Scrolls: Ärger mit Bethesda

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johndoe1082890
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Beitrag von johndoe1082890 »

@der_durden

Bei Juristen darfst du nicht mit dem Gesunden Menschenverstand kommen, auf dieses Niveau begeben sich die Leute eh nicht. Das ist eine ganz spezielle Sorte Mensch, sie haben sich bei der Evolution vorgedrängt womit sie die typischen Eigenschaften erhalten haben die ein Anwalt braucht.

Er muss bzw darf nur in rechten Winkeln denken, das Hirn hat quasi einen Knicks. Du darfst auch kein Rückgrat haben und du darfst dich nicht auf das Niveau des gesunden Menschenverstands begeben.
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TachiFoxy
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Beitrag von TachiFoxy »

tadL hat geschrieben:@der_durden

Bei Juristen darfst du nicht mit dem Gesunden Menschenverstand kommen, auf dieses Niveau begeben sich die Leute eh nicht. Das ist eine ganz spezielle Sorte Mensch, sie haben sich bei der Evolution vorgedrängt womit sie die typischen Eigenschaften erhalten haben die ein Anwalt braucht.

Er muss bzw darf nur in rechten Winkeln denken, das Hirn hat quasi einen Knicks. Du darfst auch kein Rückgrat haben und du darfst dich nicht auf das Niveau des gesunden Menschenverstands begeben.
Das uebereinstimmt irgendwie ziemlich mit Ted von Scrubs, und dieser ist ein eher schlechter Anwalt... .-.
KOK
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Beitrag von KOK »

T.H. hat geschrieben: Puma - Nike - Base - Mars - Trek - Saturn - Apollo (gerade antike Gottheiten werden immer wieder gerne genommen - das gibt ungebildeten Deppen das Gefühl sie kämen mit soetwas wie echter Kultur in Kontakt)

um nur einige wenige bekannte und damit sehr wertvolle Marken zu nennen die aus einer Standartvokabel bestehen und die damit immer sehr gut gefahren sind.

Das sind alles starke Marken in der juristischen Bedeutung des Begriffs - weil der Name an und für sich nichts mit der Art des Produktes zu tun hat und damit ein klasse Alleinstellungsmerkmal ist.

Darum gehts im Markenrecht - Alleinstellungsmerkmale ob aus einem oder mehreren Worten bestehend ist da doch Einerlei.
So einfach ist das nicht. Im Gegensatz zu Puma und Mars heißt die Marke bei Bethesda aber "The Elder Scrolls" und nicht nur "Scrolls". Sicherlich sind auch Puma und Mars sowie Scrolls stinknormale, sehr häufig genutze Wörter sind, aber das Trademark besteht in diesen Fällen aus nur diesem Wort. Außerdem möchten wir nicht unter den Teppich kehren, daß diese eben besagten Unternehmen eben nicht jedne und alles anzeigen, was nur irgndwie den Namen verwendet, siehe die ganzen Filme und Spiele mit Mars im Titel.

Also ich würde an Stelle von Notch es auf eine Gerichtsverhandlung ankommen lassen. Die Verwechslungsgefahr ist niedrig, da die meisten mit dem Wort "Scrolls" eben nicht die Spielereihe aus dem Hause Bethesda im Kopfs haben. Die paar hier im Forum haben das doch nur deswegen mit Bethesda in Verbindung gebracht, weil im Titel neben Scrolls auch Bethesda steht. Dazu kommt noch, daß der Wiedererkennungswert mehr durch den Untertitel wie Morrorwind, Oblivion und Skyrim gegeben ist.

Außerdem wäre der Beklagte eine schwedische Firma und somit ist US-Recht vollkommen schnuppe.
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IEP
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Beitrag von IEP »

Scrolls darf man also nicht mehr benutzen. Toll.

Wieso durften Bioware dann Dragon Age rausbringen? Davor gab es schon lange Dragon Quest! Ein Skandal!



Aber mal ernsthaft: Wer Scrolls für einen The Elder Scrolls Titel hält muss schon selten dämlich sein.
Obwohl... ich verwechsele ja auch ständig Neverwinter Nights mit Shanghai Knights.
Oder Monkey Island mit Holiday Island.

Wie konnten es die Anwälte von Lucas Arts eigentlich übersehen, dass Day of Defeat gleich 2 Worte von Day of the Tentacle geklaut hat?


Ich muss wahrscheinlich nicht sagen, dass ich den Fall so lächerlich finde, dass ich den ganzen interessanten Text des Juristen leider nur mit einem Schulterzucken abtun muss.

Stellt euch vor einer bringt das Spiel "Elder" raus. Oder "The Elder". Ich finde, dass so was kein Problem sein sollte. Die haben sich nicht den verdammten Duden gesichert. Der Name ist eindeutig "The Elder Scrolls" und ich finde man sollte jedes dieser drei Worte benutzen dürfen. Übrigens haben schon andere Spiele vorher das Wort "The" benutzt.
T.H.
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Beitrag von T.H. »

greenelve hat geschrieben:
T.H. hat geschrieben:[...]

Zunächst mal einen kleinen Crashkurs insachen Intellektuellem Eigentum:

Ein Patent, wie hier einer Schrieb, spielt gar keine Rolle - Patente werden in der Welt der Software nicht gebraucht. Mit Patenten werden technische Neu und Weiterentwicklungen gegen die offenlegung der Baupläne geschützt werden ; und zwar für 5 Jahre, die man 4 mal gegen steigende Patentkosten verlängern kann. Das macht man z.B. mit Stossdämpfern und anderen potentiell in der Industrie zu verwertenden Erfindungen. Kriterium ist der ökonomische Mehrwert.

[...]

In der Hoffnung jemandem weitergeholfen zu haben,

Gruss vom Juristen.
Schöner Text. Eine Frage hab ich allerdings zum Thema Patent:
War es nicht so, dass Patente von jedermann einsehbar sind? Also man schützt mittels Patent seine Idee einer Erfindung / Weiterentwicklung, die Konkurrenz darf allerdings dieses Patent einsehen und somit auch, wie die Idee funktioniert. Nur nutzen darf sie es nicht, da es rechtlich geschützt ist.
Genauso ist es. Jeder kann sie einsehen - aber meistens nur ein sehr kleiner Bruchteil der Menschen sie verstehen. Wir Juristen sind nunmal nicht die einzigen Fachidioten auf Gottes gründer Erde ;)

Der Deal ist - öffentlichkeit gegen zeitweiligen Schutz. (Aus diesem Grund hat Coca-Cola nie ein Patent auf ihr Brauserezept angemeldet) Diese Öffentlichkeit hat mehrerlei Gründe... Zum einen muss das Patent öffentlich sein, damit man es durchsetzen kann - man muss verdächtige Produkte schliesslich mit irgendetwas vergleichen können. Zudem können alle auf dem gleichen Stand der Technik aufbauend weiterentwickeln.

Nehmen wir als Beispiel ein Pharmapatent. Bayer entwickelt ein Medikament gegen Nachblindheit - Es muss Wirkstoff und Wirkungsweise nachvollziehbar dokumentieren und es in einem Patentantrag (Bayer macht das Weltweit - Es geht auch Europaweit oder nur Landesweit / hängt vom Geldbeutel des Erfinders ab) einbringen. Die Patentstelle kontrolliert ob es bereits so ein Patent gibt oder gab. Und nur wenn das neue Patent einen ausreichenden Mehrwert zum bereits bestehenden Wissen bringt, kann es vergeben werden.

Das Patent wandelt auf einem schmalen Grat. Es versucht sowohl sicher zu stellen, dass sich Innovation für den einzelnen Innovator als auch für die Gesellschaft rechnet. Nunja - Es gab bereits Rechtskonstrukte die ihre Aufgabe weniger gut erfüllten als das Patent.

Das Patentrecht hat einige sehr interessante Rechtsfragen zu bieten... Zum Beispiel was passiert wenn ein neues Patent auf ein noch aktives Patent aufbaut? Die Frage der Zwangslizenzen (Aids/Antraxmedikamente)? Am Patentrecht hängen Menschenleben. Leider hat das vor allen Dingen jenseits des grossen Teichs noch nicht jeder begriffen :(
crishan
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Beitrag von crishan »

tadL hat geschrieben:@der_durden

Bei Juristen darfst du nicht mit dem Gesunden Menschenverstand kommen, auf dieses Niveau begeben sich die Leute eh nicht. Das ist eine ganz spezielle Sorte Mensch, sie haben sich bei der Evolution vorgedrängt womit sie die typischen Eigenschaften erhalten haben die ein Anwalt braucht.

Er muss bzw darf nur in rechten Winkeln denken, das Hirn hat quasi einen Knicks. Du darfst auch kein Rückgrat haben und du darfst dich nicht auf das Niveau des gesunden Menschenverstands begeben.
Du hast dabei eines vergessen:
Die obligatorische Lobotomie vorm Staatsexamen 8)
T.H.
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Beitrag von T.H. »

Doc Angelo hat geschrieben:
T.H. hat geschrieben:Natürlich schreitet die Rechtsabteilung da ein. Das ist deren verdammter Job. Es geht scheinbar nicht in den Schädel der Leute, dass es bei den Marken der Softwareschmieden nicht um irgendwelchen Firlefanz geht, bei dem man schonmal ein Auge zudrücken kann. Da geht's um die FN' KRONJUWELEN!
Wenn Bethesda der Meinung ist, das ihre Kronjuwelenbeutel mit ihren Markennamen wohlgefüllt sind, dann sind sie auf dem Holzweg. Geld war noch nie besonders kreativ - Designer sind es. Wenn Du gute Spiele machen willst, brauchst Du Kreative - wenn es Dir nur um die Marktposition geht, dann verklagst Du sie.

Und wer jetzt behaupten möchte, das Kreativität ohne Geld auch nichts bringt, der findet in dem von Bethesda Verklagten den Gegenbeweis.
Die Marke wurde durch eine kreative Leistung von bisher 4 guten bis sehr guten Spielen geschaffen. Ich wüsste keinen Grund, warum man Designer und deren Geldgeber (Die diese Kreativleistung erst möglich gemacht haben) nicht erlauben sollte diese Kreativleistung zu schützen.

Was willst du eigentlich? Das Spieleschmieden nicht die Form von Körperschaften eingehen dürfen, damit auch ja kein Kapitalist von den Kreativleistungen anderer profitieren kann. Das ist wirklich ein wenig zu Vulgär-Sozialistisch gedacht, finde ich. Die Kollateralschäden auf der Spieleangebotsseite wären ein wenig zu drastisch.
T.H. hat geschrieben:Und um eines offen zu sagen ; der letzte um den es geht, ist hier der Konsument.
Das ist ja das Verrückte. Es ist eine abgehobene Meta-Ebene, auf der die Leute sich da zoffen. Das bringt niemandem etwas. Naja, natürlich bringt es einer kleinen Gruppe von Leuten schon etwas - aber die sind keine Designer oder Zocker. (Und ich wette, das ich mit diesem Vorurteil zu 99% richtig liege.)

Gruß
Fabian
Ich bin nunmal Steuer und Wirtschaftsrechtler... Ja man kann es eine Metaebene nennen. Aber diese Metaebene ist m.E. absolut nicht abgehoben.

Es geht um nichts anderes als ältere Kreativleistungen vor parasitärem Handeln(ob gewollt oder ungewollt parasitär steht auf einem anderen Blatt) zu schützen.

Der Designer - Ich nenne ihn den Kreativen - profitiert direkt: Wenn er ein Produkt und eine Marke erschafft, dann kann er sie sich schützen lassen und wird vor Leuten geschützt die auf der Marke trittbrett fahren möchten.

Und der Konsument wird ebenfalls geschützt. Er kann sich drauf verlassen, dass er nicht durch ähnliche Namen und Begriffe in verwirrt wird und etwas kauft was er eigentlich nicht kaufen will.

Du wirst einwenden, dass zwischen "Scrolls" und "the Elder Scrolls" einen Unterschied besteht. Ja... Wir erkennen ihn zu 80% sofort. Aber gilt das auch für die Omi, die für den kleinen Sven ein Weihnachtsgeschenk kauft?
Und wo ist die Grenze... "The Scrolls" / "The Elder Scrolls" geht vielleicht noch - aber dann gäb es sicher schnell den Chinaableger "the older Scrolls" und das können die Konsumenten dann wirklich nicht mehr auseinander halten.

Nur weil es PRIMÄR nicht um den Konsumenten geht, heisst das noch lange nicht, dass wir uns im güldenen Elfenbeinturm der Finanzjuristerei befinden.
RoonMian
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Beitrag von RoonMian »

Irgendwie ist es ziemlich bezeichnend und ein Beispiel für die dicke Kluft zwischen vernünftigem und emotionalem Handeln, dass der einzige in diesem Thread, der tatsächlich Ahnung davon hat, was da passiert ist, und versucht, das vernünftig zu erklären, von der "OMFGROFL FRAK BETHESDA!!!11einself"-Fraktion direkt niedergebasht wird. :D
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greenelve
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Beitrag von greenelve »

T.H. hat geschrieben: Du wirst einwenden, dass zwischen "Scrolls" und "the Elder Scrolls" einen Unterschied besteht. Ja... Wir erkennen ihn zu 80% sofort. Aber gilt das auch für die Omi, die für den kleinen Sven ein Weihnachtsgeschenk kauft?
Und wo ist die Grenze... "The Scrolls" / "The Elder Scrolls" geht vielleicht noch - aber dann gäb es sicher schnell den Chinaableger "the older Scrolls" und das können die Konsumenten dann wirklich nicht mehr auseinander halten.
Wobei die Omi auch den Unterschied zwischen World at War und World of Warcraft nicht kennt... Und das wäre der Punkt, wo ein Richter an den gesunden Menschenverstand appelliert. Denn es hängt auch nicht nur mit Verwechslungsgefahr der Namen, sondern auch mit Desinteresse zusammen. Wer sich nicht für Computer- und Konsolenspiele interessiert, sieht keinen Unterschied. Weder der Herkunft, PC - Konsole, noch Genre. Und dann geht dein Beispiel wieder auf, welches nicht nur mit der Oma in dem Sinne klappt, auch Eltern* oder wie bereits genannt, alle die kein Interesse an dem Medium haben.

Nur weil Scrolls - Elder Scrolles erlaubt werden könnte, fällt doch nicht die Grenze zu Older Scrolls..oder etwa doch? Da hier der Kopie- und Irreführungsversuch doch sehr deutlich wird. Bei dem einen ist 1 Wort gleich, bei dem anderen 1 Buchstabe anders. Sollte doch ein juristischer Unterschied sein ;)

*nicht alle Personen, ist halt nur ein schönes Klischee 8)
T.H.
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Beitrag von T.H. »

der_durden hat geschrieben:
T.H. hat geschrieben:[...]
Lieber Jurist,

die rechtliche Seite ist das eine, die politische Kritik daran das andere. Auch Software-Patente führen zu berechtigten Klagen und dennoch wird politisch in Zweifel gezogen, ob diese den Rechtsprechungen, respektive Gesetze, unserer Zeit entsprechen.


Ich weiss, glaubs mir - ich weiss das nur zu gut *seufz*

aber zum einen geht's nunmal um einen Rechtstreit und zum anderen wurde ich mit so einem geballten Halb und Unwissen in diesem Thread konfrontiert, dass ich mich bemüssigt fühlte die Diskussion auf ein halbwegs vernünftiges Fundament zu setzen.

Und JA! Das heutige Urheberrecht zum Thema Software (als Produkt an sich) ist hoffnungslos überaltert und Softwarepatente sind laut einigen Akteuren im Softwarerecht die bessere Lösung - also einen Schritt in die Richtige Richtung (kürzer - weniger rigide) Ich bin der Meinung, dass Software eigentlich ein ganz neues Statut bräuchte. Also eines jenseits des Urheberrechts (sowieso) aber auch jenseits des Patents. Aber das nur ganz am Rande, denn hier geht's um Markenschutz der nicht Softwarespezifisch ist.
Das was heute Recht ist, kann morgen Unrecht sein. Ich sehe hier keine Verwechslungsgefahr, denn auf jedem Spiel von Bethesda stand immer "The Elder Scrolls: XXXX".
Man muss sich schon die Frage stellen, wer glauben würde, ein Spiel namens "Scrolls" im Regal eines Händlers hätte etwas mit dieser Reihe zu tun. Absurd!
Du bist Gamer - Ich bin CäschuälGämer und weiss es wahrscheinlich auch... Aber weiss es auch die Omi, die für klein Kevin das Weihnachtsgeschenk kauft? Im übrigen halte ich die Position von Bethesda nicht für besonders stark... wie ich schrieb, kann ich ihre Position im Prinzip NACHVOLLZIEHEN. Wenn Mojang sagt - wir gehen Konzessionen ein - z.B. werden unsere Verpackungen nicht die Farbe von aktuellen Betesda-Produkten haben... hat Bethesda wenig Chancen.[/quote]
Wie gesagt, es wäre vieles schutzwürdig, würde man dieser Auffassung folgen. Was ist mit Marken wie "The Lord of the Rings"? Meiner Meinung nach eine sehr starke Marke. Ist es nun rechtlich bedenklich einen Film, ein Buch oder ein Spiel mit dem Namen "The Rings" herauszubringen?

Wo soll das hinführen? Dass wir eine neue Sprache entwickeln, wenn alles irgendwann einmal in einer Marke verwendet wurde? Ich bin mir sicher, dass es spätestens in letzter Instanz einen weisen Richter geben wird, der diesem Treiben keine Türen öffnen wird.
Lord of the Rings ist ein schlechtes Beispiel, weil es erst primär durch das Urheberrecht und dann erst durch das Markenrecht. Und ein Konkurrenzprodukt (primär ein Buch) wäre das Auch. Angenommen ich schriebe ein Fantasybuch mit dem Namen "The Ring" a priori kein Problem. Gebe ich es in einem grünen Umschlag mit ähnlichem Motiv wie "the Lord of the Rings" heraus und besteht akute Verwechslungsgefahr schon eher.

Es geht immer um die Verwechslungsgefahr... Zum Beispiel diese elende chinesische Sportartikelproduktion... die hiess Leopard und hatte ne laufende Raubkatze, nen Leoparden halt, als Emblem... wurde kassiert... zu grosse Verwechslungsgefahr mit Puma... aber das entscheidet immer der Richter.
Auch die Jura ist eine Wissenschaft, die sich kritisch mit der Gesellschaft und dem Vergangenen auseinandersetzen muss.
Die Wissenschaft würde ich streichen... Aber das ist meine persönliche Meinung.
Dass hier einige dieser Verwechselung aufgesessen sind, mag für Dich ein Indiz sein, ich sage, dass hat nichts zu sagen. Ich hatte diesen Gedanken beispielsweise nicht. Warum sollte es auf einem Scrolls heißen? Ich würde bei Lord auch nicht auf Herr der Ringe kommen und Star, ist für mich noch lange kein Star Wars oder Star Trek - auch wenn Du in diesem Zusammenhang von schwachen Marken schwadronierst.
Du machst hier den Fehler deinen Wissenstand als das einzige gültige Kriterium zu wählen. Das ist Egozentrismus. Objektiv wäre es wenn du sagtest. Dass der Fakt, das einige beide 'Marken' (Scrolls ist ja noch keine) verwechselt haben ein Indiz ist, dass Bethesda nicht sooo falsch liegt, ABER das der Fakt, dass mehr Leute (inklusive dir und mir) es NICHT verwechselt haben ein mindestens ebensostarkes Indiz ist, dass Bethesda NICHT recht hat. (Wie gesagt - ich kann ihre Position NACHVOLLZIEHEN ich teile sie in letzter Konsequenz keineswegs!

Star Trek und Star Wars habe ich erklärt - Ich habe keineswegs 'schwadroniert' ich habe lediglich erklärt was juristisch eine starke und eine schwache Marke ist - weil dies in anderen Beiträgen zur Sprache kam und ich das gerne klarstellen wollte.
Aber dieser Vergleich hinkt. Denn Scrolls ist eine Schriftrolle, wenn dieser Name nun mal einen Gegenstand in dem Spiel beschreibt, scheint es mir näher als "The Elder Scrolls" an dem was man in den Rollenspielen wieder findet.
Ich habe nicht versucht zu vergleichen - Es ist blöd das dieser Eindruck entstanden ist - ich wollte viel mehr diesen unseeligen Vergleich aus der Welt schaffen.
Zudem: Wo bitte ist die kreative Schöpfungshöhe bei "The Elder Scrolls"? Das erschließt sich mir so gar nicht.

Ich würde es verstehen, wenn es um ein Spiel namens "The magic Scrolls", oder ähnliches ginge. Aber nein, hier geht es schlichtweg um das Wort "Scrolls".
Schöpfungshöhe ist ein Begriff aus dem Urheberrecht. Es geht darum einen griffigen Markennamen zu finden. Und um Verwechselbarkeit mit einem anderen...

Und wie gesagt - hat Bethesda nur mittelmässige Karten. Wenn Majong sagt - wir werden uns Begrifflich und Inhaltlich nicht auf Bethesdaprodukte beziehen und dazu sagt - Unsere Verpackungen werden nie gleich aussehen mit den aktuellen Produkten von Bethesda, dann hat Bethesda vor Gericht m.M.n. keine Chance.

ABER: "Scrolls" KANN eine Trademarkverletzung sein. Stell dir vor 3 Tage vor The Elder Scrolls Skirym käme ein Action Adventure heraus mit dem Namen "Scrolls" - Skythes (alter Nomadenstamm in Osteuropa, Kaukasus und mittlerem Osten) mit ähnlichem Design und Verpackung - dann wäre das eine handfeste Trademarkverletzung.

Ich versuche lediglich darzulegen - dass ich Bethesda's Position nachvollziehen kann und auch vielen hier zu erklären, dass ein einziges Wort aus einem bestehenden Markennamen durchaus eine Trademark verletzung sein KANN.
T.H.
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Beitrag von T.H. »

greenelve hat geschrieben:
T.H. hat geschrieben: Du wirst einwenden, dass zwischen "Scrolls" und "the Elder Scrolls" einen Unterschied besteht. Ja... Wir erkennen ihn zu 80% sofort. Aber gilt das auch für die Omi, die für den kleinen Sven ein Weihnachtsgeschenk kauft?
Und wo ist die Grenze... "The Scrolls" / "The Elder Scrolls" geht vielleicht noch - aber dann gäb es sicher schnell den Chinaableger "the older Scrolls" und das können die Konsumenten dann wirklich nicht mehr auseinander halten.
Wobei die Omi auch den Unterschied zwischen World at War und World of Warcraft nicht kennt... Und das wäre der Punkt, wo ein Richter an den gesunden Menschenverstand appelliert. Denn es hängt auch nicht nur mit Verwechslungsgefahr der Namen, sondern auch mit Desinteresse zusammen. Wer sich nicht für Computer- und Konsolenspiele interessiert, sieht keinen Unterschied. Weder der Herkunft, PC - Konsole, noch Genre. Und dann geht dein Beispiel wieder auf, welches nicht nur mit der Oma in dem Sinne klappt, auch Eltern* oder wie bereits genannt, alle die kein Interesse an dem Medium haben.

Nur weil Scrolls - Elder Scrolles erlaubt werden könnte, fällt doch nicht die Grenze zu Older Scrolls..oder etwa doch? Da hier der Kopie- und Irreführungsversuch doch sehr deutlich wird. Bei dem einen ist 1 Wort gleich, bei dem anderen 1 Buchstabe anders. Sollte doch ein juristischer Unterschied sein ;)

*nicht alle Personen, ist halt nur ein schönes Klischee 8)
:) Das ist unfair... Ich habe mit diesem Beitrag lediglich versucht klarzustellen, dass es sich nicht um eine abgehobene Metaebene des Menschlichen Daseins handelt, sondern durchaus seinen Nutzen hat. Es ging bei dem zugegeben sehr drastischen Beispiel - Elder und Older Scrolls darum zu belegen, dass Markenrecht in der heutigen Gesellschaft eine Daseinsberechtigung jenseits von Yuppieanwälten hat.

Seine Argumentation war das gesammte Rechtsgebiet braucht doch kein Mensch, denn wer verwechselt schon 'Scrolls' und 'the Elder Scrolls' ich hab' darauf geantwortet, dass man das Rechtsgebiet absolut braucht, weil... [füge die inzwischen Hunderte Zeilen meiner Ausführungen zu dem Thema ein]

Hagen Rether: Muss man immer alle Kinder mit dem Bade ausschütten, bevor man sie über einen Kamm schert?
Zuletzt geändert von T.H. am 06.08.2011 19:32, insgesamt 2-mal geändert.
derdurd
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Beitrag von derdurd »

der_durden hat geschrieben: Und wie gesagt - hat Bethesda nur mittelmässige Karten. Wenn Majong sagt - wir werden uns Begrifflich und Inhaltlich nicht auf Bethesdaprodukte beziehen und dazu sagt - Unsere Verpackungen werden nie gleich aussehen mit den aktuellen Produkten von Bethesda, dann hat Bethesda vor Gericht m.M.n. keine Chance.
Nun, da sind wir doch einer Meinung. Würde Majong sich an das Design von B halten, wäre es doch sowieso eine Geschmacksmusterverletzung.

Ich glaube Dir und Deinen Ausführungen selbstverständlich, alles andere wäre auch abwegig. Dennoch glaube ich, dass es hier eben noch lange nicht DIE Rechtssprechung gibt, wie man immer wieder sieht. Du kennst bestimmt die Urteile zur Fußall WM? Dort haben Gerichte in DE entschieden, dass es nicht als Marke gilt und für andere frei verfügbar bleiben muss. Der Fall ist anders gelagert, klar. Aber er zeigt schön, wie unterschiedlich hier die Rechtsauffassungen sein können.

Ich bin auch unbedingt der Meinung, dass hier weise Recht zu sprechen ist, denn wie ich es bereits sagte, kann man hier sehr schnell kreative Prozesse behindern. Ebenso, wie dies gerade im Patenrecht geschieht.
Ich bin selbst Medienfachwirt und somit durchaus daran interessiert, dass es Schutzrechte gibt, aber bitte mit Maß, Sinn und Verstand!

:-)
Zuletzt geändert von derdurd am 06.08.2011 19:31, insgesamt 2-mal geändert.
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Wigggenz
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Beitrag von Wigggenz »

Bei all dem juristischen Gehabe hier:

Warum nicht einfach so etwas wie die Fähigkeit beweisen, friedlich mit anderen Menschen zu koexistieren?

Jeder weiß es... Mojang wissen es, wir wissen es und auch Bethesda wissen es, dass ein Spiel, welches "Scrolls" heißt, in keiner Weise Bethesda durch seinen Namen wirtschaftlich schaden könnte! Niemand würde ein Skyrim zugunsten eines Scrolls links liegen lassen...

Warum also nicht einfach den Namen Scrolls halt Scrolls sein lassen... egal ob es in einem zu 10% wahrscheinlichen Fall tatsächlich eine Urheberrechtsverletzung sein könnte...

Aber nein, es wird Geld gewittert... und schon wird sich drauf gestürzt wie die Geier. Damit werten sich Bethesda weniger als Entwickler oder Publisher ab, sondern vielmehr als Menschen, die ich ungern unterstützen wollen würde.
johndoe530232
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Beitrag von johndoe530232 »

IEP hat geschrieben: Aber mal ernsthaft: Wer Scrolls für einen The Elder Scrolls Titel hält muss schon selten dämlich sein.
Hier, kannst mich als selten dämlich bezeichnen ;)

Genauso wie ein paar andere im Thread dachte ich bei der Überschrift tatsächlich an die Elder Scrolls. Wie dumm wir doch sind...

Ohne es dem guten Herren zu unterstellen: es gibt durchaus Versuche, durch einen ähnlich klingenden Namen, auf der Erfolgswelle mitzureiten. Dass Bethesda als allererste Reaktion ihre Marke schützen will, ist nur verständlich...
T.H.
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Beitrag von T.H. »

der_durden hat geschrieben:
der_durden hat geschrieben: Und wie gesagt - hat Bethesda nur mittelmässige Karten. Wenn Majong sagt - wir werden uns Begrifflich und Inhaltlich nicht auf Bethesdaprodukte beziehen und dazu sagt - Unsere Verpackungen werden nie gleich aussehen mit den aktuellen Produkten von Bethesda, dann hat Bethesda vor Gericht m.M.n. keine Chance.
Nun, da sind wir doch einer Meinung. Würde Majong sich an das Design von B halten, wäre es doch sowieso eine Geschmacksmusterverletzung.

Ich glaube Dir und Deinen Ausführungen selbstverständlich, alles andere wäre auch abwegig. Dennoch glaube ich, dass es hier eben noch lange nicht DIE Rechtssprechung gibt, wie man immer wieder sieht. Du kennst bestimmt die Urteile zur Fußall WM? Dort haben Gerichte in DE entschieden, dass es nicht als Marke gilt und für andere frei verfügbar bleiben muss. Der Fall ist anders gelagert, klar. Aber er zeigt schön, wie unterschiedlich hier die Rechtsauffassungen sein können.

Ich bin auch unbedingt der Meinung, dass hier weise Recht zu sprechen ist, denn wie ich es bereits sagte, kann man hier sehr schnell kreative Prozesse behindern. Ebenso, wie dies gerade im Patenrecht geschieht.
Ich bin selbst Medienfachwirt und somit durchaus daran interessiert, dass es Schutzrechte gibt, aber bitte mit Maß, Sinn und Verstand!

:-)
Du hast Recht. Wir reden hier von einem Recht, dass auf weniger als 3-4 Paragraphen Deutsch ( 3-5 Artikel Francobelgisch) fusst. Das ist natürlich viel zu wenig um für jeden Einzelfall etwas in Petto zu haben. Das heisst, dass die Richter in der Einzelfallbewertung grosse Freiheiten haben. Und ja die FIFA ist glaube ich mit "Soccer" oder "Fussball" oder "Weltmeisterschaft" auf die Schnauze gefallen und das zu meiner grossen Freude und Genugtuung. Denn auch wenn ich hier als Anwalt Bethesdas gesehen werde, hege ich Keineswegs übergrosse Symphatien für Wirtschaftskraken, die Versuchen allgemeine Begriffe für sich zu Vereinnahmen.

Ich liebe Sprachen (Ich spreche selbst 4 Sprachen fliessend) Ich liebe es sie als Werkzeug und manchmal auch als gefährliche Waffe zu gebrauchen. Daher ist es auch in meinem ureigensten Interesse, dass niemand die Sprache exklusiv besitzt.

Zum Thema Fifa... Es hat seinen Grund, dass die Fifa darauf besteht, dass es sich um die 'FIFA Fussball Weltmeisterschaft' handelt. Und das im Fernsehen der volle Markenname erwähnt wird. Eben weil sie eine Absage bei allgemeineren Begriffen bekommen hatten.

Man muss wissen, dass man sich 'Milk' für Für Milchprodukte nicht schützen lassen kann - Man kann sich Produktbezeichnungen nicht schützen lassen. Sony kann davon ein trauriges Liedchen singen. Hast du vom Walkman-Fall gehört?