Kajetan hat geschrieben:
Ganz einfach ... ME2 ist nach Kritikermeinung das bessere Spiel, weil Bioware viel von dem in ME1 aufgesetzt wirkenden RPG-Kram wegfeilt und sich ME2 somit mehr dem Kern-Gameplay dieses Konzepts nähert. Welches ein ganz normaler Shooter ist.
ME als RPG zu bezeichnen führt die RPG-Spieler in die Irre, denn ME ist im Kern seines Wesens ein Shooter mit einigen angeflanschten RPG-Elementen und einem ganz inteessanten SF-Setting. Orientiert man sich mehr daran, macht man aus diesem Konzept ein besseres Spiel als sich ums Verrecken einreden zu wollen, dass ME ein RPG sein soll.
Als RPG habe ich ME ja garnicht bezeichnet. Nur ich persönlich sehe keinen Fortschritt darin, einem Spiel so ziemlich alles wegzufeilen, was es interessant gemacht hat(Sprich, über den Shooter-Einheitsbrei hinausgehoben hat). Das interessante Setting, die Interaktion mit den vielen Rassen, auch wenn nicht story-relevant, einfach nur zur Setting-Fundamentierung und die spannende Hintergrundgeschichte mit den Reapern und den Protheans. RPG war ME nie, aber wenn ich fast alles entferne, was ME zu einem interessanten Spiel gemacht hat, dann bleibt eben nur gameplayarme Shootergrütze ala ME2 über.
Hätte man eine interessantere Story erzählt, das Setting weiter mit Lore und Alien-Interaktionen angefüllt, und den Missionsbaum besser mit der Story verwoben, anstatt uns kleine, unabhängig Sandbox-Areale/Quests zu geben, hätte ich ME2 sicher auch zuende gespielt.
Wenn man das aber all das entfernt, und nur die "Äktschn" verbessert, dann wird ME 2 zu einem x-beliebigen Shooter mit netten Dialogen, den eigendlich keiner so richtig braucht.
Augenscheinlich macht Bioware/EA da also was richtig. Es gefällt den Gameplay-Spielern zwar nicht, aber das kann den Biowareanern ja völlig Hupe sein.
Biowares Design-Entscheidungen waren bei ME2 richtig, weil sie zum grundlegenden Charakter des Spieles besser gepasst haben. Die gleicher Art des Eindampfens von RPG-Elementen haben aber bei DA2 nur dazu geführt gequirlte Scheisse zu produzieren, weil die Gameplay-Mechaniken von DA eben nicht die eines Actionsspiels sind, sondern eines langsameren, auf andere Aspekte Wert legenden Rollenspiels sind.
Naja, sehe ich anders.
Eine Gameplay-Eindampfung mag besser zu ME passen, aber es hat ME2 deshalb nicht unbedingt gut getan. Sicher hat es sich besser verkauft, aber das macht es nicht zu einem besseren Spiel als Ganzes.
Bei DA2 denke ich liegt der Fehler woanders. Sie haben diese lahme 0815-Weltrettungsstory mit etwas Persönlichem ausgetauscht, was ich z.B. eine sehr gute Idee finde, aber nicht jedem passt. Auch die Limitierung auf eine Stadt, schmeckt vielen Leuten nicht, obwohl in DA:O die Welt auch nur eine Karte mit Schlauchleveln zum anklicken war. DA2 erzählt mehr interessanten Lore als DA:O und durch die schnelleren Kämpfe geht einem der zu hohe Kloppanteil nicht so schnell auf den Keks.
Aber die Probleme sind in DA2 fast die gleichen wie bei DA:O. Ich denke hier verklären die Leute ein wenig ihre Spielerfahrung.
Sogar die Umsatzzahlen sprechen hier ein deutliche Sprache. ME2 hat sich wunderbar verkauft, DA2 war zwar kein ausgesprochener Flopp, aber für EA und Bioware-Verhältnisse eine herbe Enttäuschung. ME und DA zeigen schön die Risiken, die man bei Genremischungen eingeht. Wenn die Mischung nicht stimmt, leidet der Spielkern, weil bestimmte Gameplay-Features eben nicht dazu passen und aufgesetzt wirken.
Erneut, hier halte ich die Interpretation für falsch. In DA2 wurden viele Dinge geändert, die ich persönlich für eine gute Idee halte, und das Konstrukt Rollenspiel in keinster Weise "schädigen". Wenn man sich die Kritiken der Spieler anguckt, wird oft bemängelt das es nur eine Stadt gibt, dass es keine Weltrettungsbutze ist, und zusätzlich kritisiert man wegen der Wut auch noch Dinge, die in DA:O genauso und sogar noch schlimmer vorhanden waren(z.B. das verschiedene Entscheidungen kaum oder keine Auswirkungen auf das Ende haben). Hier findet eine Aufregung über Elemente statt, die nicht weniger zu einem RPG passen, aber trotzdem nicht gut ankommen. Der Aktion-RPG-Spieler scheint Weltrettungsepos, Open World usw. vorzuziehen.
Wie man es richtig macht, das kann man an Deus Ex sehen. Eigentlich ein Shooter, werden RPG-Features so in das Spiel integriert, dass der Shooter-Teil nicht darunter leidet, sondern passend erweitert wird. Diese Mischung hat bei ME eben nicht geklappt, so dass ein Wegfall der RPG-Features ein besseres Action-Spiel ergibt.
Hier stimme ich dir zu. Deus Ex:HR hat mich nach vielen Jahren des Gameplay-Knäckebrots mal wieder gut unterhalten. Gameplayoptionen, die zudem niemanden überfordern sollten. Wäre die Story besser gewesen, hätte sich HR vor dem ersten Teil nicht wirklich verstecken müssen.
Damn good coffee hat geschrieben:Brakiri hat geschrieben:
Ich mag die ganzen Fehler und Shortcomings von ME2 nicht erneut aufzählen, ich denke Jörg schon selbst nichts davon verstanden aber grade Gameplay-Spieler dürften im allgemeinen ME2, ME1 vorziehen.
fixed.
@ Kajetan
Ich finde es schwierig, Deus Ex in dieser Hinsicht als Positivbeispiel anzusehen. Ein gutes Spiel, keine Frage, aber wie ein Shooter hat es sich eigentlich nie angefühlt und in meinen Augen erschien die Möglichkeit, zu ballern, immer als eine, von der das Spiel nicht wollte, dass man ihr nachgeht.
Was DA2 und ME2 angeht kann man wohl einfach folgendes sagen: Bei ME2 hat sich Bioware darauf konzentriert, die Stärken auszubauen, bei DA2 haben sie hingegen mit bemerkenswerter Konsequenz die Schwächen ausgebaut.
Dann haben wir wohl unterschiedliche Vorstellungen was "Gameplay" bedeutet. Ich meine damit mehr Möglichkeiten, unterschiedliche Dinge zu tun. Ballern, labern und Planeten Scannen langt mir halt nicht. Kann ja jeder gerne anders sehen.
@Deus Ex
Es sollte auch kein Shooter sein. Deus Ex ist ein Mix aus Gameplayoptionen in FPS-Sicht. Ballern kann man immer, aber das ist halt nicht so leicht, wie es in den Shootern oft dargestellt wird. Wenn du in einen Hochsicherheitskomplex eindringst, und dort 10 Wachen auf einmal alamierst, die gut ausgerüstet sind, das Areal kennen, und mit ihren Waffen gut umgehen können, dann haste halt verschissen. Überleben kannst du das ja trotzdem, es ist halt nur der schwerere Weg.
@DA2
Was haben sie denn an Schwächen ausgebaut? Eine Hauptschwäche, die lahmen Durchhaltegefechte, haben sie extrem beschleunigt, damit das Gekloppe weniger nervt(also verbessert). Taktisch war das auch in DA:O nicht besser. Das Inventar ist immernoch wenig ansprechend, keine Verschlechterung hier, und Schlauchlevel haben wir auch in DA:O gehabt.
Die Charakter sind immernoch Durchschnitt, und den lahmen Weltrettungsepos ala Fantasy-Uralt-Bart haben sie durch eine familiärere und persönlichere Story ersetzt, mit der man sich besser identifizieren kann(Für mich ebenfalls eine Verbesserung). Den Rest an Schwächen gab es in DA:O auch schon, hat aber damals die 90er Wertungen nicht verhindert.
EDIT:Alles nur meine persönliche Meinung. Das darf jeder gerne anders sehen.