Interview: Pfeiffer über Killerspiele

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johndoe477744
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Beitrag von johndoe477744 »

@the wretched

Deine letzte Frage trifft genau den Kern der Sache und es ist doch
erstaunlich,dass so manch einer in einem Spielerforum die
Umstände der Tragödie differenzierter betrachten kann,als
"sogenannte" Experten.
Leider haben oft die falschen Leute das Wort und beeinflussen
mit Ihrem "Auftritt" in den Medien und Ihrem eindimensionalem
Denken direkt 100.000 andere...
Jiba
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Beitrag von Jiba »

Wenn man dieses Interview liest muss man sich wirklich unweigerlich an den Kopf fassen, vorallem bei seinem Vergleich mit Kinderpornos, aber wie schon von vielen gesagt es wird ein "Schuldiger" gesucht und in "Killerspielen" schnell gefunden.

Sicherlich sind sie ein Faktor der dazu gehört, das möchte ich nichtmal abstreiten, aber sicher nicht der einzige. Es gibt auch Spiele wo ich mich ernsthaft frage was das soll, wie zum Beispiel Manhunt aber deshalb kann man nicht alle Spiele über einen Kamm ziehen.

Mit das größte Problem sind mitlerweile die Eltern und in diesem Fall das Schulsystem/die Pädagogen, den Eltern ist es zum großen Teil doch egal was ihre Kinder tun so lange sie ihre ruhe haben. Ich arbeite zB. in einem Videospiel laden und bin immer wieder erschrocken darüber wieviele Eltern ihren Kindern alle möglichen Spiele, egal welcher Altersbegrenzung, holen. Wenn ich mich dann mal erdreisste die Eltern drauf anzusprechen das das Spiel sicher nichts für ihr Kind ist werde ich sehr oft blöde Angemacht, nur die wenigsten reagieren dann weil sie überhaupt nicht wussten wodrum es in dem Spiel überhaupt geht, was auch nicht umbedingt für sie spricht, einfach ein Spiel für das Kind kaufen ohne sich zu informieren ob das überhaupt etwas für das Kind ist.
Idun
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Beitrag von Idun »

@ noteingang

Es gibt keine neutralen Untersuchungen zu diesem Thema, denn in allen Untersuchungen die mir Vorliegen, steht im Prinzip schon das Ergebnis durch die Fragestellung fest und auf jedes Pro- Ergebnis kommt ein Contra-Ergebnis. Aber das ist schon seit Anbeginn der Wissenschaft ein Problem, denn es wird in der Regel nur das Ergebnis herauskommen, das man sich vorher gedanklich auch schon vorgestellt hat.

Ich kenne einige Medienwissenschaftler, Lehrer oder auch Politiker, die sich mit diesen Thema ernsthaft beschäftigen und keiner von denen kann hier einen konkreten Zusammenhang erkennen oder gar nachweisen. Wenn überhaupt, dann ist das ein Faktor unter vielen, aber es ist noch nie der ausschlaggebende Faktor gewesen.

Zitat Jörg Müller-Lietzkow ( Kommunikationswissenschaftler an der Uni Jena u.a. für Grundlagenforschung zu Computer- und Videospielen:
"Wir haben Argumente für kurzzeitige Effekte von gewalttätigen Spielen - etwa die gleichen, die ein Horrorfilm auch hat, nämlich eine erhöhte physiologische Erregung. Genau dieser Effekt werde ja mit Film und Spiel auch angestrebt." Eine langfristige Wirkung, gar eine Steigerung der Gewaltbereitschaft habe aber noch nie jemand empirisch nachgewiesen.

Ich persönlich denke auch, es ist dekadent zu behaupten, die Amokläufe hätten einen direkten Bezug auf Killerspiele. Die Ursachen lagen in beiden Fällen ganz woanders, das wurde so von Anfang an ( teilweise nebensächlich) in den Medien berichtet ( soziale Isolation ), das Motiv war in beiden Fällen Rache, aber nicht "Blutgeilheit", in beiden Fällen waren die Taten geplant und kein Kurzschlußprozeß.

Das dabei Amokläufe gewählt werden liegt an den psychologischen Defiziten der Täter, sie wollten einmal in ihrem Leben beachtet werden... etwas, das Ihnen die Gesellschaft in all den Jahren zuvor verwährt hat. Diese Aufmerksamkeit haben sie dann durch die Medien erhalten, was auch der Hauptgrund ist, daß die Zahl der Amokläufe zunimmt, sie haben einfach mehr Medienpräsenz als der stinknormale (Selbst-) Mord in den eigenen vier Wänden. Und selbst hier haben nicht die Medien schuld, sondern de Gesellschaft, schließlich sind wir geil auf diese Art von Meldungen.
Wieviele Morde und Selbstmorde geschehen tagtäglich in Deutschland? Und wieviele davon sind wochenlang in den Medien? Wenn man also einen medienträchtigen Abgang ( und bei dem psycholigischen Profil der beiden Amokläufer trifft das absolut zu ) will, dann wählt man etwas "passendes" ... einen Amoklauf in der Schule.

Es gibt jährlich mehrere Amokläufe, auch in Deutschland ( 2. Juli 2006 in Berlin; 27. Mai 2006 in Berlin; 3. April 2005 in Stuttgart; 5. Juli 2004 in Zürich; 19. Februar 2002 Freising; 27. September 2001 in Zug; um mal nur ein paar der Bekanntesten im deutschsprachigem Raum zu nennen), aber die in der Schule bleiben einem länger im Gedächnis.

Wenn ich den Amoklauf in Erfurt nenne, weiß jeder Bescheid, wenn ich den Amoklauf in Stuttgart nenne, hat keiner ne Ahnung, was ich meine.

Alle Amokläufer haben etwas gemeinsam: Sie waren psychisch krank, übermäßiger Medienkonsum ist hier nur in Einzelfällen beobachtet worden, daraus könnte man schließen, daß Medien keinen Einfluß auf eine Tat hatten, denn ohne können sie auch geschehen.

Im Übrigen geschieht ein Großteil aller Morde zwischen Ehepartner und Kindern, vielleicht ist das ja eine Ursache und man sollte daher die Ehe und das Kinder kriegen auch gleich verbieten... wenn man schon versucht mir möglicher Kausalität zu argumentieren.
Vor einigen Jahren habe ich auch mal eine Studie gelesen, in der stand, daß die meisten Morde zwischen Ehepartner ins Zeitfenster der Sportschau fallen würden... könnte also auch an Fußball liegen...
Efaniel
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Beitrag von Efaniel »

Fantastisch Idun!

ich hätte es echt nicht besser schreiben können.
Du hast es absolut auf den Punkt gebracht... das ganze ist und bleibt eine Hetzkampange der Politik und Medien im Kampf um Macht und Geld.

Selbst wenn es in einzelnen Fällen zu einer beeinflussung kommt, so denke ich (meine Meinung) das diese auch nicht von dauer ist... ich schätze mal wenn der Film oder das Spiel aus ist, ist auch ziemlich gleich die Bereitschaft weg.

Ich persönlich spiele auch Shooter... ich habe noch nie in meinen 25 Jahren an einer Schlägerei teilgenommen noch bin ich hineingezogen worden oder habe andere ernsthaft verletzt aus reiner Boswilligkeit... ich bin aber auch ohne Gewalt, mit Liebe und Geborgenheit aufgewachsen.

Ohne Gewalt bezieh ich da nur auf die Familie, denn Gewalt... ich brauch nur aus dem Fenster gucken oder die Glotze einschalten und werde davon überflutet...

"Abgestumpft" oder ähnliches bin ich dadurch auch nicht, ich verabscheue Gewalt, ich kann aber sehr wohl zwischen realer Gewalt und fiktiver unterscheiden. Ein Actionfilm unterhält mich, ein Spiel ebenfalls... zuzusehen wie jemand verdroschen wird, alarmiert mich nur zum einschreiten und zum Auflösen der Gewalt... mehrfach schon erlebt.

Man sollte mal anfangen, den Kindern von Heute eine Zukunft zu geben, eine Perspektive und sich vor allem wieder mehr um sie kümmern. Denn Aufmerksamkeit ist das, wonach diese armen Menschen förmlich schreien. Leider ist der Ruf danach auch nicht richtig und eine Tragödie für die Opfer.

Schutz von Minderheiten (ich spreche hier bezogen auf die Gesamtgesellschaft) durch Verbot und bevormundung für die Mehrheit der Bevölkerung oder der diese Spiele spielenden Gesellschaft, ist, wie als würde man nicht das Autofahren verbieten. Da geschehen tagtäglich mehr schlimme Tragödien... das stinkt für mich alles nach Doppelmoral...
noteingang
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Beitrag von noteingang »

Idun hat geschrieben:@ noteingang
Zitat Jörg Müller-Lietzkow ( Kommunikationswissenschaftler an der Uni Jena u.a. für Grundlagenforschung zu Computer- und Videospielen:
"Wir haben Argumente für kurzzeitige Effekte von gewalttätigen Spielen - etwa die gleichen, die ein Horrorfilm auch hat, nämlich eine erhöhte physiologische Erregung. Genau dieser Effekt werde ja mit Film und Spiel auch angestrebt." Eine langfristige Wirkung, gar eine Steigerung der Gewaltbereitschaft habe aber noch nie jemand empirisch nachgewiesen.
Da ist ein kleines aber feines Wörtchen, nennt sich empirisch, der gute Mann meint wohl auch quantitativ, aus von mir oben ausgeführen Gründen schon von Vorne herein klar, dass es zu keinen Ergebnissen kommen kann. Zum einen fehlen Vergleichsstudien aus früheren Tagen, die man als Basis eines zu verändernden gesamtgesellschaftlichen Zustandes heranziehen kann, zum anderen ist es auf die Weise, wie vornehmlich so etwas untersucht wird, schlicht und ergreifend nicht möglich Ergebnisse zu produzieren. Wird nun auch zu wissenstheoretisch, aber könnten da gerne lange und breit drüber diskutieren. Und nur weil es anscheinend einigen nicht gelingt so etwas nachzuweisen, heißt es nicht, es gebe es nicht. Die Physik ist hier ja populäres Beispiel. Und ich sprach nie davon, dass Computerspiele zwangsläufig gewalttätiger machen, oder Amokläufe nur darauf zurückuführen sind. Ein Teil, über dessen Größe man selbstredent streiten kann, geht aber auf solcherlei Spiele und Filme zurück, denn es senkt schlicht und ergreifend die Hemmschwelle, bei manchen mehr bei manchen weniger. Einfache Gewöhnung, kritisch wird es dann, wenn dies bei anderweitig beiträchtigen Psychen als zusätzliche Belastung stattfindet. Sicher sind Spiele niemals der einzige Grund, aber er ist oft der Tropfen, der das Fass zum überlaufen bringt. Aber dies sind absolute Ausnahmen ich weiß das sehr wohl.
Viel Interessanter ist doch die Frage, wie geht eine Gesellschaft damit um, dass immer größere Teile von ihr sich virtuell mit äußerst fragwürdigen Dingen unterhalten. Killer als Cool empfinden, selbst so blutrünstig wie möglich andere DInge töten wollen etc, ob das alles spürbar schlechte Auswirkungen haben wird, werden wir wohl erst in 5-10 Jahren sehen.
unknown_18
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Beitrag von unknown_18 »

Tjo, wenn man es so nimmt war selbst der Amoklauf irgendwo ein Hilferuf, denn oft wollen die Täter (ich würde sie eigentlich viel lieber Opfer nennen) damit ja auch Aufmerksamkeit auf die Probleme in unserer Gesellschaft lenken, doch statt dessen verstehen es gerade die Leute falsch, die was ändern könnten. Ich glaub wenn der Amokläufer mitkriegen würde, was wegen Ihm jetzt mit den "Killerspielen" abgeht, dann würde er direkt noch ein zweites mal Amok laufen, weil er praktisch nichts mit seinem brutalen Hilferuf erreicht hat.

Irgendwo ist doch wohl jeder Spieler extrem sauer, praktisch allgemein zum potenziellen Amokläufer gemacht zu werden. Wenn es nicht auch andere vernünftige Stimmen gäbe, könnte man echt durchdrehen bei soviel Dummheit von manchen Leuten. Schließlich ist das Thema "Killerspiele" verbieten kein harmloses, sondern eines das weitreichende Folgen haben kann und man daher nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte.

Die grösste Frechheit ist ohnehin, das TV Sender derart falsch berichten dürfen, ohne das man praktisch was dagegen tun kann. Es wird schon nahezu mit voller Absicht falsch berichtet, um die Meinungen der Leute zu verdrehen, die nicht so viel Ahnung von dem Thema haben. Man erinnere sich nur mal an den Fall vor einigen Monaten, wo die Polizei ständig abstritt, das der Typ CS gespielt hat, dennoch haben so gut wie alle Medien das ignoriert.

Ich finde man sollte nicht nur gegen die sozialen Probleme vorgehen, die die wirklich Ursache für so ein Amoklauf sind, sondern auch gleich noch gegen die Medien, denn die haben heutzutage viel zu viel Macht um ihre Zuseher so zu beeinflussen, wie sie es gerade wollen.
johndoe-freename-103791
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Beitrag von johndoe-freename-103791 »

ja da muss ich hotohori recht geben, welcher fernsehsender würde sich denn für gamer stark machen? (ich sehe jetz mal davon ab giga oder ähnliche zu nennen da diese bei weitem keine massenmedien darstellen)

richtig! keine! die meinung bei den leuten die sich nicht auskennen ist längst gebildet! da würde niemand etwas dran ändern können, ausser die massenmedien selbst. und die würden es nicht tun da misstrauen entstehen würde bei den leuten denen sie ihre macht zu verdanken haben,nämlich die breite masse.

ich weiss nicht wann die erste debatte darüber aufkam allerdings stehts für mich fest das irgendjemand damit mal angefangen hat und das jetzt niemand mehr ändern will/kann.


was ich ausserdem als problem sehe, (sry wenn ich zu weit abschweife) und was an diesem beispiel wieder mal sehr schön zu sehen ist. ist das die politiker sich einfach nicht mehr sachlich und differenziert über themen äussern können ohne unbedingt die möglichst grösste wählerschafft für sich zu gewinnen.

also :

ereigniss kommt zur politik, wird gefiltert und das was für die meisten wähler "bekömmlich" erscheint wird wieder herausgegeben...auf den"kaffeesatz" der gesellschaft wird nicht geachtet bzw. im besten fall geschlichtet und besänftigt...


naja soviel dazu...diese politik macht mich krank!
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Max Headroom
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Waffe laden, zielen, feu... +++ATH

Beitrag von Max Headroom »

Eine Info für alle... der Herr Pfeiffer ist keineswegs ein Dummkopf oder "unnützer" Professor! Wer sich das Interview bei Krawall durchliest, der wird spätestens auf der letzten der drei Seiten feststellen, dass der Mann durchaus sehr gute Argumente anbieten kann. Das Problem ist, das sie hier nur sehr kräftig gekürzt wiedergegeben worden sind. Und leider muss man auch sagen, das die gesammte erste Seite argumentationstechnisch in den Müll gehört. Seine Aussage von GTA und den Bezug zu Kinderpornografie ist wahrlich erschreckend und fern jeglicher Realität.

Allerdings bringt er auch kaum zu widerlegende "Beweise" für einige Argumente, die wirklich Hand und Fuß haben. Die "Intellektuellen" Menschen z.Bsp. vebringen ihre Zeit lieber im Theater als im Clan. Im Süden, wo die Bindung zwischen den Einwohnern enger sind, spielt man lieber draussen Fussball als sich in einer Halle abzuknallen. Natürlich ist dies extrem stark auf die Spitze getrieben, denn egal ob reich oder arm, ob Norden oder Süden... ist alles im Eimer, wird auf radikale Weise "Luft" gemacht. Der eine schlägt dem Nachbarn die Nase krumm, der andere vandaliert aus Frust Telefonzellen kurz und klein und wiederum andere rasieren sich die Köppe kahl. Das Problem liegt hierbei keinesfalls alleine in den "brutalen" Spielen, sondern ist woanders zu suchen. Die Spiele "spiegeln" nur die gegenwärtige Welt wider und erlauben dem Spieler, dem Kontrolleur, eine gewisse Freiheit von Tätigkeiten, die er in der ungespiegelten Realität *nicht* besitzt, da er sich an gegebenen Regeln halten muss. In der Realität darf ich Nachts nicht mit dem Wagen 260 KM/h Rennen und Powerslides machen. In der Realität habe ich nicht die Möglichkeit, ein Battalion an Panzern zu kommandieren und in der Realität darf ich wohl ebenfalls keine Geiseln halten und Bomben legen.

Das Computerspiel hingegen gibt dem Spieler die "Freiheit", gewisse Tätigkeiten zu machen. Allerdings NUR im Rahmen des Spieledesigners, wohlgemerkt ! Ich darf in SWAT 3 oder SWAT 4 nicht auf die Idee kommen, wild um mich zu ballern, ansonsten ist die Mission gescheitert. Ich werde NICHT belohnt. Ich darf in GTA, dem von Herrn Pfeiffer gern zitiertem Zuhälterspiel ;), zwar Passanten "umnieten", doch werde ich mit süssen kleinen Sternchen "belohnt", die mich zum Freiwild abstempeln. Ich bin dann das Ziel der Gesetzeshüter und lande entweder im Knast oder im Krankenhaus. Weg mit dem Geld und den Waffen. Sozusagen "lerne" ich durch das Spiel, mich eben NICHT gegen unschuldige Passanten zu stellen, sondern "gezielt" den Drogenbaron zu berauben. Eine Situation, die ebenfalls wohl kaum in der realen Welt ausführbar erscheint. Eine Fantasie-Situation. Und Spiele sind immer eine Flucht aus der Realität in die Welt der Fantasie, genauso wie es ein Buch oder ein Film ist. Nur eben mit dem Unterschied, dass es interaktiv, steuerbar ist.

Und haben wir mal ein "mach-die-unschuldigen-platt" Spiel a la Carmageddon, ist dies wiederum so weit auf die Spitze getrieben, dass es glatt als Sozialsatire durchgehen kann oder sich mit Filmen wie Braindead auf die Stufe der Fantasy stellen kann. Entwder ist die Welt um den Spieler irreal, oder das "Spielziel", also die Handlung ist weit ab von der Realität angesiedelt. Wer schonmal Auto gefahren ist weiss, dass wohl kaum Fußgänger darauf warten, sich auf dem Bürgersteig plattfahren zu lassen (Spielwelt irreal). Und das "boxen" in Thrill Kill oder Mortal Kombat ist wiederum anders als der Judo oder Karate Kampfsport (Handlung irreal).

Diese Trennung von *echter* Realität und *virtueller* Simulation mag wohl für Kinder bis zu 12 oder 14 Jahren ein gewisses Risiko zur Vermischung darstellen, aber ein VERBOT würde dem ganzen wahrlich nicht helfen. Entwickler wie CryTek würden ohne mit der Wimpern zu zucken sicherlich woanders auswandern - in ein Land welches sie mit Handkuss empfängt und nicht mit Gefängnis droht. Naja, und das Spiele-Entwicklungsland Deutschland wird endgültig zum Wuselspiel-Land degradiert. Die Spielewelt schaut dann herab auf Germany, die die Kunst von 1701, Siedler und Fussballmanager beherrschen, aber vor kommerziell erfolgreicheren Titeln wie STALKER oder Crysis den Schwanz einziehen. Und dies gerade dann, als eben FarCry die Welt erobert hat und die Games Convention in die Herzen der Spieler und Entwickler gekrochen ist ??? Ein ganz klarer Schritt zurück in die Steinzeit der Games-Geschichte.

Aufklärungsarbeit ist von Nöten! Genauso wie damals, als Counter-Strike als oberböses Spiel abgestempelt wurde und das Gesetz noch haarscharf dabei war, diesen Titel vom Markt zu verbannen. Hätte es nicht die Fürsprecher gegeben, die (mehr oder minder) werbewirksam Argumente geliefert haben, dass CS eher das Team-Denken schärft als das es das Töten legitimisiert, gäbe es heute keine Mods mehr auf Cover-DVDs und nur noch CS-Seiten mit Pass-Authentifizierung.

Ich denke, auch dieses Mal haben wir eine ähnliche Aufgabe vor uns. Wir bekommen hier Anfechtungen und Anschuldigungen auf die Backe gerieben, nun wird es Zeit sich mit guten Gegenargumenten und Beweisen zu wehren. Das dies möglich ist, beweisen hier schon die Posts ;) Respekt an Hotohori, noteingang und Idun. Stellvertretend für viele andere ;)

Für alle, die es noch nicht getan haben... geht auf den Link zu Krawall, überspringt die ersten 1-2 Seiten und liest euch ruhig die letzte Seite durch. Interessant was der Mann da sagt. Allerdings rechtfertigt es meiner Meinung nach keinesfalls ein gesetzliches Verbot von einer bestimmten Spielegattung (Ego-Shooter). Denn genausogut kann man, wie Gedeon damals geschrieben hatte, auch Sportveranstaltungen - insbesondere Fußball - verbieten, da dort *bekanntlichermaßen* Hooligans & Co. "Amok" laufen. Oder... zumindest sollten Fußballspiele erst ab 18 stattfinden. Es darf nicht sein, dass KINDER sich zwischen biersaufenden, schreienden "Club-Otakus" befinden. Der Einfluss einer solchen Veranstaltung ist nicht ohne, was sich in Bettwäsche, Schals und Malstifte mit dem Logo des bevorzugtem Clan widerspiegelt. Und dass man dann später mit Gewalt gegen "andersdenkende" Fußballfans vorgeht, weil die Menschen die denen als Vorbild dienen es ebenso tun, ist ebenfalls ganz klar sichtbar. Wieviele Polizisten/Zivilisten müssen noch krankenhausreif geschlagen werden, damit die liebe Merkel und der rücksichtsvolle Beckstein erkennt, dass der "Volkssport" Fußball in wahrheit die Jugend von heute zu gewaltvollen Schlägertrupps umwandelt ? ;)
Ich bin mir sicher, das mit dieser Thematik problemlos die schönsten und größten Studien machbar sind.

Naja... lieber sähe ich die Kriegsherren dieser Welt alle gemeinsam auf einer friedlichen LAN-Session, als das man einige Millionen von zukünftigen Spielern die Tür vor der Nase zuknallt mit einer gesetzlichen Verordnung, die wahrlich als Schnellschuss gilt und unserer Gesellschaft kaum den "Schutz" bieten würde, die man sich erhofft. Denn egal ob CS verboten würde oder nicht... im Falle von Sebastian B. oder Robert Steinhäuser war der Grund für das mörderische Handeln ganz woanders zu suchen. Die Schule, die Familie, der Hass auf die Gesellschaft... Werte, die er wahrlich NICHT aus einem Spiel wie Counter-Strike "gelernt" haben kann. Und natürlich eine Umgebung, die ihn ignoriert hat. Dazu noch das Nicht-Handeln, trotz der "Hilferufe" durch Filme im Netz und den Äusserungen in den Foren ! Ich will ja nicht meckern, aber wenn jemand in einem Forum ganz klar in ASCII hinschreibt, dass er "die Leute dort draussen abknallen" wird, dann sollte dies für alle anwesenden Lesern ein Alarmzeichen sein. Gerührt hat sich aber gar nichts ! Naja, dies sind wir leider auch in der Realität gewohnt. Liegt jemand am Boden, dann rührt sich meistens in der Umgebung ebenfalls nichts, traurig aber leider wahr. Auch Seiten wie eGun, auf der man (in Deutschland!) "mal so" sich Waffen besorgen kann, sind wahrlich verrückt. Stoiber & Co. reiten auf Killerspiele rum, verlieren aber kein Wort über ständig weniger werdenden Schulpsychologen oder eben solchen Websites. Und dies ist merkwürdig, da ja eigentlich eine solche freie Website, wie der besagte Waffenshop, eigentlich sogar von einem simplen Spiderbot von der Polizei beobachtet werden könne. Probekäufe würden ganz klar sichtbar machen, ob man z.Bsp. ohne Waffenschein an solchen *Mordinstrumente* rankommen kann.

Wir sollten nun langsam davon gelernt haben und sensibilisierter durch die (Netz-)Welt laufen. Dies ist IMHO ein besserer "Schutz" als ein blindes Verbot für alles, was aus der Ego-Sicht präsentiert wird. Denn ansonsten suchen sich die Medien eben was anderes als Sündenbock... Horrorfilme ? "gewaltvolle" Kaugummireklame ? Das Brot, das er zum Frühstück hatte ? ;) Claudia Roth von den Grünen z.Bsp. ist auf unserer Seite, sie hält ein solches Verbot ebenfalls für verrückt ;)
Habe hier schon 5 Sendungen auf Platte, die sich mit dem Thema befassen. Spannend sind IMHO nur die Polylux: Pro/Contra und die N24: Links-Rechts, mit der besagten Frau Roth. Ich bin mir sicher, in dieser Woche gibt's ebenfalls noch ein halbes dutzend "Wissenssendungen" über das Thema "Killerspiel", aber keine einzige Meldung über den den Waffenkauf oder fehlenden seelischen Unterstützung. Für die Medien wurde er ja durch den Spielen einer Gehirnwäsche unterzogen. Ja, und wir Ego-Zocker sind wandelnde Zeitbomben... die Steuern zahlen ;)
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mosh_
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Re: ich würde gerne folgende frage an den "experten" stellen

Beitrag von mosh_ »

frietz hat geschrieben:ohne spiele hätte es diesen "amoklauf" nicht gegeben. soso.
dann hätte ich mal eine frage. was haben eigentlich adolf hitler, josef stalin, die inquisitoren des mittelalters, nachweislich massenmörder der geschichte mit millionen mehr toten als alle amokläufer der letzten jahre zusammen, eigentlich gespielt?

diese frage sollte einmal ein reporter stellen.
wenn killerspiele und videos menschen zu amokläufern machen können, warum gibt es bei millionen spielern kaum amokläufe. warum laufe ich noch nicht amok? wenn dies kriterien eines amokläufers sein sollen, muss ich weggesperrt werden.
hoffentlich gibt es bald wieder ruhe und die planlosen politiker und "experten" widmen sich themen, von denen sie evtl mehr ahnung haben als von "killerspielen" und "internet". allein mir fehlt der glaube...
counter strike 1.2 gespielt-_-
Roxul
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Beitrag von Roxul »

Der Mann gibt nur wieder was die Allgemeinheit zu denken glaubt, da ist das ansehen der Videospieler irgendwo zwischen Drogendealer und (Kinder-)Vergewaltiger.
Solange sich ein Teenager in den Medien, auf seinem Entwicklungsgrad äusert, ist es halt einfach mit den Zeigefinger auf uns, die bösen Videospieler, zu zeigen.
Was die Leute nicht dabei sehen, dass beim ausgestreckten Zeigefinger immer drei Finger auf einen selber zeigen. Als Beispiel nehmen wir mal die Schweiz! Meines Wissens nach hat dort jeder Wehrtüchtige seine Soldatenausrüstung daheim (Klamotten, Waffen usw.).
Wieso passieren in Deutschland (Prozentual) mehr Amokläufe als in der Schweiz?
Meine Vermutug ist dass wir den Lebensstil unseres großen Vorbildes immer mehr nacheifern und dort ist es so dass es keine soziale Kontrolle, seitens der Gesellschaft, gibt. Was seine Vor- und Nachteile hat. Jeder kann sich frei entfalten, aber keiner bekommt aber auch mit wenn bei Dir was schief läuft und Du abgleitest. In anderen Gesellschaften ist diese Kontrolle größer und Dein Umfeld reagiert früher vor der Eskalation. Exoten haben natürlich in letzteren Umfeld einen schweren Stand als in der Ersteren.
Wers nicht glauben will denkt doch bitte mal darüber aus welchem Land die Bostoner Teepartie herkommt oder der Christopher Street day.

Gruß

Roxul

P.S: Für Euch ganz verzweifelten unter uns kucken wir noch mal zurück in das 19. Jahrhundert, Stichwort Romane dass war für die Mehrheit der damaligen Leute/"Pfeiffers" Teufelszeug an dass die Jugend zugrunde geht. Heute ist es ein Kulturgut!