The Witcher 2: Namco Bandai verklagt CD Projekt
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Heruwath
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Wenn CDP mit Witcher 2 auf eine bestimmte Käufergruppe abziehlt, warum wird das nicht in jedem Punkt durchgezogen. Die Engine ist performance technisch in meinen Augen fast eine Katastrophe. Die meisten Shader basieren auf DX9, was zu Einbrüchen führt. Die Nutzung von DX10 oder sogar 11 würde besser passen, wäre dann natürlich komplizierter bei einer Konsolenportierung. Ich denke dass die Engine mit dem Gedanken einer Konsolenumsetzung entwickelt wurde. Sie haben sich den Markt angeschaut und festgestellt, dass man mit Konsolen viel mehr Geld verdienen kann. Ich will nicht damit sagen, dass für CDP die Plattform PC nicht wichtig ist. Aber ich bin der Meinung, dass sie von Anfang nicht PC-only fixiert waren.mr archer hat geschrieben: Ich finde, diese Diskussion ist am Beispiel von Witcher 2 ein bisschen verfehlt. Witcher 2 ist kein Indieprojekt und wurde auch nicht im Wohnzimmer programmiert. Der Titel hat sich als PC-only bisher mehr als eine Million Mal verkauft und führt neben Saturn noch diverse weitere Verkaufscharts an. Nur weil CDP mit seiner PC-Fokussierung und dem Anspruch, Spiele für ein gereiftes Publikum zu machen, nicht so richtig in die derzeitige Landschaft zu passen scheint, sind die noch lange nicht Indie im herkömmlichen Sinn.
Vielmehr stehen sie für mich für eine Entwicklung, mit der ich schon seit einigen Jahren gerechnet hatte: Triple-A-Produktionen für eine sehr spezielle Käufergruppe, die also nicht darauf abzielt, jedes Segment des Mainstreams bedienen zu müssen. Die haben sich den Markt angeschaut und festgestellt, dass für älter werdende, am PC in den frühen 1990ern sozialisierte Spieler eine massive Angebotslücke an aktuellen Titeln besteht. Diesen (recht solventen) Spielerkreis hat man mit gog.com geschickt angefüttert. Und jetzt bedient man ihn ziemlich erfolgreich.
Kann sein, dass sich Namco Bandai in ein paar Jahren über ihr heutiges Rumgezicke ärgern wird.
Es gibt immer ein Geschrei seitens der gamer, egal worum es geht. Wenn Witcher 2 von CDP komplett eigenfinanziert wurde, warum stehen dann noch Zahlungen seiten Namco Bandai aus? Und bitte kein Minecraft als Beispiel nennen. Das ist eine komplett andere Geschichte. Minecraft lebt nicht von Lokalisation oder Grafik. Da ganze Spiel wurde von wenigen Programmierern zusammen gebaut. Es ist kein Sequel und die gamer haben keine Anforderungen an das Spiel (da kein Sequel). Ich sage nicht, dass ein Publisher UNBEDINGT notwendig ist, aber wenn du mit einem Spiel ein bestimmtes Niveau erreichen willst ist ein Publisher nötig. Minecraft wollte nie ein Benchmark in Grafik, Sound oder sogar Marketing sein und somit war es möglich das Spiel (welches nebenbei gesagt, noch nicht mal fertig ist) selbst zu finanzieren.Kajetan hat geschrieben: Die würden nix dazu sagen, weil meines Wissens TW2 von CD Project komplett eigenfinanziert wurde
Denn sobald ein Entwickler mit seinen Spielen genügend Eigenkapital gesammelt hat, kann er beim nächsten Projekt auch aufwendigere Inhalte produzieren. Siehe Minecraft, wo Markus Persson über verkaufte Beta-Zugänge mehr als 8 Millionen Euro eingenommen hat und nun ein kleines Studio aus dem Boden stampft. Für Minecraft brauchte es keinen Publisher Und für TW wurde der Publisher nur benötigt, um das Spiel in die klassischen Vertriebskanäle zu bringen. Ohne Publisher hätte CD Project das Spiel einfach über GOG.com, Steam, Impulse und andere Plattformen digital verkauft und ebenfalls schöne runde Summen eingestrichen.
Man muss sich wirklich von dem Gedanken lösen, dass Publisher unbedingt notwendig seien, um Spiele, sogar aufwendige Spiele zu machen. Was eben nicht der Fall ist. Das möchten die Publisher nur den Gamer und vor allem den Entwickler (!) gerne denken lassen, damit sie weiterhin als Mittelsmann irre Gewinnspannen einfahren können.
Ich bin mir auch sicher, dass CDP nicht diesen Erfolg mit Witcher 2 haben würde, wenn das Spiel nur auf GOG.com (was ist das überhaupt?), Steam und Impulse (Noch eine Sache, die ich nicht kenne) vertreiben würde. Viele würden nichts von diesem Spiel mitkriegen. Und das würde sich sicher in den Verkaufszahlen wiederspiegeln. Das ist von vielen Gründen abhängig. Ich z.B. gehöre wie viel andere zu der Fraktion, welche sich eine retail Version zulegen. Ein donwload-only Titel wird in erste Linie von vielen nicht beachtet. Eine Beta würde bei mir überhaupt keinen Einklang finden. Ich kaufe nur fertige Spiele. Es gibt noch viele weitere Gründe. Und wo wir schon bei Gewinn/Umsatz sind: Was sind denn schon 8 Mio? Das sind peanuts. Crysis hat ohne Marketing mehr als 15 Mio. gekostet. Ganz zu schweigen von Titeln wie GTA 4 (100 Mio. mit marketing). Versuche mal so ganz locker mehr als 20 Mio. Aus der Tasche zu schütteln.
Wie gesagt es hängt vom Fokus ab. Wenn du keinen Wert darauf legst in einigen Bereichen einen bechmark abzuliefern (Minecraft), dann kannst du das Spiel eventuell ohne publisher finanzieren. Wenn du allerdings keine Beta abliefern willst und in einigen Punkten die Konkurenz überholen willst bzw. auf technische Ebene etwas ganz besonderes schaffen willst, dann wird dir im Verlauf einfach das Geld ausgehen. Außer du bist bereits Millionär.
Ich denke, man muss sich von dem Gedanken lösen, dass Publisher nur eine Fasade sind um die gamer in irgendeinem Glauben zu lassen. Ein Publisher ist als Instanz sehr wichtig. Er vermarktet das Spiel, er läßt es auf Scheiben pressen, er besorgt dir Geld, er legt milestones fest. Alles Punkte um welche sich ein Entwickler nicht mehr kümmern braucht und welche ihn dazu zwingen euch mal produktiv zu denken, damit das Spiel auch irgendwann mal fertig ist. Schließlich muss die geballte Kreativität eines Entwicklers auch richtig geplant sein. Es kann nämlich sehr schnell passieren, dass der Entwickler sich in irgendwelchen Ideen verläuft und den Fokus aus den Augen verliert.
Wie du siehst ist es nie so einfach. Man kann sich stundenlang über das Thema unterhalten. Glaub mir, wenn Publisher so überflüssig wären, dann hätte man diese längst abgeschafft. Auch wenn es so aussehen mag, dass sie nur scheiße bauen (übrigens das erinnert mich gerade an unsere Politiker) heißt es nicht, dass wir ohne Sie automatisch besser dran wären. Dann müssten wir uns selbst um die ganzen Sachen kümmern.
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Heruwath
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valve = Publisher in erster LinieNinja1 hat geschrieben:valve?Heruwath hat geschrieben:Ich sage nicht, dass ein Publisher UNBEDINGT notwendig ist, aber wenn du mit einem Spiel ein bestimmtes Niveau erreichen willst ist ein Publisher nötig.
Valve hat Steam. Blizzard hat WoW. Da sind Ausnahmen, die die Regel bestätigen. Sie sind ihre eigenen Publisher und besitzten genügend Kapital. Wenn du als Entwickler diesen Status erreicht hast, dann bist du aus dem System ausgebrochen und dein eigene Herr. Dem Gegenüber stehen zig tausende anderer Entwickler, die jeden Monat sich genauesten Gedanken darüber machen müssen wie das Geld effektiv verteilt werden kann.
Ich frage mich überhaupt warum als Beispiele immer die Ausnahmen der Branche hinzugezogen werden.
Wenn es um communityarbeit und quality assurance geht, dann wird Blizzard immer gelobt und als Beispiel hinzugezogen. Klar die sind gut darin, aber die haben auch das nötige Kleingeld um sich diesen Zustand leisten zu können.
- Kajetan
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Das sowieso, da "die gamer" keine homogene Gruppe darstellen, sondern nur eine Ansammlung von vielen Einzelindividuen: "Ihr alle seid Individuen!" "Nein, ich nicht!"Heruwath hat geschrieben:Es gibt immer ein Geschrei seitens der gamer, egal worum es geht.
Das kann vieles sein, doch mit der Produktion des Spieles haben sie wohl nichts zu tun, denn TW2 ist nach Aussage von CD Project eigenfinanziert worden. Ich nehme an, dass es sich hier schlichtweg um Royalties, um Boni aus den Retailverkäufen der PC-Version handelt, die Namco zurückhält, um CD Project entweder an den Verhandlungstisch zu zwingen oder ihnen einfach das Leben schwer zu machen.Wenn Witcher 2 von CDP komplett eigenfinanziert wurde, warum stehen dann noch Zahlungen seiten Namco Bandai aus?
Nichts anderes sage ich doch auch die ganze ZeitIch sage nicht, dass ein Publisher UNBEDINGT notwendig ist, ...
Ein Download-Service, der rein zufällig auch CD Project gehört, wo es TW2 von Tag Eins an ohne DRM zu kaufen gab.Ich bin mir auch sicher, dass CDP nicht diesen Erfolg mit Witcher 2 haben würde, wenn das Spiel nur auf GOG.com (was ist das überhaupt?), ...
Auf dem PC können Entwickler und Publisher mit Download-Only mittlerweile sehr gut leben. CD Project sagt ja selbst, dass sie notfalls auf die Umsätze des Retail-Kanals verzichten könnten, wenn es denn sein müsse.Ein donwload-only Titel wird in erste Linie von vielen nicht beachtet.
Wenn das Spiel nur 80.000 gekostet hat, dann ist das eine ganz erhebliche Gewinnspanne, von der die Major Publisher nur träumen könnenEs gibt noch viele weitere Gründe. Und wo wir schon bei Gewinn/Umsatz sind: Was sind denn schon 8 Mio? Das sind peanuts.
Und deswegen ballern die Publisher ja auch ZUSÄTZLICH zum Produktionsbudget gerne nochmal 30-40% (in manchen Fällen mehr) dieser Kosten an Marketingaufwand raus, um möglichst viele potentielle Käufer erreichen zu können, damit zumindest der Break Even gut möglich erscheint. Deswegen werden fast alle Spiele der Majors auch mit Gewalt auf Mainstream und Massentauglichkeit getrimmt, damit man möglichst viele Leute ansprechen kann und nicht die kleine Nische. Gerade WEIL das Spiel so teuer war. Die Publisher stecken hier in einer selbstgestrickten Falle, aus der sie kaum noch entweichen können.Crysis hat ohne Marketing mehr als 15 Mio. gekostet. Ganz zu schweigen von Titeln wie GTA 4 (100 Mio. mit marketing). Versuche mal so ganz locker mehr als 20 Mio. Aus der Tasche zu schütteln.
Ein Publisher ist NUR SICH SELBST wichtig. Früher sind die Entwickler mit in Plastiktüten eingeschweissten und fotokopierten Handbücher und selber kopierten Disketten in Elektronikläden gegangen, um ihr Spiel dem Händler ins Regal zu stellen. Hat wunderbar funktioniert, so wunderbar, dass ein Richard Garriott später Origin gegründet hat und Ken und Roberta Williams die Firma Sierra. Sogar Atari hat als Eigenvertrieb der selbst programmierten ersten elektronischen Arcademaschinen begonnen und wurde selbst sein eigener Publisher, bis es die Firma vor lauter Hybris und Marktfehleinschätzung selbst zerlegt hatte.Ein Publisher ist als Instanz sehr wichtig.
Sicher. Aber Publisher brauchen in erster Linie nur sich selbst. Weder brauchen Gamer einen Publisher, noch brauchen Entwickler einen Publisher und feine, spassige Spiele zu bekommen. Publisher braucht man nur, wenn man industriell gefertige Fliessbandunterhaltung möchte.Wie du siehst ist es nie so einfach.
[/quote]Glaub mir, wenn Publisher so überflüssig wären, dann hätte man diese längst abgeschafft. [/quote]
Wenn wir uns ins 20 Jahren nochmals treffen, wird es gut möglich sein, dass es Publisher, vor allem die großen Publisher in der Form, wie wir sie heute kennen, nicht mehr geben wird. Durch die Einführung des Internets und der Möglichkeit seine Werke DIREKT an den Endkunden verkaufen zu können, braucht es den Publisher als Kontrolleur der Vertriebswege und Mittelsmann nicht mehr. Ein ganz normaler Veränderungsprozess, der so udn ähnlich seit Jahrtausenden immer dann stattfindet, wenn sich bestimmte Rahmenbedingungen ändern. Und die haben sich mit dem Internet ganz gewaltig geändert. Die Veränderungen, die hier auf sozialer, wirtschaftlicher und politischer Ebene bereits stattfinden und stattfinden werden, können wir heute nicht einmal im Ansatz begreifen und uns vorstellen.
ich sage ja nicht, dass man ohne Publisher automatisch besser dran wäre, aber wenn man den Mittelsmann nicht mehr benötigt und man auch nicht mehr unbedingt 20 Mio. an Vorschuß benötigt, um ein Spiel zu machen ... dann kann man schon sagen, dass Publisher so langsam überflüssig werden. Ob das nun gut oder schlecht ist, dass mag jeder selber entscheiden.Auch wenn es so aussehen mag, dass sie nur scheiße bauen (übrigens das erinnert mich gerade an unsere Politiker) heißt es nicht, dass wir ohne Sie automatisch besser dran wären.
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psyemi
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Vielleicht geht es ja einfach nur um Verkaufserlöse aus der Retail version. Der Publisher verkauft der Entwickler bekommt das Geld je nach Vertrag.Kajetan hat geschrieben:Das kann vieles sein, doch mit der Produktion des Spieles haben sie wohl nichts zu tun, denn TW2 ist nach Aussage von CD Project eigenfinanziert worden. Ich nehme an, dass es sich hier schlichtweg um Royalties, um Boni aus den Retailverkäufen der PC-Version handelt, die Namco zurückhält, um CD Project entweder an den Verhandlungstisch zu zwingen oder ihnen einfach das Leben schwer zu machen.Heruwath hat geschrieben:Wenn Witcher 2 von CDP komplett eigenfinanziert wurde, warum stehen dann noch Zahlungen seiten Namco Bandai aus?
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Heruwath
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Vollste Zustimmung.Kajetan hat geschrieben: Das sowieso, da "die gamer" keine homogene Gruppe darstellen, sondern nur eine Ansammlung von vielen Einzelindividuen: "Ihr alle seid Individuen!" "Nein, ich nicht!"
Egal ob es Royalties/Boni sind oder tatsächliche Unterstützung der Entwicklung. Wenn die Zahlungen ausstehen, dann wurden diese vertraglich vereinbahrt. Da es sich um den Vertrag von Witcher 2 handelt gehört das Geld zu dem Projekt "Witcher 2". Ob CDP das Geld jetzt direkt für das Projekt ausgibt oder in den dritten Teil investiert ist irrelevant. Vertraglich gehört dieses Geld zu Witcher 2.Das kann vieles sein, doch mit der Produktion des Spieles haben sie wohl nichts zu tun, denn TW2 ist nach Aussage von CD Project eigenfinanziert worden. Ich nehme an, dass es sich hier schlichtweg um Royalties, um Boni aus den Retailverkäufen der PC-Version handelt, die Namco zurückhält, um CD Project entweder an den Verhandlungstisch zu zwingen oder ihnen einfach das Leben schwer zu machen.
Ich habe nicht versucht deine Aussage zu wiederlegen. Sondern nur gesagt, dass "brauche keinen Publisher" eine seltene Ausnahme in der Branche ist. Der Publisher übernimmt auch nur einen Teil der anfallenden Arbeiten. Auch wenn man sein Projekt selbst finanziert, braucht man immer noch z.B. einen Distributor, außer natürlich man vertreibt sein Spiel komplett selbst. Mit Presswerk, Handbuchdruck, Marketing usw. Über Steam ist der Distributor Valve. Publisher ist auch nichts anderes wie Projektplaner, Finanzier, Distributor, Marketing Gesellschaft in einem. Wenn CDP das SPiel über einen Publisher vertreibt, dann können Sie einen Teil der anfallenden Arbeiten nicht über die eigene Firma erledigen.Nichts anderes sage ich doch auch die ganze ZeitMan braucht keinen Publisher, um von seinen eigenen Spielen kommerziell leben zu können. Wenn man jedoch einen (nur ein Beispiel) CoD-Klon basteln will, der in erster Linie nur von einer aufwendigen Verpackung lebt, muss ich natürlich jede Menge Manpower für diese Verpackung bezahlen.
Cool jetzt weiß ich mehr. Aber kein Wunder, dass CDP nicht nur diesen Service nutzt. Schließlich wollen sie so viele Exemplare verkaufen wie möglich.Ein Download-Service, der rein zufällig auch CD Project gehört, wo es TW2 von Tag Eins an ohne DRM zu kaufen gab.
Notfalls können Sie auch 30 Leute kündigen. Es ist egal ob sie darauf verzichten können und von donwload-only überleben können. Das Wichtige ist, dass Sie nicht darauf verzichten wollen, denn sonst hätte es keine Retail Version gegeben.Auf dem PC können Entwickler und Publisher mit Download-Only mittlerweile sehr gut leben. CD Project sagt ja selbst, dass sie notfalls auf die Umsätze des Retail-Kanals verzichten könnten, wenn es denn sein müsse.
Und es kann in keinster Weise mit einem Titel mithalten, der 10 Mio gekostet hat. Wie gesagt je nach Fokus.Wenn das Spiel nur 80.000 gekostet hat, dann ist das eine ganz erhebliche Gewinnspanne, von der die Major Publisher nur träumen können
Hey wenn ich weiß, wie extrem sich Marketing auswirkt kann würde ich auch zusätzlich Geld reinstecken. Wenn die Leute Gewalt haben wollen, dann gebe ich ihnen Gewalt. Der Publisher macht auch nichts anderes wie das was die Leute wollen. Was ist falsch daran sein Produkt so vielen Leuten wie möglich verkaufen zu wollen. Spiele werden nun mal teuerer. Aus den unterschiedlichsten Gründen. Konkurenz, Anforderungen der techfreaks, Fortschritt.Und deswegen ballern die Publisher ja auch ZUSÄTZLICH zum Produktionsbudget gerne nochmal 30-40% (in manchen Fällen mehr) dieser Kosten an Marketingaufwand raus, um möglichst viele potentielle Käufer erreichen zu können, damit zumindest der Break Even gut möglich erscheint. Deswegen werden fast alle Spiele der Majors auch mit Gewalt auf Mainstream und Massentauglichkeit getrimmt, damit man möglichst viele Leute ansprechen kann und nicht die kleine Nische. Gerade WEIL das Spiel so teuer war. Die Publisher stecken hier in einer selbstgestrickten Falle, aus der sie kaum noch entweichen können.
Außerdem, welche Falle? Ich sehe nur eine Falle, die die gamer für sich selbst aufgestellen . Die Publisher bringen das zigste COD raus und lachen sich bei 10fachem Umsatz ins Fäustchen. Die stecken ganz sicher nicht in einer Falle. Selbst wenn GTA 4 100 mio kostet hat es 2 Mrd. Umsatz gemacht. Das Konzept funktioniert einwandfrei. Selbst im Kriesenjahr 2009 ist die Branche gewachsen.
Und heute funktioniert das ganze natürlich auch. Vergiss das "Früher" Die Zeiten ändern sich. Heute gewinnt man mit fotokopierten Handbüchern und Disketten keinen Preis mehr. Vielleicht in 1 vom 1000 Fällen (Minecraft), aber die Leute vergessen schnell die 999. Also kann man ruhig sagen, dass es nicht mehr funktioniert. An Atari sieht man, wie schnell ein Publisher das Zeitliche segnen kann, genau weil es nicht mehr so leicht ist ein Spiel zu verkaufen.Ein Publisher ist NUR SICH SELBST wichtig. Früher sind die Entwickler mit in Plastiktüten eingeschweissten und fotokopierten Handbücher und selber kopierten Disketten in Elektronikläden gegangen, um ihr Spiel dem Händler ins Regal zu stellen. Hat wunderbar funktioniert, so wunderbar, dass ein Richard Garriott später Origin gegründet hat und Ken und Roberta Williams die Firma Sierra. Sogar Atari hat als Eigenvertrieb der selbst programmierten ersten elektronischen Arcademaschinen begonnen und wurde selbst sein eigener Publisher, bis es die Firma vor lauter Hybris und Marktfehleinschätzung selbst zerlegt hatte.
Nein. Du vergisst wie oben erwähnt die 999/1000. In den meisten Fällen ist ein Spiel ein Flop. Vielleicht sind ein paar Erfolge unter ihnen. Wenn du als Entwickler etwas Sicherheit haben willst, dann wendest du dich an einen Publisher. Natürlich kann man auch alles selbst finanzieren und durchziehen. Und dann wird es ein Flop (in den meisten Fällen) und du bist gleich nach dem ersten Projekt weg vom Fenster (wie oft ist das schon passiert). Ich stimme dir zu. Im Grunde braucht man die Publisher nicht, aber in den seltensten Fällen wird man das Überleben. Wieviele Indi Titel werden wöchentlich rausgehauen? Wieviele davon sind wirklich erfolgreich bzw. von wievielen davon hast du überhaupt gehört? Minecraft usw. sind nur die Überlebenden, welche auf einem riesigen Berg voller Leichen stehen.Sicher. Aber Publisher brauchen in erster Linie nur sich selbst. Weder brauchen Gamer einen Publisher, noch brauchen Entwickler einen Publisher und feine, spassige Spiele zu bekommen. Publisher braucht man nur, wenn man industriell gefertige Fliessbandunterhaltung möchte.
Hey in 20 Jahren könnte die Welt untergegangen sein. Soll ich jetzt daraus schließen, dass Alles was heute existiert und was wir brauchen unnötig ist? Du brauchst kein Auto, denn in 20 Jahren kannste fliegen. Es fängt ja heute schon mit Flugzeugen an.Wenn wir uns ins 20 Jahren nochmals treffen, wird es gut möglich sein, dass es Publisher, vor allem die großen Publisher in der Form, wie wir sie heute kennen, nicht mehr geben wird. Durch die Einführung des Internets und der Möglichkeit seine Werke DIREKT an den Endkunden verkaufen zu können, braucht es den Publisher als Kontrolleur der Vertriebswege und Mittelsmann nicht mehr. Ein ganz normaler Veränderungsprozess, der so udn ähnlich seit Jahrtausenden immer dann stattfindet, wenn sich bestimmte Rahmenbedingungen ändern. Und die haben sich mit dem Internet ganz gewaltig geändert. Die Veränderungen, die hier auf sozialer, wirtschaftlicher und politischer Ebene bereits stattfinden und stattfinden werden, können wir heute nicht einmal im Ansatz begreifen und uns vorstellen.
Richtig die Veränderungen können wir nicht begreifen. Wir können noch nicht mal aktuelle Vorgänge begreifen, aber wenn es darum geht unsere Meinung zu äußern, dann haben wir voll die Ahnung was jemand anderer nötig hat oder nicht. Wenn du, Valve, Blizzard oder CDP keinen Publisher brauchen, heißt es nicht, dass andere sie auch nicht brauchen.
Wenn du alleine die Kosten trägst, dann kriegst du in jeder Hinsicht die Auswirkungen alleine ab. Das kann dich reich machen, oder aber dich instant vernichten (in den meisten Fällen). Wenn ein Publisher im Spiel ist, dann trägt er einen Teil der Auswirkungen und genau das könnte dir als Entwickler das Leben retten. Genau deswegen brauchen die Entwickler einen Publisher (großer Bruder). Jemanden der etwas mehr Ahnung von Geld hat, jemanden der dich unterstützt und eventuell bei Gefahr den größten Teil des Schadens abfängt.ich sage ja nicht, dass man ohne Publisher automatisch besser dran wäre, aber wenn man den Mittelsmann nicht mehr benötigt und man auch nicht mehr unbedingt 20 Mio. an Vorschuß benötigt, um ein Spiel zu machen ... dann kann man schon sagen, dass Publisher so langsam überflüssig werden. Ob das nun gut oder schlecht ist, dass mag jeder selber entscheiden.
Wenn du Geld hast, dann bist du auf niemanden angewiesen, aber hast DU Geld? Warum sollte es dann jemand anderer haben?
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KOK
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Ich habe auch gelesen, daß TW2 eigenfinanziert ist. Damit stellt aber TW2 eine Ausnahme dar. Und vorallem muss man erstmal soweit kommen, daß man als Entwickler 20mio Öcken locker machen kann. Der Weg dorthin fand auch unter anderem über den ersten Hexer statt und da saß das Geld bei CD Project sicherlich noch nicht so locker.
Es sind und werden in Zukunft weiterhin Publicher nötig sein. Viele bringen gerne die Indi-Szene mit ein paar Titelns als Gegenbeispiel an. Aber das auf ein guten und rentablen Indi-Titel an die hundert teilweise nie veröffentlichten Indi-Titel folgen, wird wohl auch gerne vergessen. Es ist eben doch nicht so einfach, mal eben aus Eigeninitiative ein Erfolg aus dem Boden zu stampfen.
Und ein Spiel wie TW2, also rein vom Produktionsaufwand betrachtet, ist mit einem fast nicht vorhandendem Budget einfach nicht realisirbar. Synchronisation kostet, man braucht mehr als nur einen talentierten Graphiker und die Engine wurde sicherlich auch nicht von nur einem Mann programmiert.
Wir Spieler (warum sind hier alle so Anglizismen-fixiert und benutzen das Wort "Gamer") wollen eben auch eine schöne, detaillierte und große Rollenspielwelt erleben. Wir Spieler wollen entsprechend der Größe der Welt auch einen bestimmten Umfang an Spieleinhalten bekommen und vorallem wollen wir Spieler auch was für die Ohren (ja, okay... CoD beweist das Gegenteil...) und nicht mehr irgendwelche 8bit-Midisounds.
Wenn ich als Spieler die Wahl habe zwischen einem Spiel wie TW2 für 45€ und einem Indi-"TW" (rein hypothetisch) für 10€, ich würde mit 99,9%iger Sicherheit zum 45€-Hexer greifen. Und solange wir Spieler solche Spiele haben wollen, sind Entwickler auch auf Publisher mit vorhandendem Kapital von nöten. Denn im Gegesatz zu TW2 können Entwickler eben nicht alles selbst finanzieren, gerade weil das Geschäft so brutal ist und ein Spiel, das noch so revolutionär, anspruchsvoll und produktionsaufwändig hoch drei ist, floppen kann und man dann ohne Kies dasteht. Und das ist mehr die Regel als die Ausnahme.
Es sind und werden in Zukunft weiterhin Publicher nötig sein. Viele bringen gerne die Indi-Szene mit ein paar Titelns als Gegenbeispiel an. Aber das auf ein guten und rentablen Indi-Titel an die hundert teilweise nie veröffentlichten Indi-Titel folgen, wird wohl auch gerne vergessen. Es ist eben doch nicht so einfach, mal eben aus Eigeninitiative ein Erfolg aus dem Boden zu stampfen.
Und ein Spiel wie TW2, also rein vom Produktionsaufwand betrachtet, ist mit einem fast nicht vorhandendem Budget einfach nicht realisirbar. Synchronisation kostet, man braucht mehr als nur einen talentierten Graphiker und die Engine wurde sicherlich auch nicht von nur einem Mann programmiert.
Wir Spieler (warum sind hier alle so Anglizismen-fixiert und benutzen das Wort "Gamer") wollen eben auch eine schöne, detaillierte und große Rollenspielwelt erleben. Wir Spieler wollen entsprechend der Größe der Welt auch einen bestimmten Umfang an Spieleinhalten bekommen und vorallem wollen wir Spieler auch was für die Ohren (ja, okay... CoD beweist das Gegenteil...) und nicht mehr irgendwelche 8bit-Midisounds.
Wenn ich als Spieler die Wahl habe zwischen einem Spiel wie TW2 für 45€ und einem Indi-"TW" (rein hypothetisch) für 10€, ich würde mit 99,9%iger Sicherheit zum 45€-Hexer greifen. Und solange wir Spieler solche Spiele haben wollen, sind Entwickler auch auf Publisher mit vorhandendem Kapital von nöten. Denn im Gegesatz zu TW2 können Entwickler eben nicht alles selbst finanzieren, gerade weil das Geschäft so brutal ist und ein Spiel, das noch so revolutionär, anspruchsvoll und produktionsaufwändig hoch drei ist, floppen kann und man dann ohne Kies dasteht. Und das ist mehr die Regel als die Ausnahme.
