gc-Eindruck: Mass Effect 3

Hier findet ihr die entsprechenden Kommentare - inkl. Link zur News!

Moderatoren: Moderatoren, Redakteure

PixelMurder
Beiträge: 1743
Registriert: 07.06.2010 15:31
Persönliche Nachricht:

Beitrag von PixelMurder »

Ich hoffe, dass das die Funktionäre von Bioware nicht lesen, denn sonst bleiben wir ewig auf dem Stand "für ein Video-Spiel akzeptabel", der mich dazu bringt, ein RPG alleine an seinen Shooter-Qualitäten zu bemessen und alle Dialoge möglichst schnell durchzuklicken, mal abgesehen von den besseren, die ich an einer Hand abzählen kann.
f1f2f3
Beiträge: 324
Registriert: 09.03.2011 12:56
Persönliche Nachricht:

Beitrag von f1f2f3 »

Die Dialoge in ME 1 waren wirklich exzellent. Aber in ME 2? Mitnichten. Natürlich steht eines fest: Im Vergleich zu den allermeisten anderen Actionspielen ist schon die Tatsache, dass es überhaupt ein vom Spieler zu steuerndes Dialogsystem gibt, etwas ganz Außergewöhnliches. Und da BioWare und EA ja mit ME 2 neue Käuferschichten erschließen wollten, ist auch nicht verwunderlich, dass von jener Seite so viel Lob kommt.

Wer aber schon viele andere Rollenspiele - insbesondere auch die früheren Werke von BioWare - gespielt hat, der kann unmöglich verkennen, wie stark verkürzt und abgeflacht die Dialoge in ME 2 geworden sind. Insbesondere auch die so wichtigen Gespräche mit den Gefährten sind viel zu kurz und viel zu oberflächlich.

Mal ganz abgesehen davon, wieviel Potenzial schlichtweg einfach ignoriert wurde. Man denke nur daran, was Shepard zu Beginn des Spieles widerfährt. Aber wird Shepard jemals nach seinen Gefühlen zu dieser ganz außergewöhnlichen Erfahrung befragt? Darf der Spieler dem Hauptcharakter in Dialogen zum Thema mehr Persönlichkeit verleihen? Werden vielleicht gar philosophische Fragen aufgeworfen? Nein. Das wäre ja zu kompliziert und würde zu lange vom Ballern abhalten.
Benutzeravatar
Howdie
Beiträge: 17117
Registriert: 17.09.2005 09:15
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Howdie »

PixelMurder hat geschrieben:"für ein Video-Spiel akzeptabel"
Du musst immer daran denken, dass Videospiele interaktiv sind und sich das Geschichtenerzählen auf den Bereich außerhalb, des meist actionreichen, Gameplays erstreckt. Ich kann während eines Kampfes keine große Story erzählen. Das Telling beschränkt sich auf Zwischensequenzen, Dialoge und ähnliches. Die unterbrechen aber den Spielfluss. Die Kunst ist es eben da ein gutes Gleichgewicht zu finden. Aufgrund dieser Problematik werden Spiele nie die Komplexität guter Filme oder Bücher erreichen, da Gameplay (und sei es mit noch so vielen Scriptsequenzen angereichert) immer ein sich wiederholender Vorgang verschiedener Schritte ist. Bei einem Shooter sind es weniger, bei GTA vielleicht ein paar mehr.

Außer in P&C-Adventures ist es fast unmöglich Geschichten während des Spielens zu erzählen. Klar trägt Funkfeuer in Shooter zur Story bei und es gibt auch viele andere Möglichkeiten. Aber im Grunde stehen sich Gameplay (bei dem der Spieler sehr fokusiert auf sein Tun ist) und Story eher gegenüber als nebeneinander. Bioware versucht ja auch viel Hintergrund über Bücher und Archive in den Spielen zu vermitteln, aber das werden viele Spieler wohl auch einfach nicht lesen. Eben weil es den Spielfluss unterbricht. Das muss dann jeder selber entscheiden.

@fff: Ich mochte die Dialoge in ME2... ich denke da nur an die Gespräche mit Jack oder die Gesangseinlage von Mordin.^^
Damn good coffee
Beiträge: 368
Registriert: 18.11.2008 23:32
User ist gesperrt.
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Damn good coffee »

@ f1f2f3

Die Dialoge in den MEs sind mindestens auf einem Level. Die mit den Gefährten sind sogar besser, da die Gefährten wesentlich interessanter sind. Selbst die alten Gefährten haben deutlich an Tiefe gewonnen: Siehe Garrus.
PixelMurder
Beiträge: 1743
Registriert: 07.06.2010 15:31
Persönliche Nachricht:

Beitrag von PixelMurder »

Du hast schon recht, dass Videospiele keine Bücher sind und das sollen sie auch nicht, denn dann müsste ich aufhören zu zocken. Z.B. ging mir Alan Wake gehörig auf den Sack.

Allerdings halte ich sowas wie ME2 keineswegs für ein akzeptables Niveau. Ich zocke auch viele Spiele, die überhaupt keine Story haben, nur sind die nicht als RPG deklariert.
An sich komme ich sogar aus der Shooter-Ecke, kann aber auch ein gutes Buch und vor allem SF schätzen, ich habe mich über die umfangreiche SF- und Fantasy-Bibliothek meines Vaters hergemacht, sobald ich lesen konnte. Das bedeudet auch, dass ich immer mehr die Schnauze voll von handelsüblichen Shootern habe.
ME2 ist aber keineswegs das, was ich unter einem Brückenschlag zwischen gutem Shooter und Story verstehe. Im Gegenteil gibt es kaum einen Aspekt, der nicht von Spielen anderer Genres besser gemacht wird. Es gibt sogar Missionen in Saints Row 2, in denen ich natürlicher durch die minmale Story geführt werde und das teilweise sogar während den Kämpfen.
f1f2f3
Beiträge: 324
Registriert: 09.03.2011 12:56
Persönliche Nachricht:

Beitrag von f1f2f3 »

Damn good coffee hat geschrieben: Die Dialoge in den MEs sind mindestens auf einem Level. Die mit den Gefährten sind sogar besser, da die Gefährten wesentlich interessanter sind. Selbst die alten Gefährten haben deutlich an Tiefe gewonnen: Siehe Garrus.
Stimmt, Garrus und seine Kalibrierungen sind schon der Inbegriff komplexer Dialoge. Meiner Meinung nach wurde kaum ein Charakter so verhunzt wie er. In ME 2 wirkt er wie das stereotyp comichafte Abziehbild des Charakters aus ME 1.

Aber so ist das mit den meisten Gefährten in ME 2. Jene aus ME 1 waren in der Tat mehr oder weniger "normale Leute", und das empfand ich als großen Pluspunkt. Es müssen nicht immer die supercoolen Superhelden sein. Leider hat BioWare Subtilität und Tiefgang inzwischen aber offenbar über Bord geworfen. Über die Gründe kann man nur spekulieren, aber es dürfte wohl mit ihrer Ausrichtung auf eine neue Zielgruppe zu tun haben, welche alles andere als sprücheklopfende Superhelden "uninteressant" findet.
Benutzeravatar
Howdie
Beiträge: 17117
Registriert: 17.09.2005 09:15
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Howdie »

@Pixel: Grundsätzlich verstehe ich das. Nur ist es immer eine Frage wie man sich auf das Spiel einlässt. Wenn man in ME die Archive alle gründlich liest und sich ausführlich mit den Charakteren unterhält, zeichnet sich schon ein sehr elegantes Bild der Spielewelt. Wenn einen das allerdings schon bei Alan Wake stört, ist man damit natürlich schlecht beraten.

Die Frage ist halt immer, wie weit man den Spielfluss zu Gunsten der Story unterbrechen möchte. Bei ME hat man zumindest teilwiese selber die Wahl. Das finde ich persönlich gut. Wie hältst du es denn mit Spielen wie Baldurs Gate, wo man sehr viel lesen muss? Ich persönlich mag vor allem eine glaubhafte Welt und eine dadurch entstehende Atmo. Das macht ME zumindest für mich ganz gut. Story und Spiele sind einfach ne schwierige Kiste. Selbst Heavy Rain, dass ja die Geschichte über das Gameplay stellt scheitert da auf hohem Niveau. Die Story ist ja auch nicht besser als die einer xbeliebigen Krimi-Serie. Wer weiß, vielleicht findet ja jemand mal das Ei des Kolumbus für das Problem, aber noch sind wir weit davon entfernt. Und dann sollte man nicht zu hart urteilen und versuchen die Spiele so gut zu genießen wie es geht. Sonst verdirbt man sich selber den Spaß.
Damn good coffee
Beiträge: 368
Registriert: 18.11.2008 23:32
User ist gesperrt.
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Damn good coffee »

@ fff

Normale Menschen? Welches ME hast du gespielt?
Benutzeravatar
Nik_Cassady
Beiträge: 869
Registriert: 06.04.2009 09:08
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Nik_Cassady »

PixelMurder hat geschrieben: Und in Fallout 3 werde ich wenigstens von der ganzen Stadt verfolgt und erschossen, wenn ich mich an Safes vergreife. Hier ist es hingegen völlig egal, ob ich jetzt Wrex erschossen habe, die Story geht dann halt mit dem Bruder weiter, der auch noch das selbe Mesh und Dialoge aufweist.
Das stimmt so einfach nicht, da Wrex und Wreav vollkommen verschiedener Ansicht sind wie sie ihren Clan führen. Dies wird auch in den entsprechenden Dialogen deutlich.
Die Konsequenz bleibt für ME2 letztlich gleich, in ME3 erwarte ich allerdings auch Unterschiede in den entsprechenden Missionen zu Wrex/Wreav.

Sorry fürs rausquoten, ihr dürft weitermachen ;).
Benutzeravatar
greenelve
Beiträge: 48763
Registriert: 07.04.2009 19:19
Persönliche Nachricht:

Beitrag von greenelve »

Damn good coffee hat geschrieben:@ fff

Normale Menschen? Welches ME hast du gespielt?
Im Sinn von natürliches Verhalten und nicht überzogenes Reagieren.

Hm, in ME 1 war Garrus irgendwie "normaler", während im zweiten Teil schon mehr einer Comicfigur gleich, verwegen auf Rache und sonst eher Düster im Hintergrund. (afair)
PixelMurder
Beiträge: 1743
Registriert: 07.06.2010 15:31
Persönliche Nachricht:

Beitrag von PixelMurder »

Aber auf die Mission hat das keinerlei Einfluss und ich bezweifle stark, dass es in ME3 einen Unterschied macht. Fallout NV ist zwar nicht gerade mein Lieblingsspiel, aber da konnte ich Missionen versiffen, bevor ich sie überhaupt ins Log kriegte, wenn ich es mit den falschen Leuten verscherzte. Und ich persönlich würde grantig, wenn man meinen Bruder erschiessen würde. Und wenn ich Wrexs Bruder wäre, der schon nicht gerade einer friedlichen Rasse entstammt, würde ich Shepard ohne weitere Diskussion in die Varren-Grube schieben.
Benutzeravatar
PanzerGrenadiere
Beiträge: 11237
Registriert: 27.08.2009 16:49
Persönliche Nachricht:

Beitrag von PanzerGrenadiere »

die echten fans aka fanboys, die einem jeden scheiss schönreden oder die echten fans, die me2 toll finden, nachdem man den wirklichen fans, das sind die, die den ersten teil toll fanden für das was er war, einen arschtritt verpasst hat?
sich den zweiten teil einer trilogie zu nehmen und sich als "echter fan" zu bezeichnen ist schon mehr als dumm. :roll:

edit: ich seh's grad: PsychoDad84, da wundert mich natürlich überhaupt nichts mehr. :roll:
Benutzeravatar
Bedameister
Beiträge: 19413
Registriert: 22.02.2009 20:25
Persönliche Nachricht:

Beitrag von Bedameister »

Und was wenn man sowohl ME1 als auch ME2 toll fand, was ist man denn dann bitte ?
Benutzeravatar
PanzerGrenadiere
Beiträge: 11237
Registriert: 27.08.2009 16:49
Persönliche Nachricht:

Beitrag von PanzerGrenadiere »

Bedameister hat geschrieben:Und was wenn man sowohl ME1 als auch ME2 toll fand, was ist man denn dann bitte ?
es geht ja nicht um's toll finden toll finden sondern um dieses: omg wtf goty, ich bin echter überfan seit teil 2. ohne die idioten die keine ahnung haben und sich teil 1 geholt haben gäbe es auch kein teil 2, aber soweit denk ich eh nicht. das me universu m sollte doch wirklich gross genug sein für ein shooter ableger, aber nein: lieber gibt's einheitsbrei für alle.
Benutzeravatar
ico
Beiträge: 15747
Registriert: 05.12.2008 15:06
Persönliche Nachricht:

Beitrag von ico »

Muss man immer alle Teile gespielt haben um ein "Fan" zu sein? Kann man nicht irgendwo mit einem Teil beginnen und sagen "Hey, der ist echt Klasse, gefällt mir echt gut"?

Ich denke schon dass das geht. Vor allem sind mittlerweile die Weiterführungen nicht schlechter wie früher.

Dann dürfte man auch nicht sagen dass jemand von 'ner Sportserie ein Fan ist, wenn er nicht mit dem ersten Teil angefangen hat.