ganz die Stoßrichtung der Diskusion?! Man muss also töten um die Ziele im Spiel zu erreichen, aha .Ich dachte es handele sich hierbei um ein Shooter. Diesem Genre ist das Töten nun einmal eine inherente Eigenschaft. Und nun? Selbst in Mohrhuhn muss man töten.
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Usul
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Re: Far Cry 3: Gewalt und Töten in der Erzählung

Beitrag von Usul »

Noise hat geschrieben:In Far Cry 3 wird eine Folterszene angedeutet? Wo??
Hier: http://www.youtube.com/watch?v=4reM6WEhQl4

Allerdings wirft die Tatsache, daß es gar nicht den Spielcharakter betrifft, meine Argumentation etwas um. :D Egal! Ich verharrre einfach mal. ;)
Biermudashort
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Re: Far Cry 3: Gewalt und Töten in der Erzählung

Beitrag von Biermudashort »

Ja und das scheint ja irgendwie zur Story zu gehören oder nicht?
Warum wird dann so ein Wind drum gemacht soll das Marketing sein wie bei MW2 (Flughafen)?
Keiner weis wie die Szene ausgeht in vielen Spielen wird was angedroht und PUFF taucht jemand auf und rettet den anderen das nennt man dann Spannung aufbauen.
Ich für meinen Teil kann nichts furchtbares veststellen, da is ja in der Tagesschau ab und zu mehr los.
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X_MCX_X
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Beitrag von X_MCX_X »

Warum werden Videospiele immer in diesen Fokus gerückt und nie Filme?
Saw, Hostel und Konsorten sind gestört wie noch was, aber das scheint niemanden zu interessieren?
johndoe702031
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Re: Far Cry 3: Gewalt und Töten in der Erzählung

Beitrag von johndoe702031 »

X_MCX_X hat geschrieben:Warum werden Videospiele immer in diesen Fokus gerückt und nie Filme?
Saw, Hostel und Konsorten sind gestört wie noch was, aber das scheint niemanden zu interessieren?
Weil Filme allgemein mehr Narrenfreiheit als anerkannte Kunstform genießen, während die schäbigen Spiele im Zweifelsfall nur geisteskranker Input für angehende Amokläufer sind. Kennt man doch. Davon abgesehen wurden aber auch Saw und Hostel und viele andere (selbst Funny Games etc.) unter dem Schlagwort "torture-porn" sehr kontrovers diskutiert.

Aber in diesem Fall muss man leider konstatieren, dass die Spieler selbst ihre Spiele in diesen seltsamen Fokus rücken. Der Ubi-Mensch hat eigentlich nur verkündet, dass sich die Aktionen auf der Gameplayebene (im Falle eines nicht-rein-kompetitiven Shooters halt das vielfache virtuelle "Töten") in irgendeiner Form in der Story niederschlagen, jedenfalls nicht vollständig ignoriert werden sollten. An sich ein löblicher und einleuchtender, fast harmloser Ansatz, wenngleich das vermutlich ziemliches Marketing-Gewäsch ist und die konkrete Umsetzung noch völlig im Unklaren bleibt. Der Rest wird hier fröhlich von Spielerseite reininterpretiert. Vermutlich, weil die Gewalt-Debatte rund um das Statement von Warren Spector noch in den Köpfen rumspukt. Das war aber ein ganz anderer Schwerpunkt, nämlich ein moralisch-wertender.
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Mogwai180
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Beitrag von Mogwai180 »

Man darf nicht vergessen das die Thematik bei Militärshootern und Shootern wie Far cry nicht die selbe ist das wird leider viel zu oft verwechselt . Militär shooter wie cod setzen auf realistische Gewaltdarstellung des krieges und versuchen dadurch ihr produkt an den mann zu bringen . Far cry setzt auf Gewalt um der story eine authentizität zu verleihen . Beides finde ich in Ordnung solange es in einem gewissen Rahmen bleibt
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DextersKomplize
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Beitrag von DextersKomplize »

X_MCX_X hat geschrieben:Warum werden Videospiele immer in diesen Fokus gerückt und nie Filme?
Saw, Hostel und Konsorten sind gestört wie noch was, aber das scheint niemanden zu interessieren?
Argh, einen starken Genrefilm wie Saw mit einem billigen Hypemovie wie Hostel zu vergleichen ....
Bitte sag mir das du Saw 2-7 (oder wo auch immer die grad dran sind) meinst, dann wäre das noch zu verkraften ... ^^

Aber gerade Saw 1 ist ein richtig guter Film der natürlich schockiert, aber die besten Szenen sind ja nicht die, wo jmd gefoltert wird, sondern das "Duell" der 2 Männer die in dem Raum da aufwachen.
Imho grandios gespielt, die Gewalt war da nicht im Mittelpunkt, sondern die Geschichte.
Das änderte sich dann ab Saw 2 und spätestens ab Teil 3 sind wir bei einem reinen Slashermovie angekommen.

Wollt's nur mal gesagt haben ...
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DoubleR88
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Beitrag von DoubleR88 »

DextersKomplize hat geschrieben:
X_MCX_X hat geschrieben:Warum werden Videospiele immer in diesen Fokus gerückt und nie Filme?
Saw, Hostel und Konsorten sind gestört wie noch was, aber das scheint niemanden zu interessieren?
Argh, einen starken Genrefilm wie Saw mit einem billigen Hypemovie wie Hostel zu vergleichen ....
Bitte sag mir das du Saw 2-7 (oder wo auch immer die grad dran sind) meinst, dann wäre das noch zu verkraften ... ^^

Aber gerade Saw 1 ist ein richtig guter Film der natürlich schockiert, aber die besten Szenen sind ja nicht die, wo jmd gefoltert wird, sondern das "Duell" der 2 Männer die in dem Raum da aufwachen.
Imho grandios gespielt, die Gewalt war da nicht im Mittelpunkt, sondern die Geschichte.
Das änderte sich dann ab Saw 2 und spätestens ab Teil 3 sind wir bei einem reinen Slashermovie angekommen.

Wollt's nur mal gesagt haben ...
es geht hier nicht darum welcher Saw-Teil besser ist, sondern um die von dir zitierte Frage.
Ob Hostel oder Saw, ist doch alles der selbe Splatter Mist.
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Frontschwein91
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Beitrag von Frontschwein91 »

Mogwai180 hat geschrieben:Man darf nicht vergessen das die Thematik bei Militärshootern und Shootern wie Far cry nicht die selbe ist das wird leider viel zu oft verwechselt . Militär shooter wie cod setzen auf realistische Gewaltdarstellung des krieges und versuchen dadurch ihr produkt an den mann zu bringen . Far cry setzt auf Gewalt um der story eine authentizität zu verleihen . Beides finde ich in Ordnung solange es in einem gewissen Rahmen bleibt
Also für mich persönlich gibts da eigentlich gar keine grenze, aber ich wollt nur mal anmerken das das brutale verwunden durch en snipe schuss und dann denjenigen zu töten der den verwundeten wegbringt auch sehr brutal war.
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Queequeg
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Beitrag von Queequeg »

Ich will ein Pornospiel ... aber ist ja mehr oder weniger verboten, weil ficken ja viel schlimmer als Töten ist... :(
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crewmate
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Beitrag von crewmate »

Queequeg hat geschrieben:Ich will ein Pornospiel ... aber ist ja mehr oder weniger verboten, weil ficken ja viel schlimmer als Töten ist... :(
Es gibt einen ganzen Haufen aus Hentai und Sexspielen.
Und nein, ich werde keines Nennen.

Davon ab gilt das "Sex schlimmer als Gewalt" vor allem in den USA und Japan. In Deutschland ist es mehr Gewalt als ein Nippel.
mueranda
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Beitrag von mueranda »

Chaftain hat geschrieben: Detail Getru die Vergewaltigung einer Frau nachspielen,die Folterung eines Menschen detailgetreu nachspielen u.s.w....und die gibt es gottseihdank nicht in Video spielen.
Du glaubst gar nicht, was es so alles gibt... auch wenns sowas von widerlich ist.

Man spielt Spiele, um unterhalten zu werden, wobei es von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist, was man als "Unterhaltung" definiert und einer der kleinsten gemeinsamen Nenner ist Gewalt, was eine unserer Triebe anspricht. Das Gleiche gilt für zwischenmenschliche Beziehungen und der Sammeltrieb.