Stimmt schon, in der Filmbranche ist es sicher ähnlich anstrengend und chaotisch- ein paar Erfahrungen durfte ich da selbst auch schon machen. Ich glaube aber dass die Geldgeber und Entscheidungsräger bei Computerspielen viel eher versucht sind während der ganzen Produktionsphase einzugreifen und Dinge umzukrempeln, als beim Film. Wenn da erstmal ein gewisser Teil abgedreht ist werden Änderungen wie z.B. Nordkoreaner statt Chinesen richtig teuer, weil schon alleine wegen der Uniformen und Flaggen alles neu gedreht werden müßte. Bei Spielen kann man in so einem Fall einfach sagen "Naja, wechselt eben schnell die Texturen aus und schreibt den Text um."Deimos hat geschrieben:So wie in so ziemlich jeder anderen Branche, in der ein hoher Konkurrenzdruck ohne Absatzsicherheiten herrscht, wobei KAOS/THQ es sich ja auch extra schwer dadurch gemacht haben, dass sie es ausgerechnet mit dem größten Platzhirschen aufnehmen wollten, und dass, obwohl Produktions- und Marketingbudget es eigentlich nicht zulassen.KONNAITN hat geschrieben:Ziemlich interessant zu lesen was da so alles während einer Produktion abläuft. Ich glaube in dieser Branche zu arbeiten macht echt keinen Spaß (mehr?).
Ist in der Filmbranche aber auch nicht besser wenn nicht gar schlimmer, ich sage nur John Carter - sollte die Antwort von Disney auf Avatar sein und ist nun der größte Filmflop aller Zeiten.
Homefront: "Nordkorea war Chefvorgabe"
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Re: Homefront: "Nordkorea war Chefvorgabe"
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Re: Homefront: "Nordkorea war Chefvorgabe"
Das wusst ich schon: Disney blickte etwa in den 80ern auf den enormen Kassenerfolg von Star Wars, sie wollten eine eigene lukrative Sci-Fi-Filmserie aufbauen, und da fiel ihnen die kurz zuvor erworbene John-Carter-Lizenz ein - aber der erste Filmumsetzungs-Versuch schlug wohl fehl (weiß nicht mehr warum). Nach dem enormen Erfolg von Avatar starteten sie dann den zweiten Versuch (mit so einer Lizenz im Rücken muss man sich wohl auch nicht mehr viel Mühe beim Drehbuchschreiben geben - sehr passend für die Hollywood-Drehbuchautoren der heutigen Generation).Das könnte auch daran gelegen haben, dass heute keiner mehr weiß, wer John Carter überhaupt war. Alle denken fälschlicherweise, der Filme hätte arg von Avatar und Star Wars abgekupfert, dabei basiert der Film auf einer Buchreihe aus dem frühen 20. Jahrhundert.
Was ich mit meinem Post eigentlich sagen wollte war, dass in der Filmbranche selbst Multimillionenproduktionen, die auch gar nicht so schlechte Kritiken einfahren, vor nichts sicher sind.
Das stimmt, ich glaub mich auch daran erinnern zu können, dass eine interne Debatte um das Drehbuch und die Hongkong-Szene von The Dark Knight bestand, weil Warner so den chinesischen Markt verlor. Aber die Änderungskosten dürften wohl zu hoch gewesen sein, und Nolan bestand auf diese "aktualisierte" Story.Ich glaube aber dass die Geldgeber und Entscheidungsräger bei Computerspielen viel eher versucht sind während der ganzen Produktionsphase einzugreifen und Dinge umzukrempeln, als beim Film. Wenn da erstmal ein gewisser Teil abgedreht ist werden Änderungen wie z.B. Nordkoreaner statt Chinesen richtig teuer, weil schon alleine wegen der Uniformen und Flaggen alles neu gedreht werden müßte.
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Re: Homefront: "Nordkorea war Chefvorgabe"
Es soll mir mal einer zeigen wie man mit solch lächerlichen Arbeitszeiten, wenig Freiraum, Stress vom Chef, Stress im Privatleben und Stress im Job kreative Leute dazu ermutigt, kreative Arbeit zu verrichten.
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Re: Homefront: "Nordkorea war Chefvorgabe"
Autsch.Das sei so weit gegangen, dass man eine Spec Ops-Mission aus Modern Warfare 2 in der eigenen Engine nachbaute, um zu sehen, wie weit man damit kommt, und was man noch verbessern muss.
Sehr ärgerlich.Das Team sei klar für China gewesen, habe zuletzt noch eine Koalition asiatischer Staaten vorgeschlagen. Die Idee, dass ein solch kleiner Staat die USA angreifen würde und könnte sei unplausibel und "dumm" gewesen. Die Entscheidung für Nordkorea habe sich schlecht auf die Teammoral ausgewirkt.
Und dann noch diese horrenden Arbeitszeiten, Frust und Personalabgänge am Fließband. Da kann man noch froh sein, dass Homefront kein völliger Totalausfall geworden ist. Ich glaube auf den Entwicklern rumzuhacken, wenn das Spiel mal nicht der Hit wird, geht was diese Branche betrifft echt am Kern vorbei. Da sitzen Leute die was können, aber ausgepresst werden wie Zitronen.
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Jim Panse
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Re: Homefront: "Nordkorea war Chefvorgabe"
Wirklich unglaublich. Stärkt mal wieder mein Bild von dem typischen Anzugträger der mit seiner Inkompetenz, egal ob in Industrie oder Politik, wirklich alles in die Scheiße reiten kann.Das sei so weit gegangen, dass man eine Spec Ops-Mission aus Modern Warfare 2 in der eigenen Engine nachbaute, um zu sehen, wie weit man damit kommt, und was man noch verbessern muss.
- JunkieXXL
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Re: Homefront: "Nordkorea war Chefvorgabe"
Wenigstens leben die Mitarbeiter noch.
Hab gerade das gelesen: http://www.welt.de/print/die_welt/wirts ... orten.html
Alter Schwede, die Arbeitsverhältnisse in manchen Unternehmen scheinen schon kriminell zu sein. Das sind die negativen Seiten des Kapitalismus. Da wird oft im Grossen wie im Kleinen die Wirtschaft über den Menschen gestellt.
Alter Schwede, die Arbeitsverhältnisse in manchen Unternehmen scheinen schon kriminell zu sein. Das sind die negativen Seiten des Kapitalismus. Da wird oft im Grossen wie im Kleinen die Wirtschaft über den Menschen gestellt.
