FuerstderSchatten hat geschrieben:
Ganz einfach ohne Private Schnüffeleien wäre das mit dem Wulff auch nie rausgekommen, weil es durchaus privat ist, wie man sein Haus finanziert.
Wulff ist eine Person öffentlichen Interesses - sogar eigentlich DIE Person öffentlichen Interesses überhaupt.
Ganz davon abgesehen geht es doch aber auch gar nicht um Korruptionsbekämpfung, der Prävention oder Aufklärung schwerer Straftaten o.ä., sondern einzig und allein um Marketing.
Und hier will ich als Einzelperson volle Kontrolle über meine Daten haben.
Es steht Dir wie jedem anderen Menschen in diesem Lande frei, Deine Daten auf Facebook, bei div. Gewinnspielen und auch bei Origin zu exhibitionieren.
Ich halte diesen Trend zwar für gefährlich und naiv, aber das sind persönliche Entscheidungen.
Ich möchte aber auch die Wahl haben, sie
nicht preiszugeben. Im Falle von Origin geht das nur durch Boykott.
FuerstderSchatten hat geschrieben:Ich habe schon so einigen Firmen und Ämtern meine Addresse gegeben und bisher haben sie mich trotzdem in Ruhe gelassen. Für 1984 fehlt aber bei EA die Gewalt, in dem Buch wird eine permanente Bedrohung aufrechterhalten und so der Ausnahmezustand begründet. Außerdem ist hier auch wieder die Polizei und das Militär involviert.
Warum muss Unterdrückung zwangsläufig mit physischer Gewalt zu tun haben?
Würde jeder von uns unter permanenter Überwachung stehen, würde das zwangsläufig unglaubliche Folgen mit sich bringen, selbst wenn diese Daten z.B. nur für drastische Straftaten herangezogen werden würden.
Zudem lassen sich Datensätze ja schließlich auch zusammenführen. Wer garantiert mir, dass EA nicht auf die Idee kommt, die Daten z.B. an eine Werbeagentur zu verkaufen, die gleichzeitig auch weitere Infos über Dich von Facebook kauft, beispielsweise herausfindet, dass Du eine ungewöhnliche sexuelle Neigung hast und Dich damit erpresst oder einfach nur in Verlegenheit bringt? Es gäbe viele Szenarien, in denen das reine Vorhandensein von Daten negative Auswirkungen hätte. Und sei es auch nur die Tatsache, dass Du Dich anders verhältst, als Du es sonst tätest, um ebendiese Situationen zu vermeiden.
FuerstderSchatten hat geschrieben:IUnd hier liegt auch wieder das Problem, dass ihr alle nicht zu verstehen wisst, wenn die Firmen bei mir anrufen würden und danach fragen würden, ob mir das und das gefällt, oder ein Forschungsinstitut mich über meine persönliche Meinung zu irgendwas würde ich vielleicht darauf antworten, warum auch nicht?
Hin und wieder ruft die Forsa bei mir an, und wenn ich gerade Zeit habe und in der Laune bin, gebe ich ihnen auch ihr "Interview". Aber: Das ist freiwillig, man wird nett gefragt und wenn man ablehnt oder kommentarlos auflegt, hat es sich auch erledigt.
Origin hingegen nutzt eine erpresserischere Methode, das gleicht eher dem GEZ-Vertreter mit dem Fuß in der Tür, denn mit der Abgabe der Daten sind in diesem Falle Bedingungen geknüpft. Spinnt man das weiter, könnten z.B. Supermärkte auf die Idee kommen, persönliche Daten verlangen zu wollen, bevor man bei ihnen einkaufen darf.
Das kann man doch nicht ernsthaft gutheißen?
Ich verstehe wirklich nicht, wie Du zu so einer Meinung kommst. Ich würde ja fast vermuten, dass Du lediglich den Advocatus Diaboli mimst, aber irgendwas sagt mir, dass da wirklich Überzeugung hinter steckt.
GrinchPryde hat geschrieben:Und mal ehrlich, die Leute die Orogin boykottieren, nutzen sicher alle Steam und gehören ausgelacht.
Die typische, stumpfe Verallgemeinerung.
Ob Du es glaubst oder nicht: Es gibt einen Unterschied zwischen Steam und Origin, und Menschen sind auch nicht so dummdoof wie Du glaubst.