Kingdoms of Amalur: Reckoning: "Großproduktionen auf dem PC undenkbar"

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Kajetan
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Re: Kingdoms of Amalur: Reckoning: "Großproduktionen auf dem PC

Beitrag von Kajetan »

Infi88 hat geschrieben:Ich vertrau da lieber meinem eigenen Kopf, der ohne Frage manchmal etwas dick ist, ...
Auch wenn ich diese Einstellung grundsätzlich begrüße :) ... man sollte nicht die Lügen anderer durch die Lüge ersetzen, die man selbst im Kopf fabriziert, um ein bereits vorher festgelegtes Weltbild zu schützen. Es gibt immer mehr Indizien, die den Schluß nahelegen: "Kopien sind höchstwahrscheinlich harmlos". Das kannst Du nicht leugnen, auch wenn Dein Kopf dick ist, Du die Luft anhälst oder Dich auf den Kopf stellst.

Diese Indizien kann man jetzt in die eigenen Überlegungen einbeziehen, seine Meinung entsprechend neuen Erkenntnissen anpassen oder man kann sich stur und ignorant die Augen zuhalten und alles ablehnen, was einen von einer vorgefassten Meinung abbringen könnte. Muss jeder halten, wie er will. Ändert aber nichts an den Erkenntnissen, die man gewinnen kann, wenn man denn möchte.
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JunkieXXL
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Re: Kingdoms of Amalur: Reckoning: "Großproduktionen auf dem PC

Beitrag von JunkieXXL »

"Kopien sind höchstwahrscheinlich harmlos"

Das ist ja cool. Dann braucht ab jetzt ja keiner mehr Spiele kaufen. Spiele scheinen sich von alleine zu finanzieren, das legt zumindest die nicht widerlegte Theorie der Heinzelmännchen nahe. :lol:
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crewmate
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Re: Kingdoms of Amalur: Reckoning: "Großproduktionen auf dem PC

Beitrag von crewmate »

Du nimmst die Aussage aus jedem Zusammenhang. Der derzeitige Stand des wirtschaftlichen Schadens, den Raubkopierte Spiele verursachen, kann nicht von den Publishern nachgewiesen werden. Bobby Kotick, Yves Guillemont und Riccotello können es nicht nachweisen.
KOK
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Re: Kingdoms of Amalur: Reckoning: "Großproduktionen auf dem PC

Beitrag von KOK »

crewmate hat geschrieben:Du nimmst die Aussage aus jedem Zusammenhang. Der derzeitige Stand des wirtschaftlichen Schadens, den Raubkopierte Spiele verursachen, kann nicht von den Publishern nachgewiesen werden. Bobby Kotick, Yves Guillemont und Riccotello können es nicht nachweisen.
Das wird immer behauptet und mit Pseudo-Argumenten wie "der Raubkopierer hätte das Spiel eh nicht gekauft" und "für eine digitale Kopie fallen ja keine zusätzlichen Kosten zu Lasten der Publisher und Entwickler auf". Die Konsequenzen durch Raubkopierer haben wir ehrliche Kunden aber trotzdem und die nennen sich DRM ohne Ende, schlechte PC-Ports bis hin zu keiner PC-Umsetzung an sich erst. Die Raubkopierer tragen genau so eine Mitverantwortung an diesen Umstand wie die Publisher, die mit solchen überzogenenen Maßnahmen versuchen gegen etwas anzukämpfen, was sie wahrscheinlich weniger kostet als die Maßnahmen an sich.
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Brakiri
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Re: Kingdoms of Amalur: Reckoning: "Großproduktionen auf dem PC

Beitrag von Brakiri »

KOK hat geschrieben:
crewmate hat geschrieben:Du nimmst die Aussage aus jedem Zusammenhang. Der derzeitige Stand des wirtschaftlichen Schadens, den Raubkopierte Spiele verursachen, kann nicht von den Publishern nachgewiesen werden. Bobby Kotick, Yves Guillemont und Riccotello können es nicht nachweisen.
Das wird immer behauptet und mit Pseudo-Argumenten wie "der Raubkopierer hätte das Spiel eh nicht gekauft" und "für eine digitale Kopie fallen ja keine zusätzlichen Kosten zu Lasten der Publisher und Entwickler auf". Die Konsequenzen durch Raubkopierer haben wir ehrliche Kunden aber trotzdem und die nennen sich DRM ohne Ende, schlechte PC-Ports bis hin zu keiner PC-Umsetzung an sich erst. Die Raubkopierer tragen genau so eine Mitverantwortung an diesen Umstand wie die Publisher, die mit solchen überzogenenen Maßnahmen versuchen gegen etwas anzukämpfen, was sie wahrscheinlich weniger kostet als die Maßnahmen an sich.
Aha..die Urheberrechtsverletzer sind also dafür verantwortlich, dass die Contentindustrie anstatt an den Preisen zu drehen, bessere und bequemere Distributionsmethoden, sowie interessante Geschäftsmodelle zu entwickeln, die Käufer mit DRM und I-kill-you-Trailern nötigen?

No offense, aber das ist genau diese hahnebüchende und uneinsichtige Denke, die die Contentindustrie in den Köpfen der Käufer zementieren will. Die UHR-Verletzer sind schuld, dass wir sinnlose DRM-Systeme fahren, euch nicht die Qualität und Bequemlichkeit bieten die ihr verlangt und ausserdem natürlich die Preise anheben müssen, wo wir mit durchkommen können.

Das ist gelinde gesagt völliger Quatsch. Wer ein bisschen Ahnung von Wirtschaftstheorie hat weiss, dass der Vorgang der Anpassung an die Bedürfnisse der Kunden von der Wirtschaft ausgehen müsste, was in der Realität völlig auf den Kopf gestellt wird. Es wird versucht an alten Geschäftsprozessen und Modellen, zur Not auch per gekaufte Politiker, festzuhalten, obwohl sich die Bedürfnisse der Kunden seit Jahren stark wandeln.

Wenn überhaupt hat die Möglichkeit der Kopie diese Kruste aufgebrochen und hat z.B. in der Musik und Filmindustrie das Tor für VOD und MP3-Shops geöffnet, weil die Angst zu gross war, dass noch mehr Felle wegschwimmen, jetzt wo es eine Alternative zum Kauf gibt.
Das die Leute gerne das Geld für guten Service bezahlen, zeigen ITunes etc. sehr deutlich.
Dort werden jedes Jahr neue Rekorde gefahren.

Es geht also.

Die Kopierer können nicht wirklich was dafür, wenn die Contentindustrie völlig falsch reagiert. Sie hat seit Jahren ein Uphill-Battle geführt, mehr und mehr zeigte sich, dass dieser Kampf technisch nicht zu gewinnen ist, und jetzt versuchen Sie es mit ACTA, SOPA und neuen Geschäftsmodellen.
Wenn ACTA, PIA, SOPA und Co scheitern, bleibt den Herstellern nichts anderes mehr übrig als den Leuten das zu geben was sie möchten. Bequeme Verfügbarkeit rund um die Uhr, überall zu angemessenen Preisen. So wie es sein sollte.

Und das, auch wenns keiner hören will, ist nicht zu einem kleinen teil den Leuten zu "danken", die sich ausgeklinkt haben und kopiert haben, was erst zu diesem Umbruch geführt hat.
Ich will die Kopierer jetzt nicht als Robin Hoods hinstellen, aber diese technische Tatsache des Kopierens und ihre Anwendung hat erst zu diesem Umbruch geführt.

Ich möchte hier nur an eine Lüge der Industrie damals erinnern: Damals meinte man, CDs werden billiger werden, weil die Herstellung günstiger ist. Wurde das jemals an die Kunden weitergegeben? Nein. Plötzlich kam das dumme Gelaber über die Presswerke, die ja so teuer waren, obwohl jeder der ein Funken Ahnung von Finanzen hat weiss, dass diese Investitionen abgeschrieben werden, den Gewinn dadurch erhöhen usw. Ein Teil der Kostenersparniss hätte man also ohne Probleme weitergeben können.

ERST als die CD-Brenner und das Web immer verbreiteter wurden, und die Leute irgendwann lieber kopiert haben, als 30-35 DM für eine CD auszugeben tat sich was.

Diese ganze Entwicklung, das Gute und das Schlechte, sind Ergebnisse der Möglichkeit und Anwendung(!) der digitalen Kopie.

Das alles sollte man über der ganzen Wirtschaftspropaganda und dem Geschwätz der Politiker nicht aus den Augen verlieren. Es ist ein gesellschaftlicher Wandel und die Kopierer haben daran einen nicht geringen Anteil.
KOK
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Re: Kingdoms of Amalur: Reckoning: "Großproduktionen auf dem PC

Beitrag von KOK »

Ach, die Kopierer können nichts, wenn die Contentindustrie (nettes Wort) völlig falsch reagiert? Ich bitte Sie. Das ist kindliches Denken. Die Verantwortung liegt auf beiden Seiten.

Und bitte definieren Sie mal bitte "bequeme Verfügbarkeit und angemessene Preise". Denn ich gehe noch immer davon aus, daß die meisten Kopierer in erster Linie deswegen kopieren, weil sie so gar kein Geld ausgeben müssen und nicht, weil sie sich als ehrliche Käufer ansonsten zu gegängelt fühlen. Das ist genau so wieder ein Pseudo-Argument wie die schon vorher angeführten.
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Ash2X
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Re: Kingdoms of Amalur: Reckoning: "Großproduktionen auf dem PC

Beitrag von Ash2X »

Eine kleine - aber dennoch wertungsfreie - Anmerkung von mir: Für Raubkopien entstehen keine variablen Stückkosten. Denn wenn eine CD runtergeladen wird, entstehen ja keine Kosten für Datenträger, Handlungskosten, Porto, variable Lohnentgeltung etc.
Das stimmt schon - allerdings darf man auch nicht vergessen das nicht nur dem Programmierern und Publishern sondern auch dem Handel ein nicht unerheblicher Schaden verursacht wird.
Letztendendes werden Software & Co ja auch nicht auf Bestellung produziert,weshalb die Raubkopie keinen Materiellen wertverlust als Kopie an sich hat aber dennoch indirekt kosten bzw ein verlust kalkulierter Ennahmen verursacht durch das Original das im Laden steht und deshalb nicht verkauft wird.
Es sind ja nicht nur Kosten für die Herstellung des Spiels oder Films die von dem Objekt der Begierde getragen werden,sondern auch andere Dinge,wie z.B. Marketing (welches ja nicht nur die Werbung als solches sondern auch die Distibution enthält).
...ich könnte jetzt irgendwie noch seitenweise weiterschreiben über Preispolitik,Errechnung der variablen Stückkosten,Marketing-Mix...aber naja,ich glaube die Aussage tuts auch so. :lol: Wer sich dafür interessiert weiß ja sicherlich wo er die Infos bekommt :wink:
Zuletzt geändert von Ash2X am 18.02.2012 13:28, insgesamt 1-mal geändert.
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Brakiri
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Re: Kingdoms of Amalur: Reckoning: "Großproduktionen auf dem PC

Beitrag von Brakiri »

KOK hat geschrieben:Ach, die Kopierer können nichts, wenn die Contentindustrie (nettes Wort) völlig falsch reagiert? Ich bitte Sie. Das ist kindliches Denken. Die Verantwortung liegt auf beiden Seiten.
Wenn Sie das sagen. Ich empfinde es eher als kindliches Denken, wenn man nicht sehen will, dass die Industrie beim Status Quo bleiben, und keinen Milimeter dem Kunden entgegenkommen will. Die Kopiererei ist bei allen Effekten zusätzlich auch noch ein mögliches Protestelement, denn man hat jetzt eine weiter Handlungsoption. Es ist im Endeffekt egal, ob Sie das so sehen möchten oder nicht. Es ist eine Tatsache, dass man auch mit Kopieren seine Ablehnung bezüglich Kopierschutz, Region Codes etc. zeigen kann, denn ein Kaufverzicht tut weh, aber ein Kaufverzicht ohne auf das Gut verzichten zu müssen, macht die Industrie zu recht fuchsteufelswild. Je mehr sich aufgeregt wird, desto höher ist die Chance das bei der Sache nicht nur DRM und Politiker kaufen rumkommt, sondern auch ein Umdenken stattfindet.

Wenn also eine Seite entgegen der normalen Gepflogenheiten des Marktes reagiert, ist die auslösende Seite schuld? Wenn Sie meinen.
Und bitte definieren Sie mal bitte "bequeme Verfügbarkeit und angemessene Preise". Denn ich gehe noch immer davon aus, daß die meisten Kopierer in erster Linie deswegen kopieren, weil sie so gar kein Geld ausgeben müssen und nicht, weil sie sich als ehrliche Käufer ansonsten zu gegängelt fühlen. Das ist genau so wieder ein Pseudo-Argument wie die schon vorher angeführten.
Das Sie an Ihrem schwarz-weiss-Denken festhalten wollen, ohne alternative Erklärungen und multiple Effekte sehen zu wollen, ist Ihre Sache. Ich sehe es nicht als meine Aufgabe an, Sie dahingehend zu erleuchten. Ich kann Ihnen nur z.B. aus der Wissenschaft mitteilen, dass es grade in der "wirklichen" Welt deshalb an Optimallösungen mangelt, weil es eben nicht nur einen wirkenden Effekt auf Situationen und Entscheidungen gibt, sondern multiple, die sich teilweise sogar gegenläufig bewegen. Die ist bei der Klimaforschung ersichtlich, bei den meisten Totalmodellen in der VWL und vielen anderen Bereichen, in denen sich überall zeigt, es gibt so viele Variablen, dass es je nach Parameterbestimmung zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen kommen kann.
Das ist bei diesem Topic nicht anders. Es gibt Leute die kaufen nicht, weil kein Bock, es gibt Leute die kaufen nicht, weil kein Geld, es gibt Leute die kaufen nicht, weil sies vorher antesten wollen und nicht die Katze im Sack kaufen wollen, es gibt Leute die damit gegen DRM protestieren wollen, aber garnicht spielen etc. Und ja, auch wenn Sie es nicht wahrhaben sollen, immer mehr Studien, wie Kajetan schon sagte, deuten darauf hin, dass die Kopierei auch positive Effekte auf Umsätze hat.

Zu Ihrer Frage: Es gibt Instrumente mit denen man die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden eruieren kann. Unter anderem fallen darunter Fragebögen, wissenschaftliche Untersuchungen die Kaufverhalten bezüglich bestimmter Preis/Distributionskanäle usw. analysieren und nachträgliche Auswertungen von Erfolgen/Misserfolgen von Geschäftsmodellen. Einfacher ausgedrückt: Man fragt die Kunden was sie möchten und versucht dies in einem (Distributions-/Geschäfts-)Modell umzusetzen. Sollte das scheitern, analysiert man nachträglich was schief gelaufen ist und bessert nach, weil nobody is perfect.

Das dies lukrativ sein kann, zeigen die bisherigen erfolgreichen Mdoelle wie VOD und ITunes deutlich. Solche Aktionen werden also angenommen(Trotz Produktpreis), und seitdem auf DRM und Watermarks verzichtet wird, hat sich der Umsatz weiter erhöht.

Man kann sich also hinstellen und auf der unausweichlichen, technischen Vervielfältigungsmöglichkeit rumhacken, ganze Bevölkerungsschichten kriminalisieren, oder man kann den Weg gehen, den die Wirtschaftstheorie als den, auf lange Sicht einzig funktionieren Weg ausgemacht hat: Man geht mit der Zeit, schaut was die Kunden möchten und passt seine Geschäftsmodelle an die Zeiten und Wünsche der potenziellen Kunden an.

Das dies ja auch anderswo, z.B. in Banken, Versicherungen etc. mit Business Intelligence(Data Mining, Date Warehousing, OLAP etc) und Geschäftsprozessmodellierung gemacht wird zeigt, dass es funktioniert. Die Contentindustrie braucht wohl einfach nur länger und will sich ohne Kampf den Marktmechanismen UND den Kundenwünschen nicht geschlagen geben.
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Erynhir
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Re: Kingdoms of Amalur: Reckoning: "Großproduktionen auf dem PC

Beitrag von Erynhir »

KOK hat geschrieben:Ach, die Kopierer können nichts, wenn die Contentindustrie (nettes Wort) völlig falsch reagiert? Ich bitte Sie. Das ist kindliches Denken. Die Verantwortung liegt auf beiden Seiten.

Und bitte definieren Sie mal bitte "bequeme Verfügbarkeit und angemessene Preise". Denn ich gehe noch immer davon aus, daß die meisten Kopierer in erster Linie deswegen kopieren, weil sie so gar kein Geld ausgeben müssen und nicht, weil sie sich als ehrliche Käufer ansonsten zu gegängelt fühlen. Das ist genau so wieder ein Pseudo-Argument wie die schon vorher angeführten.
Also, ich finde Brakiri hat schon Recht mit dem was er schreibt. An Kopien kann und wird man nichts ändern. Also sollte man eher daran setzen, wie Brakiri schon schreibt, dass das Angebot und der Service verbessert wird um so mehr Käufer anzulocken. Die, die kopieren um kein Geld auszugeben wird man wahrscheinlich nicht plötzlich zu Käufern machen, nur weil man immer härtere Gängeleien einführt, die nur dem Käufer Nachteile bringen. Eher passiert das Gegenteil.

Ich meine damit nicht dass Kopien so hingenommen werden müssen. Aber verhindern wird die Industrie das nicht. Ein Kampf gegen Windmühlen.
Ja, die die Contentindustrie reagiert falsch.
Verklärer
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Re: Kingdoms of Amalur: Reckoning: "Großproduktionen auf dem PC

Beitrag von Verklärer »

vielleicht ist es ja stark von der qualität des spiels abhängig, in welchem ausmass ein schaden oder gar eine positive wirkung aus kopien hervorgeht. sollte sich herausstellen, dass der schaden insbesondere bei miesen spielen gross ist, weil dort eine wandlung beim raubkopierer ("gutes spiel, nun kaufe ich es mir doch") ausbleibt und auch keine positive mund-zu-mund-propaganda von raubkopierer zu potenziellem käufer stattfindet, dann scheint mir raubkopiererei ein begrüssenswertes korrektiv!
insbesondere heute, wo die unabhängigkeit der spielemagazine etwa so hoch ist wie die eines russischen parlamentsabgeordneten, und sich von jedem mittelgrossen publisher zu hohen ratings bestechen lassen.

wenn aufgrund der kopiererei dahingerotzte spiele wie dragon age 2 (und das sage ich als anhänger des ersten teils) massive einbussen erleiden, weil keiner so n dreck kauft, nachdem ers illegal angetestet hat, und schon gar nicht für positive mündliche werbung sorgt, dann kann ich nur sagen, weiter so!
hier würde dann die illegale weiterverbreitung zu einem begrüssenswerten gegenpol auf seiten der konsumenten gegen die blenderei und irreführung durch werbung und gekaufte bewertungen auf seiten der anbieter. um hier wieder mal die leidigen ökonomen zu bemühen: so würde die informationsasymmetrie, und damit das machtungleichgewicht, auf dem spielemarkt zwischen anbieter und konsument ein stück weit gemildert.

sollte sich allerdings herausstellen, dass die positiven effekte geringer sind als erhofft, und kleinere und mittlere spielefirmen, welche gerade ein ansehliches produkt entworfen haben, durch raubkopien signifikant weniger absetzen, dann haben wir ein problem.

es braucht hier seriöse forschung. was nicht einfach ist, bei den vielen gegensätzlichen faktoren, die hier mit reinspielen.
solange uns keine genaueren kenntnisse über diese negativen und positiven effekte vorliegen, ist die behauptung, raubkopien schaden der spieleindustrie, nichts weiter als obrigkeitshöriges nachplappern
Zuletzt geändert von Verklärer am 18.02.2012 18:22, insgesamt 1-mal geändert.
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Infi88
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Re: Kingdoms of Amalur: Reckoning: "Großproduktionen auf dem PC

Beitrag von Infi88 »

Sir Richfield hat geschrieben:
Infi88 hat geschrieben:Ich vertrau da lieber meinem eigenen Kopf, der ohne Frage manchmal etwas dick ist, nicht dem profilneurotischem Prof., oder dem Großunternehmen, sondern sehe mir meine Freunde hier täglich in den Foren an und begutachte die Bittorent Statistik auf Torrentfreaks etc.. Und da stehts leider nicht so gut. :wink:
Das kannst Du ja gerne tun, Deinem Kopf vertrauen.
Ich weise Dich lediglich darauf hin, dass ich der Meinung bin, Du hast Scheuklappen auf und verweigerst damit Deinem Kopf gewisse Schlüsse. (Ob er die DANN auch ziehen würde, bleibt ihm überlassen.)
Du blendest z.B. aus, dass die Spieleindustrie eben nicht leidet. Sie wächst und wächst und wächst und wächst.
Bis ein mittelgroßer Publisher wirklich endlich mal Pleite geht, muss schon einiges passieren und die Gründe sind so gut wie nie die Zahl oder das Verhältnis der Kopien.
Bei Gothic war es egal, wie viele Kopien es gab, man hatte es (endlich) geschafft, seine Kunden! davon zu überzeugen, dass man nicht in der Lage ist, Qualität anzubieten.

Ich komme zu folgendem Schluss: Wenn es keine Kopien gäbe und damit ein Teil der Lizenzerschleicher diese kaufen würden (Alle bekommt man eh nicht, die Gründe fürs Kopien sind so zahlreich wie die Kopierer), dann würde die Spieleindustrie sicher mehr und schneller wachsen.
Aber sie ist offensichtlich nicht kaputt. Sie strauchelt ja nicht mal.
Ich fürchte nicht mal, dass dann die Indies (die ja teilweise von der Mundpropaganda der Kopien leben, siehe Minecraft. Das ist übrigens etwas, dass die Firmen vor dem Internet auch getan haben - DooM Shareware anyone?) dann keine Chance mehr hätten - die würden dann wahrscheinlich mehr auf Demos und Shareware setzen, um sich bekannt zu machen.
Das ist ja das Schöne, wenn man keinen AAA Publisher Moloch füttern muss (als Entwickler), dann ist man deutlich flexibler.

Ich bin übrigens auch aus folgendem Grund dafür, dass es ab Morgen keine unlizensierten Kopien mehr gibt: Endlich könnten die Publisher in Ruhe sterben, weil sie einfach keine Qualität liefern. Raubmordkopien sind für die Industrie so eine billige Ausrede, es tut weh.

Glaubst Du, Crysis wäre ohne Kopien signifikant mehr gekauft worden? Hätten so viele Leute die Benchmark Katze im Sack gekauft?
Und - wo genau liegt denn jetzt das Problem der Crysis Kopien? War Crytek.... Hoppla, Crysis 2...
Erst lesen, dann tippen...
Mist, mein ganzer Punkt dahin, nur weil ich Crysis 2 aus Mangel an Interesse nicht gespielt habe. Ich sah mein Geld für Crysis 1 schon zum Fenster raus geworfen und hatte kein Vertrauen in Crytek, mir beim zweiten Versuch ein Spiel zu verkaufen, dass mir auch gefällt.
Nanana :Häschen: Scheuklappen, du hast eher ne Art Indie Fata Morgana, woher nimmst du denn überhaupt diese gewagten Thesen ? http://www.golem.de/1201/89060.html
Der Markt insgesamt ist nicht gewachsen, das selbe 2010. Abgesehn davon war vom PC Markt bei unserer Konversation die Rede, da sieht es wohl nochmal anders aus. Und da der PC Absatz auch abnimmt kann er nicht gewachsen sein. Von "Sie wächst und wächst und wächst und wächst.", kann also keine Rede sein, wenn sie wächst dann auch nicht exponentiell, sondern eher mim Wohlstand der Masse/Länder. Da siehts ja dank Wirtschaftskrise wohl auch eher mau aus.

Ganz davon ab war Crysis mehr als ein Bench Titel, ein technisches Meisterwerk seiner Zeit aus Deutschland von unseren türkischen Freunden, der gehört gekauft. Da gibts überhaupt nix zu diskutieren ;D.
Das große Unternehmen nicht so schnell Pleite gehn liegt wohl daran das in der sozialen Markwirtschaft bzw. Kapitalismus der Große am längsten lebt bzw. der mit den meisten Marktanteilen. Die bringen natürlich die Raupkopien nicht so arg ins wanken, obwohl die(die Riesen) sich ja auch genötigt sehn Maßnahmen zu ergreifen.
Erynhir hat geschrieben:
KOK hat geschrieben:Ach, die Kopierer können nichts, wenn die Contentindustrie (nettes Wort) völlig falsch reagiert? Ich bitte Sie. Das ist kindliches Denken. Die Verantwortung liegt auf beiden Seiten.

Und bitte definieren Sie mal bitte "bequeme Verfügbarkeit und angemessene Preise". Denn ich gehe noch immer davon aus, daß die meisten Kopierer in erster Linie deswegen kopieren, weil sie so gar kein Geld ausgeben müssen und nicht, weil sie sich als ehrliche Käufer ansonsten zu gegängelt fühlen. Das ist genau so wieder ein Pseudo-Argument wie die schon vorher angeführten.
Also, ich finde Brakiri hat schon Recht mit dem was er schreibt. An Kopien kann und wird man nichts ändern. Also sollte man eher daran setzen, wie Brakiri schon schreibt, dass das Angebot und der Service verbessert wird um so mehr Käufer anzulocken. Die, die kopieren um kein Geld auszugeben wird man wahrscheinlich nicht plötzlich zu Käufern machen, nur weil man immer härtere Gängeleien einführt, die nur dem Käufer Nachteile bringen. Eher passiert das Gegenteil.

Ich meine damit nicht dass Kopien so hingenommen werden müssen. Aber verhindern wird die Industrie das nicht. Ein Kampf gegen Windmühlen.
Ja, die die Contentindustrie reagiert falsch.
Ich hätte es für mich nicht besser schreiben können :!: , nur stimm ich dir weit mehr zu als Brakiri, der geht mir dann doch etwas zu Pipi Langstrumpf mäßig mit der Thematik um. Ich sehe da ähnlich wie du schon ne gewisse unehrlich und Selbstgefälligkeit der Kundschaft bzw. ja dann nicht-Kundschaft ;D. Ich würd aber auch mal Intel und co. zur Kasse bitten, im Prinzip gibt dieser Industrie Zweig ja den Leuten auch die Möglichkeit so zu werkeln. Und die verdienen sich auch an den Hobbyleechern dumm und dämlich denk ich. Ist aber nur en Vorschlag ;)
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Sir Richfield
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Re: Kingdoms of Amalur: Reckoning: "Großproduktionen auf dem PC

Beitrag von Sir Richfield »

Infi88 hat geschrieben:Scheuklappen, du hast eher ne Art Indie Fata Morgana, woher nimmst du denn überhaupt diese gewagten Thesen ? http://www.golem.de/1201/89060.html
Gut, die Zahlen nehme ich so hin. Interessant ist allerdings: Da ist nirgendwo von Kopierern die Rede.
Im Gegentum, der Kunde scheint keine Lust auf immer gleich bleibende Konsolenkost zu haben. Und Konsolen sind ja per Definition Kopienfrei und die einzig denkbare Weise, Großproduktionen zu stemmen. Oder jetzt doch nicht?
Ganz davon ab war Crysis mehr als ein Bench Titel, ein technisches Meisterwerk seiner Zeit aus Deutschland von unseren türkischen Freunden, der gehört gekauft. Da gibts überhaupt nix zu diskutieren ;D.
Von Heulsusen (Post Crysis Verhalten) kaufe ich prinzipiell nichts. ;)
Für mich ist Crysis Arsch, so subjektiv wie einfach....
Das große Unternehmen nicht so schnell Pleite gehn liegt wohl daran das in der sozialen Markwirtschaft bzw. Kapitalismus der Große am längsten lebt bzw. der mit den meisten Marktanteilen. Die bringen natürlich die Raupkopien nicht so arg ins wanken, obwohl die(die Riesen) sich ja auch genötigt sehn Maßnahmen zu ergreifen.
*hüstel* ich tippte mittelgroße. Gemeint habe ich damit bestimmte Deutsche/Österreichische Publisher.
Übern Teich ist aber auch nicht besser, die kaufen sich da gegenseitig, um den Namen bis zuletzt noch als leere Hülle mitzuschleppen, in der Hoffnung, irgendein Kunde hat's nicht kapiert.
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Aurellian
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Re: Kingdoms of Amalur: Reckoning: "Großproduktionen auf dem PC

Beitrag von Aurellian »

Erynhir hat geschrieben:
KOK hat geschrieben:Ach, die Kopierer können nichts, wenn die Contentindustrie (nettes Wort) völlig falsch reagiert? Ich bitte Sie. Das ist kindliches Denken. Die Verantwortung liegt auf beiden Seiten.

Und bitte definieren Sie mal bitte "bequeme Verfügbarkeit und angemessene Preise". Denn ich gehe noch immer davon aus, daß die meisten Kopierer in erster Linie deswegen kopieren, weil sie so gar kein Geld ausgeben müssen und nicht, weil sie sich als ehrliche Käufer ansonsten zu gegängelt fühlen. Das ist genau so wieder ein Pseudo-Argument wie die schon vorher angeführten.
Also, ich finde Brakiri hat schon Recht mit dem was er schreibt. An Kopien kann und wird man nichts ändern. Also sollte man eher daran setzen, wie Brakiri schon schreibt, dass das Angebot und der Service verbessert wird um so mehr Käufer anzulocken. Die, die kopieren um kein Geld auszugeben wird man wahrscheinlich nicht plötzlich zu Käufern machen, nur weil man immer härtere Gängeleien einführt, die nur dem Käufer Nachteile bringen. Eher passiert das Gegenteil.

Ich meine damit nicht dass Kopien so hingenommen werden müssen. Aber verhindern wird die Industrie das nicht. Ein Kampf gegen Windmühlen.
Ja, die die Contentindustrie reagiert falsch.
Dem stimme ich uneingeschränkt zu. Kopien sind, was man auch immer davon halten mag, ein Phänomen, das aus dem digitalen Bereich nicht verschwinden wird. Man muss es den Kopierern ja nicht unendlich einfach machen, aber die Gängelung der Kunden durch immer neue DRM-Scheiße und erst recht der Versuch der Kriminalisierung der kompletten Bevölkerung durch ACTA und Konsorten gehen zu weit. Hoffentlich fliegt die Contentmafia damit in absehbarer Zeit endgültig auf die Nase.
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Sir Richfield
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Re: Kingdoms of Amalur: Reckoning: "Großproduktionen auf dem PC

Beitrag von Sir Richfield »

DarkSmart hat geschrieben:Hoffentlich fliegt die Contentmafia damit in absehbarer Zeit endgültig auf die Nase.
Erst wenn die Kunden endgültig die Nase vom DRM voll haben.
Das sehe ich allerdings erst einmal nicht. Dafür hat es zu viele, die trotzdem ein Spiel kaufen. Hier seien besonders die Kunden von Ubisoft und EA angesprochen.
Also die PC Kunden.

Die Konsolenkunden haben bald ihre eigenen Kämpfe zu führen, spätestens in der neuen Konsolengeneration.
(Immerhin regt sich jetzt schon z.B. Angry Joe über den Onlinepass für ein Single Player ARPG auf - eben jenes im Titel genannte...)
Basinator
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Re: Kingdoms of Amalur: Reckoning: "Großproduktionen auf dem PC

Beitrag von Basinator »

Letztendendes werden Software & Co ja auch nicht auf Bestellung produziert,weshalb die Raubkopie keinen Materiellen wertverlust als Kopie an sich hat aber dennoch indirekt kosten bzw ein verlust kalkulierter Ennahmen verursacht durch das Original das im Laden steht und deshalb nicht verkauft wird.
ICh wiederhole mich, aber: Raubkopien sind kalkulierbar. Wenn ich immer 30 Exemplare im Laden verkauft habe, darf ich mich nicht wundern, dass ich nicht alle Exemplare loswerde, wenn ich 50 bestelle. Sehr vereinfacht ausgedrückt.

Aber es geht doch auch anders: Siehe Minecraft. Notch hat gesagt als auch es geschafft, "Piraten" zu zahlende Kunden zu konvertieren. Das kritisiert er auch bei den Publishern, es wird gemeckert, anstatt wirklich den Umstand zu ändern.