Steve Jobs: 1955 - 2011
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- emkaaay
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Ich hab mehrere Familienmitglieder an den Krebs verloren. Menschen die wissen, dass sie sterben fühlen sich nicht erlöst. Das mag ein rationaler Betrachter so sehen, Betroffene sehen das aber anders.Kajetan hat geschrieben:Ich gehe davon aus, dass bei jedem 200. neuen iPhone ein Schnipsel schwarzes Textil aus Jobs Kleiderschrank ins Gehäuse gegossen wird.-CloneShift- hat geschrieben:Was einer ob man seine Leiche ausgestopft und ausgestellt wird? Apple kann daran sichlerlich dumm und dämlich verdienen.
Ja, Menschen krepieren jeden Tag an Krebs. Auch ich habe das selber miterleben dürfen. Da ist der Tod eine Erlösung für den Patienten und die Angehörigen und kein Grund mehr traurig zu sein. Mir geht im Falle Jobs nur diese in den kommenden Tagen stattfindende, unvermeidliche mediale Hysterie auf den Sack.
- Oldholo
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Mag mag Apple vieles vorwerfen, aber die Foxconn-Sache ist nichts, was allein Apple betrifft. Hier eine kleine Liste der Foxconn-Kunden, die alle ihren Anteil an der Sache haben. Darunter auch Nintendo, Sony* und Microsoft - Wii, PS3 und XBox sowie PC. Kommt man gerade als Zocker nicht drum rum.klimax000 hat geschrieben:Alleine die Tatsache, dass er für einen niedrigen Produktionspreis abgründige Arbeitsbedingungen seiner chinesischen Hersteller bis hin zu Selbstmorden und dazu noch massive Umweltverschmutzung in Kauf nahm und am Ende noch die Dreistigkeit besitzt, seine Produkte unter dem Vorwand, die Marke stehe für einen speziellen Lifestyle, völlig überteuert zu verkaufen, sagt schon viel über seine Person aus. Ich würde noch viel eher trauern, wenn Nachbars Katze stürbe.
Aber auch ganz fernab davon muss man nun wirklich nicht mehr schlecht über Jobs reden. Letztlich ist das eingetroffen, was die größten Hater ihm wohl gewünscht haben, möge er jetzt ebenso wie jeder andere Verstorbene seinen Frieden finden. Und das sage ich als jemand, der noch nie ein Apple-Produkt besaß und wohl auch nie besitzen wird.
Edit:
* Fairerweise muss man sagen, dass es Sony Ericsson ist, nicht Sony Entertainment. Ob man das trennen will und kann, sei jedem selbst überlassen.
- Sabrehawk
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Wo war das soziale Engagement des Steve Jobs, wo die Verantwortung für eine dem Ruf und Preis entsprechende Fertigungsweise seiner Produkte?
PS Jobs war übrigens auch im Vorstand von Walt Disney (eine Firma jahrzehntelang bekannt für ihre Ausbeutermethoden in ihren Parks und die braune Gesinnung ihres Gründers.Er selbst hat sich auch schon mit Zensur im Appstore und grenzwertigen Bemerkungen zu dem Thema Meinungsfreiheit hervorgetan)
Selbst der vielgehasste Bill Gates hat mehr für die Gesellschaft getan als Mr. Jobs. Viele Milliarden schwere wohltätige Stiftungen ins leben gerufen, einen riesigen Teil seines privaten Vermögens hineingegeben. Nicht dass ich Gates Fan oder Jobshasser wäre..,aber der hat mit seinem Erfolg jedenfalls noch mehr als nur sein Ego gefüttert und so einiges was er so zu verantworten hat ist äusserst fragwürdig, und damit meine ich nicht läppische Kniffe und evtl. etwas unfaire Marktmethoden, sondern knallharte Ausbeutung. Selbst wenn auch Microsoft bei Foxconn fertigen liess...,zumindest hat Gates was zurückgegeben an die Menschen im allgemeinen.
Anstatt das jemand der das Ende kommen sieht hier noch einmal alles dran setzt mit seinem Geld und Einfluss etwas für den Planeten zu tun, drehte sich da am Ende doch nur alles um flüchtige scheiss consumer produkte die keiner wirklich braucht und die in kürzester Zeit dem Vergessen anheim fallen und auf einer Müllhalde der Dritten Welt von Kinderhänden zerpflückt werden um die Rohstoffe zurückzugewinnen.
Man muss sich mal vor Augen führen das Apple die zur Zeit NR EINS aller Firmen der WELT ist vom Börsenwert her.
Wie dem auch sei....Rest in Pieces heisst es so schön ...der Sack Reis in China fiel auch wieder um ohne dass es mich sonderlich tangiert hätte.
Mein Vater stirbt ebenfalls gerade an Krebs...kümmert das sonst die Welt?
Nö.
PS Jobs war übrigens auch im Vorstand von Walt Disney (eine Firma jahrzehntelang bekannt für ihre Ausbeutermethoden in ihren Parks und die braune Gesinnung ihres Gründers.Er selbst hat sich auch schon mit Zensur im Appstore und grenzwertigen Bemerkungen zu dem Thema Meinungsfreiheit hervorgetan)
Selbst der vielgehasste Bill Gates hat mehr für die Gesellschaft getan als Mr. Jobs. Viele Milliarden schwere wohltätige Stiftungen ins leben gerufen, einen riesigen Teil seines privaten Vermögens hineingegeben. Nicht dass ich Gates Fan oder Jobshasser wäre..,aber der hat mit seinem Erfolg jedenfalls noch mehr als nur sein Ego gefüttert und so einiges was er so zu verantworten hat ist äusserst fragwürdig, und damit meine ich nicht läppische Kniffe und evtl. etwas unfaire Marktmethoden, sondern knallharte Ausbeutung. Selbst wenn auch Microsoft bei Foxconn fertigen liess...,zumindest hat Gates was zurückgegeben an die Menschen im allgemeinen.
Anstatt das jemand der das Ende kommen sieht hier noch einmal alles dran setzt mit seinem Geld und Einfluss etwas für den Planeten zu tun, drehte sich da am Ende doch nur alles um flüchtige scheiss consumer produkte die keiner wirklich braucht und die in kürzester Zeit dem Vergessen anheim fallen und auf einer Müllhalde der Dritten Welt von Kinderhänden zerpflückt werden um die Rohstoffe zurückzugewinnen.
Man muss sich mal vor Augen führen das Apple die zur Zeit NR EINS aller Firmen der WELT ist vom Börsenwert her.
Wie dem auch sei....Rest in Pieces heisst es so schön ...der Sack Reis in China fiel auch wieder um ohne dass es mich sonderlich tangiert hätte.
Mein Vater stirbt ebenfalls gerade an Krebs...kümmert das sonst die Welt?
Nö.
- HanFred
- Beiträge: 5330
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Aber auch das ist eine unzulässige Verallgemeinerung. Ich habe beide Eltern und noch mehr Verwandte und Bekannte durch Krebs verloren.emkaaay hat geschrieben:Ich hab mehrere Familienmitglieder an den Krebs verloren. Menschen die wissen, dass sie sterben fühlen sich nicht erlöst. Das mag ein rationaler Betrachter so sehen, Betroffene sehen das aber anders.
Wahrscheinlich spielt es eine Rolle, ob die Betroffenen ihre "Aufgabe" als erfüllt ansehen und wie lang sie schon an Schmerzen und Einschränkungen leiden. Ausserdem wollten zumindest meine Eltern nicht leidend leben, beide waren "Exit"-Mitglieder, haben deren Dienste aber nie in Anspruch genommen. Das war auch nicht nötig, beide lagen nicht allzu lange im Spitalbett (und beide sind zu jung gestorben). Meine Mutter hatte mich aber wenige Wochen vor dem Tod noch gefragt, wie ich dazu stehen würde, also hat sie sich den Tod sehr wohl herbei gewünscht und im Anschluss einfach das Einstellen der künstlichen Ernährung verfügt. Ich bin froh, dass man das hier kann.
Bezüglich Jobs masse ich mir nicht an, beurteilen zu können, ob er abtreten wollte oder nicht. Der Mann war bestimmt ein Workaholic, also kann ich mir gut vorstellen, dass es nicht so war. Aber was weiss ich, wie er sich gefühlt hat... geht mich ohnehin nichts an.
@Sabrehawk: Die Foxconn-Problematik mal ausser Acht gelassen... woher weisst du, dass Jobs nicht einfach still und heimlich gespendet hat, anstatt es öffentlich wie Gates zu machen?
- Kajetan
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Es gibt ja die fünf Phasen des Sterbens. Manche Menschen erreichen die letzte Stufe der Akzeptanz des eigenen Todes nicht und klammern sich wie wild an ihr Leben, machen es für sich und ihre Angehörigen nur noch schwerer, als es ohnehin schon ist. Die Angehörigen machen diese Phasen übrigens auch durch. Wohl dem, der den nahenden Tod eines nahen Angehörigen irgendwann akzeptiert und dem Kranken die letzte Zeit auf Erden nicht als seelisches Wrack zur Seite steht.emkaaay hat geschrieben:Menschen die wissen, dass sie sterben fühlen sich nicht erlöst. Das mag ein rationaler Betrachter so sehen, Betroffene sehen das aber anders.
Und wer an Bauchspeichelkrebs erkrankt, der sollte nur beten, dass das Ende schnell und schmerzlos kommt. Gerade bei schweren Krebsfällen IST der Tod eine Erlösung von diesen Qualen.
- Boesor
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Godwins GesetzIconoclast hat geschrieben:Jawoll, genau wie die Nazis. Grausame Versuche an Menschen, die die Medizin aber sehr weit gebracht hat.ChaosPhoenix hat geschrieben:
Da könnte man gegenüberstellen, wie viele Leben er durch seine Ideen verbessert hat. Wie viel Freude durch Pixar entstanden ist. Und ja Wohlstand ist auch eine positive Auswirkung und er hat eine ganze Industrie beflügelt.
Natürlich war er kein Heiliger. Er galt als egozentrisch und cholerisch. Aber ich finde es naiv zu glauben, dass Menschen in seiner Position eine reinweiße Weste behalten können. Das ist in der Geschichte auch kaum vorgekommen und meistens wurde das Negative einfach verschwiegen.
Aber wenn sich hier alle um "Gerechtigkeit" bemühen, muss man an das Positive und das Negative denken und nicht nur den Tunnelblick auf eine Seite seiner Wahl lenken.
Da braucht man nichts gegenüberstellen.
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Mike GodwinGodwins Gesetz (englisch Godwins Law) ist ein geflügeltes Wort der Internetkultur, das von Mike Godwin 1990 geprägt wurde. Es besagt, dass im Verlaufe endloser Diskussionen, beispielsweise in Usenet-Newsgroups, irgendwann jemand einen Nazivergleich oder einen Vergleich mit Hitler einbringt.
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johndoe1044785
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- Paranidis68
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Genau so ist es :wink:Spunior hat geschrieben:Was Apple & Microsoft angeht - natürlich sind die in vielen Geschäftsbereichen Konkurrenten. Viele Leute vergessen aber auch, dass es Apple in der heutigen Form vielleicht nicht mehr geben würde, wenn Microsoft in den 90ern nicht mit einer großzügigen Investition ausgeholfen hätte.
Natürlich gab es Smartphones vor dem iPhone. Apple hat auch nicht die grafische Nutzeroberfläche, den MP3-Player oder den digitalen Vertrieb von Musik erfunden. Es geht nicht immer darum, der Erste zu sein - sondern der Erste, der es richtig* macht. Und das muss man auch erstmal schaffen.Es ist nicht abzustreiten das der Erfolg des IPhone sicher ein Türenöffner war, aber es gab davor auch schon die Entwicklung hin zur mobilen Kommunikation.
*Im Sinne von: Der Markt nimmt es an.
Apple hat es Richtig gemacht, was andere verdümpelt haben, oder ebend nicht das wesentliche beigetragen haben.
Ich würde lieber einen PC im Mac Design hier stehen haben, als so einen Tower. Das ganze ist nicht schnöselig schick (wie viele immer sagen), sondern hat Stil und sieht gut aus.
- Oldholo
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Ich halte Apple-Design für Yuppie-Design.Paranidis68 hat geschrieben: Ich würde lieber einen PC im Mac Design hier stehen haben, als so einen Tower. Das ganze ist nicht schnöselig schick (wie viele immer sagen), sondern hat Stil und sieht gut aus.
Das Problem ist, dass man quasi 0 Personalisierungsmöglichkeiten hat. Es wird einfach für einen designt, so als würde man ein Haus in einer Straße kaufen, in der alle Häuser gleich aussehen (was es ja mehr oder minder auch gibt).
Das mag zwar durchaus schick aussehen, aber es gibt auch für PCs wunderbare Tower in allen erdenklichen Formen.
Zu Godwin's Law:
Aber der Vergleich war berechtigt, weil er ganz gut zeigt, dass der Zweck die Mittel nicht heiligt...und dass Sünden sich nicht mit guten Taten oder Absichten aufwiegen lassen.
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johndoe1044785
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- Oldholo
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Warum? Weil es ein Totschlagargument ist?
Das war ziemlich sicher Sinn der Sache.
Steve Jobs ist selbstverständlich nicht mit Hitler zu vergleichen, aber es ging ja auch gar nicht um die Personen, sondern um die reine Methodik der Rechtfertigung durch gute Absichten. Und da ist der Vergleich wirkungsvoll.
Das ist ein bisschen wie bei Eva Herman damals. Wobei das angesichts ihrer jetztigen Tätigkeit beim Kopp-Verlag ein anderes Kaliber ist.
Das war ziemlich sicher Sinn der Sache.
Steve Jobs ist selbstverständlich nicht mit Hitler zu vergleichen, aber es ging ja auch gar nicht um die Personen, sondern um die reine Methodik der Rechtfertigung durch gute Absichten. Und da ist der Vergleich wirkungsvoll.
Das ist ein bisschen wie bei Eva Herman damals. Wobei das angesichts ihrer jetztigen Tätigkeit beim Kopp-Verlag ein anderes Kaliber ist.
- Iconoclast
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Oldholo hat geschrieben:Warum? Weil es ein Totschlagargument ist?
Das war ziemlich sicher Sinn der Sache.
Steve Jobs ist selbstverständlich nicht mit Hitler zu vergleichen, aber es ging ja auch gar nicht um die Personen, sondern um die reine Methodik der Rechtfertigung durch gute Absichten. Und da ist der Vergleich wirkungsvoll.
Das ist ein bisschen wie bei Eva Herman damals. Wobei das angesichts ihrer jetztigen Tätigkeit beim Kopp-Verlag ein anderes Kaliber ist.
Wenigstens einer der es versteht.
