Electronic Arts: "Indie Bundle" auf Steam

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MadProf
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Re: Electronic Arts: "Indie Bundle" auf Steam

Beitrag von MadProf »

Ich sehe das Problem an der Sache nicht. Wenn man nicht gerade blind alles kauft, wo irgendwie "Indie" dran steht sollte es da zu keinen Missverständnissen kommen.

Mal davon abgesehen: Minecraft war ein tolles Spiel, aber das dieser völlig überschätzte Notch sich bei jedem noch so unbedeutenden Ereignis in der Spielebranche mit einem Kommentar irgendwie profilieren muss nervt mich gewaltig.
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mOrs
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Re: Electronic Arts: "Indie Bundle" auf Steam

Beitrag von mOrs »

TheOriginalDog hat geschrieben:Es ist so, dass EA + Indie so zusammenpassen wie Bananen und Zeitzonen. Darüber regt sich dann Persson auf. Warum darf jetzt deiner Meinung nach Perssons Wutausbruch hier nicht stehen? Hier sind doch oft genug News mit Meinungsäußerungen von gewissen FirmenCEOs oder Marktanalysten.
FirmenCEOs oder Marktanalysten, die etwas zur Zukunft des Marktes orakeln oder ähnliches hat (zumindest immer ein klein wenig) Mehrwert: es regt zum Nachdenken an.
Gleiches gilt auch für Perssons - wenn auch sehr viel subjektiver und emotionaler dargebrachte - Meinung. Allerdings hat sie rein GARNICHTS mit der Meldung, dass es das Bundle gibt, zu tun.
Außerdem hätte es doch gereicht, Perssons Meinung etwas geglätteter zu umschreiben, z.B. zu schreiben "Markus Persson hält das EA Indie Bundle für einen weiteren Schritt EAs, den Spielemarkt bzw. die Videospielkultur selbst zu zerstören" statt hier süffisant zu formulieren "Per Twitter wettert Markus "Notch" Persson ordentlich gegen den Publisher." und dann auch noch alle Tweets zu zitieren. Das ist meiner Meinung nach bewusstes Aufbauschen bis hin zur Provokation, weil sich sowas besser verkauft als nüchternes Berichten.
Und wenn sich 4players journalistischen Anspruch auf die Fahnen schreibt, dann is das was hier gemacht wird ein klarer Widerspruch dazu.

Primerp12 hat geschrieben:Aha, sind die angebotenen Titel etwa keine Indie Titel?
Nur weil EA drauf steht, muss das Produkt ja nicht gleich fehlerhaft bezeichnet sein.
Die Diskussion gibts bei Musik schon seit ewig und schleichend beginnt der gleiche Prozess bei Spielen: Das Wort "indie" wird vollkommen sinnentleert. Sage du mir, wie deine Definition von Indie ist, und ich sage dir, ob die angebotenen Titel das sind. Inzwischen ist für die meisten so ziemlich alles Indie, was keine großen Publisher im Rücken hat; umgekehrt sind für andere alle Spiele Indies, die kein 100 stelliges Budget verschlungen haben oder denen man es nicht anmerkt. Gibt noch mehr Definitionen und auch Schnittmengen.... aber von der ursprünglichen Definition von "Independent Spiele" sind die in dem EA Paket eindeutig keine.
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Lohreck
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Re: Electronic Arts: "Indie Bundle" auf Steam

Beitrag von Lohreck »

Ich würde sagen, ziemlicher Fail von Wolfire Games, sich den Begriff "Indie Bundle" nicht schützen zu lassen :mrgreen:
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I love TitS
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Re: Electronic Arts: "Indie Bundle" auf Steam

Beitrag von I love TitS »

EA Resterampe wäre doch auch ok?!

Pffft nein, danke! Schweine!
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Temeter 
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Re: Electronic Arts: "Indie Bundle" auf Steam

Beitrag von Temeter  »

mOrs hat geschrieben:Die Diskussion gibts bei Musik schon seit ewig und schleichend beginnt der gleiche Prozess bei Spielen: Das Wort "indie" wird vollkommen sinnentleert. Sage du mir, wie deine Definition von Indie ist, und ich sage dir, ob die angebotenen Titel das sind. Inzwischen ist für die meisten so ziemlich alles Indie, was keine großen Publisher im Rücken hat; umgekehrt sind für andere alle Spiele Indies, die kein 100 stelliges Budget verschlungen haben oder denen man es nicht anmerkt. Gibt noch mehr Definitionen und auch Schnittmengen.... aber von der ursprünglichen Definition von "Independent Spiele" sind die in dem EA Paket eindeutig keine.
Dass Indies so eine Entwicklung durchlaufen ist aber nichts neues, es kann sogar etwas gutes sein. In der Filmbranche z.B. haben praktisch alle größeren Filmstudios kleinere Tochterstudios, die man schwer mit ihren Besitzern in Verbindung bringen kann. Da wird dann auch experimentiert, da die Studios nicht mit ihrem Namen herhalten müssen und man mit den kleineren Produktionen kaum Risiken eingeht.
Wenn diese Experimental-Filme gut funktionieren, können Teile dieser Filme z.B. für größere Produktionen adaptiert werden. Dazu kriegt man noch recht junges, aber talentiertes Personal wenn es gut läuft. So gibt es selbst, was Pessimissten auch immer behaupten möchten, bei den Hollywood-Produktionen einen langsamen und trotzdem stetigen Fortschritt, trotz dem einen oder anderen Rückschlag. Selbst ein Stirb Langsam oder Transformers (1) wäre niemals auch nur ännähernd so spannend, wenn bei kleineren Produktionen und Kunstfilmen nicht ständig neue Filmtechniken entwickelt und erprobt würden.

Von so einer Entwicklung ist die Spielebranche aber weit entfernt. Deren Arbeitsweise ist praktisch steinzeitlich und manchmal, wie Notch es recht treffend ausdrückt, wirkt sie geradezu selbstzerstörerisch.
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mOrs
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Re: Electronic Arts: "Indie Bundle" auf Steam

Beitrag von mOrs »

Temeter  hat geschrieben:Dass Indies so eine Entwicklung durchlaufen ist aber nichts neues, es kann sogar etwas gutes sein. In der Filmbranche z.B. haben praktisch alle größeren Filmstudios kleinere Tochterstudios, die man schwer mit ihren Besitzern in Verbindung bringen kann. Da wird dann auch experimentiert, da die Studios nicht mit ihrem Namen herhalten müssen und man mit den kleineren Produktionen kaum Risiken eingeht.
Wenn diese Experimental-Filme gut funktionieren, können Teile dieser Filme z.B. für größere Produktionen adaptiert werden. Dazu kriegt man noch recht junges, aber talentiertes Personal wenn es gut läuft. So gibt es selbst, was Pessimissten auch immer behaupten möchten, bei den Hollywood-Produktionen einen langsamen und trotzdem stetigen Fortschritt, trotz dem einen oder anderen Rückschlag. Selbst ein Stirb Langsam oder Transformers (1) wäre niemals auch nur ännähernd so spannend, wenn bei kleineren Produktionen und Kunstfilmen nicht ständig neue Filmtechniken entwickelt und erprobt würden.

Von so einer Entwicklung ist die Spielebranche aber weit entfernt. Deren Arbeitsweise ist praktisch steinzeitlich und manchmal, wie Notch es recht treffend ausdrückt, wirkt sie geradezu selbstzerstörerisch.
Gebe dir partiell recht. Mir ging es nur um die Begrifflichkeit: viele nutzen "indie" bei Musik und vermehrt bei Spielen, um die ART des Spiels zu kategorisieren, dabei ist "indie" an sich nur der Produktionsumstand. So gibt es in der Musik inzwischen derartig viele Bands, die zu Indie Rock gezählt werden, dass es UNMÖGLICH ist, anhand der Musik der Bands und der Schnittmenge der Eigenschaften der verschiedenen Songs/Alben eine klare Definition zu finden. Gleiches passiert grade mit Spielen.
Mit Filmen, ja, da ist das interessanterweise irgendwie anders gelaufen. Eines der ersten Independet Szene-Darlings im Filmbereich hat vor kurzem einen (wirklich guten) groß produzierten Film mit Topbesetzung rausgehauen...
In der Musik is das ganze noch egal, weils einfach einen inhaltlosen Begriff hervorgebracht und sonst weder geschadet noch genutzt hat - stell ich jetzt einfach mal so verallgemeinert in den Raum. :D Bei Filmen hat es durchaus geholfen, gerade weil man ein gewisses Budget braucht, damit ein Film nicht - egal, wie gut alles auch sonst ist - einfach eine Trash-Note bekommt.
Bei Spielen ist das aber anders. Gerade weil es so viele Richtungen, Mittel (im Sinne von Kniffen, nicht Produktionsmittel), Stile etc. gibt.
Ich persönlich denke, dass durch dieses Bundle seitens EA ganz deutlich wird, was sie mit der Unterstützung der "Indies" bezwecken (neben natürlich $$$): Selbstprofilierung. Klar, EA muss ja auch ganz dringend was für sein Image tun, nach den Account Bans, Origin, Mass Effect 3 Ende... und das sind nur die Dinge, die mir spontan einfallen.
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Temeter 
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Re: Electronic Arts: "Indie Bundle" auf Steam

Beitrag von Temeter  »

mOrs hat geschrieben:Gebe dir partiell recht. Mir ging es nur um die Begrifflichkeit: viele nutzen "indie" bei Musik und vermehrt bei Spielen, um die ART des Spiels zu kategorisieren, dabei ist "indie" an sich nur der Produktionsumstand. So gibt es in der Musik inzwischen derartig viele Bands, die zu Indie Rock gezählt werden, dass es UNMÖGLICH ist, anhand der Musik der Bands und der Schnittmenge der Eigenschaften der verschiedenen Songs/Alben eine klare Definition zu finden. Gleiches passiert grade mit Spielen.
Mit Filmen, ja, da ist das interessanterweise irgendwie anders gelaufen. Eines der ersten Independet Szene-Darlings im Filmbereich hat vor kurzem einen (wirklich guten) groß produzierten Film mit Topbesetzung rausgehauen...
In der Musik is das ganze noch egal, weils einfach einen inhaltlosen Begriff hervorgebracht und sonst weder geschadet noch genutzt hat - stell ich jetzt einfach mal so verallgemeinert in den Raum. :D Bei Filmen hat es durchaus geholfen, gerade weil man ein gewisses Budget braucht, damit ein Film nicht - egal, wie gut alles auch sonst ist - einfach eine Trash-Note bekommt.
Bei Spielen ist das aber anders. Gerade weil es so viele Richtungen, Mittel (im Sinne von Kniffen, nicht Produktionsmittel), Stile etc. gibt.
Ich denke wenn es jetzt keine großen Überraschugen mehr gibt wird es bei Spielen zwangsweise so verlaufen. Die großen Publisher können den rasant wachsenden Indie-Markt nicht übersehen, und wenn sie es tun, dann werden die Aktionäre Expansionen in den Bereich fordern.
Da wird man aus Marketing-Gründen einfach diese Terminologie - also "Indie" - beibehalten. Bei Spielen kann man zwar auch mit kleinen Produktionen einfacher Spaß erzeugen, es gibt aber trotzdem eine deutliche Grenze zwischen Indie- und Großproduktionen. Bei Musik war die Grenze vielleicht einfach nicht große genug, um tatsächlich einen Unterschied für die Masse zu machen. Dort gibt es ja auch eine beispiellose Anzahl von "Mainstreams", im Gegensatz zu Filmen oder Spielen, wo nur sehr wenige herausragende Genres (z.B. Ego-Shooter) gibt.

Trotzdem, ich wage einfach mal zu behaupten das die Publisher im Bereich der Indies kaum Erfolg haben werden, solange sie den Entwicklern dort keine weitreichenden kreativen Freiheiten geben. Und das kann ja auch etwas gutes sein, vor allem wenn man sich ein wenig bei der Filmindustrie orientiert. In einem Punkt hast du aber recht, Spiele sind komplexer als Filme, genauso wie Filme komplexer als Musik sind. Die Entwicklungen abzuschätzen dürfte sehr schwer werden.
Wenn dich das weiter interressiert, kann ich übrigens nur Extra Credits empfehlen. Ist eine sehr interressante Reihe.
Ich persönlich denke, dass durch dieses Bundle seitens EA ganz deutlich wird, was sie mit der Unterstützung der "Indies" bezwecken (neben natürlich $$$): Selbstprofilierung. Klar, EA muss ja auch ganz dringend was für sein Image tun, nach den Account Bans, Origin, Mass Effect 3 Ende... und das sind nur die Dinge, die mir spontan einfallen.
Klar wollen sie das. Aber so wird das kaum was werden. EA hat einfach diese beinahe unheimliche Angewohnheit jedes mal, wenn sie scheinbar mal alles richtig machen kein einziges Fettnäpfchen zu verfehlen und jeden möglichen Fehler zu machen. Origin zum Beispiel ist als Verkaufsplattform mit DRM ja ansich schon problematisch, aber EA hat es geschafft auch völlig "unpolitische" Gamer misstrauisch zu machen.
Und um die wackeligen Finanzen aufzubessern braucht es mehr als ein par gute Indies, da müssen erstmal die Haupt-Serien wieder auf die Beine gebracht werden. Und mit den geplanten Online-Universen hat EA sein altes Talent ja bestens unter Beweis gestellt...
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mOrs
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Re: Electronic Arts: "Indie Bundle" auf Steam

Beitrag von mOrs »

Temeter  hat geschrieben:...
Die Empfehlung trifft schonmal voll ins Schwarze; kucke Extra Credits schon begeistert und regelmäßig seit ichs auf The Escapist für mich entdeckt hab. :D
Ansonsten bin ich eigtl auch voll und ganz deiner Meinung, außer vllt das Filme komplexer sind als Spiele. Die Aussage würd ich zumindest etwas einschränken. ;p
Ach, und die besagte Grenze zwischen Indie und Großproduktion wird meiner Meinung nach immer kleiner.
Lil Ill
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Re: Electronic Arts: "Indie Bundle" auf Steam

Beitrag von Lil Ill »

Wenn man "Indie" (bzw. unabhängig) nach dem Wortlaut definiert, bedeutet das ohne jeglichen großen Publisher, was wiederum auch bedeuten würde dass alle auf Steam veröffentlichten Spiele auch keine Indiegames sein können, weil Steam auch ein großer Publisher ist. Meiner Meinung nach ist heutzutage der Begriff "Indie" lediglich auf den Produktionsprozess zu beziehen bzw. ob während der Produktion vom Publisher Gelder an das Entwicklerstudio geflossen sind.

Mich nervt es auch so langsam, dass ständig über Notch berichtet wird, wenn er ein Pups von sich gibt. Er kann ja seine Meinung Kund tun, allerdings muss man dem nicht immer so viel Beachtung schenken, als ob er der Überguru wäre, weil er ein Klötzchenbauspiel programmiert hat. Es gibt auch viele andere gute Indiegames. Außerdem schlägt seine gewollte Profilierung meist fehl, weil er sich selbst ständig in Widersprüche verwickelt.
Z.B.:
Er spricht sich gegen DRM Maßnahmen aus, baut aber selbst ein DRM in Minecraft ein, indem man sich mit einem Account einloggen muss.
Er rät einem Fan sich Minecraft über Warez-Seiten runterzuladen, wenn er kein Geld hat um das Spiel zu kaufen, fordert aber gleichzeitig ein Betreiber einer Warez-Seite auf diese zu schließen.