Zugegeben, es ist nicht so schön, dass für die meisten später erschienenen Bethesda-Titel keine spezielle Fassung existiert, in der die Existenz einer Maus besser eingebaut ist. Man muss aber auch sehen, dass eine Spezialisierung für den PC und eine weitere Fassung für Konsolensteuerung nochmal ein nicht unerheblicher Extra-Aufwand ist, dessen Sinn ökonomisch gesehen hinkt. Mir fallen spontan zwei Dinge, ein, die mich bei Skyrim in Punkto Konsolenport gestört haben: Die Anvisierung der Dialogthemen mittels Maus ist unnötig fummelig und man verklickt sich schonmal, was man allerdings auch bei nem Konsolenport hätte besser lösen können. Und das Inventar ist durch eine Übersicht, die aus Einträgen statt Bildern besteht, etwas unübersichtlich, vorallendingen bei größeren Mengen einzelner Einträge.Die Xbox-Version von Morrowind ist kein Gegenargument für meine Behauptung, das ist Ihnen aber auch schon klar, oder? Die Frage ist doch, wie hat sich die TES-Reihe seit dem entwickelt. Und wenn ich Skyrim mir für den PC angucke, die ursprüngliche Heimatplattform, es sich dort aber wie ein verkappter Konsolenport spielt, dann ist es sehr wohl ersichtlich, daß sich die TES-Reihe von einem PC-Spiel mti Tiefgang zu einem Konsolen-Spiel ohne Tiefgang entwickelt hat. Und auch um den nächsten Konter gleich vorwegzunehmen: ich behaupte nicht, daß Skyrim null Tiefgang hat, weil es in erster Linie ein Konsolenspiel ist, sondern daß Skyrim ein Konsolenspiel ist UND null Tiefgang hat. Warum es so ist, soll jeder für sich selbst entscheiden. Ist ja nicht so, als ob man auf Konsole nicht auch anspruchsvollere Spiele machen könnte, gerade das eher actionlastige Kampfsystem ist eigentlich sehr gut für Konsole geeignet. Ein Kampfsystem wie in Dark Souls ist aber anscheinend nicht mainstream genug. Um nur mal ein Punkt von vielen hervorzuheben.
Beides ist ärgerlich und es wäre schön, wenn das behoben würde. Das wars aber auch schon. Dadurch wird mir Skyrim nicht madig gemacht, genauso wie mir Stalker durch die vielen Bugs nicht madig gemacht wird.
Was den Tiefgang angeht, erklärt bei solchen Wörtern doch mal bitte, was ihr damit genau meint. Emotionaler Tiefgang? Bei TES-Spielen nie präsent, da machen auch Arena, Daggerfall und Morrowind keine Ausnahme. Intellektueller Tiefgang? Bei TES musste man auch nie sehr viel nachdenken, sich lediglich viel Kanon merken. Die Serie bürdet einem nur selten wirklich herausfordernde Denkszenarien an, die Stärken liegen woanders.
Kanonischer Tiefgang? Das Universum von Nirn ist mit Skyrim nicht degeneriert. Nach wie vor gibt es die meisten der alten Bücher, die einem einen guten Überblick geben, sowie viele neue. Auch ist der Kanon durchaus in die Welt von Skyrim eingearbeitet worden. Zum Beispiel taucht der Psijic-Orden bereits früh im Standard-Geschichtswerk namentlich auf, wird in Skyrim dann erstmals in eine Story eingearbeitet. Ähnlich verhält es sich mit Potema.
Der Unterschied zu früher ist, das man in Morrowind sehr viel investigativer vorgehen muss, um die Geschichte kennen zu lernen, d.h. alle Dialoge ausführlich lesen und ggf. Bücher studieren. Das ist in den neueren Titeln nicht mehr so nötig, möglich ist es dennoch. Insofern, ein guter Kompromiss.
Also, ist mit Tiefgang eine der bereits gegenargumentierten Bezeichnungen gemeint oder eine nochmal neue?
PS: Eine PC-spezialisierte Fassung würde einem übrigens auch die Möglichkeit nehmen, den XBox-Controller zu verwenden, was gerade für die Leute ideal ist, die gerne Konsolensteuerung haben möchten, allerdings nicht auf Grafik und Mods verzichten möchten.

