Allgemein: Spector: Die extreme Gewalt muss aufhören

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brent
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Re: Allgemein: Spector: Die extreme Gewalt muss aufhören

Beitrag von brent »

Nanimonai hat geschrieben: Dieses Bedürfnis ist in keinster Weise pubertär, sondern dem Menschen inhärent.
Also archaisch?
david9210
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Re: Allgemein: Spector: Die extreme Gewalt muss aufhören

Beitrag von david9210 »

Spector und viele Leute auf den ersten 3 Seiten (mehr habe ich jetzt nicht gelesen) haben völlig recht!

Ich sehne mich nach Spielen wie Metal Gear Solid 3 Sneak Eater zurück - ein Spiel, dass den Anspruch hat, realistisch (in gewissem Maße) zu sein und richtig gut mit Gewalt umgeht. Es gibt sie und sie wird auch derb in Szene gesetzt, in Zwischensequenzen (z.B. eine Folterszene) und im Spiel selbst (man kann z.B. Wachen die Kehle durchtrennen). Trotzdem kann man das Spiel durchspielen, ohne eine einzige Person zu töten und wird dafür in doppelter oder dreifacher Hinsicht belohnt: freischaltbare Gegenstände - spielerische Herausforderung - "gutes" Gewissen.
Ich finde, dieses Spiel stellt Gewalt als das dar, was sie ist...hart, grausam, unnötig, unumkehrbar. Es war eine so unglaublich andere Erfahrung.

Sowas sieht man selten, gerade Uncharted oder Assassins Creed sind bedenklich, genauso wie die sinnlose Gewalt in Call Of Duty (Knopfdruck um in Quicktime-Events einem Gegner den Hals zu brechen oder im ein Messer reinzurammen). Versteht mich nicht falsch, ich spiele auch GTA oder Counter-Strike - aber das ist für mich eine andere Form der Gewalt.
tope1983
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Re: Allgemein: Spector: Die extreme Gewalt muss aufhören

Beitrag von tope1983 »

Ich kann Warren Spector nur gänzlich zustimmen und es ist doch auch angenehm, dass es wenigstens ein paar Wenige innerhalb der Branche gibt, die sich über etwas mehr Gedanken machen, als die reinen Umsatzzahlen.

Gleich wie in der Filmbranche ist mit dem enormen (wirtschaftlichen) Wachstum die Videospielbranche zu einem Massenmedium geworden, das seine wirklich künstlerischen Ambitionen meist nur im Independent-Segment vorweisen kann. Der Rest ist identisch mit der hollywood'schen Szene: (Technisch) aufwendig Produzierte Blockbuster, aufgeblasene Effektorgien, deren inhaltliche Gewichtung in etwa der eines Michael-Bay-Streifens entspricht, Krieg und Zombie-philie entpuppte sich zu den am öftesten verwendeten Grundgerüsten der aktuellen Konsolengeneration. Die Megaseller für die Masse werden aber (mit ein paar Ausnahmen hier auf 4players) nicht auch also das, was sie oft sind, nämlich inhaltsleere und ideenlose Armutszeugnisse der Branche, betitelt, sondern erhalten auch in der Fachpresse (die offenbar werbgestützt wirtschaften muss) die entsprechende Plattform, um breitenwirksam gelobt, verehrt und verkauft werden zu können.
Nein, der freie Markt ist kein Garant für Qualität, speziell was den menschlichen kreativen Schaffensbereich betrifft: Literatur, Musik, Film, Videospiel. Das, was sich am meisten verkauft, muss generations- und kulturübergreifende gleiche Nenner finden, um entsprechend aufgenommen zu werden. Die Folge ist wenig Anspruch: in Inhalt, in Humor, in Aussage. Derartige Produkte können schnell und leicht konsumiert werden, verlangen keine kritischere Auseinandersetzung und sind auch nach einem 12-Stunden Arbeitstag bei Bier und Chips im Halbschlaf verarbeitbar.

Gleichzeitig sprechen die aktuellen Verkaufszahlen eine eindeutige Sprache: Violence sells. Und Violence amuses. Das Gros der Shooter und Actionspiele verwendet eine immer expliziter dargestelle Form von Gewaltausübung und deren Folgen,das jedoch (aufgrund der Markterfahrung) aus einem einzigen Grund: Es verkauft sich gut.
Die deutschen Spieler laufen Sturm gegen geschnittene deutsche Versionen, sehen die künstlerische Freiheit eingeschränkt und pochen auf die Freiheit, als Ü18er alles digital ausleben zu wollen, was persönlich gefällt. Man gehe ja nicht auf die Straße und zerhacke den nächstbesten Mitmenschen. Seit der Zeit, als digitales Blut noch nicht mehr als ein roter Pixel war, habe man mindestens 100.000 virtuelle Leben ausgelöscht und trotzdem laufe man im Real-Life nicht Amok.

Die Thematisierung von Gewalt gelingt kaum einem Spiel. Die Publisher verstecken sich feige hinter der Prämisse, dass die Inszenierung von Verletzungen und Tötungen Verkaufsschlager sind und alles weitere interessiert einfach nicht. "We are just delivering what the players want us to do."
Da aber auch die dargestellte Gewalt Abnutzungserscheinungen bzw. den Gewöhnungseffekten beim Menschen ausgeliefert ist, sieht man offensichtlich die einzige Möglichkeit, um "interessant" zu bleiben, in ihrer Steigerung. Doch Gewalt, wie auch auf der heurigen E3 bewiesen, verkommt im Mainstream der Videospiele zum reinen Selbstzweck. Sie ist gehaltlos und hat aufgrund der Tatsache, dass nur die Aussicht auf Verkauf diese rechtfertigt, keinerlei künstlerischen Mehrwert oder Anspruch.
Diese Inhaltsleere ist das, was Spector zum Ausdruck bringen will. Es geht nicht darum, dass Menschen (oder Monster) digital zerfetzt werden. Es geht um die Intention, die dahintersteckt und um die Botschaft, die Entwickler mit ihrem Produkt vermitteln wollen und um die Verantwortung, die durch ihr Schaffen tragen.
Schade, dass in der Fachpresse diese Kategorie nicht zu einem Fixbestandteil in der Bewertung geworden ist. Eine bessere Ausbalancierung der Kriterien wäre wirklich wünschenswert.
Allein damit nicht anspruchslose Massenware das wirkliche Potential der Branche beständig in den Schatten stellt und das Medium Videospiel seiner Berechtigung als Kunstform nachkommen kann.
Zuletzt geändert von tope1983 am 15.06.2012 15:00, insgesamt 1-mal geändert.
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(x_x((o---(*_*Q) Duck Hunt
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Re: Allgemein: Spector: Die extreme Gewalt muss aufhören

Beitrag von (x_x((o---(*_*Q) Duck Hunt »

Wir müssen nicht aufhören, das zu mögen. Wir müssen so erwachsen sein und uns das zugestehen.
-_-'' Ja lasst uns nur noch Gewaltspiele kaufen, alles andere wäre eine Lüge an uns selbst.

hier so gehts auch....
Wir müssen nicht aufhören bunte Kinderspiele zu mögen. Wir müssen so kindisch sein und uns das zugestehen.
Beides stimmt. Nur gibts vom erstern eeeeeindeutig zu viel im Moment. Und darum geht es in den News. Zuviel und zu übertrieben und nicht das Menschen in Wahrheit Gewalt verabscheuen. Das hat letzten Endes zu geisteskranken Spielen wie Mortal Kombat geführt.
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Kumbao
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Re: Allgemein: Spector: Die extreme Gewalt muss aufhören

Beitrag von Kumbao »

GesangDerWinde hat geschrieben:Das hat letzten Endes zu geisteskranken, aber saulustigen Spielen wie Mortal Kombat geführt.
fix'd :wink:

Wobei der Vergleich aber ein wenig hinkt. Mortal Kombat war eines der ersten Mainstreamspiele überhaupt, dass so eine heftige Gewaltdarstellung hatte.

Und gerade bei Mortal Kombat ist diese dermaßen überzogen, dass man schon von Satire sprechen kann.
Nanimonai
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Re: Allgemein: Spector: Die extreme Gewalt muss aufhören

Beitrag von Nanimonai »

brent hat geschrieben:
Nanimonai hat geschrieben: Dieses Bedürfnis ist in keinster Weise pubertär, sondern dem Menschen inhärent.
Also archaisch?
Ich würde es nicht als archaisch bezeichnen, weil bei dem Wort immer auch mitschwingt, dass es antiquiert, vorsteinzeitlich, unseren Gesellschaftsformen nicht mehr gerecht ist etc. Dadurch versuchen wir immer, uns von der grausamen, blutigen Vergangenheit der Menschheit abzusondern und uns als etwas "besseres" darzustellen.
Und das sehe ich nicht so, denn das sind wir nicht. Wie wir jeden Tag aufs Neue erleben.
johndoe1044785
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Re: Allgemein: Spector: Die extreme Gewalt muss aufhören

Beitrag von johndoe1044785 »

GesangDerWinde hat geschrieben:
Wir müssen nicht aufhören, das zu mögen. Wir müssen so erwachsen sein und uns das zugestehen.
-_-'' Ja lasst uns nur noch Gewaltspiele kaufen, alles andere wäre eine Lüge an uns selbst.
...
du hast den beitragt nicht verstanden. keiner redet davon, nur noch "gewaltspiele" zu produzieren, mensch lies doch mal richtig
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(x_x((o---(*_*Q) Duck Hunt
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Re: Allgemein: Spector: Die extreme Gewalt muss aufhören

Beitrag von (x_x((o---(*_*Q) Duck Hunt »

Also wenn ich mir die kleine Auswahl in deiner Gamercard so anschaue ist, die Tendenz schon auffällig.
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brent
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Re: Allgemein: Spector: Die extreme Gewalt muss aufhören

Beitrag von brent »

Nanimonai hat geschrieben:
brent hat geschrieben:
Nanimonai hat geschrieben: Dieses Bedürfnis ist in keinster Weise pubertär, sondern dem Menschen inhärent.
Also archaisch?
Ich würde es nicht als archaisch bezeichnen, weil bei dem Wort immer auch mitschwingt, dass es antiquiert, vorsteinzeitlich, unseren Gesellschaftsformen nicht mehr gerecht ist etc. Dadurch versuchen wir immer, uns von der grausamen, blutigen Vergangenheit der Menschheit abzusondern und uns als etwas "besseres" darzustellen.
Und das sehe ich nicht so, denn das sind wir nicht. Wie wir jeden Tag aufs Neue erleben.
Wir leben also in einer gewaltverherrlichenden Gesellschaftsform?
Gewalt um ihrer selbst Willen ist also nicht primitiv und rückständig?
Woher genau kommst du?
Nanimonai
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Re: Allgemein: Spector: Die extreme Gewalt muss aufhören

Beitrag von Nanimonai »

GesangDerWinde hat geschrieben:
Wir müssen nicht aufhören, das zu mögen. Wir müssen so erwachsen sein und uns das zugestehen.
-_-'' Ja lasst uns nur noch Gewaltspiele kaufen, alles andere wäre eine Lüge an uns selbst.

hier so gehts auch....
Wir müssen nicht aufhören bunte Kinderspiele zu mögen. Wir müssen so kindisch sein und uns das zugestehen.
Beides stimmt. Nur gibts vom erstern eeeeeindeutig zu viel im Moment. Und darum geht es in den News. Zuviel und zu übertrieben und nicht das Menschen in Wahrheit Gewalt verabscheuen. Das hat letzten Endes zu geisteskranken Spielen wie Mortal Kombat geführt.
Dein "eindeutig zu viel" ist ein persönlich gefühlter Wert, der von keiner Statistik bestätigt wird.

Laut USK wurden 2011 knapp 40% aller geprüften Spiele für alle Altersklassen (also ab 0 Jahren) freigegeben, während gerade mal knapp 6% aller geprüften Titel eine USK ab 18 Freigabe bekommen haben.
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(x_x((o---(*_*Q) Duck Hunt
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Re: Allgemein: Spector: Die extreme Gewalt muss aufhören

Beitrag von (x_x((o---(*_*Q) Duck Hunt »

Leider ist das sogar noch zu viel und mir fällt da noch der Prozentwert für ü16 was du bewusst ausgelassen hast um zu verschleiern wieviel von den Einzelstücken in deinem Besitz sind. Wenn wir eines Tages bei 1 % angekommen sind, melde dich wieder bei mir, dann bin ich zufrieden.
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Cpl. KANE
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Re: Allgemein: Spector: Die extreme Gewalt muss aufhören

Beitrag von Cpl. KANE »

Ein interessantes Thema. Dazu fällt mir wieder Deus Ex 3 ein, wo man den Gewaltaspekt ziemlich gut ins Spiel integriert hat.
Wenn man nämlich die Wahl hat, jemanden zu töten oder nur kampfunfähig zu machen, entscheidet man quasi selbst über den Grad der visuellen Gewalt im Spiel. Und da wird es erst richtig interessant: wer wird getötet, wer betäubt? Oder noch weiter: wer verdient es zu sterben und wer nicht?
Klar, diese Aspekte gab es in DE3 nicht in Vollendung (Thema: Bosskämpfe usw.), aber dieser Ansatz machte das Spiel für mich hervorragend.
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muecke-the-lietz
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Re: Allgemein: Spector: Die extreme Gewalt muss aufhören

Beitrag von muecke-the-lietz »

ich finde es ehrlich gesagt erschreckend, wie unreflektiert und dumm die spielebranche, aber vor allem die spieler mit solchen aussagen umgehen.

die gewalt in spielen nimmt zu - das ist erstmal ein fakt, der ja nicht so leicht umzustoßen ist. das tut sie aber seit jahren, halt immer mit den technischen möglichkeiten.

die anzahl von gewaltspielen nimmt zu - ganz ehrlich. meiner wahrnehmung entsprechend, gibt es heute so dermaßen viele, dermaßen brutale spiele wie noch nie zuvor. früher gab es eben die brutalen spiele, über die man noch geredet hat. doom, wolfenstein, hexen, blood, quake und irgendwann mortal combat. auch sicher noch einige mehr, aber da war das verhältnis einfach ein anderes. es gab eben prozentual viel mehr strategie, adventure, jump n runs, rollenspiele, etc. die die sache einfach mal aufgelockert haben. das verhältnis gerät heute ein wenig ins ungleichgewicht und dann kommt da eben noch die extreme gewalt hinzu.

da hat der mann schon recht und ich verstehe nicht, dass gamer gerade in diesem bereich so empfindlich reagieren.

hier spricht doch niemand davon, dass gewalt in spielen zwangsmäßig schlecht ist. und der mann hat bestimmt nicht von tomb raider oder last of us gesprochen, gerade bei diesen beiden beispielen wird gewalt ja vermutlich mit der spielewelt sinnvoll verflochten sein. ich denke, er spricht eher von der masse cod, gears of war, the darkness, max payne, crysis, far cry, den neuen splinter cells, bulletstorm, god od of war, soldier of fortune, und, und, und... das sind zum teil nicht mal schlechte spiele, aber die anzahl ist in dieser generation erschreckend und ob gerade bei the darkness 1 + 2 die gewalt noch mit der finsternis zu rechtfertigen ist oder nur noch ekelhaft will ich jetzt nicht kommentieren, fakt ist, sie ist stellenweise sehr derb.

aber zu den spielen gesellen sich ja noch kandiaten wie assassins creed, welches auch von teil zu teil derber wurde, darksiders, welches trotz grandiosem spieldesigns nicht um seine krasse gewalt rumkommt, dead space, resi 5, meine fresse, alle gewaltspiele der letzten 4 bis 5 jahre aufzuzählen, würde alles hier sprengen, da jedes jahr zig neue erscheinen...

ich denke einfach, dass der mann das meint. die wiiu hat jetzt sogar erwachsene spiele im angebot - zombiu. aber das ist wieder vor allem nur eines - brutal und düster, das ist aber nicht zwangsmäßig erwachsen, auch wenn das spiel sicher sehr interessant ausschaut...

naja und vom sexismus in videospielen, den der liebe man ja nebenher noch anklingen lassen hat, brauchen wir erst gar nicht zu reden, denn dieser punkt ist zur zeit einfach nicht diskutabel, da es da seitens der videospielwelt so gut wie keine anstrengungen gibt - und jetzt kommt mir nicht, dass sie die brüste von lara croft kleiner gemacht haben.
Zuletzt geändert von muecke-the-lietz am 15.06.2012 15:23, insgesamt 3-mal geändert.
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muecke-the-lietz
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Re: Allgemein: Spector: Die extreme Gewalt muss aufhören

Beitrag von muecke-the-lietz »

sorry, doppelpost
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Hademe
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Beitrag von Hademe »

Ich finde er hat schon recht.