Das trifft höchstens auf den ersten Teil zu. Im zweiten stirbt die Frau die er liebt, der Feind der sein Leben beeinflußt hat wie kein anderer...Batman besiegt vielleicht Strange, Ras und Joker, aber gewinnt nichts. Menschen sterben, und für ihn ist das immer einer Niederlage. Und ein Funken des Zweifels kommt im Finale sehr gut durch.
Das Finale?
Die einzige tiefgreifende Frage ist dort, welches beschissener ist, das mit Joker oder das mit Strange.
Das Strange-Ende beweist, dass Batman im Spiel ein absolut flacher und auf Awesomness reduzierter Charakter ist.
"Hey Batman, hast du schon einmal darüber nachgedacht, dass vielleicht all diese Schurken nur wegen dir existieren?" - *Batman presst Strange gegen Fenster* - "Du hast Menschen getötet. Du bist böööse." - *Ras tötet Strange* - "Hey Batman, ich wollte anderen meine Weltanschauung aufzwingen und etwas gegen die Schurken der Stadt tun." - "Du hast Strange benutzt und getötet. Du bist böööse." - *beide fallen aus Fenster* - *Batman rettet sich durch blanke Awesomness* - Ras stirbt - Dummer Spruch.
(In Kurzform)
Ernsthaft, was soll das darstellen? Die gestellte Frage wird einfach beantwortet mit "es ist legitim, weil ich toll und gut bin"? Und kurz darauf den bisherigen Haupt-Antagonisten sterben lassen, nur weil er zu unsympathisch geworden ist, um ihn am Leben zu lassen? Selbiges trifft übrigens auf Joker zu.
Das Ende mit Joker ist noch inkonsequenter.
Talia verschwindet und Batman scheint ihren Tod nach seinem Sieg über Joker völig zu ignorieren. Daraus schließe ich einfach mal, dass sie im nächsten Spiel wieder auftauchen wird. Also nix mit verliert seine große Liebe.
Joker stirbt, weil er während des Spiels zum kompletten Arschloch gemacht wurde, sodass sich jeder wünscht, er würde doch endlich mal verrecken. Weil das aber durch Awesome-Pacifist Batman nicht möglich ist, lässt man ihn mit einem bescheuerten "er war so wahnsinnig, dass er seinen eigenen Tod herbeigeführt hat" sterben.
Hätte ihn Batman tatsächlich getötet, dann wäre das denkenswert gewesen. Hätte Joker Batman umgebracht, wäre es denkenswert gewesen. Gott, es wäre sogar denkenswert gewesen, wenn er ihn leben gelassen hätte.
In seiner jetzigen Form ist es aber nur "Batman gewinnt, weil er so toll ist und so pazifistisch und alle die das nicht sind müssen verlieren und Batmans Verhalten hat absolut keine Kehrseiten".
Zum einen weiß er wer Hugo Strange ist. Und das für Strange die Sicherheit der Stadt ohne Belang ist. Das Arkham City für ihn nur ein Mittel zum Zweck ist. Und zum anderen weiß er das nichts gutes dabei rauskommt wenn man die schlimmsten Verbrecher und Psychopathen einfach sich selbst überlässt.
Siehst du? Schon wieder. Weiß. Batman WEIß, dass alle böse sind und nur er gut. Batman weiß, dass Töten keine Lösung ist. Batman weiß, dass Arkham City eine bescheuerte Idee ist.
Wer sich töricht auf scheinbar richtiges Wissen verlässt, hat keine Zweifel mehr. Wer keine Zweifel hat, wird auch kein neues Wissen erlangen können.
Bitte, nenne mir eine einzige Stelle in den Spielen, an denen angedeutet wird "hätte Batman getötet, wäre das besser ausgegangen". Und nein, es geht mir hier nicht darum, dass er es tatsächlich tun soll - ich will nur eine Stelle sehen, an der ernsthaft Zweifel entstehen können.
Du redest davon, dass er von Zweifeln zerfressen wäre - aber wo? Was Batman tut, scheint immer das Richtige zu sein. Es ist langweilig, jemanden zu zu sehen, der zwar immer von Prinzipien schwärmt, aber durch diese Prinzipien stets gewinnt.
Ein wahrhaft starker Charakter bleibt Prinzipien treu, selbst wenn es nicht die beste Wahl ist.
Und vorher hat er sich nie einen Moment Zeit genommen um zu sinnieren ob das was er tut einen Sinn hat. Er wurde zum Assassinen weil seine Familie ermordet wurde. Wie viele hat er ermordet und damit ihre Familien zerstört? Ihm tut nicht leid was er anderen angetan hat. Über die Berge von Leichen die sich hinter im aufgetürmt haben denkt er nicht nach. Er tut sich selbst leid, weil er einsieht das er nur der Knecht einer Entität war.
Er tut sich nicht Leid, er erkennt es einfach.
Erneut, das Prinzip der Katarsis ist überholt. Ein Charakter muss nicht plötzlich zum Guten übertreten oder das moralisch Richtige tun, um interessant und stark zu sein.
Er weiß durchaus, dass er anderer Leute Familien zerstört hat, auch wenn er es in seiner Jugend nicht recht wahr haben will, aber auch das ist Charakterentwicklung.
All deine Argumente sind leicht mit dem zu entkräften, was ich schon ein dutzend Mal gesagt habe: Starke Charaktere müssen nicht richtig handeln. Starke Charaktere müssen keine Vorbilder sein. Starke Charaktere müssen nicht von Gewalt abkehren.
Starke Charaktere müssen sich lediglich darüber im Klaren sein, ob sie das sind und überhaupt sein wollen.
Ezio ist kein gewaltverherrlichender Charakter. Er geht schlicht und ergreifend einen Weg der Gewalt und Desmond beobachtet ihn aus der Gegenwart und wird wohl auch irgendwann den Weg der Gewalt gehen. Aber, und das ist der Punkt, sie gewinnen deshalb nicht zwangsläufig.
Das ist der gravierende Unterschied zu Batman. Batman gewinnt, weil er Pazifist ist und es wird klar gezeigt, dass alle verlieren, die eben keine Pazifisten sind.
Ezio löst zwar einige Probleme mit seiner Gewalt, aber er scheitert eben auch. Gerade retroperspektiv, durch die Augen von Desmond sieht man das. Du findest oft genug Stellen in den Spielen, bspw. in den Datenbanken, an denen gezeigt wird, dass Ezios Handlungen langfristig keine Veränderung bringen. Sieh dir beispielsweise an, wie er in der Renaissance einen Großteil des Templerordens auslöscht. Nun sieh dir an, wie verbreitet er durch Abstergo in der Gegenwart ist.
Ezio gewinnt einen Kampf, aber nicht den gesamten Krieg, wie er auch im Einführungsmonolog von Revelations relativ gut darlegt. Ebenso die Tatsache, dass er für den gesamten Konflikt relativ irrelevant ist.
Das war nicht tragisch. Das war gerecht. Er hatte das Glück eine Familie zu gründen, seine Kinder bis zu seinem Tod aufwachsen zu sehen...wie vielen hat er dieses Glück genommen um seine Ziele zu erreichen? Er hätte schlimmeres verdient.
Nun wirst du endgültig albern.
Batman ist ein tragischer Held, weil er immer gewinnt, aber Ezio hat einen grausamen Tod verdient, weil er tötet?
Ernsthaft, das ist lächerlich. Du redest schon wieder von "perfekt guten Charakteren" statt starken.
Das reden sie sich selbst ein. Aber die Realität sieht anders aus. Als Ezio die Möglichkeit hat auf Mehmet Einfluß zu nehmen zögert er nicht lang. Meistens wird die Macht aber über die Wirtschaft ausgebaut.
Mehmet taucht in ACR nie persönlich auf...
Das mit der Macht durch Wirtschaft sei mal dahingestellt. Konstantinopel verlässt er ohne irgendwelche Anstrengungen, noch einmal zurück zu kommen. Noch dazu sehe ich nirgends einen ernsthaften Hinweis, dass er die Wirtschaft tatsächlich für seine Zwecke nutzt, außer durch die Rabatte. Und nur so nebenbei, du kannst ACB und ACR durchspielen, ohne irgendetwas zu renovieren, wenn nicht gerade in den Missionen verlangt.
Dafür das Ezio nicht der „Gute“ ist gibt er gerne salbungsvolle Reden. Fasselt vom Befreiungskampf usw...wie alle Terroristen die die herrschenden Verhältnisse zu ihren Gunsten umstürzen wollen.
Er faselt nicht von Befreiungskampf, er sagt, dass die Menschen ihre Freiheit selbst finden sollen, ohne dass die Templer ihnen vorgeben, was sie zu denken haben.
Unwahrscheinlich. Ubi Soft bringt es nur einfach nicht fertig den Jungs eine schlüssige Motivation für ihre Taten zu liefern. Deswegen sind die Assassinen sowie ihr Chef für mich schwach. Ihnen fehlt außer der Verkündung der „Wahrheit“, von der sie selbst negieren das es sie gibt, eine Motivation.
Hä? Welche Wahrheit bitteschön?
Und wo ist die Motivation "wir erlauben es den Menschen, ihren Weg selbst zu finden, egal was dabei heraus kommt, solange sie ihren Weg nur niemandem aufzwingen" unschlüssiger als Batmans "sie sind keine Pazifisten, also muss ich sie verprügeln"?
Batman ist Opfer seine Ängste und Neurosen. Joker selbst hat es gesagt: Welcher normale Typ verkleidet sich denn als Fledermaus? So oder so wird es mit ihm nie ein gutes Ende nehmen können. Eines Tages wird er zu alt sein, irgendein Gangster mit dem Messer/der Pistole schneller als er und das war es dann. Sollte er seinen Kreuzzug doch von selbst beenden wird seinen Gerechtigkeitswahn anderweitig befriedigen oder betäuben. Vermutlich Suizid oder Alkohol. Er ist auf jeden Fall nicht dazu bestimmt irgendwann im Kreise seiner liebsten zu entschlafen.
Du redest von Dingen, die in den Spielen nie zur Sprache kommen.
Deswegen ja auch „So etwas“ wie Chloroform. Wenn man tödliche Giftpfeile herstellen kann wird man auch nicht tödliche herstellen können.
Womit immer noch der Punkt "er muss kein Pazifist sein" bleibt.
Was das Game jedoch um Bezug auf das Threadtema zu einem Negativbeispiel macht. Unabhängig davon was die Produzenten wollen oder nicht.
Wenn wir das Threadthema als "Gewalt ist prinzipiell böse und sollte pazifistisch bestraft werden, außerdem niemals aus einem anderen Blickwinkel thematisiert werden", durchaus, dann ist es ein Negativbeispiel.
Wie Dan Brown ein Negativbeispiel für erzkatholische Kinderliteratur ist.
Wieso sollte eine Alternative von vornherein undurchführbar sein? Es wird ja nicht mal der Versuch gemacht eine dritte Partei mit Lösungsansatz zu installierten. Mord ist und bleibt der einzige Weg. Selbst dann, wenn es vermeidbar wäre. Aber das ist nicht gewollt. Was das Game im Bezug auf unnötige Gewalt eben schlecht dastehen lässt.
Das selbe kann ich über Batman sagen, es präsentiert nur die Möglichkeit "nicht töten".
Nur dass AC eben auch klar macht, dass weder der Weg der Templer noch der Assassinen bisher zu einer bessere Gesellschaft geführt haben.
Aber bei dem was es da draußen am Spielen lauert Batman jetzt als Beispiel für zu viel Gewalt zu nennen ist irgendwie lächerlich find ich.
Wir nehmen Batman als Negativbeispiel für die Reflektion von Gewalt, nicht deren Ausübung oder Masse.
Dann ist das Thema verfehlt. Zu viel Gewalt ist das Thema!
Du redest davon, als wäre es etwas messbares. Ein gebrochener Fuß ist dann 1 vpa (violence per action), das gleichzeitige Aufschlitzen von zwei Gegnern 20 vpa?
Wenn wir überhaupt über die Menge von Gewalt und Brutalität reden wollen, müssen wir auch Äquivalenzgrößen nutzen, und dementsprechend gilt, je reflektierter und erzählerisch gezielt eingesetzter Gewalt ist, desto mehr ist sie gegenüber unreflektiertem Torture-Porn zu vernachlässigen.
Vergesst bitte nicht Teil 1. Altair wurde im späteren Spielverlauf, als er mehr und mehr über seine proklamierten Feinde lernte, durchaus von Zweifeln geplagt. Dass Templer ebenfalls noble Ziele haben, ob die Assassinen überhaupt im Recht sind, sie zu töten, etc...Ursprünglich wurde in AC keine S/W-Weltanschauung vermittelt. Es kam nur so, wie es bei sehr erfolgreichen Spielereihen kommen musste. Mehr Hollywood, weniger Gehirn. Deswegen ist und bleibt Altair auch der beste Protagonist der Reihe.
Ich genieße die Nachfolger trotzdem, weil ich diese ursprüngliche Konzeption immer dabei im Hinterkopf habe und ich selbst beim Spielen über die Morde etc. reflektiere. Schade, dass der Protagonist so etwas nicht mehr macht.
AC1 ist storytechnisch eigentlich recht schwach, da linear. Die Veränderung von "gehorsamer Killer" zu "zweifelnder Freidenker" sind zu vorhersehbar. Vergleiche einfach mal was er ganz zu Beginn sagt und was am Ende. Das ist einfach eine zu steile und pausenlose Charakterentwicklung. In ungefähr als würde man Max Payne in einem einzigen 10-Stunden Titel auf "humorloser und stets ernster Pazifisten-Veganer" umpolen.
(vor allem war diese Befreiung des Geistes der einzige Aspekt seiner Entwicklung. In Revelations wurden dann die Nebenwirkungen des Apfels angeschnitten und wie er den Orden und das Wissen der ersten Zivilisation über alles andere stellt. Leider nur angeschnitten, wie so vieles in Revelations.)
Altair bleibt trotz allem Gefangener seiner Zeit, Gebräuche und des Apfels - Ezio dagegen lebt tatsächlich wie ein Assassine.
Altair gibt die Vorlage zu einem Orden, der sich nicht im Recht glaubt und zu einem modernen Assassinen, der tatsächlich dafür kämpft, den Menschen die Möglichkeit zur freien Entscheidung zu geben - aber erst Ezio ist dann auch diese neue Art von Assassine.
Batsi nannte ich, rein von der Brutalität her, als positives Beispiel, weil hier vieles der eigenen Vorstellung überlassen wird. Man kann z.B. Henchmen belauschen, und die erzählen dann solche Geschichten wie:
Gerade das macht es zu einem absolut bescheuerten Beispiel, denn es ist nichts weiter als "hey, diese Leute sind super-böse, du hast noch einen Grund mehr, sie zu verprügeln".
Hätte man es gezeigt, wäre es vielleicht sogar besser gewesen, denn im jetzigen Zustand ist Batman immer noch ein ziemlich behütetes Muttersöhnchen, das REIN ZUFÄLLIG nie physisch mit den Dingen in Berührung kommt, die ihn ernsthaft von seinem Weg abbringen könnten, bspw. diese wirklich brutale Gewalt. (abgesehen von der ganzen "Eltern erschossen"-Sache)
Hätte man es gezeigt, wäre es ein guter Moment gewesen, um ihn Zweifel daran bekommen zu lassen, ob sein pazifistischer Weg immer der beste ist.
Aber davon abgesehen, zurück zum eigentlichen Problem, es ist Bauernfängerei.
Erinnert sich jemand an die Szene am Ende von LA Noire? Als Kelso in das Haus seines Chefs eindringt, um Beweise zu suchen?
Und dann eine Minderjährige in dessen Schlafzimmer findet?
Das ist auch so ein Bauernfängermoment.
Der Typ ist ein skrupelloses Arschloch, das sich mit anderen skrupellosen Arschlöchern für einen riesigen Immobilienbetrug zusammen tut. Okay. Fein. Warum bitteschön muss er nun noch ein Pädophiler sein? Bitte was hat das mit der Handlung zu tun? Wird es irgendwie aufgegriffen? Nein, es dient nur dazu, ihn noch böser erscheinen zu lassen. Und so funktioniert auch Batman. Die Schurken labern darüber, was sie und ihre Bosse für grausige Taten vollbringen, nur damit der Spieler noch wütender auf sie ist und noch einen Grund hat, sie zu verprügeln.
Erneut, seht euch Hugo Strange und Joker an. Beide werden zu derartigen Arschlöchern gemacht, dass man sie völlig sinnloserweise sterben lassen musste.
Und da regen wir uns ernsthaft über den stereotypischen CoD-Araber-Terroristen auf? Der schießt wenigstens nur auf mich und predigt nicht vorher noch, wie viele hundert Frauen er vergewaltigt hat.
LA Noire ist insgesamt ein tolles Beispiel für den Unwillen der Industrie, nicht-perfekte Helden zu erschaffen. Sehen wir uns beispielsweise an, wie Cole, kaum dass sein Charakter nicht mehr der perfekte Saubermann ist, und somit einigermaßen interessant wird, gegen Kelso als spielbaren Charakter getauscht wird.
Und weiterhin, wie er am Ende stirbt.
Und wie Kelso dann zum perfekten Saubermann wird, der im Outro eine überaus pathetische Rede darüber hält, dass die anderen Soldaten der Einheit nicht kriminell werden sollen.
Das Spiel porträtiert erst hervorragend eine nach rechts gerückte, rassistische, chaivinistische, Kriegsheimkehrer-verachtende und durch und durch verruchte Gesellschaft, aber dann muss ich stets den Saubermann spielen?
Seriously?