Allgemein: EU: Weiterverkauf von Download-Software erlaubt

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danke15jahre4p
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Re: Allgemein: EU: Weiterverkauf von Download-Software erlau

Beitrag von danke15jahre4p »

PixelMurder hat geschrieben:
Wigggenz hat geschrieben:Aktuelle Kopierschutzmaßnahmen verhindern nicht, dass raubkopiert wid.
Aber sie stellen trotzdem eine notwendige Schwelle dar, damit nicht der letzte PC-Noob ebenfalls kopieren kann. Du forderst ja sicher auch nicht, dass man Tür-Schlösser demontiert, weil sie ein guter Schlossknacker problemlos öffnen kann.
ich fordere aber auf, vergleiche auf ihren sinn her zu prüfen bevor man sie bringt, denn dein vergleich hinkt gewaltig aber das weisst du auch selbst!

selbst wenn ein kopierschutz es schafft ein spiel über einen längeren zeitraum hinweg zu "schützen" bedeutet das noch lange nicht, dass die umsätze zwingend größer werden; ergo = kopierschutz sehr fragwürdig!

greetingz
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The Incredible Hojo
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Re: Allgemein: EU: Weiterverkauf von Download-Software erlau

Beitrag von The Incredible Hojo »

Vergleiche hinken in diesem Fall immer, weil eben Türschlösser, Autos, Mord, Diebstahl von beweglichen Sachen etc.halt nicht digital ist. Aber in Fabeln sprechen ja auch Tiere, und trotzdem kann man daraus seine Lehren ziehen..
Trotzdem sind wir wieder in der Endlosschleife der Raubkopierer-Diskussion, naja sei's drum.
Hier werden von Seiten der "Alles online - alles meins" Fraktion eben genau diese Argumente immer wieder gebracht: DRM schafft erst Raubkopien. DRM ist Gängelung und deshalb muss man am Vertreiber vorbei an das Spiel kommen. Spiele ohne DRM werden auch gekauft und nicht gesaugt. Das sind mal so drei populäre Aussagen der Seite. Ich habe lediglich gesagt, dass das letzte Argument falsch ist, weil eben doch diese Spiele gesaugt werden. "Kopiert wird immer" ist dabei kein Argument, auch keine Rechtfertigung. Es ist müßig, irgendwelche Vergleiche heranzuziehen, aber nur, weil etwas möglich - aber illegal - ist, rechtfertigt es sich damit nicht selbst.
PixelMurder
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Re: Allgemein: EU: Weiterverkauf von Download-Software erlau

Beitrag von PixelMurder »

Es erscheint einem logisch, dass Umsätze sinken, wenn ausgiebig raubkopiert wird, aber jetzt mal ganz unabhängig von Gesetzen und Ökonomie ist Raubkopie ganz einfach nur Diebstahl und es braucht Hürden, diesen zu begehen, auch wenn die eigentlich ungenügend sind.
Und wenn ich mich mal in einen Hersteller reinfühle, dann sehe ich das nun mal ganz ohne Marktforschung und harte Fakten als problematisch, wenn der letzte Noob völlig problemlos kopieren kann, statt nur diejenigen, die ein wenig kriminelle Energie dafür aufwenden.
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Kajetan
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Re: Allgemein: EU: Weiterverkauf von Download-Software erlau

Beitrag von Kajetan »

leifman hat geschrieben:selbst wenn ein kopierschutz es schafft ein spiel über einen längeren zeitraum hinweg zu "schützen" bedeutet das noch lange nicht, dass die umsätze zwingend größer werden; ergo = kopierschutz sehr fragwürdig!
Als Starforce eingeführt wurde, konnte dieser Kopierschutz erst nach ca. einem dreiviertel Jahr geknackt werden. Was einen einsamen Rekord für rein software-basierte Kopierschutz-Systeme für Massenmarktinhalte darstellt.

Daraufhin haben viele Publisher auf Starforce gesetzt, weil sie dachten jetzt die Lösung für alle Probleme zu haben. Knapp zwei Jahre später haben die meisten Publisher Starforce wieder rausgeworfen, weil der öffentliche Shitstorm über dieses Spielverhinderungssystem so groß geworden ist, dass die Umsätze bedroht wurden. Beispiel Ubisoft und HoMM5, als die Fanbasis sehr überzeugend darlegte, dass man nicht bereit ist das Spiel zu kaufen, wenn Starforce verwendet wird. Auch innerhalb der Firmen war Starforce massiv umstritten, weil Entwickler IHR Spiel zu Hause nicht von der Belegkopie zocken konnten, weil Starforce erfolgreich den Spielstart verhinderte.

Was zum Kern der Kopierschutz-Problematik führt. Ein weicher Kopierschutz, der dem regulären Kunden nicht im Wege steht, ist in kurzer Zeit geknackt und somit reinste Verschwendung von Lizenzgebühren an den Hersteller des Kopierschutzes. Ein harter Kopierschutz, der nur mit massivem Aufwand zu knacken ist, erzeugt aber beim regulären Nutzer derart viel Probleme, dass er zur Bedrohung des Umsatzes wird, weil der Kunde irgendwann die Faxen dick hat und zum Ex-Kunden mutiert. Das sind die technischen Rahmenbedingungen, welche die Wirksamkeit eines Kopierschutzes und die Attraktivität des damit "geschützten" Inhaltes definieren. Entweder, oder. Kundenfreundlich und wirksam geht nicht zusammen. Das eine schliesst automatisch das andere aus.

Und da es bis heute noch keinen einzigen Beweis für die angebliche Schädlichkeit von Schwarzkopien auf den Umsatz gibt, heisst die logische Konsequenz, dass man komplett und vollständig auf Kopierschutz-Systeme verzichtet. Den Indies hat dies nicht geschadet. Dort blühen und gedeihen seit Jahren die Umsätze, obwohl viele Indie-Spiele ohne Kopierschutz daherkommen, bzw. maximal nur mit Steam verdongelt werden, welches Release-Groups nachts um Drei im Halbschlaf auf der linken Arschbacke in wenigen Minuten aus den Spieledaten herauspoken.

Somit bleibt den Befürwortern von Kopierschutz-Systemen nur das Herumreiten auf Moral und verletzten Gefühlen. Keine wirklich überzeugenden Argumente für eine Branche, in der es nur ums Geld geht.
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Mirabai
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Re: Allgemein: EU: Weiterverkauf von Download-Software erlau

Beitrag von Mirabai »

The Incredible Hojo hat geschrieben:
Mirabai hat geschrieben:
mr archer hat geschrieben: Wenn sich allerdings mein Produktangebot hauptsächlich an Pubertierende ohne eigenes Einkommen richtet - dann muss ich mich nicht wundern.
This.

Vorallem wenn das Spiel dann auch noch 69,99€ kostet.
Durchschnittlicher Preis für ein Konsolenspiel 2011: 39,00 EUR...
Ehrlich gesagt ist mir egal was Wii Sports, HD Remake XYZ oder cinetec star wars kosten.
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danke15jahre4p
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Re: Allgemein: EU: Weiterverkauf von Download-Software erlau

Beitrag von danke15jahre4p »

The Incredible Hojo hat geschrieben:Trotzdem sind wir wieder in der Endlosschleife der Raubkopierer-Diskussion, naja sei's drum.
Hier werden von Seiten der "Alles online - alles meins" Fraktion...
und was willst du mit der angeblichen "alles online - alles meins" fraktion denn tuen? sie erziehen? sie zwingen spiele zu kaufen?

meinst du ernsthaft das sichert dir auf dauer einen stabilen absatz? du dringst mit deinem produkt in einen hart umkämpften markt und hoffst auf moral und zwang? seriously?

wer denkt damit erfolgreich zu sein geht schneller baden als er gucken kann und wer is dann dennoch letztendlich schuld? der raubkopierer, nicht wahr? es kann ja alles so einfach sein...

ernsthaft, der softwaremarkt generiert genug umsatz um dort mit der richtigen einstellung, einer richtigen kalkulation und einem richtigen team geld verdienen zu können!

wenn du allerdings auf moral und zwang baust, schauffelst du dir dein eigenes grab und hast nix verstanden!

greetingz
PixelMurder
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Re: Allgemein: EU: Weiterverkauf von Download-Software erlau

Beitrag von PixelMurder »

Bin ja nicht gerade ein Moral-Apostel, aber müssen sich Leute inzwischen tasächlich rechtfertigen, wenn sie Raubkopie als Diebstahl bezeichnen und ein gewisses Verständnis für Hersteller aufbringen?
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Kajetan
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Re: Allgemein: EU: Weiterverkauf von Download-Software erlau

Beitrag von Kajetan »

PixelMurder hat geschrieben:Bin ja nicht gerade ein Moral-Apostel, aber müssen sich Leute inzwischen tasächlich rechtfertigen, wenn sie Raubkopie als Diebstahl bezeichnen und ein gewisses Verständnis für Hersteller aufbringen?
Nein. müssen sie nicht. Wenn Du dieser Meinung bist, dann bist Du dieser Meinung. Diese Meinung hat aber nichts mit der real existierenden Marktrealität zu tun, in der ein Kopierschutz oftmals nur die Funktion erfüllt bestimmte Punkte im Business-Plan unter "Mögliche Gefahren und Gegenmaßnahmen" abzuhaken. Firmen scheren sich einen Dreck um "Moral" und "Anstand". Da ist man nur an zwei Dingen interessiert: Viel Umsatz machen und die Investoren glücklich halten.

In den Vorstandsetagen der Publisher weiß man ganz genau, wie sinnlos und nutzlos ein Kopierschutz ist. Er wird daher nur verwendet, um die Investoren zu beruhigen, die von dieser Thematik keinen blassen Schimmer haben und lediglich ein paar halbverdaute Urban Legends aus der Frühzeit der Software-Branche im Kopf haben, als man noch dachte ein Kopierschutz sei tatsächlich zu etwas Nutze. Man schaue sich einfach an, wann EA und Take2 begonnen haben Online-Securom einzusetzen, zu welchem Zeitpunkt Ubisoft ihr UBI-DRM angekündigt haben. Genau, zu einem Zeitpunkt, als sich die Kurse auf Talfahrt befanden und einige wichtige potentielle Umsatzbringer in den Startlöchern standen. So hat Take2 für Bioshock nicht Online-Securom verwendet, um die Umsätze zu schützen, sondern um die Investoren davon zu überzeugen, trotz schlechter Zahlen ihr Investment nicht zu beenden, weil doch jetzt Bioshock in den Läden steht und dieses tolle, neue DRM hat. Welches nach zwei Wochen geknackt war und somit nach der Argumentation der Kopierschutzbefürworter Bioshock zu einem kommerziellen Megafail gemacht hätte. Stattdessen hat Bioshock das Quartal und das Jahr für Take2 gerettet, weil die Leute es freiwillig (!) kaufen wollten. Abgesehen davon, hat der Großteil des Umsatzes auf der 360 stattgefunden hat, die schon damals reichlich geknackt wurde um Kopien abzuspielen.

Wirklich, orientiere Dich mehr an der tatsächlich stattfindenden Wirklichkeit und Du wirst begreifen, wie sinnlos diese Verteufelung von Schwarzkopien ist. Sie ist nicht zielführend, sie entspricht nicht der Realität, man macht sich nur selber das Leben schwer.
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danke15jahre4p
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Re: Allgemein: EU: Weiterverkauf von Download-Software erlau

Beitrag von danke15jahre4p »

PixelMurder hat geschrieben:Bin ja nicht gerade ein Moral-Apostel, aber müssen sich Leute inzwischen tasächlich rechtfertigen, wenn sie Raubkopie als Diebstahl bezeichnen und ein gewisses Verständnis für Hersteller aufbringen?
natürlich nicht!

nur bringt es doch keinen weiter, oder?

jede minute die ich mich damit beschäftige wie ich die raubkopierer zum kauf "zwingen" kann ist verschwendete zeit!

du kannst raubkopierer nicht bekehren, zumindest nicht mit drm! ganz im gegenteil, drm bürgt die gefahr, dass die eben noch treuen käufer, wie kajetan oben anhand eines beispiels aufgezeigt hat, abwandern!

also werden durch drm nicht die raubkopierer zu käufer sondern die käufer zu nicht käufern!

es ist ja auch im grunde nix gegen serials oder einmal aktivierung einzuwenden solange es den käufern nicht extrem beschneidet oder auf den keks geht!

es wird immer nach datenschutz geschrieen und man solle nicht überall sein realdaten hinterlegen weil dann die chance des missbrauches erhöht wird und dann kommen die publisher auf die idee für jedes kack-spiel einen acoount zu verlangen mit realdaten!

hast du darauf bock? eher nicht, oder?

das problem ist, dass die branche sich oft selber ein bein stellt und es dann immer wieder auf die raubkopierer schiebt, was absolut niemanden etwas bringt außer als rechtfertigung für das eigene unvermögen dient!

jeder der etwas produziert und anbietet hat das recht auf eine gegenleistung, nur die antwort auf die frage wie man die gegenleistung bekommt heisst sicherlich nicht drm!

wenn man das für sich schonmal erkannt hat macht man sich automatisch auf die suche nach neuen möglichkeiten, abseits des drm wahns, käuferschichten aufzutuen ohne die bestandskunden vor den kopf zu stoßen und nur dann hast du eine chance auf nachhaltiges, wachsendes geschäft!

greetingz
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Kajetan
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Re: Allgemein: EU: Weiterverkauf von Download-Software erlau

Beitrag von Kajetan »

leifman hat geschrieben:jeder der etwas produziert und anbietet hat das recht auf eine gegenleistung, nur die antwort auf die frage wie man die gegenleistung bekommt heisst sicherlich nicht drm!
Man sollte vor allem vermeiden aus dem Recht, mit solchen Inhalten Geld verdienen dürfen (!), einen Anspruch auf Umsatz bekommen (!) abzuleiten.

Wenn ich mir darüber bewusst bin, dass ich kein Recht auf Umsatz habe, sondern nur das Recht erhalte den aus einem eventuell entstehenden Umsatz erhaltenen Gewinn rechtmäßig behalten zu dürfen, dann vefalle ich auch nicht in die Arroganz zu denken, ich müsse den Kunden zum Umsatz zwingen, weil es ja mein verdammtes Recht ist Umsatz zu haben. Dann überlege ich mir nämlich, wie man den Kunden freiwillig (!) dazu bringen kann mir viel Geld zu geben, denn dann bin ich mir auch darüber im Klaren, dass ich keine lebensnotwendigen Produkte herstelle, sondern reine Freizeitluxusgüter, für die man Geld ausgibt, weil man das eben so möchte, wenn man gerade das Geld dafür übrig hat. Zwang funktioniert hier nicht!
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The Incredible Hojo
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Re: Allgemein: EU: Weiterverkauf von Download-Software erlau

Beitrag von The Incredible Hojo »

Nochmal: Ich bin kein Fan von DRM. Ich boykottiere auch, wenn es mir persönlich zu viel wird. Ich wiederhole mich in diesem Forum aber, wenn ich sage, dass Boykott "Nicht kaufen=nicht besitzen" bedeutet. Alles andere ist Bigotterie, die mir im Bezug auf Moral so häufig vorgeworfen wird.
Aber genauso, wie Publisher Raubkopierer als Vorwand nutzen, dieses DRM zu nutzen, argumentieren die Raubkopierer, dass dieses DRM Leute zum Saugen treibt. Beides ist halt eben falsch. Es funktioniert nicht, wenn sich nur einer bewegen muss. Wenn ich lese, dass eben auch DRM daran Schuld ist, dass Leute das Zeug saugen, dann ist das 50% Bequemlichkeit, 30% Vorwand und 20% Wahrheit. Wenn Firmen sagen, dass DRM wegen Raubkopien und Umsatzeinbußen eingesetzt wird, dann ist das 50% Unvermögen, 30% Bequemlichkeit und 20% Wahrheit. Aber weder der eine noch der andere will sich bewegen. Und ich bin eben auf die Argumentation der Sauger eingegangen, dass "sowieso immer kopiert wird, das ist heute so. Kopieren gab es schon immer und wird es immer geben." Punkt, Fakt, Ende der Argumentation. Damit bewege ich mich doch als Spielergemeinde von meinem Standpunkt weg, wenn ich dem Rechteverwerter sage "Du kannst machen was du willst, dein Zeug wird sowieso in nicht unerheblicher Zahl illegal unter die Leute kommen. Da können wir auch nix machen, that's life" Aber warum wird sich dann über das Argument der Industrie beschwert, die sagt "Um überhaupt irgendwo eine Schwelle zu setzen, nutzen wir DRM um unsere Ware so gut wie möglich gegen Mißbrauch zu schützen. Da können wir auch nix machen, that's life."
Indies wachsen, es gibt immer mehr kleine Studios, die direkt über den digitalen Vertrieb ihre manchmal sehr guten Produkte an den Spieler bringen, aber auch hier ist doch nicht der fehlende Einsatz von DRM immer rein caritativ: Manche Studios können sich das einfach finanziell nicht leisten. Es klingt aber besser, wenn ein Sprecher des Studios dann sagt: "Wir bauen auf die ehrlichen Spieler. Kopiert wird sowieso, aber wir sind Freunde der Spieler und wollen die nicht gängeln." Ein PR-Fuzzie eines Indie-Labels unterscheidet sich nicht von dem eines Majors.

Natürlich gibt es auch kein Recht auf Umsatz, wäre ja Quatsch und habe ich auch nicht gesagt. Auch nicht, dass Majors auf Moral oder anderen Dingen als Umsatz und Gewinn aus sind. Was für wirtschaftlich ausgerichtete Unternehmen auch nichts Böses ist. Aber auch für ihre Ware ergibt sich das gleiche wie für adidas: Wer deren Ware unerlaubt vervielfältigt und in Umlauf bringt, begeht ein Unrecht und kann bestraft werden. Ebenso hat der Lieferant der Ware das Recht, sich gegen solche Aktionen zu schützen. Bei adidas rennen halt am Hafen und auf der ispo Leute vom Zoll rum und kontrollieren das, bei digitaler Ware geht es halt nur anders.
Was gegen Sauger helfen würde? Bessere Aufklärungsraten, wer wann was runterlädt und schon bei Erstvergehen eine Geldstrafe i.H.v. mindestens 2.000 EUR. Wenn 80% der Sauger erwischt würden und diese jeweils mindestens diesen Betrag für ein Spiel oder auch nur ein Teil davon zahlen müssen, dann würden Tausende davon Abstand nehmen. Würden die alle das Spiel für 69 EUR kaufen? Nein, wahrscheinlich nicht. Darum geht es aber nicht. Und auch wenn alle "Doch, genau darum, die Industrie sagt es ja immer so!" schreien, darum geht es wirklich nicht. Man muss die (Falsch)Aussage der Industrie bezüglich DRM von der illegalen Tat trennen, weil sie nichts miteinander zu tun haben. Das eine ist Schutz vor unerlaubter Vervielfältigung mit fragwürdiger Effektivität, das andere eine illegale Handlung.
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Kajetan
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Re: Allgemein: EU: Weiterverkauf von Download-Software erlau

Beitrag von Kajetan »

The Incredible Hojo hat geschrieben:Was gegen Sauger helfen würde?
NICHTS! Nichts hilft gegen Sauger.

Man muss endlich damit aufhören ums Verrecken in Saugern ein Problem sehen zu wollen. Seit mehr als 30 (!) Jahren hat man es nicht geschafft hat einen Beweis für die angebliche Schädlichkeit von Schwarzkopien zu liefern. Warum also sollte ich mich mit diesen Leuten beschäftigen?

Es ist eine fundamentale Eigenschaft digitaler Information, dass sie schnell und leicht kopierbar ist. Kopien lassen sich nicht verhindern. Man muss lernen damit zu leben. Man muss lernen Kopien zu ignorieren. Man muss als Anbieter lernen, dass es scheissegal ist, dass es überhaupt keine Rolle spielt, ob viele oder wenige meine Inhalte für lau beziehen, denn auf die kommt es nicht an. Es kommt nur darauf an, wieviele Leute ich zu einer freiwilligen (!) Geldausgabe überreden kann, selbst wenn sie den Inhalt für lau bekommen könnten.

Und jetzt kommt das Schöne an Videospielen: Die emotionale Bindung zwischen Spieler und Spiel bietet den perfekten Ansatzpunkt, um mit einem Produkt, welches man kostenlos bekommen kann, TROTZDEM genügend Umsatz erzeugen kann, um davon ordentlich Gewinn zu machen. Wenn man das verstanden hat, dann kümmert man sich nicht mehr um irgendwelche Kopien. Dann kümmert man sich nur noch darum, dem potentiellen Kunden ein möglichst attraktives Angebot zu machen, damit dieser freiwillig Geld ausgibt, auch wenn er alles für umme haben kann.

DAS ist die Art und Weise, wie man im Digitalen Zeitalter gute Geschäfte macht. Nicht künstlich Zäune errichten, sondern dem Kunden a) das Kaufen so einfach wie möglich machen und b) ihn für den Kauf belohnen und nicht bestrafen, damit er beim nächsten Mal wiederkommt und vielleicht sogar ein paar Freunde mitbringt.

So bietet Valve dem Kunden jede Menge zusätzliche Features wie Achievements und Community-Funktionen und eine sehr, SEHR bequeme und einfache Art Inhalte zu erwerben. Bei Valve ist nach eigener Aussage keine Rede mehr von Kopien. Steam als Kopierschutz ist ja auch ein Witz. Valve hat verstanden, wie man die Kunden mit positiven Merkmalen an sich binden kann. So sehr, dass es genug Steam-Kunden gibt, die mittlerweile nur noch via Steam Spiele kaufen wollen.

Mit Zwang erreicht man dies nicht. Nur mit einer hohen Attraktivität und viel positivem, konstruktivem Handeln. Steam ist megaerfolgreich. GOG.com mit ihrer ausdrücklichen Anti-DRM-Politik ist mittlerweile so erfolgreich, dass man sich in den kommenden Jahren als überzeugende Alternative zu Steam etablieren kann. Und zwar nicht nur mit alten Titeln aus der DOS-Ära, sondern mit aktuellen Indie-Spielen und nicht ganz so alten Spielen der Majors. Ubisoft ist dabei interessanterweise derjenige Major Publisher, der als erster damit angefangen auch halbwegs aktuelle Spiele wie Assassins Creed auf GOG.com verfügbar zu machen. Ohne Ubi-DRM :)

Ja, natürlich gibt es viele GOG-Packages auch als Schwarzkopie. Aber das ist scheissegal, weil die Geschäfte gut laufen, weil man genügend zahlende Kundschaft hat. Und nur darauf kommt es an.
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The Incredible Hojo
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Re: Allgemein: EU: Weiterverkauf von Download-Software erlau

Beitrag von The Incredible Hojo »

Die Methode, Kopien Kopien sein zu lassen und sich darum zu kümmern, Leute zum Kaufen zu bewegen, funktioniert aber auch nicht richtig. Es zeigt sich ja, dass es anteilig immer die einigermaßen gleiche Menge an Kopien gibt, Schadensfrage sei mal dahingestellt. Rein aus der Theorie heraus müsste zumindest der Anteil der Gesaugten sinken, sobald ein Hersteller ohne DRM spieler- und kundenfreundliche Spiele herausbringt. DAss sich Kopien nie ganz vermeiden lassen, ist auch klar, aber der Beständige und in der Vergangenheit gewachsene Anteil von illegalen Downloads im Verhältnis zu Originalen zeigt, dass es eben so auch nicht funktioniert.
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Re: Allgemein: EU: Weiterverkauf von Download-Software erlau

Beitrag von Kajetan »

The Incredible Hojo hat geschrieben:Die Methode, Kopien Kopien sein zu lassen und sich darum zu kümmern, Leute zum Kaufen zu bewegen, funktioniert aber auch nicht richtig.
Doch. Weil es SCHEISS-EGAL ist, ob es Kopien gibt oder nicht. Es spielt keine Rolle, ob es zehnmal oder hundertmal mehr Kopien als verkaufte Einheiten gibt. Weil es nur auf die Zahl der verkauften Einheiten ankommt und nur darauf.

Du denkst immer noch, man müsse Kopien verhindern. Genau mit dieser rein destruktiven Haltung gewinnt man aber keinen Blumentopf. Schau Dir doch mal das Schicksal der Musikindustrie an:

Jahrelang hat man mit Klagewellen, Kopierschutz und DRM-verdongelten Einkaufsportalen versucht die Anzahl der Kopien zu senken. Was man damit geschafft hat: Weiterhin anhaltender Niedergang der CD-Umsätze, ein extrem miserables Image (und das in einer Branche, die nur von Emotionen lebt) und ein quasi nicht existenter legaler Download-Markt. Die Situation war so katastrophal, dass irgendwann die Investoren die großen Labels förmlich zur Aufgabe der bisherigen Politik gezwungen haben. Es gibt keinen Kopierschutz mehr auf CDs und digital wird Musik als DRM-freies MP3 ohne Wasserzeichen verkloppt. Also Folge davon haben sich die CD-Verkäufe sogar leicht erholt und vor allem in den USA ist der legale Download-Markt derart stark gewachsen, dass man bald die Rückgänge im CD-Geschäft ausgeglichen hat, bald wieder die Goldenen Zeiten der späten 90er erreichen wird.

Zu versuchen Kopien zu verhindern ist der grundfalscheste Ansatz, den man hier wählen kann. Stattdessen muss man herausfinden, was die Kunden wollen, wie sie einkaufen und konsumieren wollen und dann Inhalte genauso anbieten. Dann fließt das Geld fast von alleine :)

Ob es dann noch Kopien gibt oder nicht, das spielt, ich wiederhole, überhaupt keine Rolle.
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The Incredible Hojo
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Re: Allgemein: EU: Weiterverkauf von Download-Software erlau

Beitrag von The Incredible Hojo »

Du hast mein Argument nicht verstanden. Ich lasse mal Kopien außen vor, ich gehe von deiner Welt aus und sage "Sind irrelevant". Ich bin Entwickler und möchte mit Spielen mein Geld verdienen. Ich sage mit Absicht nicht "Spiele für Spieler", denn das ist auch bei Indies Quatsch. Es gibt eine Idee, es gibt ein Projekt, es gibt eine Umsetzung, es gibt ein Produkt. Ich versuche jetzt, das Produkt an den Markt zu bringen. Ich verzichte auf jegliche DRM, denn ich blende Sauger mal aus. Ich habe also genau so ein Produkt, das du verlangst - aber es funktioniert nicht in diesem Maße, wie ich es erwarte oder benötige.
Ich verlange Geld für mein Produkt, welches zeitgleich kostenlos im Netz angeboten wird, das ist das Problem. Aber ich kann ja schlecht mein Produkt umsonst anbieten, ich hatte ja Kosten. Ich habe alle deine Kriterien erfüllt, aber es rechnet sich kaum. Ich will vielleicht sogar den erhofften Wechsel in ein Genre bringen, habe Ideen, habe Entwickler, aber mir fehlt das Geld. Ich kann also Fundraising einsetzen, dann brauche ich aber schon mal einen Ruf, einen Namen. Für Titel xyz, der das shooter-Genre revolutionieren soll, lässt ja kaum einer was springen.
Warum wird mein Titel nicht gekauft, der ja alle Anforderungen der "neuen Zeit" erfüllt? Mag es nicht auch daran liegen, dass sich meine digitale Distribution, die aber Geld verlangt, mit kostenlosen Angeboten messen lassen muss?
Ich kann als Publisher (oder auch Entwickler in Personalunion) nicht die Kopien außer Acht lassen, denn sonst belüge ich mich selber.

Dass Indies wie thatgamecompany sich jetzt ganz lösen können und völlig frei fungieren, ist die klassische Ausnahme.