Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?
Moderatoren: Moderatoren, Redakteure
- The Incredible Hojo
- Beiträge: 813
- Registriert: 23.03.2012 08:40
- Persönliche Nachricht:
Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?
Ob sie Schmitz oder wie auch immer heißen, ist dabei völlig irrelevant. In dem Moment, wo ein realistischer Monatsbeitrag für diese Plattform gefordert wird, war es das mit der großen Menge Premium Accounts. Was wäre denn ein entsprechender Beitrag? Würde die Theorie stimmen, dann müssten zur Zeit alle Downloader auf der Seite von Adobe die Tür einrennen, weil man da die Produkte auch gegen einen Monatsbeitrag kaufen kann. Aber warum soll jemand, der 10 EUR monatlich für ein Filehoster zahlt und sich das Programm komplett herunterlädt, 60 EUR im Monat an Adobe zahlen? Das Problem ist ja dabei auch, über eine Pauschale zu arbeiten. Megaupload war es ja, eben weil sie kein Geld an die Hersteller weitergeleitet haben, absolut egal, was die Mitglieder download, solange sie für ihren Premium Account bezahlt haben. Ob ich da eine Creative Suite von Adobe oder den Kehrmaschinensimulator runtergeladen habe, war da herzlich egal. Das Geschäftsmodell Megaupload hat eben nur für zwei von drei Parteien funktioniert: Für Herrn Schmitz und den Downloadern, aber nicht für die Hersteller
Bei den Piraten wird bei Kunst von freien Gütern gesprochen, das sind sie aber eben nicht. Hier wird mit dem Traum vom gesammelten Kulturgut der ganzen Welt die Antwort verdeckt, wie denn konkret ein Künstler an sein Geld kommen soll, oder auch die Distributoren. Darüber schweigt sich zumindest das Hauptprogramm der Piraten aus, in dem es in erster Linie um die Forderung geht, Kopierschutz gänzlich zu vermeiden.
Gut, ein gewisses Maß an Moral zu haben betrachte ich auch mal als einen guten Charakterzug, vielleicht liegt es daran. Nach wie vor geht es mir aber nicht um die digitale Distribution, die ich selber nutze, sondern um die Herde von schwarzen Schafen, die auch mit schwindenden Unrechtsbewusstsein da macht, was sie will. Mag sein, dass manche Händler auch Schuld daran mittragen, weil sie stets den Preis in den Vordergrund gestellt haben und am günstigsten ist eben umsonst.
Aber es kann doch in keinem Interesse außer denjenigen sein, die das mit digitaler Distribution eben falsch verstehen, wenn man grundsätzlich jeden digitalen Content ungesichert verfielfältigen kann, wie man will.
Bei den Piraten wird bei Kunst von freien Gütern gesprochen, das sind sie aber eben nicht. Hier wird mit dem Traum vom gesammelten Kulturgut der ganzen Welt die Antwort verdeckt, wie denn konkret ein Künstler an sein Geld kommen soll, oder auch die Distributoren. Darüber schweigt sich zumindest das Hauptprogramm der Piraten aus, in dem es in erster Linie um die Forderung geht, Kopierschutz gänzlich zu vermeiden.
Gut, ein gewisses Maß an Moral zu haben betrachte ich auch mal als einen guten Charakterzug, vielleicht liegt es daran. Nach wie vor geht es mir aber nicht um die digitale Distribution, die ich selber nutze, sondern um die Herde von schwarzen Schafen, die auch mit schwindenden Unrechtsbewusstsein da macht, was sie will. Mag sein, dass manche Händler auch Schuld daran mittragen, weil sie stets den Preis in den Vordergrund gestellt haben und am günstigsten ist eben umsonst.
Aber es kann doch in keinem Interesse außer denjenigen sein, die das mit digitaler Distribution eben falsch verstehen, wenn man grundsätzlich jeden digitalen Content ungesichert verfielfältigen kann, wie man will.
- 3nfant 7errible
- Beiträge: 5160
- Registriert: 19.09.2007 12:45
- Persönliche Nachricht:
Re: Kommentar
Gummirakete hat geschrieben:Genau das ist es, was mich an den Spielern so ärgert.Kajetan hat geschrieben: Aber mal abgesehen davondie Musikindustrie wurde bezüglich DRM/Kopierschutz & Co. von der Kundschaft gezwungen selbige nicht mehr anzubieten, da diese die DRM-verkrüppelten WMA-Files der MI einfach nicht kaufen wollten. Der Downloadmarkt boomt aber mit Rekordwerten, seit die MI Mukke als DRM-freies, wasserzeichenloses MP3 anbietet.
Schaut man sich hingegen an, dass viele Spieler mehr oder minder klaglos jeden rostigen Nagelstock in ihr Hinterteil aufnehmen, solange der Publisher nur stark genug vor des Spielers Nase mit einer Karotte wedelt ... zumindest die Majors werden vorerst nicht auf DRM verzichten, da es seitens ihrer Kundschaft nicht genug Druck gibt.
Sie beschweren sich täglich aufs Neue über DRM oder DLCs. Aber mal ein Zeichen setzen und z.B. ein D3, was den Onlinezwang zementieren wird, mal nicht kaufen – dazu fehlt ihnen das Rückgrat.
Das ist widerlich und traurig zugleich, sind die Konsumenten doch ganz allein der Grund dafür, dass man so gegängelt und abkassiert wird.
Da waren die Musikkunden deutlich schlauer. Sie haben die verkrüppelten DRM-Dateien einfach vergammeln lassen und siehe da, heute ist alles frei und die MI verdient trotzdem.
Die Musik-Vergleiche sind nicht besser als die häufig vorgebrachten Auto-Vergleiche.
Mal abgesehen davon, dass sich Musik und Spiele in digitale Form pressen lassen, haben sie als Produkt nicht so wirklich viel gemeinsam. Die Herstellungsweisen und -kosten sind unterschiedlich, die Preise sind unterschiedlich, die Nutzungsweisen sind unterschiedlich, die Zielgruppen sind theoretisch unterschiedlich und im Falle der Musik auch breiter gefächert....
Ich hatte mir damals als die diesen Quatsch auf die CDs gepackt haben nur ganze 2 CDs gekauft. Beide liefen nicht in meinem Auto, deshalb wars das dann auch erstmal für mich. Musik nimmt man mit und packt sie häufig in mehrere seiner Abspielgeräte. Das war immer ein selbstverständlicher Vorgang, der aber plötzlich nicht mehr funktionierte - die Menschen waren zu Recht irritiert.
Spiele sind aber von der Nutzungsweise schon von vornherein stationärer. Man schleppt sein PC nicht mit ins Auto und zockt beim Fahren, man schnallt ihn sich auch nicht an den Gürtel und nimmt ihn mit zum Joggen. Durch die meisten bzw weit verbreitetesten DRM-Massnahmen ändert sich für den Nutzer praktisch nicht viel. Er kann die Spiele sogar auf mehreren Geräten nutzen, nur eben nicht zur gleichen Zeit mit 2 unterschiedlichen Accounts, was ja auch einer Kopie gleichkäme, für die einer nicht bezahlt hat. Auch Online-Pässe und Co. ändern für all jene nichts, die sowieso immer neu kaufen oder nicht online spielen.
Dementsprechend gibt es in den meisten Fällen auch weit weniger Grund irritiert zu sein, als im Falle des Musik-Debakels
- Neophyte000
- Beiträge: 545
- Registriert: 27.02.2007 03:10
- Persönliche Nachricht:
Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?
Warum muss ich als Konsolenspieler meine Hardware abbezahlen. Ich habe doch keinen Leasing oder Ratenvertrag mit Sony. Habe mir die Konsole geholt und das Geld Bar auf die Theke gelegt. Mußt du mir mal Erklären was du damit meinst.Bambi0815 hat geschrieben:anderes thema wären auch die 60 euro spiele die sie beim pc durchringen wollen. ich.muss meine hardware nicht abbezahlen wie ein konsolenspieler. wieso also die 60 euro spiele.
Das PC Spieler genauso viel wie Konsolenspieler bezahlen sollen, verstehe ich aber auch nicht. Konsolenspiele kosten ja nur mehr, weil die Hersteller Lizenzen bei den großen 3 Bezahlen müssen.
Zu Kim Schmitz/Dotcom. Was hat er den gemacht. Er hat Speicher zur Verfügung gestellt. So wie es auch Google und Microsoft machen. Jeder kann das machen. Das dort natürlich Urheberrechtliche Dateien
hochgeladen wurden dafür kann er nichts. Wenn er solche Dateien selber oder nach Anfrage gelöscht hat dann hat er alles richtig gemacht. Sicherlich war er sich im klaren was eine Filesharing Seite mit sich bringt.
Die Idee von Filesharing ist ja nicht verkehrt. Es ging ja in erster Linie darum, das man dort große Dateien von Firmen und Privat Personen speichert. Versucht doch mal ein selbst gemachtes Video, per E-Mail zu versenden. Es geht einfach nicht. Sie sind meistens zu groß. Also das Video auf einer Filesharingseite hochladen und die Daten per E-Mail an den Adressaten schicken. Der kann sich dann das Video anschauen. Das sowas auch ausgenutzt wird um Urheberrechtlich geschütze Dateien hochzuladen ist leider normal.
Richtig ist es sicherlich nicht.
@ Scipione
Richtig. Deshalb sollte man die Musik, nicht direkt mit Spielen vergleichen. Hatte selber mal das Problem, das eine Musik CD nicht in meinem Player lief. Im Computer auch nicht. Ich mußte dann Notgedrungen den Kopierschutz aushebeln, um die Musik zu hören. Jetzt kann ich die Musik im Auto, zu Hause oder auf dem MP3 Player hören. Es ist schade, das ich als ehrliche Person, zu solchen Maßnahmen greifen mußte. Deshalb wurde das DRM bei der Musik entfernt.
-
Gummirakete
- Beiträge: 238
- Registriert: 12.04.2012 12:07
- Persönliche Nachricht:
Re: Kommentar
Musik und Spiele mögen sich in Anwendung und Nutzerverhalten unterscheiden. Wobei die Grenzen immer mehr verschwimmen, weil unterwegs nicht mehr nur Musik gehört, sondern auch gespielt wird (Notebooks, Handys, Pads).Scipione hat geschrieben:Musik-Vergleiche sind nicht besser als die häufig vorgebrachten Auto-Vergleiche.
Mal abgesehen davon, dass sich Musik und Spiele in digitale Form pressen lassen, haben sie als Produkt nicht so wirklich viel gemeinsam.
Darum geht es aber nicht, sondern darum, dass DRM die Käufer enteignet. Es wird nur noch von „Nutzungsrechten“ gesprochen, die jederzeit beschränkt oder entzogen werden können.
Das ist bei Spiele-DRM nicht anders als bei Musik-DRM, daher passt der Vergleich.
Eine seltsame Argumentation. Natürlich betreffen Einschränkungen immer nur die, die mit einer Sache zu tun haben.Scipione hat geschrieben: Auch Online-Pässe und Co. ändern für all jene nichts, die sowieso immer neu kaufen oder nicht
Persönlich denke ich, dass diese sogenannten Online-Pässe für die Hersteller ein Bumerang werden. Wer Spiele nicht mehr weiterverkaufen kann, dem gehen Mittel für weitere Neukäufe verloren, während Gebrauchtkäufer auf Budget-Titel setzen. EA sagt selber, dass nur sehr wenige den Pass aktivieren.
- Kajetan
- Beiträge: 27139
- Registriert: 13.04.2004 10:26
- Persönliche Nachricht:
Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?
Richtig, Ist es auch.The Incredible Hojo hat geschrieben:Ob sie Schmitz oder wie auch immer heißen, ist dabei völlig irrelevant.
Ein realistischer Monatsbeitrag ist nicht das, was die Industrie gerne hätte, sondern das, was die Kunden bereit sind zu zahlen. Da haben Megaupload und Co. bereits gute Vorarbeit geleistet und den Rechteverwertern einiges an Zeit und Arbeit gespart.In dem Moment, wo ein realistischer Monatsbeitrag für diese Plattform gefordert wird, war es das mit der großen Menge Premium Accounts. Was wäre denn ein entsprechender Beitrag?
Übrigens, vergleicht man die Preise, die heute für MP3s verlangt werden, so deckt sich das recht gut mit dem Preisniveau, welches damals beim russischen Allofmp3-Portal herrschte. Welches die MI auch erst brutal aus dem Markt gedrängt hat, nur um einige Jahre später es EXAKT GENAUSO zu machen. Ich gehe daher davon aus, dass wir in ein paar Jahren legale "Megauploads" sehen werden.
Denk mal nachWürde die Theorie stimmen, dann müssten zur Zeit alle Downloader auf der Seite von Adobe die Tür einrennen, weil man da die Produkte auch gegen einen Monatsbeitrag kaufen kann. Aber warum soll jemand, der 10 EUR monatlich für ein Filehoster zahlt und sich das Programm komplett herunterlädt, 60 EUR im Monat an Adobe zahlen?
Weil die Hersteller sich nicht beteiligen wollten, sondern lieber beleidigt in der Ecke geschmollt haben.Das Problem ist ja dabei auch, über eine Pauschale zu arbeiten. Megaupload war es ja, eben weil sie kein Geld an die Hersteller weitergeleitet haben, absolut egal, was die Mitglieder download, solange sie für ihren Premium Account bezahlt haben. Ob ich da eine Creative Suite von Adobe oder den Kehrmaschinensimulator runtergeladen habe, war da herzlich egal. Das Geschäftsmodell Megaupload hat eben nur für zwei von drei Parteien funktioniert: Für Herrn Schmitz und den Downloadern, aber nicht für die Hersteller
Nein. Das wird es nicht.Bei den Piraten wird bei Kunst von freien Gütern gesprochen, das sind sie aber eben nicht.
Ich wiederhole: Beschäftige Dich bitte mit dem, was die PP tatsächlich fordert. Es gibt ein Parteiprogramm. Lies es bitte. Danke!Hier wird mit dem Traum vom gesammelten Kulturgut der ganzen Welt die Antwort verdeckt, wie denn konkret ein Künstler an sein Geld kommen soll, oder auch die Distributoren. Darüber schweigt sich zumindest das Hauptprogramm der Piraten aus, in dem es in erster Linie um die Forderung geht, Kopierschutz gänzlich zu vermeiden.
Moral ist schön und gut, doch ist es HIER nicht zielführend. Die Rechteverwerter reden nicht von Moral, sondern von Umsatz. Die Kreativen reden nicht von Moral, sondern von Lebensunterhalt. Die Kunden reden nicht von Moral, sondern von einem akzeptablen Preis/Leistungsverhältnis. Moral führt bei diesem Thema zu nichts. Es vernebelt nur den Blick auf das was ist, damit man auf Basis dessen, was ist, neue Wege für die Zukunft finden kann.Gut, ein gewisses Maß an Moral zu haben betrachte ich auch mal als einen guten Charakterzug, vielleicht liegt es daran.
- Kajetan
- Beiträge: 27139
- Registriert: 13.04.2004 10:26
- Persönliche Nachricht:
Re: Kommentar
Das hat auch nix mit persönlicher Meinung zu tun (dass Online-Pässe und Co. Dummfug sind), sondern mit volkswirtschaftlichen Grundlagen, die man in den Chefetagen der Publisher eigentlich kennen sollte. Das Thema "Online-Pass" halte ich auch eher für ein Experiment der Publisher, wie sehr man den Kunden auspressen kann, wie weit man noch gehen kann, bevor hier die Flügel gestreckt werden.Gummirakete hat geschrieben:Persönlich denke ich, dass diese sogenannten Online-Pässe für die Hersteller ein Bumerang werden. Wer Spiele nicht mehr weiterverkaufen kann, dem gehen Mittel für weitere Neukäufe verloren, während Gebrauchtkäufer auf Budget-Titel setzen. EA sagt selber, dass nur sehr wenige den Pass aktivieren.
Denn die Kaufkraft der Kunden ist endlich, sie stagniert sogar seit vielen Jahren, während alles andere immer teurer wird. Wenn man die in Spielen gebundene Kaufkraft nicht mehr in dem Umfang wiederbekommen kann, wie das früher mögich war, oder gar nicht mehr freisetzen kann, dann wird mit Sicherheit eines NICHT passieren: Ein Umsatzplus!
-
Fiddlejam
- Beiträge: 843
- Registriert: 23.01.2010 16:04
- Persönliche Nachricht:
Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?
Natürlich hat die Geschichte eine moralische Seite, die es zu betrachten gilt.Moral ist schön und gut, doch ist es HIER nicht zielführend. Die Rechteverwerter reden nicht von Moral, sondern von Umsatz. Die Kreativen reden nicht von Moral, sondern von Lebensunterhalt. Die Kunden reden nicht von Moral, sondern von einem akzeptablen Preis/Leistungsverhältnis. Moral führt bei diesem Thema zu nichts. Es vernebelt nur den Blick auf das was ist, damit man auf Basis dessen, was ist, neue Wege für die Zukunft finden kann.
Nur weil die Publisher nie darüber reden, sondern nur über einen wirtschaftlichen Schaden, heißt es nicht, dass dieser Punkt nicht genau so in die Diskussion ein zu beziehen ist.
Und bitte, was soll daran in die Zukunft führen?
Billiger als kostenlos geht nicht, egal wie sehr sich die Distributionsmethoden anpassen.
Was uns wieder dazu führt, dass "der Kunde soll zahlen, wenn er will" ein schlicht und ergreifend ein bescheuertes und unmoralisches Geschäftsmodell ist.
Das ist wie "jeder sollte selbst entscheiden können, ob ein Mord für ihn persönlich tragbar ist".
Was ja auch vollkommen legitim ist, da man es andernfalls beliebig kopieren oder verändern könnte, womit der Schaffende enteignet wird. Du bist nun einmal Nutzer, nicht Besitzer.Darum geht es aber nicht, sondern darum, dass DRM die Käufer enteignet. Es wird nur noch von „Nutzungsrechten“ gesprochen, die jederzeit beschränkt oder entzogen werden können.
Der Besitzer einer Bar kann dich auch derselbigen verweisen, wenn er gerade Lust darauf hat.
-
Gummirakete
- Beiträge: 238
- Registriert: 12.04.2012 12:07
- Persönliche Nachricht:
Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?
Wenn ich ein Musikstück, einen Film oder ein Spiel kaufe, betrachte ich mich als Besitzer dieser Kopie, nicht des Werkes. Damit enteigne ich nicht den Schaffenden, dass Urheberrecht bleibt ihm schließlich erhalten.Fiddlejam hat geschrieben:Was ja auch vollkommen legitim ist, da man es andernfalls beliebig kopieren oder verändern könnte, womit der Schaffende enteignet wird. Du bist nun einmal Nutzer, nicht Besitzer.
Diese Kopie kann ich so oft und so lange nutzen wie ich möchte und weiterverkaufen. Ich rede nicht von verändern oder kopieren (wobei das im Rahmen der Privatkopie in Grenzen sogar erlaubt ist).
Wenn du es als Legitim ansiehst, dass dir dieses Recht genommen wird und dir der Anbieter jederzeit die Nutzung deiner bezahlten Kopie beschneiden oder entziehen kann, ist das dein gutes Recht. Für meinen Teil lasse ich mich nicht derart enteignen und boykottiere deshalb DRM.
Das soll jeder halten wie er will. Aber bitte nicht über Onlinezwang und DRM jammern und die Spiele dennoch kaufen. Das ist lächerlich. Um mal wieder den Bogen zu meinem ersten Post zu spannen.
-
Fiddlejam
- Beiträge: 843
- Registriert: 23.01.2010 16:04
- Persönliche Nachricht:
Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?
Wie gesagt, auch der Besitzer einer Dienstleistungen anbietenden Lokalität kann dich aussperren, wenn er will, es ist dementsprechend nichts neues.
- The Incredible Hojo
- Beiträge: 813
- Registriert: 23.03.2012 08:40
- Persönliche Nachricht:
Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?
Okay, das Programm habe ich soweit gelesen, allerdings finden sich kaum konkrete Vorschläge, wie das zu realisieren ist. Es konzentriert sich eher darum, den Mittler von Medien wie bspw. Musikfirmen, um ihre Marge zu bringen, in dem man dem Künstler selbst die Wahl einräumen will, wie er sein Werk unters Volk bringen will. Im selben Atemzug wird aber gesagt, das es heute reicht, wenn ein Song auf einem Rechner geladen wurde, um ihn der ganzen Welt zur Verfügung zu stellen. Ebenso wird gesagt, der Künstler solle es untersagen können, wenn kommerzielle Nutzung seines Produktes im Vordergrund steht. Nicht kommerzielle Nutzung soll dagegen erlaubt sein. Also auch, wenn ich ein Spiel kaufe und es kostenlos im Netz zum Dowonload anbiete? Hm, irgendwie paradox.
Nein, ein realistischer Preis ist weder das, was die Industrie gerne hätte NOCH das, was die Kunden zu zahlen bereit sind, sondern liegt einer entsprechenden Kalkulation zugrunde. Man mag sich fragen, ob ein Preis von 3.000 EUR für ein Programm gerechtferigt ist, aber auch dieser wurde kalkuliert und nicht gewürfelt. Jedoch ist es der falsche Weg, wenn ich sage "Ist mir zu teuer, dann lade ich es halt runter"
Dass es hierbei um Geschäfte und nicht um die Moralkrone geht, ist mir auch klar. Auch, dass Firmen immer weniger davon haben. Trotz allem kann ich aufgrund meiner Moralvorstellungen die "Spiele ohne Bezahlen" Einstellung falsch finden, auch wissend, es allein nicht ändern zu können.
Nein, ein realistischer Preis ist weder das, was die Industrie gerne hätte NOCH das, was die Kunden zu zahlen bereit sind, sondern liegt einer entsprechenden Kalkulation zugrunde. Man mag sich fragen, ob ein Preis von 3.000 EUR für ein Programm gerechtferigt ist, aber auch dieser wurde kalkuliert und nicht gewürfelt. Jedoch ist es der falsche Weg, wenn ich sage "Ist mir zu teuer, dann lade ich es halt runter"
Dass es hierbei um Geschäfte und nicht um die Moralkrone geht, ist mir auch klar. Auch, dass Firmen immer weniger davon haben. Trotz allem kann ich aufgrund meiner Moralvorstellungen die "Spiele ohne Bezahlen" Einstellung falsch finden, auch wissend, es allein nicht ändern zu können.
-
Easy Lee
- Beiträge: 5375
- Registriert: 06.08.2008 17:03
- Persönliche Nachricht:
Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?
Gut, dass mal ernsthaft darüber gesprochen wird.
Mein Problem mit der Branche derzeit:
1. Gewinnmaximierung ohne Rücksicht auf Verluste
Die Publisher benehmen sich als gäbe es kein Morgen mehr. Es wird abgegrast ohne Ende und wenn man die Produkte dafür zerstören muss. Manchem dieser Spezialisten scheint gar nicht mehr bewusst zu sein, dass seine Melkmaschine Videospiel für die Gegenseite - den Konsumenten - auch einen Nutzen hat oder haben soll.
2. Arroganz, Anmaßung und Lügen
Die Branche verkauft Illusionen die zum Teil vom Entwickler und zum Teil vom Marketing erzeugt werden. Heutzutage ist letzteres überpräsent. Es wird gelogen, versprochen, beschissen und beschwichtigt, dass sich die Balken biegen. Philosophie dahinter: Der Kunde ist dumm, süchtig und nichts wert. Ähnlich wie Dealer ihre Junkie-Kunden sehen-
3. Generation Downgrade
Stillstand wohin man blickt. Die Indies können es nicht besser, die Mainstream-Publisher reizen lieber zum x-ten Mal vorhandene Hardware, Konzepte und Engines aus und der Kunde hat eh Angst vor der Zukunft und noch fieseren Konditionen durch die Branche. Angesichts dessen daddeln viele weniger affine Leute für 79 Cent iPhone Games. Der Gegenentwurf PS Vita bleibt im Regal liegen, die Wii U wird auch nur auf Statuis Quo upgedatet und Visionen im PC bzw. anderweitigem Konsolen-Lagher vernimmt man auch nicht. Ausser noch mehr Druck gegen Gebrauchtspieler, gegen Sammler, Quattro-AAAA Titel mit noch weniger kreativem Spielraum.
Da läuft ganz viel falsch und irgendwas muss langsam passieren.
Mein Problem mit der Branche derzeit:
1. Gewinnmaximierung ohne Rücksicht auf Verluste
Die Publisher benehmen sich als gäbe es kein Morgen mehr. Es wird abgegrast ohne Ende und wenn man die Produkte dafür zerstören muss. Manchem dieser Spezialisten scheint gar nicht mehr bewusst zu sein, dass seine Melkmaschine Videospiel für die Gegenseite - den Konsumenten - auch einen Nutzen hat oder haben soll.
2. Arroganz, Anmaßung und Lügen
Die Branche verkauft Illusionen die zum Teil vom Entwickler und zum Teil vom Marketing erzeugt werden. Heutzutage ist letzteres überpräsent. Es wird gelogen, versprochen, beschissen und beschwichtigt, dass sich die Balken biegen. Philosophie dahinter: Der Kunde ist dumm, süchtig und nichts wert. Ähnlich wie Dealer ihre Junkie-Kunden sehen-
3. Generation Downgrade
Stillstand wohin man blickt. Die Indies können es nicht besser, die Mainstream-Publisher reizen lieber zum x-ten Mal vorhandene Hardware, Konzepte und Engines aus und der Kunde hat eh Angst vor der Zukunft und noch fieseren Konditionen durch die Branche. Angesichts dessen daddeln viele weniger affine Leute für 79 Cent iPhone Games. Der Gegenentwurf PS Vita bleibt im Regal liegen, die Wii U wird auch nur auf Statuis Quo upgedatet und Visionen im PC bzw. anderweitigem Konsolen-Lagher vernimmt man auch nicht. Ausser noch mehr Druck gegen Gebrauchtspieler, gegen Sammler, Quattro-AAAA Titel mit noch weniger kreativem Spielraum.
Da läuft ganz viel falsch und irgendwas muss langsam passieren.
- The Incredible Hojo
- Beiträge: 813
- Registriert: 23.03.2012 08:40
- Persönliche Nachricht:
Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?
Das einzig wirksame wäre eine echte Umsetzung des Sprichworts "Jeder Geldschein ist ein Wahlschein", sprich, wenn ich von einer Serie die Schnauze voll habe, auch den nächsten Ableger nicht kaufen. Für mich kann das aber eben nicht ergänzend mit "dann lade ich es mir runter um es zu spielen" heißen. Entweder ich boykottiere und habe dann eben nicht den x-ten Teil von Fifa oder CoD, oder ich stehe dazu, da der Industrie aufzusitzen und kaufe mir die Kopie von der Neuauflage eines Spin-Offs.
-
flunz
- Beiträge: 42
- Registriert: 18.03.2012 18:32
- Persönliche Nachricht:
Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?
Das Problem liegt nicht direkt beim Raubkopierer sondern bei einer Vermischung aus steigenden Produktionskonsten und Konsumenten dessen Kaufkraft seit Jahren sinkt.
Hinzu kommen noch Faktoren wie eine "Must Have"-Philosophie.
Die Content-Industrie kann noch so viele Nadelstiche verteilen, die Politik noch so viele Anti-Piraterie-Gesetze auf den Weg bringen...es wird im Endeffekt nichts bringen. Bekämpft wird dadurch nicht das Kernproblem sondern lediglich die Folgeerscheinung.
Was die Contentindustrie im Bereich der Serien und Filme braucht sind eine einheitliche Plattform, faire Preise und eine auf Vertrauen aufbauuende Beziehung zum Kunden.
Ein Portal wo ab 18-Titel nicht dt. Erwachsenem-Publikum verweigert werden, Filme und insbesondere Serien auch in englischer Sprache zeitnah nach Erstausstrahlung erhältlich sind und verschiedene Qualitätsstufen (SD,HD usw) ausgewählt werden können.
Im Spiele-Bereich lernt man langsam dazu, zerstört aber das Potential von Portalen wie Steam durch 1:1 Preise (Boxed / Digital), Kopierschutz, DLC und sonstige Bevormundungen wie die verkorkste "ab 18"-Zensur.
Von verbuggter Software, x-fachen Widerholungen und immer vereinfachten Spielprinzipien mal ganz zu schweigen.
Hinzu kommen noch Faktoren wie eine "Must Have"-Philosophie.
Die Content-Industrie kann noch so viele Nadelstiche verteilen, die Politik noch so viele Anti-Piraterie-Gesetze auf den Weg bringen...es wird im Endeffekt nichts bringen. Bekämpft wird dadurch nicht das Kernproblem sondern lediglich die Folgeerscheinung.
Was die Contentindustrie im Bereich der Serien und Filme braucht sind eine einheitliche Plattform, faire Preise und eine auf Vertrauen aufbauuende Beziehung zum Kunden.
Ein Portal wo ab 18-Titel nicht dt. Erwachsenem-Publikum verweigert werden, Filme und insbesondere Serien auch in englischer Sprache zeitnah nach Erstausstrahlung erhältlich sind und verschiedene Qualitätsstufen (SD,HD usw) ausgewählt werden können.
Im Spiele-Bereich lernt man langsam dazu, zerstört aber das Potential von Portalen wie Steam durch 1:1 Preise (Boxed / Digital), Kopierschutz, DLC und sonstige Bevormundungen wie die verkorkste "ab 18"-Zensur.
Von verbuggter Software, x-fachen Widerholungen und immer vereinfachten Spielprinzipien mal ganz zu schweigen.
- Kajetan
- Beiträge: 27139
- Registriert: 13.04.2004 10:26
- Persönliche Nachricht:
Re: Quo Vadis 2012: Vertrauenskrise in der Branche?
Deine Einstellung zu bestimmten Handlungen soll Dir ja auch nicht genommen werden. Deine Meinung, Dein Weltbild, Deine Entscheidungen. Hat man schlichtweg zu akzeptieren.The Incredible Hojo hat geschrieben:Trotz allem kann ich aufgrund meiner Moralvorstellungen die "Spiele ohne Bezahlen" Einstellung falsch finden, auch wissend, es allein nicht ändern zu können.
Nur ... mit "Kopieren schlecht finden" ist es nicht getan. Zudem niemand, wirklich niemand fordert, dass alles für umme sein muss. Das ist ein ganz großes Mißverständnis, welches bei Leuten wie Dir natürlich sofortige Ablehnung erzeugt. Beliben wir mal bei der PP. Die PP fordert einen Ausgleich zwischen den Interessen der Rechteverwerter, den Interessen der Urheber, den Interessen der Nutzer, den kulturellen Folgen für die gesamte Gesellschaft. Momentan ist es so, dass fast nur die Interessen der Rechteverwerter berücksicht werden. Dann kommt vielleicht der Urheber, dem man seitens der Rechteverwerter ein Almosen zuwirft, damit dieser die Gitterstäbe der Verträge mit den Rechteverwertern weniger häßlich findet. Dann kommt der Nutzer, der lediglich als dauerzahlendes Konsumvieh ohne Rechte, nur mit Pflichten herhalten soll. Und welche kulturellen Folgen ein vollständig verkommerzialisierte, nur auf den Gegenwartsumsatzwert reduzierter Umgang mit entsprechenden Inhalten hat, das kulturelle Schwarze Loch, welches entsteht, wenn die Rechteverwerter Inhalte nach Belieben abschalten können, darüber hat sich kaum noch jemand Gedanken gemacht.
Es geht um Reform, um Ausgleich, um Anpassung der Rechtslage an die Rahmenbedingungen des Digitalen Zeitalters. Es geht nicht um Enteignung oder darum alles für umme haben zu wollen. Die Wirklichkeit ist sehr komplex und vielschichtig. Sie auf "Kopieren ist schlecht!" zu reduzieren, hilft nicht weiter.
- 3nfant 7errible
- Beiträge: 5160
- Registriert: 19.09.2007 12:45
- Persönliche Nachricht:
Re: Kommentar
Gummirakete hat geschrieben:Musik und Spiele mögen sich in Anwendung und Nutzerverhalten unterscheiden. Wobei die Grenzen immer mehr verschwimmen, weil unterwegs nicht mehr nur Musik gehört, sondern auch gespielt wird (Notebooks, Handys, Pads).Scipione hat geschrieben:Musik-Vergleiche sind nicht besser als die häufig vorgebrachten Auto-Vergleiche.
Mal abgesehen davon, dass sich Musik und Spiele in digitale Form pressen lassen, haben sie als Produkt nicht so wirklich viel gemeinsam.
Darum geht es aber nicht, sondern darum, dass DRM die Käufer enteignet. Es wird nur noch von „Nutzungsrechten“ gesprochen, die jederzeit beschränkt oder entzogen werden können.
Das ist bei Spiele-DRM nicht anders als bei Musik-DRM, daher passt der Vergleich.
Eine seltsame Argumentation. Natürlich betreffen Einschränkungen immer nur die, die mit einer Sache zu tun haben.Scipione hat geschrieben: Auch Online-Pässe und Co. ändern für all jene nichts, die sowieso immer neu kaufen oder nicht
Persönlich denke ich, dass diese sogenannten Online-Pässe für die Hersteller ein Bumerang werden. Wer Spiele nicht mehr weiterverkaufen kann, dem gehen Mittel für weitere Neukäufe verloren, während Gebrauchtkäufer auf Budget-Titel setzen. EA sagt selber, dass nur sehr wenige den Pass aktivieren.
Ich wollte eigentlich nur einen logischen, nachvollziehbaren Grund aufzeigen, wieso der Aufschrei bei den einen grösser war als bei den anderen. Hätten die CDs weiterhin tadellos funktioniert, hätten die meisten vermutlich nichtmals gemerkt, dass sich da auf ihren CDs überhaupt was geändert hat.
Die Sache mit den "Nutzungs- und Eigentumsrechten" schwebt doch erstmal einfach nur so vor sich hin und behindert in den meisten Fällen und im normalen Alltag kaum einen Spieler. Und solange solche Massnahmen auch immer deutlich auf der Verpackung verzeichnet sind, weiss der potenzielle Käufer doch auch wie oft oder ob überhaupt er online sein muss. Wenn er darin kein Problem sieht, machen zwei Parteien einen Deal - der eine zahlt, der andere bekommt dafür ein Produkt, das sofern es nicht funktioniert und auch nicht vom Hersteller nachgebessert wird, sogar wieder zurückgeben darf.
Ich möchte auch wetten, dass die "Lebensdauer" eines durchschnittlichen Steam-Spiels weitaus höher sein wird als so manch anderen Produkts, das man so bei sich zu Hause stehen hat. :wink:
