Fiddlejam hat geschrieben:Bitte wo profitiert die Gesellschaft von diesen Kopien?
Ich rede hier vom größeren gesellschaftlichen und geschichtlichen Rahmen. Besipiele habe ich Dir genug genannt.
Was nutzt der Gesellschaft eine Call of Duty-Kopie?
Ich weiß es nicht. Was aber klar ist, dass weder der Gesellschaft noch dem Anbieter eine CoD-Kopie schadet. Darum macht es auch nix, wenn sie existiert. Man muss sie daher auch nicht verbieten.
Ebenso kann ich behaupten, dass Gewaltbereitschaft und Töten aus Lust eine typische Eigenschaft des Menschen ist.
Du betreibst hier Rabulistik, weil Du ständig neue Fässer aufmachst, anstatt beim Thema zu bleiben. Du weichst aus.
Du hältst es für überholt, dem Urheber das Recht ein zu räumen, über sein geistiges Eigentum zu bestimmen?
Ja. Weil er angesichts der Rahmenbedingungen des Digitalen Zeitalters, der leichten und schnellen Kopierbarkeit digitaler Informationen nicht mehr in der Lage ist dieses Recht auszuüben. Er hat von diesem Recht nichts, weil er es nicht umsetzen kann. Dieses Recht ist wertlos geworden. Es bleibt ihm nur die Wahl nichts mehr zu veröffentlichen. Dadurch kann er zwar auch nichts verdienen, aber was ist schon Geld verdienen, wenn man RECHT BEHALTEN KANN!
Ich kann ebenso behaupten, dass das Prinzip Privatsphäre im digitalen Zeitalter völlig überholt ist, wir deshalb all unser sensiblen Daten um den Hals tragen sollten und die Schlösser aus allen Türen ausbauen (das sind Metaphern, bevor hier wieder jemand mit "Vergleiche zum RL sind sinnlos" kommt) - ich will sehen, wie viele von euch dann auf die Barrikaden gehen.
Konsequent zu Ende gedacht ist das auch tatsächlich so. Es passt mir nicht, es gefällt mir nicht, aber ich muss akzeptieren, dass es den idealen, den 100%igen Datenschutz, der mir vorschwebt, nicht geben kann. Ich muss mich damit begnügen, dass nur ein paar Bereiche besser geschützt sind als andere, ich aber vor dem Staat und seinen Behörden der Gläserne Bürger bin.
Und zurück zum Urheberrecht: Der Urheber und der Verwerter haben in dem Moment, in dem sie Inhalte veröffentlichen, keine Kontrolle mehr über selbige Inhalte. Also müssen sie lernen, dass sie nicht länger versuchen sollen nach dieser Kontrolle zu streben, sondern das Beste daraus machen. Sprich, Inhalte so aufzubereiten, dass möglichst viele Menschen ihnen freiwillig (!) Geld geben wollen. Vom Recht nach der Veröffentlichung alles kontrollieren zu können, was mit den Inhalten passiert, davon muss man sich verabschieden. Das hat ja nicht einmal in den Zeiten geklappt, als Bücher nur gedruckt wurden und Pferdedroschken durch die Strassen gefahren sind.
Ich rede hier übrigens nicht davon einen Urheber zu enteignen, bevor hier jemand auf das schmale Brett kommt. Wer Inhalte erschafft, der soll auch angemessen die Möglichkeit erhalten mit diesen Inhalten Geld zu verdienen. Was möglich ist auch ohne wild mit der juristischen Keule um sich zu schlagen.