Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?
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- The Incredible Hojo
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?
Dass das Thema komplex ist, steht außer Frage, auch, dass die PP ja ncht alles verschenken will, was anderer Leute Eigentum ist, das habe ich verstanden. Aber es gehört leider eben auch zu der vielbeschworenen Praxis, dass zur Zeit eine Beschaffungsmentalität vorherrscht, die eben der Industrie indirekt in die Karten spielt. Wenn es bei Spielen ein Verhältnis von Original zu Kopie von 1:5 oder mehr gibt, liefere ich den Rechteverwertern eben genug Munition, die mit Totschlagargumenten um die Ecke kommen. Wie gesagt, gegen digitale Distribution habe ich nichts, wenn es beim Urheber auch ankommt, das ist aber bei Filehostern im momentanen Modell am wenigsten der Fall. Nur wenn ich immer gegen die Rechteverwerter andiskutieren muss, dass die Sauger und Kopierer zu enormen Umsatzverlust führen, dann fadisiert mich das ungemein. Wäre es nicht einmal interessant zu sehen, was die Industrie sagt, wenn wir zeigen können: "Schaut her, das Verhältnis hat sich gedreht, auf 5 verkaufte Spiele kommt eine illegale Kopie. Wie sieht es jetzt mit Preisen, Anwenderfreundlichkeit der Spiele und Qualität aus?" Wenn wir nach allen DRMs, Steam, Online Pass Aktionen sagen können "So, und jetzt?" Wenn das Argument der illegalen Kopien nicht mehr ziehen würde? Ergäbe sich da nicht ein ganz anderer Anspruch der Spieler an die Rechteverwerter?
Ich kritisiere ja dabei vor allem, dass sich eben aus der Not, sich ein Spiel herunterzuladen ein Anspruch entwickelt (hat), es eben immer für lau zu bekommen. Dabei sehe ich auch, dass die PP diesen Anspruch nicht hat, dieser aber leider von vielen die eigentliche Idee mißbraucht und als Rechtfertigung genötigt wird, eben sich alles online zu besorgen.
Ich nehme da immer gern das Beispiel Modulkarten für den DS. Wenn ein Familienvater mal raushat, wo er Spiele dafür downloaden kann und mal 50 Games auf die Karte gezogen hat, entwickelt sich quasi sofort eine Abneigung, jemals wieder Geld für ein DS Spiel für sein Kind zu bezahlen, dicht gefolgt von einem Gesissensalibi, dass es ja nicht wirklich verboten ist. Da werden dann Gesetzestexte und Urteile akkribisch durchgeforstet und sich eine Argumentation zurechtgebogen, um das zu rechtferigen. Da liegt meiner Ansicht nach (neben vielen anderen Dingen) auch der Hase im Pfeffer.
Auch Filesharing ist in meinen Augen nicht pauschal das ultimative Böse, wie du schon gesagt hast, ist hier schwarz/weiss zu einfach und nicht anwendbar. Aber in der jetzigen, überwiegend genutzten Art und Weise nicht im Sinne des Urhebers. Und so lange es Filehoster gibt, die Content illegal für umme anbieten, wird ein Filehoster, der Geld für Programme und Spiele in kalkuliert realistischen Preisen nimmt, scheitern.
Ich kritisiere ja dabei vor allem, dass sich eben aus der Not, sich ein Spiel herunterzuladen ein Anspruch entwickelt (hat), es eben immer für lau zu bekommen. Dabei sehe ich auch, dass die PP diesen Anspruch nicht hat, dieser aber leider von vielen die eigentliche Idee mißbraucht und als Rechtfertigung genötigt wird, eben sich alles online zu besorgen.
Ich nehme da immer gern das Beispiel Modulkarten für den DS. Wenn ein Familienvater mal raushat, wo er Spiele dafür downloaden kann und mal 50 Games auf die Karte gezogen hat, entwickelt sich quasi sofort eine Abneigung, jemals wieder Geld für ein DS Spiel für sein Kind zu bezahlen, dicht gefolgt von einem Gesissensalibi, dass es ja nicht wirklich verboten ist. Da werden dann Gesetzestexte und Urteile akkribisch durchgeforstet und sich eine Argumentation zurechtgebogen, um das zu rechtferigen. Da liegt meiner Ansicht nach (neben vielen anderen Dingen) auch der Hase im Pfeffer.
Auch Filesharing ist in meinen Augen nicht pauschal das ultimative Böse, wie du schon gesagt hast, ist hier schwarz/weiss zu einfach und nicht anwendbar. Aber in der jetzigen, überwiegend genutzten Art und Weise nicht im Sinne des Urhebers. Und so lange es Filehoster gibt, die Content illegal für umme anbieten, wird ein Filehoster, der Geld für Programme und Spiele in kalkuliert realistischen Preisen nimmt, scheitern.
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johndoe1238056
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?
Jaja, die pösen Raubmordkopierer. Ich habe letztens einen Artikel gelesen, der einen ganz anderen Blickwinkel eröffnet. Wer des Englischen mächtig ist, kann ja mal einen Blick riskieren. http://technologizer.com/2012/01/23/why ... re-piracy/
- KATTAMAKKA
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?
Die Game Industrie ist schlichtweg zu arrogant und Gewinn Fixiert um irgendwas zu erkennen , dazu glauben die Big Player das sie den Markt in der Hand haben und so machen können was sie wollen. Die Schnaps Idee Online Welten oder deren ihre Vorstellungen davon, die eigentlich das ganze nur noch mehr zum MC Donald TV Serien Format zusammenschrumpft ist doch nur noch ne Witz Nummer . Zocken ist oder wird ungefähr so aufregend wie der Partei Tag von der FDP.``Wachstum,Wachstum`` Wir die Liberalsten Lobbyisten aller Zeiten sind unentbehrlich, wir helfem dem Volk, dem kleinen Mann , dem Zocker rund um die Uhr , überall und jederzeit .HaHaHa `` 
Die wollen die pervekte Melkmaschiene und mit den kommenden Konsolen wird diese wunderbare Online Welt flutschen wie sonst was. Jedes Mehr an Technik wird für diese Online Welten draufgehen. Und natürlich für 3D Move und Kinekt. Die Games halten den ``hohen`` AAACOD Standart von vorgestern. Ist doch super, Wir bringen das Gaming weiter, weil wir wissen was der Kunde will und braucht
Die wollen die pervekte Melkmaschiene und mit den kommenden Konsolen wird diese wunderbare Online Welt flutschen wie sonst was. Jedes Mehr an Technik wird für diese Online Welten draufgehen. Und natürlich für 3D Move und Kinekt. Die Games halten den ``hohen`` AAACOD Standart von vorgestern. Ist doch super, Wir bringen das Gaming weiter, weil wir wissen was der Kunde will und braucht
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Fiddlejam
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?
Was du sagst, mag alles richtig sein, aber dir gelingt es immer wieder, die eigentlichen Fragen zu umgehen:Nur ... mit "Kopieren schlecht finden" ist es nicht getan. Zudem niemand, wirklich niemand fordert, dass alles für umme sein muss. Das ist ein ganz großes Mißverständnis, welches bei Leuten wie Dir natürlich sofortige Ablehnung erzeugt. Beliben wir mal bei der PP. Die PP fordert einen Ausgleich zwischen den Interessen der Rechteverwerter, den Interessen der Urheber, den Interessen der Nutzer, den kulturellen Folgen für die gesamte Gesellschaft. Momentan ist es so, dass fast nur die Interessen der Rechteverwerter berücksicht werden. Dann kommt vielleicht der Urheber, dem man seitens der Rechteverwerter ein Almosen zuwirft, damit dieser die Gitterstäbe der Verträge mit den Rechteverwertern weniger häßlich findet. Dann kommt der Nutzer, der lediglich als dauerzahlendes Konsumvieh ohne Rechte, nur mit Pflichten herhalten soll. Und welche kulturellen Folgen ein vollständig verkommerzialisierte, nur auf den Gegenwartsumsatzwert reduzierter Umgang mit entsprechenden Inhalten hat, das kulturelle Schwarze Loch, welches entsteht, wenn die Rechteverwerter Inhalte nach Belieben abschalten können, darüber hat sich kaum noch jemand Gedanken gemacht.
1. Wie soll ein Angebot jemals attraktiver sein als die kostenlose Alternative?
2. Was genau HABEN wir von Kopien? Im Meta, nicht nur als "ha, ich habs für lau bekommen".
3. Warum soll man den moralischen Aspekt ignorieren?
4. Warum sollte die Industrie weiterhin kreative und DRM-freie Titel produzieren, wenn sie genau so oft oder gar öfters kopiert werden?
Wo eröffnet der einen ganz anderen Blickwinkel?Jaja, die pösen Raubmordkopierer. Ich habe letztens einen Artikel gelesen, der einen ganz anderen Blickwinkel eröffnet.
Der Artikel sagt, dass Kopien nötig sind, um die entsprechenden Kulturgüter zu erhalten. Das ist korrekt.
Er sagt auch, dass die Produkte immer noch gekauft werden, trotz Raubkopien. Die Hintergründe sind fragwürdig, aber gut.
Aber nirgends in diesem Artikel spricht sich der Autor dafür aus, jedem zu gewähren, wie er lieb und lustig ist; geschweige denn für eine völlige Entfernung von DRM.
Er spricht sich dafür aus, dass die Daten gelagert werden, um langfristig zugänglich zu sein und dass Wissenschaftler darauf zugreifen können - aber nirgends für eine Legalisierung der Wald-und-Wiesen-Raubkopie.
Womit wir wieder bei Frage 2 wären: Was haben wir von Kopien? Der Gesamtheit, nicht einigen für wissenschaftliche Zwecke.
- crewmate
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Re: Kommentar
Ich habe nichts böses getan, Hojo. Mein letztes raubkopiertes Spiel dürfte Vice City oder NfS Underground 2 damals gewesen sein.The Incredible Hojo hat geschrieben:Jaja, das Allheilmittel "glückselige digitale Distribution". Hm, also CDs sollten schon vor 5 Jahren tot sein, gibt es immer noch im Laden, haben sich jetzt nur gesund geschrumpft. DVDs sollten auch nicht mehr gekauft werden, wenn aber ein Kinohighlight raus kommt, stehen wieder alle zu Massen an den Kassen. Auch mit Kopierschutz (den man natürlich umgehen kann, wenn man will). Dieser ist bei Software und Spielen eben wichtiger als bei einzelnen Musiktracks und ist somit Bestandteil des Produktes. Ich habe auch kein Problem mit diesen Schutzmaßnahmen, weil sie mehr Leute davon abhalten, illegale Kopien zu beschaffen und zu nutzen. Das ist dann nämlich die Situation, in der ich als Kunde verar****t werde. Wer mal selber ein Programm rausgebracht und für einen moderaten Preis verkauft hat, weiß dann was es heißt, wenn man an ein Bildungsinstitut zehn Exemplare verkauft hat und nach zwei Wochen 350 Teilnehmer das Programm nutzen...
Drei Dinge muss man endlich ins Hirn kriegen:
1. Internet ist nicht neudeutsch für "alles kostenlos"
2. Nicht die sind die Bösen, die versuchen, ihre Produkte gegen illegale Verbreitung zu schützen
3. Torrent und Filesharing sind nicht Bestandteil der digitalen Distribution
Aber es ist so viel einfacher, sich ein Spiel zu brennen oder runterzuladen, sich dann über die Handlung oder das Ende zu beschweren und dann noch Mitbestimmung bei der Entwicklung zu fordern.
Warum willst du mich mitbestrafen, obwohl ich niemandem schade?
- Vacruz
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?
Wie erklärst du es dir dann, dass legale Musik-Portale Rekordumsätze einfahren, während man beim Filehoster um die Ecke alles für umsonst erhält?The Incredible Hojo hat geschrieben:Und so lange es Filehoster gibt, die Content illegal für umme anbieten, wird ein Filehoster, der Geld für Programme und Spiele in kalkuliert realistischen Preisen nimmt, scheitern.
Du fragst dich wieso Leute so viel illegal herunterladen? Ich werde es dir sagen!
Wenn ich beispielsweise bei der Warez Seite meines Vertrauens nach Mass Effect 2 suche, dann stoße ich da auf einen Release der Mass Effect 2 mit sämtlichen Patches und 32 DLC's beinhaltet.
Dieser Release besitzt sogar einen eigenen Installer bei dem ich die DLC's auswählen kann die ich installieren will. Einfach runterladen, installieren, spielen!
Keine Accountbindung, kein Dauer-Online, kein DRM, keine nervigen Codes zum eingeben....etc.
Auch kann ich diesen Release auf so vielen Rechner installieren wie ich will, ich kann ihn einfach auf eine externe Festplatte ziehen und selbst in Jahren noch spielen und brauche keine Angst zu haben das die Server des Dauer-Online Kopierschutzes irgentwann abgeschaltet werden. Oftmals tritt sogar der Fall auf, bei dem die Release-Groups Bugs im Spiel beheben, wo man von offizieller Seite wochen lang auf einen Patch warten muss.
Dieser exzellente Service wird mir von Leuten geboten, die das als Hobby betreiben, und sie wollen noch nicht einmal Geld dafür!
Was würde mich erwarten, wenn ich ein ehrlicher Kunde bin und mir das Spiel kaufe?
Das genaue Gegenteil wäre der Fall! Ich werde mit nerviger Zusatzsoftware gepeinigt, muss zig Accounts verwalten (bei denen ich befürchten muss, dass meine persönlichen Daten weiterverkauft werden), muss dauerhaft online sein und muss den Support kontaktieren um das Spiel auf einem weiteren Rechner installieren zu können.
Jetzt schau dir dieses Bild mal an.....auf der einen Seite super Service für lau, auf der anderen Seite ständige Gängelungen der Rechteinhaber, die mir auchnoch bei jeder Gelegenheit versuchen das Geld aus der Tasche zu ziehen.
DESSHALB laden sich so viele ihre Spiele illegal herunter.
Es existiert eine große Nachfrage nach Spielen und Service in Kombination miteinander. Da diese Nachfrage von offizieller Seite nicht gedeckt wird, greifen die meisten auf illegale Methoden zurück.
Das ist auch der Grund wesshalb Portale wie GoG.com immer populärer werden.
Ein Portal wie GoG.com, mit den aktuellsten Spielen und mit vernünftigen Preisen, würde von Kunden nur so überrannt werden.
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Fiddlejam
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?
Du widersprichst dir selbst, einerseits sagst du, dass der illegale Download attraktiver ist, andererseits meinst du, dass es dennoch legale Käufe gibt - was denn nun?
- The Incredible Hojo
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?
@crewmate
Weder ich noch die Industrie will dich wirklich bestrafen. Wenn einerseits der Industrie stets angeheftet wird, sie schere sich nur noch um den Profit (was bei einem gewinnorientierten Unternehmen nicht wirklich verwunderlich ist...), dann führt doch kein Unternehmen ein System ein, bei dem man im Vorfeld weiss, dass es mich Kunden, sprich Umsatz und Gewinn, kostet. All diese Dinge mit OnlinePass, DRM, Kopierschutz, online Registrierung und dauerhafte Verbindung wird doch nicht auf die Spiele programmiert, um uns zu ärgern. Denn verärgerte Kunden kaufen nicht mehr, zumindest sollten sie das in einer Marktwirtschaft nicht. Wenn also ein Kopierschutzsystem eingeführt wird, dann liegen dem Kalkulationen und Einschätzungen zugrunde, die alle Zahlen gegenüberstellen. Wie hoch ist der Prozentsatz von illegalen Kopien, wie viel Käufer gibt es etc. Wenn die Verkaufszahlen, die ich mit dem System habe, hoch genug sind, um die abgesprungenen Kunden aufzufangen, weil weniger Leute Lust haben mit verseuchten Cracks etc. zu arbeiten und das Original trotzdem kaufen, dann bleibt das System drauf.
Bei dir liegt Ursache und Wirkung dicht beieinander. Natürlich ist es ärgerlich, als ehrlicher Kunde mit den ganzen Registrierungs- und Verbindungsmüll belastet zu werden, doch sind ja illegale Kopien nicht Ursache von Kopierschutzmaßnahmen, sondern umgekehrt. Die Mausefalle wurde ja auch erst entwickelt, nachdem die Maus Schäden verursacht hat. Wenn du dich also darüber aufregst, dass du als zahlender Kunde den Rotz auch noch durch deinen ehrlichen Kauf bezahlst, dann liegt die Adresse der Beschwerde bei den Saugern und Crackern. Denn wie gesagt: Solange dieses Problem in diesem Ausmaß akut ist, solange werden uns die Rechteverwerter mit immer den gleichen Argumenten zumüllen. Und alles, was ich dazu sage ist, dass ich die Argumentation sogar in dem Maße nachvollziehen kann, dass bei vielen einfach da draußen ein völlig verschobenes Bild von Besitz und Beschaffung herrscht. Wie gesagt, Internet ist nicht das neudeutsche Synonym von umsonst.
Weder ich noch die Industrie will dich wirklich bestrafen. Wenn einerseits der Industrie stets angeheftet wird, sie schere sich nur noch um den Profit (was bei einem gewinnorientierten Unternehmen nicht wirklich verwunderlich ist...), dann führt doch kein Unternehmen ein System ein, bei dem man im Vorfeld weiss, dass es mich Kunden, sprich Umsatz und Gewinn, kostet. All diese Dinge mit OnlinePass, DRM, Kopierschutz, online Registrierung und dauerhafte Verbindung wird doch nicht auf die Spiele programmiert, um uns zu ärgern. Denn verärgerte Kunden kaufen nicht mehr, zumindest sollten sie das in einer Marktwirtschaft nicht. Wenn also ein Kopierschutzsystem eingeführt wird, dann liegen dem Kalkulationen und Einschätzungen zugrunde, die alle Zahlen gegenüberstellen. Wie hoch ist der Prozentsatz von illegalen Kopien, wie viel Käufer gibt es etc. Wenn die Verkaufszahlen, die ich mit dem System habe, hoch genug sind, um die abgesprungenen Kunden aufzufangen, weil weniger Leute Lust haben mit verseuchten Cracks etc. zu arbeiten und das Original trotzdem kaufen, dann bleibt das System drauf.
Bei dir liegt Ursache und Wirkung dicht beieinander. Natürlich ist es ärgerlich, als ehrlicher Kunde mit den ganzen Registrierungs- und Verbindungsmüll belastet zu werden, doch sind ja illegale Kopien nicht Ursache von Kopierschutzmaßnahmen, sondern umgekehrt. Die Mausefalle wurde ja auch erst entwickelt, nachdem die Maus Schäden verursacht hat. Wenn du dich also darüber aufregst, dass du als zahlender Kunde den Rotz auch noch durch deinen ehrlichen Kauf bezahlst, dann liegt die Adresse der Beschwerde bei den Saugern und Crackern. Denn wie gesagt: Solange dieses Problem in diesem Ausmaß akut ist, solange werden uns die Rechteverwerter mit immer den gleichen Argumenten zumüllen. Und alles, was ich dazu sage ist, dass ich die Argumentation sogar in dem Maße nachvollziehen kann, dass bei vielen einfach da draußen ein völlig verschobenes Bild von Besitz und Beschaffung herrscht. Wie gesagt, Internet ist nicht das neudeutsche Synonym von umsonst.
- Vacruz
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?
Der illegale Download ist nicht attraktiver, weil er umsonst ist. Er ist (meiner Meinung nach) attraktiver, weil er einen besseren Service bietet.Fiddlejam hat geschrieben:Du widersprichst dir selbst, einerseits sagst du, dass der illegale Download attraktiver ist, andererseits meinst du, dass es dennoch legale Käufe gibt - was denn nun?
Würde es einen gleichwertigen Service für einen fairen Preis geben, dann würde es auch mehr legale Käufe, und weniger Downloads geben.
Es ist schließlich nicht so, dass Downloader ihr Geld nicht ausgeben können/wollen. Sie wollen nur einen entsprechenden Gegenwert dafür haben.
Als ehrlicher Kunde wird man heutzutage ja nicht nur gepiesackt, man erwirbt auch nur das Recht die Software mieten zu dürfen!
Ich will damit Raupkopierer keineswegs in Schutz nehmen! Es bleibt schließlich Unrecht. Ich wollte damit nur einen Einblick in die Beweggründe von Downloadern gewähren.
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Fiddlejam
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?
Doch, genau so ist es. Ein Großteil der Downloader wird eben NICHT bereit sein, etwas zu zahlen.
Warum sollte irgendjemand für etwas zahlen, dass er seit Jahren umsonst bekam?
Wenn plötzlich die Hälfte der Straße mit einem Pförtnerhäusschen gesperrt wird, dass Geld für den Durchgang verlangt, wirst du doch trotzdem weiter die offene Seite nutzen.
Warum sollte irgendjemand für etwas zahlen, dass er seit Jahren umsonst bekam?
Wenn plötzlich die Hälfte der Straße mit einem Pförtnerhäusschen gesperrt wird, dass Geld für den Durchgang verlangt, wirst du doch trotzdem weiter die offene Seite nutzen.
- The Incredible Hojo
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?
@Vacruz:
Abgesehen von dem Widerspruch in deiner Aussage:
Was heißt denn nun ein "vernünftiger" Preis? Wie soll man das mit einem Pauschal-Abo lösen? Da zahle ich 10-15 EUR im Monat und kann laden was und wie viel ich will? Wie schon mal verglichen, vom 3,50 Three-Match-Game in der Drittvermarktung bis zum Grafikprogramm für 3.000 EUR? Wie soll das funktionieren? Als Kunde bestimmt man eben Preis nur durch kaufen oder nicht kaufen, entscheide ich mich aber für das letztere heißt das eben auch nicht haben.
Du sprichst die Möglichkeit der ganzen DLCs und Patches an. In anderen Diskussionen werden Hersteller verteufelt, weil sich ihr Spiel mit dem Internet verbindet und automatisch im Hintergrund prüft, ob es Updates für mein Spiel gibt. Ich gebe dir Recht, dass man sich hier auf eine Plattform einigen könnte und nicht ein halbes Dutzend verschiedene Accounts braucht. Aber bei deinem Beispiel ME2 haben wir es doch wieder:
"und zwar kostenlos!" Ja, genau, die DLCs sind aber nicht kostenlos, genau wie das Spiel. Und immer steht die Antwort noch aus, warum jemand überhaupt Geld für eine digitale Ware ausgeben sollte, wenn es das unter einer anderen Adresse umsonst gibt. Dein Beispiel ist beispielhaft für eben die "umsonst!" Mentalität. ME2 hat auch heute noch seinen Preis, auch die DLC, die ich mir natürlich auch aussuchen kann, welche ich erwerben will und welche nicht. Es ist beispielhaft für das fehlende Bewusstsein, dass hinter diesem Produkt Kosten stehen oder standen und man als gewinnorientiertes Unternehmen nicht hingehen kann, nach dem Break Even eines Spiels die Software und alles was dazugehört zu verschenken. Nach dem Motto "So, Kosten haben wir wieder drin, jetzt müssen wir damit kein Geld mehr verdienen..."
Ich habe ja auch kein Heiligenschein, auch ich hatte meine Kopier- und Saugerphase, bin schließlich mit Napster aufgewachsen... Aber heilend war der Zeitraum, als ich Lernprogramme zum Thema Marketing und Projektmanagement erstellt habe. Das Programm kostete seinerzeit 29 EUR. Das Programm war nicht kopiergeschützt, weil im Starbildschirm an die Vernunft appelliert habe, mir das Geld für das Programm zu zahlen. Ich habe das Marketinglernprogramm an etwa zehn Studenten in meiner Heimatstadt verkauft. Binnen drei Wochen war das Programm auf fast allen Notebooks und Desktoprechnern des Campus, zumindest bei denen, die mit Marketing zu tun hatten. Wir sprechen hier von rund 4.000 Studenten und jedes halbe Jahr kamen neue dazu. Da fragst du dich nur noch, was der Schei* soll. Ich hätte das für 5 EUR verkaufen können, für nen Euro, hätte nix geändert. "Naja, auf meinen Euro wird er schon verzichten können..." wäre die Erklärung gewesen. Hätte ich also einen Kopierschutz einbauen sollen? Mit Seriennummer, Email-Registrierung und so Zeug? Dann hätte es halt irgendwer gecrackt.
Wie gesagt, Kopierschutzmaßnahmen sind die Wirkung, nicht die Ursache des Problems
Abgesehen von dem Widerspruch in deiner Aussage:
Was heißt denn nun ein "vernünftiger" Preis? Wie soll man das mit einem Pauschal-Abo lösen? Da zahle ich 10-15 EUR im Monat und kann laden was und wie viel ich will? Wie schon mal verglichen, vom 3,50 Three-Match-Game in der Drittvermarktung bis zum Grafikprogramm für 3.000 EUR? Wie soll das funktionieren? Als Kunde bestimmt man eben Preis nur durch kaufen oder nicht kaufen, entscheide ich mich aber für das letztere heißt das eben auch nicht haben.
Du sprichst die Möglichkeit der ganzen DLCs und Patches an. In anderen Diskussionen werden Hersteller verteufelt, weil sich ihr Spiel mit dem Internet verbindet und automatisch im Hintergrund prüft, ob es Updates für mein Spiel gibt. Ich gebe dir Recht, dass man sich hier auf eine Plattform einigen könnte und nicht ein halbes Dutzend verschiedene Accounts braucht. Aber bei deinem Beispiel ME2 haben wir es doch wieder:
"und zwar kostenlos!" Ja, genau, die DLCs sind aber nicht kostenlos, genau wie das Spiel. Und immer steht die Antwort noch aus, warum jemand überhaupt Geld für eine digitale Ware ausgeben sollte, wenn es das unter einer anderen Adresse umsonst gibt. Dein Beispiel ist beispielhaft für eben die "umsonst!" Mentalität. ME2 hat auch heute noch seinen Preis, auch die DLC, die ich mir natürlich auch aussuchen kann, welche ich erwerben will und welche nicht. Es ist beispielhaft für das fehlende Bewusstsein, dass hinter diesem Produkt Kosten stehen oder standen und man als gewinnorientiertes Unternehmen nicht hingehen kann, nach dem Break Even eines Spiels die Software und alles was dazugehört zu verschenken. Nach dem Motto "So, Kosten haben wir wieder drin, jetzt müssen wir damit kein Geld mehr verdienen..."
Ich habe ja auch kein Heiligenschein, auch ich hatte meine Kopier- und Saugerphase, bin schließlich mit Napster aufgewachsen... Aber heilend war der Zeitraum, als ich Lernprogramme zum Thema Marketing und Projektmanagement erstellt habe. Das Programm kostete seinerzeit 29 EUR. Das Programm war nicht kopiergeschützt, weil im Starbildschirm an die Vernunft appelliert habe, mir das Geld für das Programm zu zahlen. Ich habe das Marketinglernprogramm an etwa zehn Studenten in meiner Heimatstadt verkauft. Binnen drei Wochen war das Programm auf fast allen Notebooks und Desktoprechnern des Campus, zumindest bei denen, die mit Marketing zu tun hatten. Wir sprechen hier von rund 4.000 Studenten und jedes halbe Jahr kamen neue dazu. Da fragst du dich nur noch, was der Schei* soll. Ich hätte das für 5 EUR verkaufen können, für nen Euro, hätte nix geändert. "Naja, auf meinen Euro wird er schon verzichten können..." wäre die Erklärung gewesen. Hätte ich also einen Kopierschutz einbauen sollen? Mit Seriennummer, Email-Registrierung und so Zeug? Dann hätte es halt irgendwer gecrackt.
Wie gesagt, Kopierschutzmaßnahmen sind die Wirkung, nicht die Ursache des Problems
- Kajetan
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?
Es muss mindestens genauso bequem zu beziehen sein, wie man das über Filesharing macht. Inhalt suchen, Inhalt finden, ein paar Mausklicks und *schwupps* startet der Download oder Stream. Keine regionalen Restriktionen und eine simple Altersverifikation. Die emotionale Bindung des Nutzers zu dem Werk (Geiles Spiel! Ich liebe es!) sorgt dann dafür, dass man diesen Inhalt gegen Geld bezieht, obwohl man ihn auch kostenlos bekommen würde. Oder die Fairness des Nutzers sorgt für einen Kauf, wenn der Kunde sieht, dass man ihm hier ein gutes Angebot gemacht hat.Fiddlejam hat geschrieben:1. Wie soll ein Angebot jemals attraktiver sein als die kostenlose Alternative?
Dass die Menschen sich so verhalten, hat sogar eine Studie der OECD feststellen müssen: http://www.keepeek.com/Digital-Asset-Ma ... 4065437-en
Und dass sich sehr, sehr viele Menschen so verhalten, zeigen ja die hohen Umsätze der Unterhaltungsbranche, obwohl es doch fast alles für lau im Netz gibt und es jedes Jahr mehr Breitbandanschlüße gibt. Hollywood hat zB. seit einigen Jahren ständig neue Rekordumsätze eingefahren, dreht jedes Jahr MEHR Filme wie letztes Jahr. Die Geschäfte brummen. Obwohl es Streamingportale gibt, obwohl es Filesharing brandaktueller FIlme gibt und das Bluray-Format kann so leicht kopiert und gerippt werden kann wie eine handelsübliche CD ohne Kopierschutz.
Es ist mehrfach erwiesen und bewiesen worden: Mache dem Nutzer ein gutes Angebot und er wird ein Kunde. Auch wenn er all den Kram auch für umme bekommen könnte. Würde man zB. einen Porsche downloaden können, und ein Stück freie Autobahn und Benzin, die Firma Porsche würde weiterhin gutes Geld verdienen können. Weil hier eine hohe emotionale Bindung zum Produkt besteht. Gerade dieser Faktor wird oft genug in der Diskussion vollkommen ausser Acht gelassen. Es wird immer so getan, als ob plötzlich das Chaos ausbräche, wenn man private, nicht-kommerziell motivierte Urheberrechtsverletzungen legalisieren würde. Die Erfahrung zeigt ... NICHTS würde passieren. Wer weiterhin kein Geld zahlen wird, der wird weiterhin kein Geld zahlen. Wer zahlen möchte, wird weiterhin zahlen.
Ich verstehe diese Frage nicht. Was meinst Du damit genau? Was wir davon haben, das muss jeder selbst entscheiden. Der eine findet es praktisch, der andere lehnt es ab, dem Dritten ist es juck. Aber sie existieren, weil das eine fundamentale Eigenschaft digitaler Information ist. Die leichte und schnelle Kopierbarkeit selbiger Information. Das muss man so akzeptieren. Das sind die Rahmenbedingungen des Digitalen Zeitalters.2. Was genau HABEN wir von Kopien? Im Meta, nicht nur als "ha, ich habs für lau bekommen".
Moral ist nach meinen Erfahrungen kein guter Ratgeber, wenn es um die Klärung handfester wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Problembereiche geht. Moral ersetzt nicht den gesunden Menschenverstand, den klaren, neutralen Blick. Moral schreibt Lösungen vor, ohne sich aber jemals mit dem Problem auseinandergesetzt zu haben. Moral ist kein Ersatz für eine konstruktive Auseinandersetzung mit dem Thema.3. Warum soll man den moralischen Aspekt ignorieren?
Weil es ... das ist der springende Punkt bei der Sache ... nicht darauf ankommt, ob sich jemand den Inhalt für lau besorgt, sondern nur und einzig und alleine darauf, ob jemand bereit ist Geld auszugeben. Der CEO von Stardock hat das vor einer Weile mal so schön gesagt, als er sich dafür entscheiden hat seine Spiele komplett ohne Kopierschutz zu veröffentlichen: "Was bringt es mir, wenn ich mich um Leute kümmere, die mir kein Geld geben wollen, wenn ich doch meine Zeit und Energie darauf verwenden kann mich um Leute zu kümmern, die mir freiwillig Geld geben wollen."4. Warum sollte die Industrie weiterhin kreative und DRM-freie Titel produzieren, wenn sie genau so oft oder gar öfters kopiert werden?
- Vacruz
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?
Um die Entwickler zu unterstützen? Um die DVD in Händen halten zu können? Oder einfach weil man weiß, dass man etwas für sein Geld bekommt?Fiddlejam hat geschrieben:Doch, genau so ist es. Ein Großteil der Downloader wird eben NICHT bereit sein, etwas zu zahlen.
Warum sollte irgendjemand für etwas zahlen, dass er seit Jahren umsonst bekam?
Wenn plötzlich die Hälfte der Straße mit einem Pförtnerhäusschen gesperrt wird, dass Geld für den Durchgang verlangt, wirst du doch trotzdem weiter die offene Seite nutzen.
Asoziales Gesocks, welches gerne auf Kosten anderer lebt und alles für mau haben will gibt es immer. Desshalb hab ich auch gesagt das die downloads zurück gehen, und nicht aufhören werden.
@Hojo:
Wie ich vorhin schon gesagt habe will ich Downloader nicht in Schutz nehmen! Es ist immernoch Unrecht welcher von ihnen begangen wird.
Unter einem vernüftigen Preis verstehe ich einen Preis, welcher sämtliche Kosten deckt, und bei dem auch ein gewisser Gewinn erzielt wird. Wenn ich ein Spiel online kaufe und runterlade, es aber genauso viel kostet wie das selbe Produkt im Handel, bei dem aber noch Lager-/Logistkkosten anfallen, und der Einzelhandel auch noch etwas abhaben will, dann ist dieser Preis einfach unverschämt, da der Produzent eben diese Kosten nicht (oder nur im geringen Teil) hatt, und sich einen massiven Anteil als Gewinn in die eigene Tasche steckt.
Wieso bezahle ich bei Origin 60 Euro für ein Spiel, wenn ich in einem russischen Shop einen legalen Code auch für 20 bekomme?
Meiner Meinung nach wäre für ein neues PC-Spiel ein Preis zwichen 40€-50€ durchaus fair. Alles darüber halte ich für unverschämt.
Von irgentwelchen Monats-Abos halte ich überhaupt nichts.
- crewmate
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?
Es sollte um mich als ehrlichen Kunden gehen. Der der das Geld gibt. Nicht um Raubkopierer. "Kunde ist König" und so. Ich mache die Sache aber nicht mit.The Incredible Hojo hat geschrieben:@crewmate
Weder ich noch die Industrie will dich wirklich bestrafen. Wenn einerseits der Industrie stets angeheftet wird, sie schere sich nur noch um den Profit (was bei einem gewinnorientierten Unternehmen nicht wirklich verwunderlich ist...), dann führt doch kein Unternehmen ein System ein, bei dem man im Vorfeld weiss, dass es mich Kunden, sprich Umsatz und Gewinn, kostet. All diese Dinge mit OnlinePass, DRM, Kopierschutz, online Registrierung und dauerhafte Verbindung wird doch nicht auf die Spiele programmiert, um uns zu ärgern. Denn verärgerte Kunden kaufen nicht mehr, zumindest sollten sie das in einer Marktwirtschaft nicht. Wenn also ein Kopierschutzsystem eingeführt wird, dann liegen dem Kalkulationen und Einschätzungen zugrunde, die alle Zahlen gegenüberstellen. Wie hoch ist der Prozentsatz von illegalen Kopien, wie viel Käufer gibt es etc. Wenn die Verkaufszahlen, die ich mit dem System habe, hoch genug sind, um die abgesprungenen Kunden aufzufangen, weil weniger Leute Lust haben mit verseuchten Cracks etc. zu arbeiten und das Original trotzdem kaufen, dann bleibt das System drauf.
Bei dir liegt Ursache und Wirkung dicht beieinander. Natürlich ist es ärgerlich, als ehrlicher Kunde mit den ganzen Registrierungs- und Verbindungsmüll belastet zu werden, doch sind ja illegale Kopien nicht Ursache von Kopierschutzmaßnahmen, sondern umgekehrt. Die Mausefalle wurde ja auch erst entwickelt, nachdem die Maus Schäden verursacht hat. Wenn du dich also darüber aufregst, dass du als zahlender Kunde den Rotz auch noch durch deinen ehrlichen Kauf bezahlst, dann liegt die Adresse der Beschwerde bei den Saugern und Crackern. Denn wie gesagt: Solange dieses Problem in diesem Ausmaß akut ist, solange werden uns die Rechteverwerter mit immer den gleichen Argumenten zumüllen. Und alles, was ich dazu sage ist, dass ich die Argumentation sogar in dem Maße nachvollziehen kann, dass bei vielen einfach da draußen ein völlig verschobenes Bild von Besitz und Beschaffung herrscht. Wie gesagt, Internet ist nicht das neudeutsche Synonym von umsonst.
Spiele mit Accountbindungen, Onlinepässen etc kaufe ich nicht. DIRT3 habe ich absichtlich gebraucht gekauft, weil ich den VIP Pass nicht unterstütze. Und auf diesen lächerlichen Matchmaking Multiplayer scheiße ich. Ich habe sogar den Tokio DLC gekauft, weil ich finde, das er der 4 euro wert ist.
Ich unterstütze mit vollen Händen Studios und Vertriebe wie Frictional Games, Daedalic, SimBin und Nintendo - die jetzt noch auf solche Maßnahmen verzichten. Sony hat den Onlinepass leider mit Resistance 3 eingeführt. Wenn ich das vorher gewusst hätte... Daedalic wird Stanislavs Ketten an Steam ketten. Grund für mich auf den Steamdeal zu warten und es für ein Taschengeld abzuräumen. Auf der anderen Seite habe ich seit Dezember 35 Spiele auf gog.com gekauft. Darunter auch die neueren Machinarium, Gothic 3 und bald The Whispered World. Sogar Assassins Creed interessiert mich nun ohne den PC DRM.
Ich bestimme da selbst was ich kaufe. Da mache ich keine Kompromisse. Wenn sie mir mit nem Onlinepass, Kopierschutz etc kommen, können die Vertriebe sich verpissen. Die Gründe dafür können mir als Kunden egal sein. Auch wenn du das als BWL Student anders siehst. Es gelten meine Konditionen.
/egoismus ftw!
Zuletzt geändert von crewmate am 25.04.2012 20:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?
Genau das habe ich vorhin gemeint!crewmate hat geschrieben:Es sollte um mich als ehrlichen Kunden gehen. Der der das Geld gibt. Nicht um Raubkopierer. "Kunde ist König" und so. Ich mache die Sache aber nicht mit.
Spiele mit Accountbindungen, Onlinepässen etc kaufe ich nicht. DIRT3 habe ich absichtlich gebraucht gekauft, weil ich den VIP Pass nicht unterstütze. Und auf diesen lächerlichen Matchmaking Multiplayer scheiße ich. Ich habe sogar den Tokio DLC gekauft, weil ich finde, das er der 4 euro wert ist.
Ich unterstütze mit vollen Händen Firmen wie Frictional Games, Daedalic, SimBin und Nintendo - die jetzt noch auf solche Maßnahmen verzichten. Sony hat den Onlinepass leider mit Resistance 3 eingeführt. Wenn ich das vorher gewusst hätte... Daedalic wird Stanislavs Ketten an Steam ketten. Grund für mich auf den Steamdeal zu warten und es für ein Taschengeld abzuräumen. Auf der anderen Seite habe ich seit Dezember 35 Spiele auf gog.com gekauft. Darunter auch die neueren Machinarium, Gothic 3 und bald The Whispered World. Sogar Assassins Creed interessiert mich nun ohne den PC DRM.
Ich bestimme da selbst was ich kaufe. Da mache ich keine Kompromisse. Wenn sie mir mit nem Onlinepass, Kopierschutz etc kommen, können die Vertriebe sich verpissen. Die Gründe dafür sind mir egal. Es gelten meine Konditionen.
/egoismus ftw!
Wenn man als ehrlicher Kunde einen Gegenwert erhält, ist man gerne bereit etwas zu zahlen!
Ob ich nun illegal downloade oder gebraucht kaufe, ist in dem Sinn egal, da der Entwickler in beiden Fällen keinen Cent von mir sieht.
