Frankreich: Urteil gegen R4 & Co.

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4P|BOT2
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Frankreich: Urteil gegen R4 & Co.

Beitrag von 4P|BOT2 »

Vor knapp drei Jahren hatten in Frankreich mehrere Importspezialisten Besuch von den Behörden bekommen. Der Grund: Die sechs Firmen hatten die R4-Karte oder vergleichbare Produkte im Angebot, die das Kopieren von DS-Spielen ermöglichen.

Ein Berufungsgericht in Paris hat die Anbieter jetzt für Frankreich: Urteil gegen R4 & Co.
dcc
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-

Beitrag von dcc »

Die Module haben sicher Schäden angerichtet, aber da sollte man Nintendo die Schuld geben. Zum ersten sind die games für den Stand der Technik überteuert und zum anderen sollen sie Module erstellen, die nicht von Ying&Yang ausgelesen werden können.

Bei Xbox und PS3 ist das auch ein Witz. Sie nutzen 0815 DvDs und BlueRays für die jeder ein Laufwerk haben kann. Aber über Kopien heulen sie am lautesten, weil spezielle Medien und die Verantwortung die Daten der Entwickler aufzuspielen, ihr Einkommen schmälern könnten.

Mein Urteil:
Die Industrie lässt ihr Geld offen rumliegen und klagt wenn es jemand nimmt. Selbst Schuld. Meine Versicherung zahlt auch nicht, wenn ich die Auto Tür offen stehen lasse - ich habe dann nicht alles getan um den Diebstahl zu verhindern. Tja, die Eurodemokratie.
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Kajetan
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Re: -

Beitrag von Kajetan »

dcc hat geschrieben:Die Module haben sicher Schäden angerichtet ...
Haben sie das? Mein Problem mit aktuellen rechtssprechung zu diesem Thema ist, dass man zur Bestrafung von Urheberechtsverletzungen entweder Schadenssummen aus der Luft herbeizaubert oder von einem genauen, bezifferbaren Schaden erst gar nicht die Rede ist. Und auf welcher Basis wird dann den Verurteilte zur Zahlung von Summe X verdonnert?
Zum ersten sind die games für den Stand der Technik überteuert ...
Selbst wenn ein Modul nur drei Cent kosten würde, würde es geknackt werden. Wer digitale Inhalte veröffentlicht, muss sich darüber im Klaren sein, dass es nach der Veröffentlichung keine Kontrolle mehr über diese Inhalte gibt. Wer damit ein Problem hat, der sollte sich ein anderes Betätigungsfeld suchen.
und zum anderen sollen sie Module erstellen, die nicht von Ying&Yang ausgelesen werden können.
Natürlich ist es möglich die Inhalte so zu verschlüsseln, dass sie von Otto-Normal-Hacker nicht ausgelesen werden können. Allerdings übersteigt der Aufwand dafür jeden Nutzen und ein solches Sicherheitssystem würde den massenhaften Verkauf schwerst behindern. Darum wird es NIEMALS ein unknackbares oder nur sehr schwer knackbares DRM für digitale Inhalte geben, die man auf dem Massenmarkt anbieten will. Und selbst die Hersteller von Spezialsoftware, wo man gerne mit Hardware-Dongles arbeitet, müssen immer wieder erleben, wie die Kunden anstatt für teuer Geld nahezu unbenutzbare Software zu kaufen dann doch zur Kopie greifen, denn selbst Hardware-Dongles lassen sich knacken und umgehen.
Mein Urteil:
Die Industrie lässt ihr Geld offen rumliegen und klagt wenn es jemand nimmt. Selbst Schuld. Meine Versicherung zahlt auch nicht, wenn ich die Auto Tür offen stehen lasse - ich habe dann nicht alles getan um den Diebstahl zu verhindern. Tja, die Eurodemokratie.
Man sollte sich dabei IMMER darüber klar sein, warum es DRM und Kopierschutz-Systeme gibt.

Nein, nicht um die Inhalte zu schützen.

DRM existiert nur, um den Investoren zu zeigen, dass man gewillt ist die eigenen Produkte vor jeder potentiellen Gefahr zu schützen. Sprich, all diese Gesetze und Three-Strikes-Modelle und DRM-Maßnahmen dienen NUR und EINZIG dem Zweck den unwissenden Investoren, die in der Regel keine Ahnung von der Branche haben, eine Show vorzuspielen. Die Industrie folgt den Wünschen des Finanzmarktes und benutzt gekaufte Politiker dafür Gesetze zu erlassen, die der Industrie bei dieser Show-Veranstaltung für die Finanzmärkte helfen.

Das ist pervers, es ist vollkommen surreal, der Kollateralschaden für Freiheit und Demokratie ist immens und unabsehbar. Man schaue sich zB. mal an, für was französische Politiker gerne die HADOPI-Behörde einsetzen wollen. Da sollen plötzlich Leute ausfindig gemacht werden, die zB. Meinungen über die Strassenkrawallen in den Banlieus äussern, die der Politik nicht in den Kram passen.
Strassid2
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Re: -

Beitrag von Strassid2 »

dcc hat geschrieben:Zum ersten sind die games für den Stand der Technik überteuert
Es ist Nintendos gutes Recht, den Preis dafür selbst festzulegen. Selbst wenn ein Spiel 300 € kosten würde gibt es keinem das Recht, sich die dinger illegal zu besorgen. Ich klau mir doch auch keinen Porsche, weil ich finde der Kaufpreis ist zu teuer für das Gebotene.
Mein Urteil:
Die Industrie lässt ihr Geld offen rumliegen und klagt wenn es jemand nimmt. Selbst Schuld. Meine Versicherung zahlt auch nicht, wenn ich die Auto Tür offen stehen lasse - ich habe dann nicht alles getan um den Diebstahl zu verhindern. Tja, die Eurodemokratie.
Naja das ist doch kein Vergleich:
Du tust hier grad so als bräuchte man nichts außer kurz eine Originalmodul und mit einem Fingerschnippen habe ich dann das Spiel kopiert.
Man könnte ja auch sagen, dass man für ein Auto ja nur das entsprechende Einbruchswerkzeug braucht um die Frequenz des Schlüssels zu kopieren und schon kann man mit dem Auto wegfahren - ist da auch nicht allese getan worden um das Auto vor Diebstahl zu schützen?
neru
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Beitrag von neru »

Warum werden dann nicht auch händler verklagt die CD/DVD/BD Rohlinge verkaufen? Ich behaupte mal, auf diese Datenträger werden zu einem großen Anteil dazu benutzt, "geraubte" Daten zu Speichern. Eigentlich müssten dann auch die Hersteller von USB-Sticks, SD-Karten und Festplatten dran glauben :roll:
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HanFred
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Beitrag von HanFred »

neru hat geschrieben:Warum werden dann nicht auch händler verklagt die CD/DVD/BD Rohlinge verkaufen? Ich behaupte mal, auf diese Datenträger werden zu einem großen Anteil dazu benutzt, "geraubte" Daten zu Speichern. Eigentlich müssten dann auch die Hersteller von USB-Sticks, SD-Karten und Festplatten dran glauben :roll:
Darauf zahlt man Abgaben. Und der Behauptung, die Datenträger würden hauptsächlich für illegal kopierte Daten verwendet, widerspreche ich heftigst, auch wenn die Industrie solche Behauptungen auch gerne aufstellt und in ihre Milchmädchenrechnungen miteinbezieht.
Da ich ja Abgaben zahle, darf ich auch kopieren. Muss ja so sein, sonst müssten wir keine Abgaben zahlen. Find' ich gut. 8)
Armoran
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Beitrag von Armoran »

neru hat geschrieben:Warum werden dann nicht auch händler verklagt die CD/DVD/BD Rohlinge verkaufen? Ich behaupte mal, auf diese Datenträger werden zu einem großen Anteil dazu benutzt, "geraubte" Daten zu Speichern. Eigentlich müssten dann auch die Hersteller von USB-Sticks, SD-Karten und Festplatten dran glauben :roll:
Mit einer simplen Faktenaufzählung ala "was kann man mit diesem Ding überhaupt machen" und dann einer statistischen Aufstellung wie es letztendlich genutzt wird, sollte eigentlich recht schnell klar werden das Rohlinge etwas völlig anderes sind als solche Karten... dein Vergleich ist allerdings trotzdem nicht zu falsch, wenn auch wie gesagt ein wenig extrem.
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Nuracus
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Re: -

Beitrag von Nuracus »

dcc hat geschrieben:Mein Urteil:
Die Industrie lässt ihr Geld offen rumliegen und klagt wenn es jemand nimmt. Selbst Schuld. Meine Versicherung zahlt auch nicht, wenn ich die Auto Tür offen stehen lasse - ich habe dann nicht alles getan um den Diebstahl zu verhindern. Tja, die Eurodemokratie.
Ähm ... du vergleichst nen Apfel mit nem halben Apfel.
Dreh das Beispiel weiter - der Autodieb wird gefasst, du kriegst dein Auto zurück. Und wenn nicht, muss der Dieb dir Schadensersatz zahlen und darüber hinaus noch ne Strafe an den Staat, weil er Unrecht getan hat.
Zuletzt geändert von Nuracus am 04.10.2011 16:21, insgesamt 1-mal geändert.
Soraldor
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Beitrag von Soraldor »

Der Vergleich mit dem Auto hinkt gewaltig. Wenn einer mit einem Stein kommt ist die Autoscheibe schnell auf und das Auto je nach eingebauten und genutzten Sicherheitsmaßnahmen schnell weg. Mit Fahrrädern ist es auch so eine Sache, die kann man nicht genug sichern - hat ja nicht jeder einen Fahrradtresor dabei. Daher werden am Tag in Berlin auch bis zu 50 Rädern gestohlen wenn ich mich recht an die Statistik erinnere.

Nintendo nutzt Schutzmethoden. Das Problem an digitalen Waren ist allerdings die Kopierbarkeit dieser. Kopieren ist in der digitalen Welt eine Grundtechnik.

Zur Preisfestlegung der Nintendo-Spiele sei gesagt: Es gibt nur zwei legale Wege: Kaufen oder Verzicht. Es gibt keine Argumentation, ein teures Produkt zu stehlen - meine Güte, die armen Juweliere könnten dann ja dicht machen. Wer sich etwas nicht leisten kann/will muss halt Verzicht üben. So ist das nunmal. Im GG steht nirgends, das der Mensch ein Anrecht auf einen Porsche hat.

Und das die R4-Karten in der Mehrheit für legale Sachen genutzt werden kann mir keiner erzählen.
Strassid2
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Beitrag von Strassid2 »

KaworuLangley hat geschrieben:Zur Preisfestlegung der Nintendo-Spiele sei gesagt: Es gibt nur zwei legale Wege: Kaufen oder Verzicht. Es gibt keine Argumentation, ein teures Produkt zu stehlen - meine Güte, die armen Juweliere könnten dann ja dicht machen. Wer sich etwas nicht leisten kann/will muss halt Verzicht üben.
Nur ist das Problem, dass ein Handy, Filme, Spiele, Musik etc. von vielen einfach als selbstverständlich und nicht als Luxusgut (was es eigentlich alles ist) angesehen wird und für viele wären Spiele ja selbst dann zu teuer, wenn sie genausoviel kosten würden wie ein Rohling...
So ist das nunmal. Im GG steht nirgends, das der Mensch ein Anrecht auf einen Porsche hat.
Wenn ich zum Kanzler gewählt werde lass ich das Gesetz ändern ;)
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JesusOfCool
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Beitrag von JesusOfCool »

KaworuLangley hat geschrieben: Und das die R4-Karten in der Mehrheit für legale Sachen genutzt werden kann mir keiner erzählen.
kann man die R4 karten überhaupt für irgendwas anderes nutzen? o.O
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Jazzdude
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Beitrag von Jazzdude »

Auf den R4 funktionieren sowieso keine neuen Spiele!