Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

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The Incredible Hojo
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von The Incredible Hojo »

Gummirakete hat geschrieben:Sich in moralische Grundsatzdiskussionen zu verrennen bringt nichts, denke ich.
Sehen wir es mal nüchtern: Seit es Computerspiele gibt, werden sie kopiert, da sind wir uns wohl einig. Das hat sich auch mit DRM nicht geändert. An Kopien sind schon Hersteller kaputtgegangen, andere verdienen trotzdem viel Geld mit Computerspielen.

Die Kunden sind also durchaus bereit für Spiele, bzw. digitale Güter generell, zu zahlen.
Hier ziehe ich jetzt wieder den Vergleich zur Musik, wo der Onlineverkauf seit dem Verzicht auf DRM angezogen hat. Ob jetzt 99C für einen Titel Fair oder Angemessen sind, ist an dieser Stelle egal.

Jetzt stellt sich die Frage:
Warum verprellt die Spieleindustrie dennoch ihre Kunden mit Gängelungen und intransparenten Preisgestaltungen (DLCs)?
Glaubt sie damit Kopierer als Kunden zu gewinnen?
Generieren DLCs so viel Umsatz?
Verdient man mit dem Sammeln von Kundendaten (Onlinezwang) Geld?

Oder ist es nicht eher so, dass DRM und DLCs Kunden zu Kopieren werden lassen?
Das immer mehr Spieler lieber zB. auf GOTY-Editionen warten?


Ich habe keine Zahlen, ich weiß es nicht. Ich kann nur von mir und meinem Umfeld sprechen, welches sehr angefressen von der aktuellen Situation ist. Vollpreistitel werden hier fast keine mehr gekauft. Mein Spielekonsum ist von mehreren Hundert Euro jährlich auf vielleicht 100 gefallen und da war seit einigen Jahren kein AAA-Release mehr dabei.

Mal sehen was die nächsten Jahre bringen. Ob die Industrie die Daumenschrauben immer weiter anziehen kann, oder ob das Ganze irgendwann mal kippt und die Spieler das nicht mehr mitmachen.
Ich glaube ersteres, hoffe letzteres. ;)
Hier erstmal wieder die Klärung Ursache und Wirkung. Dann nochmal die Frage: Wenn es nur um Geld und Umsatz geht, warum sollten Firmen ein System einführen, das erst Kosten verursacht und dann noch den Umsatz schmälert? Dabei muss man immer die Frage nach der Intention stellen, sprich, warum macht eine Firma das und was hat sie davon? Um den Spieler zu ärgern? Was hat sie davon, außer weniger Umsatz, was sie ja nicht will, da sind sich ja alle einig.
Fiddlejam
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von Fiddlejam »

Das Diebstahl-Beispiel war tatsächlich schlecht gewählt, deshalb:
Sollen wir Mord, Vergewaltigung und Kindesmissbrauch erlauben?
(Nein, das wird keine erzkonservative Raubmordkopie-Diskussion.)
Fakt ist: Es entsteht kein wirtschaftlicher Schaden. De facto könnte man es sogar für Geschäftsmodelle nutzen und damit Geld verdienen.
Warum ist es also verboten? Der Schaden ist doch rein moralischer Natur.

Bevor wir also weitermachen mit "es entsteht kein Schaden durch Raubkopien und Moral zählt nicht": Warum nicht? Wir haben genügend Gesetze, die rein moralischen Ursprungs sind und niemand diskutiert darüber.
Also ich halte vom momentanen Urheberrecht nicht viel. Die Piratenpartei hatt schon Recht, wenn sie sagt, dass das Urheberrecht dringend an das digitale Zeitalter angepasst werden muss.
Warum? Internet ist, wie schon mehrfach betont, keine Erlaubnis für "tu was du willst".
Wenn ich als Künstler nicht will, dass mein Lied irgendwo einfach so ausgestrahlt wird, ob das Werbespot für Hilfsaktionen in Afrika, selbst gedrehtes Video oder Porno ist, ist das doch mein gutes Recht.
Selbiges gilt für Bilder.

Was wirklich geändert werden muss ist die prinzipielle Vermutung, dass der Künstler sein Werk schützen will und der daraus ergebende Schund wie die Gema-Vermutung oder Abmahnanwälte.
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crewmate
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von crewmate »

Weil die Aktionäre es so wollen. Darum macht zB CDP/gog so etwas nicht. Die sind eine einfache GmbH. Die Aktionäre scheinen sich, wenn ich das richtig verstehe, nicht richtig damit auseinander zu setzen. Die sehen die Raubkopien automatisch als verlorene Kunden, verlorenes Geld. Ohne die Hintergründe zu hinterfragen. EA, Ubisoft, Capcom und alle anderen handeln meiner Einschätzung nach um die Investoren zu beschwichtigen.

Bei Film und Musik war es genauso. Heute setzten sich Dienste wie itunes, Amazon MP3 und jetzt neu Streamingdienste wie Spotify und rdio durch. Bei Filmen hat es zumindest in den USA Klick gemacht. Da haben sich Hulu und Netflix durchgesetzt. Weil sie überall verfügbar sind. In Europa ist das wegen der Rechtslage schwierig. In Deutschland haben alle Anbieter einen eigenen Dienst. Maxdome von Pro7Sat1 scheint da noch der Größte zu sein. Zusammen mit Entertain von T Online.

Bei Musik hat es Klick gemacht. itunes und AmazonMP3 haben keinen Kopierschutz mehr. Was war das für ein HickHack all die Jahre.

DRM bringt doch nichts. Die Crackerszene schafft jeden Kopierschutz innerhalb einer Woche. DLCs (am besten noch auf DVD weggesperrt) belästigen nur Käufer, die nichts böses tun.
Gummirakete
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von Gummirakete »

The Incredible Hojo hat geschrieben:Wenn es nur um Geld und Umsatz geht, warum sollten Firmen ein System einführen, das erst Kosten verursacht und dann noch den Umsatz schmälert? Dabei muss man immer die Frage nach der Intention stellen, sprich, warum macht eine Firma das und was hat sie davon? Um den Spieler zu ärgern?
Das liegt doch auf der Hand. Sie hatte sich von DRM (wieder einmal) den ultimativen Kopierschutz erhofft und geglaubt, damit könne man Kopierer mangels Alternative zum Kauf „zwingen“.

Zweitens spart die Industrie durch den digitalen Direktvertrieb massiv Kosten, die sie nicht an die Kunden weitergibt. Der Einzelhandel fällt ebenso weg, wie Datenträger, Transport etc.
Da spielen die Investitionen für eine eigene Infrastruktur nur eine untergeordnete Rolle. Zudem diese Infrastruktur für extrem lukrative DLCs benötigt wird. Die Hemmschwelle, 15€ für ein 3 Maps, oder einen 5er für ein virtuelles Auto hinzulegen ist gering, wenn Konto- und andere Kundendaten sowieso hinterlegt sind und das digitale Bonbon nur wenige Mausklicks entfernt ist. Das alles spült sehr viel Geld in die Kassen.

Weitere Vorteile, wie z.B. die Trockenlegung des Gebrauchtmarktes, Nutzerprofile, oder das Verhindern von (günstigen) Spieleimporten über die IP-Adresse, sind da eher Peanuts.
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The Incredible Hojo
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von The Incredible Hojo »

crewmate hat geschrieben:. Bei Filmen hat es zumindest in den USA Klick gemacht. Da haben sich Hulu und Netflix durchgesetzt. Weil sie überall verfügbar sind. .
Deshalb schrieb Netflix auch letztes Quartal rote Zahlen?
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The Incredible Hojo
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von The Incredible Hojo »

crewmate hat geschrieben:Weil die Aktionäre es so wollen.
Aktionäre wollen nur Geld verdienen. Das geht nur, wenn das Unternehmen gute Zahlen liefert. Ein DRM System einzuführen, das Kosten verursacht und Umsatz kostet, wird von den Aktionären nicht akzeptiert werden. Nicht, weil die Ahnung davon haben oder die Spieler mögen, sondern weil es ihren Aktienwert und die Dividende schmälert. Abgesehen davon habe ich noch auf kenier Aktionärsversammlung erlebt, dass man über die Einführung eines DRM Systems abgestimmt hat...
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crewmate
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von crewmate »

The Incredible Hojo hat geschrieben:
crewmate hat geschrieben:Weil die Aktionäre es so wollen.
Aktionäre wollen nur Geld verdienen. Das geht nur, wenn das Unternehmen gute Zahlen liefert. Ein DRM System einzuführen, das Kosten verursacht und Umsatz kostet, wird von den Aktionären nicht akzeptiert werden. Nicht, weil die Ahnung davon haben oder die Spieler mögen, sondern weil es ihren Aktienwert und die Dividende schmälert. Abgesehen davon habe ich noch auf kenier Aktionärsversammlung erlebt, dass man über die Einführung eines DRM Systems abgestimmt hat...
Aber es gibt doch kein DRM System, das etwas geändert hat.

Interessant, das du auf Aktionärsversammlungen machst. Wie genau profitierst du davon?
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The Incredible Hojo
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von The Incredible Hojo »

crewmate hat geschrieben:
The Incredible Hojo hat geschrieben:
crewmate hat geschrieben:Weil die Aktionäre es so wollen.
Aktionäre wollen nur Geld verdienen. Das geht nur, wenn das Unternehmen gute Zahlen liefert. Ein DRM System einzuführen, das Kosten verursacht und Umsatz kostet, wird von den Aktionären nicht akzeptiert werden. Nicht, weil die Ahnung davon haben oder die Spieler mögen, sondern weil es ihren Aktienwert und die Dividende schmälert. Abgesehen davon habe ich noch auf kenier Aktionärsversammlung erlebt, dass man über die Einführung eines DRM Systems abgestimmt hat...
Aber es gibt doch kein DRM System, das etwas geändert hat.

Interessant, das du auf Aktionärsversammlungen machst. Wie genau profitierst du davon?
Früher, um regelmäßig mal an einem guten Buffet für lau teilnehmen zu können, hat sich aber bei vielen Firmen auch geändert. Man muss ja nicht für 10.000 EUR Aktien kaufen, um an sowas teilnehmen zu dürfen, da reicht ja eine. Und seiner Bank sein Stimmrecht nicht abtreten, dann bekommt man eine Einladung und kann da hinfahren. Das, was ich durch die paar Aktien verdiene ist kaum der Rede wert.

Es geht bei DRM auch nicht darum, Downloads komplett einzudämmen, sondern nur die Anzahl einer bestimmten Gruppierung von Saugern zu reduzieren. Und aus der Logik der Argumentation hier würde es eine Firma nicht einführen, wenn es sich nicht rechnet.
N16
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von N16 »

The Incredible Hojo hat geschrieben:Das ist auch ein Punkt:
Kritisiert man das "alles umsonst!" System, das zur Zeit herrscht, ist man direkt ein Moralapostel. Ich kann als Käufer illegale Downloader, Kopierer und andere zahlungsunwilligen einfach nicht ausstehen, nicht weil sie das Produkt teurer machen (Hersteller würden den Preis nicht senken, gäbe es gar keine illegalen Versionen mehr), sondern weil sie der Industrie allein schon das Argument dafür liefern.
Und lädt man Spiele illegal aus dem Internet herunter, wird man sofort als Bösewicht gebrandmarkt.


Ich bin ein Pirat, weil ich schon mal Spiele aus dem Internet gesaugt habe, es noch mache, und vermutlich auch in Zukunft noch machen werden.
Gleichzeitig aber bin ich ein ehrlicher Kunde, der für seine Spiele bezahlt hat, es heute noch tut, und auch in Zukunft tun wird.
Spoiler
Show
Es fing alles recht harmlos an: damals kaufte ich mir ein Spiel und wollte es auf meinem PC spielen, der gerade noch die Mindestvoraussetzungen erfüllte.
Das Spiel lief auch tatsächlich, stürzte aber zwischen Prolog und Kapitel 1 (von 6 Kapiteln) ab.
Ich hatte also ein Spiel zum Vollpreis gekauft, von dem ich nur das Prolog spielen konnte, den ich von der (kostenlosen) Demo her bereits kannte.
Seither habe ich mir immer Spiele heruntergeladen, um zu sehen, ob diese überhaupt spielbar sind.
Erst 5 Jahre später kauften mir meine Eltern einen neuen PC, mit dem ich dieses Spiel (das inzwischen nur noch 1/10 des ursprünglichen Preises kostete) endlich spielen konnte.

Mit einem neuen PC ausgestattet brauchte ich mir nicht mehr so viele Gedanken darum machen, ob das Spiel laufen wird.
Ich kaufte mir gleich einige grosse Titel, die ich zuvor nicht spielen konnte:
Mass Effect kaufte ich mir, weil ich nur gutes davon hörte, und weil es mir gefiel kaufte ich mir auch Mass Effect 2, dieser wiederum enttäuschte mich so sehr, dass ich mir Mass Effect 3 aus dem Internet saugte mit dem Gedanken ihn zu kaufen, sollte es mir gefallen.
Und weil es mir auch nicht gefällt, werde ich von zukünftigen Mass Effect Spielen die Finger lassen.
Dragon Age durchlief eigentlich das genau gleiche Parcour wie Mass Effect, nur dass DA3 noch nicht erschienen ist.
Diesen werde ich mir aber höchstwahrscheinlich nicht einmal herunterladen, denn mein Glauben an Bioware ist schon lange dahin.
Auch Crysis erlebte ein ähnliches Curriculum Vitae. Crysis 1 kaufte ich mir, weil es einen guten Ruf hatte.
Weil mir jedoch bis auf die Grafik nichts gutes daran auffiel, saugte ich mir Crysis 2 aus dem Internet.
Crysis 3 will ich gar nicht mehr beachten, der Grund sollte inzwischen auf der Hand liegen.

Analog dazu mein Verhalten bei guten Spielen:
Von Batman: Arkham Asylum hörte ich nur Gutes, und obwohl ich von Lizenzspielen für gewöhnlich die Finger lasse, überzeugte mich die Demo und später auch die Vollversion.
Als dann Arkham City angekündigt wurde, gehörte ich sogar zu den Vorbestellern (und es ist bis heute das einzige Spiel, dass ich je vorbestellt habe).
Und weil Arkham City mir noch besser gefällt als der Vorgänger, werde ich auch weiterhin jedes Arkham-Lizenz-Spiel von Rocksteady kaufen, das mir unter die Finger kommt.
Grosse Titel von Nintendo, à la Mario oder Zelda gehören schon seit über 10 Jahren auf meine "unbedingt kaufen"-Liste, weil diese über 10 Jahren mit ausgezeichneter Qualität zu überzeugen wussten.
Und ja, ich habe einen Wii/NGC Emulator und kann in der Tat Wii Games aus dem Internet saugen und spielen, was ich bei Mario und Zelda jedoch bis heute nicht getan habe, und nicht weil mir die Möglichkeit dazu fehlt.
Auch Portal, Portal 2, sowie die Half Life Reihe von Valve sind Spiele, die ich mir gekauft habe, und die ich mir auch in Zukunft kaufen werde.


Und das war nur die Spitze des Eisbergs...
Kurz ausgedrückt:
Für Spiele, von deren Qualität ich nicht überzeugt bin, gebe ich kein Geld (mehr) aus.

Wenn Entwickler/Publisher das nicht verstehen wollen, und uns weiterhin mit halbherzig und lieblos gestrickten Games versorgt, dann werden sie von mir auch weiterhin keinen Rappen verdienen, DRM hin oder her.
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DasGraueAuge
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von DasGraueAuge »

Drano hat geschrieben:
The Incredible Hojo hat geschrieben:Das ist auch ein Punkt:
Kritisiert man das "alles umsonst!" System, das zur Zeit herrscht, ist man direkt ein Moralapostel. Ich kann als Käufer illegale Downloader, Kopierer und andere zahlungsunwilligen einfach nicht ausstehen, nicht weil sie das Produkt teurer machen (Hersteller würden den Preis nicht senken, gäbe es gar keine illegalen Versionen mehr), sondern weil sie der Industrie allein schon das Argument dafür liefern.
Und lädt man Spiele illegal aus dem Internet herunter, wird man sofort als Bösewicht gebrandmarkt.


Ich bin ein Pirat, weil ich schon mal Spiele aus dem Internet gesaugt habe, es noch mache, und vermutlich auch in Zukunft noch machen werden.
Gleichzeitig aber bin ich ein ehrlicher Kunde, der für seine Spiele bezahlt hat, es heute noch tut, und auch in Zukunft tun wird.
Spoiler
Show
Es fing alles recht harmlos an: damals kaufte ich mir ein Spiel und wollte es auf meinem PC spielen, der gerade noch die Mindestvoraussetzungen erfüllte.
Das Spiel lief auch tatsächlich, stürzte aber zwischen Prolog und Kapitel 1 (von 6 Kapiteln) ab.
Ich hatte also ein Spiel zum Vollpreis gekauft, von dem ich nur das Prolog spielen konnte, den ich von der (kostenlosen) Demo her bereits kannte.
Seither habe ich mir immer Spiele heruntergeladen, um zu sehen, ob diese überhaupt spielbar sind.
Erst 5 Jahre später kauften mir meine Eltern einen neuen PC, mit dem ich dieses Spiel (das inzwischen nur noch 1/10 des ursprünglichen Preises kostete) endlich spielen konnte.

Mit einem neuen PC ausgestattet brauchte ich mir nicht mehr so viele Gedanken darum machen, ob das Spiel laufen wird.
Ich kaufte mir gleich einige grosse Titel, die ich zuvor nicht spielen konnte:
Mass Effect kaufte ich mir, weil ich nur gutes davon hörte, und weil es mir gefiel kaufte ich mir auch Mass Effect 2, dieser wiederum enttäuschte mich so sehr, dass ich mir Mass Effect 3 aus dem Internet saugte mit dem Gedanken ihn zu kaufen, sollte es mir gefallen.
Und weil es mir auch nicht gefällt, werde ich von zukünftigen Mass Effect Spielen die Finger lassen.
Dragon Age durchlief eigentlich das genau gleiche Parcour wie Mass Effect, nur dass DA3 noch nicht erschienen ist.
Diesen werde ich mir aber höchstwahrscheinlich nicht einmal herunterladen, denn mein Glauben an Bioware ist schon lange dahin.
Auch Crysis erlebte ein ähnliches Curriculum Vitae. Crysis 1 kaufte ich mir, weil es einen guten Ruf hatte.
Weil mir jedoch bis auf die Grafik nichts gutes daran auffiel, saugte ich mir Crysis 2 aus dem Internet.
Crysis 3 will ich gar nicht mehr beachten, der Grund sollte inzwischen auf der Hand liegen.

Analog dazu mein Verhalten bei guten Spielen:
Von Batman: Arkham Asylum hörte ich nur Gutes, und obwohl ich von Lizenzspielen für gewöhnlich die Finger lasse, überzeugte mich die Demo und später auch die Vollversion.
Als dann Arkham City angekündigt wurde, gehörte ich sogar zu den Vorbestellern (und es ist bis heute das einzige Spiel, dass ich je vorbestellt habe).
Und weil Arkham City mir noch besser gefällt als der Vorgänger, werde ich auch weiterhin jedes Arkham-Lizenz-Spiel von Rocksteady kaufen, das mir unter die Finger kommt.
Grosse Titel von Nintendo, à la Mario oder Zelda gehören schon seit über 10 Jahren auf meine "unbedingt kaufen"-Liste, weil diese über 10 Jahren mit ausgezeichneter Qualität zu überzeugen wussten.
Und ja, ich habe einen Wii/NGC Emulator und kann in der Tat Wii Games aus dem Internet saugen und spielen, was ich bei Mario und Zelda jedoch bis heute nicht getan habe, und nicht weil mir die Möglichkeit dazu fehlt.
Auch Portal, Portal 2, sowie die Half Life Reihe von Valve sind Spiele, die ich mir gekauft habe, und die ich mir auch in Zukunft kaufen werde.


Und das war nur die Spitze des Eisbergs...
Kurz ausgedrückt:
Für Spiele, von deren Qualität ich nicht überzeugt bin, gebe ich kein Geld (mehr) aus.

Wenn Entwickler/Publisher das nicht verstehen wollen, und uns weiterhin mit halbherzig und lieblos gestrickten Games versorgt, dann werden sie von mir auch weiterhin keinen Rappen verdienen, DRM hin oder her.
Dein "Probeversionen" hast du aber sicherlich trotzdem durchgespielt, oder? ;)
Weißt du was der Unterschied zwischen den Spielern heute und damals™ ist? Früher wäre niemand auf die Idee gekommen sich irgendwelche Begründungen auszudenken, warum man eher auf diskcopy als auf den örtlichen Laden setzte (wenn man nicht dort die Kopien für 10 Mark kaufte :D ). Da hieß es klipp und klar: "160 Mark, hab ich nicht. Lass mal kopieren das Ding." Nicht: " Ich muss erstmal das Ende des Spieles sehen, um einschätzen zu können, ob diese Investition mit meinen langfristigen Finanzplänen vereinbar ist".
Wollte ich nur mal völlig wertungsfrei anmerken.
mehlwyrm
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von mehlwyrm »

Drano hat geschrieben:
The Incredible Hojo hat geschrieben:Das ist auch ein Punkt:
Kritisiert man das "alles umsonst!" System, das zur Zeit herrscht, ist man direkt ein Moralapostel. Ich kann als Käufer illegale Downloader, Kopierer und andere zahlungsunwilligen einfach nicht ausstehen, nicht weil sie das Produkt teurer machen (Hersteller würden den Preis nicht senken, gäbe es gar keine illegalen Versionen mehr), sondern weil sie der Industrie allein schon das Argument dafür liefern.
Und lädt man Spiele illegal aus dem Internet herunter, wird man sofort als Bösewicht gebrandmarkt.


Ich bin ein Pirat, weil ich schon mal Spiele aus dem Internet gesaugt habe, es noch mache, und vermutlich auch in Zukunft noch machen werden.
Gleichzeitig aber bin ich ein ehrlicher Kunde, der für seine Spiele bezahlt hat, es heute noch tut, und auch in Zukunft tun wird.
Spoiler
Show
Es fing alles recht harmlos an: damals kaufte ich mir ein Spiel und wollte es auf meinem PC spielen, der gerade noch die Mindestvoraussetzungen erfüllte.
Das Spiel lief auch tatsächlich, stürzte aber zwischen Prolog und Kapitel 1 (von 6 Kapiteln) ab.
Ich hatte also ein Spiel zum Vollpreis gekauft, von dem ich nur das Prolog spielen konnte, den ich von der (kostenlosen) Demo her bereits kannte.
Seither habe ich mir immer Spiele heruntergeladen, um zu sehen, ob diese überhaupt spielbar sind.
Erst 5 Jahre später kauften mir meine Eltern einen neuen PC, mit dem ich dieses Spiel (das inzwischen nur noch 1/10 des ursprünglichen Preises kostete) endlich spielen konnte.

Mit einem neuen PC ausgestattet brauchte ich mir nicht mehr so viele Gedanken darum machen, ob das Spiel laufen wird.
Ich kaufte mir gleich einige grosse Titel, die ich zuvor nicht spielen konnte:
Mass Effect kaufte ich mir, weil ich nur gutes davon hörte, und weil es mir gefiel kaufte ich mir auch Mass Effect 2, dieser wiederum enttäuschte mich so sehr, dass ich mir Mass Effect 3 aus dem Internet saugte mit dem Gedanken ihn zu kaufen, sollte es mir gefallen.
Und weil es mir auch nicht gefällt, werde ich von zukünftigen Mass Effect Spielen die Finger lassen.
Dragon Age durchlief eigentlich das genau gleiche Parcour wie Mass Effect, nur dass DA3 noch nicht erschienen ist.
Diesen werde ich mir aber höchstwahrscheinlich nicht einmal herunterladen, denn mein Glauben an Bioware ist schon lange dahin.
Auch Crysis erlebte ein ähnliches Curriculum Vitae. Crysis 1 kaufte ich mir, weil es einen guten Ruf hatte.
Weil mir jedoch bis auf die Grafik nichts gutes daran auffiel, saugte ich mir Crysis 2 aus dem Internet.
Crysis 3 will ich gar nicht mehr beachten, der Grund sollte inzwischen auf der Hand liegen.

Analog dazu mein Verhalten bei guten Spielen:
Von Batman: Arkham Asylum hörte ich nur Gutes, und obwohl ich von Lizenzspielen für gewöhnlich die Finger lasse, überzeugte mich die Demo und später auch die Vollversion.
Als dann Arkham City angekündigt wurde, gehörte ich sogar zu den Vorbestellern (und es ist bis heute das einzige Spiel, dass ich je vorbestellt habe).
Und weil Arkham City mir noch besser gefällt als der Vorgänger, werde ich auch weiterhin jedes Arkham-Lizenz-Spiel von Rocksteady kaufen, das mir unter die Finger kommt.
Grosse Titel von Nintendo, à la Mario oder Zelda gehören schon seit über 10 Jahren auf meine "unbedingt kaufen"-Liste, weil diese über 10 Jahren mit ausgezeichneter Qualität zu überzeugen wussten.
Und ja, ich habe einen Wii/NGC Emulator und kann in der Tat Wii Games aus dem Internet saugen und spielen, was ich bei Mario und Zelda jedoch bis heute nicht getan habe, und nicht weil mir die Möglichkeit dazu fehlt.
Auch Portal, Portal 2, sowie die Half Life Reihe von Valve sind Spiele, die ich mir gekauft habe, und die ich mir auch in Zukunft kaufen werde.


Und das war nur die Spitze des Eisbergs...
Kurz ausgedrückt:
Für Spiele, von deren Qualität ich nicht überzeugt bin, gebe ich kein Geld (mehr) aus.

Wenn Entwickler/Publisher das nicht verstehen wollen, und uns weiterhin mit halbherzig und lieblos gestrickten Games versorgt, dann werden sie von mir auch weiterhin keinen Rappen verdienen, DRM hin oder her.
Das Problem hieran ist, dass der Publisher die Download zahlen sieht und sich denkt: Hey das Spiel wurde drölftausendmal geladen, aber nur 1000 Mal gekauft. DRM MUSS HER!!!
Und auch wenn ich deinen Standpunkt sehr gut nachvollziehen kann, ist das nicht die Masse, die denkt sich nämlich "geil kostenlos spielen!!"
So lange selbst der letzte Schund geladen wird, werden Publisher denken, dass ihnen Geld durch die Lappen geht für ihr ach so tolles Spiel. Ein Spiel sollte man sich AUSLEIHEN, um es zu testen oder auf eine Demo, bzw Einschätzungen von Vertrauten achten. Das ist einfach schon die falsche Mentalität "Keine Demo? Die haben es doch verdient, dass ich es sauge um es zu testen. Früher waren IMMER Demos dabei"
N16
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von N16 »

DasGraueAuge hat geschrieben:Dein "Probeversionen" hast du aber sicherlich trotzdem durchgespielt, oder? ;)
Weißt du was der Unterschied zwischen den Spielern heute und damals™ ist? Früher wäre niemand auf die Idee gekommen sich irgendwelche Begründungen auszudenken, warum man eher auf diskcopy als auf den örtlichen Laden setzte (wenn man nicht dort die Kopien für 10 Mark kaufte :D ). Da hieß es klipp und klar: "160 Mark, hab ich nicht. Lass mal kopieren das Ding." Nicht: " Ich muss erstmal das Ende des Spieles sehen, um einschätzen zu können, ob diese Investition mit meinen langfristigen Finanzplänen vereinbar ist".
Wollte ich nur mal völlig wertungsfrei anmerken.
So kann man es natürlich auch sehen.

Monochromes Denken ist ja so schön.
Warum sich die Mühe machen, alles bunt und farbig auszumalen, wenn mit Schwarz und Weiss alles so viel einfacher ist?

Habe auch schon einige Spiele gekauft, nachdem ich sie aus dem Internet geladen habe, aber wer glaubt mir denn so einen Blödsinn?
mehlwyrm hat geschrieben:Ein Spiel sollte man sich AUSLEIHEN, um es zu testen oder auf eine Demo, bzw Einschätzungen von Vertrauten achten. Das ist einfach schon die falsche Mentalität "Keine Demo? Die haben es doch verdient, dass ich es sauge um es zu testen. Früher waren IMMER Demos dabei"
Da gebe ich dir Recht.
In meinem Beispiel habe ich ja Batman: Arkham Asylum genannt. Das habe ich mir auch nur gekauft, weil ich eine Demo austesten konnte.

Obwohl... Wenn Crysis eine Demo hätte, hätte ich die Vollversion vermutlich nicht gekauft... Aber dann hätte ich mir Crysis 2 ja auch nicht heruntergeladen, lol.
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von The Incredible Hojo »

Drano hat geschrieben:
Ich bin ein Pirat, weil ich schon mal Spiele aus dem Internet gesaugt habe, es noch mache, und vermutlich auch in Zukunft noch machen werden.
Gleichzeitig aber bin ich ein ehrlicher Kunde, der für seine Spiele bezahlt hat, es heute noch tut, und auch in Zukunft tun wird..
In Restaurants zahle ich immer. Außer letztends, da hat es mir nicht geschmeckt, da bin ich ohne zu Bezahlen rausgegangen....
Es geht nicht um das Verhältnis Recht-Unrecht.
Drano hat geschrieben: Kurz ausgedrückt:
Für Spiele, von deren Qualität ich nicht überzeugt bin, gebe ich kein Geld (mehr) aus.
Spricht nichts dagegen. Dann solltest du sie aber auch nicht spielen. Auch nicht durch illegale Downloads. Das ist mein Statement hier von anfang an.
Gummirakete
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von Gummirakete »

mehlwyrm hat geschrieben:Das Problem hieran ist, dass der Publisher die Download zahlen sieht und sich denkt: Hey das Spiel wurde drölftausendmal geladen, aber nur 1000 Mal gekauft. DRM MUSS HER!!!

So lange selbst der letzte Schund geladen wird, werden Publisher denken, dass ihnen Geld durch die Lappen geht für ihr ach so tolles Spiel.
So rechnen die Hersteller aber gerne. „Drölfmillionen illegale Downloads meines Spiels!“
Dann zückt er kurz den Taschenrechner, multipliziert diese Zahl mit 50€ und schon sieht er sich um Fantastilliarden geprellt. Dass das eine Milchmädchenrechnung ist, wissen die Hersteller natürlich. Aber damit lässt sich in der uninformierten Öffentlichkeit wunderbar Verständnis für DRM-Gängelungen generieren und auch auf den Gesetzgeber wirken solche Zahlen beeindruckend.
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Ash2X
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?

Beitrag von Ash2X »

Gummirakete hat geschrieben:
mehlwyrm hat geschrieben:Das Problem hieran ist, dass der Publisher die Download zahlen sieht und sich denkt: Hey das Spiel wurde drölftausendmal geladen, aber nur 1000 Mal gekauft. DRM MUSS HER!!!

So lange selbst der letzte Schund geladen wird, werden Publisher denken, dass ihnen Geld durch die Lappen geht für ihr ach so tolles Spiel.
So rechnen die Hersteller aber gerne. „Drölfmillionen illegale Downloads meines Spiels!“
Dann zückt er kurz den Taschenrechner, multipliziert diese Zahl mit 50€ und schon sieht er sich um Fantastilliarden geprellt. Dass das eine Milchmädchenrechnung ist, wissen die Hersteller natürlich. Aber damit lässt sich in der uninformierten Öffentlichkeit wunderbar Verständnis für DRM-Gängelungen generieren und auch auf den Gesetzgeber wirken solche Zahlen beeindruckend.
Falls du dir mal die Downloadzahlen auf einigen Torrent-Seiten ansiehst (und heutzutage sind torrents eine Minderheit) und DDLs ignorierst (rapidshare etc) nur 1% davon nimmst der eventuell ohne die Möglichkeit es herunterzuladen 50€ für das Spiel ausgegeben hätte reicht das schon um eine stattliche Summe zusammenzukriegen.Vorallendingen bei AAA-Titeln.
Mag sein das die Angaben der Hersteller übertrieben und unrealistisch sind, aber Kern der Aussage stimmt.Raubkopien schaden dem Geschäft und sorgen jährlich nicht nur für ein paar Millionen Verluste.
Das die Hersteller teils Millionen in den Schutz investieren ist da nicht verwunderlich und wenn es sich nicht rechnen würde gäbe es die Schutzmaßnahmen nicht.Es sind schließlich Wirtschaftsunternehmen.
Man kann heutzutage jammern wie man will,an dem DRM-Mist sind nicht der Hersteller schuld sondern die Leute die Spiele heruntergeladen haben. Es wäre nie soweit gekommen wenn das ganze nicht so unglaublich überhand genommen hätte und auch wenn das einige nicht wahrhaben wollen: Das hat es und das nicht erst seit gestern.